Gipfel zwischen USA und Nordkorea - Kim trumpft Trump

Das historische Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Diktator Kim Jong-un hat Bilder und Schlagzeilen, aber keine politische Substanz geliefert. Der Gewinner des Gipfels ist Kim. Verspotten wird ihn niemand mehr. Trump hingegen bleibt ein Scheinriese

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un nach dem Denuklearisierungsgipfel zwischen USA und Nordkorea
Hat nach dem Gipfel mit US-Präsident Donald Trump Grund zur Freude: Kim Jong-un / picture alliance

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Rudolf Adam war von 2001 bis 2004 Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes. Von 2004 bis 2008 leitete er als Präsident die Bundesakademie für Sicherheitspolitik. Foto: Bundesakademie für Sicherheitspolitik

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Geht von dem historischen Handschlag in Singapur eine neue Epoche der Weltgeschichte aus? Die euphorischen Berichte – angefeuert vom Trumps PR-Team – suggerieren ein politisches Wunder, des Friedensnobelpreises würdig.

Wer genauer hinschaut, bleibt skeptisch. Es war alles schon zuvor da: 1992 erklärten Süd- und Nordkorea die Halbinsel zur atomwaffenfreien Zone. 1994 sollte Nordkorea auf nukleare Ambitionen verzichten und dafür Öl-Lieferungen und ein Kernkraftwerk erhalten, dessen Bau in Kumho begonnen wurde. Die Öl-Lieferungen wurden erst 2002 eingestellt. Die Einigung kam damals zustande, nachdem der damalige US-Präsident Bill Clinton massive Militärschläge angedroht hatte. Bei den Olympischen Spielen in Sydney trat 2000 eine gesamtkoreanische Mannschaft an. Damals begann die „Sonnenscheinpolitik“ Südkoreas, die in der Errichtung der Sonderwirtschaftszone Kaesong gipfelte. Kaesong wurde 2013 kurzfristig, 2016 endgültig geschlossen. Nach seinem ersten Atomtest bot Nordkorea 2007 an, sämtliche Nuklearanlagen zu zerstören. Der Kühlturm in Yongbyon wurde öffentlichkeitswirksam gesprengt. Die USA hoben die Handelssanktionen auf, boten Wirtschaftshilfe an und strichen Nordkorea von der Liste der Terrorstaaten.

Nordkoreas Politik der Unberechenbarkeit

Dieser Annäherung folgte aber ein abruptes Ende. Die Grenze wurde wieder geschlossen. 2010 versenkte Nordkorea das südkoreanische Schiff Cheonan und beschoss die Insel Yeonpeong. Mehr als 50 Menschen kamen dabei um. Über Jahre hinweg zogen sich die Gespräche im Sechser-Format ergebnislos hin. 2012 kündigte Nordkorea ein Moratorium seiner nuklearen Anreicherung an. 2013 erfolgte die intensivste Serie von Atom- und Raketentests und Kim Jong-un drohte den USA mit einem Präventivkrieg.

Nordkorea hat also stets eine Politik der wechselhaften Unberechenbarkeit verfolgt, sich mal als rüder Kriegstreiber, mal als besonnener Friedensbringer inszeniert. Durch Phasen aggressiver Polemik hat es erreicht, dass sich an jede Geste eines Entgegenkommens sofort höchste Erwartungen knüpften. Die Dynastie der Kims hat konsequent die eigene Machtposition durch militärische Stärke und gnadenlose Unterdrückung jeglicher Ansätze einer Liberalisierung gesichert. Kim Jong-un hat nicht davor zurückgeschreckt, engste Verwandte beseitigen zu lassen – zuletzt seinen Halbbruder auf dem Flughafen von Kuala Lumpur.

Die erste Frage lautet deshalb: Was hat aus dem nuklearen Hasardeur, der vor keiner Eskalation zurückschreckt, den von Denuklearisierung und Kooperation schwärmenden handzahmen Kim gemacht? Sanktionen? Die Aussicht auf deren Lockerung? Militärische Drohungen? Nordkorea hat schon Schlimmeres durchgestanden. Oder war es vielmehr die Konsequenz eines genauen Psychogramms seines Gegenübers Donald Trump, einen auf medialen Erfolg fixierten Narzissten, der kein Problem hat, aus der Drohung mit Feuer und Vernichtung über Nacht eine wundervolle Beziehung mit Einladung ins Weiße Haus zu machen?

