Initiative „Zukunft Sachsen“ - „Wenn die AfD nicht mal ihre Landeslisten hinbekommt, wie will sie dann regieren?“

Mit Unterstützung aus Hollywood mischte die Initiative „Zukunft Sachsen“ schon die Görlitzer Bürgermeisterwahl auf. Jetzt hat sie eine neue Kampagne gestartet. Sie will, verhindern, dass die AfD in Sachsen an die Regierung kommt. Ist das noch demokratisch? Fragen an den Gründer Sascha Kodytek

 Björn Höcke, Vorsitzender der AfD in Thüringen, spricht zum Wahlkampfauftakt seiner Partei vor der Landtagswahl in Sachsen hinter dem roten Aufnahmelicht einer TV-Kamera.
Im Fokus einer Kampagne: Eine Initiative junger Sachsen will die Regierungsbeteiligung der AfD verhindern / picture alliance

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie arbeitet als freie Reporterin und Autorin. 

So erreichen Sie Antje Hildebrandt:

Herr Kodytek, Ihre Initiative „Zukunft Sachsen“ will verhindern, dass die AfD nach der Landtagswahl an der Regierung beteiligt wird. Wie wollen Sie das erreichen?
Ganz einfach – und auch kompliziert: Mit taktischem Wählen.

Was bedeutet das?
Wir brauchen nach der Wahl eine Mehrheit, die regierungsfähig ist. Taktisches Wählen ist ein Werkzeug, um eine solche Mehrheit zu beschaffen. In Sachsen gibt es diese Mehrheit nicht. Die Prozente sind so wild über die Parteien verteilt, dass man schwer über 50 Prozent kommt.

Wieso? Nach den jüngsten Prognosen liegt die AfD in Sachsen noch vor der CDU. Zusammen würde das locker für ein Regierungsbündnis reichen.
Das ist genau die Koalition, die wir verhindern wollen. Wie wir seit heute wissen, will die CDU das auch nicht. Um das zu verhindern, brauchen wir eine Mehrheit ohne die AfD. Die wahrscheinlichste Regierung ohne die AfD ist eine aus CDU, SPD und Grünen. Wir rufen dazu auf, diese Kenia-Koalition zu wählen. Nach den derzeitigen Umfragen ist das die einzige, die reelle Chancen hat. Ob die Bürger diesem Aufruf folgen, muss jeder mit sich selbst ausmachen.

Nach den gerade veröffentlichen Ergebnissen einer Umfrage Ihrer Initiative lehnen 46 von 60 CDU-Direktkandidaten eine Koalition sowieso ab. Ist die Gefahr damit nicht gebannt?
Könnte man meinen. Tatsächlich glaube ich nach dem derzeitigen Stand nicht, dass es eine schwarz-blaue Koalition geben wird. Das würde ja bedeuten, dass die CDU Wortbruch begeht. Aber sicher ist das nicht. Es reicht auch nicht, Nein zur AfD zu sagen. Wir müssen eine Alternative anbieten. 

Was stört Sie an der Aussicht, dass die AfD an die Regierung käme?
Jeder Mensch hat seine eigenen Gründe, warum er die AfD ablehnt. Unsere Kampagne gibt aber keine Gründe vor.

Sascha Kodytek
Sascha Kodytek, 23,
Gründer der Initiative

Ist das nicht ein bisschen schwach, Wählern von einer Partei abzuraten, ohne Gründe zu nennen?
Wo sollten wir da anfangen? Wenn man sagt, die AfD mache furchtbare Integrationspolitik, dann spricht man zwar eine gewisse Klientel an, eine andere schließt man aber auch aus. Aus der Gefahr heraus, eine Neutralität zu verletzen, haben wir uns dafür entschieden, keine inhaltlichen Gründe anzugeben.

Aber wie wollen Sie Stimmung gegen eine Partei machen, ohne zu begründen, warum diese Partei nicht gewählt werden soll?
Der Grund ist ganz einfach. Es gibt zahlreiche Blogs und Statements von Parteien und Journalisten, die das begründen. Das ist an anderer Stelle schon ausdiskutiert worden. Wer jetzt noch glaubt, dass die AfD eine gute Regierungspartei wäre, dem können wir nicht mehr helfen.
 
Machen Sie es sich da nicht ein bisschen zu leicht?
Nein, nehmen wir zum Beispiel die Impfdebatte. Dass Impfen eine gute Sache ist, gilt als gesetzt. Wenn ich eine Kampagne gegen Impfgegner machen würde, würde ich die auch nicht mit einer Begründung dafür beginnen, warum Impfen eine gute Sache ist.

In keinem anderen Bundesland ist die AfD so stark wie in Sachsen. Es muss also Gründe dafür geben, warum die Partei hier viele Wähler anspricht. Welche sind das aus Ihrer Sicht?
Dafür gibt es tausend Ursachen. Wenn man sagen würde, es läge an der DDR oder dem Rechtsextremismus, würde man das Problem unterschätzen.

Das Klischee der AfD als Retterin der Abgehängten stimmt nicht?
Nein, auch dieses Muster würde ich in Frage stellen. Sachsen ist im Osten das wirtschaftlich stärkste Land. Der Freistaat hat kaum Schulden. Man kann zwar über die Infrastruktur streiten. Lehrer- und Polizeistellen sind abgebaut worden. Aber auch in diesem Punkt hat die regierende Koalition aus CDU und SPD nachgebessert. Wo sind also diese Abgehängten? Ich habe das Gefühl, dass das eine Phrase ist, die viele von der AfD einfach übernommen haben.

