G7-Gipfel in Biarritz - G6 gegen Einen

Beim G7-Gipfel im französischen Biarritz überrascht vor allem der Gastgeber Emmanuel Macron. Ob Amazonas, Iran, Russland oder Handelskriege - der Präsident scheint den Themen-Takt anzugeben. Angela Merkel wirkt inzwischen mehr wie eine Randnotiz

Gelöst oder gespielt? Donald Trump und Angela Merkel beim G7-Gipfel / picture alliance

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Kay Walter arbeitet als freier Journalist in Frankreich

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Kay Walter

August – le mois d'août – und Urlaub, das sind in Frankreich geradezu synonyme Begriffe. Das ganze Land macht Ferien, bevorzugt im Süden, am Meer. Biarritz an der Atlantikküste ist einer der beliebtesten Badeorte, und normalerweise ist der große Strand der baskischen Stadt im August dicht gepackt mit sonnenhungrigen Gästen. Doch aktuell ist Biarritz leer, abgesehen von gut 13.000 Polizisten und Militärs. Die Stadt wirkt weitgehend abgeriegelt. Wegen des G7-Gipfels gilt die Innenstadt größtenteils als „Rote Zone“: Zutritt haben nur Gipfelteilnehmer und Anwohner, so sie denn ihren Personalausweis und einen speziellen Pass bei sich führen. Höchste Sicherheitsstufe für das Treffen der Staatschefs.

Auch deshalb werden pünktlich zu jedem Gipfel die immer gleichen Fragen gestellt: Was soll das? Wem nützt das?

Kritker von G7 aus allen Ecken

Viele würden antworten: Das sei nur rausgeschmissenes Geld, bei den Gipfeln komme eh nichts sinnvolles raus. Da sind die linken Globalisierungskritiker, die in der Umgebung von Biarritz demonstrieren. Sie nennen Gastgeber Emmanuel Macron den „Präsidenten des Blah-Blah“, bezeichnen den Gipfel als ein „tödliches System im Dienste der Reichsten und Multis“, ungeeignet und unwillig den sozialen und ökologischen Interessen der Menschen zu dienen.

Da sind die Ökonomen, die durchaus zu Recht feststellen, dies sei kein Treffen der sieben wichtigsten Industrienationen mehr. Denn ginge es nach der Wirtschaftskraft, dann säßen nur die USA, Japan und Deutschland an diesem Tisch – keinesfalls aber Frankreich, Großbritannien, Kanada und Italien, statt dessen aber Russland, China, Indien, Indonesien.

Da sind konservative und rechtsnationale Kräfte, die – mit anderer Begründung zwar – aber doch zum nämlichen Ergebnis wie linke Kritiker kommen. Gemeinsames Handeln von Staaten halten sie im Kern für falsch, ja unsinnig. Sie glauben, wenn sich jeder Staat vorrangig um sich selber kümmere, dann sei für alle gesorgt.

Nicht zuletzt US-Präsident Donald Trump steht für diese Vorstellung. Jeder kämpft für sich allein und America First, lautet sein Credo. Und damit hat er schon die letzten beiden Treffen – 2017 in Toarmina, Sizilien und 2018 in La Malbaie in Kanada – zu einer Farce gemacht.

G6 gegen Einen

Tatsächlich waren das keine G7-Gipfel mit gemeinsamer Diskussion in dem Interesse, Lösungen zu finden, sondern vielmehr „G6 gegen Einen“ Treffen. Geradezu emblematisch das Foto aus Kanada, als sechs Regierungschefs vor dem sitzenden Trump stehen und der sie provozierend anlächelt. Und jeder Mensch erkennt seinen Gesichtsausdruck: „Na! Und jetzt! Was wollt ihr machen. Ihr könnt mir gar nix!“ Der Lümmel aus der letzten Reihe – nicht sonderlich schlau, aber felsenfest davon überzeugt, der Stärkste zu sein. (um jedem Missverständnis vorzubeugen: das beschreibt lediglich den Gesichtsausdruck)

Müsste man also die Frage nach dem Sinn solcher Veranstaltungen schlicht verneinen?

