Psychologie der Corona-Krise - Optimismus als Antikörper

Wenn wir aus der Corona-Krise die Schlussfolgerung ziehen, dass der Mensch eben nicht nur Verpester und Zerstörer, sondern Problemlöser und Retter ist, dann ist viel gewonnen.

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Sind die Optimisten die Sieger der Krise? / picture alliance

Autoreninfo

Matthias Heitmann ist Autor des Buches „Zeitgeisterjagd. Auf Safari durch das Dickicht des modernen politischen Denkens“ (2015) sowie des E-Books „Zeitgeisterjagd SPEZIAL: Essays gegen enges Denken“ (2017). Seit Frühjahr 2018 steht Heitmann zudem mit seinem ersten Soloprogramm „Karla-Ingeborg auf Zeitgeisterjagd“, nur begleitet von einer KI, auf der Bühne. Infos unter www.zeitgeisterjagd.de.

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Matthias Heitmann

„Woher nimmst Du nur Deinen Optimismus?“ Gerade jetzt höre ich diese Frage recht häufig. Zumeist wird sie mit einem leichten Kopfschütteln vorgetragen, ohne dass dabei eine wirkliche Antwort erwartet wird, ganz so, als hätte ich im Keller einen Notvorrat Zuversicht für schlechte Zeiten gebunkert.

Meine oft als irritierend empfundene Antwort lautet dann: „Optimismus ist keine endliche Ressource, es ist genug für alle da! Man gewinnt ihn nicht aus der Betrachtung der Gegenwart, sondern aus der Bewertung der Zukunftsaussichten.“ Es geht nicht um gute Laune durch Schönreden oder um Geduld angesichts der gegenwärtigen Lage. Es geht darum, sich eben gerade nicht mit der Gegenwart abzufinden und darin verzweifelt sein kleines Quarantäne-Glück zu suchen. Wenn die Zukunft in unseren Köpfen entsteht, dann wäre es fatal, gerade jetzt das Denken einzustellen.

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dieter schimanek | So, 5. April 2020 - 09:50

....Pessimisten gibt es auch noch den Realisten. Der hat aus der weit zurück reichenden Geschichte gelernt, dass sich durch zeitlich begrenzte Ereignisse wie z.B. eine Pandemie nichts wesentlich verändert. Corona geht vorbei und in Brüssel, Straßburg und Berlin sitzen immer noch die gleichen guten Menschen. In fast allen Medien wird nach wie vor Haltung vor Neutralität stehen. Die Feinde werden immer noch die Selben sein wie vor Corona und sie werden alles falsch gemacht haben was man falsch machen kann. Um die wirtschaftlichen Schäden zu minimieren wird Geld gedruckt, verteilt und verschoben, bis keiner mehr durchblickt und Mutti als strahlende Retterin präsentiert werden kann.

wenn ich Ihnen sagen muss, dass sich ihre realistische Einschätzung für mich irgendwie pessimistisch anhört.
;-)
Leider haben sie vermutlich auch noch recht.
:-(

Pessimist zum Optimist: Kranke, Tote, jede Menge Arbeitslose, die Wirtschaft ganz unten , viele Insolvenzen und zu allen schon vorhandenen Schulden auch noch Corona Bonds, schlimmer kann es nicht mehr kommen!
Optimist:
Doch, doch!

Der Trog bleibt der gleiche & selbst meistens die Schweine.
Und Bauernopfer gab es auch schon immer, welche im Spiel nicht die schlechtesten Strategen/ Menschen waren.
Der Verlauf der Menschheitsgeschichte ist leider nicht geradlinig wie die Börse, sondern nach vielen Fortschritten kam viel Müll, Arroganz & Gier wie Selbstherrlichkeit.
Und trotz alle dem so ein jeder sein Mitte finden.
Gib uns Gott den erhellenden Blick.

