Flutkatastrophe - Renaissance-Fürsten deutscher Politik

Die Anzahl der auch durch Versäumnisse des Staates zu Tode gekommenen Flutopfer ist erschreckend. Die Reaktionen der Politik wirken empathisch, kämpferisch und zu oft verlogen. Greift die Politik auf jahrhundertealte Instrumente zurück?

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NRW-Ministerpräsident Laschet schwor, seine „ganze Kraft dem Wohle des Landes“ zu widmen Foto: Oliver Berg/dpa

Autoreninfo

Julien Reitzenstein befasst sich als Historiker in Forschung und Lehre mit NS-Verbrechen und Ideologiegeschichte. Als Autor betrachtet er aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen.

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Seit rund 2.000 Jahren werden viele zivilisatorische Errungenschaften Roms bewundert. Die Römer bauten beispielsweise Frischwasserleitungen mit sauberem Wasser aus entfernten Gegenden, als in anderen Städten Wasser aus Flüssen getrunken wurde – aus Flüssen, die auch der Abwasserentsorgung dienten. Diese aber hatten die Römer in unterirdischen Kanalsystemen organisiert, deren Dimensionen heute noch ebenso beeindrucken wie ihre ausgeklügelte Technik. Nach dem Zerfall des römischen Imperiums regierten verschiedenste andere Herrscher über die zahlreichen mit moderner Wasserwirtschaft ausgestatteten vormals römischen Städte. Diese investierten die Einnahmen des Gemeinwohls weniger in den Erhalt des diese Städte verbindenden Fernstraßennetzes. Sie verfielen bald, wie auch die Abwasser-Infrastruktur.

Ohne modernes Abwassermanagement brachen in den vergleichsweise dicht besiedelten Städten des Mittelalters und der Renaissance regelmäßig Seuchen aus. Nun ist es nicht so, dass das Wissen der Antike gänzlich verloren war, dass niemand mehr wusste, wozu die gewaltigen Aquädukte und Kanalisationen dienen könnten. Viele Ursachen, darunter technische Überforderung und Investitionen in prestigeträchtigere Projekte als hygienische Fäkalienentsorgung es je sein kann, führten zum Verfall und damit der Begünstigung von Epidemien. Diese erklärten die Fürsten und die Priester den Betroffenen – teils aus Ignoranz, teils aus wissenschaftlicher Unkenntnis, teils aus unerschütterlichem Glauben – allzu gern und allzu leichtfertig als Strafe Gottes.

Hochmoderne Kanalisation

Oft übten sich die Herrscher in Bußritualen, oft stifteten sie prestigeträchtige Kirchen, Klöster oder Pestsäulen, um Gott für das Ende der Seuche zu danken. Und gern forderten sie die Bevölkerung auf, freigiebig für diese Projekte und Gebete für das Seelenheil zu spenden. Die Idee, dass Investitionen in Infrastruktur die Bevölkerung schützen könnte, schien weniger populär. Dies änderte sich im Zuge des 19. Jahrhunderts. Das Bürgertum gewann nicht nur immer neues – auch wissenschaftliches – Wissen, sondern auch zunehmend Macht, dieses zum Nutzen der Allgemeinheit anzuwenden. Ein Beispiel bietet das damals wohlhabende Leipzig.

Ende des 19. Jahrhunderts hatten Handel und unzählige Produktionsbetriebe Leipzig zu einer der wohlhabendsten Städte Deutschlands gemacht. Trotz aller Kriegszerstörungen zeigen nicht nur die Villenviertel diesen Wohlstand bis heute. Er ermöglichte es vor fast 150 Jahren, die immer zahlreicheren Industriebetriebe und Wohnviertel an eine hochmoderne Kanalisation anzuschließen. Diese Abwasseranlagen wurden immer mal wieder modernisiert. Aber die Dimension der Abwasserhauptsammler – der größten, meterhohen Kanäle unter der Stadt – haben sich seither nicht verändert, trotz einer steigenden Zahl angeschlossener Haushalte.

Viel Chuzpe

Experten lassen keine Zweifel, dass die Starkregen in den vergangenen Jahrzehnten im Herbst, Winter und Frühjahr sowohl in der Anzahl als auch in den Niederschlagsmengen stetig zunahmen. Es liegt nahe, dass der Klimawandel diese Entwicklung verstärkt. Zahlreiche Experten weisen aber auch darauf hin, dass dies jedoch nicht für die Sommermonate gilt. Insofern sei die gegenwärtige Flutkatastrophe in Deutschland nicht oder nicht monokausal mit dem Klimawandel erklärbar.

