Deutsche Wirtschaft - Endlich Krise!

Die fetten Jahre sind vorbei. Die Wirtschaft schrumpft. Doch das ist kein Grund zur Panik. Im Gegenteil, so kann Deutschland wieder lernen, worauf es wirklich ankommt: nicht auf eine Fleischsteuer und nicht auf Freifahrten für Soldaten

Krise in der Automobilindustrie
Die fetten Jahre scheinen vorbei, vor allem in der Autobranche / picture alliance

Autoreninfo

Wolfgang Bok war Chefredakteur und Ressortleiter in Stuttgart und Heilbronn sowie Direktor bei der Berliner Agentur Scholz & Friends. Der promovierte Politologe lehrt an der Hochschule Heilbronn Strategische Kommunikation. Regelmäßig schreibt er für verschiedene Medien Kolumnen zu gesellschaftspolitischen Themen und ist Buchautor.

So erreichen Sie Wolfgang Bok:

Kaum läuft die deutsche Wirtschaft nicht mehr unter Volldampf, schon ertönt der Ruf nach Konjunkturprogrammen. Das linke Lager wittert die Chance, endlich von der ungeliebten „schwarzen Null“ Abschied zu nehmen, um mit neuen Schulden wieder ordentlich Klientelpolitik treiben zu können. Olaf Scholz lässt seine Finanzbeamten bereits ein 50-Milliarden-Paket schnüren, mit dem er sich bei seinen Genossen als Anwalt der kleinen Leute profilieren und damit seine Aussichten auf den SPD-Vorsitz verbessern kann. Die Pläne der Grünen summieren sich mit Klimafonds, Grundeinkommen und drastisch höherem Kindergeld auf 140 Milliarden Euro. 

Die CDU begnügt sich noch mit Abwrackprämien für alte Ölheizungen. Doch je stärker sich die Konjunktur eintrübt, desto lauter werden allerhand Interessenverbände versuchen, für sich ein kleines Förderprogrämmchen herauszuschinden. Notfalls eben auf Pump.

Deutschland ist Krisen-entwöhnt und Hochsteuerland

Die Debatte zeigt, wie erfolgsverwöhnt Deutschland geworden ist. Oder genauer: wie Krisen-entwöhnt. Gejammert wird auf hohem Niveau: Unsere Wirtschaftsleistung (BSP) hat sich in den letzten 20 Jahren von zwei auf dreieinhalb Billionen Euro fast verdoppelt. Die Arbeitslosigkeit ist fast verschwunden, und mit rund 45 Millionen Erwerbstätigen steht mehr als die Hälfte der Bundesbürger in Lohn und Brot. Die Rentner sind überwiegend zufrieden, wie die Allensbacher Altersstudie von 2017 belegt. Das Geldvermögen der Deutschen erreicht mit 6,17 Billionen Euro (oder 74 000 Euro pro Kopf) eine neue Höchstmarke. 

Diese Erfolge sind auch das Verdienst des mittlerweile verfemten Gerhard Schröder (SPD), der mit seiner Agenda 2010 die Weichen aus der damaligen Krise gestellt hat. Der seit 2005 regierenden Angela Merkel (CDU) sind hingegen negative Rekorde anzulasten: Deutschland ist mittlerweile Hochsteuerland, sowohl für Arbeitnehmer wie für Unternehmen. Bund, Länder und Gemeinden können mit Einnahmen von 793,7 Milliarden Euro aus dem Vollen schöpfen, und lassen die Infrastruktur dennoch verkommen. Die Energiewende treibt vor allem die Stromkosten auf immer neue Spitzenwerte, ohne dass der CO₂-Ausstoß merklich sinkt. Mit 996 Milliarden Euro gibt Deutschland inzwischen 29,4 Prozent seiner Wirtschaftsleistung für Soziales aus. Tendenz steigend. Denn die schwarz-rote Regierung Merkel war vor allem bei neuen Ausgabenprogrammen eifrig: Bald tritt ein weiteres „Rentenpaket“ in Kraft, für Altenpfleger gibt es mehr Lohn, und die Krankenkassen werden zu neuen Leistungen verpflichtet. 

