Friedrich Merz gibt in der Bundespressekonferenz seine Kandidatur für den Parteivorsitz bekannt
Kann Friedrich Merz der CDU zu neuer Stärke verhelfen? /picture alliance

Comeback von Friedrich Merz - Warum Merz nicht Schulz ist

Der Wirbel um das geplante Comeback von Friedrich Merz als Parteivorsitzender der CDU erinnert viele an das Theater um den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Dabei hinkt der Vergleich. Als personifizierter Gegenentwurf zur Kanzlerin hat der Christdemokrat bessere Karten

Autoreninfo

Christoph Schwennicke war bis 2020 Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Die Analogien waren ebenso schnell zur Hand wie intellektuell unzulänglich: Der Wirbel um das Comeback von Friedrich Merz als Bewerber um die Nachfolge Angela Merkels gleiche dem Buhei, das im Frühjahr 2017 um den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz gemacht wurde. Und werde sich folglich auch ebenso schnell wieder legen.

Daran ist fast alles falsch bis auf den Umstand, dass beide, Schulz und Merz überraschend, out of the blue auf den Plan getreten sind. Und dass beide die Projektionsfläche für eine verbreitete Sehnsucht nach einer personellen Alternative abgaben – beziehungsweise abgeben.

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Ich weiß gar nicht, welche Partei ich trostloser finden soll: die CDU oder die SPD. Kein Wunder, dass die Grünen in den Umfragen quasi davonfliegen. Jung, dynamisch, gut gelaunt, hübsch angezogen - okay programmatisch eher weniger gelungen, aber wer guckt schon auf Programme - da möchte man auf der Wohlfühlwolke mitfliegen.

Allerdings ist das nicht unbedingt der Partei in Gänze zuzurechnen. Dass es im aktuellen Vorstand der CDU keine entsprechenden Kaliber gibt, hat die Kaiserin höchstselbst besorgt. Sie konnte bekanntlich niemanden mit Format neben sich ertragen. Er recht niemanden, der gerne auch mal Widerspruch gibt. Den Rest haben die Delegierten besorgt. Man erinnere sich kurz mit Schrecken zurück an den unheimlichen Merkelreichsparteitag im Dezember 2015, an dem die große Vorsitzende und Bundescanclerin für den größten Bockmist ihres gesamten Fehlwirkens stehende Ovationen erhalten hat. Man kann sich bis heute nicht sicher sein, ob vorher LSD verabreicht oder Gratislobotomien angeboten wurden. Das war "Sportpalastklima". Gemeinsam im Beifall untergehen, ob der Frage nach totalen, schrankenlosen, illegalen Zuwanderung... Dieser Parteitag war der entscheide Boost für das Aufblühen der AfD. Weil niemand die Forderung "Merkel muss weg" erhob, griff sie die AfD erfolgreich auf. Der Rest ist Geschichte...

Sepp Kneip | Mo., 5. November 2018 - 12:30

Die Spekulationen um Merz sind Kaffeesatzleserei. Dass er antritt, ist klar. Aber wofür er steht, nicht. Dafür hat er zu viele Jahre außerhalb der deutschen Politik gelebt. Keiner weiß, welche Prioritäten Merz setzen wird, sollte er Parteivorsitzender und eventuell auch Kanzler werden. Er hatte sich den Niederungen der nationalen Politik entzogen. Welche Vorstellungen er als Vorsitzender der Atlantikbrücke entwickelt hat, ist wohl wenig bekannt.

Ist diese Atlantikbrücke tatsächlich nur ein Bindeglied zwischen Deutschland, Europa und Amerika, oder ist sie eine der "Elite"-Zirkel, die von Soros mitfinanziert und entsprechend gelenkt werden? Ist dieser Zirkel nicht auch einer der Befürworter der Massenimmigration? Was nutzen die ganzen wirtschafts- und sozialpolitischen Versprechen, wenn sie durch die unkontrollierte Einwanderung konterkariert werden? Wenn die Sicherheitslage, das Sozialsystem und der gesellschaftliche Zusammenhalt zerbrechen? Hier hat Merz einiges klarzustellen.

