Angela Merkel - Macht der Ohnmacht

Kolumne: Grauzone. Die erneute Wahl von Angela Merkel zur mächtigsten Frau der Welt wirkt zunächst seltsam. Denn nie wirkte die deutsche Bundeskanzlerin schwächer als derzeit. Doch ihre Stärke liegt darin, dass Macht heutzutage anders definiert wird

Bundeskanzlerin Angela Merkelhat die Fingerspitzen aneinandergelegt.
Angela Merkel: Die Voraussetzungen von Macht haben sich verändert / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ und „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer". Zuletzt erschien von ihm „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ bei Claudius.

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Alexander Grau

Keine Macht ohne Ohnmacht. Denn Macht ist niemals grenzenlos. Deshalb spürt keiner die Grenzen seines Einflusses schmerzlicher als der Mächtige. Und nur demjenigen, der einmal Macht hatte, kann sie zwischen den Fingern zerrinnen.

Keiner bekommt diese banale Dialektik der Macht zurzeit brutaler aufgezeigt als Angela Merkel. Eben noch wurde sie von dem US-Magazin „Forbes“ zur mächtigsten Frau der Welt gekürt. Und zeitgleich schaut sie in einem Abgrund an Ohnmacht, ausgeliefert einer Konstellation aus politischen Gegnern, die um ihre politische Zukunft kämpfen. Macht sieht anders aus, zumindest auf den ersten Blick.

Ohne Zukunftsperspektiven keine Macht

Denn Macht ist ein Versprechen auf die Zukunft. Wirklich mächtig ist nur der, von dem alle wissen, dass er auch morgen noch mächtig sein wird. Macht ohne Perspektive fehlt ihr wichtigster Hebel: die Aussicht, Zukunft zu gestalten, Posten zu vergeben, Karrieren zu fördern.

Hinzu kommt: Macht lebt von dem Nimbus der Unersetzbarkeit. Doch Merkel, die Unersetzbare, ist ersetzbar geworden – zumindest im Prinzip. Zu umstritten ist die Kanzlerin inzwischen in ihrer eigenen Partei. Zu viele warten darauf, dass die Unersetzbare ersetzt wird. Und was die Sache noch schlimmer macht: Alle reden darüber.

Es mangelt an Alternativen

Merkels Trost: Niemand hat eine Vorstellung davon, wie es nach ihr weitergehen könnte. Und dass wird noch geraume Zeit so bleiben. Genau diese Hilflosigkeit ist derzeit Merkels einzige Überlebensversicherung.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Wahl Angela Merkels zur mächtigsten Frau der Welt deplatziert und fast ein wenig zynisch. Zum siebten Mal in Folge vergab das amerikanische Wirtschaftsmagazin diesen Titel an die deutsche Kanzlerin. Doch in diesem Jahr hat er den Beigeschmack eines Nekrologs – könnte man meinen.

Macht wird heute anders organisiert

Aber vielleicht ist das falsch gedacht. Denn unser Bild von Macht und Mächtigkeit ist nach wie vor geprägt von autokratischen Herrschern vergangener Epochen und selbstherrlichen Wirtschaftspatriarchen. Macht, so bilden wir uns nach wie vor ein, hat mit steilen Hierarchien zu tun, mit Befehl und Gehorsam, mit der Fähigkeit, den eigenen Willen durchzusetzen, komme was da wolle.

Doch dieses Bild von Macht ist einfältig. So ganz gestimmt hat es ohnehin nie. Und in unserer spätindustriellen Moderne ist es endgültig obsolet geworden. Denn die Welt hat sich verändert. Moderne Organisationen, seien es nun Staaten oder Konzerne, sind zu vielstufig aufgebaut, ihre Untergliederungen zu autonom und hierarchisch flach, um zentrale Macht im klassischen Sinne ausüben zu können. Hinzu kommt, dass in spätmodernen Gesellschaften der Staat nur einer unter vielen Akteuren ist. Noch dramatischer ist das Bild unter internationaler Perspektive. Selbst der mächtigste Mann der mächtigsten Nation der Welt kommt daher sehr schnell an seine Grenzen – Donald Trump hat das allerdings bis heute nicht begriffen.

Die Kanzlerin hat das früh erkannt

Anders Angela Merkel. Die Kanzlerin weiß, dass wir in einem postpotenzischen Zeitalter leben. Macht haben nicht die, die autoritär und von oben herab kommandieren. Diese Zeiten sind lange vorbei. Einfluss hingegen hat derjenige, der die Interessen der anderen Machtlosen am besten kommuniziert und moderiert. Und das war in den letzten Jahren Angela Merkel.

Wie kaum eine andere politisch Handelnde, hat Angela Merkel verstanden, dass in multipolaren Gesellschaften Macht anders organisiert werden muss als zu Kaisers Zeiten. Macht hat heutzutage derjenige, der nicht nur am erfolgreichsten asymmetrisch demobilisiert, sondern auch derjenige, der am erfolgreichsten asymmetrisch depotenziert, also entmachtet.

Das ist Angela Merkel gelungen. Sie mag kaum Macht haben, andere haben noch weniger. Und darauf kommt es an. Dass sie sich damit selbst in einer Phase scheinbarer Machterosion immer alternativloser macht, ist dabei kein unerheblicher Nebeneffekt.

Auf den ersten Blick, scheint Angela Merkel machtloser denn je und die Wahl von „Forbes“ anachronistisch. Doch gerade in der vermeintlichen Ohnmacht liegt die Macht der Kanzlerin. So gesehen fühlt sich Angela Merkel wahrscheinlich gerade pudelwohl.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 4. November 2017 - 10:28

Neben Ihren Artikel würde ich den von Herrn Fleischhauer (SPON) stellen "Die Pastoralisierung der Politik".
Er sorgt sich um Sätze wie "Nächstenliebe kennt keine Obergrenze" von den Grünen.
Es bereitet mir im Verbund mit Merkel doch Bauchschmerzen.
Kann man die deutsche, ganz konkrete Bevölkerung in ihrem Land mit spezifischen Möglichkeiten und Bedingungen durch das Wort Nächstenliebe ersetzen und darausfolgend dieses Land durch die Nächsten?
Macht das wirklich Sinn, unabhängig davon, ob Jesus das so gemeint hätte?
Laut SPON will Schulz KONKRETE Politik gestalten.
Was hingegen könnte Merkel charakterisieren?
Überspitzt, wenn man sich die Zahlenreihe von 1 bis Unendlich denkt, hat Merkel evtl. an die Stelle der 1 dann Unendlich gesetzt.
Wenn man das Land regiert vom Asylgesetz her, von der Flüchtlingscharta der Vereinten Nationen und dem Recht auf Migration, dann evtl. vom "Ende" her.
Das Resultat könnte Unregierbarkeit sein.
Die Macht will niemand?
Merkel nimmt sie sich?

Robert Müller | Sa, 4. November 2017 - 10:30

Nummer 2 soll Theresa May sein, Nummer 3 dann Melinda Gates. Bei dieser Auswahl liegt Merkel auch meiner Meinung nach vorne, die Einäugige ist halt König unter den Blinden. Ich sehe da kein großes Geheimnis am Werk und am Mythos Merkel zu stricken, wo keines ist, würde ich ablehnen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 4. November 2017 - 10:44

Ist Merkel mit dieser Macht beauftragt in unserer konkreten parlamentarischen Demokratie?
Da Merkel in diesem Punkt vielleicht nicht einmal die Hälfte der CDU/CSU Wähler hinter sich hat und wenn es so etwas wie natürlichen, nicht vom Ende her bestimmenden, Menschenverstand bei den Grünen gibt, dann dort auch nicht mehr->?
In anderen Parteien hält sich die Bewunderung für Merkel auch in Grenzen, wenn es die Ersetzung konkreter Politik durch fernste Ziele geht.
Wohlgemerkt die fernsten Ziele muss man gar nicht aufgeben, sie dürfen auch der Motor der Politik sein, sie können sogar die Grundlage der konkreten Politik Aller sein, aber nicht das Konkrete selbst?
Die DDR wurde evtl. weder durch hehre Ziele noch durch kluge konkrete Politik `verunstaltet´.
Vielleicht eher dadurch, dass konkrete Menschen, nicht Götter, meinten zum Unbedingten berufen zu sein.
Ich bleibe dabei, Macht hat Merkel die, die man ihr zuerkennt, also wenig, aber sie sieht sich evtl. unbedingt.
Da liegt Gefahr?

Dr. Roland Mock | Sa, 4. November 2017 - 10:53

Ehrlich: Wie relevant ist es, wen ein amerikanisches Magazin zur „mächtigsten Frau der Welt“ wählt? Arafat und später Obama wurde einst der „Friedensnobelpreis“ verliehen, Michael Moore für sein verschwörungstheoretisches Machwert „Fahrenheit 9/11“ die „Goldene Palme“
in Cannes und und und....Wen der Mainstream zu seinen Helden kürt, ist mir bereits seit vielen Jahren schnurzpiepegal. Noch etwas: Ich bin es gar nicht gewohnt, in Artikeln von dem ansonsten immer präzisen Herrn Grau Rechtschreibfehler zu entdecken.

Robert Schmidt | Sa, 4. November 2017 - 11:10

Ich möchte vorausschicken, dass diese Unterscheidung nach Geschlecht allein schon etwas sexistisch anmutet. Ich hätte vermutet, die richtige Antwort in einer gleichberechtigten Welt wäre - "Wer den Job am besten kann, macht ihn - unbesehen des Geschlechtes!" ...
Man kann sich aber des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die Politszene in Deutschland daran ergözt, "die mächtigste Frau der Welt" zu stellen. Man erlaubt ihr unerhörte Alleingänge, die Breite Masse muss dafür zahlen. ...

Werner Peters | Sa, 4. November 2017 - 11:14

Der Titel "mächtigste Frau der Welt" wird ja insbesondere schön länger von amerikanischen Ilustrierten Frau Merkel angehängt. Nicht weil sie de facto mächtigste Frau der Welt ist, sondern weil sie am willfährigsten US-Interessen zu den ihren gemacht hat, zumindest bis Obama. Wenn sie so mächtig wäre, warum dann zerbröselt Kohls Erbe eines geeinten Europa unter ihrer Regie immer mehr ? Nach einer Meldung heute, rechnet selbst die Deutsche Bundesbank in einem Worst Case Szenario mit einem Zerfall der EU. Das ist/wäre dann vor allem Resultat der Politik dieser Kanzlerin.

Dr. Lothar Sukstorf | Mo, 6. November 2017 - 16:32

In reply to by Werner Peters

da ich lange genug in den USA gelebt habe, kann ich ganz gut beurteilen...an manchen Stellen haben die überseeischen Zeitgenossen 'mittelschwer einen an der Waffel'...

Guido Schilling | Mo, 6. November 2017 - 19:07

In reply to by Werner Peters

Wenn jemand über den grünen Klee gelobt wird ist das doch schon per se verdächtig.
Medien, die in Europa so gut wie keine Rolle spielen, vergeben solche Superlative und der/die Beglückte fühlt sich Gebauchpinselt. Das ist doch s.. blöd.
Ein Lob von falscher Seite kann auch ein Faustschlag sein.

Martin kleber | Sa, 4. November 2017 - 11:23

Was soll diese pseudodialektische Suada auf eine politisch Sterbende? Das irgendwelche Leute jenseits des Atlantiks dieser Dame immer und immer wieder Honig ums Maul schmieren,passt schon fast so richtig abgrundtief plump ins Bild,daß es wirklich wehe tut.Es ist aus mit ihr!!!

Reiner Jornitz | Sa, 4. November 2017 - 11:41

Was für ein treffender Artikel Hr. Grau! Nur Macht kann zerrinnen. Das Jamaika eine Art letztes Aufgebot ist , in der sich die Teilnehmer politisch verachten kann keine dauerhafte Macht sein. Sie ist ein Trugschluss mit Manipulation pur! gegenüber dem Souverän. Angela Merkel wird chauffiert von den USA um deren Interessen voranzutreiben. Angela Merkel ist nur eine Schachfigur im großen Spiel!!! Ihr ist es gelungen aus den Volksvertretern eine Schafherde zu formen die will fähig ist. Nur merkt sie nicht , das ein Wolfsrudel sich an sie herangepirscht hat. Und das kann sehr ungemütlich für sie werden. Funktioniert Jamaika nicht erfolgreich ist A.Merkel Vergangenheit , die CSU so wie so und es kommt zu einem gigantischen Umbruch hier in Deutschland. Die USA wissen das und wollen das nicht. Es würde ihre strategische Zielplanung über den Haufen schmeißen vor allem in der Geo-Politik. Weil die AFD sich abkehrt von den USA und Russland zuwendet mit seinen gigantischen Märkten.

Tomas Poth | Sa, 4. November 2017 - 11:52

wie es nach ihr weitergehen soll.- Im letzten Wahlergebnis lassen sich durchaus Wünsche des Wählers erkennen wie es weitergehen sollte, nur dafür gibt es keinen der das Zepter in die Hand nimmt. Gleichzeitig führt Merkel die Beliebtheitsskala bei den Politikern an. Das drückt die Ambivalenz in der Wählerschaft aus. Es fehlt der "Ruck" sich klar zu entscheiden.

Ralf Altmeister | Sa, 4. November 2017 - 11:58

Wer sich in Folge des Wahlergebnisses auf Gedeih und Verderb dem Wohlwollen von 3 Parteien ausgeliefert sieht, die mit 7, 9, und 10% gewählt wurden und diametrale Ziele verfolgen, dessen Macht ist dahin, auch deshalb, weil abzusehen ist, dass Frau Merkel vor Ende der Legislatur den Staffelstab weiterreichen wird.
Der absehbare, zeitliche Horizont macht sie schon heute zur lame dug.
Ich glaube nicht, dass sie nächstes Jahr noch Kanzlerin ist.

Die Frau müsste mal Kapieren das Sie mit diesen Wahlergebniss Abgewählt ist!.Jameika ist Betrug am Wähler!

Stefan Archie | Sa, 4. November 2017 - 12:06

Mit Verlaub, aber hört dieser Unsinn von der Alternativlosigkeit nie auf!? Die Bilanz von Merkel, also das wofür sie ihre Macht genutzt hat, ist dermaßen desaströs, dass selbst, wenn sie ohne Nachfolger abtreten würde diesem Land (Und auch der CDU) enorm geholfen wäre. Alles was diese Frau hinterlässt ist verbrannte Erde. Nennen Sie mir eine mögliche Hinterlassenschaft von Merkels Politik, welche für Deutschland von Vorteil ist! Gähnende Leere, da ist nichts. Sie hat Europa endgültig gespalten, die Innere Sicherheit in Deutschland zerstört, den Terror endgültig im Land installiert, die Zensur wieder einführen lassen, eine nichtfunktionierende Energiewende initiiert, eine Volkspartei marginalisiert (Was ja auch ein Stabilitätsfaktor ist, egal wie man zur CDU steht.), das GG entweiht und und und. Alles ist besser als diese maßlos überschätzte Frau!

Sie haben es trefflich auf den Punkt gebracht. In zehn Jahren werden auch die unbefangenen Historiker ähnlich urteilen, wenn sie ihr Fach ernst nehmen. Nur ist es dann zu spät.

was Sie schreiben ist kein Szenario. Grausamste Wahrheit.
Ich habe Angst, was nach Merkels Abtritt alles Zerstöreri-
sche zutage tritt und noch mehr Grausamkeiten, Intrigen
usw. Wie sagte Richard von Weizsäcker:
"Die Parteien machen sich den Staat zur Beute"

unter den Tisch gekehrt werden. Keine Unruhe in der Bevölkerung stiften. Und wenn sie nicht mehr da ist, die Anschie, wird man nur noch die positiven Seiten sehen, wenn man denn welche findet. Es war noch nie anders. So tolle Staatsmänner hatten wir nämlich noch nie, wie sie nach ihrem Abgang hingestellt wurden.

Christa Wallau | Sa, 4. November 2017 - 12:23

Merkels zweifellos geschickter Umgang mit der Macht ist ihre e i n z i g e Stärke.
Die Hauptkunst dabei ist ihre Fähigkeit, lange schweigen zu können und sich damit rar und wichtig zu machen. Außerdem kann sie sich prima staatsmännisch-nichtssagend äußern und besitzt die Fähigkeit, gegnerische Positionen sofort zu übernehmen, sobald es opportun scheint. Da sie selber keinerlei "echte" Überzeugungen und Prinzipien hat, fällt ihr dies leichter als all ihren Parteigenossen und prädestiniert sie dafür, Koalitionen jeglicher Art zu bilden.

Daß sie sich allerdings zur Zeit pudelwohl fühlt, glaube ich nicht. Als Machtpolitikerin weiß sie genau, daß die Jamaika-Koalition ihre letzte Chance ist, Kanzlerin zu bleiben. Deshalb wird sie zunehmend nervöser. Lieber heute als morgen würde sie die Verträge unterschreiben - egal was
drinsteht. Hauptsache: Sie kann weiter regieren!

Ich wünschte, sie würde endlich mal scheitern, aber dieser fromme Wunsch dürfte wohl unerfüllt bleiben...

Susanne Dorn | Sa, 4. November 2017 - 12:38

...gerade pudelwohl fühlt, lieber Herr Grau, vermag ich nicht zu beurteilen. Wenn jedoch 12 Jahre lang alle Probleme dieses Landes ungelöst unter den Teppich gekehrt werden und wir, der Souverän, jetzt endlich nach Lösungen verlangt, könnte es für diese Dame sehr ungemütlich werden. Denn ihre ganze Unfähigkeit wird sich offenbaren. Alternativlos!

Ralph Lewenhardt | Sa, 4. November 2017 - 13:00

besteht darin, dass sie diese nur wegen Ablehnung der demokratische Macht des Souveräns gem. Artikel 20 (2)erhalten kann. Eine Person, die zunehmend vor ihren konfliktreichen nationalen Fachaufgaben floh und das Land schnellstmöglich in eine Gemeinschaftshoheit entsorgen will, um nicht die Folgen ihrer Politik ausbaden zu müssen. Hier vor allem die hunderte Milliarden verlorenen Volksvermögens .Langsam knicken die ethischen Pfeiler Deutschlands ein. Die "preussischen" Moralanforderungen an Nachkommen bodenständiger Arbeit im tragenden Mittelstand, die Degeneration der innovativen Bildung, einschließlich der lächerlich rückständige Digitalisierung, der Werteverfall in tragenden Säulen der Gesellschaft wie Sicherheit und kulturelle Identität.
Sinnbildlich dafür ist das Hauptstadt-Horrorgebilde eines sicherheitspolitischen Sumpfes ohne wirtschaftliche Zukunft.

Peter Weih | Sa, 4. November 2017 - 13:11

Was in der Kunst ein elementarer Grundatz ist, führt in der Politik und zumal in einer Demokratie ins Desaster, was wir ja gerade erleben. Und für was? Für Nichts, Merkel steht für Nichts, hat nichts erreicht und sie hat auch jetzt nicht mal den Hauch einer politischen Vision ("die Enden zusammenbinden" ein tolle Vision). Macht um der Macht willen, mag ja persönlich befriedigend und lukrativ sein, ist aber in keiner Weise eine politische Leistung. Das politische Wirken dieser Frau ist die reine politische Destruktion. Phänomenal dabei ist für mich die CDU. Man hat das Schicksal der SPD vor Augen und trotzdem hält man an derjenigen fest, der all dies zu verantworten hat.

Claudia Martin | Sa, 4. November 2017 - 13:20

und nicht mächtigste Person! Wer stand denn noch zur Auswahl? Lady Gaga?

Afshin Salari | Sa, 4. November 2017 - 13:29

Dieser Beitrag wie alle anderen in den letzten 12 Jahren über Merkel rücken immer wieder in den Vordergrund, wie Merkel die CDU an der Macht und sich im Kanzleramt hält, anstatt den wahren Grund für Merkels Dauerkanzlerschaft anzusprechen: Eine unfähige SPD, die seit Schröder versucht, die CDU rechts zu überholen. Merkel wird auch in Zukunft die Geschicke des Landes massgeblich bestimmen, weil die SPD noch mehr zerfallen wird. Ihre Zeit ist endgültig vorbei.

Jörg Meyer | Sa, 4. November 2017 - 14:40

Es ist keine Neuigkeit, dass AM eine machttaktische Meisterin ist. Allein, sie hat keine Strategie, kein Ziel, nichts, wofür sie steht (und notfalls fällt). Wozu nutzt sie die Macht? Bisher nur zum Schaden dieses Gemeinwesens, wie allmählich sichtbar wird. Wirtschaftsreformen Fehlanzeige. Eine ruinöse Energiewende ohne jede CO2-Einsparung. Faktische Garantien für die Schulden eines halben Kontinents. Draghi statt Weidmann Chef der EZB. Zuletzt rechtswidrige Öffnung der Grenzen und mit ihnen der Sozialsysteme mit hunderten Milliarden Euro Kosten. Eine dreiviertel Million junge Männer ungewisser Identität aus allen verrohten Gebieten der Erde übers Land verteilt, das Einsickern von Terroristen wird frech in Kauf genommen. Zugelassen hat diesen eklatanten Machtmissbrauch die CDU. Deren historisches Versagen, nicht Merkels Genialität, ist der Schlüssel zu ihrer Macht.

