Peter Gauweiler über Kanzlerkandidaten der Unionsparteien - „Söder ist ganz klar prädestiniert“

Der ehemalige CSU-Politiker Peter Gauweiler benennt im Interview seinen Favoriten für den Vorsitz der CDU – und erklärt, warum er den bayerischen Ministerpräsidenten gern als nächsten Bundeskanzler sähe.

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Peter Gauweiler (CSU) / picture alliance

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Alexander Marguier

Peter Gauweiler, CSU, war Bayerischer Staatsminister für Landesentwicklung und Umwelt. Der 71-Jährige gehört noch immer zu den bekanntesten Köpfen seiner Partei.

Herr Gauweiler, in einer Woche wählt sich die CDU einen neuen Vorsitzenden. Fiebern Sie mit?

(lacht) Das ist Ironie, nicht wahr? Die nächste Frage, bitte. 

Wenn Sie Delegierter wären, wem würden Sie Ihre Stimme geben?

Ich würde Herrn Merz wählen. 

Warum Friedrich Merz und nicht Armin Laschet oder Norbert Röttgen?

Es sind alle sehr vorzeigbare Kandidaten. 

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Romuald Veselic | Fr, 8. Januar 2021 - 15:42

Gauweiler. Danke Herr Marguier, es war eine genüssliche Lektüre.
Ihre Frage: "Und Sie sehen es nicht als Nachteil, dass er (Friedrich Merz) jetzt doch so viele Jahre nicht aktiv in der Politik war?"
In einer Demokratie, für die sich in D darin agierende Nomenklatura hält, besteht nicht aus dem Privileg - nur die Berufspolitiker dürfen gewählt werden.
Gauweilers Äußerung: "Konsequenz des reinen parlamentarischen Verhältnissystems ist ja, dass die Nr. 1 faktisch vom Kalkül der Parteien abhängig ist und die alles entscheidenden Personalfragen in ganz eigenen Verhandlungen, die quasi wie Verhandlungen zwischen Tarifparteien geführt werden, ausgemacht werden. Das hat aber mit der Verbindung von Volkswillen und Repräsentanz immer weniger zu tun und führt zu einer Oligarchie des Funktionariats", finde ich phänomenal definiert. Und absolut richtig und zutreffend. Menschen, wie Peter G, sind das politische Bewusstsein und Gewissen vor Ort. Und das in Deutschland... Wer hätte das gedacht?

Bei aller Wertschätzung für Herrn Gauweiler, mit dem Maria-Theresia / Merkel- Vergleich kann ich nichts anfangen. Fert unda nec regitur, was wohl von Bismarck überliefert ist, passt vielleicht auf eine spät-absolutistische, apostolische Monarchin des 18. Jhdts., aber auf eine Frau Bundeskanzler von heute ? Da das Wahlergebnis von 2017 das schlechteste der CDU seit 1949 war, und die nachfolgende Regierungsbildung eine Koalition der Wahlverlierer, war da keine Welle der Zustimmung, sondern eine machttaktische Vergewaltigung des Wählerwillens bei sinkender Zustimmung. Söder als Kanzlerkandidaten aus der CSU zu nennen ist sehr CSU, die bekanntermaßen in Berlin außer für Ausländermaut, und den hoffnungslosesten Bundesinnenminister, für nichts von Bedeutung prädestiniert ist.

Es dürfte eventuell allegorisch gemeint geworden sein.
Zugegeben; Maria Theresia, wäre mir lieber, als Regina Angela. Vielleicht auch deshalb, da es damals keine A-Energie gab und Ökologie musste erst erfunden werden. Und gegen Cholera wurde Kalk verwendet, sowie Trivial-Grundschule als aufklärerischer Aspekt etabliert. Abgesehen davon, wurde auch Hexenverbrennung abgeschafft.
MfG Kanzleramtfriseur ✔

Hans Jürgen Wienroth | Fr, 8. Januar 2021 - 16:23

"Unabhängig von den Dreien wäre ich dafür, den Bundeskanzler direkt, von der Bevölkerung, wählen zu lassen. Ich wäre auch dafür, dass wir es wie im Vorwahlkampf in Amerika halten, also eine Basisentscheidung mit breiten Vorwahlen herbeiführen."
Dem kann ich nur zustimmen. Bitte den Bundespräsidenten auch vom Volk wählen lassen.

Tomas Poth | Fr, 8. Januar 2021 - 22:09

In reply to by Hans Jürgen Wienroth

Unsere Parteiendemokratie braucht eine Reform, dem kann man zustimmen.

Jürgen Sauer | Sa, 9. Januar 2021 - 11:31

In reply to by Tomas Poth

Diese Kette Fatale erzeugt ein ganz besonders eigenes Peter-Prinzip.

Die Ja & Heilsrufer werden auf Listenplätze bevördert, Kritsche Stimmen unterdrückt.

Damit gerät eine Demokratie in eine Pseudodemoratie, die unabhängig vom Wählerwillen agieren kann. Q.e.d. wie zur Zeit vorgeführt.