Jürgen Keil | So, 5. April 2020 - 10:21

Wenn die Corona-Problematik einmal keine mehr sein wird, dann werden die Klimahysteriker wieder zum Sturm blasen.
Ob der Klimawandel nun natürlich oder menschengemacht, oder beides zugleich ist, kann ich nicht beurteilen. Aber ich bin optimistisch, dass die Vernunft und die Kreativität des Menschen zu Lösungen führen werden, auch wenn es Lösungen der Anpassung an den Klimawandel sein sollten. Ja, es ist richtig aus der Kohle auszusteigen, wenn auch in überlegterer Weise. Ja, es war richtig Windkraftanlagen zu bauen, aber besser nur dort, wo der Wind auch am häufigsten weht und die Anlagen nicht stören. Nein, es ist falsch aus der Kernenergie auszusteigen, bevor man eine andere effektive, die Grundlast sichernde Energieerzeugung großtechnisch zur Verfügung hat. Ich bin optimistisch das die Vernunft über die Hysterie siegt!

und hoffe darauf, dass nach den Geschehnissen der letzten Monte so unkonkrete wie pauschale Vokabeln wie "Klimaleugner" und gar "Coronoleugner" aus dem Sprachgebrauch verschwinden und man sich vornimmt, sich nur noch sachlich auseinanderzusetzen.. Viele bringen auch eine Rückbesinnung auf die eigenen Ressourcen ins Spiel: In der Landwirtschaft, bei den Bodenschätzen, unseren schönen Landschaften, bei unseren Arbeitskräften, in der Bildung, etc. Zu entscheiden,, was wirklich gebraucht wird, um gut und abgesichert zu leben, wird vielleicht einen größeren Stellenwert einnehmen, als oberflächlicher Konsum. All dies könnte, so meine Hoffnung, einen gesellschaftlichen Schub bewirken.

Ernst-Günther Konrad | So, 5. April 2020 - 10:34

Behalten Sie Ihren Optimismus und geben ihn nicht her. Bei aller kritischen Kommentare hier im Forum, die ich bislang geschrieben habe, behalte ich mir auch meine optimistische Grundhaltung bei. Es geht immer noch schlimmer. Es ist schon immer gut gegangen. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.
Optimisten sollten aber nie den Zweifel ausblenden. Ich bezweifele, dass alle lernen. Wenn aber das Volk lernt, nach dieser Krise die Politik zu stellen und zu befragen, was das Ganze sollte, wäre ein wichtiger Schritt getan. Es wird die optimistischen kritischen Geister immer geben, mag man noch so sehr das Ziel der Gleichmacherei verfolgen.
Es werden Menschen fragen, wer den Nutzen dieser Virushysterie hatte. Hysterisch vorbereitet war die Welt ja durch Greta. Es hat sich also nur das Hysterie Thema verändert. Zwar steigen natürlich derzeit die Umfragewerte anlässlich der Pandemie für die Parteien. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass nach der Krise Fragen gestellt werden an die Politik.

Herr Konrad, es reicht völlig aus, wenn DIE 17 Mio arbeitenden und Gewinne erwirtschaftenden Bürger dieses Landes, die diesen „Laden“ am laufen halten, sich endlich wehren und aufbegehren. Und das wird in einigen Monaten der Fall sein…

Frage: Warum muss Deutschland immer zuerst zu Grunde gerichtet werden, ehe der Verstand einsetzt?

..und frage mich, in welcher Realität so mancher Zeitgenosse sich verloren hat.

Deutsche erwachet, steht auf, stürzt die Regierung, und etabliert endliche eine streng nationalistische Administration!

Denn das "erwachte Volk" hat ja dann vermutlich endlich die dekadenten Demokraten zum Teufel gejagt - und welche Partei bleibt dann wohl übrig?

Aber vielleicht muss man einfach so "denken", wenn man sich über Volkes Meinung auf rechtsverdrehten Seiten, wie den "Epoch-Times" erkundigt?

Und jetzt bin ich gespannt, ob der Cicero nicht nur permanente Kritik an unserer Demokratie duldet, sondern auch Worte zur Verteidigung derselben zulässt.

Oder ob auch diese Kritik, wie jene am Vorkommentar, der mal wieder schändlich von "Virushysterie" sprach und davon, man müsse die "Politik stellen", unveröffentlicht bleibt.

