Chinesische Interkontinentalraketen
Interkontinentalraketen des Typs Dongfeng-5B werden während einer Militärparade in Peking präsentiert / picture alliance

Wettrüsten zwischen China und den USA - Das Risiko eines Atomkriegs wird größer

China rüstet sein Arsenal an Atomwaffen massiv auf und ist bereits in der Lage, große Teile der Vereinigten Staaten auszulöschen. Die USA hinken hinterher. Die Welt erlebt derzeit eine Wiederkehr des Kalten Kriegs – aber unter völlig anderen Bedingungen als zu Zeiten der Sowjetunion.

Autoreninfo

Phillip Orchard ist Analyst beim amerikanischen Thinktank Geopolitical Futures.

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Unabhängig davon, inwieweit die USA und China wirklich in eine Nullsummenrivalität nach Art des Kalten Krieges abgleiten, scheint Peking zumindest für ein gutes, altes nukleares Wettrüsten bereit zu sein. Im Juli zeigte eine vom „Middlebury Institute of International Studies“ erstellte Satellitenbild-Analyse den Bau mindestens 120 neuer Nuklearsilos in China. Während frühere Schätzungen des Pentagon Chinas Arsenal auf nicht mehr als 100 ballistische Interkontinentalraketen und nur etwa 250 bis 350 nukleare Sprengköpfe bezifferten, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine größere Erweiterung bevorsteht. 

Im vergangenen Monat begann das Pentagon, mehreren US-Nachrichtenagenturen mitzuteilen, dass China im Sommer mit mindestens zwei Tests eines erstaunlich ausgeklügelten neuen Hyperschall-Marschflugkörpers überrascht hatte, der theoretisch in der Lage ist, im Zickzackkurs im niedrigen Orbit zu fliegen, um die US-Frühwarn- und Raketenabwehrsysteme zu verwirren, bevor er über ein sogenanntes „fraktioniertes orbitales Bombardierungssystem“ mehrere unabhängige Sprengköpfe freisetzt.

Sputnik-Moment für die USA

Dies wird von vielen als Sputnik-Moment für die USA betrachtet, deren eigenes Atomwaffenarsenal in die Jahre gekommen ist und deren Hyperschallprogramm vermutlich erheblich hinter dem von China und Russland zurückbleibt. Und es ist für ausländische Mächte einfacher denn je, sich gegenseitig Schaden zuzufügen, auch ohne auf militärische Mittel zurückzugreifen. Damit deutet sich hinsichtlich der amerikanisch-chinesischen Beziehungen eine Wiederauflage der Doktrin der „Mutual assured destruction“ (MAD) – wörtlich: gegenseitig zugesicherte Zerstörung – unter neuen Vorzeichen an. Letztlich wäre es unklug, anzunehmen, dass die Logik der Abschreckung, die im letzten Kalten Krieg eine Eskalation in Richtung Apokalypse verhindert hat, auch dieses Mal funktionieren wird.

Das nukleare Wettrüsten kann leicht als Nebenschauplatz abgetan werden, als Ergebnis einer Inflation von Bedrohungsszenarien, als Werk von Weltuntergangsprofiteuren und als taktisches Gehabe. Immerhin sind die Folgen selbst eines relativ bescheidenen nuklearen Schlagabtauschs zwischen zwei Ländern derart katastrophal, dass Regierungen mindestens zweimal nachdenken, bevor sie diesen Weg einschlagen.

China ist bereits theoretisch in der Lage, große Teile der Vereinigten Staaten auszulöschen. Umgekehrt sind die USA mit ihren schätzungsweise 3.750 Atomwaffen in der Lage, auch China zu vernichten. Beide Länder beherrschen die „nukleare Triade“ mit land-, see- und luftgestützten Trägersystemen, die einen Zweitschlag ermöglichen (will sagen, dass nicht das gesamte Atomwaffenarsenal bei einem Überraschungsangriff vernichtet werden kann). Man könnte argumentieren, dass schrittweise Fortschritte bei der Raketenabwehr umfangreiche Investitionen in immer schnellere und wendigere Trägersysteme erforderlich machen. Aber die Raketenabwehr hat sich zumindest bisher durchweg als unwirksam erwiesen, insbesondere gegen die Art von ballistischen Raketen, die das Fundament der amerikanischen und chinesischen Nuklearstrategien bilden. Kein Land ist auch nur annähernd in der Lage, ein System zu entwickeln, das ankommende Interkontinentalraketen zuverlässig abschießen kann. Die Technologie wird sich verbessern, aber der Angreifer wird immer im Vorteil sein.

