Donald Trump und das Atomabkommen - Vergesst die Fakten nicht!

Nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran gilt Präsident Donald Trump einmal mehr als Bösewicht. Doch bei der Bewertung der Entscheidung sollte man sich an die Fakten halten. Ein Zwischenruf des Historikers Michael Wolffsohn

Donald Trump
Wieder trampeln fast alle auf Donald Trump herum / picture alliance

Autoreninfo

Michael Wolffsohn ist Historiker, Hochschullehrer des Jahres 2017 und Autor der Bücher „Wem gehört das Heilige Land?“, „Israel“, „Zum Weltfrieden“ und „Deutschjüdische Glückskinder, Eine Weltgeschichte meiner Familie“. 

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Wieder trampeln fast alle auf Donald Trump herum. Das kann man verstehen, denn der US-Präsident ist vulgär und trampelt seinerseits auf den Nerven der Welt herum. Trotzdem ist es immer richtig, nicht mit dem Bauch, sondern mit dem Kopf zu denken – und sich seines eigenen Verstandes zu bedienen. Das empfahl schon Immanuel Kant. Der Philosoph war zwar kein Nahostexperte oder Politikwissenschaftler, aber er verstand viel vom Denken, vom Verstand. Zum Denken gehört zunächst das Erkennen und Benennen der Fakten. Das Bekennen zu diesem oder jenem Urteil hat allein darauf zu fußen.

Die Fakten

Fakt ist: Das 2015 von den vier UN-Vetomächten plus Deutschland mit dem Iran geschlossene Atomabkommen hat den Nahen Osten nicht sicherer gemacht. Es hat die Expansion des Iran in der Region gefördert. 

Fakt ist: Der Bürgerkrieg in Syrien tobt heftiger denn je. Diktator Baschar al-Assad steht mit russischer und iranischer Hilfe kurz vor dem endgültigen Sieg. Das müsste man sogar in Deutschland bemerkt haben, wohin Flüchtlinge seit Jahren massenweise strömen. 

Fakt ist: Das Atomabkommen wurde im Juli 2015 geschlossen. Der Riesenstrom der Flüchtlinge kam seit September 2015. Der Zusammenhang zwischen dem Abkommen und dem inzwischen deutsch-europäischen Flüchtlings- und damit Gesellschaftsproblem ist also offenkundig. 

Fakt ist: Heute verfügt der Iran über einen großen Landkorridor. Er reicht über den Irak und Syrien in den Libanon. Diese drei Staaten sind heute praktisch Marionetten des Iran (mit freundlicher Unterstützung von Russlands Wladimir Putin).

Fakt ist: Der Iran verfügt im Libanon faktisch über eine eigene Armee: die Hisbollah. Er hat Militärstützpunkte mit zahlreichen Raketen in Syrien. Diese wurden nach dem Abkommen auf- und vor allem ausgebaut. 

Fakt ist: Der Iran beherrscht heute auch den Jemen.

Fakt ist: Der Iran hat seine Sabotageakte in Bahrein sowie im Osten Saudi Arabiens (nur dort gibt es Öl und Erdgas) gesteigert. 

Fakt ist: Der Iran unterstützt die Muslimbrüder in Ägypten massiv. Ebenso die palästinensische Hamas. Dadurch hat der Iran sowohl Israel als auch Saudi Arabien und die Golfstaaten (ganz ohne Atombomben) umzingelt. Dadurch kann der Öl- und Gaspreis strategisch weitgehend vom Iran bestimmt werden – wenn Saudi Arabien und die Golfstaaten „kippen“.

Fakt ist: Der Iran hat sein Raketenprogramm drastisch erweitert. Er verfügt über Raketen mit einer Reichweite von 2000 km. Sie können Atomsprengköpfe transportieren. Der Iran arbeitet auch an Langstreckenraketen, die bald jedes Ziel in Europa oder den USA erreichen können. 

Fakt ist: Das Abkommen schließt Kontrollen militärischer Anlagen im Iran aus. Auch der Kontrollzugang zu „zivilen“ Anlagen ist nicht vollständig möglich.

Fakt ist: Die Internationale Atomenergie Kommission (IAEA) sagt: Der Iran habe das Abkommen nicht gebrochen. Fakt ist aber auch: Gerade die IAEA hat sich in der Vergangenheit nachweislich oft geirrt.