Zwar macht der Bund seit 2014 keine neuen Schulden, aber Vorsorge für magere Jahre wurde eben auch nicht getroffen. Das Land, dem „Nachhaltigkeit“ angeblich so wichtig ist, ignoriert diese Grundsätze in der Finanz- und Wirtschaftspolitik. Allein die Rentenausgaben werden sich bis 2045 von heute 282 auf 783 Milliarden Euro mehr als verdoppeln, derweil die Einnahmen lediglich auf 606 Milliarden Euro steigen, was natürlich auch an den veränderten demografischen Verhältnissen liegt. Auch bei den Beamtenpensionen, den Krankenkassen und bei der Pflege steht die Überalterung der Gesellschaft erst noch bevor. 

Die Herausforderungen der Zukunft

Das sind die Herausforderungen der Zukunft: Die Sozialkassen krisenfest zu machen, anstatt immer neue Ansprüche zu schaffen. Ob Brexit oder Handesstreit – irgendeine Krise ist immer. Kein Boom dauert ewig. Das biblische Gleichnis gilt auch für Nationen: Sieben fetten Jahren folgen sieben magere. Die Zyklen mögen sich verschieben, doch nirgends wachsen die Bäume in den Himmel. Wenn die konjunkturelle Eintrübung dafür den Blick schärft, ist dies durchaus auf der Habenseite zu verbuchen. 

Wohl und Wehe des Landes hängen weder von einer höheren Fleischsteuer noch von Freifahrten für Soldaten ab, sondern von der Fähigkeit der Industrie, sich im globalen Wettbewerb zu behaupten. Autos, Chemie, Maschinenbau: das sind die Garanten des Wohlstands. Sie brauchen, wie es ifo-Präsident Clemens Fuest fordert, Entlastungen bei Steuern, Sozialabgaben und den Energiekosten. Wie folgenschwer die Einbrüche bei Daimler, VW, BMW oder Bosch sind, verdeutlicht der Konsumgüterkonzern Henkel: Weil die Autobranche weniger Klebstoffe ordern, brechen Umsatz und Ertrag ein.

Doch anstatt zu realisieren, dass Deutschland an seinem tragenden Ast sägt, sinnieren wir lieber darüber, wie man der Autobranche weiter an den Karren fahren kann. Hauptsache, der CO₂-Ausstoß geht zurück. Selbst um den Preis der eigenen Wohlstandsvernichtung.

Ernst-Günther Konrad | Di, 20. August 2019 - 14:46

Ja Herr Bok, wir haben es verlernt mit Krisen oder schlechten Zeiten umzugehen. Da gebe ich Ihnen recht. Wir haben aber auch nicht gelernt, in den fetten Jahren auch Fett anzusetzen und finanzielle Rückhalte in allen Bereichen, einschließlich Renten und Pensionsrücklagen zu bilden. Wir haben auch verlernt, in den fetten Jahren Steuern zu senken und unseren Wohlstand zu pflegen. Stattdessen zum Teil sinnlose Förderungen aus ideologischen Gründen. Kommunen sind überschuldet, Straßen zerbröseln, Brücken sind marode, eine Bundeswehr ohne Wehrhaftigkeit, ein über die Maßen finanziell überlastetes Sozialsystem.
Es wurde in den Tag gelebt und jeder hat sich die Welt schön geredet. Mit den sedierten CDUlern und den abgehalfterten SPDlern haben wir keinen aktuell ernstzunehmenden Wirtschaftsfachmann im Amt, der hier gegensteuern kann. Die Außenwirtschaft wird desaströs vernachlässigt. Deutschland wird fast überall abgehängt oder nimmt sich aktuell durch ihre Klimahysterie aus dem Rennen.

