Machtkampf in der AfD - „Der Gegenwind wird nicht gleich zu einem lauen Lüftchen“

Andreas Kalbitz lässt sein Amt als AfD-Fraktionschef in Brandenburg ruhen, bis ein Zivilgericht geklärt hat, ob sein Parteiausschluss rechtens war. Hat der Flügel den Machtkampf in der Partei verloren? AfD-Parteichef Jörg Meuthen gibt sich optimistisch. Dabei gibt es dafür keinen Grund.

machtkampf-afd-kalbitz-meuthen-brandenburg-fraktionschef-rauswurf-mitgliedschaft
„Die AfD ist keine Partei, die dem Führerprinzip folgt”: Jörg Meuthen / dpa

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin für CICERO.

So erreichen Sie Antje Hildebrandt:

Antje Hildebrandt

Jörg Meuthen ist Wirtschaftswissenschaftler und seit 2015 Co-Parteivorsitzender der AfD. Seit Ende 2017 sitzt er für die Partei im EU-Parlament. 

Herr Meuthen, Andreas Kalbitz hat heute verkündet, er lasse sein Amt als AfD-Fraktionschef in Brandenburg so lange ruhen, bis das Landgericht Berlin geklärt hat, ob sein Parteiausschluss rechtens war. Hat Sie die Nachricht überrascht?
Nein, überrascht hat es mich nicht. Ich freue mich, dass die Brandenburger Fraktion entschieden hat, dass Andreas Kalbitz den Fraktionsvorsitz bis auf weiteres nicht mehr innehat. Dass das einstimmig gebilligt wurde, halte ich für eine gute Nachricht.

Aus Brandenburg hört man, Kalbitz habe die AfD-Fraktion fest im Griff. Woher kommt der plötzliche Stimmungswechsel?
Das müssen Sie die Mitglieder der Fraktion fragen. Ich habe aus der Sitzung gehört, dass es da eine sehr intensive und auch kontroverse Diskussion gegeben hat. Das zeigt, dass es dort sehr wohl unterschiedliche Positionen gibt. Sein Ziel, trotz Parteiausschluss Fraktionsvorsitzender zu bleiben, hat Herr Kalbitz jedenfalls nicht erreicht. 

AfD-Mitglieder, die ihn kennen, hat das sehr wohl überrascht. Es heißt, die Fraktion werde vom Flügel dominiert. 
Na ja, die AfD ist aber keine Partei, die einem Führerprinzip folgt. Mit Verlaub, die Brandenburger Fraktion besteht aus 23 frei gewählten Abgeordneten. Jeder einzelne wird da seine eigene Position haben. Manche halten zu Kalbitz, andere beurteilen das anders. Das zeigt sich eben jetzt. 

Ein Aussteiger sagt, die Fraktion habe kaum noch Akademiker in ihren Reihen. Es seien nicht „die hellsten Lichter auf der Torte", und viele seien Herrn Kalbitz hörig.
Seit wann ist es ein Makel, kein Akademiker zu sein? Derart missgünstige Äußerungen sagen mehr über denjenigen selbst aus, der sie macht.

Der noch amtierende Chef der AfD-Bundestagsfraktion, Alexander Gauland, hat im Interview mit der Welt am Sonntag zähneknirschend eingeräumt, es sei ihm nicht gelungen, den Laden zusammenzuhalten. Ist es möglich, dass er seinem Ziehsohn Andreas Kalbitz zum Verzicht auf den Posten als Fraktionschef geraten hat, um eine Spaltung der AfD zu verhindern? 
Das weiß ich nicht, weil ich Herrn Gauland nicht in den Kopf gucken kann. Ich denke aber, es hat eine Einsicht stattgefunden, dass Herr Kalbitz unter den gegegebenen Umständen nicht dieser Fraktion vorstehen kann. Und diese Einsicht wird zunächst Bestand haben, bis ein Zivilgericht endgültig im Hauptsacheverfahren rechtskräftig entschieden hat – wenn es denn von Herrn Kalbitz angerufen wird. 