Immerhin ist die Partei demokratisch gewählt worden. Wenn sie Bedürfnisse erfüllt, die die Altparteien nicht erfüllen, ist es dann nicht zutiefst undemokratisch, die Bürger aufzufordern: „Wählt nicht AfD!“
Nein, unter diesem Aspekt wäre ja auch jeder andere Wahlkampf undemokratisch. In jedem Wahlkampf ruft eine Partei auf, die andere nicht zu wählen. Das ist eben der Meinungsstreit in einer Demokratie. Undemokratisch wäre es, den Bürgern zu verbieten, zu wählen.

Ihr Aufruf geht ja weiter. Er impliziert doch, dass sich die „Altparteien“ verbünden sollen, um die AfD zu verhindern.
Interessant, dass Sie den Begriff Altparteien verwenden. Das Narrativ der AfD ist schon so tief in unsere Wahrnehmung der politischen Landschaft eingeflossen, dass man es schon kritisiert, wenn sich Parteien gegen eine Partei zusammenschließen, die sich nicht gegen den Rechtsextremismus abgrenzt und vielleicht verfassungswidrig handelt. Ich finde das total legitim ...

... weil Sie die AfD ablehnen. Würden Sie es auch legitim finden, wenn es gegen eine Partei ginge, die Ihnen nahe steht?
Gute Frage. Die AfD ist einfach nur das Rüpelkind im Sandkasten, und wenn sich die anderen Kinder zusammenschließen und sagen: „Wir wollen dich nicht dabei haben“, machen sie es genau richtig.
 
Aber wenn Ihre Rechnung aufgeht, entsteht doch bei den Wählern der Eindruck: Egal, was ich wähle – die da oben schieben sich das Ergebnis doch so zurecht, wie es ihnen passt. Zerstören Sie damit nicht das Vertrauen in die Demokratie?
Wenn die Wähler taktisch eine Mehrheit wählen, dann ist das doch ihre Entscheidung – und keine Entscheidung von „denen da oben“. Auch die Große Koalition wurde gebildet, weil sich viele Parteien entschieden haben, CDU oder SPD zu wählen. Nur weil jemand taktisch wählt, kann man doch nicht sagen, seine Stimme sei nichts wert.

Hat es nicht einen faden Beigeschmack, eine Partei nur deswegen zu wählen, um eine schlimmere Alternative zu verhindern?
Natürlich, aber so ist nun mal unser Wahlrecht gebaut. Da fliegen ganz viele Stimmen in den Ofen. Es gibt andere Modelle, die eine Priorisierung von Kandidaten möglichen. Also: Ich wähle erst den Kandidaten der Grünen, weil ich den mag und dann den von der SPD, weil ich den auch gut finde – und dann kommt der von der CDU, wenn die anderen beiden keine Mehrheit bekommen.

Seit der Landeswahlausschuss die Zahl der Landeslistenplätze der AfD mit dem Hinweis auf angebliche Formfehler auf 18 reduziert hat, wähnt sich die Partei sowieso als Opfer einer Intrige. Verstärkt das Engagement Ihrer Initiative diesen Effekt nicht noch?
Wenn ein Kind im Sandkasten rumrüpelt und man ihm sagt, „ich will, dass du jetzt gehst“, und dieses Kind wird dann noch wütender, kann man den anderen dann einen Vorwurf machen? Ich finde: Nein. Die AfD hat ihren Opfermythos so erfolgreich gepflegt, dass Organisationen wie meine schon gefragt wurde: Wollt Ihr nicht mal damit aufhören, gegen die AfD Stimmung zu machen?

Was antworten Sie denen?
Nein, der Fehler bei diesen Landeslisten liegt klar bei der AfD. Und eigentlich müsste sich Sachsens AfD-Chef Jörg Urban dafür entschuldigt, dass er das Vertrauen der Wähler in die Partei enttäuscht hat. Wenn die AfD nicht mal ihre Landeslisten hinbekommt, wie will sie dann regieren?

Sagt „Zukunft Sachsen.“ Auf der Homepage Ihrer Initiative findet man nur Ihren Namen und Ihr Foto. Wer ist Sascha Kodytek, und wer sind Ihre Mitstreiter?
Die Menschen hinter mir sind Menschen aus ganz Sachsen, ein erweiterter Freundeskreis, wenn Sie so wollen. Es sind etwa zehn Leute zwischen 20 und 30 Jahren, Studenten, Auszubildende, Angestellte.

Sie waren früher Mitglied der SPD. Hat die Partei ihre Finger im Spiel?
Nein, und darüber bin ich ganz froh. Es wäre schädlich, wenn Parteien zum taktischen Wählen aufrufen. Eine Partei muss mit Inhalten überzeugen. Mitglieder des Landeswahlausschusses werden mittlerweile bedroht.

Wie reagieren die Anhänger der AfD auf Ihr Engagement?
Die Kommentare auf Facebook sind aggressiv, aber teilweise auch humorvoll. „Bei Euch klapperts doch. Ihr verhaltet Euch wie im Kindergarten “. Oder: „Ihr seid die modernen neuen Nazis. Das eigene Volk verraten. Wir sehen uns irgendwann, wenn Ihr auf der Straße um Hilfe schreit und keiner hilft.“

Macht Ihnen das keine Angst?
Es gibt einen Grund dafür, warum auf der Homepage nur mein Foto steht – um die anderen zu schützen.

