Jörg Meuthen beim AfD-Parteitag im vergangenen November / picture alliance

AfD-Vorsitzender Meuthen im Interview - „Eine Folge der schrillen Töne“

Bei den beiden Landtagswahlen am vergangenen Sonntag musste die AfD herbe Verluste einstecken. Im Interview erläutert Parteichef Jörg Meuthen, woran das seiner Meinung nach gelegen hat und wie es jetzt weitergehen soll. Den Kampf gegen die „völkische“ Strömung will er fortsetzen.

Alexander Marguier

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Jörg Meuthen ist seit 2015 einer von zwei Bundesvorsitzenden der AfD. Der 59 Jahre alte Wirtschaftswissenschaftler ist Abgeordneter seiner Partei im Europäischen Parlament.

Herr Meuthen, sowohl bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg wie auch bei der in Rheinland-Pfalz hat die AfD so starke Stimmeinbußen wie keine andere Partei erlebt. In Baden-Württemberg war es mit 9,7 Prozent ein Minus von 5,4 Prozentpunkten gegenüber 2016; in Rheinland-Pfalz mit 8,3 Prozent ein Minus von 4,3 Prozentpunkten. Außerdem hat Ihre Partei in Baden-Württemberg beide Direktmandate verloren. Sind die großen Zeiten der AfD vorbei?

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Gerhard Schwedes | Fr., 19. März 2021 - 12:15

Meuthen ist nicht von ungefähr Professor. Er trifft den Nagel auf den Kopf. Die AfD braucht keine Landsknechte. Gerne wollte ich allerdings einmal wissen, ob Höcke und Konsorten immer noch dumme Sprüche klopfen oder sich Ausrutscher leisten. In den Zeitungen liest man jedenfalls nichts davon, immer nur Pauschalurteile, aber nichts Konkretes. Und seit den bösen Ausrutschern Höckes habe ich keine Rede von ihm gehört, die anstößig gewesen wäre. Den so genannten Flügel zu durchschauen, scheint mir gar nicht so leicht zu sein. Es kann aber sein, dass mir schlicht und einfach die Informationen darüber fehlen. Vielleicht kann mir hier jemand weiter helfen.

Ich kann es versuchen. Höcke hat in zehn Anmerkungen seine Analyse des Debakels für die AfD geliefert und zugegebenermaßen in ungewohnt sachlichem Ton. In einigen Punkten kann ich ihm zustimmen (Anmerkung 1-6, 8) bei anderen würde ich widersprechen (9, 10 und die Schlußfolgerungen). Wenn er meint, seine Klientel bei den v.a. bei den Nichtwählern sammeln zu können und dafür die "bürgerliche Mitte" vernachlässigen zu dürfen, liegt er m.E. falsch. Und die parteiinternen Ursachen für die Verluste hauptsächlich beim moderaten Teil (Meuthen u.a.) der Partei zu suchen, ist für mich mehr als problematisch. Das mag für das Beitrittsgebiet weitgehend stimmen, für die alte BRD sicher nicht. Und da muß Höcke sich die Frage stellen, wo Wahlen zum Bundestag gewonnen werden.

Ronald Lehmann | Sa., 20. März 2021 - 11:17

Antwort auf von Robert Hans Stein

Wohin soll politisch die Reise in der AFD gehen & mit wem?
Das ich persönlich bei allen Bauchschmerzen habe, liegt doch schon daran, dass für Politiker 365 Tage der 1.April sein kann, ohne das dies Konsequenzen für die Person & die Zukunft der Partei hat. Bei den einen habe ich das Bauchgefühl, es geht um Macht & Knete. Beim anderen geht es mir um Darstellung ohne Pläne & Konzepte.
Welche Möglichkeiten habe ich als Wähler?

Weiter so unter dem Oracle der Macht Merkel & ihrer Religion?

Oder nicht wählen zu gehen, wo alles so weiter geht?

Oder wenigstens einen Versuch zu unternehmen, was zu ändern, dass ein jeder bei einer aufrechten Haltung mit Wahrheit, Mut & Demut, jedoch ohne Spaltung & Hass einen gemeinsamen Weg in den schwierigen Zeiten zu finden, um nicht ins Chaos, der geistigen & körperlichen Versklavung, des Chaos & der Preisgabe der europäischen Errungenschaften der letzten 150 Jahre, die dann automatisch auf den Müll kommen.
Wie könnte die Zukunft zum Wohl aussehen?