Gemeinsame Diskussionen als Zeitverschwendung

Schließlich hat Trump bereits eine deutliche Veränderung der Gipfel-Logik durchgesetzt. Er mag keine großen Runden, sondern vor allem Bilaterals. Dabei will er die anderen Staatschefs einzeln ins Gebet nehmen, um zu bekommen, was er für richtig hält. Frankreich will er die Besteuerung der US-amerikanischen Internet-Giganten vorwerfen, Deutschland dessen Handelsüberschuss und das Defizit bei Militärausgaben. Gemeinsame Diskussionen sind da ebenso Makulatur, wie eine Abschlusserklärung. Die hatte Emmanuel Macron dann auch schon im Vorfeld gecancelt, weil „solche Erklärungen hinterher doch niemand mehr lese“.

Und doch könnte Donald Trump die Rechnung ohne den französischen Staatspräsidenten gemacht haben. Der hatte zwar vor dem Gipfel demonstrativ tiefgestapelt, nur um seinerseits in Trumps Domäne, den bilateralen Runden, den Druck auf mehr Gemeinsamkeit deutlich zu erhöhen.

Öffentliches Essen und Leviten lesen

Wenige Tage vor dem Gipfel traf Macron zunächst Putin und erklärte, man müsse wieder mehr miteinander reden und zu abgestimmtem Handeln finden, allen Differenzen zum Trotz. Begründung: „Ein Blick auf die Landkarte zeigt, dass Russland zu Europa gehört.“, und er setzte dazu: die Geografie sei ziemlich hartnäckig. Trump plädiert seit langem dafür, Russland zurück an den Tisch zu holen und die G7 wieder zur G8 zu machen. Das wiederum geht Frankreich und allen Europäern zu weit, und so ist Trump auch in Biarritz und nunmehr zum dritten Mal mit diesem Ansinnen gescheitert.

Dann lud Macron unmittelbar vor dem allgemeinen Zusammentreffen überraschend Trump zum Essen ein – live im Fernsehen – und erklärte dem US-Präsidenten bei der Gelegenheit öffentlich, wie verheerend die Auswirkungen von Zöllen und Handelskriegen für die Weltwirtschaft seien.

Frankreichs gemeinsame Grenze mit Brasilien

Zudem setzte er neben Gleichheit und Freien Handel auch das Thema Umweltschutz prioritär auf die Tagesordnung. Er fordert konkrete Maßnahmen gegen den Klimawandel – den er wortgleich mit der Fridays for Future Bewegung um Greta Thunbergs als „Ökozid“ bezeichnet – vor allem zum Schutz der Meere und gegen die verheerenden Waldbrände im brasilianischen Amazonasgebiet. Der französische Staat – man vergisst das – hat eine gemeinsam Grenze mit Brasilien. Französisch Guayana ist von den Bränden unmittelbar betroffen, weshalb Macron seine „besondere Verantwortung“ betont und auf dem Gipfel zumindest technische und logistische Hilfsmaßnahmen durchgesetzt hat.

Auch das dürfte Trump nicht eben gefallen haben, hält er den Klimawandel doch für fake news.
Schließlich traf am Sonntag Nachmittag der iranische Außenminister auf Einladung seines französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian in Biarritz ein, um über das Atomabkommen zu diskutieren. Den einseitigen Ausstieg der USA (2018) aus dem Abkommen halten alle anwesenden Staatschefs für falsch, ebenso Russland. Und selbst Boris Johnson hat sich auch in dieser Frage an die Seite seiner europäischen Kollegen gestellt und nicht an die seines großen transatlantischen Freundes. Die deutsche Bundeskanzlerin bemühte sich derweil, nicht überrumpelt zu wirken. Angela Merkel betonte, sie sei zeitnah informiert worden.