Nun zum Schauspiel auf der politischen Ebene: Entgegen allen Hinweisen und auch Evidenzen reiht man das aktuelle Stück in die Reihe „Aktivisten gegen den Klimawandel“ ein. Man könnte diese Aufführung belächeln – wenn nicht so offenbar würde, wie die Bürger mit viel Chuzpe für dumm verkauft werden. Und wie wenig elegant diese Argumentation von den politischen Versäumnissen der Vergangenheit ablenkt. NRW-Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet beispielsweise betonte, dass solche Extremereignisse in Zukunft öfter auftreten werden. „Dieses Problem müssen wir von zwei Seiten angehen: NRW klimafest machen und den Weg Deutschlands in Richtung Klimaneutralität noch schneller gehen.“

Zynisch bis wurschtig

Zunächst einmal ist es gut und richtig, dass die Politik alle verfügbaren und angemessenen Maßnahmen ergreift, um dem menschengemachten Teil des Klimawandels etwas entgegenzusetzen. Es ist ebenso gut und richtig zu erkennen, welchen Einfluss die deutschen Maßnahmen auf das Klima haben. Zwei Prozent – dies ist der Wert, der vielen Fachleuten als der Anteil Deutschlands am weltweiten CO2-Ausstoß gilt. Selbst wenn unter größten Lasten für Bürger und Industrie dieser Ausstoß um 50 Prozent gesenkt würde, wäre der CO2-Ausstoß auf dem Planeten um ein Prozent gesunken. Dass dies zukünftig Starkregenereignisse verhindert, darf bezweifelt werden. Dies ist kein Grund, sich nicht gegen den Klimawandel zu engagieren und mehr noch: die Außenpolitik zu einer Überzeugung anderer Staaten zum Klimaschutz zu nutzen.

Solange dies nicht effektiv umsetzbar ist, wirken die geplanten Maßnahmen Laschets zum zukünftigen Schutz vor Flutkatastrophen und auf die mehr als 170 tödlich verunglückten Flutopfer dieser Tage wahlweise zynisch oder wurschtig. Sie ist der billige Versuch, vom steigenden Populismus in der Politik der vergangenen Jahrzehnte abzulenken. Dazu gehören symbolträchtige Investitionen, Steuermittel für „das Gute“ und Umsteuern in die „richtige Richtung“ – denn sie bringen mehr Wählerstimmen als Investitionen in eine Modernisierung fäkalienstinkender Infrastruktur.

Abwasserwirtschaft schlägt lange schon Alarm

Doch Politiker werden nicht in Amt und Macht gewählt, um dort Bonuspunkte für die Wiederwahl zu sammeln. In seinem Amtseid hatte Armin Laschet geschworen: „Ich schwöre, dass ich meine ganze Kraft dem Wohle des Landes Nordrhein-Westfalen widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das mir übertragene Amt nach bestem Wissen und Können unparteiisch verwalten (…) werde.“ Über das Thema der unparteiischen Minister und Ministerpräsidenten könnte man ganze Bücher schreiben. Worauf es aber mit Blick auf die Flutkatastrophe ankommt, ist vor allem: Die Bundesregierung, die Landesregierungen und die Kommunen wissen seit Jahrzehnten, dass die veralteten und vor allem unterdimensionierten Abwassersysteme bei Regen an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Die Abwasserwirtschaft schlägt seit Langem Alarm – die wenig prestigeträchtigen Investitionen jedoch erfolgen mehr als zögerlich. Das Abwenden von Schaden sieht anders aus. Ebenso schlagen Umweltverbände, Bürgerinitiativen seit Jahrzehnten jedes Mal Alarm, wenn jene Gebiete als Baugebiete ausgewiesen werden, die jahrhundertelang als Überflutungsgebiete dienten, wie Auenlandschaften.

Nun ist der Schaden eingetreten. Nicht nur an Liegenschaften, öffentlicher Infrastruktur und sogar an Gesundheit und Leben Unzähliger, sondern auch der Demokratie. Denn die Menschen wollen darauf vertrauen, dass die demokratischen Institutionen Schaden abwenden.

Gewaltige Steuermittel

Es gibt nur einen einzigen Weg, die Folgen solcher Katastrophen zukünftig zu reduzieren. Dieser liegt nicht darin, einfach mal zu glauben, dass China, die USA oder Saudi-Arabien auf den Wunsch von Armin Laschet hin ihre Industrie drosseln und CO2 reduzieren. Er liegt darin, die öffentliche Infrastruktur den Naturereignissen anzupassen – den natürlichen ebenso wie jenen, die der Klimawandel verursacht. Die Kanalisation muss vergrößert und erneuert, Kläranlagen ausgebaut und die Straßenentwässerung verbessert werden. Keine Frage, diese Maßnahmen werden gewaltige Steuermittel erfordern, keinem Politiker sofort Prestige bringen und zudem unpopulär sein – weil Straßensperrungen und Baustellen selten Freude auslösen. Aber sie sind notwendig, um Schaden abzuwenden. Ebenso ist es unpopulär, Neubaugebiete in natürlichen Überflutungsgebieten zu untersagen oder gar deren Umwandlung in Bauland in der Vergangenheit als Fehlentscheidung – mit allen Rechtsfolgen – zuzugeben.

Wenn in 50 bis 100 Jahren die Ziele vieler Klimaschützer erreicht wären, den Klimawandel umzukehren, wird die Investition in eine moderne Infrastruktur nicht vergebens gewesen sein. Sie wird nicht nur jahrzehntelang Menschen besser vor Schaden an Gut, Leib und Leben geschützt haben. Sie wird dann die fast 200 Jahre und immer baufällige Infrastruktur ersetzt haben. Die Ministerpräsidenten gehen dabei seit Jahren mit gutem Beispiel voran: Keine ihrer Staatskanzleien entspricht noch dem Stand von vor mehr als 100 Jahren. Weder für das Gebäude der von 1909 an erbauten Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen noch für das von 1900 an erbaute Gebäude der Staatskanzlei in Dresden, von wo aus die Bürger Leipzigs regiert werden. Ihr Stand entspricht weder in den Dimensionen noch in der Bauqualität noch in der technischen Ausstattung einem antiquierten Stand wie dem der Abwassersysteme in ihren Bundesländern. Was für Ministerpräsidenten recht ist, muss für ihre Bürger billig sein.