Fakt ist: Der deutsche Verfassungsschutz hat mehrfach darauf hingewiesen, dass der Iran auch nach Abschluss des Atomabkommens versucht, weltweit Material und Wissen für die Herstellung von Nuklearwaffen zu erwerben. Sogar „Trampel Trump“ hat EU und Deutschland wiederholt aufgefordert, gemeinsam auf den Iran einzuwirken, um all diese Defizite zu korrigieren. Das ist nicht geschehen. 

Fakt ist: Der Iran hat auch 2013 die Verhandlungen nur des Sanktionsdrucks wegen begonnen. Warum sollte es jetzt nicht wieder funktionieren?

Der Ausblick

Was wird nun passieren? Der Iran wird „aus Rache“ einige Raketen auf Israel abfeuern und somit sein Gesicht wahren. Israel wird auch reagieren. Dann beruhigen sich die Gemüter. Der Iran wird durch Israels Aktionen einsehen, dass der Preis der Expansion in Syrien und im Libanon zu hoch ist. Er wird sich schrittweise zurückziehen.

Was tun?

– Die EU und Deutschland sollten versuchen, die Lücken des Abkommens gemeinsam mit den USA zu schließen.
– Auf den Iran sollte Druck ausgeübt werden, seine Expansionen zu beenden und sich schrittweise aus den faktisch besetzten Gebieten zurückzuziehen.

Was noch?

Keiner redet über Pakistans Atomarsenal. Warum? Was passiert, wenn Islamisten die Macht in Pakistan übernehmen? Das ist alles andere als ausgeschlossen.

Michaela Diederichs | Mi, 9. Mai 2018 - 16:25

Danke, dass hier mal Fakten benannt werden. Der Westen ist m. E. äußerst naiv im Umgang mit dem Iran. Vielleicht setzt ja jetzt ein Umdenken ein. Es wäre wünschenswert.

Yvonne Walden | Do, 10. Mai 2018 - 10:11

In reply to by Michaela Diederichs

Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Deutschland ist naiv im Umgang mit Trump und der US-Administration.
Anstatt Putin zu verurteilen, sollten wir den Spiss umdrehen. Aber dazu fehlt den deutschen Politikerinnen und Politikern überwiegend der Mut.

Marie Werner | Mi, 9. Mai 2018 - 16:38

Herr Wolffsohn für ihren hervorragenden Artikel. Ich fühle mich mittlerweile einsam in diesem hetzerischen medialen Mainstream-Einheitsbrei.
Ich teile exakt Ihre Meinung und war bereits über die "Loyalität" Deutschlands vor Jahren sehr negativ überrascht.

Ralph Barthel | Mi, 9. Mai 2018 - 16:44

Wie würde Karl Marx sagen:
Ein Gespenst geht um...

Diesmal die Fakten.

Hans Meirowski | Mi, 9. Mai 2018 - 16:51

Wunderbar, wenn schon der 1. Fakt mehr Interpretation als Tatsachenbeschreibung ist.

Oliver Lehmann | Mi, 9. Mai 2018 - 16:56

Ich empfehle dem Autor ein unvoreingenommenen Blick in diverse Memos der "VIPS", der "Veteran intelligence professionals for sanity". Die dort versammelten Geheimdienstkenner widerlegen sehr deutlich die in obigen Artikel dargelegten "Fakten". Was wirklich Fakt ist, dass der Iran tatsächlich ein maßgebliches Hindernis ist bei der Verwirklichung des Lebensraumprojekts "Greater Israel", Kennern auch als Yinon plan geläufig.
Es ist Schade, dass der jüdische Staat in seinem eigenen Land jegliche Unschuld verloren hat und damit dem Judentum erheblich schadet.

Die Ultraorthodoxen machen das Land kaputt und schaden Juden in der ganzen Welt. Anstatt sie einzudämmen, hegt er sie ein mit katastrophalen Folgen. Marketing geht anders.