Zum ersten Mal in Erscheinung getreten ist Ihre Iniative vor der Stichwahl des Bürgermeisters von Görlitz, als Sie auf Ihrer Facebook-Seite einen Aufruf von Hollywood-Stars wie Daniel Brühl veröffentlichten, nicht die AfD zu wählen. Seit wann interessiert sich Hollywood für den Osten?
Hollywood hat sich schon immer für den Osten interessiert, weil Görlitz eine Stadt ist, die im Zweiten Weltkrieg von Bomben verschont worden ist und deshalb eine wunderschöne Altstadt hat. Deshalb hat Hollywood dort schon Filme wie „Inglorious Basterds“ oder „Grand Hotel Budapest“ gedreht. Man nennt die Stadt auch Görliwood. Der Aufruf stammt von Schauspielern, die schon in Görlitz gedreht haben.

Der britische Guardian schrieb, die AfD hätte die Bürgermeisterwahl wegen dieses Aufrufs aus Hollywood verloren. Tatsächlich hat aber ein Zweckbündnis der „Altparteien“ den Sieg des AfD-Kandidaten Sebastian Wippel knapp verhindert.
Wir haben den Aufruf an die internationalen Medien weitergegeben. Wir reklamierten seinen Erfolg nicht für uns. Wenn jemand daran entscheidenden Anteil hatte, dann waren das Franziska Schubert von den Grünen, die ihre Kandidatur zurückgezogen hat – und die anderen Parteien. 

Das Beispiel Görlitz hat gezeigt: Das taktische Wählen kann funktionieren. Aber was kommt danach? Was ist, wenn das Zweckbündnis zerbricht, weil die Gegnerschaft zur AfD als Grundlage für eine Zusammenarbeit nicht tragfähig ist?
Die Vorstellung bereitet auch mir Bauchschmerzen. Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir Politiker brauchen, die gute Arbeit machen.

Bernd Schiebener | Di, 16. Juli 2019 - 09:03

Die Landeslisten haben schon andere Parteien , "nicht hin bekommen" . ( Seltsames Deutsch, wohl bei Merkel abgeguckt bzw. abgehört )
Nur, da wurde es TOLERIERT !!!
Ansonsten viel Geschwurbel, wenig Argumente, von diesem jungen Herrn. Naja, Hollywood wird es in Zukunft schon richten......wahrscheinlich hat Georg C. mit seiner Amalia schon was angemietet-in Görliwood. Lese ich hier wirklich gerade den Cicero??? Das Magazin für politische Kultur ? .......Fragen über Fragen.

Per L. Johansson | Di, 16. Juli 2019 - 14:15

In reply to by Bernd Schiebener

...denn Debatte gehört zur politischen Kultur.
Es ist wichtig, unterschiedliche Blickwinkel zu vergleichen. Auch wenn es manchmal wirklich aufregt.
Wer nur die eigene Meinung hören mag, der liest halt SPON, taz oder Junge Freiheit, je nach politischer Couleur.

Was die AfD angeht. Die hat natürlich ein Problem mit ihren vielen Quereinsteigern, die aus dem "echten" Leben, jenseits der sonst verbreiteten Parteikarrieren kommen. Entsprechend fehlt es momentan an Erfahrung bei der Orga von Parteitagen, der Arbeit in Parlamenten, Ausschüssen etc.
Aber mittelfristig ist genau das die große Stärke der AfD. Sie bringt viele Menschen in die Politik, die zuvor anderswo Berufs- und Lebenserfahrung gesammelt haben. Genau das war auch der wertvolle Beitrag der Piratenpartei, die leider alsbald wie eine Seifenblase wieder zerplatzte.
Deren Ende sollte jedem eine Warnung sein, was passiert, wenn innerparteilich Ideologen das Ruder übernehmen, deren Radikalität die eigenen Wähler nicht teilen...

Günter Johannsen | Di, 16. Juli 2019 - 09:10

Kurt Schumacher (SPD, als diese noch demokratisch war!)hatte Recht. Hier erkennt man es wieder einmal: "Kommunisten sind nur rotlackierte NationalSozialisten. Ihnen ist gemeinsam der Hass auf die Demokratie und der Hang zur Gewalt!"
Die Demokratieverhinderer stehen links-aussen (rot-grün)… SED-Revanchisten sind in vielen Parteien untergekrochen und Spielen Maulwurf.
Aber sie dürfen wissen: 1989 wird sich wiederholen, wenn sie so offen und unverhohlen die demokratischen Wahlen unterlaufen. Wahlbetrug wurde schon einmal "belohnt"!

..dass die Mehrheit regiert. Wenn die AfD tatsächlich 25% der Stimmen gewinnt, hat sie keine Mehrheit.

Oder, im Klartext: 75% wollen K E I N E AfD.

1989, den Aufstand der Menschen in der DDR, mit dem Treiben der Neuen Rechten gleichzusetzen, bedeutet nicht mehr, als die, die damals Kopf und Kragen riskiert haben, zu verhöhnen.

1989 hat keiner etwas riskiert und schon gar nicht Kopf und Kragen. Daß Volkspolizisten nicht aufs Volk schießen, war damals schon klar. 1990 wurde aber einiges riskiert, nämlich der Arbeitsplatz, die Wohnung, ordentliche Verhältnisse für Kinder etc. pp., kurz gesagt: ein weitestgehend würdevolles Leben!