Ablenken von der eigenen Verantwortung

Was die Renaissance-Fürsten von gewählten Amtsträgern in Deutschland unterscheidet, ist das in ihren Behörden verfügbare Wissen. Man weiß seit Jahrzehnten um die Gefahren der Reduzierung von seit Jahrhunderten bestehenden Überflutungsgebieten und Auenlandschaften. Man weiß um die Gefahren vom Bauen in gefährdeten Gebieten, ebenso ist der Zustand der Abwasserinfrastruktur den Behörden gut bekannt. Aber auch die Möglichkeiten der Bevölkerungswarnung per SMS in bestimmten Gebieten sind bekannt – ja, es gibt sogar ein Bundesamt für den Zivilschutz, das theoretisch über funktionierende Warnsirenen verfügt.

Es wäre nicht richtig, schon heute Spekulationen zu verbreiten, welche Behörden in welcher Weise versagt und so letztlich den Tod von zu vielen Menschen verschuldet haben könnten. Aber es ist richtig, sich daran zu erinnern, dass Amtsträger die politische Verantwortung für die ihnen unterstellten Behörden tragen – in Bund, Ländern und Kommunen. Wer aber statt über eigene politische Verantwortung, darüber schwadroniert, dass ja „höhere Mächte“ für die Katastrophe verantwortlich seien, handelt wie die Herrscher der Renaissance. Wenn dann noch Bußfertigkeit gegenüber dem Klimawandel gefordert wird, um von der eigenen Verantwortung abzulenken, ist es Zeit, zu überlegen, ob diese Reaktionen mit den Regeln der Demokratie vereinbar sind.

Klaus Funke | Mi, 21. Juli 2021 - 08:16

Mit Interesse las ich den Artikel. Alles richtig, alles o.k. - indes wichtiger als alle Infrastruktur, alle Technik ist immer noch der Mensch, auch unsere führenden Politiker. Was läuft da schief? Die Damen und Herren sind erstens zu viel mit sich und mit Parteipolitik beschäftigt, zweitens greifen sie immer auf dieselben Berater und Experten zurück, drittens weiß keiner von ihnen, wo dem Bürger wirklich der Schuh drückt, nicht mal die Sorgen der Landräte und Bürgermeister kennen sie wirklich, noch interessieren sie sich ernsthaft dafür. Unser Staat ist Funktionärsstaat mit sich verselbstständigt habender Bürokratie. Deshalb erleben wir bei solchen Katstrophen immer wieder dasselbe: Hilfsbereitschaft und Solidarität unter der Bevölkerung, Ratlosigkeit und Sprechblasen bei den Behörden. Ja, es wird Geld gebraucht, viel Geld, aber Geld ist nicht alles. Unter Merkel hat sich ausgebreitet, Geld heilt alles - ein Riesenirrtum. Man hat das Volk vergessen. Nur zu Wahlzeiten erinnert man sich

gehört das passende Volk, lieber Herr Funke.
So lange es sich die Bürger gefallen lassen, haben die Regierenden und ihre ausführenden Organe (= aufgeblähte u. ineffektive Bürokratie) doch nicht den geringsten Grund dafür oder gar ein Interesse daran, ihr "Fürsten"-Verhalten zu ändern.
Ohne massive Kritik der Bürger, die sich vor allem bei den Wahlen ausdrücken muß, wird sich gar nichts ändern!
Aber - wie wir bei den letzten Wahlen gesehen haben u. auch im September wieder sehen werden - trauen sich die meisten unserer Mitmenschen in Deutschland ja nicht einmal die AfD als echte Oppositionspartei zu wählen, o b w o h l sie deren Anschauungen in vielem teilen.
Sie lassen sich vielmehr erfolgreich einschüchtern statt ihrem eigenen Urteil zu trauen u. den M U T aufzubringen, ihr Kreuzchen entsprechend zu setzen o. mindestens den Wahlzettel mit einem quergeschriebenen "Mit mir nicht!" ungültig zu machen, so daß dies als deutliches Signal der Unzufriedenheit gewertet werden müßte.

gabriele bondzio | Mi, 21. Juli 2021 - 08:36

„höhere Mächte“ für die Katastrophe verantwortlich seien"...ganz billige Ausrede! Es ist bekannt, dass in DE schon jahrelang die Infrastruktur vor sich hin modert.
Nicht nur im Bereich der Abwasserwirtschaft. Aber hier haben diese Stark-Regen-Ereignisse , mit Wucht den Schlendrian offen gelegt.
Und es werden immer noch viele Menschen vermisst. Im Kreis Ahrweiler sollen es allein 155 Menschen sein.
Unfassbar, was diese Menschen dort jetzt aushalten müssen.