Bernhard K. Kopp | Mi, 9. Mai 2018 - 17:08

Mehrere 'Fakten' sind keine, sie sind persönliche Beurteilungen des Autors. Der Flüchtlingsstrom von 2015 hat mit dem Abkommen nichts zu tun. Den Landkorridor haben die USA wesentlich verursacht: schiitische Mehrheit im Irak und 'Assad must go' und Rote Linien ohne Konsequenzen. Trotzdem hatten die Gegner Assads seit 2011 immer genug Menschen, Waffen, Munition um den Krieg aufrechtzuerhalten- woher wohl- ohne eine Chance zu gewinnen. Syrien und Libanon standen auch schon viel länger unter iranischem Einfluss, auch die Hisbollah und die Hamas. Den Jemen hat wohl Saudi Arabien verloren. Zweifelsohne hat der Iran die kriegerische/terroristische Aktivitäten in der Region in den letzten Jahren hochgeschraubt. Diese sollten Gegenstand von UN-Anträgen, Verhandlungen, Sanktionen, und was auch immer möglich wäre, sein, nicht das JPCOA, das all dies nicht addressiert. Auch das berechtigte Verlangen, die regionale Aggressivität des Iran einzudämmen ist kein Argument gegen das JPCOA.

Erschütternd, wie NATO-treue Historiker Wolffsohn hier mit von ihm zu "Fakten" erklärten Unwahrheiten Meinung macht. Trump trat im Gegensatz zu Hillary Clinton als Ausnahmeerscheinung mit einem originären Politikkonzept an, wurde jedoch inzwischen, wie zu befürchten war, von der Wallstreet und der Öl- und Rüstungsindustrie zur Marionette zurechtgestutzt.

Der Iran hat seit 200 Jahren keinen Krieg geführt. Wegen seiner geographischen Lage liegt er wirtschaftsstrategischen Zielen der USA und mittelfristigen Expansionsbestrebungen Israels im Weg. Dass die NATO, und damit auch Deutschland, gezwungen von den USA, im nahen und mittleren Osten seit Jahrzehnten einen Scherbenhaufen mit inzwischen mehr als drei Millionen Toten anrichten, der das Potential zum Weltkrieg hat, müsste jeder mitbekommen haben. Ich bewundere den weisen ersten Kommentar des iranischen Präsidenten von heute früh und bete, dass der Iran sich, wie Russland auch, vor den ständigen Provokationen behaupten kann.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 9. Mai 2018 - 17:17

weil ich mich während des 6-Tage-Krieges überzeugen konnte, dass er intelligent ist und weil mein Großvater für den seinen arbeitete:)
Kant wäre ganz sicher auch ein guter Nahost-Experte gewesen, weil er denken konnte, soviel sei hinzugefügt.
Herr Wolffsohn versucht evtl. eine Schneise zwischen Brudervölkern zu schlagen, nämlich Syrien, irak und Iran, weil er vielleicht auf eine Schneise Türkei, Libanon, Jordanien, Israel hofft?
Mit Erdogan und den USA könnte "ihm" das gelingen, ich wünsche ihm aber kein Glück dafür.
Allerdins sehe ich ein, dass die Aktivitäten des Irans im Libanon, Jordanien und Ägypten gefährlich für Israel sind, die in Bahrein und Jemen für Saudi-Arabien, also unterbleiben sollten.
Saudi-Arabien kann nicht einmal durch die USA fallen, soviel sollte auch Herr Wolffsohn wissen, sonst hätte Trump die islamische Welt am Hals.
Es könnte Frieden sein, aber dazu müßte auch Herr Wolffsohn mit anderen denken wollen und nicht nur für sich selbst.
Freundlichst

Christa Wallau | Mi, 9. Mai 2018 - 17:22

Den von Wolfssohn beschriebenen, momentanen Fakten, die auf Geschehnisse in der jüngsten Vergangenheit zurückgehen, könnte man seitenlang frühere Fakten entgegenhalten, welche die betroffenen Länder im Nahen Osten und die sie unterstützenden Weltmächte in einem anderen Licht erscheinen lassen.
Außerdem: Fakten sind das eine, menschliche
Motive zum Handeln, die neue Fakten schaffen, das andere.
W. Sonne schreibt in seinem Artikel zutreffend: Es "liegt im Auge des Betrachters", wie er die vertrackte Lage beurteilt.

Ein Faktum zeigt sich für mich in dieser Endlos-Auseinandersetzung als Kontinuum:
Die gefährliche Benutzbarkeit von Religionen bzw.
Weltanschauungen. In dieser Hinsicht wurde u. wird gelogen und geheuchelt, was das Zeug hält: Ob dies die Schiiten u. Sunniten mit ihren Ausprägungen des Islams, die Juden mit ihrer Religion oder die Amerikaner mit ihrem angeblichen Auftrag, die Demokratie zu verbreiten, anbetrifft: Alles nur vorgeschützt, um Machtgier zu bemänteln.

martin kleber | Mi, 9. Mai 2018 - 17:38

...findet man nun allerorten in SPON,ZON und was noch.Empörung ohne Macht ist peinlich und sehr von Vorgestern.Trump und der Kempowski-Doppelgänger Bolton werden bei deutschen Lesern als letzter Bolzen der Reaktion angesehen.Hat man die glücklich entschärft,siegt das Gute.