Ralf Altmeister | Mo., 5. November 2018 - 15:23

Antwort auf von Sepp Kneip

Wofür Herr Merz steht wird immer deutlicher. So hat er kürzlich die Entgegennahme des Ludwig-Erhard-Preises aus den Händen von Roland Tichy mit der Begründung abgelehnt, dieser vertrete rechtspopulistische Ansichten.
Dass er zweifelsohne über ein hohes Maß an Wirtschaftskompetenz verfügt ist klar. In wessen Interesse er es allerdings als möglicher Kanzler einsetzen will scheint mir mindestens sehr fragwürdig. Bisher stand er im Dienste des Großkapitales und der Superreichen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich dies wegen eines Amtes ändert ?
Bin mal gespannt, ob und wie er sich zum Migrationspakt äußert. Bisher vertreten die Großmeister der Finanzwirtschaft, in Übereinstimmung mit der UN, dass der Bevölkerungsrückgang in Europa durch Bestandserhaltungsmigration kompensiert werden muß. Ich glaube, er wird dies nicht thematisieren. Dann wissen wir, wo Herr Merz steht.

Andreas Balmert | Mo., 5. November 2018 - 12:53

Ein Parteivorsitzender und späterer Kanzler Merz dürfte den letzten verfügbaren Rettungsring für die untergehende SPD darstellen.

Michaela Diederichs | Mo., 5. November 2018 - 13:46

Antwort auf von Andreas Balmert

Für die SPD wäre Merz der Rettungsring. Stellt er sich allerdings offen gegen Merkels Migrationspolitik, wird er wohl kaum zum Rettungsring werden. Weder für die SPD noch für die CDU. Dann kann man diesen beiden ehemaligen Volksparteien genüsslich mit Popcorn auf der Couch beim Untergehen zuschauen.

Heribert Schulze | Mo., 5. November 2018 - 12:56

Machterhalt trotz Demokratie - anders ist für mich das Hochjubeln eines neoliberalen Globalisten und Transatlantikers zum Hoffnungsträger nicht zu verstehen.

Könnte er doch alles, für das die CDU/CSU bei den letzten Wahlen eine Klatsche bekommen hat, noch in verstärkter Form fortsetzen.

Aber - der unermüdliche Einsatz der Medien hat ja aktuell auch schon den Grünen große Erfolge beschert.

Michael Peitsch | Mo., 5. November 2018 - 13:01

Man Stelle sich vor: Was wäre mit Deutschland passiert, wenn F. M. Im Jahr 2000 zum CDU-Vorsitzenden gewählt worden, statt A.M.. Keine offenen Grenzen, keine Griechenlandrettung, e.t.c.

Wilhelm Maier | Mo., 5. November 2018 - 15:04

Antwort auf von Michael Peitsch

"Sie nennen es logische Klarheit,
Wenn sie das Glauben entfernt,
Und haben an Stelle der Wahrheit
Doch nur das Zweifeln gelernt.
Sie machen von einem schönen Wahn
Durch häßliche Wahrheit dich frei;
Sie lehren dich schwimmen im Ocean
Mit einem Gürtel von Blei."
so
Albert Roderich.

Christoph Rist | Mo., 5. November 2018 - 16:22

Antwort auf von Michael Peitsch

Sie haben es erfasst Frau Peitsch. Das wäre so alles nicht gekommen. Deutsche Interessen, Interessen der - insbesondere steuerzahlenden - Bürger wären erheblich besser vertreten worden. Ganz andere, zukunftsgewandte Impulse und Stimuli wären von der Politik ins Land gegangen. Wahrscheinlich gäbe es auch noch eine umgestaltete, nutzenstiftende Wehrpflicht. Die Verantwortungsethik würde in allen Politikfeldern noch vor der billigen, fadenscheinigen Moralethik stehen. Ob eine AfD zwingend entstanden wäre, darf ebenso getrost bezweifelt werden. Deutschland hat sich in der Ära Merkel gewendet. Aber sicher nicht zum objektiv Besseren. Und darum sage auch ich - Merz ist die Chance auf eine zukunftsgewandte Restitution. Der CDU, des Parteiengefüges und des ganzen Landes. Es wäre der Versuch einer Korrektur eines lange zurückliegenden Fehlers. Angela Merkel sollte nach meinem Dafürhalten als ein großer Irrtum in die Geschichte eingehen. Mit historischen Irrtümern kennen wir uns ja bestens aus.

Gerdi Franke | Mo., 5. November 2018 - 13:26

Schulz hatte seine Vergleiche, war in der Partei hochgelobt und ist beim Bürger durchgefallen. Merz bekommt diese Vergleiche nicht. Er wird nur in der Partei hochgelobt. Was der Bürger davon hält kann der nur bei der nächsten Wahl kundtun.