Karl Kuhn | Mi, 21. Juli 2021 - 09:06

Wenn es in der Nordeifel in diesem Umfang regnet, wird es massive Schäden in den dortigen geben, egal wieviel man in Abwasserkanäle investiert. Siedlungen wie Bad-Münstereifel existieren seit Jahrhunderten und erdulden immer wieder diese Flutkatastrophen. Weil einfach die Topographie so ist, wie sie ist. Wer nahe am Ausgang eines engen Tals lebt, muss mit Fluten rechnen, wenn 100 mm fallen. Und das passiert mit und ohne Klimaerwärmung. Was man tun kann, ist die Menschen rechtzeitig warnen und evakuieren. Dass die Keller unter Wasser stehen, dass Brücken weggerissen werden, ist in solchen Hochrisikolagen allerdings nicht zu verhindern.

Herr Kuhn, besser kann man das Problem nicht beschreiben: In engen Flusstälern kann solche Wassermassen kein Rückhaltesystem puffern. Dass es kein effektives Warnsystem gibt, ist aber unverzeihlich. Die Bundesakademie für Katastrophenschutz hat ihren Sitz in Ahrweiler-vor der Haustüre, aber in geschützter Lage.

Wolfgang Tröbner | Mi, 21. Juli 2021 - 09:42

Es ist nicht zum ersten Mal, dass Politik und Behörden jammervoll versagen. Sei es das Elbhochwasser von 2002, die Silvesterereignisse in Köln 2015, die Verhinderung des Attentats auf dem Breitscheidplatz 2016 oder jetzt die Katastrophe in NRW. Wir haben -zig Behörden und Ministerien, die allesamt genau wissen, was der Bürger zu tun oder zu lassen hat. Leider weiß von denen niemand, wofür sie eigentlich da sind und worin ihre Aufgabe besteht. Das Einzige, was sie können, ist, uns vollmundig zu erklären, dass alle anderen, nur sie nicht, verantwortlich sind dafür, was nicht gemacht und unterlassen wurde. Die Pressekonferenz vor wenigen Tagen hat dies in einer sehr eindrücklichen Weise bestätigt, als die Sprecher von zwei Bundesminsterien ihre absolute Ahnungslosigkeit unter Beweis gestellt haben. Für mich gibt es nur folgende Fragen: Warum gibt es hier keinerlei personelle Konsequenzen (jeder Arbeitnehmer hätte seinen Stuhl räumen müssen) und wo bleiben die ganzen Steuermilliarden?

... in der Industrie u.ä. könnte man seine Entlassung nicht aufhalten, wenn man seine Doktorarbeit gefälscht hat, sich nicht mehr an wichtige, arbeitsbetreffende Momente erinnern kann(darf...;), seine Unfähigkeit mehrfach unter Beweis gestellt hat usw.
Aber da hat man auch keine Medien, die gegen eine Entlassung aktiv mitwirken...

Hans Jürgen Wienroth | Mi, 21. Juli 2021 - 10:25

„Der Mensch beherrscht die Natur“ könnte die Überschrift über die gelungenen Maßnahmen gegen den menschengemachten Anteil am Klimawandel sein. Allerdings wird diese Überschrift frühestens in über 100 Jahren kommen können. Bis dahin müssen wir mit den Katastrophen leben (lernen). Da wir über unbegrenzte Mittel verfügen (wir sind ein reiches Land!), können wir beide Maßnahmen parallel umsetzen. Oder wir verzichten auf jede Technik, sofort zurück zum natürlichen Leben.
Wurde Herr Laschet hier allein angegriffen, weil er Kanzler werden will? Schließlich waren mehr Menschen bei Malu Dreyer betroffen, sowohl Tote als auch Häuser.
Was hätten unsere Bürger gesagt, wenn sie viel Geld für die Erneuerung der Kanalisation als „Ausbaubeiträge“ zahlen müssen, regt sich doch heute schon Widerstand dagegen. Als nächstes müssen wir uns um die Nachhaltigkeit kümmern. Die röm. Leitungen stehen tw. immer noch, unsere Kanalisation ist nach 50 Jahren marode. Wir müssen lernen, langfristig zu denken.

Gerhard Lenz | Mi, 21. Juli 2021 - 10:35

wird eins deutlich: Investitionen in die Infrastruktur, und das umfasst auch den Katastrophenschutz, sind überfällig.

Aber die kosten Geld. Und das glaubt man gerade jetzt, wo zusätzlich die Kosten der Pandemiekämpfung auf dem Land lasten, nicht zu haben.

Andererseits: Bereits vorher wurde die schwarze Null wie der heilige Gral verehrt. Und Parteien wie die FDP (oder die völlig wirtschaftsinkompetente AfD) schwafeln davon, dass Steuern nicht erhöht, sondern noch gesenkt werden sollten.

Das Gemeinwesen soll modern sein, und ordentlich funktionieren, aber andererseits will keiner dafür zahlen. Im Gegenteil: Man will ja den schlanken Staat.

Als wenn der Markt zu Normalzeiten irgendein Interesse am Katastrophenschutz hätte. Und Klimapolitik oder Energiewende kosten ja nur Geld.

Gut, diejenigen, die so argumentieren, sehen hinter jedem Busch RRG (oder linke Sozialisten), die den Wertschöpfungsprozess "behindern".

Auf die muss, nein darf man nicht hören.

Forderung, Steuern zu erhöhen, daher wundert mich Ihr Beitrag nicht.

