Kutusow
Stochern im Nebel: Das Kutusow-Denkmal in Moskau / dpa

Ukraine-Krieg - Abnutzungskrieg im Donbass

In der deutschen Debatte um den Ukraine-Krieg hat man manchmal den Eindruck, dass einige deutsche Panzer mehr oder weniger den Lauf des Krieges entscheidend verändern würden. Dabei ist der Krieg deutlich festgefahrener, als es bisweilen den Anschein hat. Und die entscheidende Hilfe kommt aus den USA, nicht aus Deutschland.

Autoreninfo

Nathan Giwerzew studierte Literatur- und Politikwissenschaft in Berlin und absolvierte ein Redaktionspraktikum bei Cicero.

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Die Front im Donbass bewegt sich kaum mehr. Russische Truppen schaffen es höchstens, sich ein bis zwei Kilometer am Tag vorwärts zu bewegen, weil die Angriffe schlecht koordiniert sind – oder sie werden schon mitten im Angriff zurückgeschlagen. Das liegt vor allem daran, dass geheimdienstliche Erkenntnisse über die Positionen der ukrainischen Streitkräfte und über deren Nachschubwege oft fehlen. Allein die russische Überlegenheit in Sachen Feuerkraft sichert minimale Geländegewinne.

Die sind aber oft mit erheblichen Verlusten verbunden, weil sich die ukrainischen Verteidiger an den entsprechenden Orten eingegraben haben und die russische Waffentechnik unter Beschuss nehmen.

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Sabine Lobenstein | Di, 3. Mai 2022 - 13:20

Sehr geehrter Herr Giwerzew,
meines Erachtens sollte Ihr Artikel in der jetzigen Zeit ein Vorbild für andere Journalisten sein. Sachlich Fakten und Möglichkeiten benennen ohne Hass und Manipulation. Sehr informativ, bitte mehr davon.

Martin Falter | Di, 3. Mai 2022 - 13:49

kann es nur eine Möglichkeit geben.
Russland muss dauerhaft geschwächt werden.
Vielleicht ist das Land einfach zu groß und zu vielfältig um eine friedfertige Regierung zu haben.

Wenn man das jetzt nicht angeht, wird Russland immer wieder andere Länder überfallen.

Schwächung heißt ja nicht nur militärisch sondern vor allem wirtschaftlich.

Christa Wallau | Di, 3. Mai 2022 - 14:01

... den Vorhang zu und alle Fragen offen."
So beendete Reich-Ranitzki in Abwandlung eines Brecht-Zitates immer das "Literarische Quartett".
Diesen Spruch könnte man hier auch achselzuckend anbringen, wenn es sich nicht um eine so todernste Sache wie Krieg handelte u. eben nicht um einen Diskurs über Bücher.
Es ist völlig klar: J e d e s Handeln u. gleichzeitig auch jegliches Nicht-Handeln hat
Folgen/Konsequenzen!
Und nichts ist eindeutig voraussagbar.
Von daher kann es nicht genug Leute geben, die mit ihren Ideen/Vorschlägen sich zu Wort melden u. mögliche Weg aufzeigen, wie man aus der schimmsten Lage in Europa seit Ende des 2. Weltkriegs halbwegs glimpflich wieder herauskommt.
Allerdings setzt dies voraus, daß man Kompromiß-Lösungen überhaupt noch w i l l .
Dieser Wille ist äußerst unterschiedlich ausgeprägt bei den involvierten Regierungen: Putin muß auf Sieg setzen, sonst ist er erledigt, u. die Ukraine, die USA u. die eur. Länd. sind da auch unterschiedlicher Auffassung.

Und das tut er. Denn warum sollte er Kompromisse machen, wenn doch die ruhmreiche russische Armee ihm die Erfolge verschafft, die Putin einen besonderen Platz in den heimischen Geschichtsbüchern sichern sollen?