Trump steht unter Erfolgszwang

Trump hat forsch erklärt, es werde zu keiner direkten militärischen Bedrohung aus Nordkorea kommen („It won’t happen!“). Seit dem Test der Interkontinentalrakete Hwasong 15 vom November 2017 ist diese Bedrohung Wirklichkeit. Er steht unter Erfolgszwang, wenn er nicht als eitler Prahler entlarvt werden will. Die USA stehen zudem unter Zeitdruck. Sie wollen den Status quo verändern, bevor er zur allseits akzeptierten Realität wird. Kim indes kann abwarten. Jeder Tag stärkt seine faktische Position. Trump will zeigen, dass er liefern kann und will dabei vor allem seine Wähler beeindrucken. Für Trump ist das Treffen mit Kim Teil seiner Selbstinszenierung, ein Stück „Reality-Show“. Dazu gehörte die geschickt inszenierte Absage, nach der dann, wie sein Anwalt behauptet, Kim auf den Knien um das Treffen gebettelt habe. Trump glaubt sich in der stärkeren Position, Kim erscheint ihm als verzweifelter Bittsteller.

Aber ist er das? Kim ist alles andere als verrückt oder irrational. Die Art, wie er mit 27 Jahren (!) die Macht übernommen und seither abgesichert hat, weist nicht auf einen Wirrkopf hin. Er gewinnt Anerkennung und Respekt als ebenbürtiger Partner der Supermacht USA. Kim trifft den amerikanischen Präsidenten auf Augenhöhe. Niemand wird ihn künftig als „little rocket-man“ verspotten, sein Land als Schurkenstaat diffamieren. Kim hat protokollarisch Rang, Seriosität und diplomatischen Status gewonnen, die Fahnen Nordkoreas und der USA medienwirksam gleichberechtigt als Kulisse – etwas, was weder sein Großvater noch sein Vater erreicht haben. Das ist für jemanden, der jahrelang außenpolitisch ein Paria war, ein unschätzbarer Gewinn. Kim gehört nicht mehr in die Kategorie von Bashar al-Assad in Syrien oder Hassan Rouhani im Iran. 

Trump fordert nun die vollständige, überprüfbare und unumkehrbare Denuklearisierung Nordkoreas. John Bolton, sein Sicherheitsberater, hat vom Libyen-Modell gesprochen – keine glückliche Wortwahl, wenn man bedenkt, was Libyen und seinem damaligen Diktator Muammar al-Gaddafi danach zustieß. Bolton fügte hinzu, Kim müsse lediglich den Hafen und das Datum benennen, wo die USA sämtliche Nuklearmaterialien abholen könnten.

Was bedeutet die Denuklearisierung?

Aber Denuklearisierung ist ein unscharfer Begriff. Er kann bedeuten, dass lediglich Sprengköpfe unbrauchbar gemacht werden, er kann aber auch bedeuten, dass sämtliche nukleare Einrichtungen, sowohl zivile wie wissenschaftliche, geschleift werden. Nur eines kann Denuklearisierung niemals erreichen: Das Know-how aus den Köpfen der Fachleute und Ingenieure vertreiben. In jedem Fall wird ein Rückbau nuklearer Einrichtungen und die Vernichtung dazugehöriger Materialien Zeit erfordern. Siegfried Hecker, lange Jahre an der Spitze der Atomforschungsanlage Los Alamos, rechnet mit mindestens fünf Jahren. Es wird einen längeren Prozess geben, der in einen Vertragsrahmen eingebettet sein muss, der dem Trump so verhassten Vertrag mit dem Iran nicht unähnlich sein wird. 

Überprüfung erfordert zunächst einmal exakte Daten und dann einen Prozess, der von Inspektoren überwacht wird. Niemand kennt das nordkoreanische Nuklearprogramm genau. Schätzungen gehen von 40 einsatzbereiten Sprengköpfen aus. Es gibt kein Inventar von Plutonium oder hochangereichertem Uran. Ausgangspunkt wären also Daten, die Nordkorea erst noch liefern muss und deren Stimmigkeit sich von außen kaum überprüfen lässt. Dann müsste für einen längeren Zeitraum garantiert bleiben, dass Inspektoren ungehindert Zugang zu sämtlichen nuklearen Einrichtungen haben. Nordkorea hat wiederholt Zusagen über Inspektionen kurzfristig widerrufen. Die Erfahrungen der Inspektoren im Irak unter Saddam Hussein sind nicht gerade ermutigend. 

