Erhöhung des Rundfunkbeitrags - Dieses Programm passt nicht mehr zum Auftrag

Ist die Erhöhung des Rundfunkbeitrags gerechtfertigt? Darüber sollte ehrlich gestritten werden können. Der Dramaturg Bernd Stegemann über einen Rundfunk, der die Meinungsvielfalt nicht mehr ausgewogen abbildet und dessen „Vollversorgung“ nicht mehr zeitgemäß ist.

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Ist das öffentlich-rechtliche Sendungssammelsurium gerechtfertigt? / dpa

Autoreninfo

Bernd Stegemann ist Dramaturg und Professor an der Hochschule für Schauspiel (HfS) Ernst Busch. Er ist Autor zahlreicher Bücher. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Die Öffentlichkeit und ihre Feinde“ bei Klett-Cotta.

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Bernd Stegemann

Ich bin ein überzeugter Verteidiger der Rundfunkgebühren. Unsere Gesellschaft wird von unzähligen Fliehkräften auseinandergetrieben. Darum halte ich jede gemeinsame Anstrengung, um die zahlreichen und komplexen Probleme der Gegenwart öffentlich sichtbar zu machen, für sehr gut investiertes Geld. Kann man sich auf diesen Auftrag für einen von der Allgemeinheit subventionierten Rundfunk einigen, so stellen sich jedoch einige schwerwiegende Fragen zu seiner aktuellen Lage.

Denn der ÖRR entspricht immer seltener dem im Rundfunkstaatsvertrag formulierten Auftrag: „Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.“ Dieser Auftrag wird in doppelter Hinsicht nicht mehr erfüllt. Die Berichterstattung ist weder überparteilich, noch bildet der Gemischtwarenladen von Gameshows und TV-Komödien die Meinungsvielfalt ausgewogen ab.

Der ominöse Auftrag zur „Vollversorgung“

Um mit dem harmloseren Problem anzufangen. Bei der Rechtfertigung des Sendungssammelsuriums wird auf einen ominösen Auftrag zur „Vollversorgung“ verwiesen. Mit diesem Zauberwort meint man rechtfertigen zu können, dass für jede Altersgruppe und Sehgewohnheit irgend etwas angeboten werden müsste. Doch diese Vollversorgung stammt aus einer Zeit, als es eben nur den staatlich finanzierten Rundfunk gab. Die Öffnung des Marktes für das Privatfernsehen und die technischen Möglichkeiten des Internet haben inzwischen zu einer Ausdifferenzierung der Angebote geführt, die sich in den 1960er Jahren niemand vorstellen konnte.

Wer heute Filme schauen möchte, sucht sich aus der unendlichen Weite der Netflix, Amazon oder Sky-Datenbanken seine Lieblingsserie oder seinen Kinohit heraus. Wer Sport vor allem vom Sofa aus betreibt, der findet im Netz eine ebenso große Auswahl an Sportübertragungen. Und wer Gesellschaftsspiele genießt, wenn andere sie für ihn spielen, kann bei den privaten Anbietern den ganzen Tag über Kandidaten dabei zu sehen, wie sie skurrile Aufgaben meistern oder abwegige Wissensfragen beantworten.

Gerade wenn man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als wichtigen Bestandteil unserer Demokratie versteht, stellt sich die Frage, warum Spielshows oder Sport einen großen Teil der Gebühren aufzehren müssen. Denn wenn man diesen Auftrag ernst nimmt, dann bestünde die zentrale Aufgabe des öffentlichen Rundfunks darin, Informationen zugänglich zu machen, die andere Medien nicht so einfach zur Verfügung stellen können, weil ihn dazu das Geld fehlt.

Ein gutes Beispiel von öffentlich-rechtlichem Rundfunk

Wer sich über die Gefahren und Vorteile etwa von genmanipulierten Pflanzen, Hilfe bei psychischen Erkrankungen oder den Klimawandel kundig machen will, kann einige Tage mit der Recherche zubringen, oder er hat das Glück, dass er eine gut gemachte TV-Dokumentation findet. Vor allem der Spartensender 3sat gibt immer wieder gelungene Beispiele für Aufklärung und Information. Hier findet man regelmäßig ein Format wie z. B. „Scobel“, bei dem zuerst in einer Dokumentation ein Thema vorgestellt wird, das in einer anschließenden Diskussion unter Fachleuten vertieft wird.

So bekommt man in zwei Stunden einen ersten Einblick in zentrale Wissensbereiche unserer Gegenwart, die man in der Kombination aus Information und Debatte nicht so leicht in anderen Medien findet. Das Argument, warum die Gebühren nicht vor allem für solche Formate verwendet werden, lautet, dass die Einschaltquoten bei so anspruchsvollen Sendungen zu gering seien. Um Quoten zu erzielen, müsse der ÖRR eben vor allem triviale Gameshows, Fußball und seichte TV-Komödien senden. Ich halte dieses Argument aus zwei Gründen für falsch.

Warum das Quoten-Argument falsch ist

Erstens bekommt der ÖRR die Subventionen gerade dafür, dass er nicht die Quote bedienen muss. Die privaten Anbieter, die sich ausschließlich über Werbeeinnahmen finanzieren, müssen dem Massengeschmack folgen. Der ÖRR könnte viel häufiger die Quote zugunsten von Qualität außer acht lassen.

Das zweite Argument ist meiner Meinung nach gewichtiger. Denn wenn man den Sinn der Rundfunkgebühren damit begründet, dass der ÖRR für die demokratische Selbstverständigung notwendig ist, dann verfehlen Spielshows, Sport-Übertragungen und 90 Prozent der Spielfilme diesen Auftrag. Das Gegenargument lautet hier wiederum, dass es auch die seichten Angebote brauche, damit die Akzeptanz des ÖRR überhaupt gegeben bleibe. Aber dieses Argument ist inzwischen falsch.

Denn es erscheint immer mehr Menschen unverständlich, warum sie monatlich eine Gebühr für ein Medienangebot zahlen müssen, dass ihre Bedürfnisse überhaupt nicht mehr befriedigt. Wer einen guten Film sehen will, wird bei ARD und ZDF so gut wie nie fündig. Vor allem die hauseigenen Produktionen unterschreiten jeden Anspruch an Drehbuch, Ästhetik und filmischer Erzählung. Warum es bei den immer noch üppigen Etats, den der ÖRR für seine eigenen Filme bereitstellt, unmöglich zu sein scheint, Filme zu produzieren, die auch nur ansatzweise mit der Qualität einer durchschnittlichen Netflix-Serie mithalten können, bleibt das Geheimnis des ÖRR und seiner Redaktionen.

Das größere Problem

Die mangelhafte Qualität seiner Eigenproduktionen untergräbt aber das Argument, den Vollversorger-Anspruch erfüllen zu wollen. Denn den erfüllen andere, private Anbieter inzwischen deutlich qualitätsvoller. Doch die Krise des ÖRR bleibt nicht auf seine Unterhaltungsangebote beschränkt. Und damit kommen wir zu dem zweiten, gewichtigeren Problem des ÖRR. Auch sein demokratisches Kerngeschäft, die Reportagen, die Nachrichten, Dokumentationen und Debatten leiden seit einigen Jahren unter einer seltsamen Entwicklung.

Wer regelmäßig die Tagesthemen schaut, kann inzwischen vorhersagen, wie der allabendliche Kommentar lauten wird. Für diese Prognose braucht es keine magischen Fähigkeiten, sondern es reicht die Phantasie, um sich vorzustellen, wie ein Politiker der Grünen das Geschehen kommentieren würde. Dass ein Kommentar eine einseitige politische Meinung ist, liegt in der Natur der Sache. Doch warum alle Kommentare aus der gleichen politischen Richtung kommen müssen, wäre erklärungsbedürftig.

Nachricht und Kommentar verschwimmen

Vor allem, wenn bei jeder anderen Gelegenheit der Auftrag, die gesamte Breite der Gesellschaft abzubilden, als Argument für die Gebühren bemüht wird. Wenn sich der ÖRR aufgrund seiner politischen Monokultur zum Spartensender eines bestimmten Milieus erklärt, wird die Begründung, warum alle dafür bezahlen sollen, schwierig. Endgültig ärgerlich wird diese Tendenz aber, wenn die Grenze von Kommentar und Nachricht verschwimmt.

Dieses führt bei immer mehr politischen Reportage-Sendungen dazu, dass die Weltanschauung der Moderatoren zur objektiven Wahrheit erklärt wird. Es ist legitim, dass Redakteure ihre Weltsicht zum Teil ihrer journalistischen Arbeit machen. Und wer behauptet, dass man das immer trennen könnte, der macht sich etwas vor. Doch damit ist nicht erklärt, warum die eine Weltanschauung so überproportional häufiger gesendet wird als alle anderen.

AfD bäh, Fridays for Future toll

Inzwischen hat jeder Fernsehzuschauer verstanden, dass die Redaktionen von ARD und ZDF die AfD eklig und Fridays for Future toll finden, dass sie vor Friedrich Merz warnen und am liebsten Angela Merkel auf Lebenszeit im Kanzleramt sähen. Ich glaube, die Redaktionen müssen keine Angst um ihren Ruf haben. Es ist allgemein angekommen, dass sie keine neue Mode verpassen wollen und auf jeden Fall zu den Guten gehören möchten. Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit für ein wenig Mut zur Diversität von Meinungen.

Denn die Gesellschaft kann es sich nicht länger leisten, ihre Widersprüche nur vor den Bildschirmen auszutragen. Die grundlegenden Streitfragen unsere Zeit sollten auch im Fernsehen verhandelt werden. Dazu ist es notwendig, dass die Darstellung der Widersprüche nicht schon selbst tendenziös ist, so wie es das TV-Desaster „Ökozid“ gerade vorgeführt hat. Und die leidige Frage, ob diese oder jene Meinung überhaupt im Rundfunk auftreten darf, gehört zurück in den Zensurschrank totalitärer Gesellschaften.

Endlich ehrlich diskutieren

Als überzeugter Verteidiger des ÖRR hoffe ich weiterhin, dass er sich auf das besinnt, weswegen seine Gebühren sinnvoll und begründet sind: Ein Spiegel unserer Gegenwart zu sein. Der Auftrag zur Volkserziehung, wie er nach 1945 geboten war, ist schon lange abgelaufen. Die Gesellschaft ist deutlich demokratischer und diverser als es uns der ÖRR täglich vorführt. Und zu dieser Vielfalt gehört eben auch, dass eine Erhöhung der Rundfunkbeiträge um 86 Cent zu öffentlichen Diskussionen führt, welche Art von Rundfunk hier unterstützt wird.

Wenn der ÖRR die 400 Millionen Euro, die er dadurch jährlich mehr einnimmt, für die Erweiterung seines Meinungsspektrums verwenden würde, wären sicher nicht nur ich, sondern sehr viele Menschen gerne bereit, ihm dieses Geld zu geben. Verengt sich das Weltbild seiner Nachrichtensendungen wie gerade im heute-Journal auf die Frage nach dem richtig zu sprechenden Gendersternchen, könnte es aber spätestens bei der nächsten Beitragserhöhung eng werden.

Manfred Bühring | Mo, 7. Dezember 2020 - 12:40

Ene hervorragende Analyse des derzeitigen Zustandes des ÖRR. Und - gewollt oder ungewollt - ein starkes Plädoyer gegen eine weitere Erhöhung der monatlichen ÖRR-Steuer, so kann man die Abgabe mit Fug und Recht bezeichnen.

Gerhard Lenz | Mo, 7. Dezember 2020 - 16:55

In reply to by Manfred Bühring

...und sich darüber beschwert, dass man Extremisten Extremisten nennt? Seltsam.

Aber fangen wir mit dem ersten Argument an. Der Teil der Vollversorgung, also alle Programme, die von vielen Zuschauern als platt bis ätzend abgelehnt werden, von irgendwelchen Game-Shows bis zu den nervigen Helene-Fischer-Shows, soll also zukünftig ausschließlich von den Privaten betrieben werden? Eigentlich ein interessanter Vorschlag. Der aber nicht schaffen kann, was Herr Stegemann sich erhofft. Warum? Ganz einfach.
Private werden immer nur nach den Einschaltquoten schielen. Wenn Herr Stegemann also künftig nur noch die Wahl zwischen Dschungelcamp und Panorama möchte, aber keine anspruchsvolleren Spielfilme mehr will, dann bitte sehr.

Weiter: Ich würde es ja begrüßen, wenn der ÖR der FfF-Bewegung in Zukunft wohlwollender begegnen würde. Dass der ÖR die AfD unappetitlich behandelt, könnte er glatt bei der AfD selbst abgeschrieben haben. Wie also mit den Äußerungen eines Hoeckes umgehen? Neutral???

Heidrun Schuppan | Mo, 7. Dezember 2020 - 17:00

In reply to by Manfred Bühring

der GEZ-Gebühren? Das habe ich nicht so herausgelesen. Eine Erhöhung wäre okay, wenn sie denn der Veränderung, die der Autor fordert, dient. Aber warum braucht man dafür, dass man "umschwenkt", dass man auch andere Meinungen aus der Gesellschaft endlich zulässt, zusätzliches Geld? Weshalb soll das nicht ohne zusätzliches Geld gehen? Werden von den mehr eingenommenem Geld die Intendanten und Sonstige dort Tätige auf Schulungen geschickt? Es ist wie bei der UNO und dem Thema "Klimakrise" – die Rolle der weiter wachsenden Erdbevölkerung wird ignoriert – hier spricht niemand die hohen Gehälter beim ÖR an sowie die hohen Pensionen, für die die GEZ-Zahler aufkommen müssen. Haben die nicht mit der eigenen Altersvorsorge genug Lasten zu tragen?

Robert Müller | Mo, 7. Dezember 2020 - 20:21

In reply to by Manfred Bühring

Der Analyse stimme ich auch zu, der vorgeschlagenen Alternative eher nicht. Ein Doku-Sender scheint mir nicht das Kernproblem anzusprechen. Ich, jedenfalls, würde da nicht wieder einschalten. Ich denke, dass einfach das lineare Sendemodell nicht mehr zeitgemäß ist und bei Dokus wäre das eher noch problematischer. Wenn z.B. 1000 Dokus auf Zuschauer warten würden, könnten diese bei einem linearen Sendemodell so gut wie nie Interessenten finden, ganz anders als wenn der Interessent sich die Sendung aussuchen kann, die gerade interessiert. Da ein solcher Wechsel aber nur von der Politik angeschoben werden kann, wird er nicht kommen, da die Politik kein Interesse daran hat. Der ÖR ist so wie er ist, weil er nützlich ist für Politik und den im ÖR Beschäftigten. Nur über Gerichte lässt sich daran etwas ändern, etwa weil Auftrag und Wirklichkeit zu weit auseinander liegen.

Christa Wallau | Mo, 7. Dezember 2020 - 12:50

Ihre Ansichten teile ich, Herr Stegemann.
Gern bezahle ich Gebühren für ÖR-Medienanstalten, wenn diese ihrem Auftrag gerecht werden, als "Spiegel" der Gesellschaft zu dienen und ausgewogen u. umfassend zu informieren. Es ist n i c h t ihre Aufgabe, in einem bestimmten Sinne belehrend o. erziehend auf die Bürger einzuwirken.
Genau d a s aber nehmen sich die ÖR-Medien heraus! O-Ton Anja Reschke (von "Panorama"):
"Wir brauchen eine Medienlandschaft, die dazu da ist, den Bürger zu einem mündigen, Demokratie-wählenden Bürger zu ERZIEHEN."

Total falsch! Jeder Bürger ist bereits mündig, wenn er das 18. Lebensjahr vollendet hat! Jedenfalls wird er dann als solcher behandelt. Als Erwachsener darf er sich seine Meinung völlig f r e i bilden u. sein Handeln danach ausrichten, muß allerdings auch für die Folgen seines Tuns selbst einstehen.

Wann gibt es endlich eine Erweiterung des Meinungsspektrums in den ÖR-Medien? Diese Frage steckt hinter dem ganzen Gerangel um die
Gebührenerhöhung.

Meinungsspektrum im ÖRR erweitern?
Der ÖRR, wenn wir über eine Umlagefinanzierung sprechen, hat meiner Ansicht nach lediglich Nachrichten und Informationen, Roh-Sachdaten (Das Was Ist) bereitzustellen, und dies unabhängig von Beeinflussung und Parteienproporz.
Daraus Meinungen und Wertungen zu machen ist reine Privatsache, wie bei den Printmedien die aus Nachrichten und Informationen Meinungen machen, und dies sollte sich genauso privat finanzieren.
Mir mein Geld mittels Zwangsgebühr für den ganzen Unterhaltungs- und Beeinflussungmurks, egal welche politische Richtung, den ich nicht sehen will, abzugreifen, steht im Gegensatz zu einigen unserer Grundrechte. Das BVG hat hier in seiner Rechtssprechung versagt!

Heidemarie Heim | Mo, 7. Dezember 2020 - 12:59

Schön wär`s geehrter Herr Stegemann! Vielleicht sollte man einen Teil der Millionen dafür verwenden, auch mal neues Personal mit weniger eigenem Meinungs-/pädagogischen Sendungsbewusstsein zu rekrutieren. Die immer gleichen Moderatoren, Gäste, Formate kann man als Zuschauer mittlerweile ohne Tonausgabe verfolgen, da man zu guten 90% weiß was da abgesondert wird. Um den Zuschauer nicht ganz einzuschläfern, wird ab und an Einer der ekligen Art eingeladen und mit einer Haltungsübermacht von dazwischen quatschenden, wortabschneidenden Mitgästen und Moderatoren rund gemacht. Und natürlich, wenn auch selten, seinem Auftrag nach objektiver und unparteilicher Berichterstattung oder ehrlicher Diskussion nachzukommen;). Ein Beispiel dieser Art konnte man letzten Donnerstag im ZDF erleben, wo Frau Wagenknecht wie auch Herr Chrupalla zusammen gegen eine Phalanx "wahrer Demokraten" antraten, welche mit den immer gleichen einfallslosen Bezichtigungen gegen Beide 90% Redezeit bekamen! Kann weg! FG

Ein ausgezeichneter Beitrag von Herrn Stegemann und ein ausgezeichneter Kommentar von Ihnen, liebe Frau Heim.
Als Ergänzung möchte ich noch auf die besondere 'Ausgewogenheit' der ARD-Berichterstattung über Dunkel-Deutschland / Sachsen / Bautzen hinweisen.
Zu einer Sendung des bekannten Restle-Magazins gibt es aktuell eine interessante Entgegnung des Oberbürgermeisters von Bautzen, Dr. Alexander Ahrens (SPD):

https://www.facebook.com/OB.Alexander.Ahrens/posts/2790396751245818

'... Ich halte es nach wie vor für unverantwortlich, in reißerischer Manier die Menschen einer ganzen Region zu diffamieren. ...' !
Bevor ein OB mit SPD-Parteibuch sich öffentlich so über ein ARD-Polit-Magazin äußert, muß schon einiges vorfallen ... .

Man mag uns (Dunkel-Deutsche, Rächte, Konservative, Alte usw.) nicht.
Nur unser Geld - DAS nimmt man gerne! Schäbig.
In der ARD ändert sich nur was, wenn es weh tut.
Darum 'NEIN !' zum Rundfunkstaatsvertrag.
Die CDU in Sachsen-Anhalt muß 'hart' bleiben.

Danke lieber Herr Düring für den Link. Bin nicht bei FB aber scheinbar entgeht mir da einiges;). Wie die vielsagende Aussage zu ÖR-Journalismus des Dr.Ahrens. Also ich würde mich ob seiner freundlichen "Einladung" wenn man denn könnte sofort nach Bautzen aufmachen. Nach meinen Besuchen in Dresden und Leipzig und frühen Begegnungen mit einigen aus der DDR, die in den Westen gemacht haben kann ich frei heraus sagen, ich mag Land und Leute im Osten unserer Republik. Wenn unsere guten Freunde hier mitgingen, hätten wir inzwischen in Rente und ohne Kind und Kegel schon umgekehrt in den Osten rüber gemacht;).Denn da ticken sogar scheinbar die Politiker vernünftiger als bei uns;-). Bleiben Sie munter und liebe Grüße
aus der momentan sehr grauen Eifel! PS: Unser Landkreis war übrigens bis gestern noch Inzidenzmäßig unter 50 und nun wieder leicht drüber, weil es in unseren Altenheimen immer wieder die meisten Infekte gibt, was leider nicht in den Griff zu bekommen ist. Bis hoffentlich bald!

Norbert Heyer | Mo, 7. Dezember 2020 - 13:05

„Heute und Tagesschau“ informiert nicht umfassend und neutral, sondern eindeutig links- grün. Kommentare geben keine Denkanstöße sondern vorgestanzte Einheitsmeinung zum Besten. Beim Krimi weiß man vor der Klärung, wer der eigentlich „Böse“ ist: Zumindest ist er dem rechten Spektrum zuzuordnen, der Migrant ist immer hilfsbereit und integriert, der alte, weiße
Mann ist verschlagen und träumt von alten Zeiten. Gendersprache ist auch schon ganz normal, bei Fernseh-Diskussionen heißt es meist: „Vier gegen einen“ und der Moderator kämpft auch mit für die gute Sache, die richtige Gesinnung, kurz „Haltung zeigen“. Wer die vorgegebene Einheitsmeinung vertritt, zeigt keine Haltung, sondern ist ein angepasster Mitläufer. Haltung ist vielmehr die Meinung gegen den Strom. Wer sich das erlaubt, der wird aussortiert, da AfD oder Nazi. Das ist das immer sofort wirkende Totschlagargument. Dabei ist der Kompromiss - aus der Meinungsvielfalt heraus - die Lösung, mit der alle konfliktfrei leben können.