Dem Kommentar des Herrn Konrad kann ich nur bedingt beipflichten. Herr Bok schreibt vom "Großen Geld", von riesigen Vermögenswerten, aber "unten" kommt überwiegend nichts davon an.
Die Einkommen und Vermögen sind - vermutlich nicht nur in Deutschland - absolut falsch verteilt. Die Reichen, die Superreichen werden immer reicher und unsere Spar-EUROs schmelzen mangels Verzinsung wie Schnee in der Sonne.
Schlimm ist auch, daß immense Steuereinnahmen regelrecht versickern. Mächtige Interessengruppen schaufeln sich nach wie vor die Taschen voll.
Im übrigen: Staaten können keine Sparguthaben bilden, also keine Rücklagen bilden. Wo sollten diese auch "geparkt" werden? Bei der EZB, die dafür Negativzinsen verlangt?
Dann wieder der Ruf nach Entlastung der Wirtschaft, hier gemeint wohl die Großindustrie.
Hat die Regierung Schröder-Fischer hier nicht genug "entlastet", um auf der anderen Seite die Löhne und Gehälter stagnieren zu lassen?
Vernünftige Lösungen sehen anders aus...

Schwarzmalen und Konzepte von gestern sind das Wenigste, was dieses Land braucht. Statt permanent zu jammern, weil einem im Grunde die ganze Richtung nicht passt, und man einen Systemwechsel durch Rechtsaussen herbeisehnt, lohnt ein Blick auf die Zahlen. Deutschland hat zu wenige oder keine Rücklagen gebildet? Stimmt, ist aber unwesentlich - denn der Augenmerk lag auf Schuldenabbau. Welchen Sinn macht es, Rücklagen zu bilden, aber gleichzeitig ständig den Schuldenberg zu vergrössern? Keinen. Wesentlich sinnhafter wären in der Tat Investitionen in die Infrastruktur. Aber Deutsche pflegen die Schwarze Null wie einen Fetisch. Man kann nicht mehr ausgeben, als man einnimmt? Man schaue sich die Herren Salvini oder Orban an...die so gerne als Vorbilder gepriesen werden. Deutschland ein Hochsteuerland? Ein Land, das grosszügig auf Vermögenssteueren verzichtet, das höchst beschränkt Erbschaftssteuern kassiert?

Schwerwiegender als das Gejammer über die Bundeswehr beispielsweise ist die zunehmende soziale Schieflage in diesem Land. Wenn Menschen trotz eines langen Erwerbslebens nicht genug in der Geldbörse haben, um anständig zu leben, ist das in der Tat eine Schande. Gründe? Ein Sozial- bzw. Rentensystem, das (wie unser Bildungssystem) in Klassen aufgeteilt ist: Freiberufler, Beamte, und der traurige Rest. Politisch scheint ein einheitliches Rentensystem nicht durchsetzbar. Tatsächlich sind die Bundesbürger, im statistischen Mittel, so wohlhabend wie nie zuvor!
Leugner des Klimawandels klagen jetzt natürlich über die längst überfällige Klimapolitik. Deutschland alleine kann die Welt nicht retten! Stimmt, aber das ist ungefähr so logisch wie das ewige Gezeter um Waffenverkäufe: Wenn wir es nicht tun, machen es die andern! Also, so die durchaus egoistische Interpretation: Klimapolitik ist Luxus.
Jüngere Generationen sehen das wohl ein wenig anders. Zu Recht. Und denen gehört die Zukunft.

Wohlstandsverwahrlosung und eine deutsche Politik, die sich dem Diktat von Mode und zweifelhaften „Marketing-Gesetzen“ unterwirft, haben leider nicht nur keine in die Zukunft tragende Konzepte vorgelegt, sondern darüber hinaus auch auf Kosten nachfolgender Generationen auf ruinöse Weise von der Substanz eines lange Zeit erfolgreichen und funktionstüchtigen Staates gezehrt.

Der billionenteure Scherbenhaufen der Kanzlerin läßt sich problemlos als eine zeitdiskrete Markov-Kette mit endlichem Zustandsraum interpretieren – als zufällige Irrfahrt eines „politischen Akteurs“ ohne Gedächtnis. Ihr politischer Zufallspfad hinterläßt mittelfristig Deutschland in Europa isoliert und abgehängt von globalen Mitbewerbern, die mit geringeren Opportunitätskosten aufgrund technischer Innovationen und zukunftsgerichteter Infrastrukturpolitik produzieren werden. Sie hinterläßt ein sedierte, ja wehrlose deutsche Bevölkerung mit dem globalen Anspruch, moralischer Hegemon auf diesem Planeten zu sein.