Aufbau von Weltuntergangskapazitäten

Man könnte ebenfalls argumentieren, dass es klug ist, einen Gegner dazu zu zwingen, wertvolle Ressourcen in den Bau von Waffen zu stecken, die er höchstwahrscheinlich nicht einsetzen wird – so wie es die USA in den 80er-Jahren mit den kapitalschwachen Sowjets gemacht haben. Doch dies ist bestenfalls ein teurer und ineffizienter Weg, um die konventionelle militärische Überlegenheit aufrechtzuerhalten. (Die USA selbst planen, etwa 1,5 Billionen Dollar für die nukleare Aufrüstung auszugeben.) Die Vereinigten Staaten haben ihre eigenen Haushaltszwänge, wie willkürlich sie auch immer sein mögen, und insbesondere die US-Marine hat einen immensen Modernisierungsbedarf.

Spielt es da also wirklich eine Rolle, ob China die Größe seines Sprengkopfbestands verdoppelt oder verdreifacht? Würde es irgendeine Zwangsgewalt über die USA erlangen, wenn es den Chinesen gelänge, nuklearfähige Marschflugkörper zu entwickeln, die Berichten zufolge die Wissenschaftler im Pentagon verblüfft hat? Ändert sich etwas, wenn die USA genug Geld ausgeben, um jede chinesische Stadt zeitgleich anzugreifen zu können – oder umgekehrt, wenn sie im Rennen um nukleare Hyperschallraketen hoffnungslos hinter China zurückfallen?

Die Antwort ist ein klares: irgendwie schon. Theoretisch sollte der gegenseitige Aufbau von Weltuntergangskapazitäten die Eskalation zwischen zwei Mächten eindämmen und letztlich die Voraussetzungen für bilaterale Stabilität schaffen. Wenn auch nur die geringste Chance besteht, dass eine konventionelle militärische Auseinandersetzung außer Kontrolle gerät und zu einem nuklearen Schlagabtausch führt, dann ist es das Risiko einfach nicht wert, überhaupt zu kämpfen. Dies hat sich seinerzeit natürlich im Großen und Ganzen für die USA und die Sowjetunion bewahrheitet. Wenn ein solches Risiko die USA und China heutzutage dazu zwingt, ihre Probleme auszudiskutieren, militärische Pattsituationen auf den Bereich der Posen zu beschränken und Zwangsmaßnahmen stark einzuschränken, wäre das eine sehr gute Sache. Theoretisch könnte dies schließlich zu einer Wiederherstellung des Gleichgewichts in den bilateralen Beziehungen führen und die beiden Länder sogar dazu ermutigen, sich auf Bereiche von gemeinsamem Interesse zu konzentrieren.

Brenzlige Situationen

Aber es ist ein Mythos, dass die MAD-Doktrin, also das Gleichgewicht des Schreckens, mehr als eine nur äußerst fragile Stabilität hervorgebracht hat. Zum einen hatten die USA und die Sowjetunion bei der Vermeidung eines nuklearen Schlagabtauschs ebenso viel Glück wie Umsicht. Denn immer wieder kam es zu brenzligen Situationen: Vor allem in den 50er- und 60er-Jahren; aber auch noch 1983, als das sowjetische Politbüro beinahe überzeugt davon war, dass eine massive Nato-Übung die Vorstufe zu einem nuklearen Überraschungsangriff darstellte. Es stimmt zwar, dass es in den meisten Fällen irrational wäre, einen nuklearen Erstschlag gegen einen Gegner zu führen, der in der Lage ist, Vergeltung zu üben. Aber es ist durchaus vernünftig, zu handeln, wenn man glaubt, dass ein nuklearer Schlag unmittelbar bevorsteht. Und die Möglichkeit ist einfach zu groß, dass vorliegende Indizien und Sachverhalte falsch interpretiert werden – bekanntlich kann man sogar einen Wetterballon oder einen Gänseschwarm mit einer Ansammlung von Interkontinentalraketen verwechseln. Noch dazu ist die Zeitspanne, in der man handeln muss, zu kurz, als dass die Vernunft immer siegen würde.