Karl Heinz Jennen | So, 5. April 2020 - 10:36

Ohne Optimismus würde die Welt ( unsere Erde ) untergehen. Unser Einfluss auf die Welt muß optimistisch geprägt sein, aber total verändert zur bisherigen Sichtweise: wir müssen zurückhaltender in unseren Ansprüchen werden, und das gewaltig,
und das in ALLEM und wichtig , auch unsere sog.
politischen ELITEN, deren Qualitäten extrem
verschlechtert geworden sind.

Edgar Timm | So, 5. April 2020 - 11:32

aber ein Blackout würde noch viel grausamer sein. Auch nach einem Blackout würde es viele Verletzte und tausende Tote geben - wie bei Corona. Aber im Moment funktionieren die Strom und Wasserversorgung sowie die Logistik. Und nun stellen wir uns einmal vor, zusätzlich zu den aktuellen Problemen gäbe es keinen Strom. Wir würden im Dunkeln sitzen und die Heizung funktionierte ebenfalls nicht. Es gäbe keine Kommunikation und kein Trinkwasser aus der Leitung. Auch die Wasserspülung am WC würde ihren Dienst aufgeben.

Das alles droht uns schon im nächsten Winter, wenn wir unsere noch sichere Stromversorgung zugunsten unzuverlässiger Wind und Sonnenkraftwerke aufgeben.

Maria Eloisa Apacionado | So, 5. April 2020 - 12:30

Ich , als von den Social Media-Dschihadisten und auch im realen Leben beim Einkaufen, titulierter Wutbürger, Tinfoiler und was auch immer für denunziative Labels, Menschen für die Leute finden, die mit schwarzem Humor, Sarkasmus, emotional ehrlichen Worte wie Faustschläge und eben diesem Antikörper "Optimismus" als System störend empfunden werden, möchte hier weder rumtrollen, noch kritisieren, sondern schlicht und einfach, wertschätzend DANKE für den Artikel sagen. DANKE. Für diese Worte und diese Gedanken, die beruhigen, in ihrer Menschlichkeit Kraft geben, mentalen Widerstand zu leisten in Zeiten der kollektiven Angst. Optimisten haben auch Angst. Meine ist die Angst vor der Angst. Nicht die vor dem Sterben. Denn ja, das tun Menschen eben, wenn es soweit ist. Die Angst vor dem Tode angesichts der Hilflosigkeit irgendetwas dagegen tun zu können, das ist der eigentliche Virus und Resilienz mit der Gewissheit der Mortalität in diesen Zeiten der Ungewissheit zu leben, das Heilmittel.

Christa Wallau | So, 5. April 2020 - 14:59

... vermag viel, aber sie macht einen Pessimisten
keinen Deut glücklicher.
Der Mensch bringt die Anlagen zum positiven oder eher negativen Denken bereits mit auf die Welt. Sicher: Es gibt vielerlei Möglichkeiten, hier korrigierend einzugreifen, aber ganz wird das nie gelingen.

Was nachhaltig heilend wirkt auf jeden Menschen - sei er eher optimistisch o. pessimistisch - das ist ein tief verwurzelter Glaube an den liebenden Gott, der uns durch Jesus Christus gelehrt wurde.
Die Hoffnung auf den Himmel n a c h allem Elend u. allen Enttäuschungen des Erdenlebens kann einem Gläubigen niemand rauben!
Dies beweisen unzählige Märtyrer, wie jüngst noch
in den Zeiten des sog. "Dritten Reiches" Männer wie Bonhoeffer und Maximilian Kolbe.
Die Glaubensschwäche der Christen in vielen Ländern Europas ist m. E.das Hauptproblem unseres Kontinents. Polen u. Ungarn (auch Italien) gehören weniger dazu, Deutschland u.
Frankreich sehr wohl. Dabei kann allein der Glaube tatsächlich "Berge versetzen".

Gerhard Lenz | Mo, 6. April 2020 - 11:09

In reply to by Gerhard Lenz

Oder warum begrenzen Sie Ihre "Ausnahmen" auf Länder, in denen Rechtsnationale regieren (Ungarn, Polen) oder noch immer sehr stark sind und bis vor kurzem regierten (Italien)?
Jesus hat sich doch immer für die Schwächsten eingesetzt. Das wären in unserer Zeit vor allem die Flüchtlinge. Die von Leuten wie Orban und Salvini fast schon wie Tiere behandelt wurden.
Ich frage mich, wie ein Christ damit klarkommt.