Jürgen Scheit | Di, 20. August 2019 - 16:54

Man kann nur hoffen und dafür beten, dass das zu erwartende politische Erdbeben infolge der Wahlergebnisse am 1. Sept. in Sachsen & Brandenburg derart heftig auf der nach oben offenen Panik-Skala ausschlagen wird, dass AM krachend aus ihrem KanzlerSessel kippt (Null Verletzungsgefahr, da durch ihre Figur gut gepolstert:-) und jegliches schwarz-grün-rotes Weiter-so-Wurschteln ohne direkte oder mindestens indirekte AfD-Beteiligung bzw. Duldung praktisch unmöglich wird.
Vielleicht bewirkt aber erst das thüringische Nachbeben im Oktober den endgültigen Knock-out der Groko und damit von AM.
Erst danach besteht die Chance auf tiefgreifende Neubesinnung & Neuorientierung auf eine realitätsnahe Wirtschafts- & GesellschaftsPolitik in D, wobei dann alle grün-linken Klimaideologen incl. ihrer romantischen Unterstützer-NGO's zum Bäumepflanzen in den Amazonas-Urwald zwangs-verpflichtet werden sollten.
Überfahrt natürlich per Segelschiff à la Greta mit manuellem Ruderantrieb bei Windflaute.

Bernd Muhlack | Di, 20. August 2019 - 18:17

Folglich brauche ich ein neues Auto!
Ich bin seit 3j Nichtraucher. Von heute auf morgen!
Eine kieferchirurgische OP: be careful Boy!
Seither ist der Aschenbecher mit Pfirsichkernen gefüllt; folglich benötigen auch Nichtraucher ständig neue Autos.
Das Titelbild ist die Inkarnation des deutschen BIPs, Außenhandelsüberschusses?
Autos, LKW sind wichtig, jedoch ist diese Industrie sowie die Zulieferer letztlich sicherlich sehr flexibel. Es gab einmal diesen "Bapper": Schwerter zu Pflugscharen. OHA.
Spitz auf Knopf würden BOSCH, Trumpf, Hummel das zeitnah implementieren; übrigens alle Global-Players aus BaWü!
Herr Bok, Ihr Artikel ist sehr bwl-mäßig gehalten, but why not?
Wäre ich Mitglied der Gretarianer würde ich Sie als ewig gestrigen weißhaarigen alten Mann bezeichnen! Ich gehe davon aus, dass ihnen das am A.. vorbei ginge.
Spieglein, Spieglein usw... MIR auch!

Zitat: "der Autobranche weiter an den Karren fahren" ???
Niemals! Wir sind doch Karrenbauer, merkelt das niemand?

Susanne Dorn | Di, 20. August 2019 - 18:36

…krank seit mindesten 14 Jahren an der Unfähigkeit von Politikern. Das zeigen sehr deutlich die millionenschwere Verträge aller Ministerien mit „externen Beratern“, auch in der Kommunalpolitik.
Wofür bezahlen wir unsere Politiker eigentlich?

Ja, ich wiederhole mich seit Jahren, aber das ist die Ursache unseres Dilemmas: Wer in der Politik nicht einmal ein abgeschlossenes Studium oder eine Berufsausbildung vorweisen kann, nie seinen Lebensunterhalt mit eigener Arbeit selbst verdiente, keinerlei Fachkompetenz im jeweiligen Aufgabenbereich besitzt, unfähig ist, vorausschauend Probleme zu erkennen, rechtzeitig zu reagieren und zum Wohle des Volkes sinnvoll gegenzusteuern, gehört abgewählt!

Politiker haben längst den Pakt mit dem deutschen Volk aufgekündigt.

Was passiert eigentlich, wenn der von vielen respektierten und anerkannten Wirtschaftskoryphäen für 2020 vorausgesagte (Finanz-)Crash tatsächlich kommt?

Auf die Hilfe unserer Regierung können wir wohl kaum hoffen!

