
- Aller guten Dinge sind drei
Im mittlerweile dritten Anlauf wollen die Freien Wähler in den deutschen Bundestag einziehen. Weil die Fünfprozenthürde zu hoch ist, hofft Hubert Aiwanger auf drei Direktmandate. Dafür braucht die Partei allerdings jede Stimme, die sie kriegen kann.
Wenn draußen demonstriert wird und drinnen Blasmusik spielt, dann ist in Bayern Wahlkampf. Am vorletzten Freitag im Januar, es sind noch exakt vier Wochen bis zur Bundestagswahl, haben die Freien Wähler in die Auerbräu-Festhalle im oberbayerischen Rosenheim geladen. Auf der Speisekarte stehen Wildgulasch, Kässpatzn und Currywurst, auf den Tischen die in bayerischen Wahlkämpfen obligatorischen Maßkrüge mit kleinen Fähnchen der Partei.
Wie bei den Freien Wählern üblich, wird auch in Rosenheim viel Tracht getragen, vor allem in der modernen Variante mit Alltagskleidung und Trachtenjanker. Das gilt freilich nicht für die Blasmusikkappelle, sieben Männer an der Zahl, sechs mit Blasinstrumenten und einer am Schlagzeug, der hier und da eine Kuhglocke als Instrument hervorholt. Es wird geblasen, getrommelt und geläutet, als wollten die Musiker vom „Beirer Blech“ die Freien Wähler auf Schallwellen nach Berlin tragen. Und wer, wie der Autor dieser Zeilen, den Bundestagswahlkampf der Freien Wähler bereits im Jahr 2021 begleitet hat, konnte an diesem Abend nicht nur ein, sondern gleich mehrere Déjà-vus erleben.
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Ich kann dieses Klischee nicht mehr hören. Alle Bayern tragen Lederhosen, saufen Bier in Maskrügen und sind nach norddeutscher Art dumm!! Laptop und Lederhosen, Tracht und Geselligkeit, das zeichnet die 5 Stämme Bayerns aus. Man kennt in der Welt Bayern, München, Neuschwanstein und Beckenbauer! Wer kennt das Ruhrgebiet, Kiel Hannover, usw. Nur eine Frage?
Nun zum Thema freie Wähler. Hubert möchte, will, ich auch, aber nicht im Bundestag. Regional mögen sie gehen, für den Bundestag nein danke. Da wählt halt der konservative Bayer lieber das Bekannte und Original mit all seinen Spezis. Allein schon die Verhinderung der Zugstrecke im Inntal, zur Anbindung an den Brenner-Basistunnel bei Kufstein zeigt die Unfähigkeit und europäische Weitsicht. Weitere Bsp. sprengen den Rahmen. Frei Wähler in der Kommune ja im Bund Nein.
Der Hubert mag in Bayern ja beliebt sein. In Bierzelten und Gasthäusern hat er bekanntlich Heimspiele, dort kann er so richtig losbrettern und denen "da oben" mal ordentlich die Meinung geigen. Dem besonders einfachen Bayern gefällt das.
Aber die Welt besteht nun mal aus mehr als dem eigenen Bauchnabel. So wie die Sachsen mit ihrem "der Sachse macht eben das Maul auf" (Uwe Steimle) außerhalb ihres Gartenzauns den Menschen oft gehörig auf die Nerven gehen, so gilt Aiwanger nördlich der Weißwurst-Brandmauer einfach nur als Mann mit großer "Goschn". Da geht es Aiwanger wie dem "großen Bayern" Franz-Josef Strauß.
Die Freien Wähler, die seit Jahrzehnten in Kommunen etabliert sind, haben organisatorisch - oft auch inhaltlich - nichts mit dem bayrischen Bierzelt-Intellektuellen zu tun. Und anderswo, wie z.B. in RP, zerlegt sich Aiwangers Partei ganz alleine.
Im Bierdunst laut und deftig zu sein reicht eben wahrscheinlich nicht, um in den BT einzuziehen.
'Der Hubert mag in Bayern ja beliebt sein.'
Sie haben es rein sachlich nicht verstanden.
Für die Freien Wähler geht es ja diesmal auch NUR um Bayern.
NUR DORT sind ggf. Direktmandate möglich.
Stimmen für die Freien Wähler in Bremen, Brandenburg, Saarland, Rheinland-Pfalz oder Sachsen-Anhalt usw. sind verloren. Die 5 Prozent-Hürde ist in weiter Ferne und diesmal für die Freien Wähler (noch) nicht zu nehmen.
Der Einzug in den bunten Tag durch drei Direktmandate ist ebenfalls ziemlich unwahrscheinlich. Lt. Wahlkreisprogniosen auf election.de stehen die Chancen eher schlecht. Aber wenn irgendwo der Rest einer Chance besteht - dann in Bayern und NUR dort.
Insofern reicht es bei dieser Wahl völlig völlig aus, wenn 'der Hubert' in Bayern beliebt ist und dort bei den 'einfachen Bayern Heimspiele' hat!
Diese Zeilen schrieb übrigens ein 'einfacher Dunkel-Deutscher' -
mit dunkel-deutschem Abitur und Hochschulabschluß.
Schon richtig Ihre Aufzählung bezüglich der Schwierigkeiten auch im Bund Fuß zu fassen lieber Herr Krischke! Doch ein Ass dieser liberal-konservativen u. scheinbar auf kommunaler Ebene pragmatisch arbeitenden u. damit bei den dortigen Bürgern akzeptierte Partei der Vernunft könnte sein, dass sie Wähler/innen anspricht, die von den etablierten Parteien, ihren Spielchen u. politischen Ausgrenzungen im fernen Berlin wie Sie sagen wirklich die Schnauze gestrichen voll haben, die wie ich in puncto Ukraine-Krieg nicht konform gehen mit z.B. der AfD u. eine Alternative suchen als Konservative, jedoch das Vertrauen in die Sonstigen, insbesondere Union u. FDP fast vollständig verloren haben. Denn wie oft würden Sie werter Herr Krischke ein Restaurant aufsuchen, in dem man Ihnen das genaue Gegenteil von dem serviert was Sie geordert haben weil es der Küche gerade besser passt o. gänzlich egal ist, Ihnen danach regelmäßig kotzübel wird davon, Sie aber drängt wieder u. wieder da aufzuschlagen? MfG
drei Direktmandate ….. das würde die CSU in Bayern & die CDU auf Bundesebene schwächen.
Auf alle Fälle ist es besser, als die „Linken Silberlocken“ im Bundestag zu sehen …. Links grün hat abgewirtschaftet und hat das Land Deutschland in den Ruin gebracht (Negativ- Wachstum, als neustes Schlagwort „grün linker Wirtschaftsexperten“)
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik
Allein das Söder geschwächt wird, weil er eben ein Chamäleon ist wäre für mich persönlich ein Erfolg. Ich mag diesen Aufschneider und Hasardeur einfach nicht. Mal sehen, ob es den FW gelingt, die Bastion der CSU zu durchbrechen. Wünschen würde ich es Ihnen, schon allein deswegen, weil mir Aiwanger durchaus vernünftige Aussagen macht. Obwohl, mir würden die FW auch gut bei der AFD gefallen.
als die beiden verbleibenden Oppositionsparteien im BT AFD & FW hätte durchaus mehr als nur politischen Charme 😂 und dann noch Linke BSW & FDP außen vor, nährt wenigsten den Wunsch auf en schnelles Ende einer schwarz linken Koalition.
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik