Klaus Stöhr vor einer WHO-Banner 2004
Erfahrungswerte: Von 2001 bis 2006 leitete Klaus Stöhr das globale Influenzaprogramm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) / dpa (Archivbild)

Klaus Stöhr zu Corona-Maßnahmen im Herbst - „Deutschland sollte dringend zurück zur Verhältnismäßigkeit kommen“

2G, 3G, Testpflicht, Maske, Kontaktbeschränkungen: Der Sommer hat kaum begonnen, schon werden die Rufe nach Verbotsinstrumenten zur Bewältigung einer Corona-Welle im Herbst wieder lauter. Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen werden nervös: Man müsse jetzt doch nur (wieder) schnell die Gesetze ändern – und da spricht ja wohl nichts dagegen, oder? Doch, sagt Epidemiologe Klaus Stöhr. Und räumt mit ein paar Vorurteilen auf.

Philipp Fess

Autoreninfo

Philipp Fess hat Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften studiert und arbeitet als Journalist in Karlsruhe.

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Klaus Stöhr ist einer der bekanntesten und profiliertesten Epidemiologen Deutschlands und neues Mitglied der Sachverständigenkommission zur Evaluation der Corona-Maßnahmen. Von 2001 bis 2006 leitete er das globale Influenzaprogramm der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Der Herbst rückt näher. „Winter is coming“, heißt es in der US-Erfolgsserie „Game of Thrones“ – ein Satz, der es auch schon einmal auf eine von Markus Söders Teetassen geschafft hat, die der bayerische Ministerpräsident gerne publikumswirksam mit populärkulturellen Motiven schmückt. Der Freistaat war immer ganz vorne mit dabei, wenn es um anscheinend ebenso publikumswirksame Pandemie-Maßnahmen mit teilweise unverhältnismäßigen Grundrechtseinschränkungen ging.

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Helmut Bachmann | Do, 23. Juni 2022 - 12:51

ich schäme mich für unsere "Führungskräfte". Blind gegenüber den Erfolgen anderer Länder, evidenzbefreite Machtlust, die Freude hat, den Souverän einzusperren und zu gängeln, teilweise zu entmenschlichen. Intellektueller Tiefflug ist Dauerzustand. Gut, dass jemand wie Stöhr jetzt dabei ist, man bräuchte mehrere davon.

Ernst-Günther Konrad | Do, 23. Juni 2022 - 13:07

Ja, der Mann scheint das Beste aus dem Wirrwarr herauszufiltern und klingt wenigstens sachlich und nüchtern und benennt endlich mal aus wirklicher Experte die Problematiken, die viele Kritiker bereits vorher sahen, aber nicht öffentlich vertreten durften, wenn ihnen nicht die Existenz abhanden zu kommen drohte. In jedem Fall der bessere Vertreter im sog. Expertenrat und scheinbar hält er sich auch an wissenschaftliche Grundsätze. Und das er Lauterbach in einem BILD-Interview ordentlich die Meinung geigte und ihn zum Rücktritt aufforderte fand leider hier keine Erwähnung. Ich bin sehr gespannt, ob sich im angekündigten Evaluationsbericht wenigstens die Wahrheit über die Wirksamkeit der Maßnahmen und die Impfnebenwirkungen herausgearbeitet werden. Jedenfalls habe ich meine Zweifel., ob das valide Daten bearbeitet wurden, die bis zum heutigen Tage ja fehlen, was er selbst einräumt. Der Mann ist jedenfalls ein Gewinn und Drosten wird nicht vermisst. Doch die Pandemiehysteriker lauern.

Hinsichtlich seiner wohltuenden Sachlichkeit ist er es mit Sicherheit, aber mir spricht er auch hier zu häufig von der Covid-Impfung, die gar keine ist, nur bedingt zugelassen und eher ein Gen-Therapeutikum, von dem keiner weiß, was es wirklich im Körper bewirkt und wann. An den Nebenwirkungen bzw. Impfschäden können inzwischen auch die sogen. "Leitmedien" nicht mehr vorbeireden oder sie unter den Teppich kehren.

Für jemanden, der Falschbehauptungen am Fließband aufstellt (zuletzt: Drostens Doktorarbeit ist verschwunden) lehnen Sie sich wieder ziemlich weit aus dem Fenster. Faszinierend irgendwie...
Stöhr selbst lag auch schon mehr als einmal daneben. Als die Inzidenz im Februar diesen Jahres in Sachsen vergleichsweise gering war, erklärte er: "Jetzt bricht das Infektionsgeschehen zusammen, weil es nicht genügend Empfängliche gibt. Da kann auch Omikron keinen Unterschied machen".

https://www.merkur.de/welt/klaus-stoehr-virologe-omikron-scholz-lauterb…

Wenige Wochen später sorgte Omikron dann auch in Sachsen wieder für Rekordwerte.

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/gesundheit-dresden-corona-inzide…

Jeder Experte liegt mal daneben, aber derartige Fehleinschätzungen sind schon krass. Von daher: Uffbasse!

Brigitte Miller | Do, 23. Juni 2022 - 17:20

In reply to by Kai Hügle

sind positive Tests mit einem untauglichen Test und keine "Infizierten" und keine Erkrankten. Stöhr sagt ja: "Dass man jetzt so viel Corona findet, liegt aber daran, dass man weiterhin asymptomatische Personen massenhaft testet, also aktiv danach sucht" Ein Trauerspiel.
Und wenn schon jemanden kritisieren, der "schon mehrfach daneben lag" ( kein Verbrechen in diesem Zusammenhang, oder?) dann böte sich Herr Lauterbach lang vorher an.

Verstehe. Wenn die "untauglichen" Tests eine geringe Inzidenz ausweisen, dann belegt das, dass das Infektionsgeschehen "zusammenbricht" und alle Maßnahmen überflüssig sind. Wenn dann Omikron in Sachsen ankommt und die Inzidenz wieder Rekordwerte erreicht, dann sind die "untauglichen" Tests wirklich untauglich und man hat irgendwie wieder mal manipuliert, um die "Diktatur" zu verlängern.

Zu Lauterbach: Ich sagte ja, dass jeder Experte mal daneben liegt, aber der wurde hier ja nicht interviewt. Hier kommen bekanntlich eher Experten zu Wort, die die Corona-Politik der letzten beiden Jahre mehr oder weniger kritisch sehen. Brot und Spiele-Journalismus eben.
Apropos: Wie weit ist eigentlich die hausinterne juristische Prüfung des Wiesendanger-Interviews vorangeschritten?

https://www.cicero.de/kultur/coronavirus-labor-christian-drosten-roland…

Oh, fast fünf Monate und noch immer offline...

.

Gabriele Bondzio | Fr, 24. Juni 2022 - 10:08

In reply to by Kai Hügle

Ein kleiner Hinweis von mir, werter Herr Hügle.

https://www.derstandard.de/story/2000136806587/regierung-plant-angeblic…

"Der Zeitpunkt war überraschend. Selbst für Insider. Am Mittwochabend bekamen die ersten Abgeordneten Wind vom Plan der Regierung, die Impfpflicht ein für alle Mal abzuschaffen – und waren, gelinde gesagt, erstaunt. Immerhin steigen die Infektionszahlen gerade wieder an, vor der Herbstwelle wird aller Erwartung nach noch eine Sommerwelle über das Land schwappen."

An Anlehnung an Kevin: Deutschland allein zu Haus!

Gisela Fimiani | Do, 23. Juni 2022 - 13:11

„Die Impfung ist wichtig……“. Um der „wahrheitssuchenden Wissenschaft“ näher zu kommen, muß ich bei, sich ihrem Ethos noch verpflichtet fühlenden, amerikanischen Medizinern und Wissenschaftlern um Aufklärung nachsuchen. Auch in Deutschland gibt es einige, zu wenige solcher Mutigen, die, wie auch in den USA, leider nicht zu Wort kommen dürfen. Im Gegensatz zu den USA sind Impfungen offenbar in D völlig „akzeptiert“. Schlampige Pfizer und Moderna Studien werden scheinbar nicht angeschaut. Impfnebenwirkungen unter den Tisch gekehrt, ebenso wie die Great Barrington Declaration. Die „maßgebliche“ deutsche Wissenschaft findet es offenbar verantwortbar, Menschen zu Versuchskaninchen zu degradieren. Auch in den USA herrschen solche Zustände, aber eine allgemeine Impfpflicht ist kein Thema. Außerdem gibt es lebhafte Proteste von immer mehr Ärzten und Wissenschaftlern, gegen ein „Wissenschaftsdiktat“. Inzwischen auch bei Politikern. Aufklärung, kritische Wissenschaft sind geboten, Herr Stöhr.

das ist mir auch negativ aufgefallen, ich vermute aber, dass er das taktisch gesagt hat, will er Mitglied der Kommission bleiben und nicht gecancelt werden. Die katastrophalen Spritzennebenwirkungen müssen leider noch viel mehr öffentlich werden, bevor sich noch mehr Mutige trauen, die Wahrheit zu sagen.

Falls Herr Stöhr mutig genug ist, um sein Gewissen über Macht und Position zu stellen, muß er vor allem die inzwischen „gecancelte“ Wissenschaftsfreiheit entlarven, anprangern und bekämpfen - um seiner eigenen Glaubwürdigkeit Willen. Was die „Verhältnismäßigkeit“ angeht, so existiert diese in den entscheidendsten Bereichen ohnehin nicht mehr. Das BVerfG steht als schlimmstes Beispiel vor Augen.