Klaus Peitzmeier | Di, 20. August 2019 - 19:14

Bäcker u Konditor will bekanntlich kaum noch jemand werden. Beim Kuchen verteilen steht ROT GRÜN aber ganz vorn. Und die fühlen sich dabei noch besonders großartig. Dabei kann Geld rausschmeißen doch jeder Depp. Wie sagte noch Andrea Nahles als die SPD in die GroKo einstieg: Und das wird teuer. Damit meinte sie aber nicht ihren Geldbeutel, sondern unseren.
Funktionstüchtige Atomanlagen stilllegen, die Autoindustrie kaputtreden, Chemie verteufeln, die halbe Welt einladen u auf unsere Kosten finanzieren, das kann doch jeder. Da hilft es natürlich ungemein Gutmensch zu sein. Wollen wir mal sehen, ob denen mit der grünen u roten Gießkanne in der Krise etwas anderes als Steuererhöhungen einfällt. Ich glaube nicht daran. Ich höre nur Verteilungsorgien Vorschläge. Niemals Backanleitungen.

Henning Magirius | Di, 20. August 2019 - 20:50

Die Schwäche der deutschen Industrie, das sinkende BIP sind doch tolle Nachrichten für alle Parteien, die eine Senkung des CO2-Austoßes gemäß Pariser Klimaabkommen fordern: Negative Wirtschaftsdaten = sinkender CO2-Ausstoß. Wir müssen einfach nur genauso weitermachen wie bisher. Dann erreichen wir automatisch im Jahr 2050 einen um 95% gesunkenen CO2-Ausstoß gegenüber 1990 durch eine um 95% gesunkene Wirtschaftsleistung gegenüber 1990. Frau Merkel und Frau Claudia Roth werden diese wundervolle Zukunft Deutschlands nicht mehr erleben, aber vermutlich meine Kinder, die dann so alt sein werden, wie ich es jetzt bin. Was werden sie dann über Frau Merkel und Frau Roth denken?

Romuald Veselic | Di, 20. August 2019 - 21:37

in der CSSR-Army. Nach dem Einrücken und ersten 4 Wochen Ausbildung, wog ich 63 kg, bei Größe 184 cm. Zum Schluss wunderten wir uns, dass wir etwas zum Essen bekamen, und uns auch ungestört zu ende essen ließ.
Wie gut, dass in Dt. so viele Bäume gibt. Die Baumrinde essen, ist was für echte Öko-Freaks.
Es lebe die Anti-CO2-Republik!

Das Klima, wird dadurch nicht gerettet. Weil das Klima will auch nicht gerettet werden.

Sarkasmus aus...

Christa Wallau | Mi, 21. August 2019 - 00:23

Dieses Sprichwort hat noch immer seine Gültigkeit.
Ja, Herr Bok, leider lernen viele Menschen nur durch bittere Erfahrungen am eigenen Leib bzw. am Portemonnaie.
V o r h e r glauben sie lieber denen, die ihnen etwas
vormachen bzw. die Lage beschönigen.
Wenn die Warner, die ihre wohlige Gewißheit stören, zudem noch als "Nazis" dargestellt werden, dann bleibt die Mehrheit der Menschen doch liebend gerne auf Seiten der "Guten", solange "der Rubel rollt".
Bis es eben mal heftiger kracht im Getriebe!

Perfiderweise haben die Machthaber für den Fall, daß ihr Kartenhaus zusammenbricht und die Wirtschaft stagniert, aber schon vorgesorgt, indem sie tüchtig S ü n d e n b ö c k e aufgebaut haben: 1. die AfD 2. Trump 3. die bösen Briten mit ihrem Brexit 4. Putin 5. der CO2-Ausstoß und noch viele mehr.

Diesen Unsinn werden in einer Rezession zwar nicht mehr ganz so viele glauben wie bisher, aber - wie ich meine deutschen Mitbürger kenne - immer noch viel zu viele ...

dieter schimanek | Mi, 21. August 2019 - 03:03

...wir müssen die Welt retten! Darunter tun wirs nicht. Immer diese Ökonomen mit ihren komplizierten, nicht nachvollziehbaren Berechnungen. Der Strom kommt aus der Steckdose und die EZB druckt massenweise bunte Scheinchen, wir sind ein reiches Land basta! Sollte es trotz allem zu Engpässen kommen, drückt die SPD dem Michel die Agenda 2020 aufs Auge das reißt dann jeden vom Hocker. Mutti muß in aller Welt ein freundliches Gesicht machen und das kostet eben. Wegen ein paar Schlaglöchern mehr u. bröckeldem Putz in den Schulen sich so zu echauffieren ist ja mehr als kleinlich. Kaputte Toiletten bei den Kids, na und, bei uns gab es noch den Donnerbalken im Freien, bei 18° minus, hätte da sich einer einen Joint reingezogen wäre er erfroren, gelobt sei was hart macht. - Und auch sonst, ein bißchen Schwund gibts immer.