Wenn die Air Force one landet, wissen wir mehr

Es stimmt sicher, dass Frankreich wirtschaftlich nicht mehr zu den Schwergewichten der Welt zählt. Politisch tut es das sehr wohl. Eben das will Macron zeigen, sich und sein Land als die wichtigste Stimme in Europa präsentieren. Frankreich sei das Land der „großen Ideen“ – immer schon. Frankreich müsse vorangehen, wie auch immer, betonte der Präsident in einer Rede an „mes chèrs compatriotes“ am Samstag Mittag, unmittelbar vor seinem Treffen mit Trump. Deshalb die großen Themen: Gleichheit und Verantwortung. „Wir sind die Ideenschmiede. Wir werden sicher nicht alles schaffen, aber Frankreich muss Vorbild sein. Und bei allen Differenzen im Einzelnen, bei den zentralen Themen Gleichheit, Teilhabe an der Ökonomie und Klima sind wir Franzosen im Prinzip alle einer Meinung!“

Man nennt das wohl Optimismus, den festen Glauben daran, dass man Alles besser machen kann. Und genau dafür, um zur Ausgangsfrage zurückzukommen, genau dafür braucht es solche Gipfel. Ganz egal worum es geht: Man kann die Dinge besser machen. Und zwar dann, wenn man miteinander spricht.

Allerdings: Was alle Vereinbarungen am Ende wert sind, wird sich erst erweisen, wenn die Air Force One wieder daheim gelandet ist. Wer weiß schon, welcher Twitter-Furor den US-Präsidenten dieses Mal auf dem Heimflug ereilt.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 26. August 2019 - 11:45

Macron zeigt wieder, wie große Politik geht.
Und Russland gehört zu Europa, wenn man es in der historischen Verbindung sieht.
Schön wäre es, wenn sich in Russland in Ablösung der alten Machtpolitik durch Putin neue POLITISCHE Gesichter zeigen, die mit Macron auf Augenhöhe sprechen und verhandeln können.
Trump ist zwar keine Randnotiz, er gehört aber doch m.E. entschieden zu den Machtpolitikern, so dass ich nicht einmal davon überzeugt bin, dass er sich gegen einen dynamischen POLITIKER(Femininum/Maskulinum) der Republikaner wird durchsetzen können.
Die Rückkehr der Politik, der Artikel beschreibt sie.
Danke

Das ist das Schöne an CICERO, das man miteinander debattieren kann und nicht einer Meinung sein muss. Macron ist ein "Elitesoldat" der Politik, alles an ihm, bis hinein ins Private, ist "erschaffen" und "modelliert". Er vertritt nicht das französische Volk, von dem er wenig versteht, er ist ein "Adelsspross" der Geldaristokratie. Früher oder später wird er scheitern. Alles an ihm ist "künstlich" - auch seine Ehe mit Brigitte. In Wahrheit ist er "homophil" - was keine Schande ist, nur offen gesagt werden sollte. Der zweite Widerspruch betrifft Wladimir Putin. Er ist genau der Richtige für Russland. Russland braucht einen starken Mann. Eine Anekdote: Als der Schriftsteller Lion Feuchtwanger in den Dreißigern in Moskau war, wunderte er sich über die großen Stalin-Bilder und Plakate. Als er Stalin danach fragte, sagte dieser: "Was glauben Sie, wie laut man in Moskau rufen muss, um in Wladiwostok gehört zu werden!" Russland regiert man nicht wie eine westliche Demokratie.