Ingo Kampf | Mo, 7. Dezember 2020 - 13:07

Ich unterstreiche jeden Satz! Als unsere Enkelin mit ihren Freundinnen zu Besuch bei uns kam, fragten die als erstes, ob wir denn kein TV-Gerät haben? Ich hielt mein I-Pad hoch und erklärte ihr, dort sind meine Zeitungen und Berichte. In bester Manier des Cappuccino-Mannes erklärte ich: Wir haben keinen TV! Dann schauten sie auf die Bücherwände und staunten: So viele!? Ja - besser, als TV!
Sie zogen ab mit dem Kommentar: Das ist ja cool!
Natürlich schaue ich die eine oder andere Sendung auf dem I-Pad. Aber das ist meist Special-Intrest. Politisch bin ich über NZZ, FAZ und Cicero jeder Zeit auf dem neuesten Stand. Nachdem ich mich an die bewußte „Regierungstreue“ des DLF gewöhnt habe, höre ich den auch. Die Leute wollen ja mal wieder im Regierungsflieger sitzen und pro domo berichten. Gott sei Dank kann man Musik streamen und muß sich nicht ständig durch politisch-korrektes Moderatoren*innen Gequassel unterbrechen lassen. Man lockt mit Musik und verteilt die links-rote Botschaft!

Heiner Sendelbach | Mo, 7. Dezember 2020 - 13:15

Sehr geehrter Herr Stegemann,
Vielen Dank für Ihre sehr zutreffende Analyse, dem ist nichts hinzuzufügen und ich hoffe in unseren Funkhäusern werden noch Meinungen außerhalb der eigenen Blase wahrgenommen.

Hans Jürgen Wienroth | Mo, 7. Dezember 2020 - 13:36

Sie haben vollkommen recht, wenn Sie sagen, dass der ÖRR den Auftrag nicht erfüllt. Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote werden nicht berücksichtigt. Ich stimme Ihnen auch zu, dass der ÖRR wichtig ist, wenn er diesen Auftrag wahrnimmt.
Leider wird im ÖRR neben einer „Infantilisierung“ der Gesellschaft ein Framing zu Lebensformen und politisch korrekten Ansichten betrieben. Erstes fängt bereits im Morgenfernsehen an, das zum Kindergarten mutiert ist, geht über die Filme, die Diskussionen weiter zu den Nachrichten, wo der Redakteur gleich den Kommentar mit erstellt hat. Mit dieser Einseitigkeit, die selbstständiges Denken gleich in die „rechtsradikale Ecke“ stellt, spaltet man die Gesellschaft. Zu allem Überfluss kommen Vertreter von NGOs als „unabhängige Gutachter“ in die Nachrichten, so als hätten die keine eigenen Interessen. Wissenschaftlichkeit darf man da nicht erwarten.

Kann ihnen nur voll und ganz zustimmen

Gerhard Fiedler | Mo, 7. Dezember 2020 - 13:37

Besser kann man die Misere unserer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nicht darstellen, so wie Sie es, sehr geehrter Herr Stegmann, mit Ihrem Beitrag getan haben. Nur wer von den dafür Verantwortlichen liest schon den Cicero oder nimmt sich Ihre fundierte Kritik zu Herzen? Hier beim Cicero stimmen Ihnen doch fast alle zu. Und richtig, nicht die 86 Cent/Monat mehr sind das Problem, sondern die Parteilichkeit und Unausgewogenheit von ARD, ZDF und DF. Und diesbezüglich wird sich auch nichts ändern, denn unsere Politik steht hinter diesem Stil von Propaganda und Volkserziehung. Wie wäre es denn da mit einem befristeten Gebühren-Streik aller Unzufriedenen? Oder fehlt uns Deutschen der Mut dazu?

Menzel Matthias | Mo, 7. Dezember 2020 - 13:42

Wieviele Kommentare dieser Art bedarf es eigentlich, bis die Verantwortlichen mal zu Verstand kommen. Man hat sich in dieser Blase so schön eingerichtet und merkt nicht wie sich die Welt verändert hat. Spätestens wenn die jetzt älteste Generation (die nichts mit dem Internet am Hut hat) ausgestorben ist, wird es eng. Dann schaut nämlich wirklich keiner mehr dieses Belehrfernsehen.

Diese liegt wohl bei den Landtagen / Landesregierungen, die umsteuern müssten. Sie werden dies aber nur tun, wenn die Wähler die derzeit Verantwortlichen zum Teufel jagen. Da dies nicht wahrscheinlich ist, wird sich nichts ändern.

Ingo frank | Mo, 7. Dezember 2020 - 13:43

gering“

Das ist doch super!! Warum? Das ist doch klar.
Hohe Quoten bei anspruchsvollen Sendungen heißt doch letztendlich hoher Prozentsatz an „anspruchsvollen/ intelligenten Zuschauern. Will das jemand der Oberen? NEIN ein dummes Volk lässt sich doch viel leichter in die richtige Grün Rote Richtung lenken.
Eigenes Denken, noch nicht einmal mehr Nachdenken verkümmert doch immer mehr und dazu trägt der Ö R in nicht unbeträchtlichem Maß bei.
Mit vielen Grüßen aus der Erfurter Republik

P.S. Der Artikel ist Spitze geschrieben und hat die Probleme benannt.

wurde unter Federführung der CDU unter H. Kohl vorangetrieben um den "Rotfunk" zu stutzen. Dabei wurde in unserer Stadt 2 Stadtteile ausgewählt, um deren Akzeptanz und Einschaltquote zu testen bzw. zu messen. Heute würde man sagen: in Stadtteilen mit "unteren Bildungsschichten". Der Zuspruch dort war überproportional gut. Das war dann das Argument, Privatfernsehsender zügig die Freigabe zu erteilen.
Das Volk wurde dann mit seichten & anspruchslosen Gedubel befriedigt.
Wie sie schon sagten, Herr Frank, es wurde "Dumm" gehalten. Rot-Grün gab es da noch nicht-nur Schwarz o. Rot.
Ich bin ein Befürworter des ÖRR aber auch ein kritischer Beobachter. Mir gefällt diese "belehrende" Art & Einseitigkeit des ÖRR auch nicht. Da müßte der Einfluß der politischen Parteien (Gremium) radikal geändert werden. Und Quote & Werbung dürfte kein Kriterium sein bzw. nicht vorkommen(Werbung).
Ist mir aber immer noch alles lieber als z.B. das amerk. Fernsehn. Da geht es um um Gewinnmaximierung.
Salute