Christa Wallau | Mo., 5. November 2018 - 13:32

Die von Ihnen geforderte "Renaissance" der Volksparteien wird in der CDU von eigenen Leuten als "Rechtsruck" diffamiert!

Wenn das so bleibt bzw. die Mehrheit in der CDU es so sieht wie der dem Zeitgeist angepaßte Armin Laschet, werden die Wähler der AfD
nicht zur CDU zurückkehren - jedenfalls nicht in großer Zahl. Vergessen Sie nicht:
Die Menschen, die sich in der AfD engagieren bzw. sie wählen, haben einen langen Prozeß des Nachdenkens und der Abkehr hinter sich. Sie haben den mutigen Schritt hin zu den "Verfemten"
nicht getan, um sich gleich wieder davonzuschleichen. In der Regel sind sie Überzeugungstäter. Ein Teil ihrer Überzeugungen besteht u. a. darin, daß sich mit dem Personal der Altparteien k e i n e echte Wende in der Politik bewerkstelligen läßt, mag deren Häuptling auch heißen, wie er will. Unsere Republik ist derart verwundet bzw. stellenweise sterbenskrank, daß ihr nur noch ein entschlossenes, hartes Handeln helfen kann.
OPs sind nötig - kein Herumdoktern!

Dimitri Gales | Mo., 5. November 2018 - 14:00

sollte Herr Merz genauestens anzeigen, wofür er steht, wofür er eintreten würde - und dies in verbindlicher Weise. Es bestünde sonst Anlass für den Verdacht, dass er von Finanz-Lobbys in seinen politischen Impulsen ferngesteuert würde.

Klaus Dittrich | Mo., 5. November 2018 - 14:20

Ob „Kaffeesatzleserei“ (Kneip) oder auch nicht – entschieden wird nicht von den Cicero-LeserInnen, wer neue/r CDU-Vorsitzende/r wird.
Für mich stellt sich eine andere Analogie ein: Wenn es gelingt, Merz als „wiedergefundenen Heilsbringer“ an die Spitze der CDU zu hieven, dann traue ich der CSU das gleiche Experiment mit dem „verlorenen Sohn“ v. Guttenberg zu.

Bernhard K. Kopp | Mo., 5. November 2018 - 15:12

Ein auch nur oberflächlicher Blick auf die Arbeitsbiografien schliesst den Vergleich eigentlich aus. Es ist sicher zutreffend, dass aktuell die CDU gewonnen werden muss. Genauso sicher wird sein, mit wem die CDU die nächsten Wahlen 'gewinnen' will. Deshalb haben Umfragewerte Gewicht. Um die angestrebten 40% auch nur ernsthaft anpeilen zu können, brauchen sie nicht nur einen kampagnenfähigen Vorsitzenden, sondern auch jemanden, der in der Partei nach Innen ausreichend wirken kann um, wie Frau Klöckner - Kohl zitierend - sagte, die CDU von der Krankenschwester und dem Chefarzt gewählt wird.

Marc Gause | Mo., 5. November 2018 - 15:26

Merz hat gesagt, man müsse Macron und dessen illegale Euro Wünsche entgegenkommen (illgeal weil ein Euro Zonen Budet verboten ist und damit illgeal wäre).

Merz hat im Handelsblatt vor wenigen Wochen noch gesagt, die EU brauche eine EU Arbeitslosenversicherung. Das ist mit Blick auf die Arbeitnehmer-Renter-Problematik für Deutschland unbezahlbar (immer weniger Arbeiter bezahlen für immer mehr Rentner).

Wie soll sojemand, der noch mehr EU, noch mehr Geld der EU in den Rachen schieben will, sich von Merkel absetzen?

Und von Herrn Tichy wollte Merz in diesem Jahr einen Preis nicht annehmen, er lehnte ab.

Wo ist dann noch der Unterschied zu Merkel???

Ich war erst begeistert von Merz Antritt, aber dann merkt man, der ist kaum besser.

Und Offene Grenzen scheint er auch nicht abzulehnen.