Einer der Beweise ist, dioe Existienz der sogenannten "Protestparteien" wie z.b. AfD, die Piraten, Die Partei, die wohl niemals existieren würden, hätte man in der bestehenden Parteiendemokratie mal auf den Wählerwillen geachtet.

Ergo:
diese Form der Demokratie nähert sich drastisch dem Ende, wenn die Probleme nicht beseitigt.
1. Problem: Straffreies Verletzen der Verfassung.
2. Problem: unkontrolliertes Wachstum des Parlamentes, verursacht durch defektes Wahlrecht
3. Problem: Listenwahl ermöglicht maximales Problem. Der Wähler wird nie in der Lage sein, einen bestimmten Parlamentarier abzuwählen. Ein Churchhill Effekt ist nicht möglich.
4. Problem: Wenn Parlamente und Abgeordnete nicht mehr zuhörn

Gustav Ehlert | Fr, 8. Januar 2021 - 16:29

Wieso denn schon wieder und immer noch diese ermüdende und überflüssige Frage danach, ob Merkel noch einmal weitermacht?!
Kriegen Journalisten eigentlich inzwischen Geld dafür, diese Spekulation unbeirrt bis zum Sankt Nimmerleinstag weiter zu befeuern?!

Wie ich es an dieser Stelle schon unter einem anderen Artikel dieser Art schrieb:
Erstens hat sie es nicht mehr selbst in der Hand, weil sie nicht mehr Parteivorsitzende ist. Zweitens hätte sie gerade dieses Amt nie abgegeben, wenn sie ernstahft mit dem Hintergedanken gespielt hätte, vom Rückzug nochmal zurückzutreten. Drittens geht so ein Amt auch an die gesundheitliche Substanz, was sie merkt und schon alleine zum Rückzug veranlassen wird. Viertens hat sie es bei ihrer Neujahrsansprache auch noch einmal in aller Deutlichkeit (wie auch schon unzählige Male vorher) betont, dass sie nicht wieder antreten wird.
Punkt. Aus. Ende. Reicht das? Können Sie und Ihre Kollegen das bitte endlich zur Kenntnis nehmen, Herr Marguier? Besten Dank.

....schützt nicht bei byzantinischer Selbstüberschätzung.Merkel war und ist das Wunschkind der linksgründunkelroten Jubelpresse.Nie,nie zuvor hat es das in der Geschichte der Bundesrepublik jemals auch nur annähernd gegeben.Ein fortlaufender Skandal.Wir haben eben Pech gehabt.Schändlich und zerstörerisch.Das scheint nicht reperabel.So ist das,wenn jemand sein eigenes Volk tief verachtet.

Lisa Werle | Fr, 8. Januar 2021 - 17:19

...weil ich Söder nicht als Kanzler haben möchte.
Herr Gauweiler selbst wäre mir da schon lieber.
Wie wär's, Herr Gauweiler, 71 ist doch kein Alter (siehe USA)? Werfen Sie doch Ihren Hut und damit Ihren klugen Kopf in den Ring. :)
Tolles Interview, Herr Marguier, vielen Dank.
Der Schwenk zu Maria Theresia hat mich allerdings beunruhigt: bitte nicht weitere 4 Jahre Frau Merkel. Das möchte ich nicht mehr ertragen. Mein Favorit ist ganz klar Herr Merz.

Herr Merz hat einen enormen Makel: Er ist ein Lobbyist des Großen Geldes, der weltweiten Finanzkonzerne, hier im Speziellen: Blackrock.
Haben Menschen wie Herr Merz überhaupt noch Verständnis für Alleinerziehende, Hartz IV-EmpfängerInnen, Kleinstrentnerinnen und Kleinstrentner?
Wohl kaum. Deshalb wäre es verhängnisvoll, wenn die CDU einen "Geldmenschen" wie Friedrich (Fritz) Merz zum Parteivorsitzenden machen würde.

„Brüssel - Die EU-Kommission muss sich überaus peinliche Fragen von ihrer eigenen Bürgerbeauftragten stellen lassen. Anlass ist ein skurril anmutender Fall. Die Kommission von Präsidentin Ursula von der Leyen hat im März eine Studie an den stark in Ölgeschäften engagierten, billionenschweren Investor Blackrock vergeben. Das Thema lautet ausgerechnet: Kriterien für „grüne und soziale“ Investments. Die EU will in den kommenden Jahren wesentlich „grüner“ werden.“
Quelle: Google
Liebe Frau Walden, Sie sollten sich besser fragen ob unsere vielgelobten Damen, EU-Präsidentin Ursula von der Leyen und Gottkanzlerin Angela Merkel Verständnis für Alleinerziehende, Hartz IV-EmpfängerInnen, Kleinstrentnerinnen und Kleinstrentner haben. Meines Erachtens ist beiden Damen dieses Verständnis abhanden gekommen, oder sie haben es nie besessen.

Bernd Muhlack | Fr, 8. Januar 2021 - 19:06

"Das ist die perfekte Welle, der perfekte Takt ..."
Das ist nicht meine Musik, jedoch damals ein schöner Song, 2004.
Leider landete er ob des Mega-Tsunamis auf dem Index.
Unsere Kanzlerin als ewige Surferin kann ich mir nicht wirklich vorstellen.