Da sind die in Sachen Wirtschaftskompetenz selbstverständlich unübertroffenen Linken und Grünen genau die, auf die es nun ankommt.
Mögen sie also an die Macht kommen, dann hagelt es Steuern, u.a. Vermögenssteuern die – Achtung Sarkasmus … die Betroffenen der Flugkatastrophe, deren Häuser nicht mehr stehen, „passenderweise“ ja gar nicht treffen wird... Sarkasmus Ende.

Was braucht der Michel auch so viel Geld auf dem Konto. Weg damit in den Staatssäckel, da ist es gut aufgehoben, wie man ja allenthalben sieht.

Wir haben so viele Milliarden zu verplempern , da muss Nachschub her!
Herr Lenz. Ich weiß nicht, ob und was sie arbeiten/gearbeitet haben, aber wenn Sie glauben, dass man mit Steuern und Abgaben im bereits hochbesteuerten D die Menschen zu Leistung motiviert, dann tun Sie das halt.
Mit Leistung löst man Probleme, nicht mit Abzocke. Wenn Privatleute aufhören zu investieren, dann werden Sie sehen, wo wir landen.

vielen Jahren an Geld zum Erhalt der Infrastruktur und der öffentlichen Einrichtungen/Behörden fehlt, ist eine verfehlte (linke) Politik!

Der deutsche Staat gibt das Geld der Bürger nicht im Interesse und im Sinne dieser aus, statt dessen werden linke „Projekte“ finanziert, diese bringen aber weder Deutschland noch die Deutschen weiter, im Gegenteil.

Zu diesen „Projekten“ zählen:

der massive Ausbau des Sozialstaats, Menschen werden fürs Nichtstun alimentiert,

das Monstrum EU inkl. der vielen demokratisch nicht legitimierten Eurokraten sowie der Doppelstrukturen,

die massive Zuwanderung von Wirtschaftsmigranten die dem Steuerzahler mehrheitlich auf Lebzeiten auf der Tasche liegen werden,

linke „Einheitsprojekte“ wie der Euro, dessen Erhalt den deutschen Steuerzahler hunderte Milliarden kostet,

Natürlich zählen auch Industriesubventionen dazu, aber das wird ja jetzt mit „Greenwashing“ viel besser, jetzt werden nämlich nur noch überteuerte „grün-linke“ Projekte finanziert!

...werter Herr Brand, für Ihren zutreffenden u. ehrlichen Kommentar.

Trost gibt der Gedanke dass alles mal ein Ende hat.
So auch diese m. E. links-fatalistische Illusions-Politik.

Schmerzlich nur, dass wir es alle durchleben müssen. Z. T. auch mit dem Leben dafür "zahlen" müssen.

Ich stimme Ihnen zu, es wird alles irgendwann enden, mir macht allerdings die noch verbleibende Zeit bis zum "Ende" große Sorgen. Ich sehe, daß die grün-linke Unterdrückung (PC, Gendering, Cancel-Culture, Denk-/Redeverbote, Meinungsvorgaben etc.) immer weiter zunehmen werden – das System wehrt sich. Ich stelle mit Erschrecken fest, wie extrem sich die Lage in der Amtszeit der Merkel verschlechtert hat, daß allerdings verwundert wenig, ist sie doch ein Produkt eines linksautoritären Unrechtsregimes.

Dies wird dazu führen, daß die Sorgen und Nöte der Mehrheit in diesem Land von der Politik nicht vertreten werden. Diese Mehrheit wird sich ein Ventil für die steigende Not suchen und das Ventil wird höchstwahrscheinlich extremistischer Natur sein.

Die Links-Faschisten geben vor, aus der Geschichte gelernt zu haben, es wird aber ihre massive Unterdrückung der Mehrheit sein, die dazu führt, daß sich die Geschichte wiederholt. Das macht mir ehrlich gesagt große Angst!

Glauben Sie wirklich Herr Lenz, dass der Katastrophenschutz heutzutage besser funktioniert als in den 60 bis Ende 80-er Jahren, egal ob Ost oder West?
Auf jedenfalls gab es damals keine Politik für Klimawandel
(auch wenn ein paar von der bevorstehenden Eiszeit quasselten), Klima-Neutralität & Umweltsau.
Nein, das Wort Sparen & Ärmel hochkrempeln war das Hauptwort der Nachkriegsgenerationen. Ressourcen & Geld sparen waren das Hauptziel des handelns der damaligen Zeit.
Und ich behaupte, einen Winter wie 1978-79 würden wir heutzutage nicht so gut überstehen (bzw. wäre er mehr wie ein Katastrophe), wie es damals Ost wie West es geschafft hatten. Und auch ein Helmut Schmidt war bei der Flut ein "Macher" & kein Erbsenzähler & Quatscher.
Hinzu kommt: "Fahrlässige Führung hatte früher negative Konsequenzen". Heutzutage Aufstiegschancen. Zumal immer mehr es in die Richtung verläuft: "Mir wurde nichts mitgeteilt. Ich bin nicht Verantwortlich, ich trage nur Verantwortung aus Karriere-Gründen.😥😇

Werter Herr Lenz, Sie wissen aber schon das Deutschland das Königreich Belgien was die Steuer und Abgabenlast betrifft, überholt hat und somit Spitzenreiter weltweit ist?