Angebot auswählen und weiterlesen

  • Tagespass
    i
    • 24-Stunden-Zugriff auf alle Inhalte
    3,90 €
  • Monatsabo
    i
    Unsere Empfehlung
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
     
    0,00 €
  • 3-Monatsaktion
    i
    • 3 Monate lesen, 2 zahlen für 19,60 €
    • danach 9,80 pro Monat, mtl. kündbar
    • E-Paper
    • alle Plus-Inhalte 
    19,60 €
Klaus Funke | Mi, 5. August 2020 - 08:27

Meuthen ist entweder ein staatliches U-Boot, er bekommt ja auch sein Geld komplett vom Staat, oder er ist der Wahnidess erlegen, er könne die AfD in seinem Sinne "bessern" und "reinigen" oder, was ein noch größerer Irrtum wäre, für die Partei durch seine Reinigungsaktion Stimmen aus dem bürgerlichen Lager gewinnen. Das ist professoraler Blödsinn - im guten Sinne ausgelegt. Das Ergebnis wird sein eigenes politisches Ende bzw. seine Isolation oder eine Spaltung der Partei sein. Sollte er "im Auftrag" handeln, wäre das ein typischer Coup des Merkel-Regimes einen politischen Gegner kurz vor den Wahlen aus dem Wege zu räumen. Sollte er "allein" handeln, käme er vielleicht in die Geschichtsbücher. In jedem Falle ist Meuthen ein tragischer Held, denn Verrat hat sich noch nie für den Verräter ausgezahlt. Im "Volke" gilt er schon jetzt als Nestbeschmutzer und Verräter. Professoren haben der AfD bisher jedenfalls nicht gut getan. Vielleicht ist er aber für das Lenz-Team ein Held! Mal sehen.

Dieser durchaus sympathische Mann ist das, was Sie in ihm alternativ sehen: ein politisch total unerfahrener Professor!
Daher nehme ich ihm ab, daß er Positives erreichen möchte, genau das nämlich, was schon seinem Professor-Kollegen Lucke vorschwebte: eine Partei mit rein-weißer Weste! Sozusagen eine Schar handverlesener Bürger, die über jede Kritik der Gegner erhaben ist. Das ist ein ehrenwertes Anliegen, aber reinste UTOPIE (Sie nennen es "professoralen Blödsinn").
Ich persönlich halte daher Meuthens "Reinigungsweg" auch für falsch, aber dennoch erkenne ich ihn als integren Kämpfer an u. sehe keinen "Verräter" in ihm, obwohl der Partei durch sein Handeln die Spaltung droht.
Gauland ist eindeutig der Erfahrenere! Er weiß, daß man für einen Richtungswechsel in DE j e d e n braucht, der auf dem Boden des GG steht. Die Partei darf sich nicht von ihren Gegnern wie ein Tanzbär am Ring durch die Manege führen lassen.
Leider hat Gauland nicht mehr die Kraft, die AfD weiter zu führen.

Meuthen ist Demokrat und hat eine Überzeugung, die er auch vertritt.
Ich denke, dass jeder Verdacht auf rechtsextreme Unterwanderung ausgeräumt werden muss. Denn Rechtsextremismus ist ebenso tödlich und menschenverachtend, wie der immer offensichtlicher verharmloste Linksfaschismus. Die "normalen" Menschen in unserem Land wollen ein freiheitlich demokratisches System mit Meinungsfreiheit ohne Gesinnungsschnüffelei bestimmter linker Vereine und Stiftungen und wirtschaftlicher Vorwärtsentwicklung ohne Planwirtschaft. Linke wollen den Systemwechsel. Aber der sogenannte Kommunismus war und ist nichts anderes als ungebremster Staats-Kapitalismus, bei dem sich linksradikale Funktionäre auf Kosten des Volkes bereichern!
Den Systemwechsel wollen aber die Rechtsextremisten ebenso. Ihr System ist vergleichbar dem des Kommunismus, wie es schon Kurt Schumacher (SPD)verdeutlichte: "Kommunisten sind rotlackierte Nazis. Ihnen ist gemeinsam der Hass auf die Demokratie und der Hang zur Gewalt!"

durch ein bezahltes U-Boot, namens Jörg Meuthen.

