Asowstal
So sieht „Asowstal“ aus der Luft aus / 09.04.2022, dpa

Ukraine-Krieg - „Asowstal“ und das Asow-Regiment unter der Lupe

Während Mariupol weitgehend von den russischen Streitkräften eingenommen ist, harren die Verteidiger des Stahlwerks „Asowstal“ weiter aus. Mit der hohen Kampfmoral des Asow-Regiments allein ist das nicht zu erklären. Es lohnt sich daher ein Blick auf die Geschichte und den Aufbau des Stahlwerks, das exemplarisch für die industriellen Standorte in der Ostukraine steht.

Autoreninfo

Nathan Giwerzew studierte Literatur- und Politikwissenschaft in Berlin und absolvierte ein Redaktionspraktikum bei Cicero.

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Wieder einmal überschlagen sich die Ereignisse. Es werden Explosionen an Rundfunkmasten in Transnistrien berichtet – und Russland behauptet, die Ukraine stecke dahinter. Manche Beobachter sprechen deswegen in Anspielung auf den deutschen Angriff auf Polen 1939 vom neuen „Sender Gleiwitz“.

Derweil brennt ein Erdöllager im russischen Brjansk, das vermutlich (ähnlich wie Belgorod und Twer) von der ukrainischen Armee beschossen wurde. Die westrussische Stadt Brjansk gilt als ein logistischer Umschlagsplatz der russischen Ukraine-Invasion.

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Urban Will | Do, 28. April 2022 - 09:05

bei den Beiträgen hierzu, sich noch die Mühe macht, etwas genauer zu recherchieren oder den Sinn v Aussagen zu hinterfragen.
Das Unternehmen Zitadelle fand nicht 1942 sondern im Sommer 1943 statt.
Es war auch keine eigentliche Offensive, sondern eher der verzweifelte Versuch der Wehrmacht, den Vormarsch der übermächtigen Roten Armee zu brechen.
Die Kräfteverhältnisse waren, je nachdem, was man genau betrachtet bei rund 3 bis 5:1 für die Russen.
Und so frage ich mich, wie man auf die Idee kommt, die Situation d russ. Armee heute mit der d Wehrmacht '43 vor Kursk zu vergleichen. Ich selbst habe keinen Überblick über die Stärke der beiden Gegner.
Wenn aber tatsächlich den Russen aufgrund der großen materiellen Überlegenheit der ukr. Armee die Niederlage droht, dann hätte sich das Blatt wirklich schnell gewendet...
Es wäre ja dann nur noch eine Frage der Zeit, bis die Russen besiegt sind.
Eher glaube ich aber, dass es besser wäre, weniger zu schwätzen und mehr zu denken.

Joachim Kopic | Do, 28. April 2022 - 09:56

America first! Trump sagte es ... Biden macht es!

Bernd Windisch | Do, 28. April 2022 - 10:45

Das s.g. Asow Regiment ist kein Kind von Traurigkeit. Die „Wolfsangel“ ist vergleichbar dem russischen „Z“. Die verzweifelte Bitte des ukrainische Kommandeurs Serhij Wolyna in ein neutrales Drittland evakuiert zu werden ist mehr als berechtigt. Sollten diese Kämpfer in russische Hände fallen wäre das ganz sicher kein Spaß für die betreffenden. Das ausgerechnet ukrainische Bürger im Stahlwerk Schutz suchen kann man glauben, muss man aber nicht. Menschliche Schutzschilde sind in schmutzigen Kampfhandlungen üblich. Asow passt so gar nicht zu dem militärischen Helden Narrativ der deutschen Presse. Deshalb ist der vorliegende Artikel durchaus zu begrüßen und sollte den Verkündern einfacher Wahrheiten zumindest ein wenig zu denken geben.

Christa Wallau | Do, 28. April 2022 - 10:50

"Wir … kämpfen dafür, dass jede Nation in ihrem eigenen unabhängigen Staat ein freies Leben lebt. Die Beendigung der nationalen Unterdrückung u. Ausbeutung einer Nation durch eine andere Nation, ein System freier Völker im eigenen unabhängigen Staat – das ist die einzige Ordnung, die der nationalen Frage und sozialen Frage in der ganzen Welt eine gerechte Lösung gibt. Wir kämpfen gegen die IMPERIALISTEN u. IMPERIEN, weil in ihnen ein herrschendes Volk kulturell, politisch und ökonomisch andere Völker unterdrückt..."

Wow! Welch ein guter Text!

Was die Ukraine 1943 für sich forderte, unterschreibe ich heute. Für D sollte dies alles auch gelten! Nur in Nationalstaaten kann nämlich Demokratie funktionieren, d. h. der Volkswille regieren. Weder Russen noch die EU
(in Gestalt einer Fr. von der Leyen) o. Amerikaner haben sich einzumischen in innerste ukrainische Angelegenheiten. Nur bei f r i e d l i c h e n Lösungen ihrer Probleme sollte man ihnen beistehen, sofern sie es wünschen.

völlig sinnentleert!

Zitat: "Weder Russen noch die EU (in Gestalt einer Fr. von der Leyen) o. Amerikaner haben sich einzumischen".