Darüber hinaus gab und gibt es in den Regierungen immer irgendwelche Leute, die sich fragen, ob der Einsatz von Atomwaffen tatsächlich ein Tabu ist. Dies ist einer der Gründe, warum die USA nach wie vor nicht bereit sind, eine nukleare „No First Use“-Doktrin zu verkünden, und warum Amerika routinemäßig mit dem Gedanken spielt, Truppen mit Atomwaffen von geringer Reichweite für einen begrenzten Einsatz auf dem Schlachtfeld auszurüsten. Unabhängig davon, ob die Befürworter einer verminderten nuklearen Zurückhaltung jemals die Oberhand über die amerikanische Nuklearpolitik gewinnen, wird allein die Tatsache, dass diese Debatten geführt werden, im Ausland den Eindruck erwecken, die USA könnten bereit sein, den Atomknopf zu drücken, wenn es hart auf hart kommt.

Der Kalte Krieg hat einen großen Teil der Welt massiv destabilisiert, auch wenn es den USA und der Sowjetunion gelungen ist, einen heißen Krieg zu vermeiden. Stattdessen lieferten sich die Amerikaner und die Sowjets Stellvertreterschlachten rund um den Globus, die für einige Länder fast ebenso apokalyptische Folgen hatten wie ein Atomschlag. Diesmal wird es wahrscheinlich anders aussehen, da die Rivalität zwischen den USA und China weniger ideologischer Natur ist und die Welt weniger wahrscheinlich in einzelne Sphären aufgeteilt wird. Es dürfte kaum plausibel sein, dass etwas so Fadenscheiniges wie die „Domino-Theorie“ die USA zu militärischen Maßnahmen zwingt, um dem chinesischen Einfluss in anderen Ländern entgegenzuwirken.

Dennoch könnte sich das Wettrüsten zwischen den USA und China auf andere Weise als zutiefst destabilisierend für Dritte erweisen, vor allem durch die Beschleunigung des Wettrüstens zwischen regionalen Mächten. Wenn beispielsweise die Verbündeten Amerikas befürchten, China könnte Amerika so stark bedrohen, dass der nukleare Schutzschirm der USA in der Region auszufransen beginnt, dann haben sie möglicherweise kein großes Vertrauen in die Fähigkeit oder Bereitschaft der USA, ihnen zu Hilfe zu kommen. Diese Mächte könnten schließlich zu dem Schluss kommen, dass sie selbst nuklear aufrüsten müssen, um sich Handlungsspielraum zu verschaffen und ein gewisses Maß an militärischer Parität mit ihren verschiedenen regionalen Rivalen zu wahren.

Regionales nukleares Wettrüsten

Ein regionales nukleares Wettrüsten wäre in vielerlei Hinsicht destabilisierend. Es könnte große Unterschiede hinsichtlich der Doktrin für den Einsatz von Atomwaffen zwischen den einzelnen Regierungen geben, in der Stärke ihrer Kommando- und Kontrollsysteme, in den Risikoabwägungen und den politischen und strategischen Anreizen sowie in der Art und Weise, wie ihr Verhalten als Atommacht aussehen könnte. Die meisten ostasiatischen Staaten befürchten im Falle Nordkoreas beispielsweise weniger, dass Pjöngjang einen Atomschlag ausführen könnte, sondern vielmehr, dass es auf andere, nichtnukleare Weise aggressiver wird, wenn es glaubt, gegen Vergeltungsmaßnahmen immun zu sein.

Es gibt noch einen weiteren grundlegenden Faktor in der aktuellen Dynamik zwischen den USA und China, der während des Kalten Krieges keine Rolle spielte: Die USA und China sind bereits jetzt in der Lage, sich gegenseitig in erheblichem Maße zu schaden, ohne dabei auf militärische Gewalt zurückgreifen zu müssen. Und diese Fähigkeiten werden mit Sicherheit noch zunehmen, wenn sich die entsprechende Technologie in hohem Tempo weiterentwickelt. 