Köstlich. Eine unbeabsichtigte Satire.

Übrigens bekommt Meuthen sein Geld nicht komplett vom Staat (sondern von der EU, so wie andere AfDler im EP). Informieren hilft, kann aber selbstverständlich hinderlich sein.

Arm an Selbstwertgefühl und voller Minderwertigkeitskomplexe. Das ist, was der Frühling uns hier eindrücklich vorführt. Keine Argumente … nur ideologisch vorgekaute Dogmen. Widerkäuen ist eigentlich eine Sache von Kühen - unverdautes nochmal hervorzaubern und "aufwärmen"!
Selbstvertrauen und denken mit dem eigenen Hirn ist empfehlenswert. Marx ist Murks!
Marx hatte nicht Größe, sondern Geldnagel und musste ständig Engels anpumpen. Aus dieser Situation bzw. aus der Not eine Tugend zu machen, fabrizierte er seine folgenschweren Theorien, geboren aus puren Neid gegenüber denen, die es "geschafft hatten"?! Noch einmal: Das sogenannte Volkseigentum in der - Gott sei Dank - untergegangenen DDR gehörte nicht dem Volk, sondern einer Clique oberer Moral-Elite-Kommunisten. Der sogenannte Kommunismus war und ist nichts anderes als ungebremster Staats-Kapitalismus, bei dem sich eine Horde linksradikaler Bonzen auf Kosten des Volkes bereichern!

Christa Wallau | Mi, 5. August 2020 - 08:40

Es ist wohltuend, wie ruhig u. selbstbewußt der Vorsitzende der AfD hier argumentiert. Kein Wadenbeißer von den Medien, die ihn in als Meute umringen, kann ihn aus der Fassung bringen. Daß sie ihn überhaupt interviewen, scheint für viele schon Überwindung zu kosten. Bravo, Herr Meuthen!
Solche Stärke beweist man nur, wenn man seiner Haltung sicher ist. Das Ringen um eine gemeinsame Position mit andersdenkenden Parteimitgliedern wie auch der Kampf gegen übermächtige politische Konkurrenten (= Phalanx der Altparteien und Mainstreammedien) ist nur von Persönlichkeiten zu gewinnen, die sich ihrer Prinzipien sicher u. von ihrer politischen Linie überzeugt sind.
Wie auch die weitere Entwicklung der AfD
verlaufen wird: SIE BLEIBT ! So oder so. Es wird auch keinen Rechtsruck in Deutschland geben - wer auch immer sich innerparteilich durchsetzt. Denn Linke u. Grüne besitzen weiterhin große Macht über die meisten Köpfe. Und eine zweite Nazidiktatur ist ohnehin eine Schimäre - Gott-sei-Dank!

Was denn, so manches hat Herr Meuthen erst im letzten Jahr erfahren? War er denn nicht Gast beim Plausch deutscher Rechtsaussen auf dem Kyffhäuser? Hat er sich nicht auch schon mal angeregt mit dem selbsternannten Vordenker der Neuen Rechten, Herrn Kubitschek ausgetauscht? Und überhaupt mit dem Flügel und deren vorderen Köpfen - bis vor gar nicht so langer Zeit - keinerlei Probleme gehabt? Hat er nicht gar deren Vokabular ("rot-grün-versifft"), zur Freude der Basis, vollmundig übernommen?
Gut, vielleicht hat sich für Meuthen die Zeit in Strassburg und Brüssel positiv ausgewirkt. Wie ernst es ihm jedoch mit der Distanz zu den Rechtsaussen ist, wird sich erst noch zeigen.
Davon abgesehen: Kalbitz' Rauswurf reicht natürlich nicht. Irgendjemand hat den ja in der Partei zu einer Größe gemacht. Von Hoecke, Meier usw usw usw ganz zu schweigen.
Man möge Herrn Meuthen aber, bei Gelegenheit, mal das eigene Programm zukommen lassen. Damit er sieht, wie "vollständig" das ist.

in den 70er Jahren? Wurde da der Grundstein der heutigen CDU Politik von den vielen ehemaligen Schergen gelegt? Da saßen andere Kaliber als Calbitz, Höcke etc. und ich denke nicht nur an Filbinger, Schleyer, sondern an Brigade-, Gruppen- und Obergruppenführer!!!! Adenauer war da nicht zimperlich und alle Verbrecher wurde 1951 und folgend freigelassen....