Brigitte Simon | Mo, 6. April 2020 - 17:12

In reply to by Gerhard Lenz

Sie haben Glück, lieber Herr Lenz. Wenn Jesus sich für die Schwächsten einsetzt,
setzt er sich auch für Sie ein. Habe ich Pech!
MfG.

"Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis, vielleicht ist keines da".
Wenn dieses Erstaunliche Franz Kafka, ein von großen Vertrauensängsten gejagter Mann, bedingt durch seine Erziehung erkennt, dann stimmt das mit meinem Optimismus überein. In Verbindung damit, hilft mir mein Glaube.
Der Glaube an das womöglich nur vorgebliche Wissen hat mit dem eigentlichen religiösen Glauben durchaus eine Gemeinsamkeit, nämlich das Vertrauen. Man kann an das Wissen der anderen nur glauben, wenn man ihnen vertraut. Das vorgebliche Wissen wirkt auf einen selbst wie ein Versprechen. Es wird schon stimmen, was da behauptet wird, so glaubt man. Vertrauen und Versprechen gehören also zusammen. Das Geglaubte ist immer etwas Vielversprechendes, im Guten wie ihm Bösen.
Daß sich Deutschland-, Europa-, ja sogar Weltweit verändert, hört sich vielverspre-chend aber nicht grundlegend an. Das nicht zu glauben, bezeichne ich mit Realis- mus. Alles Andere ist für die Kanzel in der Kirche.

Das habe ich meinen Schülern immer gesagt!

Danke, liebe Frau Simon, für Ihre Antwort,die ich so interpetiere:
Jeder Mensch hat eine Glaubens- = Vertrauensbasis.
Nur daraus zieht er seine Kraft zum Leben, seinen Optimismus.
Vertrauen ist das Entscheidende für all sein Denken u. Handeln.
Da aber Vertrauen ausgenützt werden kann u. permanent wird (!), muß der Mensch sich gleichzeitig immer wieder die Frage stellen: Ist mein Vertrauen noch gerechtfertigt oder nicht? Das nennen Sie Realismus, liebe Frau Simon; und da bin ich ganz bei Ihnen.
Das Motto muß lauten: Vertrauen ist gut, Kontrolle besser.

Aus diesem Grund schreiben Sie u. ich uns hier schon lange die Finger wund.
Wir spüren sehr genau, daß bei den meisten vielversprechenden Reden der
Menschen, die unser Leben in Deutschland maßgeblich bestimmen (Politiker,
Medienschaffende, "Experten", Kirchenoberen ...) unser Vertrauen keineswegs mehr angebracht ist.
Bleiben wir also kritisch u n d vertrauensvoll!
MfG Ihre C. W.

Gisela Fimiani | So, 5. April 2020 - 21:33

Optimismus ist Pflicht! Der Optimist weiß, dass die Zukunft offen ist und NIEMAND sie kennt. Er nimmt sein Schicksal in der Gegenwart in die Hand. Demokratien sind immer fragil. Sie sind verbesserungs- und reformbedürftig. Zuversicht und Reformeifer haben sie erfolgreich gemacht. Gegenwärtig hat eine schlaffe Gesellschaft es zugelassen, dass eine neue Religion mit eklatanten Lügen die westlichen Gesellschaften als böse und moralisch verdorben darstellt. Dieser zynische, verantwortungslose Pessimismus dient neuen Messiassen dazu, junge Menschen zu instrumentalisieren und aufzuhetzen. Fallen wir nicht neuen-alten Ideologien anheim. Zuversicht, Optimismus, Reformfreudigkeit und der Mut zur Wahrheit werden unsere Freiheit und Menschenwürde in der demokratischen Gesellschaft verteidigen. Stellen wir uns den zynischen Geschichtsinterpreten in den Weg und entlarven deren bürgerverachtende, entmündigende politische Agenda. Nur wachsame Demokraten verhindern den Despotismus.