Meuthen ist ein intellektueller Träumer genau so wie es Lucke war
und wird wie dieser scheitern. Er scheut die heiße Küche und zieht es vor im wohltemperierten EU Parlament, der Abstellkammer unfähiger nationaler Politiker, zu wirken. Der Herr badet lieber lau hätte wohl Wehner gesagt. Die AfD ist der Paria der Parteien unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung. Die politischen Gegner und die Mehrheit der Medien werden verhindern, dass sie je als normale konservative Partei wahrgenommen wird. Was für einen Franz Josef Strauß strategisch recht war nämlich, dass es rechts der CSU keine Partei geben darf, muss der AFD billig sein, indem sie auch einen rechten Flügel und ihre Anhänger in der eigenen Partei duldet, sofern der rechtlichen Rahmen nicht überschritten wird. Dieser ist in einem Rechtstaat sehr weit, was bisher nur den linken Parteien und ihrer teils extremen Anhängerschaft zu Gute kommt.

Robert Müller | Sa., 20. März 2021 - 11:36

Antwort auf von Manfred Schmidt

Ganz so unwichtig ist das EU-Parlament nicht. Jetzt wo Orbans Partei aus der EVP ausgetreten ist, könnte es eine größere Zusammenarbeit der Parteien rechts der EVP geben. Meines Wissens nach gab es dazu vor einigen Jahren bereits Diskussionen, die aber zu nichts führten. Zum Teil vielleicht auch weil etliche AfD-Abgeordneten auf EU Ebene bei erster Gelegenheit die Fraktion wechselten. Anderseits, Parteien, die gegen die EU sind, ob die zusammenarbeiten wollen? Zusätzlich positioniert sich zB. Salvini als Antideutsch und auch in Frankreich macht man gerne am rechten und linken Rand gegen Deutschland Stimmung. Wie geht das mit einer nationalistischen Partei zusammen, was die AfD ja ist.

Benno Borowski | Sa., 20. März 2021 - 17:27

Antwort auf von Manfred Schmidt

Werter Herr Schmidt,
ich kann Ihnen nur voll zustimmen in IhrerAnalyse! Deutschland (und auch die Welt insgesamt) steht vor einem nicht revidierbaren, existenziellen Punkt in der Weltgeschichte! Die Fortführung der Parteien-Kungelei, der egoistischen Ausrichtung auf eigene Interessen und Vorteile führt direkt zu dem Abgrund, den sich wohl niemand vorstellen kann - und will. Die AfD sollte einen streng nationalistischen Kurs verfolgen - Nationalstaaten innerhalb einer Staaten-Gemeinschaft. Diese "Alle Menschen werden Brüder/Schwestern"-Vision der EU-Träumer ist so unreliasierbar wie wie die Wandlung des Mondes zur neuen Sonne.

Dieter Freundlieb | Fr., 19. März 2021 - 12:17

Ich habe noch immer die Hoffnung, dass sich herr Meuthen mit seinem gemäßigten Kurs in der AfD durchsetzen kann. Mehr denn je brauchen wir eine Partei, die der links-grünen Ideologie der Altparteien etwas entgegensetzen kann. Ich war selbst ein Jahr lang Mitglied, bin aber wieder ausgetreten, als Frau Petry aus der Partei hinausgemobbt wurde. Einer Partei, die mehr oder weniger einheitlich den Kurs von Herrn Meuthen vertritt, würde ich wieder beitreten. Die immer wieder beschworene 'argumentative' Auseinandersetzung der etablierten Parteien mit der AfD besteht leider nur aus Diffamierung und dem Zitieren von kontextfreien Satzbruchstücken aus Reden von ausgesuchten Politikern wie Björn Höcke. Dabei können die Kritiker oft nicht einmal seinen Vornamen korrekt wiedergeben. Die manchmal fast panikartige Angst der etablierten Parteien kann ich mir nur so erklären, dass sie befürchten, die früheren und immer noch andauernden Fehler der Migrationspolitik offen zugestehen zu müssen.