Werte Frau Wallau,
In den vielen Jahren waren die Einschätzungen immer sehr gleich & sie wie ein paar weitere Kommentar-Schreiber wie der C. selbst waren für mich persönlich der Anlass, hier des öfteren zu verweilen, zu lesen & zu schreiben.
Wo ich eine andere Wahrnehmung habe, ist die Tatsache, dass wie in den anderen Parteien man sich zu wenig über Inhalte & Argumente streitet, diskutiert & die unterschiedlichsten Ausgangswinkel analysiert.
Ich gebe Herrn Kalbitz z.B. Recht, wenn er sagt, dass die Werte einer Partei über den Macht-Gewinn stehen. Sorry, hatte gestern zum 1.Male eine Rede von ihm gehört & fand diese inhaltlich sehr Sachlich & Aufrichtig.
Hinzu kommt bei meinen Recherchen hinzu, dass die "Ereiferer" wie hier im C. immer mehr werden & alle Mittel ausnutzen, um die "Nichtabschwörer" zu eliminieren, statt wirkliche Argumente & keine Beweisfähigen Aussagen & Verleumdungen in die Welt setzen.
Auch die Reden von Herrn Höcke habe ich bis auf wenige Aussagen nichts... auch wenn

Kostprobe gefällig? Ein paar Zitate des Herrn Kalbitz:

Was wir hier in diesem Land brauchen, ist der mutige Bürger, der die roten Ratten dorthin jagt, wo sie hingehören – in ihre Löcher.

Rot-Rot: Es reicht für 100 Jahre Knast!

(Quelle: Tagesspiegel)

Die AfD ist die letzte evolutionäre Chance für dieses Land. Danach kommt nur noch ‚Helm auf!

"Wir sind nicht bereit, dabei zuzusehen, wie sich unser Land auflöst“; „durch die Multikultipropaganda der Deutschlandhasser bis hin zu Selbstvernichtung verblendet."

Im Mai 2018 plädierte er im sogenannten Institut für Staatspolitik für einen „nationalen Sozialismus“.

Quelle: https://www.volksverpetzer.de/analyse/afd-spitzen/

Huch, "nationaler Sozialismus", war da nicht mal was....?

Die Foren-AfD meinte dazu lapidar, man solle nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen...

sind bei einigen Wählern sehr beliebt. Churchill soll mal sinngemäß gesagt haben, wenn Sie ein Argument gegen die Demokratie suchen, unterhalten Sie sich mit dem Mann auf der Straße.

Die AfD baut darauf und die demokratischen Parteien arbeiten ihr (unabsichtlich) teilweise zu. Sonst wäre es z.B. nicht zu erklären, dass die Grünen einen Mann wie Boris Palmer hinauswerfen wollen.

... sind mitnichten das, was die Konkurrenten der AfD und die Medien aus
ihnen machen.
Ihre Wahrnehmung, lieber Herr Lehmann, ist daher völlig richtig:
Das, was man i n h a l t l i c h von Höcke und Kalbitz zu hören bekommt, trifft
in den allermeisten Fällen absolut zu, und man kann dem als aufrechter
Konservativer nur zustimmen.
Weil es ihnen aber um etwas geht, was auch die Nazis mit ihren schlimmen Hintergedanken als Parolen vor sich hertrugen, nämlich um das Wohlergehen des deutschen Volkes als vordringliches Ziel jeglicher Politik u. um Patriotismus, wird jedes Wort, das sie äußern und jede geschichtliche Anknüpfung, die sie vornehmen (Beispiel: Kaiser Friedrich I.Rotbart auf dem Kyffhäuser), s o f o r t als gefährliche Nähe zu den Nazis u dem Verbrecher Hitler angesehen, was natürlich Schwachsinn ist, aber große Wirkung zeigt - wie man sieht.
Patrioten gibt es in jedem Staat auf der Welt, und man achtet sie dort. Nur DE
scheint keine nötig zu haben. Welch ein Irrtum!

