Luxemburg - Zum Steuerparadies verdammt

Schon oft musste sich Luxemburg neu erfinden. Doch auch nach den Leaks bleibt das kleine Land eine abhängige Steueroase – bis auf wenige Ausnahmen

 Das Logo der HSBC-Bank und die Fahne Luxemburgs spiegeln sich in einer CD
Trotz Steuerskandalen: Luxemburg bleibt Steuerparadies / picture alliance

Autoreninfo

Christoph Bumb ist Journalist und Gründer des in Luxemburg erscheinenden digitalen Magazins Reporter.lu

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Wir leben seit 30 Jahren von Ausländern, die ihr Geld nach Luxemburg bringen. Deshalb können wir hier eine Sozialpolitik machen und Infrastrukturen bauen, die kein anderes Land fertigbringt.“ Selten hat ein Luxemburger den Kern des eigenen Erfolgsmodells so aufrichtig auf den Punkt gebracht wie der ehemalige Finanzminister Luc Frieden. Seine Worte stammen aus einer Parlamentsrede des Jahres 2005, als die damalige Regierung die Abschaffung der Vermögensteuer beschlossen hatte. Doch sie haben noch immer Gültigkeit.

Die Attraktion von ausländischem Kapital ist bis heute ein wichtiges Standbein des Geschäftsmodells des Großherzogtums. Das Bankgeheimnis, und damit das im Land gehortete Schwarzgeld aus aller Welt, ist zwar passé. Auch von den schwarzen Listen der OECD ist man mittlerweile verschwunden. Doch Luxemburg hat seine lukrative „Nischenpolitik“ längst diversifiziert. Die paradiesischen Zustände gelten heute vor allem für ausländische Unternehmen.

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helmut armbruster | Do, 2. Mai 2019 - 09:09

ich empfinde es als skandalös, dass innerhalb der EU Steuerdumping betrieben werden kann und Steuerparadiese existieren und auch noch geduldet werden.
Und es sieht nicht danach aus als ob sich daran irgendwas ändern würde.
Das kompromittiert die EU ziemlich und sie hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn sie immer weniger Zustimmung findet.

Die EU kann nicht durchgreifen. Warum? Viele deren eigene reiche Finanzjongleure bedienen sich auch der Luxemburger Finanzdienstleistungen. Möchte nicht wissen, welche Politiker dort ein Konto haben und ihre "Zuwendungen" dort parken. Luxemburg erfüllt genau die Rolle, die dem Land zugewiesen wurde. Es ist eine große Geldwaschanlage.

Ernst-Günther Konrad | Do, 2. Mai 2019 - 09:39

mit ihrem finanzpolitischen Alleingang. Die EU behauptet doch immer, alle seien sich einig, alle haben sich lieb, alle haben gleiche Werte und Ziele. Was vergessen wird ist die Tatsache, dass sie alle ihre eigenen nationalen Ziele verfolgen, natürlich unter dem Deckmäntelchen einer EU-Politik. Da fällt das alles nicht so auf. Und damit es auch funktioniert, hat man einen alkoholkranken, oh Verzeihung, einen ischiaskranken Junkers die EU leiten lassen. Wo kommt der nochmal her? Komm jetzt nicht drauf.
Diversifizierung = finanzpolitischer Begriff, beschreibt eine Ausweitung von Wahlmöglichkeiten zu einer Erhöhung von Chancen und/oder einem Abbau von Risiken.
führt. Musste das erstmal in Google nachlesen.
Was es nicht alles gibt und wie man das in Wörter verstecken kann. Bin geplättet. Das Luxemburg das macht. Wäre nie darauf gekommen. Jean Claude ist doch so ein netter und die Luxemburger nette Menschen, man kann da billiger Zigaretten kaufen und Tanken, wenn man in der Nähe wohnt.

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