Auftakt zum CDU-Parteitag auf dem Berliner Messegelände / picture alliance

Digitaler CDU-Parteitag - Auftakt geglückt

Zur Wahl ihres neuen Vorsitzenden wagt die CDU einen Parteitag in komplett digitalem Format. An diesem Freitagabend ging es los, und der Start war vielversprechend. Vielsagend hingegen waren die Worte des zugeschalteten CSU-Chefs Markus Söder.

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Das war dann tatsächlich eine gelungene Vorstellung. Teil eins des ersten volldigitalen Parteitags, den es in Deutschland je gegeben hat, ist geglückt. Man könnte sogar sagen: Die CDU hat am Vorabend des „eigentlichen“ Wahlparteitags bewiesen, dass sie auf der Höhe der Zeit ist. Zumindest, wenn es um Professionalität, Dramaturgie und Inszenierung für ein Medium geht, für das Veranstaltungen wie diese keineswegs prädestiniert sind. 

Aus einem politischen Massenevent mit der zusätzlichen Herausforderung gleich mehrerer Live-Abstimmungen ein funktionierendes und fast noch unterhaltsames Streaming-Format zu machen, dafür braucht es technisches und gestalterisches Knowhow. Also zwei Dinge, die man einer altgedienten Volkspartei wie der Christdemokratischen Union nicht spontan als allererstes unterstellen würde. Dass dann auch noch der Tagungsleiter Paul Ziemiak (Generalsekretär) und seine Quasi-Ko-Moderatorin Silvia Breher (stellvertretende Parteivorsitzende) regelrechte Entertainer-Qualitäten an den Tag legen würden, hätte wohl kaum jemand erwartet. 

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Hubert Sieweke | Sa, 16. Januar 2021 - 00:04

dass sich die einmal in die Höhen der CDU aufgestiegenen Figuren alles erlauben können. Sie wissen sich in der Gewissheit, nicht zu tief abstürzen zu können.
Obwohl ich RRG als schlimmere Alternative sehe, wäre ich manchmal froh, wenn der ganze hochnäsiger und degenerierte Verein dieser Partei für acht Jahre in die Opposition gehen müsste. Erst dann käme es zu der längst überfälligen Blutauffrischung und die alten Zöpfe könnten keine Jobs mehr vergeben. Alle diese Granden reden mittlerweile phrasenhaft und meiden, wo es nur geht, die Öffentlichkeit.

H.Altmeyer | Sa, 16. Januar 2021 - 06:40

Die Kaltschnäuzigkeit der Angela Merkel
ist nicht zu übersehen...
Kein Wort zum Abschied der von ihr anfangs
favorisierten Annegret Karrenbauer.

Ernst-Günther Konrad | Sa, 16. Januar 2021 - 08:36

Ich wünsche der CDU, dass ihr erster digitaler Parteitag auch am Ende technisch noch so einwandfrei funktioniert, wie er scheinbar begonnen hat lieber Herr Marguier. Wenn die ersten Abstimmungen schon mal ohne Beanstandungen und technische Probleme durchgeführt werden konnten, hoffe ich das wirklich auch bis zum Ende des Parteitages. Ich kann das Thema nämlich nicht mehr hören. Nur politisch interessierte Menschen werden ihn real verfolgen. Für mich ist es am Ende nur wichtig, wer wird Vorsitzender und damit auch Kanzlerkandidat. Noch wichtiger aber ist, kann derjenige auch im Herbst antreten oder wird die BT-Wahl, wie Thüringen inzwischen auch wegen Corona verschoben? Dies hieße nämlich, Merkel will zwar nicht mehr, muss aber in Ermangelung einer Wahl weiter machen. Welch ein Graus. Inzwischen sehe ich diese Variante am wahrscheinlichsten und halte diesen Parteitag lediglich für ein Blendwerk. Natürlich könnte ich mich irren, aber inzwischen halte ich nichts mehr für unmöglich.

gabriele bondzio | Sa, 16. Januar 2021 - 09:06

eines Fernsehpredigers die Erfolge der europäischen Impfstoffbeschaffung. „...ja, Herr Marguier, Fernsehprediger trifft die Leyen, bzw. ihr Wirken ausgezeichnet.
Und Söder mit seinem Satz: „Jeder der glaubt, durch einen Bruch mit Angela Merkel die Bundestagswahl zu gewinnen zu können, irrt fundamental.“
Da sind einige Visiere gefallen...oder soll man(n/frau sagen... Masken?
Der Bart muss ab, ist er doch auch überhaupt nicht konvertible mit der,in
Bayern bereits ausgerufenen FFP2-Maskenpflicht. Eine hygienisch unbedenkliche Frisur im Gesicht ist die Forderung unserer Zeit.

ich glaube schon, dass derzeit viel zwischen den Zeilen gesagt wird und so kann man Söders Bemerkung vielleicht als eben so und auch trotzdem ganz nüchtern sehen.
Merkel hätte nie so stark werden können nur durch RRG, obwohl deren rechnerische Mehrheit schon auch ein gewichtiges Pfund ihrer Regierungszeit war.
Es gibt eben evtl. auch starke Kräfte in der CDU und CSU, die auch gut ohne Laschet und Merz können.
Selbst wenn Söder nicht darauf verweisen wollte und es sogar positiv meinte - als überfällige Öffnung der CDU/CSU zu den Grünen - dann also emphatisch.
Die Durchsetzungskraft der SPD in den letzten Jahren rührte vielleicht gerade von deren Offenheit gegenüber RRG, aber auch gegenüber FDP/CDU/CSU.
Ein Bruch wäre zudem m.E. eher in Bezug auf die ""Nicht-Etikette"" nötig und da kann man doch auch positiv zeigen, dass Debatte, Transparenz und Verantwortlichkeit wieder stärker zum Zug kommen könnten.
Die AfD bleibt evtl. noch, aber nach Merkel geht sie wieder stärker "in" der CDU auf?

Stefan Bauer | So, 17. Januar 2021 - 12:48

Der Auftritt an sich war schon lächerlich. Die eine Delegierten-Frage ging gar nicht, und dann konnte Spahn sich einfach so einschalten ...? Eine Unglaublichkeit einer demokratischen Farce.

Denn: WENN ich's schon digital durchziehe - warum dann mit 1001 ausgewählten Establishment-Delegierten?
Wo ist denn bitte der großartig logistische Mehraufwand, das als komplette Mitglieder-Abstimmung durchzuführen?
Ach ja - dann wäre es Merz geworden, richtig ...

Nee, das war eine reine Merkel-Clan-Machtshow.

In Zeiten einer Ausweis-App, die für alles Mögliche genutzt wird, wäre eine abgesicherte Wahl ALLER CDU-Mitglieder sehr wohl möglich gewesen - und war einfach unerwünscht.