Die Forderung nach Irreversibilität ist unrealistisch. Solange Nordkorea ein souveräner Staat bleibt, wird es die Option behalten, jede seiner eigenen Entscheidung zu revidieren – Trump macht ja gerade demonstrativ vor, wie leicht sich Verträge und Zusagen zerreißen lassen. 

Was haben die USA im Gegenzug zu ihrer Forderung zu bieten? Sie können das Sanktionsregime lockern, Hilfe und Investitionen anbieten, diplomatische Beziehungen aufnehmen, ihre Militärpräsenz in Südkorea reduzieren und einen Friedens- und Nichtangriffspakt abschließen. Das Problem liegt darin, diese beiden Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen. Es wird um langfristige, extrem komplexe Verfahren gehen, bei denen das jeweilige quid pro quo vertraglich eindeutig und präzise vereinbart ist und der Teufel im technischen Detail steckt. Selbst der beste Vertrag erfordert gegenseitiges Vertrauen bei seiner Umsetzung. Beide Seiten zeigen hohen Zweckoptimismus. Kim wird genau studiert haben, was Gaddafi widerfahren ist und wie die USA mit dem Iran umgehen, der übrigens eng mit Nordkorea in Nuklearfragen zusammenarbeitet. Auch Nichtangriffspakte haben in der Geschichte keinen guten Ruf. 

Kims Trumpf

Was will Kim? Drohungen und Versprechungen wirken immer nur so, wie sie vom Adressaten subjektiv aufgenommen werden. Nordkorea ist es gewohnt, unter Drohungen und mit Entbehrungen zu leben. Was sind für Kim die Lorbeeren dieses Treffens? Für ihn dominiert das eigene Überleben und der Bestand seines Herrschaftssystems. Er will Garantien, dass ihm ein Schicksal wie Gaddafi erspart bleibt. Das Nuklearprogramm ist Lebensversicherung und Statussymbol zugleich. 2012 ließ er in der Verfassung festschreiben, dass Nordkorea eine Atommacht sei. Schwer vorstellbar, dass dieser Passus jetzt wieder aus der Verfassung gestrichen wird. Wenn es andere Wege gibt, Sicherheit zu gewinnen, wird Kim auch diesen nachgehen. Zunächst bringt ihm das Treffen mit Trump den Durchbruch zu internationaler Normalität. Das ist in seinen Augen ein gewaltiger Trumpf, den ihm niemand mehr nehmen kann.

Alles übrige, was er wann konkret unter Denuklearisierung zu liefern hat, wird erst später fällig. Die vergangen 30 Jahre Nordkoreas sind gefüllt mit vollmundigen Versprechen, die rasch wieder gebrochen wurden. Selbst als Alleinherrscher kann Kim nicht willkürlich herrschen. Das Land Nordkorea ist vor allem eine Armee, die sich einen Staat hält. Das Militär ist die wichtigste Stütze seiner Macht. Wird das Militär wirklich die wichtigste Waffe aus der Hand geben und sich auf diplomatische Absichtserklärungen verlassen? Wären Israel, Pakistan, Indien oder Russland dazu bereit?

Wie stark ist Kim an der Aufhebung der Sanktionen interessiert? Sanktionen mögen schmerzen, sie haben aber noch nie einen Staat bewogen, in einer Existenzfrage nachzugeben. Wenn Handel und die Beschaffung von Devisen so wichtig sind, weshalb hat Kim die Sonderwirtschaftszone Kaesong schließen und die Tourismusförderung versanden lassen? Nordkorea hat in den vergangenen Jahrzehnten ein ausgeklügeltes System krimineller und verdeckter Transaktionen entwickelt. Diese Kanäle aufzubauen und zu betreiben erfordert viele Experten und Mitwisser. Weshalb sollte Nordkorea diese Aktivitäten aufgeben?