Volkmar du Puits | Di, 16. Juli 2019 - 14:27

In reply to by Patrick Büttner

Bei Herrn Lenz ist der gemeine Ostdeutsche abwechselnd brauner AfD-Wähler und Held der 89er Revolution. Herr Büttner weiß, das die Volkspolizei nicht geschossen hätte. Mir standen damals Kampfgruppenangehörige mit Knüppeln gegenüber, geschossen hätten die auch nicht.

aber zu einem gewissen Teil. Wobei ich mal annehme, dass diejenigen, die komfortabel und sicher beispielweise hinter ihren Pegida-Pappschildchen herlaufen, ohne irgendetwas zu riskieren, damals nicht unbedingt auf der Strasse waren.

25% potentielle AfD-Wähler und sonstige vom rechten Rand sind ja nun mal nicht identisch mit der gesamten Ostbevölkerung.

Gerhard Lenz | Di, 16. Juli 2019 - 17:18

In reply to by Patrick Büttner

Na da wäre ich mir nicht so sicher. Es bestand wohl durchaus die Möglichkeit, dass Genosse Krenz & Co die Armee schicken könnten.

August Klose | Mi, 17. Juli 2019 - 00:25

In reply to by Patrick Büttner

...nun zumindest keiner von denen, die 1989 ganz genau wussten, dass 1990 die Einheit zumindest keiner von denen, die1989 gaaaaanz genau wussten, das 1990 die Vereingung Deutschlands kommt. Aber in einem haben Sie Recht, der Volkspolizist oder was auch immer das war, der mir bei der Zuführung würdevoll den Arm ausgekugelt hat, hat nicht geschossen und ich habe dabei ein Liedchen geträllert, wusste ich doch, dass nichts passieren konnte in der würdevollen sozialistischen Haftanstalt, gell?

Eine Partei, die 25% der Stimmen gewinnt, kann durchaus
eine Mehrheit haben, wenn z.B. die zweitstärkste Partei
weniger als 25% erhält. Das nennt man dann "relative"
Mehrheit. Das darf man nicht mit "absoluter" bzw.
"qualifizierter" Mehrheit verwechseln. Und: Stimmabgabe
bedeutet immer nur, sich für (!) eine Partei entschieden
zu haben - und sonst nichts. Ich habe nur eine Stimme.
Das ist wie bei der Ehe. In der Monogamie entscheide
ich mich füŕ eine Frau, und nicht gegen alle anderen.
Dürfte ich eine Zweite (und weitere Frauen) ehelichen,
sähe das evtl. anders aus. Ähnlich im Wahlrecht.
Apropos Demokratie. Nach meinem bescheidenen
Kenntnisstand heißt das lediglich, daß alle Gewalt
vom Volk ausgeht - sonst nichts. Der Rest ist eine
Frage der Ausgestaltung.

fast 90% wollten keine Grüne Regierung, heute sogar noch 75%. 75% wollen keine SPD-Regierung, 75% keine CDU-Regierung. Solche Taschenspielertricks, sollen wohl vom Thema ablenken? Es geht nicht darum wer regiert, sondern ob eine demokratisch gewählte Partei von anderen Parteien und einigen hysterischen Zeitgenossen ohne Bildung mit unsauberen und demagogischen Tricks aus der Debatte ausgeschlossen werden soll und mit ihr ihre Wähler. Nur jemand mit einer Sympathie für Totalitarismus kann da dafür sein. Aber manche blickens vielleicht auch nur nicht.

Nur schon die sogenannte 5 Prozent-Klausel führt dazu, dass in Deutschland sämtliche Stimmen, die an Parteien gehen, die nicht über diese zugunsten von (traditionell) wähler/innenstarken Parteien errichtete Hürde hinauskommen, in den Parlamenten nicht abgegebildet werden, womit ein Teil der politisch aktiven Staatsbürger/innen für die Dauer der jeweiligen Legislatur aussen vor ist und rein gar nichts zu melden hat. Wird dieses offizielle System durch ein zweites ergänzt, das informellen Charakter hat und darauf abzielt, eine ganz bestimmte Partei - momentan die AfD - ungeachtet einer korrekt erfolgten Wahl in die Legislative als inexistent zu behandeln und in jedem Fall a priori von einer Regierungsbeteiligung auszuschliessen, erhöht sich die Zahl der politisch de facto entmündigten Staatsbürger/innen weiter. In extremis auch über 50% der Stimmen hinaus, die in einem Urnengang insgesamt abgegeben worden sind, womit im Ergebnis eine Minderheit regiert, die sich als Mehrheit ausgibt.

Die Kommunisten hatten noch nie bei freien und ehrlichen Wahlen die Mehrheit. Deshalb mussten und müssen sie Wahlen manipulieren und Diktaturen errichten.
Noch Fragen?

Günter Johannsen | Di, 16. Juli 2019 - 09:14

Wer den Souverän um sein Wahlrecht betrügen will, wird die Konsequenzen verantworten müssen!
Das hat die Weimarer Republik gezeigt und das
4. Kommunistische Reich DDR gleichermaßen!

Klaus Funke | Di, 16. Juli 2019 - 09:57

Schon wieder ein Anti-AfD-Artikel. Da habe ich bezüglich der umstrittenen Entscheidung der sächsischen Landeswahlkommission schon kritischere und vor allem sachlichere Standpunkte gelesen. Für mich - ob Sie mich nun veröffentlichen oder nicht - hat CICERO damit entweder die Maske fallen lassen oder in Anbiederung an den Mainstream weiter aufgeholt. Zum Verständnis: Ich bin kein AfD-Mitglied oder - wähler, auch kein Pegida-Versteher, gehöre keiner Partei oder Bewegung an - bin zu alt für solchen Firlefanz etc. ich bin nur ein kritischer Zeitgenosse, der den eigenen Verstand benutzt, wenn er sich im Medienwald bewegt. Auch frühere Beiträge von mir wurden gecancelt, offenbar aus Gründen der obwaltenden Staatsräson. Fazit: CICERO ist ein Blatt wie alle anderen, es heult mit den Wölfen, es ist nicht wirklich kritisch, sondern tut nur so... - bin gespannt, ob Sie diese Sätze anzeigen. Wenn nicht, fühle ich mich bestätigt... werde deshalb in den nächsten Tagen einen anderen Account wählen.