Bei Herrn Meuthen, gebe ich Ihnen recht, er wirkt sehr souverän und ist ein Geschenk für diese Partei. Auch ich glaube nicht, dass es in Deutschland einen Rechtsruck geben wird. Rechts ist in D "verbrannt". Das sollte auch eine Partei erkennen, wenn sie als echte Alternative wahrgenommen werden will. Wie viele Stimmen würde eine tatsächlich rechte Partei bekommen? Auf alle Fälle zu wenig! Also innerparteiliches Reinemachen ist durchaus angesagt. Wenn dann noch alle Mitglieder ein Training in Souveränität und Strategie absolvieren würden.........
Viele Grüße

PS: Lieber C., ich hoffe das beide Teile zu lesen sind, für mich persönlich sehr wichtig. Danke
Obwohl für mich persönlich die AFD die einzige "Oppositionspartei" ist (!!!), die inhaltlich der Regierungsmeinung offen widerspricht, bezweifle ich, dass trotz guter Denker & Analytiker & glaubhaften Wünschen, durch die gleiche Fundamentsstruktur der Partei ähnliche Ergebnisse wie bei den Altparteien zum Vorschein kommen. Bestes Beispiel Frau Petry: vor der Wahl = nicht nach der Wahl!!! Hier wären für mich das allergrößte Entwicklungspotential, Frau Wallau. Das ganze Haus sollte entkernt & neu definiert mit komplett neuen Spielregeln, die höhere Maßstäbe & Anforderung an die "Schiedsrichter" haben. Leider habe ich vom Bauchgefühl auch bei Herrn Meuthen immer das Gefühl, dass mehr das "Eigene" wichtiger ist wie bei vielen...
Solange nicht total neue Wege erkundet & erstritten werden mit der Garantie, dass "Machtanhäufung" & "Taktic" ausgeschlossen werden können, solange ....
Alles Gute :-)

Ob die AfD bleiben wird, ist ungewiß.
Bleiben werden die kaum noch lösbaren Probleme, die schon bei der Geburt der AfD Pate standen:

* eine exzessive Staatsverschuldung, auch als Folge einer verfehlten Euro-, Banken-, Griechenland- (und Italien-) 'Rettung'.
* eine wirtschaftliche und energiepolitische Talfahrt als Folge einer verfehlten und gescheiterten Energie- und angeblichen 'Klima-Rettungs'-Politik.
* die alltäglich gewordene und vor allem gegen Polizisten gerichtete linke Straßengewalt, für die die Namen Connewitz, Kreuzberg, Hamburg und Stuttgart usw. stehen.
* die bekannten Problemen mit 'jungen Männern' oft arabischer und nordafrikanischer Herkunft als Folge einer verfehlten und von großen Teilen der Wähler abgelehnten Einwanderungs- und Migrationspolitik.

Die neuen Billionenschulden, die angeblich helfen sollen, die (wirtschaftlichen) Folgen der Corona-Pandemie in ganz Europa abzupuffern, werden unserem Land mglw. den Rest geben.
Wir stehen vor 'schweren Zeiten'!

gabriele bondzio | Mi, 5. August 2020 - 08:44

wo man zwischen den Wahlen in den Umfragen steht."
Diesen Satz kann ich nur unterstreichen, ...Wahltag ist Zahltag! Und hier haben sich schon viele Institute, die Umfragen betreiben, gewaltig vertan.
Wenn ich so rund-um lese, kommt im Herbst auf DE eine Pleitewelle zu, die Groko überlegt ja schon das Insolvenzrecht weiter auszusetzen. Und da können sich politische Blöcke durchaus gravierend verschieben.
Ansonsten wäre zu bemängeln, werte Frau Hildebrandt, das sich zu viel Fragen um Herrn Kalbitz drehen. Wäre interessant auch mal direkte-politische Zielstellung nachzufragen.

es kann nicht sein, dass der Cicero einer Partei - gleich welcher - eine Bühne bietet, auf der sie ungehindert ihre Positionen anpreisen kann. Das geschieht ja nun schon genug im Forum...

