Jugend im Iran - Weder gefangen noch frei

Die Nuklear-Diskussion um den Iran reißt nicht ab. Aber wie geht es der Jugend in dem Land? Keine Jobs trotz Hochschulabschluss, wirtschaftliche Misere und ein Leben unter Kontrolle von Sittenwächtern und der Familie: eine ganze Generation junger Iraner will dem entkommen

Zwei verhüllte Frauen und ein Mann im Teheraner Chomeini-Mausoleum.
Besucher im Teheraner Chomeini-Mausoleum, der Grabstätte des Revolutionsführers Ajatollah Ruhollah Chomeini / Emine Akbaba

Autoreninfo

Chiara Thies studiert Journalistik und arbeitet für Cicero Online.
Foto: Emine Akbaba

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„Das geht doch nicht!“ Wütend schüttelt Shirin den Kopf. Ihr schwarzer Hidschab schwingt sachte von links nach rechts. Sie findet es grausam, dass die iranische Regierung ihre Generation zur Flucht zwingt. Im Café in der Teheraner Innenstadt duftet es nach Kaffee, Rosen und Smog. Die Studenten haben die Ärmel hochgekrempelt, etliche Hidschabs ruhen nur dezent auf den Schultern. Die Flucht, die Shirin so wütend macht, ist keine Flucht im klassischen Sinne, sondern Migration über den Bildungsweg.

Auch sie möchte auswandern, am liebsten nach Deutschland, um am Max-Planck-Institut zu promovieren. Die Ausbildung dort sei die beste. Deswegen arbeitet die 25-Jährige eifrig an einer guten Note in ihrem Masterabschluss. Wütend verengt sie ihre braunen Augen: „Wir müssen härter lernen als alle anderen Nationen, um dann hinterher beispielsweise in den USA um Studienplätze zu betteln. Wir müssen über und über beteuern, dass wir keine Terroristen sind. Bekommen wir das Visum nicht, sind wir in diesem Land gefangen.“

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Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 3. Mai 2018 - 12:19

nicht, dass sie auf uns Europäer eher abschreckend wirken, denn als Iraner? Ich meine das Bild.
Gegen moderne gebildete Iraner in Deutschland habe ich nichts, sofern es die Zustimmung der Bevölkerung dazu gibt.
Ich habe auch nichts gegen Leute, die vor Erdogan fliehen, weil sie selbstbestimmt denken und leben wollen.
Die kamen evtl. weniger, als man zu einfachen Arbeiten nach Deutschland einlud?
Der Nachteil eines Umsturzes in der Türkei wäre evtl dagegen, dass wir von "Kopftüchern" geflutet werden.
Da ist mir das Hemd evtl. näher als die Jacke, wenn ich lieber mit ähnlich kultivierten Menschen hier in Deutschland zusammenlebe , aber dafür mit einer bedauerlicherweise orthodoxen/islamistischen Türkei als Nachbarn
Unterwerfung, egal in welcher Form ist nichts für Europa.

Juliana Keppelen | Do, 3. Mai 2018 - 13:24

sondern um die Jugend z. Bsp. in Italien, Griechenland, Spanien, auf dem gesamten Balkan. Dieser Bericht könnte auch auf viele Länder in der EU und Europa passen. Ganz zu schweigen von der Jugend in den Ländern denen wir mit Bomben die "Demokratie" gebracht haben so wie Libyen, Afghanistan, Irak und neuerdings in Syrien also da wo wir kräftig beim Regime-Change mit gemischt haben.