Gerhard Lenz | Di, 16. Juli 2019 - 11:45

In reply to by Klaus Funke

..wenn die bevorzugte Informationsquelle nicht ausschliesslich meine Meinung vertritt, sondern auch noch Andersdenkende zu Wort kommen lässt.
Demokratie - schön und gut - aber andere Meinungen sollten durchaus im Voraus schon als falsch identifiziert und ausgewiesen werden!
Sonst ist es wirklich ratsam, sich auf die Suche zu machen nach einem wirklich demokratischen Medium, in dem ich konsequent nur noch meine Meinung, die einzig richtige, lese!

Theos Theke | Di, 16. Juli 2019 - 11:52

In reply to by Klaus Funke

Ich teile Ihren Eindruck im wesentlichen. Aber immerhin haben Sie Ihren Kommentar durchbekommen. Ein Fünkchen Hoffnung besteht also noch.
Schade, dass man immer glaubt, vorwegschicken zu müssen: "ich bin kein AfD-Mitglied... ich bin kein AfD-Wähler.. ich bin kein AfD-Sympathisant...ich bin kein Pegida... ich bin kein Rechter.... " etc.pp. etc.pp.
Das ist gar nicht gut. Aber was tut man nicht alles, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass man seinen Kommentar auch veröffentlicht bekommt.
Was in Deutschland (und nicht nur hier) in Sachen Meinungsfreiheit abgeht, ist wirklich eine totales Desaster.
Ich bin ein AfD-Wähler und ich stehe dazu, nicht weil ich die AfD so toll finde (sie macht zu viele Fehler), sondern weil ich die Migrationsagenda der anderen(!) Parteien für die größte Katastrophe der Nachriegszeit halte. Alle anderen Themen sind demgegnüber eher zweitrangig.

Volle Zustimmung Herr Theos Theke, sagen wir zu 99,9%. Mit Ihrem letzten Absatz identifiziere ich mich sogar total, also 100,00 %. Auch ich bin AfD-Wähler, liebe die AfD aber nicht, sondern liebe meine Frau.Ja, die Migrationsagenda ist die größte Katastrophe der Nachkriegszeit.
Wenn Kommentarschreiber einleitend bekunden, dass sie weder Mitglied noch Wähler der AfD sind, halte ich das für übertriebene "Vorsicht" bzw. Abgrenzung. Mit "Cicero" hatte ich jedenfalls bislang kaum Schwierigkeiten. Ich finde, "Cicero" macht es betreffs Auswahl schon richtig. Immerhin haben ca. 75 % der Deutschen die Altparteien gewählt. Und "Cicero" muss schließlich auch sein Geld verdienen. Erst Masse macht Kasse. MfG aus dem tiefen Osten KW

Ich schrieb das nicht, um meine Unschuld zu bezeugen oder um eine Veröffentlichungsgarantie zu bekommen, höchstens, dass ich keiner Partei über den Weg traue, mich nicht "festnageln" lasse. Natürlich freue ich mich, wenn CICERO mich trotz Kritik veröffentlicht. Das spricht für das Magazin. Das einzige, was ich bekenne: Ich bin Dresdner und ich bin ein enger Freund von Uwe Steimle. Leuten wie unserem Frühlingsfürst ist das natürlich zu wenig. ER braucht das Bekenntnis zu seiner Meinung. Ich halte es mit Frau Wallau und antworte ihm nicht. Er ist mir zu billig. Da spiele ich in einer anderen Liga. Zurück: Ich kenne meine Dresdner und meine Sachsen. Für den Frühlingsfürsten sind wir ja von Rechts leicht zu beeinflussen. Vollkommener Blödsinn. Sachsen sind emotionaler als andere und sie "halten de Gusche nicht". Die Sachsen haben die Wende eingeleitet und sie werden auch jetzt wieder für Änderungen sorgen. Mangels echter Opposition wählen sie die AfD. Der Wahlausschuss - tolles Eigentor!

Henning Magirius | Di, 16. Juli 2019 - 17:03

In reply to by Klaus Funke

Als gebürtiger Westler mit allerdings teilweise sächsischen Vorfahren habe ich nach 2015 mein sächsisches „Widerstandsgen“ entdecken dürfen und freue mich sehr, hier bei Cicero echte, unzensierte sächsische Kommentare lesen zu dürfen. Schon vor - ich denke - über einem Jahr schrieb ein Leser an dieser Stelle, dass der Wandel Deutschlands von Sachsen ausgehen werde. So war es und so wird es auch wieder sein.