Alexander Wildenhoff | Mo., 5. November 2018 - 15:31

so weit hat die große Koalition unter Merkels "Führung" das Land herunter gewirtschaftet, dass alle vor dem "weiter so" Angst haben. Es muss erst mal anders werden, bevor es besser werden kann. Und da das Pendel unter Merkels System sehr weit nach links ausgeschlagen ist, kann es eigenlich nur wieder nach rechts ausschlagen.
Merkel hat es mit ihrem Migrations-Alleingang geschafft, dass Europa komplett gespalten ist - und von Amerika so weit entfernt ist wie nie zuvor.
In der aktuellen Riege der 12 Kandidaten sehe ich nur Merz, der das glaubwürdig wieder justieren kann.

Daniel Wischer | Mo., 5. November 2018 - 15:39

Friedrich Merz ist seit über 10 Jahren nicht mehr politisch in Erscheinung getreten. Was er kann und will, müsste sich zeigen, nachdem er auf dem Parteitag zum Vorsitzenden der CDU gekürt wurde. Viel spricht aber dafür, daß A. Merkel nicht einfach vor die Presse getreten ist, um ihre Nichtkandidatur zu verkünden.
Vielmehr ist anzunehmen, dass bereits im Vorwege entscheidende Strippen gezogen wurden.
Es wäre daher sehr verwunderlich, wenn nicht eine jüngere Kopie von AM, nämlich "AKK", im Dezember als "Kronprinzessin" installiert werden würde. Hinsichtlich der Machtoption "Schwarz-Grün" ein kluger Schachzug, denn es wird sicherlich vor 2021 erneut ein Bundestag gewählt. Habeck und Merz gemeinsam sind schwer denkbar.
Vielleicht wird Merz fürderhin "stärker eingebunden" in die Partei als unter Merkel.
Die "Konservativen" in der CDU werden damit sicher leben können.
Schwieriger wird es, wenn "AKK" Merkels Kurs beibehält und die CDU in der Wählergunst weiter sinken sollte.

Michaela Diederichs | Mo., 5. November 2018 - 16:45

Antwort auf von Daniel Wischer

"Schwieriger wird es, wenn "AKK" Merkels Kurs beibehält und die CDU in der Wählergunst weiter sinken sollte." Ja, dann steht die CDU besonders dumm da. Denn dann stellen die Grünen den Kanzler. Anna-Lena - Kanzlerin der Herzen!

Da müssen Sie durch. Was meinen Sie, wie es in der CDU aussieht, wenn ALB die Neujahrsansprache 2019 hält? Deutschland dürfte eigentlich niemand mehr ernst nehmen. Das ist nur noch eine Karikatur, vermerkeltes Land, völlig unkenntlich - schon jetzt! In 3 Jahren ist das noch schlimmer. Und Madame wird durch(ge-)halten (werden) auf dem Schild der Grünen. Die werden sie sogar bis 2021 tragen, um dann zu ernten.

Christa Wallau | Di., 6. November 2018 - 12:06

Antwort auf von Michaela Diederichs

... dann werde ich wohl doch noch zur absoluten Aussteigerin werden müssen -
genau das, was einer meiner Söhne mir seit langem empfiehlt.

Sich gar nicht mit Politik beschäftigen, das hat er mir bereits
vor Jahren geraten. Er selber (Biologe und Musiker) praktiziert das auch.
Begründung: Da die Dummen i m m e r in der Mehrheit sind,
hat man keine Chance.

Wohl eher Kanzlerin der Schmerzen, weil Probleme weglächelt, wie ein bekannter Bischof, der bei´m Kirchenvolk auch den Beinamen"Grinsekasper" trägt!
Oder aber: Kanzlerin der Akkord-Schwätzer, wo jeder Mühe hat, ihr auch nur zuzuhören (auch inhaltlich)!

Georg Silva | Mo., 5. November 2018 - 15:47

Wer schon so auf A-Bündnis benebelt ist, kann Europa nicht in die Selbstständigkeit (ohne Kolonisation!) führen, abgesehen von den o.g. Fragezeichen!
Mit Grün-linken zu vergleichen, wenn wir keine andere Alternativen hätten, hätte er etwas positiveres, aber auch nicht mehr.
Als Kanzler könnte ich nur Gauland und Maasen nur vorstellen, Söder ist mit Bayern verbunden...

Michael Peitsch | Mo., 5. November 2018 - 15:51

Man Stelle sich vor: Was wäre mit Deutschland passiert, wenn F. M. im Jahr 2000 zum CDU-Vorsitzenden gewählt worden wäre, statt A.M.. Keine offenen Grenzen, keine illegalen Messerstecher,keine Griechenlandrettung, e.t.c.