Nicht nur Rudolf Augstein sprach von einem Denkmal der Schande !
Tiefpunkt dieser Debatte war die Rede des Schriftstellers Martin Walser in der Paulskirche 1998. Der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels sagte über die damalige Diskussion um das Holocaustdenkmal, hier könne "die Nachwelt einmal nachlesen, was Leute anrichteten, die sich für das Gewissen von anderen verantwortlich fühlten. Die Betonierung des Zentrums der Hauptstadt mit einem fußballfeldgroßen Albtraum. Die Monumentalisierung der Schande."
Erst als ein junger AfD Politiker der gleichen Meinung war , da begann ein großes Geschrei in den alten Parteien , den Medien und dem ÖRR .
Politiker , wie Herr Professor Meuthen , die schon ihr eigenes Geld verdient haben , die werden von Politikern , die über Listen in den Bundestag geschoben wurden , aus gegrenzt . Es sollten nur Politiker in den BT kommen , die schon eigenständig Geld verdient hatten . Das würde uns viele Politiker der Altparteien ersparen .

Sie werden doch sicherlich eine seriöse Quelle für diese Behauptung vorweisen können. Oder?

Wer nicht von vornherein Höcke ablehnt, ganz gleich, was er sagt, konnte seinen Aussagen zum Denkmal sehr genau entnehmen, wie das gemeint war. Für ihn ist es ein Denkmal der Schande in dem Sinn, dass es kein anderes Land gibt, das sich ein Land für die grösste Schande, die es in seiner Geschichte gegeben hat - in diesem Fall der Holocaust - ein Denkmal gesetzt hat. Das Denkmal selbst ist also für Höcke keinesfalls eine Schande. Die Schande ist und war der Holocaust.

Ob man ein Denkmal setzen soll, das für unbestimmt lange Zeit an diese Schande erinnert, darüber kann man streiten. Angesichts der Tatsache, dass es kaum noch lebende Menschen gibt, die eine Verantwortung für den Holocaust tragen, halte ich selbst es für zweifelhaft, dass ein solches Denkmal für den sozialen Frieden förderlich ist. Es erschwert auch die Integration für Einwanderer, die nun wirklich nichts mit den Schandtaten der Nazidiktatur zu tun haben.

Auch ich gebe die Hoffnung nicht auf. Die Hoffnung darauf, dass die AfD die Last des ihr angedichteten braunen Mantels (leider durch Zeitgenossen verursacht, die eigentlich nicht in die AfD gehören) abwerfen und sich endlich als Partei etablieren kann, der ich als einzige zutraue, das Steuer in diesem Land herumzureißen. Ich hoffe, dass diese Partei eines Tages soviele Stimmen erhält, dass sie nicht länger durch unsere etablierten "Volksvertreter" gemeinschaftlich ignoriert und ausgegrenzt wird. Ich wünsche mir, dass die AfD einmal so stark wird, dass Vertreter unserer wunderbaren etablierten Parteien darum winseln, mit der AfD eine Koalition eingehen zu dürfen. Und ich hoffe, dass in einem solchen Fall diese Ansinnen mit einem Tritt in den Allerwertesten der Vertreter dieser Parteien, die unser Land in den Ruin treiben werden, "belohnt" wird.

Annette Seliger | Fr., 19. März 2021 - 13:19

Rede auf dem Parteitag bezwecken? Es gibt zwar schlichte Gemüter, welche die politische Instrumentalisierung des Verfassungsschutzes nicht durchschauen, aber grundsätzlich gibt die AfD bei den Themen: Migration, Energiewende und EU (u.a. unrechtmäßige Staaten Finanzierung über EZB) potentiellen Wähler, die mit dem Regierungshandeln nicht einverstanden sind, eine Wahloption. Der Politikbetrieb in den Parlamenten ist ein lukrativer Job und die Etablierten bangen um ihre Plätze an den Fleischtöpfen. Deswegen wird mit allen Mitteln diffamiert und stigmatisiert und selbst auf den verdeckten Einsatz von Steuermitteln über diverse "Projekte für die Demokratie" oder den "Kampf gegen Rechts" wird zurückgegriffen. Dies ist armselig, wenn sich die etablierten Parteien nicht anders zur Wehr setzen können.
Es zeigt aber auf, dass die Regierung Merkel ihre eklatanten und epochalen politischen Fehler nach wie vor versucht mit dem altbekannten Mittel zu bekämpfen - dem Geld der Steuerzahler!