Während dem Staat Versagen vorgeworfen wird und die vielen Katastrophenopfer nicht wissen, wie es weiter gehen soll, nutzen die Grünen die Chance, Wahlwerbung zu betreiben. Am Mittwochabend hatte der Grünen-Genosse Notz ein Foto mit einem in Geröll und Wassermassen versinkenden Auto im nordrhein-westfälischen Hagen auf Twitter gepostet. Dazu schrieb er: „CDU: Kein Tempolimit! / FDP: Der Markt + synthetische Kraftstoffe regeln das / SPD: Can’t touch this: Kohle + Nordstream2 / Die Linke: Was’n jetzt mit Sahra? / Grüne: Klimaschutz Prio Stufe 1“.
Sowas nenne ich geschmacklos und schäbig! Eine Partei, die aus dem Schaden Anderer ihren Nutzen zieht, sollte nicht unser Land regieren! Es zeigt eigentlich, dass es denen nur um Macht und Zwangsbeglückung der Bevölkerung geht!

Walter Bühler | Mi, 21. Juli 2021 - 10:35

der die Lage ganz gut beschreibt und auch eine historische Perspektive öffnet.

Ich habe den Verdacht, dass viele Probleme der Gegenwart auf die allzu schnelle Einführung von elektronisch gesteuerten Bauteilen zurückgehen, die nicht nur Strom, sondern womöglich auch noch eine funktionierende Internetverbindung brauchen. Die vielen Ausfälle bei der S-Bahn Berlin kann ich mir z. B. nur so erklären.

Moderne Technologie hat uns irgendwie daran gewöhnt, dass sie uns (fast) jeden sinnvollen und sinnlosen Wunsch erfüllen kann. Daher benehmen wir uns oft auch wie Kinder, und verlieren schnell die nach wie vor notwendige Skepsis und Nüchternheit.

Leider übertragen daher viele Verantwortliche ihre Verantwortung an einige wenige Experten und auf elektronische Geräte , wie uns der Blick in jedes Büro lehrt. Das macht ihre Aufgabe so bequem, dass es scheint, sie könne auch ohne besondere Qualifikation von jedermann erledigt werden.

Bernd Haushalter | Mi, 21. Juli 2021 - 13:24

In reply to by Walter Bühler

Wenn die Sirenen und der Staat versagen, dann muß die Kirche aushelfen und die Glocken bei Gefahr läuten. Das sollte für die folgenden Übergangsdiskussionen eine akzeptable Zwischenlösung sein.

Charlotte Basler | Mi, 21. Juli 2021 - 10:39

Danke!
Und was den
Amtseid von Armin Laschet betrifft: „Ich schwöre, dass ich ......" . Da kann er anlässlich der Katastrophe (wie einige Aufnahmen beweisen) anlässlich nur noch drüber lachen.

Gerhard Hellriegel | Mi, 21. Juli 2021 - 10:56

Gut, die Starkregen im Frühjahr, Herbst und Winter haben zugenommen, aber nicht die im Sommer. Aber die Meteorologen erklären diesen Sommer-Starkregen mit veränderten Luftströmungen, jetstreams. Also liegt es nahe, dass die Schwelle im Sommer einfach höher liegt, jetzt aber zunehmend nachfolgt. Ich würde jetzt gern von diesen alternativen Experten hören: 1. ist dann diese Erklärung falsch? 2. wieso kam es dann in verschiedenen Landesteilen zu diesen außerordentlichen Ereignissen? Solange das nicht abgefragt wird, steht hier einfach eine plausible Erklärung gegen Schulterzucken. Statistik allein stellt fest, aber erklärt gar nichts.

Heidemarie Heim | Mi, 21. Juli 2021 - 11:33

Da hat aber jemand so richtig "Brass" auf jene, die sich im Versuch aus ihrer Verantwortung zu stehlen herkömmlicher bzw. für sich selbst bekömmlicherer Mittel bedienen, oder werter Herr Reitzenstein? Und ja, als Beobachter, noch dazu als Historiker mit den entsprechenden "Vergleichsmöglichkeiten" was Figuren des Zeitgeschehens betrifft ist der ein oder andere Adrenalinanstieg durchaus keine Seltenheit mehr;). Gestern kam in einem TV-Beitrag die Rede auf die damaligen Pest auslösenden Nagetiere, die sich nun auch wieder vermehrt in den nach ausgelaufenem Heizöl und Fäkalien stinkenden Trümmern tummeln sollen, und einer ansässigen Ärztin, die auf die besorgte Frage eines Journalisten ob sie denn die dort schnell eingesetzten Corona-Impfbusse unterstützt, sinngemäß antwortete:" Nö, ich impfe meine Leute und alle Helfer, die sich bei der Drecksarbeit irgendwelche Verletzungen einfangen gegen Tetanus!" (In Kombi mit Diphterie? was mir bei der "Wasserqualität" auch angeraten erscheint).FG

Tomas Poth | Mi, 21. Juli 2021 - 11:39

Zunächst Dank für den besonnenen Artikel.
Die Fürsten müssen ihr Surfbrett nun auf diese Welle bringen, um nach den nächsten Wahlen wieder bei der Ämterverteilung dabei zu sein.
Egal wer nun recht hat oder später vielleicht in seiner Ansicht durch die Entwicklung bestätigt wird, wenn man an den menschengemachten Klimawandel durch CO2-Emissionen glaubt dann muß man danach handeln.
In Bezug auf das Auto:
Seit den 90ziger Jahren hätten wir weltweit verbindlich eine Obergrenze für PKW-Motoren hinsichtlich des Benzin/Dieselverbrauches festlegen können. VW hatte damals den Motor mit max 3 Liter Verbrauch entwickelt und angeboten. Andere Motorenhersteller hätten das auch gekonnt.
Wir hätten seitdem also massenhaft an CO2-Emissionen verhindern können. Also ihr ganzen CO2-Hysteriker wo ist da euer konsequentes Handeln?