Bernd Hartke | Mo, 7. Dezember 2020 - 14:02

"Warum es bei den immer noch üppigen Etats, den der ÖRR für seine eigenen Filme bereitstellt, unmöglich zu sein scheint, Filme zu produzieren, die auch nur ansatzweise mit der Qualität einer durchschnittlichen Netflix-Serie mithalten können, bleibt das Geheimnis des ÖRR und seiner Redaktionen." -- Nein, ein Geheimnis ist das überhaupt nicht. Die Antwort ist sehr einfach und offensichtlich: Ich entscheide mich dafür oder dagegen, ein Netflix-Abonnement zu kaufen. Meine Richtschnur: gefällt mir das Angebot? Der ÖRR muß mir diese Wahl nicht lassen, also muß er sich weder um Qualität kümmern noch darum, irgendjemandem zu gefallen. Das Ergebnis sehen wir täglich...

Wolfgang Tröbner | Mo, 7. Dezember 2020 - 14:32

Der Ruf der ÖRR ist längst ruiniert. Es geht schon längst nicht mehr um das dargebotene Programm bezüglich Sport, Film und Gameshows (dem Autor hat recht, dass machen die Privaten wesentlich besser), sondern vor allem auch um die Vermittlung von Nachrichten und Informationen. Also genau das, weshalb die ÖRR einmal gegründet wurden. Gerade hier wird das Defizit der ÖRR, insbesondere gegenüber den Privaten, immer offensichtlicher. Wer sich einigermaßen informieren will, schaltet die Nachrichten der ÖRR ab, denn hier gibt es keine unabhängigen Nachrichten mehr, sondern bestenfalls nur selektive Informationshäppchen, die durch die mittlerweile unsägliche Sprache (Framing) mittlerweile schon fast ungeniessbar geworden sind. Wer sich um seine geistige Gesundheit sorgt, ist bei den ÖRR vollkommen falsch. Und da stellt sich schon die Frage, warum man als Zuschauer so viel Geld für fast Nichts zwangsweise ausgeben soll. Ich sehe es nicht mehr ein, die ÖRR-Mitarbeiter so fürstlich zu päppeln ...

Manfred Sonntag | Mo, 7. Dezember 2020 - 14:57

Herr Stegemann, Sie haben die Misere des ÖRR hervorragend zusammengefasst. Die Folge dieses langfristigen Versuchs der Manipulierung der Bürger, also der aktuell "Framing" genannten Doktrin, ist die Spaltung der Gesellschaft in Gut und Böse. Es erinnert mich immer wieder an die US- Versuchsanordnung "Black Box" bzw. den Film "Das Experiment". Natürlich noch in abgeschwächter Form, aber das "menschliche Rollenverhalten in sozialer Isolation und den verschwimmenden Grenzen zwischen notwendiger Autorität und willkürlicher Erniedrigung" werden immer sichtbarer. Bürger schlüpfen in die Rolle des Blockwarts, genauso wie es die Vorbilder im ÖRR täglich vormachen. Ihnen unliebsame Menschen werden diffamiert und denunziert, natürlich immer unter dem Vorwand dass es für einen höheren Zweck notwendig sei. Also wäre ein liberal-neutraler ÖRR entsprechend des Vermächtnisses von Hajo Friedrichs die wichtigste Voraussetzung für eine Entspannung in der Gesellschaft. Das glaube ich jedenfalls.

Bernd Muhlack | Mo, 7. Dezember 2020 - 15:49

Knapp 20 € mtl. sind peanuts und wer SGBII-Bezieher ist oder geistig-körperlich ein Handicap hat, ist (auf Antrag) sowieso befreit.

Es geht darum, was mit diesen Einnahmen in astronomischer Höhe passiert, daraus gemacht wird.
Meine Meinung zum ÖRR ist bekannt.
Niemals Nachrichten oder "investigative Magazine".
Einige Tatorte; 3sat, arte, phönix und das wars.

Ansonsten überlasse ich das Schlachtfeld der Debatte meinen Mitforisten.

Gestern fragte Anne Will in IHRER Sendung Herrn Norbert Röttgen, ob die CDU tatsächlich mit der AfD im Landtag abstimmen werde.
Eine hervorragende Antwort seitens Röttgen und der selbstherrlichen öff-rechtl. Talkdame entgleisten sämtliche Gesichtszüge!
Der alte Anwaltsgrundsatz: stelle niemals eine Frage, deren Antwort du nicht absolut sicher kennst und welche dir nutzt!
Genau das ist der Knackpunkt des ÖR-TV!
Wie kann man es wagen dem GUTEN, moralisch Unangreifbaren nicht zuzustimmen?
Tja, Frau Will, dumm gelaufen, gell?

(Kann man das rückgängig machen?)

Markus Michaelis | Mo, 7. Dezember 2020 - 15:50

"Denn die Gesellschaft kann es sich nicht länger leisten, ihre Widersprüche nur vor den Bildschirmen auszutragen."

Ja, das ist denke ich der wesentliche Punkt. Gesellschaften haben einerseits notwendig immer ihren beschränkten Horizont (ihre Auswahl an Aufmerksamkeit und Werten). Solange sich die Menschen halbwegs einig sind und es funktioniert, ist das normal und ok.