Friedrich Merz als CDU-Chef wäre mir Recht, trotz weiter bestehender Merkelisten; jeder Anfang ist schwer.
Der Söders Markus ois Kanzler?
Jo mei, des muss fei netta ubedingt sei, net wohr?!

Jens Spahn brachte sich heute ins Gespräch - nachdem die Kanzlerin gesagt hatte, er mache seinen Job prima. Vielleicht hat Jens da etwas mißverstanden?
"Das vollste Vertrauen ..." ...(Blitzableiter)

Dr. Gauweiler ist mMn ein sehr kompetenter und erfahrener Zeitgenosse, eine abnehmende Kaste.
Wie auch Herr Merz erfolgreich, wohlhabend.
Da schrillen natürlich bei den üblichen Verdächtigen die Alarmglocken!

Ein "Freund" von "Redlight-Oskar"? Why not!
Weissbier trifft Rotwein.

Helmut Schmidt und Franz Josef Strauß kamen privat ebenfalls miteinander aus!

Danke für den Beitrag , Peter Gauweiler war und ist in Bayern : der schwarze Peter !
Recht hat der Mann , Markus Söder kann Kanzler , er wird es aber nicht werden , denn da sind sich die CDU Anhänger einig , sie besetzen den Posten wieder mit einem aus NRW . Dabei war , meiner Meinung nach , der Bayer Ludwig Ehrhard keine Fehlbesetzung , nicht als Wirtschaftsminister und nicht als Kanzler . Ludwig Ehrhard wurde von der CDU aus NRW ins Abseits geschoben und durch den NS belasteten Kiesinger ersetzt . Die Folge war , dass die SPD mit Brandt den nächsten Kanzler stellte . Ludwig Ehrhard hatte einen anerkannt guten Ruf als Wirtschaftsminister , den hat auch Markus Söder sich als Finanzminister in Bayern erworben und jetzt als Ministerpräsident das Land gut im Griff ! Als Kanzler hätte er Erfahrung in wichtigen Ämtern und wäre mit Sicherheit nicht mit dem Kanzleramt überfordert .
Die 4 Bewerber aus NRW werden es verhindern , dass noch einmal ein Bayer Kanzler der Bundesrepublik D wird .

Ernst-Günther Konrad | Sa, 9. Januar 2021 - 07:47

Ich schätze Herr Gauweiler sehr und er ist eigentlich nicht dafür bekannt, dass er den Blick in die Glaskugel perfektioniert hätte. Die immer wiederkehrende Frage nach einer möglichen weiteren Kandidatur von AM ist ermüdend. Wird die Frage aus Angst davor gestellt, sie könnte weiter machen oder soll sie indirekt zum Weitermachen animiert werden?
Würde eine neue Regierung es angehen, das Wahlrecht im Sinne des Herrn Gauweiler zu öndern, den BK und den BP vom Volk unmittelbar wählen zulassen? Würde die Amtszeit eines BK auf zweimal vier Jahre begrenzt werden? Würde das GG an der ein oder anderen Stelle bürgernaher verändert werden, ohne dessen Wesensgehalt zu verändern? Das er Merz bei der CDU favorisiert war doch klar. Das er Söder das Amt zutraut auch. Er galt früher gerne als Quertreiber in der CSU, der als konservativer Hardliner verschrien war.
Jedenfalls ist er ein erfolgreicher Jurist der mit Verfassungsklagen gegen die Regierung, dieser so manchen Nadelstich verpasst hat.

Klaus Funke | Sa, 9. Januar 2021 - 12:15

das ist einknicken vor dem vermeintlich starken und künftigen Mann und Kanzler. Papen lässt grüßen...

Hanno Woitek | Sa, 9. Januar 2021 - 12:48

aber wieso merkt denn kein Mensch, dass Herr Söder, jahrelange die demagogische, Tatsachen verdrehende Figur des fast rechten Randes der Gesellschaft, ein Hohlphrasen Künstler der Corona Krise ist. Schwesig und Günther und der Saarländer ,machen ihre Jobs in der Krise, aber halten den Mund. Es spricht für die Deutschen*innen ( ha, ha) dass sie so eine Söder Leerformel gut finden.

gabriele bondzio | Sa, 9. Januar 2021 - 14:15

hat ihm (Gauweiler) Punkte bei mir eingebracht. Berlin selbst war doch sehr genervt von seiner Hartnäckigkeit mit der er vor das Verfassungsgericht zog. Bundesregierung /Bundestag sollten daraufhin von der Bank in Frankfurt verlangen, darzulegen, dass die Nebenwirkungen der Geldpolitik (für den BB) verantwortbar wären. Ist ja glaube ich, noch nicht ausgefochten?
Auch seine Einlassung im Artikel, die Kanzlerwahl den Parteien zu entziehen, findet meine Zustimmung. Aber Söder als Kanzler, eher nicht. Er hat sich von Merkel abgeschaut, dass man(n) liberalem Reformgeist und bodenständigen Konservatismus lieber links liegen lässt.