Der Cicero beleuchtet politische Entwicklungen und aktuelles Geschehen. Es interessiert daher nicht, was die AfD zum Thema XY denkt, sondern was gerade in der Partei los ist.

Wem das nicht reicht, der kann sich ja auf der Webseite der AfD direkt informieren.

gabriele bondzio | Mi, 5. August 2020 - 11:30

In reply to by Gast

Ihre Erklärungen waren auch schon mal besser, Herr Lenz. Alle dürfen ihre Positionen anpreisen und das ist durchaus politisch.
Jeder noch so große Schitt von Links ist politisch...aber sinnlos bei Ihnen.

ist politisch...Aha. Sie entfernen sich gerade meilenweit vom eigentlichen Thema.

Sujet war die "Affaire Kalbitz". Sie möchten aber, wenn ich Sie richtig verstanden habe, eine gemütliche Fragestünde, in der Herr Meuthen dem geneigten Cicero-Leser erklärt, was die politischen Ziele der AfD sind und warum der dermassen aufgeklärte Leser doch bitteschön bei der nächsten Wahl sein Kreuzchen bei der AfD machen sollte.

Ich nehme an, diese Gründe brauchen Sie gar nicht (mehr). Ansonsten, wiederhole ich mich, zum besseren Verständnis: Informieren Sie sich doch auf er Internetseite der AfD.

völlige Ignoranz seiner Darbietungen. Es hat keinen Sinn, sich mit ihm auf irgendwelche Diskussionen einzulassen, auf seine Kommentare zu antworten. Es ist gut, dass jeder hier seine Meinung kund tun darf; es ist allerdings ermüdend, wenn ich sehe, wieviele sich an der Meinung des Herrn Lenz vergeblich abarbeiten, unabhängig davon, welche Argumente sie vorbringen. Es gibt Menschen, die sind einfach resistent wenn es um andere Ansichten geht und unbelehrbar. Die AfD ist der Feind und es wird jede Gelegenheit genutzt, über diese Partei herzufallen. Ich würde ja vermuten, dass Herrn Lenz dies bereits in die Wiege gelegt wurde, aber zu dieser Zeit gab es ja noch keine AfD :) Mir persönlich jedenfalls sind Zeit und Mühe zu schade, um stets wie bei Herrn Lenz gegen eine Betonwand angehen zu wollen.

Christoph Kuhlmann | Mi, 5. August 2020 - 09:31

Das ist angesichts des Bevölkerungsanteils in den alten Bundesländern nachvollziehbar. Es wäre zu wünschen, dass diese Partei auch auf anderen Politikfeldern Profil gewinnt um sie besser einordnen zu können. Sonst bleibt der Wahlerfolg von den Fehlern anderer Parteien abhängig.

Um sich zu beweisen, wählbar zu sein oder werden, um Anerkennung zu finden, wird das wahre "Ich" verdreht, bebogen, gedengelt - und - und - und
So wird das nichts. Nur mit Liebe, Demut, Barmherzigkeit & Demut sowie das Anerkennen der eigenen Fehler, wenn man sich selbst nicht so wichtig nimmt, kann eine Werk entstehen, wo ein jeder......

Ingo Kampf | Mi, 5. August 2020 - 09:42

Die Bundesrepublik braucht eine konservative Partei, nachdem die CDU weit nach links über die SPD gerückt ist und die CDU Lockerungsübungen im Sinne bester Wendemanöver in Richtung Grün macht. Was wir nicht brauchen sind Leute mit Fallschirmspringer-Mentalität (Kalbitz) und
völkischem Habitus ( Höcke ). Was man auf keinen Fall braucht, sind extreme Positionen.
Meuthen ist im besten Sinne bürgerlich konservativ. Er ist noch zu Zeiten Luckes in die Partei eingetreten. Da ging es um Rechtsstaatlichkeit, nämlich um die Einhaltung der Verträge von Maastricht, die ja nun geschreddert sind. Wo ist eine andere Partei, die sich kritisch mit dem Geldtransfer in Richtung Süden auseinandersetzt? Wo ist eine andere Partei, die kritisiert, das Teile der Erklärung der EZB zum BVG-Urteil als „Geheim“ eingestuft werden?
Und was Akademiker betrifft: Abgebrochene Studenten im Parlament oder mit „Weich-Studien-Abschlüssen“ sind weniger, als ein Meisterbrief. Ich empfand die Frage dazu arrogant!