Urban Will | Mi, 21. Juli 2021 - 11:42

Beitrag, Herr Reitzenstein.
Ich wünschte, all diese Ereignisse würden die Emotionalität aus der Klimadiskussion nehmen und – wie Sie das so treffend beschrieben haben – den Schwerpunkt auf die Fakten und die Realitäten legen.
Gerade weil niemand der derzeit Regierenden direkte Schuld trägt an maroden Systemen, falschen Bebauungsplänen, etc., könnte man sich nun zusammen setzen und nachdenken, wie man nachhaltig und vernünftig die Dinge verbessert.

Aber ich befürchte, das genaue Gegenteil wird passieren.
Die Grünen – wohl aus Pietätsgründen sich noch zurückhaltend – werden diese Unwetter und die damit verbundene Katastrophe in ihrem Sinne ausschlachten.
Längst ist ja der Michel entsprechend eingenordet und glaubt tatsächlich, dass man innerhalb von Jahren von D aus das Weltklima verändern kann...
Ich befürchte einen „Fukushima – Effekt“, eine panikartige Reaktion in D, mündend in Forderungen, alles noch schneller und noch radikaler auf CO² – Reduktion zu trimmen.

helmut armbruster | Mi, 21. Juli 2021 - 11:44

Diesen Satz, der sich mir ins Gedächtnis eingeprägt hat, sagte der französische Komiker Louis de Funès in einem seiner Filme.
In der Tat, jeder kann Politiker werden und Staatsämter bekleiden. Eine Eignungsprüfung gibt es nicht. Einziges Kriterium ist, dass man gewählt werden muss.
Und da wäre ein Politiker kein Politiker wenn er nicht wüsste, was da zu tun ist. Schöne Worte geben, Versprechungen machen, sich beliebt machen wo immer sich die Gelegenheit bietet.
Denn das ist das einzige, wirkliche Interesse eines Politikers in der BRD: Wählerstimmen ergattern, egal wie. Gewählt werden und wieder gewählt werden.
Da wird ein Politiker doch nicht so dumm sein, dass er notwendige u. teure Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur ergreift. Zumal dann nicht, wenn diese Verbesserung Jahre dauert und dann irgendein Nachfolger den Erfolg auf seine Fahnen schreiben kann und nicht er.
Als Politiker müht man sich doch nicht für andere ab, sondern nur für sich selbst.

Ernst-Günther Konrad | Mi, 21. Juli 2021 - 12:42

Sehr guter Artikel Herr Reitzenstein. Viele Dinge angesprochen, ohne den Besserwisser zu geben, sondern mit gesundem Menschenverstand die Problematik formuliert. Danke. Komisch, mir fallen da gleich etliche Fragen ein. Haben sich die EU-Nachbarländer schon mit Hilfeleistungen jeglicher Art gemeldet? Wir sind doch sonst diejenigen, die sofort und gleichen helfen, gerade mit Geld: DE gibt 43 Milliarden und mehr für Migranten aus. DE zahlt aber an Afghanistan bis 2025 rund 430 Millionen und für unsere Steuerzahler, Opfer der Flut hat man nur 300 Millionen? Der Bauunternehmer Zintel kam mit allem was seine Firma hat dorthin und half, spendete die ersten vier Tage Einsatz, Personal, Diesel, Maschinen und fragte dann, ob er danach Vergütung bekommt, da hatte er noch wenige Meter eines Rettungsweges frei zu räumen. Antwort: Er könne wieder abziehen, man brauche ihn nicht. Organisation vor Ort, grausam. Spenden der "Eltern stehen auf" Gruppe wurden abgewiesen, falsche politische Einstellung.

Alexander Brand | Mi, 21. Juli 2021 - 14:06

In Deutschland werden die enormen Staatseinnahmen seit Jahrzehnten falsch ausgegeben. Statt das Geld im Sinne und im Interesse der Bürger des Landes auszugeben, wird es in Europa versenkt, für Wirtschaftsmigranten ausgegeben (Schätzungsweise 30-40 Milliarden/a), in kontraproduktive/unsinnige Industriesubventionen verpackt (Subventionierung von E-Mobilität) etc.

Auf der Strecke bleiben die öffentlichen Einrichtungen/Behörden und die gesamte Infrastruktur. Viele Behörden, darunter auch die Polizei, wurden über die Jahrzehnte regelrecht kaputtgespart, sie KÖNNEN nicht mehr funktionieren.

Wenn dann noch eine Naturkatastrophe (ich sehe hier keinen Zusammenhang zum Klimawandel) + eine falsche Stadtplanung dazukommt, dann ist die Katastrophe vorprogrammiert!