Ronald Lehmann | Mi, 17. Juli 2019 - 12:01

In reply to by Klaus Funke

Herr Funke, auch ich bin Dresdner & schon immer ein nicht im Gleichschritt maschierenter & Imun für falsche Götteranbetung, obwohl ich mich schon als sehr an Gott glaube der, wenn auch ich mich als ein Konventionsloser aber betender Christ betrachte.
Aber ich muss Ihnen in ihren Kommentar Recht geben, denn ich habe auch das Gefühl, dass es im Cicero eine nicht gerade kleine Gruppe gibt, die die Themen sowie die Kommentare in eine bestimmte Richtung manövrieren. Dadurch werden viele Kommentare erst gar nicht veröffentlicht. Hinzu kommt, daß bei unseren geschätzten Immerklug kuriose Weise fast zeitgleich seine Texte tagtäglich eingestellt werden. Ein Schelm, der dabei was sich denkt ;-)
Aber es gibt eben auch eine andere Seite beim Cicero, wo Mitarbeiter einen sehr wahren & brisanten Text zulassen, wo ich annehme, es kostet für diesen Mitarbeiter auch sehr viel Mut. Zumal wir hier (Alle!!!) sicher wie zu DDR-Zeiten stark unter Beobachtung stehen, denn die "Kritiker" sind das Übel
LG

Hans-Jürgen St… | Di, 16. Juli 2019 - 10:30

Die Initiative, die faktisch einer Allparteienkoalition gegen die AfD entspricht, zeigt überdeutlich, dass die AfD leider die einzige Alternative zur Politik der anderen Parteien ist. Wer die Migrationspolitik der anderen Parteien für furchtbar hält, dem bleibt nur der Protest gegen das Kartell der anderen Parteien durch die Wahl der AfD mit ihrer "furchtbaren Integrationspolitik" (die nichts weiter als die Rückkehr zur Anwendung des Rechts anmahnt).
Welche verbogene Weltsicht spricht aus solchen Leuten, die die Aufgabe nicht in der Lösung der überwältigenden politischen Probleme, sondern im Niederkämpfen derjenigen sehen, die auf sie hinweisen. Wenn der Hund nicht weiß, was er tun soll, kratzt er sich. Der Kampf gegen die AfD ist eine solche klassische politische Übersprungshandlung angesichts der Ratlosigkeit der etablierten Parteien. Das wird nicht ewig gutgehen.

gabriele bondzio | Di, 16. Juli 2019 - 10:35

"Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir Politiker brauchen, die gute Arbeit machen."... Offensichtlich haben die bisherigen Politiker eine so ausgezeichnete Arbeit geleistet, dass die Wähler davon laufen.
Eine bestechende Logik erfahren wir auch von Herrn Kodytek, bei dem das Wort Demokratie einen seltsamen Beigeschmack hat. Seine Ablehnung der AfD will oder kann er nur mit fadenscheinigen Gründen darlegen.In Wahrheit ist er doch das Kind welches im Sandkasten rumrüpelt, weil er von vorn herein bestimmen will, wer mitspielen darf und wer nicht. Ist das nicht rassistisch?
Gespannt darf man als Wähler sein, mit welchen Einfallsreichtum wir noch betrogen werden.

Wilfried Düring | Di, 16. Juli 2019 - 11:50

In reply to by gabriele bondzio

'Zukunft Sachsen' ist eine rot-gruene 'Vorfeldorganisation'. Der Herr Student (Ex-SPD-Mitglied) macht als angeblich 'Parteiloser' Werbung für die SPD (und die Gruenen). Auf der Homepage von 'Zukunft Sachsen' wird die sogenannte 'Kenia-Koaliton' propagiert. In solchen Koalition darf dann die CDU das Aushängeschild stellen und rot-gruen hat intern das Sagen (wenn es nach dem Willen des Studenten Kodytek geht). Darum geht es doch! Und viele CDU-ler sind mit einer solchen Kenia-Konstellation sehr unglücklich (Sachsen-Anhalt).
Im Übrigen brauchen solche Kampagnen Geld. Geld, das bei Studenten im Regelfall eher knapp ist. Frage: Wer finanziert die Kampagne 'Zukunft Sachsen'? Ich bitte den Cicero um Recherche. Bei der AfD schaut man doch auch ganz genau hin. Stichwort: 'Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten'.

Roland Völkel | Mi, 17. Juli 2019 - 20:03

In reply to by gabriele bondzio

Frau Bondzio,
Herr Kodytek ist ein "lupenreiner" Demokrat!
Dieses Interview könnte man glatt für eine Satire halten.
Welche Personen (Rezo, Rackete u.a.)sich Heutzutage doch ins Rampenlicht drängeln - ist schon irre!

Ernst-Günther Konrad | Di, 16. Juli 2019 - 10:56

Ich habe kein Problem mit seiner Aktion. Soll er doch. Wenn er glaubt, das die Wähler im Osten sich auf so etwas einlassen. Wie will man das steuern?
Werden am Wahlabend alle nicht AFD-Stimmen keniagerecht verteilt? Wie will der Bürger erkennen, da braucht die SPD etwas, da die CDU und dort die Grünen.
Sie sind aber böse Frau Hildenbrandt. Benutzen Sie doch tatsächlich das Wort "Altparteien".
Das ist also schon AFD-Rhetorik? Wieder was gelernt. Dann hat aber Herr K. den Bock abgeschossen. Er antwortet: ...."Da fliegen ganz viele Stimmen in den Ofen." Zitatende.
Ist das nicht Nazijargon. In den Ofen, also wirklich Herr K., solche Vergleiche mit Wählerstimmen im Nazijargon formuliert.
Sie treten nach Außen allein auf, wohl um die "vielen, vielen" Unterstützer zu schützen. Sie müssen ja tatsächlich fürchten, würde die AFD gewählt, würden wieder "braune" Zeiten anbrechen oder?
Ich bin fest davon überzeugt, dass Menschen die eine bestimmte Partei präferieren, Ihre Aktion belächeln.