Susanne antalic | Mi, 9. Mai 2018 - 17:44

Von den heutigen Politiker werden alle Probleme an die folgene Generationen verschoben, in dem Sinne " nach mir die Sinnflut". Der Obama hatte genau in diesem Sinne gehandelt, ob mit NK oder dem Iran. Jetzt wo sich einer den Sachen annimmt, wird er diffamiert und beschimpft. Ja D. ist auf der Seite der Araber, ob das in Innland oder Ausland ist. Es wäre ein Vorteil würde man sich die Rede Trumps anhören, aber es könnte viele verunsichern. Wenn dan Iran die Atombombe hat, sind diese feigen Politiker nicht mehr da und was interesiert sie was mit den nächsten Generationen passiert,nicht die Bohne. Das zeigen sie schon mit ihrem jetzigen Handeln.

Stefan Schlegel | Mi, 9. Mai 2018 - 17:50

Das bestehende Atomabkommen scheint eine Luftnummer zu sein, so liest man es zumindest in einigen Medien. Es erlaubt dem Iran weiter Uran anzureichern und wir unterstützen dadurch den Iran, daß er seiner Atombombe näher kommt. Über Umwege zündelt der Iran im Nahen Osten und unterstützt Terrorgruppen. Präsident Trump handelt richtig, wenn er einem schwachen Abkommen den Garaus machen will und es durch ein Besseres ersetzen will. Ein wichtiges Signal für die EU-Staaten, wäre die USA zu unterstützen.

Heinrich Niklaus | Mi, 9. Mai 2018 - 19:21

Wenn Ihre Fakten zutreffen, Herr Wolffsohn, ich sehe das auch so, warum bezeichnen Sie denjenigen, der die Untauglichkeit des Vertrages mit dem Iran deutlich benennt und Konsequenzen daraus zieht als „vulgär“?

Ich halte das für weitsichtig und mutig. Im Gegensatz zu den gegenüber den Arabern ständig einknickenden Europäern.

Vielleicht fragen sich die Trump-Kritiker mal, warum Obama den Iran-Deal nicht dem US-Kongress vorgelegt hat. “The Joint Comprehensive Plan of Action (J.C.P.O.A.) is not a treaty or an executive agreement, and it is not a signed document.” (Julia Frifield, assistant secretary of state for legislative affairs)

20 Tests ballistischer Raketen im Iran seit Abschluss des Obama-Deals. Super gelaufen!

Willi Probst | Mi, 9. Mai 2018 - 19:28

Wie putzig. Herr Wolffsohn (ist er nicht auch Mitglied der Atlantik-Brücke?) beschreibt Saudi Arabien geradezu als ein Opfer des Iran. Tausende von Toten im Jemen, überwiegend durch Luftangriffe der saudisch geführten Militärallianz verschweigt er.

Klaus Funke | Mi, 9. Mai 2018 - 19:40

... sind immer innenpolitische. Er will alles niederreißen, was sein Vorgänger aufgebaut hat. Er will wie ein römischer Kaiser die Standbilder des Vorgängers kaputt schlagen. Das ist Trumps Hauptmotiv und da schaut er weder links noch rechts. Seine Wähler jubeln. Doch die Instabilität in der Nahost-Region ist US gemacht. Man hat den Eindruck, sie werden nicht ruhen, bis alles in Scherben fällt. Und wie schön kann man dann in Chaos und Rechtlosigkeit sich des Öls bemächtigen. Das ist die Hauptgier der Amerikaner. Demokratie und so was kümmert sie in Wahrheit nicht. Natürlich ist der Iran ein religiös fundamentalistischer Staat mit z.T. einem mittelalterlichen Rechtssytem. Und natürlich fördert und unterstützt der Iran seine Glaubensbrüder. Aber die USA züchten mit ihrer Politik zugleich auch ihre Gegner immer wieder nach. Was Herrn Wolfssohns Fakten angeht: Fakt ist, dass Israel bereits Atomwaffen besitzt und es wird sie einsetzen. Fakt ist, dass Israel eine "Erbfeindpolitik" betreibt

Peter Huber | Mi, 9. Mai 2018 - 19:52

Nicht Trump zündelt, der Iran zündelt. Im Libanon hat er quasi eine eigene Armee mit der Hisbolla stehen. Und Lang/Mittelstreckenraketen machen nur Sinn wenn man Atomsprengköpfe hat. Mit ihren Öl Milliarden finanzieren sie weltweit den Terrorismus.