können politischer/programmatisch sein, ich dachte an einen Generationenwechsel. Solange Putin lebt, bleibt seine Macht evtl. erhalten, bis eine anderen Person das auszufüllen vermag.
Es nur zu wollen, wird wohl nicht reichen.
Zu Macron, davon lese ich das erste Mal und es spräche nicht dagegen, dass er politisch etwas drauf hat.
Übrigens ebensowenig, wenn seine Gattin seine Gattin ist, denn sie hat einmal umwerfend ausgesehen.
Oder beides oder jedes zu seiner Zeit, Sie haben recht, es wäre keine Schande und auch ohne Belang.
Wenn Macron wirklich, sagen wir zum politischen Adel gehörte, sein Gehabe spricht ein bisschen dafür, darf er auch ein bisschen in sich selbst verliebt sein, wenn ich Herrn Jonson sehe m.E. sogar ganz sicher.
Macron würde dann die französische Idee, ihre Tugenden und Höhen verkörpern, dazu muss er sicher nicht auf Napoleon schauen.
Als "Vati" würde er nicht gewählt.
Dieser Glamour, diese Aura, wenn die Wähler sich darin selbst sehen können, bitte sehr.

Liebe Frau Sehrt-Irrek, ja ich bin geblieben. Man kann es wegen eines Einzelnen ja nicht mit allen verderben. Was unseren kleinen Disput angeht, so glaube ich, dass bei Ihnen die kleine lässliche Schwäche für attraktive Männer im Spiel sein könnte. Das ist nicht nur verzeihlich, es macht sie menschlich. Schon früher bemerkte ich, dass bei Ihnen Emotionen eine gewisse Rolle spielen. Nun bei Macron erzählt man sich, dass er unter seinen Kommilitonen geprahlt hätte, er werde sich seine Lehrerin Brigitte als Ehefrau holen, was er dann ja auch tat. Nein, kein Schülerstreich, sondern wohl auch echte Gefühle schienen da mitzuschwingen. Wiewohl ein echter Franzose wird er wohl nicht mehr werden. Putin beerbte Jelzin, der Russland beinahe "versoffen" hätte. Er ist ein Machtmensch und noch nicht alt. Was ich an ihm schätze, er liebt sein Russland und ist ziemlich gebildet und belesen. Die Russen können froh sein, ihn zum Präsidenten zu haben. Wir Westeuropäer auch, denn er liebt den Westen...

Das sehe ich, mit Verlaub, etwas anders als Sie, Frau Sehrt-Irrek. Der Gastgeber, sprich Präsident Macron, hat den Gipfel über weite Strecken dazu genutzt, sein innenpolitisch angeschlagenes Image aufzupolieren zu suchen, indem er in bekannter Manier das Hohelied der "Grande Nation" sang, ohne deren "grosse Ideen" und leuchtendes Vorbild der Rest der (westlich geprägten) Welt sozusagen "aufgeschmissen" wäre. Dass es nicht immer, doch häufig gelingt, Franzosen und Französinnen bei ihrer Nationalehre zu packen, ist das eine. Dass der Rest der (westlich geprägten) Welt darauf ebenfalls anspringen würde, das andere und eher unwahrscheinlich, misst man das real existierende Frankreich an seinen eigenen verbal hochfliegenden Ansprüchen. Dies gesagt, macht es in der Politik, und nicht nur da, meist durchaus Sinn, miteinander - ehrlich - zu reden, wenn es Differenzen auszuräumen gilt, die eine gedeihliche Entwicklung aller involvierten Parteien wenn nicht verunmöglichen, so doch hemmen.

Karsten Paulsen | Mo, 26. August 2019 - 12:38

In Absatzüberschrift "Frankreichs gemeinse Grenze mit Brasilien" hat sich ein Fehler eingschlichen.

Online-Redaktion | Mo, 26. August 2019 - 13:07

In reply to by Karsten Paulsen

Lieber Herr Paulsen,

danke für den Hinweis. Ist korrigiert! 

Ihre CICERO-Redaktion

durch Erbschaft reich zu werden. Daher kommt nämlich im Großen und Ganzen Herrn Trumps Vermögen. Allerdings hat er, was seine Geschäfte anging, nicht immer eine besonders glücklich Hand gehabt - nach irgendwelchen Berichten pumpte er zuweilen auch schon mal Geld, das möglicherweise aus zwielichtigen Quellen kam, in sein Unternehmen. Und noch immer weigert er sich, seine Einkommensverhältnisse offenzulegen - etwas, was jeder Präsident vor Trump getan hat.
Aber egal - Trump, er könne jemanden in der Öffentlichkeit erschiessen, und würde trotzdem gewählt.
Recht hat er wohl...