Die Wirtschaftssysteme der USA und Chinas sind eng miteinander verflochten. Natürlich gibt es auf beiden Seiten zahlreiche Bemühungen um eine „Entkopplung“. Aber die Kosten für eine vollständige Entkopplung – oder zumindest bis zu dem Punkt, an dem keine der beiden Seiten ein Druckmittel gegen die andere Seite finden kann – wären für beide Seiten ökonomisch verheerend, und es ist höchst unwahrscheinlich, dass es dazu kommt. Es sei denn, ein Krieg bricht aus. Weil die gegensätzlichen Interessen nicht verschwinden werden, dürften beide Seiten weiterhin daran interessiert sein, Wege zu finden, um die Abhängigkeit des anderen auszunutzen.

Nun birgt zwar weder der Handels-, noch der Technologie- und der Finanzkonflikt zwischen den USA und China allein die direkte Gefahr einer nuklearen Eskalation. Wenn sich die bilateralen Konfrontationen auf diesen Bereich beschränken würden, wäre das gut für die Stabilität. Doch bieten sie genug Anlass für anhaltende Reibungen und nichtmilitärische Konflikte. Kombiniert man diese mit den zahllosen anderen strategischen Fragen, die die Beziehungen zwischen den USA und China verkomplizieren, erhöhen sie die Anreize für jedes Land, dem anderen ernsthaften Schaden zuzufügen – und das in einer Zeit, in der es für Länder immer einfacher wird, dies zu tun.

Die vielleicht größten Schwachstellen sowohl für die USA als auch für China bestehen im Cyberbereich. Ein Land benötigt keine Raketen mehr, um kritische Infrastrukturen lahmzulegen oder gar zu zerstören. Vielmehr kann einem Staat, der mehr als einen Ozean entfernt ist, mit nur einem Knopfdruck schwerwiegender Schaden zugefügt werden. Allein in den letzten Jahren haben wir unzählige Beispiele dafür erlebt, wie dies in der Praxis aussehen könnte. In dem Maße, in dem sich neue Technologien verbessern und immer stärker in den Betrieb kritischer Infrastrukturen integriert werden, werden die Schwachstellen weiter zunehmen.

Risikofaktor Cyberspace

Auch hier sollte die Theorie der gegenseitig zugesicherten Zerstörung als eine Art Abschreckung wirken. Wenn die USA in der Lage sind, als Vergeltung für einen chinesischen Cyberangriff auf ein Kraftwerk in Tampa die U-Bahn in Peking lahmzulegen, dann besteht für China ein starker Anreiz, sich zurückzuhalten. Aber es gibt ein paar problematische Faktoren. Erstens besteht nicht dieselbe Art deeskalierender Normen, die Cyberangriffe genauso unrealistisch machen wie militärische Angriffe, insbesondere nukleare. Zweitens ist es in den dunklen Nischen des Cyberspace schwierig, schnell und eindeutig festzustellen, wer für einen Angriff verantwortlich ist. Dies macht die Abschreckung in dem Maße weniger wirksam, wie sie auf der Annahme beruht, dass Vergeltungsmaßnahmen bevorstehen. Es erhöht auch das Risiko einer Fehleinschätzung und Eskalation durch Regierungen, die aus politischen oder anderen Gründen zu dem Schluss kommen, dass sie zurückschlagen müssen, auch wenn sie nicht genau wissen, woher der Angriff stammt.

Es ist nicht schwer zu erkennen, wie dies einen Eskalationskreislauf in Gang setzen könnte, der schnell ins Martialische umschlägt – zumal Cyberoperationen selbst eine immer zentralere Rolle in militärischen Konflikten der Zukunft spielen werden. Länder könnten vernünftigerweise vermuten, dass ein Cyberangriff, der die Mobilisierung von Streitkräften erschwert, ein Vorläufer für eine militärische Aktion ist – und sich deshalb zum Handeln gezwungen sehen. Und sobald der Kalte Krieg zwischen den USA und China heiß wird, kommt die immer noch ungelöste Atomfrage wieder ins Spiel.