Warum vor dem Westen Schwäche zeigen - wo es doch viel effektiver zu sein scheint, ständig mit der Atomkeule zu drohen und irgendwelche neuen "Wunderwaffen" zu präsentieren?

Putin ist ein Militarist - sein ganzes politisches Leben ist auf Stärke, auf Unterdrückung, auf Kampf ausgerichtet. Das hat der Westen nicht sehen wollen, und der AfD hat es wohl besonders gut imponiert. Ein wahrer "Führer"!

Politisch jedoch ist Putin ein Vollpfosten. Alle seine angeblichen Erfolge - nach Innen gegen die Opposition, in Kriegen gegen Nachbarstaaten - hat er nicht Diplomatie oder Verhandlungsgeschick, sondern ausschließlich brachialer Gewalt zu verdanken.

Dank Putin ist die NATO heute in Osteuropa so beliebt wie nie zuvor - ja selbst Schweden und Finnland liebäugeln mit einem Beitritt.

Ingo Frank | Di, 3. Mai 2022 - 14:12

lassen, wird aber DEUTLICH seine Interessen gegenüber Russland bekunden und freudig, die von der EU verursachten wirtschaftlichen Fehlstellen, schließen.. Und dadurch besteht die reale Möglichkeit, das beide Länder sich gegenüber der USA u. Europa sehr eng verbünden. Und ob das marode, wirtschaftliche Europa ( und in Onkel Sam‘s Land sieht es nicht viel besser aus) das extentiell übersteht, wenn zwei der größten Länder der Welt miteinander eng kooperieren, ist bei weitem noch nicht entschieden. Der Abstieg der USA zur Teritorialmacht, so wie Obama Russland sah,ist dabei auch durchaus möglich. Der Käse ist lang noch nicht gegessen.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Tomas Poth | Di, 3. Mai 2022 - 15:09

Dieser Krieg scheint auf der Ebene der Kriege in Vietnam und Afghanistan abzulaufen.
Es gibt keine offenen Feldschlachten, der Angreifer kann den Verteidiger nicht auf dem Schlachtfeld stellen um den Sieg zu erzwingen, sondern der Verteidiger schafft es in einer Art "Buschkrieg" mit Abwehrwaffen in sehr mobilen Einheiten den Vormarsch des Angreifers aufzuhalten und ihm schwere Verluste zuzufügen.
Panzerabwehrwaffen sind leicht zu transportieren und Kosten je nach Typ und Ausstattung zwischen 5.000 und 80.000 Euro.
Ein schwerer Kampfpanzer kostet je nach Typ und Ausstattung zwischen 5 und 15 Millionen!
Die Zukunft der Verteidigung gegen Bodenbewegungen/Vormarsch des Feindes liegt also in solchen Abwehrwaffen, die zielsicher auf größere Distanz Angriffe durch schwere Waffen stoppen können.
Das Kosten-Nutzen Verhältnis dieser Abwehrwaffen im Vergleich zu den schweren Panzerwaffen ist enorm.
Russland steht hier vor einem Problem!

Bernd Windisch | Di, 3. Mai 2022 - 19:28

Gilt leider auch für diesen Artikel.

Ronald Lehmann | Di, 3. Mai 2022 - 21:40

Dann hat die Macht schlechte Karten & ein schlechtes Karma, egal welches Strickmuster.

Denn Freiheitswillen setzt Kräfte frei, die keiner in sich selbst erahnt.

Groß -& Mutter pflegten mir als Kind den Spruch als Ermutigung mitzuteilen:
"Der Wille versetzt Berge & zu ihm gesellt sich die Lust".
Gut, der zweite Teil ist in Anbetracht Krieg fehl am Platz.
Dafür um so mehr der erste Teil!

Wenn also überwiegend Russen in den autonomen Gebieten nicht zur UA gehören wollen & UA (nicht autonome Gebiete) nicht zu Russland gehören wollen, dann sollte sich die Führer einigen.