Ich nehme den ÖR als Vertreter einer staatstragenden Schicht dagegen so wahr, dass man feste Werte (oft nur Redeweisen) hat, diese aber in einer immer bunteren Gesellschaft (gerade auch durch Zuwanderung) von zu wenig Menschen geteilt werden und in der gegebenen Realität immer weniger funktionierend sind.

Man hofft, dass diese Probleme nur durch Rechts kommen und den ÖR als Bollwerk dagegen zu haben. Es bräuchte aber die Einsicht, dass viele Probleme real und tief verankert sind und auch im Fernsehen diskutiert werden sollten - nicht nur Traumgebilde, wie es theoretisch schön wäre.

Walter Bühler | Mo, 7. Dezember 2020 - 16:06

..., lesen zu können, dass ich nicht der einzige bin, der unter dem miesen Niveau leidet. Einem Fachmann wie Herrn Stegmann geht es ähnlich! Prima!

Grauenhafte Quizsendungen in grauenhaften Räumlichkeiten, immer gleiche Talk-Shows mit den immer gleichen Gästen. Beim Jarasch-RBB ewiges Recycling oller Berlin-Kamellen, Fernsehen für Vergessliche oder gar demente, und gleichzeitig Wahlkampf für die diversen kindischen Grünen. Einfach öde. Sind wir Berliner wirklich so blöd, wie uns der rbb einschätzt?

Michael Sauer | Mo, 7. Dezember 2020 - 16:14

Ich dachte immer Stegemann sei ein Linker, aber das ist schon der zweite Beitrag, den ich fast komplett unterschreiben könnte.

... dass auch "Andersgläubige" hin und wieder vernünftige Ansichten haben! Es lebe die echte Toleranz!

Günter Freiherr von Künsberg | Mo, 7. Dezember 2020 - 16:22

weil es nicht um 0,89 € geht, sondern um einige Millionen ist abzusehen, mit welcher Tendenz die ÖRR über das Koalition-und Abstimmungsgeschehen in Sachsen-Anhalt berichten. Bleibt die CDU bei ihrer ablehnenden Haltung, die offensichtlich aber der Koalitionsvereinbarung entspricht, kommt das Totschlagargument der Zusammenarbeit mit der AfD, das Alle mit Genuss verwenden. Die Rundfunkanstalten, weil sie bei der Erhöhung kassieren, alle anderen Parteien, weil sie hoffen die CDU damit in AfD-Nähe und damit in Misskredit zu bringen. Wenn im Bundestag Afd und Linke identisch abstimmen werden solche Vergleiche nicht gezogen. Wenn SPD und Grüne mit Kommunisten Koalitionsvereinbarungen eingehen (knallrot, rot und grün) wird dies als demokratische Selbstverständlichkeit verstanden. So sieht nun mal Tendenzberichterstattung aus. Sie ist aber nur deshalb möglich, weil das Programm der privaten noch schlechter ist.

Lisa Werle | Mo, 7. Dezember 2020 - 18:11

Danke, Herr Stegemann, Zustimmung pur!

Peter Lutz | Mo, 7. Dezember 2020 - 18:21

Sehr geehrter Herr Stegemann,
das ist ohne Übertreibung der mit Abstand beste, ehrlichste und ausgewogenste Artikel zu dem Thema den ich bisher genießen durfte! Dem gibt es von meiner Seite (beinahe) nichts hinzu zu fügen. Bei der Kostenersparnis des ÖRR sehe ich dennoch ein eine weitere Option die Kosten zu senken. Ich frage mich schon lange ob es sein muss, dass wir so viele Radio und Fernsehprogramme, vor allem die Regionalprogramme 24 h / 7 Tage senden müssen? Die einzige Ausnahme ist meines Wissens der KIKA.

Linda Martin | Mo, 7. Dezember 2020 - 19:14

Der Autor trifft den Nagel auf den Kopf. Es geht nicht um "nur 86 Cent". Mal ganz abgesehen davon, daß dieses Jahr das Geld eigentlich im Überfluss vorhanden sein müsste, sind doch die meisten sportlichen Großereignisse dieses Jahr dem Virus zum Opfer gefallen. Das übrige Programm besteht entweder aus Wiederholungen oder es ist so grottenschlecht, daß ich mittlerweile meine Fernsehzeitung abgeschafft habe. Und selbst beim Versuch, mich gelegentlich über das aktuelle Tagesgeschehen zu informieren, fühle ich mich durch plumpes "framing" und gesprochene "Gendersterchen" alles andere als objektiv und umfassend informiert, sondern oft einfach nur noch genervt.
Die Gründe, weshalb diese Gebühren ursprünglich durchaus mal eine Daseinsberechtigung hatten, sie existieren einfach nicht mehr. Und mal ehrlich: Brauchen wir ernsthaft dazu noch 74 öffentlich-rechtliche Radiosender?

Maik Harms | Mo, 7. Dezember 2020 - 20:24

Es spielt leider überhaupt keine Rolle, ob Herr Stegemann "gerne bereit" ist, die Gebührenerhöhung zu zahlen, denn er hat schlicht keine Wahl. Genau das ist der Pferdefuß des ÖRR. In Zeiten von Streaming und Abosendern ist es nicht mehr nötig, alle Haushalte zur Finanzierung von Sendern zu verpflichten. Wer gute Reportagen und Nachrichten will, der könnte ein entsprechendes Abonnement abschließen, wen das nicht interessiert, der schaut es auch jetzt nicht.