Denn seine Wirtschaftspolitik, Kernstück des Projekts "Wiederwahl", läuft jetzt doch eher stotternd. Seine Zollpolitik gegenüber den Chinesen macht Teilen seiner ländlichen Wählerschaft zu schaffen. Und seine Halsstarrig, strengere Waffengesetze durchzusetzen, ist schlicht seiner Freundschaft zur US-Waffenlobby geschuldet. Aber Hauptsache, hart gegen Flüchtlinge...manchen reicht das eben.

dass er die Leute vor sich einschätzen kann und Masken wenig helfen.
Wenn er von einem guten Republikaner oder sei es ein/e Demokrat/in geschlagen werden sollte, wird er sich freuen, wieder SEIN Ding machen zu können, egal was das nun wäre.
Da liegt auch die Bedeutung seines zweiten Antretens - aber nur vermutet -, jemand muss ihn schlagen, dann kann er wieder ruhig schlafen, überspitzt gesagt...

Hans Jürgen Wienroth | Mo, 26. August 2019 - 14:19

Wer wirft dem chinesischen Staatschef Xi Jinping vor, ein Nationalist zu sein? Für die Weltwirtschaft spielt es keine Rolle, ob die nationalen Interessen rechts oder links bestehen. Wenn die chinesische Führung den eigenen Markt abschottet wie kein anderer, billige, oft wertlose Plagiate auf den Weltmarkt wirft, Patentrechte ignoriert und den Währungskurs so einstellt, dass man auf dem Weltmarkt konkurrenzlos günstig ist, dann ist das der faire Wettbewerb? Dabei finanziert das Land auch noch den eigenen Export, genauso wie es Deutschland macht. Durch diese „Kredite“ können die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur nicht mehr erfolgen. Dabei ist der durch die „Südländer“ und die Negativzinsen schwach bewertete € der Wirtschaftsmotor unseres Landes, neben niedrigen Löhnen.
Man mag es in Europa nur nicht sagen, dass Trump recht hat. Die Weltwirtschaft ist schon lange nicht mehr fair. Jeder schaut nur auf seinen eigenen Vorteil. Trump handelt, die anderen reden nur.

Juliana Keppelen | Di, 27. August 2019 - 11:10

In reply to by Hans Jürgen Wienroth

in großen Teilen zustimmen. Aber das hohe Lied des freien Handels wird besonders von denen immer wieder gesungen die von dem Handel profitieren (selbstverständlich gehören wir dazu). Wichtig wäre anstatt dieses Mantra des freien Handels vor sich her zu tragen einen wirklich "fairen Handel" in die Wege zu leiten und zu betreiben davon sind wir aber noch meilenweit entfernt. Dazu könnte man ganze Abhandlungen schreiben. Nun zu ihren Einlassungen zu dem was China so alles treibt ohne Rücksicht auf Verluste kann ich nur anmerken es gibt immer zwei Seiten die Einen probiern's und die Anderen lassen es sich gefallen. Wer oder was hat uns daran gehindert schon rechtzeitig unsere Interessen mit Nachdruck klar zu machen und zu verteidigen? Gegenüber anderen Staaten sind wir doch auch nicht zimperlich und sanktionieren aus erzieherischen Gründen gerne mal (meistens Staaten die vieles von uns brauchen könnten und mit denen ein fairer Handel jederzeit möglich wäre).