Auch das der Steuerzahler. Selbst Meuthen nominiert sich für das sogenannte EU-Parlament ( wo auch eine v. Storch vorher war ) weil das dort besser bezahlt und finanziell ausgestattet ist als ein Bundestagsmandat, und, weil ein gewählter MEP keinerlei ernsthafte Arbeitsverpflichtung hat, und jeder öffentlichen Beobachtung weiter entfernt ist. Niemand in der AfD hat etwas anderes im Sinn als die vom Parteienstaat geschaffenen Fleischtöpfe mit möglichst vielen Funktionären zu besetzen. Aber niemand hat die Absicht, inhaltlich und organisatorisch eine alternative Partei zu sein, mit e-Mitgliedschaft, parteiinternem e-voting, und täglichen Angriffen auf die parasitäre Parteienwirtschaft. Man will nur selbst ein fetter Parasit werden.

auf dem AfD-Parteitag wurde von dem einen oder andern AfD-Mitglied wohl durchaus begrüsst. Immerhin, liebe Frau Seliger, machen Sie aus Ihrem politischen Standpunkt kein Geheimnis. Dass Sie der AfD geneigt sind, ist ja schon lange bekannt, dass sie dort eher beim Flügel zu verorten sind, ist aufschlussreich.
Vor dem Hintergrund muss man sicher auch Ihre "Meinungen" zu Corona werten.

Wer guten Glaubens ist, mag annehmen, Meuthen habe in seinem Brüssler "Exil", also weit weg von den deutsch-nationalen Blasen, ein wenig zur Vernunft gefunden. Ob sein scheinbar gemässigter Standort ehrlich ist, oder nur der Angst um die eigene politische und berufliche Zukunft geschuldet ist, wird nur die Zukunft zeigen. Immerhin hatte Meuthen in der Vergangenheit keine Schwiergigkeiten, zusammen mit Rechtsextremisten am Kyffhäuser die nationale Erweckung zu bejubeln, oder sich mit einem Herrn Kubitschek und anderen "demokratieskeptischen" Persönlichkeiten in schönster Eintracht zu präsentieren.

sie haben einen ungehobelten Diskussionsstil!

Sie sollte doch ganz einfach Mal zur Kenntnis nehmen, dass es Menschen mit anderer Meinung gibt oder gehören Sie zu den staatlich finanzierten Schreiberlingen, die alles was nicht stramm auf Regierungskurs in einer diffamierenden und zum Teil beleidigenden Weise niederschreiben.

Sie können gerne versuchen in einen auf Fakten basierenden Diskurs einzusteigen, aber ich denke ihre Argumente zu Klima, Energie, Migration und EU sind einfach zu schwach.

Werte Frau Seliger,

auch wenn ich kein Fan des Herrn Lenz bin, so möchte doch auch ich sagen, dass mir der Einleitungssatz Ihres 1. Beitrags, so gar nicht zum Rest des 1. Beitrages zu passen scheint.

Die Rede Meuthens war m. E. überfällig u. im Kern richtig.

Da fällt mir noch der Satz ein, dass ja bekanntlich nur getroffenen Hunde aufjaulen...

Sie weisen auf die 3 Themen hin, die für manche konservative Wähler die entscheidenden Stolpersteine sind, sich von den Altparteien abzuwenden und die AfD zu wählen: Migration, Energiewende und EU.
Ich würde hier noch die Griechenlandrettung auf Kosten des deutschen Steuerzahlers davorsetzen und das Thema "innere und äußere Sicherheit" anfügen. Insgesamt handelt es sich um die Schwerpunkte im AfD-Programm, denen ich aus sachlich-logischen Gründen zustimme. Ich kann nicht erkennen, dass das irgend etwas mit links, rechts, oben oder unten zu tun hatte. Insofern ist die AfD für mich eine Variante der Mitte, eben die Vor-Merkel-CDU.
Was die Medienkritik an bestimmten Formulierungen führender AfD-Köpfe angeht, so kann ich hier nur in wenigen Fällen kritikwürdige Ausrutscher wie "Vogel---" erkennen. B. Höckes "Schande" für das Berliner Holocaust-Denkmal ist vielfach interpretierbar. Ist es nicht eine Schande, so wie es an unsere Schande erinnert? Grüße vom östlichen Grenzfluss!

Welche Parteien in ein Parlament einziehen dürfen und welche nicht, dürfen nicht die Parteien entscheiden, sondern der Souverän: der Wähler. Die Opposition überwacht im Idealfall die Tätigkeit der Regierung kritisch und bietet Alternativen an.
Aber leider sehen nicht alle Wähler in diesem Parteienwettbewerb ihren Vorteil - unglaublich aber wahr. Wer und warum hat es dem Wähler nur eingeredet? Die Antwort haben Sie, Frau Seliger, bereits gegeben.