Dimitri Gales | Mi, 9. Mai 2018 - 20:32

und wird wohl alles daran setzen, sie zu bekommen. Er will sie wahrscheinlich nicht nur, um eventuell ein politisches Druckmittel zu haben, sondern wohl auch, weil der Iran als Nation es als deklassierende Tatsache empfindet, keine Nuklearwaffen zu haben. Der Iran sieht sich - zu Recht - als grosse Nation mit reicher kultureller Vergangenheit, die bis in die frühe Antike zurückreicht. Europa sieht natürlich in erster seine merkantilen Interessen.

Romuald Veselic | Mi, 9. Mai 2018 - 20:54

ist ein Staat, der Terrorismus unterstützt (lässt die Oppositionellen im Ausland ermorden - in Dt./Berlin - Mykonos Morde) oder Fatwas über Menschen ausspricht, die ihm nicht genehm sind - siehe brit. Autor Salman Rushdie. Auf seinen Kopf wurden 3 Mio. US$ (Währung des Großen Satans) als Belohnung ausgeschrieben, wenn man ihn ermordet als islamischer Märtyrer. Für Nichtmoslems wurde die Belohnung um 1 Mio. US$ gekürzt.

Schon merkwürdig.

Ein Staat/Land wo man für Blasphemie, Prostitution, Ehebruch, etc., Todesstrafe vollstreckt, und der/die Täter/Täterin davor noch ausgepeitscht/gefoltert werden, ist für mich die widerlichste Unrechtstaatsform, wo von niemanden gewählter Wächterrat darüber bestimmt, wen man in der Politik wählen darf. Früher nannte man solche Staatsform - Klerikal-Faschismus. Die Geschlechtertrennung als iranische Staatsdoktrin, ist die abscheulichste Form der Segregation in einer "Zivilisation".

Wilhelm Maier | Mi, 9. Mai 2018 - 21:07

"Der Iran wird „aus Rache“ einige Raketen auf Israel abfeuern...", also in Erwartung?, das so was auch Passiert?. Mit Fakten hatte der Autor ganz eigene Vorstellungen. Fakten? Wieder Krieg? Alles ziemlich einseitig. Und mit "wegweiser" für EU und DE- liegen Sie Herr Wolffsohn falsch:
"Die EU und Deutschland sollten versuchen,"
ja, die werden Vesuchen, aber nicht von Interessen von drüben, sonder von eigene Interessen und Weltvorstellungen. Ob das wieder "allen" passt ist offen...
Nur dass! ist der richtige Weg. In der Hoffnung...

Dennis Staudmann | Mi, 9. Mai 2018 - 21:15

dass es weiniger als einen Monat her ist, dass der Deutsche Bundestag bekundete: „Israels Existenzrecht und Sicherheit sind für uns nicht verhandelbar“. Offenbar war das ein reines Lippenbekenntnis. Führende politische und religiöse Kräfte im Iran haben in der Vergangenheit mehrfach Israel das Existenzrecht abgesprochen und machen auch keinen Hehl daraus. Wie kann sich Deutschland an die Seite eines solchen Staates stellen? Wie Herr Wolffsohn hier darlegt, beruhen Teile dieses Abkommens auf dem Vertrauen gegenüber dem Regime der Mullahs. Ein anderer Grund, warum man an diesem Vertrag mit dem Iran festhalten will, ist der damit verbundene Wegfall der Sanktionen. Die Deutsche Wirtschaft wittert den grossen Profit. Sollte Teheran dann doch die Welt austricksen und sich atomar unbemerkt bewaffnen, zahlt zuerst Israel die Zeche. Wer mit einem Staat wie dem Iran etwas aushandelt, verhandelt damit automatisch über das Existenzrecht und die Sicherheit Israels.

Rudolf Bosse | Do, 10. Mai 2018 - 08:14

Nicht nur Pakistans Atompotential interessiert niemenden, auch Israels nicht. Oder hat man gehört, daß sich die IAEO für Israel interessiert.
Iran läßt sich dauernd überwachen.