Günter Johannsen | Di, 16. Juli 2019 - 11:17

"Egal, was ich wähle – die da oben schieben sich das Ergebnis doch so zurecht, wie es ihnen passt. Zerstören Sie damit nicht das Vertrauen in die Demokratie?"
Das Vertrauen in die, welche sich für Demokraten ausgeben, ist längst nicht mehr vorhanden. Vertrauen in die Demokratie ist nach wie vor vorhanden, aber die selbsternannte Moral-Elitären haben mir Fleiß ihr Vertrauen verspeilt, das sieht man an dem Wahlverhalten des Souveräns! Wer permanent das Volk ignoriert und sich und seine Partei für das Volk ausgibt, bekommt die Quittung und wird geschasst!
Sowas kommt von sowas: Politikverdrossenheit macht sie breit - und ohnmächtige Wut auf Politiker und deren Hofberichterstatter, die sich als Volkspädagogen aufspielen!

Helmut Bachmann | Di, 16. Juli 2019 - 13:22

und Hollywood. Die Expertise der Leute, die heute die Schlagzeilen bestimmen ist ja eigentlich recht fragwürdig. Nur fragen tut keiner. Aber wenn die Erwachsenen sich nicht mehr trauen Politik zu machen, wer soll es den jungen Stürmern und Dränglern und den Schauspielern verübeln?
Und doch kommen komische Sachen dabei heraus. Statt die AfD in Debatten zu stellen und mehr als nur gutmenschliche Heuchelei, sondern wieder Sachpolitik anzubieten, wird empfohlen, die alte Blockpartei wieder aufzumachen. Neben der Tatsache, dass dies ein gruseliger Treppenwitz ist, macht es die AfD noch größer als sie ist. Der freudsche Wiederholungszwang lässt grüßen.

Von wegen Expertise ... Wenn man sich mit jungen Männern und Frauen mal unterhält, stellt man fest, dass sie auf fast allen Gebieten einschließlich Politik kaum etwas wissen (ich will jetzt gar nicht mal das Wort "Bildung" bemühen). Meist sind sie sogar höchst uninteressiert. Heutzutage muss man schon froh sein, dass sie einen Satz fehlerfrei schreiben können.

Carsten Paetsch | Di, 16. Juli 2019 - 13:27

… ist wie eine Medizin:
„Sie muss bitter schmecken, sonst nützt sie nichts“

Anstatt immer neue Spielarten zu erfinden, wie sich die Altparteien mit sich selbst beschäftigen und jede „Störung der alternativlosen Politik“ zu bekämpfen, sollten Sie jetzt ganz am Anfang ihrer Karriere verstehen lernen, dass so ein Phänomen wie die AfD nicht aus dem Boden wächst.
Allein daran erkennt man die respektlose Hilflosigkeit dem Wähler gegenüber. Ich erkenne keinerlei Potential, dass sich dies als selbstkritische Erkenntnis durchsetzen würde, ganz im Gegenteil.

Stichwort „Rüpelkind im Sandkasten“:
Jedes immigrierte Rüpelkind genießt einen weitaus höheren Schutz, als diejenigen, die genau das kritisieren. Womit wollen Sie also Wähler zurückgewinnen?

Daher mal polemisch zurückgefragt:
Wenn eine Regierung nicht mal einen Flughafen vor der eigenen Haustür bauen kann, wieso sollte sie dann Deutschland regieren?

Danke lieber Herr Paetsch! Ihre Schlussfrage hat mich nicht nur sehr amüsiert, sondern wieder an ein Gespräch erinnert, das ich vor Jahren! bei einem Berlin-Aufenthalt mit einer Dame aus dem damaligen Osten in einem Zug führte. Sie schilderte mir sehr anschaulich die "Diskussionen", die sie mit ihrer Freundin aus dem Westteil führe bezüglich deren Ansicht ,was eine "Überlegenheit";-) der westlichen Politik und ihrer Vorhaben für den rückschrittlichen Osten beträfe. Und wie ruck zuck sie ihre Westfreundin vom hohen Ross holt mit der harmlosen Erwähnung des Endlos-BER-Elends;-). Wie gesagt, Jahre her und fast vergessen! Alles Gute! MfG

Wie sollte jemand unser Land regieren, der weder hat Anstand hat, noch Achtung vor unserer Demokratie und dem Grundgesetzt! Artikel 1 des GG: "Die Würde des Menschen ist unantastbar" wird täglich von den Politikern gebrochen, in dem Andersdenkende und Menschen mit einer eigenen Meinung diffamiert und mit der Nazikeule erschlagen werden. Demokratie? Meinungsfreiheit? Das war vorgestern!

Petra Führmann | Di, 16. Juli 2019 - 13:39

Leute bis ca. Mitte 30 glauben ohnehin, alle Weisheit der Welt zu besitzen.
Aber etwas anderes: Wird nicht immer von Einflussnahme gesprochen, von Fake News und was weiß ich noch? Was aber tut diese Person? Was glaubt sie, sich erlauben zu können? Ist das nicht allein Aufgabe der Politik? Aber was rege ich mich auf, denn was unterscheidet diesen Mann von den meisten Journalisten? Wer alles noch fühlt sich aufgerufen, das Land vor dem Untergang zu retten, dabei tut es genau das Gegenteil? Ich habe täglich den Eindruck, dass sich sehr viele Leute in diesem Land aufhalten, die nicht wissen, wofür der Kopf ist resp. was man Sinnvolles damit anstellen kann. Paradebeispiele sind z. B. Frau Rackete, fast alle "Kabarettisten", weiteres neues Beispiel "Revolverheld" und Letzt im Presseclub besonders eine Anruferin.... Man fragt sich, sind diese Leute naiv oder wirklich dumm? Wahrscheinlich beides.