Und wie immer, kommen alle zu den falschen Schlußfolgerungen: Die Politik und insbesondere Angie M. ist schuld, nicht der Klimawandel! Es wird endlich Zeit den Fakten in die Augen zu sehen, statt den Grünen Wahlkampfhilfe zu leisten.

Enka Hein | Mi, 21. Juli 2021 - 14:14

...für diesen faktenbasierten und sehr gut analysierenden Artikel.
Ein Wohltat zu den ideologischen linksgrünem Geschreibsel was man die letzte Zeit beim Cicero so lesen durfte. Aber dieser Artikel bestätigt einfach nur den Dummlall der grünen Populisten.
Die Bußrituale heutiger Fürsten sind WKA statt Kirchen, NGO‘s statt Klöster und Ladesäulen statt Pestsäulen.
Was geblieben ist aber das gleiche Schema wie früher.
Und Wissenschaftler die nicht in den populistischen grünen Chor mit einstimmen, werden quasi weggesperrt bzw. mundtot durch die schreibende Inquisition gemacht.
Galileo lässt grüßen.
Hoffe es folgen noch weitere solch qualifizierte Artikel.

Bernd Muhlack | Mi, 21. Juli 2021 - 15:07

Ein sehr überschaubares kleines Dorf mit fast ausschließlich Ein-/Zweifamilienhäusern;
es ist noch Platz!

Hier in "meiner runden, hügeligen" Siedlung wurde vor einigen Jahren die Straße saniert.
Da hier täglich etliche 40to u viele Sprinter verkehren, war eine Totalsanierung notwendig.
Das Bauunternehmen hat perfekte Arbeit geleistet!
Die Neigungen der Straße sind genau auf die neu gesetzten Gullis/Kanalisation ausgerichtet.
Zwar lässt ein apokalyptischer Starkregen die Straße zum Fluss werden, er wird jedoch zeitgleich "geschluckt"!
Keine finanzielle Anliegerbeteiligung - die Gemeinde, der Kreis u das Land zahlten alles!
Gefahr erkannt - Gefahr gebannt!

Es ist wohl inzw. so, dass den Behörden auf so manchem Gebiet die kompetenten Fachleute abhanden gekommen sind. "Hauptsache mein Job ist sicher!"
Am Geld kann es nicht liegen; siehe Cash für die EU & Neubürger.

Wir setzen mMn vollkommen falsche Schwerpunkte im politischen Handeln!
Hugh! Ich habe gesprochen - natürlich genderfrei!

Gisela Fimiani | Mi, 21. Juli 2021 - 16:14

Unsere classe politique zeichnet sich vor allem durch ihre „spätrömische Dekadenz“ aus. Man erinnert sich sehnsuchtsvoll an Helmut Schmidt, einen Politiker mit Charakter, Rückgrat und einem gerüttelt Maß an Bildung. Solche Wesenszüge sind völlig aus der Mode gekommen. Mit Bildung ist auch die Bildung eines Menschenbildes gemeint. Politiker, die zuvorderst sich selbst dienen, haben welche Bildung, welches Menschenbild?

Dietrich Bomm | Mi, 21. Juli 2021 - 16:58

herzlichen Dank für die sachliche Kritik und die nüchterne Reflexion. Es tut so gut, einen solchen Text zu lesen.

Lisa Werle | Mi, 21. Juli 2021 - 17:17

Sie haben vollkommen recht, mit dem, was Sie schreiben, Herr Reitzenstein. Nur gilt das nicht nur für Achim Laschet, sondern umso mehr (stärkere Schäden, mehr Tote) für Malu Dreyer - und noch mehr für die Grünen und die Roten, die seit Jahrzehnten Rheinland-Pfalz mehr ruinieren als regieren und auch für die langjährige grün-rote Regierung in NRW. Ich bin wahrlich kein Laschet-Fan. im Gegenteil. Aber warum jetzt nur Laschet als solcherart 'Fürst' im Fokus steht und von allen Seiten beschossen wird, kann/sollte doch bitte nicht nur mit seiner Kanzlerkandidatur zu tun haben. Das wäre zu billig. Malu Dreyer schafft es immer wieder, öffentlich nicht im Verantwortungsfokus zu stehen - so war es auch beim 500 Millionen Debakel am Nürburgring. Sie war auch damals in der Regierung. Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz hat die Städte und Kommunen so richtig im Regen stehen lassen (im wahrsten Sinne des Wortes).

Rob Schuberth | Do, 22. Juli 2021 - 00:04

Sanieren ist einfach nicht hipp genug.

Mehrfach schon gab es die Frage warum Themen der Prophylaxe (Vorsorge) so wenig Beachtung in der Politik finden.

Eindeutige Antwort: Weil man sich damit nicht beliebt macht.
Und das ist ein NO Go in der Politik.

Jeder will ja der Liebling "seiner" Wähler sein.

Das Wassersparen (gerade der WC-Spülungen) führt bei uns dazu, dass wir teures Spülen der Leitungen bezahlen müssen weil zu wenig Ab-Wasser in den Leitungen fließt (es steht dadurch zu lange).

Man kann also auch Gutes übertreiben.
Eine Analogie zu den abertausenden neuen WKA die gefordert werden sind k e i n Zufall.