Was hat Nordkorea zugesagt? Bessere Beziehungen und Frieden – das sind Floskeln, die noch konkret ausgefüllt werden müssen. Vom Ende der Sanktionen ist jedenfalls nicht die Rede, ebenso wenig von diplomatischen Beziehungen. Nordkorea verpflichtet sich, an einer Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel mitzuwirken – wohlgemerkt bedeutet dies keine einseitige Abrüstung, sondern Einbeziehung der in Südkorea stationierten Potenziale. Hinzu kommt der Austausch der sterblichen Überreste von Gefallenen zwischen Nord- und Südkorea – eine minimale humanitäre Geste, die nichts kostet und wenig bedeutet, Trump aber ungleich mehr bringt als Kim. 

Chinas Einfluss bleibt entscheidend

Kim und Trump haben eine Brücke geschlagen. Wie tragfähig die ist, wird sich zeigen, wenn sie konkret belastet wird. Wenn sie dann aber einstürzt, könnte es gut sein, dass die Lage dann schlimmer sein wird als zuvor.

Entscheidend für jedes Sanktionsregime ist China. Über 90 Prozent seines Außenhandels wickelt Nordkorea über China ab. Erst als China den Handel mit Nordkorea einschränkte, wurde dessen Wirtschaft ernsthaft betroffen. Wie weit China selbst den Druck weitergab, dem es selbst aus Washington ausgesetzt war, ist schwer zu ermessen. Wenn Kim Druck verspürt hat, dann aus Peking und nicht aus Washington. China will vor allem Ruhe und Stetigkeit vor seiner Haustür auf der koreanischen Halbinsel erreichen. Es will keine weitere Eskalation, sondern Stabilität und ein wirtschafts- und handelsfreundliches Umfeld. Es will ganz gewiss kein Nordkorea, das wehrlos der Militärallianz von USA, Japan und Südkorea gegenübersteht. Ein kleines, aber signifikantes Detail: Kim landete zum Gipfeltreffen mit einem Flugzeug der Air China. Nordkorea verfügt über eigene Maschinen, in denen Kim ebenso leicht Singapur hätte erreichen können. So war im Hintergrund der Bilder auch China diskret präsent. 

Trumps Sieg für die Fassade

Trump und Kim stehen in Singapur im Rampenlicht. Unsichtbar neben ihnen stehen mindestens der chinesische Präsident Xi Jinping und der südkoreanische Präsident Moon Jae-In. Ohne deren unablässiges Wirken im Hintergrund wäre das Treffen nie zustande gekommen. Sie sind diejenigen, die am stärksten von der gegenwärtigen Bewegung in der Koreafrage profitieren. Dass Nordkorea die USA angreift, ist ausgeschlossen. Südkorea aber hat es bereits einmal angegriffen – mit verheerenden Konsequenzen. China sitzt an einem Hebel, der wesentlich länger ist als der der USA. Der Triumph von Trump ist nur die Fassade. Dahinter stehen China und Südkorea, dessen Präsident auch gemerkt hat, dass die Zeiten, in denen er sich völlig auf andere verlassen konnte, ein Stück weit vorbei sind. Trump hat es nicht für nötig befunden, Südkoreas Präsident Moon über seine spontane Absage des Treffens mit Kim vom 24. Mai zu informieren, obwohl Moon zwei Tage zuvor bei ihm zu Gast gewesen war. So entfaltet Moon seinerseits eigene Initiativen in seiner Nordkoreapolitik und sucht nach Alternativen für den Moment, in dem Trump seine Drohung wahr macht und Südkorea ungünstigere Handelsbedingungnen aufzwingt, höhere Zahlungen für die Truppenstationierung verlangt oder die US-Militärpräsenz reduziert – oder alle drei Optionen miteinander kombiniert. 

So verstärkt der Gipfel von Singapur bei allem Getöse den Eindruck: Donald Trump bleibt ein Scheinriese. Je näher man ihm kommt, um so mehr schrumpft er. Er ist ein Mann großer Sprüche. Wenn er mit „fire and fury“ droht, ist er ebenso wenig ernst zu nehmen, wie wenn er von „peace and love“ säuselt.