Sind EU oder US-Amerikaner etwa mir ihren Truppen in die Ukraine eingefallen?

Und was ist, wenn die Ukraine die "Einmischung" westlicher Länder ausdrücklich wünscht?

Dann ist das Bekenntnis zur nationalen Souveränität scheinbar nichts mehr wert! Oder muss vorher bei Putin Genehmigung eingeholt werden?

Oder andersrum: Wenn die Russen nicht dürfen, dürfen EU oder USA auch nicht...

entscheidet ausgerechnet die deutsche AfD...

Du meine Güte..

Walter Bühler | Do, 28. April 2022 - 11:39

... und ich finde es sehr gut, dass sie von Herrn Giwerzew so ausführlich thematisiert wird.

Als Nicht-Historiker bin ich leider auf Wikipedia angewiesen.

Dort finde ich folgende Notiz:

"Im April 1945 (!!) wurde die [14. Waffen-Grenadier-Division der SS] als 1. Division der Ukrainischen National-Armee neu formiert und dem ukrainischen Nationalkomitee unter der Leitung von Pawlo Schandruk unterstellt. Sie stand damals in Österreich und wurde nun auf die Ukraine vereidigt. Am 8. Mai 1945 ergab sich die Division bei Tamsweg und Judenburg britischen Truppen."
(https://de.wikipedia.org/wiki/14._Waffen-Grenadier-Division_der_SS_(gal…).

Herr Giwerzew - wie verträgt sich das mit dem "Bruch mit den Nazis im Jahr 1943" ?

W.D. Hohe | Do, 28. April 2022 - 11:58

mit solchen "Wort"meldungen", sehr geehrter Herr Will, senkt sich vor allem Eines - Das Niveau dieses Forums.
Wobei Sie, zumindest mit diesem Beitrag, leider nicht der Einzige sind. Genderung nicht möglich -"männliches" Privileg.
Schade drum - auch wenn das Überblättern solcher Poesie zunehmend mehr Zeit spart.

Dr.Andreas Oltmann | Do, 28. April 2022 - 21:47

Herr Will, ich bin ganz bei Ihnen. Recherchieren, nachdenken, versuchen, zu verstehen, ohne Verständnis haben zu müssen, wäre mich die überzeugendere Darstellung.
Das betrifft auch die anfängliche Äußerung zu Transnistien: es leuchtet mir nicht ein, warum Russland im besetzten Territorium seine eigenen Strommasten und Verwaltungseinrichtungen zerstören sollte. Sinn macht es allerdings, wenn die Ukraine die russischen Einrichtungen attackiert, um russische Kräfte zu binden und den Gegner zu bekämpfen. Aber die Ukraine ist ja nicht der Aggressor, kann ja gar nicht sein.

Bernhard Kaiser | Fr, 29. April 2022 - 03:23

"Trotzdem bleiben sie vorerst weiter im Stahlwerk, weil sie nicht nach Russland deportiert werden wollen, zumal humanitäre Korridore ohnehin an der Blockade durch russische Truppen scheitern. Und Moskau rüstet ebenfalls in der psychologischen Kriegsführung auf, um alle Verteidiger des Stahlwerks als „Nazis“ zu diskreditieren." Drei Propaganda Lügen, die Zivilisten bleiben ganz sicher nicht freiwillig in dem Stahlwerk, sondern werden von den Azov Nazis auf Befehl von Kiev dazu gezwungen und die zweite Lüge, der sich immer mehr ausgerechnet Deutsche Medien anschließen ist die, dass es sich bei dem Azov Regiment angeblich NICHT um Nazis handelt, obwohl diese selbst das immer wieder voller Stolz verkünden und die dritte wäre die von den "Deportationen", die nichts weiter als Fluchtkorridore sind mit Bussen, die Zivilisten in Sicherheit bringen, aber selbstverständlich auf russisch kontrolliertes Gebiet, da ja überprüft werden muss, ob sich nicht auch Azov Kämpfer darunter befinden!

Petra Horn | Sa, 30. April 2022 - 10:19

nimmt für sich vermutlich in Anspruch, objektiv zu berichten.
Er vertritt jedoch strikt ukrainische Positiionen. Und nun redet er hier auch noch die Asov-Nazis schön. Es ist unglaublich, wie sich das Framing der guten heldenhaften Ukraine und das der teuflischen Russen durch die (fast) die gesamte Presse, jedenfalls die etablierten Medienorgane. Die russischen Stimmen, selbst die kulturellen wurden abgeschaltet.
Die "kritischen" stramm links gerichteten Magazine wie Panorama, Kontraste, Monitor, die bis vor nicht langer Zeit ihr Augenmerk auf die strukturelle tiefgreifende Korruption im Lande richteten, wo wenige schamlose Oligarchen sich die Ländereien und die Bodenschätze unter den Nagel gerissen haben, sind nun still. Hier wird vor unseren Augen im Schnellverfahren eine atenberaubende Umpolung der Werte vollzogen.
Das Erschreckende ist, wieviele bei dieser schreienden Manipulation mitmachen und sie sogar noch verstärken.