Günter Johannsen | Di., 6. November 2018 - 13:21

Antwort auf von Michael Peitsch

DAS wäre ein Land, indem ich gerne leben: ohne Vorherrschaft und Dominanz der Linken Einheitssuppe für alle Lebensbereiche mit einer ehrlichen freiheitlichen Demokratie und Meinungsfreiheit - ein Traum: "I Have a Dream"!!!

Norbert Heyer | Mo., 5. November 2018 - 15:53

Herr Merz ist von den drei Kandidaten für den Parteivorsitz der gewichtigste. Gerade ehemalige CDU-Wähler haben dieser Partei den Rücken gekehrt, als Frau Merkel sie immer weiter nach links ausrichtete. Mit Herrn Merz hoffen diese auf eine Rückkehr zu alten Zeiten. Aber der Zahn der Zeit ist über beide Volksparteien hinweggegangen. Sie haben beide nicht mehr den Stellenwert von früher. Die AfD und die Grünen haben die Wähler „aufgesaugt“, die von den Volksparteien enttäuscht waren. Die kommen nicht mehr zurück. Herr Merz wird wohl einige konservative Veränderungen einleiten, trotzdem darf man nicht vergessen, dass sich die Parteimitglieder in der Zwischenzeit auch mehrheitlich links orientiert haben. Es war tatsächlich früher ziemlich egal, ob CDU/CSU oder SPD die Regierung stellten. Niemals musste man als Wähler damit rechnen, dass eine Lage wie die heutige entsteht. In dem Moment, wo eine Regierung bestehende Gesetze schleift, kommt eben die Gesellschaftsordnung ins Rutschen ...

Walter Böhm | Mo., 5. November 2018 - 16:03

Der Artikel träumt von der Restitution der Volksparteien (aktuell CDU/CSU 25 %, SPD 15%).
Dafür dürfte in der Merkelzeit zuviel Vertrauen in staatliches Handeln und dessen Zukunftsfähigkeit verloren gegangen sein.

Petra Führmann | Mo., 5. November 2018 - 17:39

Die CDU verliert massenhaft, überall hört man, Merkel müsse weg, halb ist sie es, und das wird überwiegend begrüßt. Nun jubelt man vorbehaltlos Merz entgegen, ohne zu wissen, was er vorhat; soweit ich lese, ist er durchaus auf Merkel-Kurs und nicht gegen die Migration oder gar diesen Pakt. Bevor er sich dazu nicht geäußert hat, sollte man sehr zurückhaltend sein; ich befürchte Regen und Traufe. Nur "Merkel weg" und dafür eine andere Person mit gleichem Programm - das kann es nicht sein.

Günter Johannsen | Mo., 5. November 2018 - 18:38

Der Vergleich mit Schulz hinkt sehr auffällig: Schulz hat kein Format; plustert sich auf ohne Inhalte vermitteln zu wollen. Woher soll er die auch haben?
All diese zweifelhaften SPD-Funktionäre hecheln den Kommunisten der sogenannten LINKEN hinterher, dabei hatte 1948 Willy Brandt schon gewarnt: „Wer sich auf die kommunistische Einheitsfront einlässt, geht daran zugrunde!“

Heiner Hannappel | Mo., 5. November 2018 - 18:52

CDU wie auch SPD kommen mir vor wie zwei abgegriffene Bücher, die man schon alleine wegen ihres Aussehens nicht mehr zur Hand nimmt. Dagegen wirken die GRÜNEN wie wie frischer Hochglanzprospekt, der uns suggeriert, dass das Innen stehende jederzeit locker finanzierbar sei.
Volksparteien sind aber der großen Bandbreite der Bürger verpflichtet und nicht wie die GRÜNEN lediglich einer gut verdienenden Bürgerschicht, die sich auf einem zwar für sie finanzierbaren Weg wähnt, der aber für Otto Normalbürger unbezahlbar ist und ständig steigende Wirtschaftsdaten voraussetzt, die aber mit grünen Klimaplänen kollidieren muss.Friedrich März kann also die CDU wieder in einen Gegensatz zur alten Tante SPD bringen und einen längst vermissten Spannungsbogen wieder herstellen, der einer auf Wolken schwebenden Grünen-Partei nebst den Träumen einer AfD die Luft nehmen könnte. Ich kenne Merz aus seinen Glanzzeiten in der CDU. Er hat den richtigen Werkzeugkasten zu deren Erneuerung!