Klaus Funke | Fr., 19. März 2021 - 13:57

Lieber Prof. Meuthen, Sie irren, der Feind steht nicht im eigenen Lager. Der Feind steht außerhalb. Und auch für Sie gilt der alte Bebel-Spruch: Wenn mich meine Feinde loben, habe ich etwas falsch gemacht! Noch nicht ausgemacht für mich ist indes, ob Herr Meuthen nicht das U-Boot ist, das man ausgesandt, um die Partei von innen her zu zerstören.

Meuthen ist nun seit fast vier Jahren im EU-Parlament, und ich habe von ihm seit langem nichts EU-kritisches mehr gehört. Das liegt ja vielleicht auch an dem unglaublichen Einkommen, vielen Angestellten und weiteren Vergünstigungen.
Daß er die AfD jedoch "säubern" gibt er ständig zu Protokoll. Lucke wollte vor nunmehr fast neun Jahren mit den Freien Wählern kooperieren. Das scheiterte in Niedersachsen auf traurige Weise. Die freien Wähler tun doch nur ein bißchen so, als treten sie in erster Linie für die Bürger ein. In der prakltischen Politik wollen sie mehr Staat und Betütelung, welches selbstredend aus Steuergeldern bezahlt wird. Wer unter der erhöhten Steuterlast, der Inflation, den nicht mehr bezahlbaren Wohneigentum, den Mieten, den Strom- und Benzinpreisen zu leiden hat, wird auch von denen großzügig ausgeblendet. Die Freien Wähler bieten ein Mehr des immer Gleichen, mit oder ohne Straßenbaubeiträge.

Hans Jürgen Wienroth | Fr., 19. März 2021 - 14:07

Eine AfD der leisen Töne ist bei unseren Medien nicht existent. Bei den Wahlen im Südwesten waren fast nur die MP sichtbar und gerade wird die CDU von den Medien mit der Maskenaffäre „aufs Korn genommen“. Neue, zusätzliche Parteien werden in Konkurrenz zur AfD gestellt. Da sind die „Freien Wähler“ und die Querdenker mit „der Basis“. Erstere sind grün und werden als konservative Alternative befördert, letztere sollen als Alternative verfassungstreu sein. Ich habe von der AfD selbst bisher keine verfassungsfeindliche Äußerung gehört. Mit den neuen Parteien und dem Verfassungsschutz wird man doch die neue Konkurrenz rechts und links der CDU aus dem Bundestag heraushalten können. Dann muss man nur noch die merkellose CDU klein halten, um die Klimawende zu schaffen. Das neue grüne Programm zeigt doch den richtigen Weg: Alles fürs Klima, das Geld kommt vom Staat. Wie heißt mein Lieblingsspruch: Durch Arbeit versaut man sich das ganze Leben.

Wolfgang Jäger | Fr., 19. März 2021 - 14:27

Gut, dass man hier ein solches Interview überhaupt lesen kann (darf)! Wenn man sich heute das Wahlprogramm der Grünen ansieht, dann kann einem wirklich übel werden. Von der CDU/CSU bisher keine Reaktion. Wenn es für diesen öko-grün-linken Wahnsinn überhaupt Gegenwind gäbe, dann müsste er massiv von allen bürgerlichen Strömungen kommen, also von CDU, CSU, FDP und AfD. Den Kampf gegen den heraufziehenden Öko-Sozialismus kann man nur gemeinsam gewinnen. Dazu muss die AfD noch kompatibler werden und die CDU/CSU bzw. FDP müssen klar ausschließen, sich mit den grünen Transformierern und Post-Corona-Träumern ins Bett zu legen. Der Frontalangriff muss hörbar aus der vereinten bürgerlichen Ecke kommen. Dann würden sich die Wahlerfolge auch wieder einstellen. Die bisherige konsequente ignorante Haltung der CDU/CSU allem gegenüber, was aus Richtung AfD kommt, wird ihr sonst möglicherweise das Genick brechen. Man muss den Mut haben, möglichst rasch aus dem Merkel'schen Fahrwasser herauszukommen.

Bernd Muhlack | Fr., 19. März 2021 - 16:55

Vorab, ein VerwG "interveniert" nicht, sondern es gibt einem Antrag, einer Klage statt; hier einem Antrag der AfD zum Erlass einer einstweiligen Anordnung.
Nur zur Klarstellung.