Frank Vasquez | Do, 10. Mai 2018 - 09:28

Viele teilweise richtige Fakten von Herrn Wolfssohn wird durch eine schlimme Polemik entwertet! Der Flüchtlingsstrom 2015 führte in der Tat nach Mitteleuropa/Deutschland und war nach 4 Jahren Bürgerkrieg in Syrien schon länger erwartet wurden. Was soll das alles mit dem Iran-Abkommen zu tun haben???? Hat das Iran-Regime 2015 Briefe an die Syrer, Afrikaner und andere Geflüchtete geschrieben und sie gebeten nach Westeuropa zu fliehen?
Das Iran-Abkommen hat sicherlich Schwächen, aber es sorgt dafür Zeit zu gewinnen um einen Anschlussdeal für die spätere nuklear Abrüstung im Nahen und Fernen Osten auszuhandeln (auch mit Israel und Pakistan). Durch Hr. Trumps irrationale Entscheidung wird jetzt im Iran das passieren, was in den letzten 5 Jahren in Venezuela passiert ist (Stärkung der militärischen Kräfte, repressive Unterdrückung, Exodus der Bevölkerung, Hunger und Elend). Venezuela & Syrien sind auch Musterbeispiele von verfehlter Internat. Politik - und beide haben keine Atomwaffen!

Marianne Wolf | Do, 10. Mai 2018 - 11:03

Kein Fakt ist mMn ein Zusammenhang zwischen A-Abkommen und Flüchtlingen.
Eine Gefahr sehe ich in der Ausbreitung des Islams , sofern dieser nicht reformiert wird.
Große Sorgen bereitet mir heute aber nicht mehr Putin, sondern Trump wie er redet und handelt, indem er andere eigenständige Länder als reine Befehlsempfänger der USA betrachtet.
Einmal ist es das Weltmachtstreben durch eine Religion, das andere Mal durch die Trump-USA.
Erste große Zweifel am „bösen Russland“ hatte ich als die Mauer fiel und ich mich fragte wie ein Mann wie Gorbatschow an die Spitze dieses „bösen“ Staates kommen konnte. Nach intensiverer Beschäftigung mit politischen Fragen und Orginalreden haben sich meine Zweifel verfestigt. (googeln: „youtube george friedmann stratfor putin“) Friedmann erklärt darin, wie die USA Kriege führen, und dass sie auf jeden Fall verhindern wollen, dass Deutschland und Russland sich annähern. Interessant auch die Rede von Putin im deutschen Bundestag nach 9/11.

Gisela Fimiani | Do, 10. Mai 2018 - 11:23

„My mind is made up, I don‘t want to be bothered with the facts.“
Dieses Land erscheint „durchideologisiert“, als hätte es Kants „sapere aude“ nie gegeben. Ein Trampel Trump bietet endlich wieder die Gelegenheit, dem „Amerika, dich hasst‘s sich besser“ zu frönen. Interessanterweise bezog diese Haltung Israel und die Juden immer bereits mit ein. Da spielen Fakten keine Rolle. Die deutsche Hinwendung zu Russland sagt viel über das hiesige Demokratieverständnis aus. Der paternalistische Staat ist überaus populär, obwohl Kant diesen als die „größte denkbare Despotie“ bezeichnet hat. Die selbstkritische, reformbereite res publica bedarf des Denkens. Die „bauchige“ Ideologie zieht das imperium paternale vor. Wohlgefühl vor Denkanstrengung...“Erwachsene Menschen brauchen keine Führer“......schön wär‘s, aber womöglich zu anstrengend.....

Jürgen Lehmann | Do, 10. Mai 2018 - 11:51

Prof. Wolffsohn ist bekannt für eine Versachlichung deutsch-jüdischer Beziehungen (keine Angst vor Deutschland 1990).

Seine FAKTEN hier sind keinesfalls überzeugend, sondern oft widerlegbar und stellen wohl das Wunschdenken der Israelis dar.

Als Fakten hätte er z.B. nennen können, dass von schiitischer Seite bisher keine Anschläge erfolgt sind, sondern nur von sunnitischer.
Die extremste Macht ist hier wohl das wahabitische Saudi-Arabien (die Freunde der USA und uns - aus wirtschaftlichen Gründen).

Fazit:
die EU und „Deutschland“ sollten auf keinen Fall mit den USA zusammenarbeiten um LÜCKEN zu schließen.

Der Iran ist kein Kriegstreiber, sondern hier eher die Amerikaner, die es noch nie zu einem positiven Ergebnis gebracht haben.