Svenja Gerwing | Sa, 4. November 2017 - 14:44

Merkels Rücktritt und die korrekte geschichtliche Aufarbeitung und Einordnung ihrer Kanzlerschaft der totalen Tatenlosigkeit.

Dennis Staudmann | Sa, 4. November 2017 - 14:51

entlarvend für den Zustand unserer Gesellschaft: "Niemand hat eine Vorstellung davon, wie es nach ihr (Merkel) weitergehen könnte.". So etwas sagte man über Stalin, über Mao Zedong oder auch von anderen Diktatoren der Weltgeschichte, die alles andere als Demokraten waren. Über einen Regierungschef, der vom Volk gewählt wurde, habe ich einen solchen Satz bislang weder gelesen noch gehört. So weit ist es also mit unserer Demokratie gekommen, dass man jemand für unersetzlich hält. Allen, die daran glauben und sich vor einer Zeit nach Merkel ängstigen, kann ich nur empfehlen, zu realisieren, sie ist sterblich, so wie sie mittelmässig ist. Freut Euch auf die Zeit nach Merkel! Wenn wir noch einen Rest von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit erhalten wollen in unserem Land, muss sie eher heute gehen als morgen.

Christine Sander | Mo, 6. November 2017 - 21:21

In reply to by ingrid Dietz

richtig, warten wir einmal ab. Die 3 Kleinen plustern sich auf wie die Gockel und tun wichtig und im Hintergrund laufen ganz andere Gespräche und der richtige Zeitpunkt wird provoziert mit einem Scheitern der Gespräche und einer SPD, die wieder mitregiert, weil der SPD dämmert "Opposition ist Mist"

Achim Scharelmann | Sa, 4. November 2017 - 16:28

Wenn Schwäche die heutige Definition von Stärke ist, dann mag das ihre Anschauung sein, meine ist es nicht.

Wilhelm Maier | Sa, 4. November 2017 - 17:02

und da haben Sie wieder vollkommen Recht!
Wenn man richtig ausradieren kann, ist auch das kein Problem Alternativlos zu werden...
"Mächtige behüten die Ohnmacht derer, von denen sie leben." so
Manfred Hinrich.
Alles Gute.

Alfred Kastner | Sa, 4. November 2017 - 18:55

Angela Merkel betrachtet die Dinge von ihrem Ende her. Nicht der Weg ist das Ziel, sondern das Ziel bestimmt den Weg.
Merkel-Kritiker argumentieren zurecht, das Herrschaftsprinzip von Merkel sei simpel. Sie würde nicht von einer großen Idee angetrieben und Deutschland lediglich verwalten ohne jeglichen Gestaltungswillen. Zudem tue sie zu wenig für eine gerechte Verteilung des Volksvermögens und den Zusammenhalt der Gesellschaft. Weder im Umgang mit der Türkei noch in der Migrantenfrage, noch bei der Energiewende, noch in der Eurokrise sei in der so dahinplätschernden Ära Merkel wirklich etwas gelöst worden
Vor allem auch nicht die wichtigen Zukunftsfragen Maschinenintelligenz, Auswirkungen von Industrie 4.0 auf den Arbeitsmarkt, Elektromobilität, Digitalisierung usw.
Antworten auf elementare gesellschaftliche Fragen gibt es nicht mehr, weil ein Teil der Antworten die Bevölkerung verunsichern könnte.
Aber möglicherweise wird Merkel von einer größeren Vision angetrieben?

traue ich ihr nicht zu. Visionen haben vielleicht die Grünen Träumer, auch wenn es nur eine Fata Morgana ist, doch Merkel hat allerhöchstens eine persönliche Vision, vielleicht sieht sie sich ja als Sphinx und möchte Helmuth Kohl an Jahren einholen. In Wahrheit kann sie dem nicht das Wasser reichen. Ich würde soweit gehen zu sagen, was Kohl alles aufgebaut hat, hat historische Dimension. Vergleichbar gewaltig ist die Dekadenz der Merkel Ära.

Martin Lederer | Sa, 4. November 2017 - 22:02

Deshalb ist es Merkel geworden. Ich würde z.B. Putin als relativ mächtig einschätzen. Weil er praktisch die Resourcen von ganz Rußland für seine Ziele einsetzen kann. Im Fall Chinas weiß ich nicht, ob es einen sehr starken Player gibt oder ob es mehrere gibt, die sich gegenseitig wieder aufheben.
Ludwig XIV. war z.B. auch sehr mächtig, weil das ganze Land ihm gehorchen musste.

Marce d'Honte | Sa, 4. November 2017 - 22:46

"Und wenn sie nicht gestorben ist, dann schafft sie uns auch heute noch ..." Romantisierende Zuschreibungen, dass die dt. Bundeskanzlerin etwas vom Ende her bedenke, jemals etwas bedacht habe, etwas erkenne oder - welche Erleuchtung - als gar einzige erkannt habe, sind eine hübsche Mythen(un)bildung, aber sicherlich nicht in einer "aufgeklärten" Publikation wie dieser am Platz. Frau Dr. M. ist ein stimmungsabhängiger u. kopfloser Wendehals, der durch ihre medienprofessionelle Entourage als Ikone u. "Marke" aufgebaut wurde. Ihr Agieren in der CDU macht evident, dass sie "Macht" zentralistisch konzipiert u. sich selbst als Zentrum sieht. Und natürlich gibt es personelle Alternativen zu Frau Dr. Merkel. Sowohl als Bundesvorsitzendem der CDU als auch als Kanzler. Und wenn die CDU nicht gänzlich profillos werden möchte, dann serviert sie diese Dame endlich ab, die ihr das schlechteste Wahlergebnis ever beschert hat, für das diese Person aber natürlich keine Verantwortung übernimmt ....