Vielleicht hat Meuthen begriffen, dass das Wählerpotential die Bürger sind, die diesen ganzen Politzirkus (Desolate EU-Politik, gescheiterte Energiewende, Migration-Desaster, Bürokratie-Irrsinn) mit hohen Steuern und Abgaben finanzieren müssen. Diese Wähler wollen keinen grünen, roten oder braunen Sozialismus oder irgendeinen völkischen Größenwahn. Ebensowenig wollen sie eine CDU, die sich mit Merkel und ihren Klatschhasen als Wegbereiter für einen rot-grünen Unsinn herausgestellt hat.

Urban Will | Mi, 5. August 2020 - 10:14

Stimmung zu sehen, kann ich im Interview nicht erkennen.

Natürlich ist er kein Richter und muss nun abwarten, was kommt, aber sein Ziel hat er vorläufig erreicht und jeder andere in seiner Rolle wäre da auch optimistisch.

Nun scheinen auch Sie, Frau Hildebrandt zur Riege der Journalisten zu gehören, die ihre politische Gesinnung nicht hinterm Berg halten können,
Aber die Anspielung auf das Bildungsniveau der Abgeordneten, wenn auch indirekt über einen „Aussteiger“ (wer denn? Verwundert es Sie nicht, wenn „Aussteiger“ so etwas behaupten?) hätten Sie sich schenken können.

Wenn ich mir die Hintergründe in Sachen Bildung von bspw. Ziemiak, Kühnert oder C. Roth oder dem guten alten Joschka Fischer anschaue, dann sehe ich da auch keine Leuchttürme.

Meuthen hat vollkommen Recht, hier entsprechend rein zu grätschen.
Es ist ein gutes Interview und es sei Ihnen gedankt, dass Sie es geführt haben.
Seine Anspielung auf die blaue Präsenz in den ÖR Medien ist mehr als gerechtfertigt.

Was blüht doch zuweilen die Poesie in diesem Forum.

Aber ich will mal nicht ungerecht sein. Selbst ein Meuthen kann zuweilen Lesenswertes liefern.

Und wenn es auch nur um Redewendungen geht.

„Der Gegenwind wird nicht gleich zu einem lauen Lüftchen“...hört sich wirlich hübsch an.

Und wird sich zweifellos zuweilen in manchem Forenkommentar wiederfinden.

hier im Forum zu haben, sonst verwehen einem die Lüftchen ja noch die letzten sinnvollen Gedanken.

Ich bin immer wieder begeistert von Ihren „Erstbeiträgen“. Andere erschöpfen sich doch wahrlich immer nur darin, auf andere zu antworten anstatt selbst mal einen Gedanken einzustellen.
Wirklich unvorstellbar...

Im „echten“ Leben nennt man so etwas Feigheit.

weiß man bei Frau Hildebrand direkt. Insofern gebe ich Ihnen recht Herr Will das sie mit ihrer eigenen Gesinnung nicht hinterm Berg hält, aber die Gesinnung des Gegenüber ihm gerne unter die Nase hält. Da gilt dann, wie immer bei Medien im allgemeinen und Journalisten im Besonderen „Cui bono“.
Aber das macht den Cicero hält auch so lesenswert. Es gibt halt auch sehr gute Gegenstimmen.