Aus diesem Grund haben die USA versucht, den Unterschied zwischen militärischen Angriffen und Cyberangriffen zu nivellieren. Im vergangenen Frühjahr warnte Präsident Joe Biden, dass Cyberangriffe zu schweren militärischen Vergeltungsmaßnahmen führen könnten. Im Jahr 2018 ging das Pentagon sogar noch weiter und schlug dem Weißen Haus vor, davor zu warnen, dass Cyberangriffe zu nuklearen Vergeltungsmaßnahmen führen würden. Damit sich die Logik der gegenseitig zugesicherten Zerstörung als Abschreckung durchsetzen und zu bilateraler Stabilität führen kann, scheinen die USA verdeutlichen zu wollen, dass es eine viel umfassendere Definition der gegenseitig zugesicherten Zerstörung geben muss. 

Angesichts der Leichtigkeit und Unvermeidbarkeit fortgesetzter Cyberangriffe ist es für die Aussicht auf eine langfristige Stabilität wahrscheinlich nicht gerade förderlich, mit solchen Warnungen die Glaubwürdigkeit militärischer Drohungen aufs Spiel zu setzen. Aber es ist auch nicht gut, wenn man – geblendet von historischen Annahmen und einem falschen Glauben an die Rationalität – dem Jüngsten Gericht entgegenstolpert.

In Kooperation mit

GPF

Tomas Poth | Mi, 17. November 2021 - 12:10

Die Rüstungsspirale dreht und dreht.
Unter der Logik nicht Opfer sondern Selbstbestimmter zu bleiben, besser noch die Option möglicher Sieger und Bestimmer zu werden, werden immer neue Bedrohungszenarien beschrieben und daran angepasst neue Waffensysteme entwickelt. Auch die derzeit geächteten biologischen und chemischen Waffen spielen dabei ein Kalkül.
Wieso wird hier also das Risiko eines Atomkriegs beschworen, warum diese Einengung?

Hans Jürgen Wienroth | Mi, 17. November 2021 - 12:49

Eine gute Analyse, der ich in Teilen zustimmen kann. Allerdings sehe ich die USA und China aktuell nicht auf Augenhöhe, sonst würde sich Xi nicht so aggressiv benehmen und die Anektion Taiwans in zeitliche Nähe rücken. Mit der Einnahme Taiwans hätte Xi die Hand auf fast allen Produktionsstätten der neuesten Chipgeneration und könnte die Welt aushungern. Damit hat er dann die chin. Weltherrschaft, die er seinem Volk versprochen hat.
Mit dem aggressiven Auftreten z. B. in der Internet- und Mobilfunksparte (wie Huawei) will China Macht über alle anderen Länder haben. Leider sind die Europäer nicht in der Lage, dies zu erkennen und vorzubeugen. Man hat sich lieber auf Xi’s Seite gestellt und Trump bekämpft. Dafür bedankt sich China mit Säbelrasseln gegenüber den asiatischen Demokratien.
Alte Krieger wissen: Es ist immer vorteilhaft, unabhängig zu sein. China ist in kaum einem Zweig abhängig. Vielleicht kann es schon heute mit der installierten (chin.) Technik die Welt lahmlegen.

... das die Gen-Forschung der letzten 20 Jahre mit einbezieht. Unser Vorfahr hat mehrere(!) 100.000 Jahre in Europa gelebt.
Das werden wir als Nachfahren namens "Homo Sapiens" mit Sicherheit nicht schaffen und uns vorher selbst den Garaus machen, auch wenn wir einige Gene von ihm noch in uns haben!

Werter Herr Kopic, zu dem Buch habe ich eine mehrfach ausgezeichnete Doku gesehen. Es ist ein wirklich int. Thema.

Leider, zumindest unter dem Aspekt der eigenen Überlebensfähigkeit, tragen wir (fast alle) aber nur noch 1 - max. 2 % dieses Gens in uns.

Der Mensch/die Menschheit hat noch immer nicht verstanden, geschweige denn akzeptiert, dass wir den Planeten brauchen, der Planet uns aber ganz sicher nicht.