Maria Fischer | Do, 23. Juni 2022 - 13:30

Thalys- Deutschland -Paris.
Kurz nach der Deutschen Grenze setzten alle Personen inkl.Schaffner die Masken ab.
Bis auf Deutschlands StaatsStreber, die die Maskierung benötigen, um ihr defizitäres kleines Ich aufzuwerten.
Zwischendurch macht das Virus aber anscheinend Pause.
Dann wird die FF2 Maske abgesetzt, gegessen, getrunken und mit Paul telefoniert.
Anschließend wird die Maske wieder aufgesetzt.
Diese demonstrative Zurschaustellung deutscher Moral ist schwer erträglich.
Provinziell, Anmaßend und Ignorant

Sabine Lobenstein | Do, 23. Juni 2022 - 13:33

Ich habe langsam etwas Hoffnung, dass die Politik endlich auf vernünftige Wissenschaftler wie Herrn Stoehr hören muss, da alles andere einfach zu offensichtlicher Irrsinn wäre. Herr Stoehr hat ein starkes Kreuz um die Diffamierungen, die sicher von macht- und geldgeilen Politikern wie Herrn Söder kommen werden, standzuhalten. Seine Kompetenz in diesen Fragen ist m.E. unantastbar und er ist ja wahrlich nicht allein mit seiner Bewertung der Lage. Auch hat Herr Stoehr die letzten zwei Jahre Diffamierung und sehr wahrscheinlicher Bestechungsversuche widerstanden. Mit ihm und natürlich seinen kompetenten Kollegen kommt endlich wirklich die Wissenschaft zu Wort, die angeblich ja seit Pandemiebeginn hätte bestimmen sollen. Ich kann nur hoffen, dass endlich wenigstens das Thema Pandemie abgeschlossen werden kann. Mit den Folgen daraus, verschärft die sinnlosen Energiesanktionen, treibt die Inkompetenz der Politik uns ja jetzt in den wirtschaftlichen Ruin. Der Alptraum geht weiter.

Gabriele Bondzio | Do, 23. Juni 2022 - 16:00

langweilt mich Lauterbach mit ewig den gleichen,
immer noch immer nicht wissenschaftl. untersetzten Forderungen.
Er ist sitzt ja nun auf erheblicher Munition, weil er sehr unüberlegt eingekauft hat.

Meinetwegen soll sich auch jeder der mag, einen 4.Schuss setzen lassen.
Sollte aber mal hier:
https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/kbv-papier-enthuellt-25-m…
(huch da ist AfD drinnen)

Aber dass Politiker (siehe Allianz Bayern, BWB usw.) in seine Forderungen einstimmen, ist in der jetzigen Situation noch bedenklicher. Könnte ja sein das das Wegsperren, Demo-Verbot usw. eher andere Gründe hat.

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 24. Juni 2022 - 15:46

zu verstehen, da muss ich also noch einmal gründlicher ran.
im Allgemeinen reicht mir ja fast das Querlesen.
Also zum Artikel später, jetzt ein paar Gedanken zur Verhältnismäßigkeit.
Vor kurzem war ich nach Jahren wieder in einem Konzert und willens, mich an die ganze Palette zu halten.
Ich hatte also die Maske auf und desinfizierte meine Hände.
Maske trugen nur ganz wenige und ich beschloss, meine abzusetzen.
Wenn ich nach einer Grundimmunisierung von 3 Impfungen, incl. Nebenwirkungen immer wieder bei fast Null anfangen muss, bzw. möglichst bald wieder geimpft werden soll, dann hat das für mich nichts mehr mit Verhältnismäßigkeit zu tun.
Vielleicht gibt es irgendwann eine Kombi-Impfung als Grippe- und Coronaschutz, nach hoffentlich eingehender Prüfung der Nebenwirkungen, aber ein Konzert ohne Maske, das war so befreiend, dass ich jetzt noch weinen könnte.
Ich bewundere die Disziplin in Asien, Masken zu tragen, aber als Dauerzustand für mich nur bei unverhältnismäßig hoher Letalität.

M. Bernstein | Sa, 25. Juni 2022 - 08:21

Sind in Deutschland leider Fehlanzeige. Und selbst wenn man Daten hat, dann sind es Beobachtungsdaten von denen man nicht weiss, ob nicht auch noch ganz andere Gründe eine Rolle spielen. Was hier als Politik verkauft wird ist politisches Wunschdenken gepaart mit Machbarkeitswahn. Leider funktioniert auch der Pandemiebekämpfung eher wie die Hexeverfolgung und nicht wie es einer aufgeklärten Gesellschaft zu Gesicht stehen sollte. Wenn die Impfung so sicher ist, warum wollen die Impfstoffhersteller dann eine "contractual immunity"? Also die Freistellung von allen negativen Folgen? Warum werden Standards ständig gesenkt? Es erfolgt weder eine umfassende Aufklärung der Impfenden noch der Impflinge, überlagerter, selbst verunreinigter Impfstoff darf verimpft werden! Warum müssen immer wieder Studien als unwissenschaftlich zurück gewiesen werden bzw. werden nicht im Sinne der Durchführung und des Ziels der Studie verbreitet?