Michael Sander | Di, 12. Juni 2018 - 13:15

Ja, so kann die Welt aussehen, wenn man sie aus der Anti-Trump Schießscharte heraus betrachtet. In dieser Welt ist Trump nunmal ein unfähiger und unzuverlässiger Narzist und Dummkopf und folglich ist alles was er tut, narzistisch und dumm.
Dass die bisherigen Vereinbarungen erst ein Anfang sind und weitere Fortschritte mit erheblicher Unsicherheit behaftet sind, ist eine Binsenweisheit. Trump hingegen vom beqemen deutschen Schreibtisch aus zu unterstellen, er habe sich über den Tisch ziehen lassen oder sei sich der Gefahren nicht bewusst, zeugt einfach nur von unsäglicher Arroganz und Unverschämtheit. Glaubt Herr Adam wirklich, dass er all diese Dinge besser beurteilen kann, als die amerikanische Regierung mit einem all ihren geheimdienstlichen Erkenntnissen? Schäbig.

Bei dem Begriff des reichen Proleten stimme ich Ihnen zu. Allerdings kommt man damit mitunter ganz gut durch die Welt, weil man einen völlig anderen Blickwinkel hat als z. B. unsere politische Elite. Die benehmen sich wie Aristokraten aus einem anderen Jahrhundert. Da prallen zwei Welten aufeinander. Man muss die Entwicklung in Korea genau im Auge behalten. Es ist zumindest ein erster Schritt getan, das Land aus der Isolation zu holen. Isolation ist m. E. immer gefährlich.

Sich über diesen Anfang zu ärgern, zeigt die selbstherrliche Verbissenheit vieler diplomatischer Edelstrategen.Trump hin oder her ,was aus diesen Anfängen wird, weiß man heute nicht, ohne Anfang aber wird ganz sicher nichts. Dann bliebe es weiter so, wie in der "heilen" diplomatischen Scheinwelt derer, die den Anfang weniger schätzen, als den nutzlosen Fortbestand ihrer Showdiplomatie in der verklärten Wolke über dem Leben.

Nach dem Trauma des G7 - Gipfels kann nicht sein, was nicht sein darf; nämlich, dass dem bösen und dummen Donald auch nur ein Quäntchen Erfolg, geschweige denn Anerkennung, zugesprochen wird. Und flugs wird Kim zum Sieger des Treffens erklärt, weil Trump auf einmal zu nett und zuvorkommend - in Adams Worten: "peace and love" stiftend - gewesen sei.
Dabei checkt keiner, dass Trump hier eine äußerst wirksame Methode angewendet hat, die da heißt: "Kill him with kindness". Aber egal wie Trump sich gibt - als spröder Kotzbrocken oder zugänglich: Für seine Intimfeinde und Neider ist es immer verwerflich.

Volkmar du Puits | Di, 12. Juni 2018 - 13:23

dann hätten Sie eben den Chinesischen Präsidenten zum Treffen schicken müssen, oder gar unsere nun wahrhaft Große Vorsitzende! Wäre ratz fatz Ruhe, wie bei den Fluchtursachen.
Übrigens, "Scheinriesen" könnte man ignorieren.

Laurenz Manfred | Di, 12. Juni 2018 - 13:25

...was er will, ein Haar in der Suppe wird immer gefunden! Dass Nordkorea unberechenbar ist und bleibt, dürfte kein Erkenntnisgewinn sein.
Der Beitrag des Herrn Adam läßt jedenfalls eine Erkenntnis zu - die Ablehnung und Verachtung des deutschen Polit-Establishments gegenüber Trump. "Scheinriesen", sehr geehrter Herr Adam, finden Sie in der Politik an jeder Ecke und in der nächsten Nachbarschaft. Ob der verspottete Donald Trump ein solcher ist, wird die Zukunft zeigen. Er hat jedenfalls einen ersten Schritt in Richtung Normalisierung getan. Man kann fast schon den Eindruck gewinnen, dass der politisch-mediale Mainstream in Deutschland Trump den eventuellen Erfolg missgönnt! Warten wir´s ab.

Horst Johnson | Di, 12. Juni 2018 - 13:41

Fakt ist, Obama hatte solches nie hinbekommen, da herrschte blanke Eiszeit. Da mögen die Trump "Zwergen" Kritiker noch so sehr mit "Scheinriesen"feixen, er hat bislang in Korea mehr erreicht als diese wohlfeilen polit.korrekten Vorgänger.