Meine spontane Antwort liebe Frau Führmann lautet: Diese Leute sind zwar voll der inneren Betroffenheit, aber in ihrem realen Alltag scheinbar noch nicht sonderlich betroffen von den Folgeerscheinungen gescheiterter Asyl-und Migrationspolitik. Was auffällt, auch im Interview, erstreckt sich diese großzügige Auslegung oder gar Duldung aus der bestehenden Komfortzone heraus nicht auf inzwischen wirklich betroffene Mitbürger,etwa mit Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt, in prekären Jobs usw. Insbesondere gibt es keine Duldung derer, die den Part des Überbringers schlechter Botschaften übernehmen! Erinnert mich irgendwie an eine französische
Königin, letztendlich des Kopfes beraubt;-(, die ihrem Volk empfahl in Ermangelung an Brot doch gefälligst Kuchen zu essen. Alles Gute! MfG

Petra Führmann | Di, 16. Juli 2019 - 14:06

Kinder mögen so reagieren wie von Herrn Kodytek beschrieben; Erwachsene ziehen sich leider in aller Regel von Leuten zurück, die "renitent" sind resp. ihre Meinung nicht teilen, statt nachzufragen und ggf. zu respektiren. Bei Kindern hingegen sollte man doch sehen, weshalb ein Kind so aus der Reihe tanzt; es wird Gründe haben. Und genau diese gilt es herauszufinden und darauf einzugehen; wahrscheinlich wird das Kind dann Ruhe geben, denn niemand mag ausgeschlossen sein. Anpassung = Unterordnung darf es auch nicht sein, aber Ausgrenzung erreicht das Gegenteil. Unter Erwachsenen, die zusammen leben müssen wie unsere Gesellschaft, muss ein Gespräch und Gegenseitigkeit möglich sein. Es gibt nicht viel, das wirklich ausgeschlossen werden muss.

Franz Weiler | Di, 16. Juli 2019 - 14:15

Ich habe immer gedacht die Deutschen wären klug( gebildet), strebsam , diszipliniert und ein Vorbild für die Welt.
Aber in den letzten 14 Jahren hat es die Politik tatsächlich geschafft ,das alles mit brachialer Gewalt in den Boden zu stampfen.
Schulbildung unter aller Konone,Atomausstieg,Kohleausstieg,
Automobilindustrie( eine der besten Weltweit) wird totgetreten,Windräder die nicht angeschlossen sind und auch noch mit dem Dreifachen des Marktpreises den Firmen von der Regierung abgenommen.
Die CO2 Lüge,die ein einigermassen gebildeter Mensch in 5 Minuten zerlegen kann , die Klimahysterie( die Welt lacht sich tot, 1400 Kohlekraftwerke derzeit im Bau, 147 Atomkraftwerke) aber die Deutschen ruinieren ihr Volk für ein nicht existierendes Phänomen.
Wundert sich da irgend jemand ,wenn die Menschen Alternativen suchen z.B AfD?
Was die etablierten Parteien jetzt schon an Wahlmanipulation vom Stapel lassen zeigt doch nur ,wie gestrichen die Hosen voll sind die Macht zu verlieren.

Frank Domnick | Di, 16. Juli 2019 - 15:20

Wenn das Einhalten von formalen Regeln so wichtig sein soll, würde ich gerne verstehen, warum es in Hessen / Frankfurt 2018 üblich war, Wahlergebnisse zu schätzen.

Da scheint es also Ermessensspielräume zu geben, die jeweils zu Lasten der demokratischen Kultur genutzt werden.

Bernd Muhlack | Di, 16. Juli 2019 - 15:30

Es war absolut klar, dass spätestens ab Mitte Juli zur Jagd geblasen wird! Gestern Herr Amthor und Frau Lang (?), heute dieser Zeitgenosse Herr Kodytek. Der Artikel des Herrn Amthor hatte natürlich Format und Niveau; zu den beiden Anderen verbietet sich jedwede Stellungnahme!

Es wird in den nächsten Wochen hammerhart zur Sache gehen, hoffentlich nur verbal. Wobei auch Rhetorik psychische und physische Schmerzen verursachen kann, s.o.!

Vielleicht kann man ja nochmals den Herrn Sloterdijk oder die Herren di Fabio bzw Paul Kirchhof zu einer Äußerung im Cicero bewegen?

Das sind Zeitgenossen mit Ahnung sowie Erfahrung und keine ideologisch verblendeten Weltverbesser und Allesversteher (solange es ihrer Meinung entspricht!)

Na klar: jeder soll seine Meinung kund tun, jedoch sollte auch der Proporz gewahrt sein, nicht wahr?

Brigitte Miller | Di, 16. Juli 2019 - 15:46

"Welche verbogene Weltsicht spricht aus solchen Leuten, die die Aufgabe nicht in der Lösung der überwältigenden politischen Probleme, sondern im Niederkämpfen derjenigen sehen, die auf sie hinweisen."
Das ist der Schlüsselsatz.

Hans Krüger | Di, 16. Juli 2019 - 17:13

In reply to by Brigitte Miller

Habe eben die Kommentare gelesen zur Sachsen Wahl, AfD niederringen mit allen Mitteln. Herrlich ihr Satz ,um mehr geht es doch nicht !Die politische Kultur in diesem Lande ist so am Boden angelangt durch die Politik von Frau Dr.Dr.hc. Merkel .