Norbert Heyer | Mi, 21. August 2019 - 08:22

Wenn man die unsägliche Debatte um Klima, CO2 und Energiewende verfolgt, erkennt man ausschließlich Aktionismus, ohne Sinn und Verstand, losgelöste vom realen Handeln. Wir haben harte, wirtschaftliche Fakten und die daraus erforderlichen Maßnahmen ignoriert, verdrängt oder als unwichtig abgetan. Stattdessen herrscht eine religiös-links verordnete Grundstimmung, die Gefühl und Emotion stärker schätzt als Realität und entsprechendes Handeln. Wir haben unseren wichtigsten Exportschlager - Autos und Maschinenbau - durch immer neue Forderungen aus der Politik ins Abseits geschoben. Die Autoindustrie hat betrogen, da sie die geforderten - überzogenen - Normen nicht liefern konnte. Statt darüber zu reden, wurde einfach nur der Endverbraucher betrogen. Damit entlarven sich die Entscheidungsträger als das, was sie sind: Befehlsempfänger ohne eigene
offene Meinung und immer stromlinienförmig im Rahmen der politischen Korrektheit. Die Ergebnisse solcher Anpassung können wird täglich
bewundern

Jens Rotmann | Mi, 21. August 2019 - 08:45

Den Euro, Deutschland und die EU können sie getrost zu den Untoten zählen. Die EZB hat schon lang den letzten Schuss ab gefeuert und der Pulver-Sack ist.leer. Aber die Parteien zählen Insekten und beobachten die Schäfchen-Wolken am Himmel. Schäfchen beobachten Schäfchen, sozusagen.
Es langweilt immer wieder da Gleiche zu posten. Wer etwas von Wirtschaft versteht und noch in entsprechender Position im Berufsleben steht, weiß was auf uns zukommt. Zitat : Die Rentner sind überwiegend zufrieden, wie die Allensbacher Altersstudie von 2017 belegt. Das Geldvermögen der Deutschen erreicht mit 6,17 Billionen Euro (oder 74 000 Euro pro Kopf) eine neue Höchstmarke. Zitat ende. Naja dann ist ja alles okay Herr Bok, Gruss an die Allensbacher ! Ich überlege gerade ob sie das alles ernst meinen.....meiner Oma (77 ) habe ich gerade empfohlen ihre 74 Tausender bei der Bank ab zu heben ;-))

helmut armbruster | Mi, 21. August 2019 - 09:00

sind eine Konstante im deutschen politischen Leben und Denken.
Es ist absurd, aber bei uns sieht und nimmt man die Welt nicht so wie sie ist, sondern die Welt hat so zu sein wie man sie sich wünscht.
Dabei werden alle Ungeradheiten und Hindernisse einfach weg gewischt.
Diesen Charakterzug, diese geistige Grundhaltung, findet man überall im Volk und daher natürlich auch in der Politik. Er hat D viele Fehlentscheidungen gebracht und in großes Unglück gestürzt.
Alles umsonst, denn dieser Geist lebt ungebrochen weiter.
Das nächste Unglück ist deshalb vorprogrammiert.

Uli Petschulat | Mi, 21. August 2019 - 09:38

Das Milchmädchen ! 45 Millionen Erwerbstätige, von welchem Erwerb reden Sie ? Gejammert wird auf hohem Niveau ??? Erhebung der Sparkassen, ca. 50% der Bürger haben keinerlei Rücklagen. 60 % der Renten liegen unter 700 Euro. Die Staatsverschuldung plus der Verpflichtungen aus den Rettungsschirmen und Renten + Pensionen etc., wären durch die Sparguthaben nicht gedeckt. Letztendlich sind die Exporte größtenteils nicht bezahlt, ca. 1 Billion bei Target II. Hinzu kommen die Kosten über die nächsten "100 Jahre" für die Zuwanderung und erzählen sie mir nichts von Fachkräften und gelungener Integration.
Und die Schilder an den Strasse zum z.B. 70 ist nicht die Geschwindigkeit, sondern die Tiefe der Schlaglöcher. Mfg Steuerbürger Uli !