Hans Nase | Di, 12. Juni 2018 - 13:48

Mal wiederArtikel aus der (Trump-bashing) Filterblase. Daher eine Gegenrede.
Ja, Trump ist mit großer Sicherheit ein Narzisst. Und er ist Geschäftsmann und spielt entsprechend sein Spiel: das Ziel zählt und nicht der Weg dahin; Haken schlagen ist Teil des Spiels.
Dies alles aber macht ihn verlässlich - irrational/erratisch sieht das nur aus, wenn man das Gebahren des Establishments zugrunde legt.
Es ist klar, daß er immer maximale Öffentlichkeit haben will (z.B. via Twitter). Es ist klar, daß er sich nicht vorführen lassen will (wie von Trudeau, worauf Trump sofort reagierte bei G7). Es ist klar, daß er als der größte Präsident in die Geschichte eingehen will; als der, der es allen anderen gezeigt hat; als der, welcher Probleme gelöst hat, die andere nicht lösen konnten. Deswegen verläßt er nonchalant ausgetretene "diplomatische" Pfade, schafft Fakten (die Botschaft Jerusalems) und agiert eben so, wie er agiert. Unkonventionell ja, aber definitiv nicht unintelligent.

Jürgen Lehmann | Di, 12. Juni 2018 - 13:53

Ein sehr guter Bericht und es lohnt sich über den Inhalt nachzudenken.

Die Welt wird verrückter (leider zunehmend auch die westliche) und da wird es immer mehr „Trumps“ geben.
Leider kann man aus früheren Kommentaren ersehen, dass es noch genügend Leute gibt die Trump ernst nehmen, trotzdem – wie richtig erwähnt wird - er nur ein Mann großer Sprüche ist.

Bei diesem Szenario stellt sich doch tatsächlich als erstes grundsätzlich die Frage:
ist Nordkorea tatsächlich im Besitz von einsetzbaren Atomwaffen?
Der vor kurzem von den USA heraufbeschworene Nuklaerkonflikt war doch letztendlich auch nur eine Selbstinszenierung von Trump.
Man erhält immer mehr den Eindruck, dass die politische Welt nur noch von Einzelpersonen abhängig ist.
Dies wird verstärkt durch die Medien, da außer Einzelnahmen (Diktatoren?) kaum mehr das Mitspracherecht von Regierungen Erwähnung findet.

wolfgang spremberg | Di, 12. Juni 2018 - 14:21

ist wichtig. Herr Adam schreibt man kann weder Trump noch Kim vertrauen. Okay. Und jetzt ? Nix ?
Kim baut noch mehr Raketen und Atombomben ?
Und die Welt schaut zu ?
Weshalb war Kim zu diesen Verhandlungen bereit ? Weshalb will er Änderungen ? Wegen der harten Sanktionen ? Oder will er gar nichts ändern ? Wollte er nur schöne Bilder ? Okay, die hat er jetzt. Kann er sich über die Couch hängen und dann ?
Was hat Trump denn Kim gegeben ? Die schönen Bilder ? Was passiert wenn Kim nicht abrüstet ?
Die Sanktionen werden in Kraft bleiben. Wenn Kim später trickst (mit weniger Bomben ?) ? Werden drastische Sanktionen wieder eingeführt. Das geht ganz schnell. So schnell kann Kim gar nicht gucken. Aber der dumme Donald, der ex Lenker eines Milliardenkonzerns, kann es ja nicht richtig gemacht haben. Der Donald hat auch Strafzölle eingeführt die seinem Land schaden und die kluge Angela macht es ihm nach, dem dummen Donald.

Samuel von Wauwereit | Di, 12. Juni 2018 - 14:23

Wenn Trump ein Scheinriese ist, was bitteschön war dann Obama?

Dimitri Gales | Di, 12. Juni 2018 - 14:33

zweites China, anders kann das Regime des Diktators nicht auf die Dauer überleben; es muss die Wirtschaft liberalisieren, aus den Embargos herauskommen. Wenn der Diktator Zugeständnisse machen wird, dann mit Blick auf sein Überleben als Machthaber.