Bei der Beurteilung des Denkens von Trump sollte man sehr vorsichtig sein. Die USA haben schon einmal Atombomben geworfen und ob der Weg von damals zu heute so weit ist wird die Zukunft zeigen.

Andreas R. Klenkke | Do, 10. Mai 2018 - 14:18

Habe bisher die Einschätzungen des Autors und seine Beiträge in TV sehr geschätzt. Hier allerdings erklärt er mir zu oft seine persönlichen Ansichten zu "Fakten", und das auch noch aus sehr einseitiger Position. So hat er denn auch vergessen, Israel zum Abzug aus den besetzten Gebieten aufzufordern. Außerdem ist es nur allzu offensichtlich, dass die aktuellen Aktionen von Trump und Netanjahu koordiniert sind.

Eberhard Rademeier | Do, 10. Mai 2018 - 15:38

hausgemachtes Problem: Aus Dummheit, Inkompetenz und Überheblichkeit hat Trump in den rund 16 Monaten seiner Amtszeit derart viel politisches Porzellan zerschlagen, dass es mittlerweile nahezu unmöglich ist zu erkennen, ob er möglicherweise mal einen Zufallstreffer gelandet hat. Der einzige, dem ich eine zutreffende Analyse über die Zustände und Verwerfungen im Nahen und Mittleren Osten zugetraut hätte, wäre der von mir hoch geschätzte, leider verstorbene Peter Scholl-Latour. Er kannte – wie kein anderer – die Konstellationen in dieser Region aus eigener, jahrelanger Anschauung und konnte diese Einschätzung – was wohl inzwischen aus der Mode gekommen ist – objektiv reportieren. Alles was außenstehende Journalisten, gleichgültig, ob aus dem Westen oder Nahen Osten stammend, zu diesem Thema von sich geben, halte ich für subjektiv gefärbt, der PC geschuldet oder einfach für Kaffeesatzleserei. Sorry.

Arnold Heisterbach | Do, 10. Mai 2018 - 16:23

Gegen das oftmals blinde Trump-Bashing anzuschreiben ist das eine, das andere ist jedoch eine derart wilde Interpretation als "Fakten" zu verkaufen.
Das war fuer mich definitiv der letzte Beitrag, den ich von Herrn Wolffsohn gelesen habe.

Isabell Herz | Do, 10. Mai 2018 - 17:08

Warum spricht Niemand über die gruseligen Taten von Israel? War es richtig, dass die Palästinenser und Syrer enteignet worden sind......... ja sogar vertrieben, damit die Israelis ihr Land haben können und jetzt sogar im Land der Palästinenser munter weiter bauen? Und das die Palästinenser nicht nach Israel dürfen und mittels Mauer ausgesperrt werden? Ist es richtig, dass der Herr Netanyahu im TV gegen den Iran hetzt ohne Beweise? Die Tatsache, dass außer Israel selbst und die USA Niemand diesen Quatsch glaubt, sollte zeigen....... hier stimmt was nicht. Auch dass Israel nun ganz schnell behauptet, dass iranisches Millitär auf Israel geschossen hat (wieder ohne Beweise) Sollten Medien nicht erstmal die Sachlage prüfen, bevor sie blind einfach die israelische Meinung übernehmen???

Isabell Herz | Do, 10. Mai 2018 - 17:11

ich glaube, der Frieden im Nahen Osten wird erst dann sein, wenn Israelis und Palästinenser sich wieder vertragen haben und die Palästinenser von den Israelis für deren brutale Enteignung entschädigt werden. Außerdem glaube ich, dass ein gemeinsames Land werden soll in dem freie Wahlen existieren, zu denen sich die Israelis und Palästinenser stellen dürfen.

Hilmar Weckert | Do, 10. Mai 2018 - 17:23

für mich gibt es keinen einzigen Fakt,sondern nur Behauptungen eines Wolffssohnschen Aspekt's der letztlich und gewohnheitsmäßig damit endet,das es nur um Jerusalem und Israel geht.Es ist schon langweilig jedesmal wieder zu erfahren,das sich die Söhne Abrahams wegen einem Äckerchen im heiligen Land gegenseitig vernichten.Keineswegs liegt dies an der Weltpolitik eher an deren Religionen.An einem imaginären Kampf beider Gottheiten werde ich mich jedenfalls nicht beteiligen.Religionen haben viele Phantome .-eines davon ist der Teufel

hanno.woitek | Do, 10. Mai 2018 - 17:42

stimmt alles irgendwie was der "große Historiker" da schreibt. Aber um all das ging es irgendwie dort nicht. Der Iran sollte an Entwicklung und Bau der Atombombe erst einmal gehindert werden. Und das scheint der Vertrag zu tun. ich muß dem Iran deswegen noch nicht trauen. Aber warum soll ich den israelischen und amerikanischen Diensten glauben, die doch zu oft gelogen haben. Mir scheint aus Herrn Wolffsohn spricht eher der alter Militarist als der sachkundige Historiker.