Dieses Interview ist quasi eine prototypische Anstiftung, Beihilfe zu den insoweit üblichen Debatten hier im Forum.
Why not? ?

Es werden die üblichen Klingen gekreuzt werden.

In der Tat, was hat Frau Dr. Weidel in Moskau zu suchen?
War unsere Kanzlerin nicht "früher" ebenfalls oft dort?
Ach ja, das waren ja die tollen Kommunisten.
Lassen wir solch banales, billiges Gedöns!

Seit Herbst 2020 schreibe ich ständig, dass 2021 "krass" werden wird.
"Die Corona-Krise ist eine große Chance.
Der Widerstand gegen Veränderung wird in der Krise geringer", ergänzte BTpräs Schäuble (CDU) mit Blick auf die Wirtschafts- und Finanzunion, die "wir politisch bisher nicht zustande brachten."
Wiener Zeitung

Ich übergebe nun den ciceronischen Paukboden an die Combatanten!
Ausgetragen wird eine Mensur zu 20 Runden à 3 Hiebe.

Geistvoll, humorvoll, treffend. Zum Thema Meuthen und dass er für die AfD die richtige Alternative darstellt, sage ich: Wenn man einem Wolf die Zähne ausbricht, damit er nicht mehr beißen kann, ist das Ergebnis nicht etwa ein zahmer Wolf, sondern nur einer, der nicht mehr wehrhaft ist... ich halte Herrn Prof. Meuthen für eine gutbezahlten Hinterbänkler in Brüssel, der froh ist, mit dem Tagesgeschäft in D. nicht behelligt zu werden und der deshalb, wie alle Professoren, irgendwelche Denkmodelle für die Realität ausgibt. Meuthen nützt nicht, er schadet der AfD. Die Frage ist: Von wem ist das gewollt? Wer hat ein Interesse daran? Cui bono? Wenn man Letzteres ehrlich beantwortet, ergibt sich der Sinn und Nutzen der Rolle von Herrn Prof. Meuthen. Er ist Professor für Volkswirtschaftslehre. Ob er einen Nagel gerade in die Wand schlagen kann?

Fritz Elvers | Fr., 19. März 2021 - 16:55

liegt bei ca. 10%, nicht nur in D. Darauf ist eine Partei rechts von der CDU angewiesen. Die NPD war zu offen eine Nazi-Partei, um dieses Potenzial zu heben, nur episodenweise.

Jetzt aber, wo sich die Parteien der Mitte als immer unfähiger bzw. unpolitischer und planloser erweisen, werden rechtradikale Parteien immer gefährlicher. Wir sind kein Volk von Politologen, triviales Denken bestimmte schon immer den Mainstream, sonst gäbe es keine Bildzeitung. Wenn kompetente Politiker der Mitte schlicht fehlen oder innerparteilich nicht zum Zuge kommen, wächst die Gefahr von Rechts- und Linksextremismus. Dass Merkel noch immer Kanzlerin ist, zeigt die Unfähigkeit der Parteien zur Debatte und Erneuerung. Stattdessen werden immer absurdere Themen von Wichtigtuern generiert, die das Land lähmen.

Nicola Chauvin | Fr., 19. März 2021 - 17:27

AfD = rechtsradikal. Diese ständigen Wiederholung in den "Qualitätsmedien" hat dazu geführt, dass die Dumpfbacken aus echten rechtsradikalen Ecke meinen, sich in der AfD austoben zu können. Wer Mitglieder wie Tillschneider hat muss sich nicht wundern, wenn immer wieder einmal ein selten dämlicher Spruch losgelassen wird.
Ein anderer Fehler war, dass die Junge AfD besseren Zugang zur gesamt Partei bekam. Da sind soviele unbedarfte Mitglieder, dass einem Angst und Bange wird. Aber eines muss gesagt werden, Demokratie ist für die kein Fremdwort. Wer es nicht glaubt, sollte eintreten und nicht den Amigos der CDU glauben. Alle Berufspolitiker haben bis heute nicht begriffen, sie sind temporäre Mitarbeiter und prekär Beschäftigte. Nicht unsere Erzieher.