Viele halten sich für die Krönung der Evolution. Dabei sind wir nur deren im Scheitern befindlicher Fehlversuch.
Wir sind, so_wie_wir sind, einfach nicht überlebensfähig.

Ja, werter Herr Wienroth.
Ihrer scharfen Analyse kann ich nur zustimmen.

Kein Wunder, dass das Erkennen der Lage ausbleibt, bei unseren allseits eher schwachen Politikern.

Karl-Heinz Weiß | Mi, 17. November 2021 - 15:09

In der Vergangenheit haben sich plötzlich reklamierte Bedrohungsszenarien oft als taktisch motiviert herausgestellt. Dies erhöht nicht die Glaubwürdigkeit. Gefährlicher erscheint mir das Atomwaffenarsenal von Pakistan und Indien.
Taiwan birgt aber das größte Bedrohungspotential, da die Haltung von China unverrückbar ist. Joe Biden hat sich hier mit unbedachten Äußerungen verrannt.

Bernd Muhlack | Mi, 17. November 2021 - 18:27

In reply to by Karl-Heinz Weiß

"Taiwan birgt aber das größte Bedrohungspotential, da die Haltung von China unverrückbar ist. Joe Biden hat sich hier mit unbedachten Äußerungen verrannt."

Werter Herr Weiß, würden Sie das bitte näher erklären?

Schöne Woche!

Ernst-Günther Konrad | Mi, 17. November 2021 - 17:48

Ja, die Atomgefahr bestand und besteht schon immer. Ich sehe aber vor allem im "Handelskrieg", in der Vereinnahmung und Abhängigkeit von bestimmten Bodenschätzen und Waren einerseits und vor allem aber in der Sabotage von lebenserhaltenden Versorgungswegen, sowohl in der Warenlieferung als auch im Energiesektor, der Wasserversorgung und vor allem was unter Cybertechnik zu verstehen ist, die größte Gefahr. Wer die Kommunikationswege beherrscht, wer mittels Infiltration in einzelne Politikbereiche und die Wirtschaft, wer Wasser, Strom und Gasversorgung beherrscht oder zu seinen Gunsten beeinflussen kann, der wird am Ende ohne martialische Bomben und herkömmliches Kriegsmaterial auskommen und die Oberhand gewinnen. Europa ist dabei, durch seine Haltung zu China sich genau diesem Diktat zu unterwerfen und hat einem zwar unsympathischen Trump, der aber in der Sache richtig lag, sich mit den USA überworfen und steht derzeit mit herunter gelassenen Hosen da. Und da hat Merkel ihr Anteil.

Hanno Woitek | Do, 18. November 2021 - 11:50

bevor man mit ewig wiederkehrendem Theorie Geschwafel Auflagen starkes Armageddon Gedöns von sich gibt. Kennen wir alles aus den 60ern und /70ern. Keines dieser 3 Länder wird so dämlich sein sich selbst mit zu vernichten und die Erde unbewohnbar zu machen. Denn das wäre die reale Tatsache und das wissen all dies Politiker natürlich. Da muß mal wieder ein Journalist was Schickes schreiben.

...halte ich Herrn Orchards Artikel. Amerika ist weitaus besser aufgestellt. Das Risi-
ko eines Atomkriegs wird bis 2049 nicht größer. In diesem Jahr feiert China den hundertsten Geburtstag seiner Volksrepublik. Man präsentiert sich als Weltheiler.

Ist China mehr Chance oder Gefahr? Soll sich die USA anschmiegen oder zum Gegenschlag ausholen? China fürchtet die USA nach wie vor. Beide sind weiterhin wirtschaftlich eng miteinander verbunden. Man muß sich arrangieren. China hält mehr als 1 Bio US-Staatsanleihen in den Händen. Ein Be-
trag, mit dem China die USA erpressen könnte. Es kann dieses Kapital aber nicht ohne weiters abstoßen, um nicht massive Verluste zu erleiden.

Beide werden in vielerlei Problemen aneinandergeraten. Aber ein direkter Atomkrieg muß nicht dazugehören. Allerdings könnte ein verheerender
Einsatz von Cyber-Taktiken konventionelle militärische Kommando- und Kontrollsysteme untergraben und zu schlechten Entscheidungen zwingen.

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