Paul J. Meier | Mo., 5. November 2018 - 22:37

Da stimme ich ihnen teilweise zu, Schulzes Hype hatte die Halbwertszeit, die eine nüchterne Überlegung lang dauert, um in der Erkenntnis zu enden, dass man hier lediglich zwischen Skylla und Charybdis zu wählen hat. Wobei man dann in der CDU, trotz Merkel, das geringere Übel vermutete. Die politische Landschaft allerdings wir keine Renaissance erfahren, die Dauerwähler gehören einer aussterbenden Generation an und die Rechtskonservativen haben eine kompromisslose Alternative gefunden, wie sie schon lange vermisst wurde. Das ist keine ephemere Laune, sondern verwirklichte Sehnsucht. Und Merkel hat diese unfreiwillig konstituiert. Merz mag zwar Gegenentwurf zu selbiger sein, aber man muss das Gesamtpaket sehen und da ist der Blackrock eben auch, um es wörtlich zu nehmen, nur ein schwarzer Fels in der Brandung.

claudie cotet | Mo., 5. November 2018 - 23:07

den passenden kommentar wuerde ich gerne
wilhelm busch ueberlassen,
dessen geist wuerde sicher ein passender spruch
entfallen:
bei merz, spahn oder akk ergaebe sich vermutlich ein
passendes reimlein.....

Norbert Heyer | Di., 6. November 2018 - 06:13

Es fällt auf, dass die Tätigkeiten von Herrn Merz in der Finanzwirtschaft und der Atlantikbrücke sehr negativ beurteilt werden. Es gibt Politiker bei den Linken und Grünen, die früher den radikalen Parteien und Vereinigungen angehört haben. Darüber regt sich die veröffentliche Meinung nicht
auf sondern spricht hier gerne von „Jugendsünden“. Unser Land hat ganz klar seinen politischen Kompass verloren. Die Ausrichtung der zwei Volksparteien mit dem Schwerpunkt auf reale Politik und deren Umsetzung mit Augenmaß und Voraussicht ist Vergangenheit. Frau Merkel hat es mit unnachahmlicher Raffinesse und Härte geschafft, unser Land tatsächlich von einer Demokratie in eine beliebige Alleinherrschaft umzuwandeln. Hier muss ein möglicher Vorsitzender Merz ansetzen und diese unselige Allparteien-Allianz bekämpfen. Nur dann würde deutlich sichtbar, dass bei der CDU neue Zeiten angebrochen sind, zurück zu Rechtsstaatlichkeit
und Gesetzestreue. Viel Arbeit für Herrn Merz ...

Mathias Trostdorf | Di., 6. November 2018 - 11:53

Merz ist derzeit für mich schlecht einzuschätzen, aber im Gegensatz zu Schulz hat er ja studiert und ist keiner der üblichen klassischen Parteifunktionäre. Das finde ich erstmal gut.
Derzeit scheint politisch vieles möglich. Für die CDU-Spitze scheint mir Merz das kleinere Übel zu sein, und im Vergleich zu Schulz hat er konkreter klar gemacht, wofür er steht. Ob er die Partei aus dem Umfragetief führen kann, bleibt abzuwarten, denn nicht alle seine Ideen werden allen gefallen, und auch zukünftig wird die Positionierung der CDU (eher weiter "Mitte" oder wieder konservativer) das grundsätzliche Problem bleiben. Mit beiden Richtungen wird man, wie das ja schon bei den Landtagswahlen sichtbar war, weiter Wähler verlieren. Also, es bleibt eine schwierige Aufgabe für den nächsten Parteivorsitzenden, die Scherben von Merkels- auch innerparteilicher- Politik wegzuräumen.

Jeannette Wolf | Di., 6. November 2018 - 13:23

Ich könnte mir Günther Jauch als Kanzler sehr gut vorstellen.
Unseren derzeitigen Politikern vertraut doch eh keiner mehr.

Günter Johannsen | Di., 6. November 2018 - 19:17

Da könnte ich mir aber eher als Kanzlerin- Nachfolge Dolly Buster vorstellen … ;-) ?
Wie gesagt: Inhalte sind ja nicht mehr so gefragt in dem Job!