Peter Steiner | So, 5. November 2017 - 03:49

Stimme grundsätzlich zu, dass die heutige Definition von "Macht" eine andere ist. Allerdings würde ich die Umdefinition von "Macht" in Ohnmacht als Folge von asymmetrischer Demobilisierung nicht unterschreiben. Vielmehr hat derjenige Macht, der die politischen Entscheidungen prägt und das waren in den letzten 4-8 Jahren die SPD und vor allem die Grünen. So gesehen sollte der Titel der "mächtigsten Frau der Welt" nicht an Merkel, sondern an Kathrin Göring-Eckardt von den Grünen gehen.

Hugo Hofmannsthal | So, 5. November 2017 - 07:49

Zustimmung, dass Macht nicht mehr die alte Form des Kommandierens ist, das bedeutet aber nicht, dass es Macht nicht gibt. Die hat derjenige, der Initiativen setzt und gestaltet.

Dafür ist es in Zeiten gremialer Führungsorgane egal, ob man am Kopfende des Tisches sitzt oder an der Seite (wobei, es hilft natürlich am Kopfende zu sitzen). Was also sind die großen Initiativen in DE der letzten Jahre?

Energiewende
Offene Grenzen

Beides Kernforderungen der Grünen. Sie haben also die Macht, da sie die Initiativen setzen - und das von ganz unten am Tisch. Diese Paralysierung der formal mächtigen, der lauten und quasi-religiös auftretenden Fanatikern die Bahn lässt, ergibt die Machtlosigkeit.

Es reicht eben nicht das Kopfende des Tisches zu erreichen, man muss auch wissen, was man dort tun will.

Ursula Schneider | So, 5. November 2017 - 10:09

Das wage ich doch stark zu bezweifeln, lieber Herr Grau. Die Kanzlerin weiß sicher sehr genau, wie brüchig der Ast ist, auf dem sie sitzt - gerade weil sie für Machtverhältnisse ein sehr gutes Gespür besitzt.

Statt aus vier Fingern will sie nun aus vier völlig unterschiedlichen Parteien, die zudem unter starkem Druck stehen, eine Raute bilden.
Das ähnelt dem Tanz auf einem Vulkan ...

Yvonne Walden | So, 5. November 2017 - 10:17

Politikerinnen Politiker haben in formal-demokratischen Staaten lediglich so viel Macht, wie Ihnen von den Macht-Eliten zugestanden wird.
Und zu den Macht-Eliten zählen bekanntlich keine politischen Mandatsträgerinnen und -träger, sondern Reiche und Superreiche, die mittels ihrer Vermögenswerte Macht ausüben.
So hatte Gerhard Schröder schon während seiner Juso-Zeiten klar erkannt, daß er chancenlos bleibt, wenn er sich gegen diese Machteliten stellt. Diese hätten ihn nämlich schnell kaltgestellt.
Also redete auch er den Wirtschaftsgrößen "nach dem Munde" und verbündete sich unter anderem mit dem AWD-Gründer Carsten Maschmeyer, um an sein Ziel (Amt des Bundeskanzlers) zu gelangen.
Angela Merkel hat dieses Spiel nicht so sichtbar und offensiv betrieben, aber alles getan, um den Wirtschaftsmächtigen (finanzielle Förderer der Unionsparteien) politisch zu gefallen.
Politikerinnen und Politiker sind quasi Marionetten der Macht, der Mächtigen. Zumindest in formal-demokratischen Staaten.

... siehe "Paradies-Papers".

Mr. Rich als ehemals reichster Erdölfabrikant der Welt, der als Steuerbetrüger in den USA über einen Zeitraum von 3 US-Regierungen juristisch verfolgt wurde, hat sich über höchste politische Kontakte am US-Justizministerium vorbei durch Bill Clinton, dessen demokratische Partei er Geld spendete, freigekauft bzw. "begnadigt".

Politiker sind beeinflussbar. Geld ist dabei der Türöffner. Siehe W. Clement in der Schröder Ära und viele andere, die als doppeltes Lottchen daher kommen.

Genau so ist es. Also alle Diskussionen bringen uns nicht weier.
Die Wirtschaftseliten bestimmen die wichtigsten politischen Entscheidungen.
Evtl sollen sich unsere Interlektuellen mal zusammen setzen.
Das Volk ist narkotisiert durch uebermassigeb Konsum auf allen Ebenen.

helmut armbruster | So, 5. November 2017 - 10:54

es lebe die deutsche Republik", so etwa redete Philipp Scheidemann bei der Ausrufung der Republik im Herbst 1918.
Hätte er dasselbe ein paar Monate früher getan, wäre nichts passiert.
Der richtige Zeitpunkt ist also entscheidend.
Und dieser wird auch für AM kommen. Sobald die letzten CDU/CSU Hinterbänkler begriffen haben werden, dass mit AM keine Stimmen mehr zu holen sind und die Wahlen mit ihr an der Spitze verloren gehen, wird es soweit sein.
Bei Seehofer ist ein Anfang in dieser Richtung bereits gemacht. Die ersten Stimmen, die seinen Rücktritt fordern, sind bereits laut geworden.
Bei AM wird es noch etwas dauern, aber dass es auch so kommen wird, ist gewiss.
Dann werden wir sehen wie viel Macht sie in ihrer Ohnmacht dann noch haben wird.