Aber da habe ich bei Macht-Bessesene wie Putin seit seiner militärischen Aggression so meine Zweifel (PS: trotz Kommunismus-Fobie hatte ich diese Zweifel bis vor 1/4 Jahr noch nicht gehabt!) habe, steht in den Sternen & vor allem im Putins Gehirn, wie die weitere Zukunft aussieht.

Aber wie ich schon schrieb. Macht ist wie Radioaktivität, die vereinnahmt. Also kühlen Kopf bewahren, ohne Angst & Hass
Gott schütze uns🙏

Bernhard Kaiser | Mi, 4. Mai 2022 - 02:50

... entschuldigung, aber ich hab das inzwischen so dermaßen satt! Mariupol ist seit Wochen eindeutig unter russischer Kontrolle und nicht nur Mariupol auch andere Städte im Donbass, der Donbass hat schon IMMER und spätestens seit dem Referendum 2014 zu Russland gehört!! Seit 2014 wird ein Terrorkrieg gegen die Bevölkerung im Donbass und im Rest der Ostukraine geführt, gesteuert von der Zentralregierung in Kiev, ausgeführt von den NAZI-Regimentern Azov, die gleichen, die sich auf Anweisung von Kiev in den Schächten des Stahlwerks in Mariupol verschanzen und die Zivilisten als Geiseln nehmen und an der Evakuierung hindern und weiteren wie Rechter Sektor, C13 usw. und das sind EINDEUTIG Nazi-Regimenter, die bezeichnen sich doch selbst so!! Die Menschen im Donbass haben das korrupte Regime in Kiev satt und sie haben den NAZI Terror satt! Es gibt genügend Belege dafür, wieso recherchiert CICERO dieses Thema nicht?! Es gibt genügend - seriöse! - Quellen!

Gerhard Schwedes | Mi, 4. Mai 2022 - 17:57

Die Deutschen sind wieder einmal gespalten - natürlich. Ca. fünfzig Prozent sind für die Lieferung schwerer Waffen, ca. fünfzig Prozent dagegen. Dazu Folgendes: Das Motiv der Waffenstrecker setzt sich aus einer Mischung von Realitätsverweigerung und Egozentrik zusammen. Es ist wie bei den Maßnahmen zur Rettung des Euro. Damit die Reformen nicht weh tun, werden sie solange verschoben, bis dann eine Rettung heftigste Verwerfungen mit sich bringt. Gleiches bei einer Nichtlieferung schwerer Waffen, womit man Putin den Sieg auf dem Präsentierteller überreichen würde. Der Belzebub würde sich über dieses Geschenk den Bauch halten vor Lachen. Und sein Volk würde den Helden natürlich heftigst beklatschen. Dann machte er sich an seine nächste Aufgabe heran. Erneut stünde der Westen vor der Frage: Nachgeben oder Zähne zeigen? Das blutige Spiel ginge immer so weiter, ad infinitum. Deshalb ist das Plädoyer für ein Hände-in-den-Schoß-Legen irrwitzig und in seiner Dümmlichkeit kaum zu überbieten.

Hans Schäfer | Do, 5. Mai 2022 - 11:45

"könnte" auch die Inkaufnahme weiterer Toten und weitere Zerstörung der Infrastruktur sein, wozu es zweifelsohne kommt, wenn der Krieg länger dauert.
Waffenlieferungen verlängern ihn.
Meine Meinung!
Man kann es feige nennen, ok. Es bleibt trotzdem meine Meinung.
Aus der "noch" warmen Stube Waffenlieferungen verlangen ist einfach. In der warmen Stube kann einen noch keine Kugel treffen.
Wenn es passiert, dann wird es heißen, dass wollte ich nicht
Ich bin für eine diplomatische Lösung.
Die Politiker sollen nicht nur schlau daherreden, sondern schlaue Lösungen finden. Das ist ihr Job!