Artikel von Frau Hildebrandt und G.L ist wieder überproportional mit seinen Kommentaren vertreten. Seltsam. Kommentare die aufzeigen sollen wie dumm die sind, die nicht seiner Meinung sind. Wie soll man aber seiner Meinung folgen können. Sie enthalten nur unbewiesene Behauptungen. Substanzielles weisen sie nichts aus.
Andererseits wie soll etwas substanzielles in den K stehen, wenn man sich ausschlieslich die Meinung des Mainstreams zu eigen macht und wie ein Papagei nachplappert, was der ihm vorsetzt.

Gerhard Fiedler | Mi, 5. August 2020 - 11:00

Liebe Frau Wallau, Ihren Kommentar zu den Äußerungen von Herrn Meuthen kann ich voll und ganz unterschreiben. Gebe aber zu, dass ich anfangs anderer Meinung war und fürchtete, sein Verhalten in der Sache Kalbitz könnte der AfD sehr schaden. Mehr oder weniger ist das ja auch der Fall. Aber es geht wohl nicht anders. Nur vermute ich, dass die CDU/CSU auf absehbare Zeit trotzdem nicht bereit sein wird, mit der AfD zu koalieren. Und das ist sehr schade.

dürfen Sie nicht so deuten, daß ich in der Sache "Umgang mit dem Flügel" einer Meinung mit ihm bin, lieber Herr Fiedler.
Ich halte ihn nur für einen aufrechten Menschen, der das - s e i n e s Erachtens -
Beste für die AfD erreichen möchte.
Ich hingegen erachte es n i c h t als förderlich, sich auf eine Rivalität zwischen
dem sog. Flügel und dem Rest der Partei überhaupt einzulassen. Jede Partei, die zu einer Art von Volkspartei werden will, muß verschiedene Lager aushalten können, sonst zerfleischt sie sich selbst und zerfällt in Splittergruppen. Genau das wollen ja die Altparteien bei der AfD erreichen. Als ob es denen je um etwas anderes gegangen wäre! Auch mit einer "gereinigten" AfD wollen sie nichts zu tun haben, sondern sie werden weiter versuchen, Gift in deren Suppe zu finden.
Wir müssen nun alle abwarten, wie sich die Partei weiter entwickelt.
Ich jedenfalls bleibe ihr treu - sonst müßte ich zum Nichtwähler oder Ungültig-Wähler mutieren. Und das bringt gar nichts!
MfG

"Nur vermute ich, dass die CDU/CSU auf absehbare Zeit trotzdem nicht bereit sein wird, mit der AfD zu koalieren."

Ja, dass hoffen wir alle. Insbesondere, trotz des, wegen der Folgen der Corona-Krise erwartbaren Stimmenzuwachses der AfD. Zutrauen würde ich es eigentlich nur Merz, weil die Grünen nunmal keine Ahnung von Ökonomie haben. Deshalb hoffe ich auch, dass der harte Kern sich gegen Meuthen durchsetzt, damit auch der Unbedarfsteste merkt, was er da wählt und Merz die grüne Kröte samt Krötinnen schlucken muss.

Tomas Poth | Mi, 5. August 2020 - 12:57

Ist ja auch eine Frage der Sicht wie ist es jetzt, wo soll es hingehen und welche Meilensteine sind auf dem Weg dahin schon erreicht.
Dass sich die Sicht von Fr. Hildebrandt von der des Hr. Meuten unterscheidet ist klar.
Ist es für den mangelnden Optimismus bei Fr. Hildebrandt die Sorge dass die AfD an Zustimmung verliert?
Zum Trost, das ist momentan Kaffeesatzlesen, zu viel ist derzeit im Schwange um vernünftige Prognosen abzugeben.

Manfred Schmidt | Mi, 5. August 2020 - 18:22

Immer wieder über Herrn Lenz amüsiert.
Der Revolvermann in Cicero, tief sitzender Colt, den Blick schweifend und sobald ein Gauner ausgemacht wird, der vermeintlich Recht, Ordnung und Moral in seiner Stadt
bedroht, er blitzschnell den Colt zieht und feuert.
Allein sechsmal, wurde er diesem Ruf wieder gerecht um flugs weitere Kerben in den Griff seines Colts zu schnitzen. Leider übersieht er regelmäßig, dass er auf etwas zielte, was es so gar nicht gab.