Peter Lieser | So, 5. November 2017 - 11:06

Im Konzert der wirklich Mächtigen spielt sie so gut wie keine Rolle, auch wenn es ihr mal gelingt sich mit einem besonders farbenfrohen Blazer in's Bild zu schieben. Ohne den Zugriff auf die sauer erarbeiteten Steuergelder der Bürger, die sie mit lockerer Hand in der Welt verteilt, ist sie eine NULL. Scheckheft-Diplomatie - kann jeder.

Schröter Reinhard | So, 5. November 2017 - 13:14

Warum sollten wir etwas für war und wirklich halten war von Journalisten geschrieben und gesagt wird.
Sie tun ihre Arbeit wie wir alle für Geld und wenn der entsprechendende Arbeitgeber aus irgendeinem Grund eine Merkel zur Mächtigsten Frau der Welt hochgeschrieben haben will, dann machen die das als abhängig Beschäftigte.

Werner Schultz | So, 5. November 2017 - 13:37

Typischer Forbes-Schwachsinn wie immer. Eine Frau, die noch nicht einmal verhindern kann, dass ihr Handy abgehört wird, ist mit Sicherheit nicht die mächtigste Frau der Welt.

Peter Weih | So, 5. November 2017 - 17:19

Was in der Kunst ein elementarer Grundatz ist, führt in der Politik und zumal in einer Demokratie ins Desaster. Macht um der Macht willen, mag ja für Merkel persönlich befriedigend und lukrativ sein, ist aber in keiner Weise eine politische Leistung. Merkel steht für Nichts, hat nichts erreicht und sie hat auch jetzt nicht mal den Hauch einer politischen Vision ("die Enden zusammenbinden", was für eine Vision). Das politische Wirken dieser Frau ist die reine politische Destruktion. Phänomenal dabei ist für mich die CDU. Man hat das Schicksal der SPD vor Augen und trotzdem hält man an dem Kurs Selbstentmachtung unbeirrt fest.

Monika Medel | So, 5. November 2017 - 18:41

Aha, ein Lobgesang auf unsere Frau Bundeskanzler. Sprachlich reichlich wolkig. Vielleicht kann ich bei diesem geistigen Höhenflug nicht ganz mit, verstehe aber Folgendes: Eigentlich kriegt sie gar nichts gebacken. Ihre Macht besteht in "asymmetrischem Depotenzieren" - klingt ja gaaanz gescheit - d.h. sie kickt jeden politischen Konkurrenten vom politischen Spielbrett. Das haben andere auch schon festgestellt, nur klang das dann nicht so lieblich wie bei Herrn Grau.

Mathias Trostdorf | So, 5. November 2017 - 19:08

Es stimmt, daß Angela Merkel sich durch abwarten und geschicktes taktieren von anderen Regierungschefs abhebt. Oft ist es sicher auch klug, in komplizierten Sachverhalten nicht gleich Entscheidungen zu treffen. Trotzdem sehe ich das Fehlen von klaren Haltung und das aussitzen von Dingen prinzipiell negativ. Umsomehr, wenn es bei den einen rein dazu dient, "an die Macht zu kommen", und bei den anderen, "an der Macht zu bleiben".
Im Artikel fehlt mir allerdings ein bißchen die Reflektion darüber, wer heute tatsächlich die Strippen zieht und die eigentliche Macht hat: Banken, Großkonzerne und Medienkartelle.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 6. November 2017 - 11:59

In reply to by Mathias Trostdorf

würde ich sagen Schäuble, denn Schmidt ist tot.
Natürlich haben Konzerne und Banken Interessen, aber sie sind meist nicht in der Lage, die gesellschaftlichen Verhältnisse, aus denen sie ihre Kraft schöpfen auch zu generieren.
Sie hängen also an den Lippen derjenigen Person-en, die die Lage nicht nur einschätzen können sondern auch managen können.
Möge Schäuble lange leben.
Wir profitieren auch als "Gegner" von ihm, soviel sei auch einmal Herrn Varoufakis mitgegeben.

Holger Stockinger | So, 5. November 2017 - 23:28

Merkel als "Chamäleon" zu kennzeichnen, bietet zwei Vorteile: die Begriffe "wandelbar" und für alle Farben (hier in der Parteienlandschaft) zu charakterisieren.

Die Frage der "Macht" ist mittlerweile auf dem Niveau angelangt, dass sich sagen ließe: Alles ist machbar, Herr Nachbar! - Der "Merkel-Lismus" unserer Tage hat seinen Zenit übersprungen.

Merkel plus SPD fürchten nichts mehr als Neuwahlen. Insofern sollte man 500 Jahre Luther durchaus als einen Beitrag zum Begriff "Freiheit in der Demokratie" hoch schätzen.

Wer "Volkes Stimme" fürchtet, führt der Gutes im Schilde?