Ruth Müller | Do, 10. Mai 2018 - 19:20

"Seit Marx und Engels bezieht sich der Ideologiebegriff auf „Ideen und Weltbilder, die sich nicht an Evidenz und guten Argumenten orientieren, sondern die darauf abzielen, Machtverhältnisse zu stabilisieren oder zu ändern."

Das war die Definition, - nun jeder gewachsene Landstrich hat seine Eigene "Ideologie" auch unserer, den wir verteidigen - zumindest manche tuen es. Das bedeutet: wer in seinen aktuellen Grenzen das tut -> hat Recht. Wer diese Grenzen überschreitet um seine "Ideologie" zu transferieren hat kein Recht und muss in seine "Grenzen" gewiesen werden. Das heisst nicht, das man Sie dann überschreitet im Namen der "einzigen göttlichen Wahrheit".
In diesem Fall hat Israel das Recht sich zu verteidigen - unvoreingenommen!
Partei für die Sunniten oder Schiiten einzunehmen steht uns nicht zu, ausser wir sind der Meinung das wir die absolute Wahrheit besitzen oder das diese Länder "unser Öl" haben und wir alles Recht besitzen es zu sichern (das ist Ironie).

Stefan Grün | Do, 10. Mai 2018 - 19:51

Hmm, ist der Autor wirklich in der Lage die Fakten neutral darzustellen? Ich kann sie zumindest nicht alle nachvollziehen, sehe aber durchaus die Position des Autors.
Unabhängig davon ging es beim Atomabkommen um die atomare Nichtaufrüstung des Iran. Dies scheint immerhin stattgefunden zu haben. Was der Iran(und zig andere) in Syrien treiben steht auf einem anderen Blatt.
Und deswegen einen bestehenden und nicht gebrochenen Vertrag zu kündigen halte ich für einen Fehler in Bezug auf künftige Verhandlungen mit dem Iran oder auch Nordkorea.

Paul Liesner | Do, 10. Mai 2018 - 22:07

Vergessen sollte man bei der Gelegenheit auch nicht, dass Barack Obama dem Atomabkommen im Jahr 2015 im Alleingang ohne(!!!) Zustimmung des Kongresses zugestimmt hat. Der Kongress hätte diesem Deal nämlich niemals zugestimmt.
Dieser "Friedensapostel" und spätere Friedensnobelpreis Träger sollte seinen gewonnenen Preis besser zurück geben.

Alex Preiss | Fr, 11. Mai 2018 - 08:57

Trump ist der Albtraum aller europäischen Berufspolitiker, weil er tatsächlich sagt was er denkt und weil er tut was er sagt.

Frank Linnhoff | Fr, 11. Mai 2018 - 09:14

dass der Autor offensichtlich nicht zwischen Fakt und Meinung unterscheiden kann.

Fritz Gardes | Fr, 11. Mai 2018 - 09:51

Tut mir leid Herr WOLFFSOHN,
aber ihre "Fakten" sind leider nur die halbe Miete. Sämtliche "Fakten" drumherum sind ihnen, sagen wir mal "entgangen". Das ständige Zündeln der USA im gesamten Nahen Osten mit Truppen, Söldnern (Blackwater, Academi oder wie die jetzt gerade wieder mal heißen), Bomben, Raketen und anderem netten Knallzeug, verbunden mit maßloser Hetze und Realität verdrehender Propaganda ist irgendwie "verloren gegangen". Wer auch immer das US-Projekt "sieben Länder in fünf Jahren" entworfen und gestartet hat, "bestraft" Regime, die sich nicht dem US-Diktat beugen und lässt die Diktaturen (z.B. Saudi-Arabien) in Ruhe, die sich "gebeugt" haben.
Und wer beim Krieg in und gegen Syrien von Bürgerkrieg spricht, verdreht schon hiermit böswillig die Fakten.
Schönen Tag noch.