gabriele bondzio | Mi, 21. August 2019 - 09:41

Auch der Normal- Bürger brauchte Entlastungen bei Steuern, Sozialabgaben und den Energiekosten. Bei ihm bzw. der tragenden Schicht, welche den Wohlstand schafft bzw. geschaffen hat, wird der Geldbeutel immer mehr strapaziert. Der Staat hat es geschafft, viel Geld zu verballern und die Sozialkassen der Zukunft sehe ich deutlich in den roten Bereich rutschen. Es geht einfach nicht auf, wenn ökonomische Belange so ausgehebelt werden, wie es momentan passiert. DE war nie das reiche Land, wie es dargestellt wurde, zumindest nicht für den Großteil der Bürger. Und genau die werden in Zukunft erneut ausgenommen, wie die sprichwörtl. Weihnachtsgans.
Denn es muss dringend Geld her, für die ganzen Verpflichtungen, vor allen aus der unüberlegten Migration (auch Asylpolitik genannt) , die man geschaffen hat.

Christoph Kuhlmann | Mi, 21. August 2019 - 09:55

bekommen. Mietpreisbremse statt sozialem Wohnungsbau, Massenzuwanderung von Hartz IV Empfängern ohne Sprachkenntnisse. Exorbitante Strompreise und eine siechende Windkraftindustrie. Solar wird sowieso längst in China produziert. Die Bundeswehr unterfinanziert und die Infrastruktur bescheiden. Dafür wird jetzt die Autoindustrie in die Krise reguliert, bei deren Gesetzesverstößen und Betrügereien jahrzehntelang weggeschaut wurde. Dazu ein Meinungsklima, das eigentlich nur noch den Regierungskurs toleriert im Einklang mit den Claqueuren aus der Presse. Die Zersplitterung der Parteienlandschaft setzt sich fort und die Volksparteien schaffen sich selber ab. Mehrheiten werden in Zukunft vom Medienhype abhängen. Bei der Ausbildung der meisten Journalisten fahren wir also "auf Sicht" im dichten Nebel. Wenn Akteure wie Greta Thunberg den Kurs vorgeben, dann werden wir in Zukunft segeln und Kutsche fahren, aber halt Pferde produzieren ja Methan ...

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 21. August 2019 - 13:29

aber ganz ehrlich, Studenten oder Schüler fahren ja auch nicht frei.
Man nehme mir den Albtraum von den Augen, aber ein bisschen hört sich das für mich so an, als wolle man die Soldaten noch ein bisschen unbeschwert durch die Gegend fahren lassen, bevor es ihnen an den Kragen geht.
Die Soldaten sind ein Teil unserer parlamentarischen Demokratie mit allen Rechten und Pflichten und der mögliche Tod sollte sie nicht in eine Ausnahmestellung heben?
Respekt versteht sich von alleine, beste Ausbildung und beste Ausrüstung und vor allem gesellschaftliche Kontrolle, also vornehmlich über die Möglichkeiten unserer parlamentarischen Demokratie.
Die Armee wird bei uns ganz sicher nicht DAS Ding eines/r Kanzlers/in.
Das ist sie auch nicht in Frankreich oder den USA.
Ich irre bestimmt, aber es klingt doch ein klein bisschen nach "freie Fahrt" für den Notfall?
Im Notfall fragt niemand nach Fahrkarten.
Krieg ist schon wieder normal, ob als gute Tat oder interessegeleitet?
POLITIK DER Welt!

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns über jeden Kommentar und wünschen uns eine konstruktive Debatte. Beleidigende, unsachliche oder obszöne Beiträge werden deshalb gelöscht. Auch anonyme Kommentare werden bei uns nicht veröffentlicht. Wir bitten deshalb um Angabe des vollen Namens. Darüber hinaus behalten wir uns eine Auswahl der Kommentare auf unserer Seite vor. Um die Freischaltung kümmert sich die kleine Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Nach zwei Tagen wird die Debatte geschlossen. Wir danken für Ihr Verständnis.