Peter Lieser | Di, 12. Juni 2018 - 14:39

Scheinbar hat Herr Adam schon die neuste IT Brille von Google und sieht Dinge die anderen verborgen bleiben. Ich sehe nur Donald und Kim und für den ersten Schritt, haben sie einen guten Job gemacht.
Übrigens, war Adam nicht der erste Mensch und ist auf Eva mit dem verbotenen Apfel reingefallen ? Vielleicht bezeichnend für den Autor ;-)

Thorsten Rosché | Di, 12. Juni 2018 - 14:45

Zuerst ist das ein großer Tag für die Koreaner.... auch in Deutschland hat kaum jemand mit dem Fall der Mauer gerechnet. Und der Scheinriese Kohl ( OT Spiegel ) , hat es geschafft.

Andrée Bauer | Di, 12. Juni 2018 - 14:47

Herr Adam gehört anscheinend auch zu den Kommentatoren, die lieber Nägel essen würden bevor sie President Trump auch nur den Hauch eines Erfolges und etwas Verstand zugestehen . Das wird allmählich ermüdend. Er wurde gewählt, bleibt wohl auch zumindest bis zur nächsten Wahl. Get over it! Zumindest ist eines sicher nach 8 Jahren kommt in den USA jemand anderer. Diesen Luxus haben wir in Deutschland nicht, wir leben bereits seit über 12 Jahren mit der “ Alternativlosen” und Gott weiß, wie lange noch.

Bernd Eifländer | Di, 12. Juni 2018 - 15:10

Hätte der Drohnenkrieger und Friedennobelpreisträger Obama diesen "Deal"gemacht, der Jubel im deutschen Blätterwald wäre unbeschreiblich gewesen. Aber leider war es der böse Donald, da gehen die Flaggen erst mal auf halbmast.

Jürgen Althoff | Di, 12. Juni 2018 - 16:00

hat eigentlich der BND in der relativ kurzen Zeit von Herrn Adams Vizepräsidentschaft vollbracht? Wer unter Schröder/Fischer beim BND befördert wurde, muss sich zuvor politisch stromlinienförmig eingeordnet haben.
Ob Trump mit Nordkorea etwas Sinnvolles erreicht, weiß natürlich heute niemand, auch wenn er nie beim BND war.
Wie Trump die eitle Sandkasten-Spielrunde der G(7-1)aufgemischt hat, das hatte schon was.

Jörg Wiedmann | Di, 12. Juni 2018 - 17:03

Den Artikel muss man nicht unbedingt in Gänze gelesen haben. Die Einleitung reicht völlig aus um zu 99% zu wissen was danach folgt.
In dieser Hinsicht enttäuscht der Artikel nicht, in jeder anderen Hinsicht leider schon.
Zum Glück gibt es die Kommentare zu diesem Artikel die in der Mehrzahl völlig richtig liegen.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Dieter Zorn | Di, 12. Juni 2018 - 17:11

Schön, dass Herr Adam beteits das Ende der Geschichte kennt, bevor sie begonnen hat. Ich würde mal lieber den Ball flach halten. Was ist passiert? Ein Anfang ist gemacht, nicht mehr nicht weniger. Nach fünfzig Jahren verfahrener Situation erklären die USA und Nordkorea einen Friedensprozess einleiten zu wollen. Das Spiel geht so: Schrittweise Denuklearisierung gegen Sicherheitsgarantien und Wirtschaftshilfe. Natürlich wird Kim immer einige Atomwaffen behalten. Andernfalls wäre er mit dem Klammerbeutel gepudert. Aber, er will die Öffnung des Landes und die kriegt er nur, wenn er sich benimmt. Ist das so schwer zu kapieren? Trump ist kein Diplomat, aber er versteht sich darauf Deals zu machen. Als nächstes wird er vielleicht den Palästinänsern damit drohen den Geldhahn zu zu drehen, wenn sie nicht beidrehen? Was haben denn fünfzig Jahre Diplomatie erreicht? Nichts...