Ernst-Günther Konrad | Mo, 26. August 2019 - 16:45

Abschlussserklärungen will und braucht er nicht. Er sagt das, was alle wissen. Eh nur gelogen. Eine nichtsagende Abschlusserklärung von der Macron sagt, es liest sie eh niemand mehr.
So ein Pech für die Trumpgegner. Er bestand auf bilaterale Gespräche, wollte mit den anderen nur das besprechen, was für ihn wichtig ist und wozu er Zweisamkeit braucht. Ihn interessieren die anderen Probleme untereinander nicht. So einfach tickt er.
Das kann man mögen oder nicht. Er ist da ganz einfach gestrickt. Mit Japan hat es geklappt. Mit China weis man noch nicht.
Die Medien berichten kaum was über die Proteste dort, nur mal kurzer gestreift. Haben sich dort Hamburger Verhältnisse, wie beim G 20 wiederholt?
Und AM, die Königin der Macht, sie kam kaum zum Vorschein. Macron übertünchte sie mit seine hervortuenden Art und erscheint nach außen als starker Mann. Nur, wer wird es bezahlen, was er da alles vor hat. Ich weis, die Deutschen zahlen, dafür darf AM mit den großen Essen an einem Tisch.

Es gibt nämlich auch das große Essen, Pardon es heisst "Das große Fressen" mit Michel Piccoli.
Also eine leichte Korrektur, wo fand der Gipfel statt?
Genau, da wird Frau Merkel nicht auf die Idee kommen, sich vorzudrängeln.

Bernd Muhlack | Mo, 26. August 2019 - 17:34

Ulrich Wickert, der bekennende Frankreich-Freund hätte es nicht besser schreiben können, oder?

Sicherlich hat Herr Kay Walter weitaus bessere und tiefere Einblicke in die Politik Frankreichs als ich, jedoch ist dieser Artikel doch ein wenig, eher ziemlich "lobhudelnd".

Da war der von mir hoch verehrte Peter Scholl-Latour ein anderes Kaliber, nicht wahr, n´est-ce pas? Er teilte nach allen Seiten gnadenlos aus, was ihm ob seiner Erfahrung und Weltkenntnis auch zu stand.
Damals zu Joschka Fischer in einem TV-Talk: "Sie reden hier doch kompletten Unsinn und das wissen Sie selbst am besten, nicht wahr!"
Solche Aussagen würden heut zu Tage der political correctness zum Opfer fallen.

Nein, Scholl-Latour würde Macron nicht zujubeln, Marine le Pen jedoch ebenso nicht!
Er lebte ja ebenfalls in Frankreich; Paris und Tourettes sur loup, "unten" bei Nizza.

Fast alle seine "Prophezeiungen" sind eingetroffen; auch bzgl. "Migration".
Ist das nicht bemerkenswert?

wahrscheinlich nicht und unserer geliebten vom Ende her Denkenden?
Was mir im Kommentarbereich auffällt ist, dass sich vorwiegend an Macron abgearbeitet wird und unsere Regentin und ihren Beitrag zu der Veranstaltung überhaupt nur sehr dezent angesprochen wird.
Ansonsten bin ich ganz bei ihnen.

Andreas Baur | Mo, 26. August 2019 - 21:56

Vergleicht man die wirtschaftlichen Erfolge von Frankreich und USA, werden die Rothschilds nicht so sehr zufrieden sein mit ihrem Zögling. Und mit Recht! Seine Volksnähe zeigt er deutlich darin, dass er den beliebten Urlaubsort in der Hochsaison für seine Landsleute sperrt, um seine Selbstdarstellung zu pflegen. Einig sind sich diese möchtegern Spitzenpolitiker nur noch in ihrer Erbärmlichkeit.

Wolfgang Schneider | Mo, 26. August 2019 - 23:49

Frau Dr. Merkel eine "Randnotiz"? Man macht sich doch inzwischen über sie lustig. Macrons Überfall mit dem Iran, Trumps Küsschen, Johnsons : Wir schaffen das. Eigentlich viel schlimmer!

helmut armbruster | Di, 27. August 2019 - 08:21

alle Jahre wieder dieselbe Show. Dieses Mal ohne gemeinsame Abschlusserklärung, dafür gab es Makronen mit Küsschen.
Was hinter den Kulissen abläuft erfährt das Publikum sowieso nicht.
Uwhizt? = und was habe ich damit zu tun?

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