A.Danz | Fr., 19. März 2021 - 18:26

... wir reden nichts schön und suchen die Schuld für unsere Verluste nicht bei anderen. Wir geben zu, dass auch wir mit Fehlern „in Verbindung gebracht“ und diese von Medien hochgespielt werden. Herr Meuthen, vielleicht sollten sie die schrillen Töne zumindest beim Namen nennen. Alles was ich hier lese ist, dass die AfD von allen anderen unfair behandelt wird, was auch das ewig gleiche Lamento von AfD-Anhängern ist. Hier besteht ein wesentlicher Unterschied zu den frühen Grünen, die es sich zum Merkmal machten, eben nicht wie die etablierten Parteien behandelt zu werden. Die AfD unterscheidet sich nicht so sehr von anderen Parteien, wie sie es glauben machen oder wahrhaben will und wird auch nicht anders behandelt. Anders ist die AfD in zumindest einer Hinsicht allerdings durchaus: keine andere Partei hat gegenüber den Parlamenten einen solchen Mangel an Respekt demonstriert; allenfalls die Linke kam dem nahe, die im Übrigen auch einst vom Verfassungsschutz beobachtet wurde.

Hans-Jürgen Schulze | Sa., 20. März 2021 - 18:43

Ich kann sie einfach nicht mehr lesen, die Schönschreiber im Sinne des Herrn Marguier. Wer mit solchen „Bomben“ wie geschürte Hetze, Anfeindungen in Worte und Taten, bezahlter Aufforderung gegen „Rechts“ mit ALLER MACHT vor zu gehen denen wird nicht nur geglaubt !? Nein bei denen hat es funktioniert – die totale Manipulation ihrer eigentlich normalen „Denke“. Diese undemokratischen Anweisungen von „0ben“ hat noch keine neu etablierte Partei erfahren müssen wie die AFD. Nicht einmal die SED Nachfolger und die „RUNDE Tisch Grünen“ sind derartig beschimpft worden. Heute sitzen sie auch im Bundestag, sogar als Demokraten gehen sie anstandslos durch. Was führ ein Hohn auf unsere neue Gesellschaftsform. Die da heißen wird „demokratischer Sozialismus im grünen Mäntelchen“. Geformt und geführt vom Kapital der Sponsoren und der eigenen gesetzgebenden Kassen aller Steuerzahler. Die heutige BRD im demokratischen Handeln und Denken ist meilenweit von den Regierungen vor Fr. Merkel abgekommen

Joachim Datko | So., 21. März 2021 - 12:11

Zitat: "[...] Parteichef Jörg Meuthen [...] Den Kampf gegen die „völkische“ Strömung will er fortsetzen."

Ich schätze sowohl Herrn Prof. Meuthen, als auch den Gymnasiallehrer für Geschichte Herrn Höcke. Die Souveränität der Nationalstaaten wird durch die Europäische Union immer weiter eingeschränkt.

Wir sehen zurzeit welche Schwierigkeiten die Europäische Union bei der Beschaffung von Impfstoff hat. Im Grunde genommen ist die Europäische Union für das Gesundheitswesen nicht einmal zuständig, zuständig sind die einzelnen Nationalstaaten.

Wir sollten den Mitgliedsstaaten der Europäische Union unsere politischen Positionen nicht aufdrängen. Insofern haben Politiker, die den Staaten mehr Souveränität lassen wollen, wie Herr Höcke, durchaus recht. Man sollte die Sachkompetenz von Herrn Höcke nicht unterschätzen.

Joachim Datko - Physiker, Philosoph

Tomas Poth | So., 21. März 2021 - 17:17

Verluste und Gewinne bei Wahlen sind üblich, normal und natürlich muß sich jede Partei befragen und analysieren was sind die Ursachen.
Betrachtet man den medialen Hintergrund in unserem Land dann erscheinen die Ergebnisse für die AfD als widerstandsfähig gegen die allgemeine Verhetzung.
Das konservative Potential bei der Wählerschaft ist größer als die AfD-Zahlen wiedergeben. Die Frage ist wie dies unter einem "Hut" gesammelt werden kann, oder ob mehrere "konservative Hüte" zu Regierungskoalitionen finden können.
Die Zukunft wird also sehr spannend, gerade auch in Hinblick darauf wie das Wirtschaftsgeschehen der nächsten Jahre sich entwickelt. Die Belastungen die die bisherige Regierung uns aufgeladen hat, werden sehr wahrscheinlich auch mit der nächsten fortgesetzt werden. Bis die Schwarte kracht.
Ein Wechsel wird kommen, aber wann?