Susanne antalic | Di, 12. Juni 2018 - 17:28

Lieber Herr Adam, es darf nicht sein, was nicht sein darf, wenn Trump über Wasser laufen würde , würden sie schreien, schauen sie sich den Deppen an, er kann nicht schwimmen. Es ist ein erstes Schritt und man redet miteinander, es kann kein wunder passieren, nach einem Treffen, nach so vielen Jahren, aber die deutsche "Qualitätsmedien" haben eine Glasskugel und die zeigt an, es wird nichts, nur aus dem Grund, dass man den Trump so hasst, das auch wenn er versucht Frieden zu schaffen, nicht einmall das wird ihn gegönt, obwohl das der Welt gut bekäme.

Bernhard Keim | Di, 12. Juni 2018 - 19:57

Ein totalitäres Regime und ein blutrünstiger Diktator haben soeben von Trump eine Bestandsgarantie erhalten. Kim hat endlich die Bühne bekommen, nach der er sich jahrelang sehnte. Konkrete Abrüstungsschritte wurden nicht vereinbart. Wenn dies schon als Erfolg gefeiert wird, will ich mir den Misserfolg erst gar nicht vorstellen.

Fritz - Ulrich Hein | Di, 12. Juni 2018 - 21:44

Vorerst gewonnen haben dürften jedoch die Bürger Nord- und Süd-Koreas sowie China und Japan. Auch wenn sich die Auswirkungen nicht gleich zeigen, wird es doch künftig erhebliche Erleichterungen im normalen Leben geben. Dieses reicht mir zuerst, weil alles andere ein langwieriger Prozess ist.

André Oldenburg | Mi, 13. Juni 2018 - 06:08

Nachdem 70 Jahre nichts passiert ist, kommt der Bauunternehmer mir nichts dir nicht an und bringt den Stein ins Rollen. Der vormalige Nobelpreisträger und Präsidentendarsteller (viele Tänze mit seiner Frau, und Bussi hier und Bussi dort, tolle Konzert im Weißen Haus und ein paar Reden, Ende) kann vor Neid erblassen, wie es auch die Medien tun, die immer den Bauunternehmer schlecht gemacht haben und den Präsidentendarsteller in den Himmel gelobt haben. Ob einem der Stil von Trump gefallen muss, weiss Gott nicht, aber er zeigt wirkung. Kim weiss, wenn er nicht mitspielt, wird Trump entsprechend reagieren. Kim sah mal aus, als ob er stolz auf die Bilder ist und mal, als ob er angst hatte etwas verkehrt zu machen. Der Mann war eindeutig unter druck.

Ralph Lewenhardt | Mi, 13. Juni 2018 - 08:57

Egal wie man zu ihm steht, er ist Präsident der USA mit gewaltiger Handlungsvollmacht einer wirtschaftlichen und militärischen Weltmacht! Die internationalen Scheinriesen der Macht sind leider Deutschland und die EU. Ihre Welt sind ewig hehre Visionen, Solidaritätsstatements und entschlossener Kampf um Formulierungen, während andere handeln.

Juliana Keppelen | Mi, 13. Juni 2018 - 10:48

Wer fähig ist Atombomben zu bauen und zu besitzen wird auf Augenhöhe behandelt. Ich begrüße diese Annäherung ob letztlich all die Wünsche und Forderungen der Vertragspartner erfüllt werden wird die Zukunft bringen. Wichtig ist, dass die beiden Koreas zusammen mit ihren Anrainerstaaten ein friedliches und gedeihliches Zudammenleben auf die Reihe bekommen zum Wohle der Bevölkerungen das ist das wichtigste. Und da sind die Wünsche und Forderungen der USA zunächst zweitrangig. Herrn Trump kann man zugute halten, dass er mit seiner gewöhnugsbedürftigen unkonvetnionellen Art diese alten verkrusteten Riten durchbrochen hat selbst auf die Gefahr hin sein Gesicht zu verlieren.

Bernd Windisch | Mi, 13. Juni 2018 - 11:38

"Er gewinnt Anerkennung und Respekt als ebenbürtiger Partner der Supermacht USA."
Ab diesem Satz habe ich die Lektüre des Artikels abgebrochen. Neben Trump wird sogar ein völlig durchgeknallter Diktator ohne jeden Realitätsbezug zum gewieften Niccolò Machiavelli hoch geschrieben. Wir reden tatsächlich vom "Anführer auf Abruf" eines völlig heruntergewirtschafteten Kleinstaates. Kim ist noch nicht einmal zum Schein riesig.