Norbert Wettigmeyer | Mo, 6. November 2017 - 09:05

Mit Verlaub, Herr Grau, aber da kann ich Ihnen nun rein gar nicht zustimmen. Angela Merkel, die am wenigsten Machtlose unter anderen Machtlosen? Natürlich hat Frau Merkel durch einsame Entscheidungen in den letzten Jahren ganz erheblich in die Lebenswelt der Menschen durch Top-down-Entscheidungen eingegriffen, zu nennen sind neben der Flüchtlingskrise, in der sie eher die Getriebene war (so ein Buchtitel), die Abschaffung der Wehrpflicht und die monströse Energiewende. Da wurde nicht lange gefackelt und rumdiskutiert, da wurde entschieden.

Bernhard Jasper | Mo, 6. November 2017 - 11:36

Beide wollen uns ihre Realität vorführen, um Einfluss über andere Menschen zu nehmen. Sie wollen uns ihre Wahrheit und ihren persönlichen Wahn-Sinn verkaufen. Immer für ein Massen-Publikum gedacht. Kommunikation und Verstehen setzt jedoch eine Distanzhaltung voraus. Geschieht dies nicht, wird es zur oberflächlichen Werbung, die ist jedoch immer weniger wirkmächtig. Diese gegenwärtige Art von ausgeübter Macht (in Medien und Politik) ist dem Untergang geweiht. Sie wird entweder durch die zukünftigen technologischen Verhältnisse, oder durch sich selbst zu Grunde gehen, denn in einer sich zunehmend ausdifferenzierten Gesellschaft rückt das selbstbewusste Individuum (Bürgerinnen und Bürger) wieder in den Vordergrund. Und die sagen zunehmend, dass diese Formen von äußerer Macht und Unterwerfung ablehnt wird. Die Bürgerinnen und Bürger sind die wahren Kritiker.

Dr. Lothar Sukstorf | Mo, 6. November 2017 - 12:47

Onychophagie - ist das Markenzeichen der geschätzten Rautenmutti...

Karin Zeitz | Mo, 6. November 2017 - 13:11

In reply to by Dr. Lothar Sukstorf

hatte ich noch gar nicht geachtet. Sie scheinen mehr Probleme zu haben als sie sich offiziell anmerken lässt.

Dr. Lothar Sukstorf | Mo, 6. November 2017 - 13:26

In reply to by Karin Zeitz

Deswegen macht sie wohl auch die Raute, denn sonst würde sie bestimmt ständig an ihren Nägeln rumzunästeln. In 'unruhigen' Zeiten muss sie diese Art von 'Selbtsschädigung' wohl bis zum regelrechten "Blutbad" auskosten. Das geht ja schon bis zum Nagelbett...

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 6. November 2017 - 13:48

In reply to by Dr. Lothar Sukstorf

Situationen.
Wen wundert es?
Da ich Merkel für diejenigen "Politikerin" halte, die vor allem auf Umwegen und hintenherum zu ihren Ergebnissen kommt, nach vorne lässt sie doch eher Plattitüden verlauten, entspricht dies eben ihrer inneren Stresssituation/Unruhe in Bezug auf den richtigen Augenblick, aus der Deckung zu kommen.
Andere haben politischen Stress und sehen früh alt aus, Merkel ist vor allem angespannt.
Na ja...
Dazu muss ich allerdings nicht auf ihre Fingernägel schauen.

Georg Silva | Mo, 6. November 2017 - 16:38

sie ist und allein für alles verantwortlich und es ist nur noch die Antwort offen, wann folgt sie auch Seehofer????
Wir brauchen Kanzler Söder, basta....

Dr. Lothar Sukstorf | Mo, 6. November 2017 - 19:57

Es heißt ja, man solle 'Leisetretern' nicht glauben...und warum glauben wir dann Merkel überhaupt noch etwas?

Dr. Lothar Sukstorf | Di, 7. November 2017 - 10:38

Fr. Merkel ist die Mutter Fourage der Sondierungen...

Heinrich Niklaus | Di, 7. November 2017 - 10:43

Ich kann diese „Ohnmacht“ bei Frau Merkel nicht erkennen. Grundlegende Weichenstellungen in der deutschen Politik hat Frau Merkel quasi im Wege einer „Selbstermächtigung“ (Udo. di Fabio)durchgesetzt. Zum Beispiel ihre Flüchtlingspolitik, die bis heute nicht durch die Legislative legitimiert ist.

Diese „selbstherrliche Kanzlerin-Demokratie“ (U. di Fabio) zeugt von Demokratiezerstörung, aber nicht von „Ohnmacht“! Ich hoffe sehr, dass sie sich für diese „Selbstermächtigung“ eines Tages vor Gericht verantworten muss. Die Rechtsgrundlage für ihre Flüchtlingspolitik (Wissenschaftlicher Dienst Bundestag)fehlt bis heute.

Bis dahin gelingt es hoffentlich bald, Frau Merkel politisch zu „entmachten“ und zurückzukehren zu einer Gewaltenteilung, die unser Grundgesetz vorschreibt.

Ulrich Bohl | Mi, 8. November 2017 - 17:27

Eigentlich ist es mir unwichtig wie sich Merkel fühlt.
Ich würde es als richtiger ansehen, wenn jemand
der so versagt hat. sich unwohl fühlen würde. Mein Wohlfühlfaktor würde erheblich größer sein wenn
das Merkelversagen endlich ein Ende hätte und
der Pudelhof mit geht. Ich habe es auf meinem
Wunschzettel für Weihnachten!!!

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