Jost Bender | Di, 8. Dezember 2020 - 01:39

mir einzugestehen, dass meine Zustimmung zu diesem Essay von Bernd Stegemann bedenkl. nah an 100% liegt: Geht mir alles genau so: Bin für den ÖR & habe zugl. ähnlich kritische Anmerkungen...
Das gibt mir jetzt aber das ungute Gefühl, mich hier gerade in meiner 'Echokammer' aufzuhalten - und das soll man ja nicht. Bin ich sonst auch gar nicht gewohnt, mich in einem medialen Umfeld koherenter Wahrnehmungen zu bewegen.
Um dieses irritierende Störgefühl der Konformität loszuwerden, hier doch noch etwas Kritik: Was die Eigenproduktionen der ÖR-Sender angeht, da übertreibt Stegemann nun doch ein bisschen: Neben dem beschriebenen polit-pädagogischen 'Agitainment' a là "Ökozid" o. "Aufbruch ins Ungewisse" (dt. Bootsflüchtl. in Afrika) oder dem absurd-ahistorischen Staffel-Remake v. 'das Boot', (für das d. ZDF die Rechte erwarb) neben solchem Müll gibt's eben auch (m.A.n.) inspirierende Produktionen wie das Kammerstück 'Gott' v. Ferdinand v. Schirach o. die WDR-Reihe 'Musik im Dialog' et al.

Helmut Sandmann | Di, 8. Dezember 2020 - 04:08

Der Artikel von Hr. Stegemann zeigt zwar die Schwachstellen des oeffentlich-rechtlichen Rundfunks aber was in der Analyse fehlt ist eine Reduzierung des Angebots und eine Reduzierung der Gebuehr auf z.B. 10 Euro. Wozu die vielen Sender wenn doch sowieso ueberall aehnliches gezeigt wird, und die Talkshows in denen immer dieselben Personen eingeladen sind, und man meist einer Meinung ist, von der seichten Unterhaltung ganz zu schweigen.

Ernst-Günther Konrad | Di, 8. Dezember 2020 - 08:47

Sie denken nicht alleine so Herr Stegemann. Gestern bei Focus ein Artikel unseres schmerzlich vermissten Dr. Kissler zum gleichen Thema mit gleicher Ausrichtung und gleichem Analyseergebnis, den er in der NZZ veröffentlicht hat und als Gastautor auch beim Focus. Inzwischen sind selbst bei den regierungstreuen Medien vermehrt Artikel zu lesen, die sich kritisch mit den ÖRR auseinander setzen. Auch hier im Forum überwiegend kritische Anmerkung zum ÖRR und die GEZ-Zwangsgebühren. Steter Tropfen höhlt den Stein. Es muss eine breite prolitische und gesellschaftliche Debatte her, die sich inhaltlich und nicht parteipolitisch mit dem Thema auseinandersetzt. Die Bürger haben die "Schnauze" voll, ständig zu hören, dass man wegen der AFD nicht für oder eben gegen etwas stimmt. Ich bin konservativ, kann aber vernünftig begründete Anträge selbst von Linken oder Grünen gut finden, wenn auch selten. Ein deutlich abgespeckter ÖRR zwei oder drei Sender, die Mitarbeiter zahlen alle in die Rentnekasse.

Kurt Kuhn | Di, 8. Dezember 2020 - 10:10

Ich habe zwei Großmütter, eine Mutter, eine Schwester und eine Ehefrau. Auch sonst kenne ich viele Frauen und Kolleginnen, die ihr Privatleben und ihren Job meistern. Sie alle verdienen meinen Respekt!
Meine offene Meinung über die *Innen würde die Redaktion des CICERO hier aber gar nicht durchlassen.
Mit dieser Sprachpanscherei des ÖRR ist das Maß meiner Geduld übergelaufen. Vor 22:00 Uhr gibt es sowieso nur Unterhaltung (oder Unter-Gehaltung) und auch sonst ist die ganze ÖRR-Propaganda für mich unerträglich geworden.
Ein paar weniger Programme reichen auch zur „umfassenden Information“ der Steuerzahler. Hier könnte auch mal gekürzt werden.
Also, nein zur Erhöhung der Rundfunksteuer!

Vielen Dank für den sachlichen und absolut zutreffenden Beitrag, Herr Stegemann.

Andreas Müller | Di, 8. Dezember 2020 - 12:03

Herforragender Kommentar der es auf eine unidiologische Art auf den Punkt bringt.

Günter Johannsen | Di, 8. Dezember 2020 - 12:07

"Und zu dieser Vielfalt gehört eben auch, dass eine Erhöhung der Rundfunkbeiträge um 86 Cent zu öffentlichen Diskussionen führt, welche Art von Rundfunk hier unterstützt wird."
Jener grün-linke vormundschaftliche Journalismus, der sich in Gesamt-Deutschland breitgemacht hat, produziert mit Fleiß immer öfter politisch motivierte Fake News. Er erkennt den Leser nicht mehr als den mündigen Leser an, sondern sieht im Leser den Dorftrottel, dem man das wahre Gute einhämmern muss. Dieser vormundschaftliche Journalismus, der sich volksnah und menschlich gibt, liegt ein sehr fragwürdiges Menschenbild zugrunde, das ich aus vierzig Jahren DDR-Erfahrung gut kenne.
Diesem Journalismus, der den Namen nicht verdient, darf man nicht vertrauen, weil er uns vorgeben will, was wir zu denken haben
Deshalb lehne ich diese Gebührenerhöhung ab! Zwangsgebühren für ideologische Berieselung sind eines demokratischen Staates unwürdig und gehören abgeschafft!

Robert Freidrich | Di, 8. Dezember 2020 - 14:35

Ja Herr Stegemann, so ist die Lage. Hoffnung auf Änderung sollte man sich erhalten. Die GL sind bestimmt nicht die Mehrheit, lasst sie einfach mal faseln.