Folgen des Brexit - Jetzt muss Deutschland zahlen

Großbritannien gehörte in der EU zu den Hauptnettozahlern. Es ist offensichtlich, wer da einspringen wird. Es scheint, als würden viele Chancen, die der Brexit bringt, gleich wieder verspielt

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Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“. Im Oktober erscheint sein Essay „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer“ bei zu Klampen.

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Alexander Grau

Jetzt haben wir also den Salat. Oder besser vielleicht: Now the shit hits the fan. Großbritannien verlässt die EU. Zumindest haben sich 51.9 Prozent der britischen Wähler dafür ausgesprochen. Was die Regierung nun daraus macht, wird abzuwarten sein. Zumal noch zu klären ist, wer diese Regierung überhaupt stellt und welches Land sie regiert. David Cameron hat seinen Rücktritt erklärt, Schottland droht Großbritannien zu verlassen. Soll einer sagen, wir leben in langweiligen Zeiten.

Die Folgen des Brexit werden nicht so dramatisch sein

Umso wichtiger ist es, sich erst einmal eine Tasse Tee zu machen, meinetwegen auch einen Scotch, und die Sache in Ruhe Revue passieren zu lassen. Ok, die Briten werden ihr Verhältnis zu Europa neu regeln. Nicht mehr und nicht weniger. Die Insel wird nicht plötzlich die Taue kappen und auf den Atlantik hinausdampfen, Waren werden wie seit Jahrtausenden vom Festland auf die Insel gebracht werden und umgekehrt. In irgendeiner Form wird Großbritannien Teil der Handelszone EU bleiben, das ist im beiderseitigen Interesse – Details zur Wiedervorlage.

Die wirtschaftlichen Folgen des Brexit werden daher nach menschlichem Ermessen weit weniger dramatisch sein, als manch Wirtschaftsguru und Verbandssprecher uns weiß machen will. Denn Unternehmen wollen Geld verdienen, Kaufleute wollen handeln und Konsumenten wollen kaufen.

Für Deutschland sieht es schlecht aus

Wer glaubt, soziale Sicherheit und Prosperität gediehen nur innerhalb der EU, dem ist vermutlich ohnehin nicht mehr zu helfen. Nur zur Erinnerung: Die Situation der südeuropäischen PIGS-Staaten ist ernüchternd und die Lage in Frankreich fatal. Die Schweiz und Norwegen hingegen erfreuen sich durchaus eines gewissen Wohlstands – außerhalb der EU.

Großbritannien wird langfristig mehr oder minder unbeschadet aus der EU herauskommen. Sehr viel schlechter allerdings sieht es für Deutschland aus.

Zunächst das Offensichtliche: 2014 gehörte Großbritannien mit 4,93 Milliarden Euro neben Deutschland (15,5), Frankreich (7,16), den Niederlanden (4,71) und Italien (4,47) zu den Hauptnettozahlen in den EU-Haushalt. Wer soll das ersetzen? Wer das deutsche Politpersonal kennt, ahnt die Antwort.

Mehr Kompetenzen für Brüssel, mehr Regulierung, mehr Zentralismus

Aber auch das ist zu verkraften. Sehr viel unangenehmer – und teurer – werden die langfristigen politischen Folgen sein. Alarmierend sind schon die allerersten Reaktionen. Vom Chef der europäischen Grünen, Reinhard Bütikhofer, über den stellvertretenden Präsidenten des EU-Parlamentes, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), bis zum unvermeidlichen Martin Schulz (SPD) lautet der Tenor: Europa muss jetzt enger zusammenrücken. Es klingt wie eine Drohung.

Denn was das bedeutet, daran besteht kein Zweifel: mehr Kompetenzen für Brüssel, mehr Regulierung, mehr Zentralismus. Ohne die Widerspenstigen Briten, so die unverklausulierte Botschaft, kann die EU-Bürokratie jetzt so richtig durchregieren.

Der Brexit böte Chancen

Dabei böte der Brexit die einmalige Chance, das Ruder herumzureißen und unter dem Schock des Ereignisses eine grundlegende Reform der EU anzugehen, Kompetenzen an die Mitgliedländer zurückzugeben, die Finanzpolitik neu zu ordnen und die Rolle der EZB gründlich zu überdenken. Kurz: mehr Subsidiarität zu wagen und sich endlich von der piefigen „Vision“ eines europäischen Staates zu verabschieden.

Doch das alles wird natürlich nicht passieren. Denn es würde ein Verständnis von Internationalität und Weltläufigkeit voraussetzen, das frei ist von Verklemmtheiten.

Es ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten

Wie bieder und selbstgefällig das Weltbild in manchen Köpfen des europäischen Politikbetriebes hingegen ist, zeigt schon die notorische Klage über die angebliche Provinzialität, die in dem britischen Votum zum Ausdruck komme. Man ist fast geneigt, lachend vom Stuhl zu fallen: Da erklären Funktionäre der EU einem Land, dessen Monarchin Staatsoberhaupt von 15 weiteren Staaten ist, das einem Staatenbund aus 51 Nationen vorsitzt und noch vor wenigen Jahrzehnten jedes dritte Land dieses Globus beherrschte, was Internationalismus ist. Es ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten.

Doch genau hier liegt der eigentliche Grund für den Brexit, das kulturelle Kernproblem: Freiheit, Internationalismus, Globalisierung – das ist für Großbritannien seit Jahrhunderten Realität, eine gelebte Wirklichkeit, die auf den Weiten der Meere liegt und nicht zwischen muffigen Brüsseler Aktendeckeln. Ein Blick in die erste Strophe des wunderbaren „Land of Hope and Glory“ hätte genügt, um zu ahnen, was da kommt. Denn dort heißt es: „Thine equal laws, by Freedom gained, Have ruled thee well and long; By Freedom gained, by Truth maintained, Thine Empire shall be strong.“

Christa Wallau | Sa, 25. Juni 2016 - 11:00

Ja, lieber Herr Grau, ich kann Ihnen mal wieder nur aus vollstem Herzen zustimmen.

Wenn ich mir nur die Herren Juncker und Schulz
mit ihrem jämmerlichen Gerede anschaue, dann bin ich auch "geneigt, lachend
vom Stuhl zu fallen".
Was die finanziellen Folgen des BREXIT für Deutschland anbelangt, so sehe ich diese genauso düster wie Sie:
Wer zahlt nun die fehlenden Milliarden des ausgeschiedenen Nettozahlers GB?
"Wer das deutsche Politpersonal kennt, ahnt
die Antwort." Richtig!
Das Geld wächst ja in Deutschland auf den Bäumen (nein: natürlich wird es in Frankfurt bei der EZB generiert), also haben wir doch immer genug für die EU und für Pleitestaaten wie Griechenland und für Millionen von Zuwanderern ins soziale Netz.

Warum können Leute wie Sie und ich nur nicht
an das Märchen vom Schlaraffenland glauben.
Zu dumm aber auch...

... könnte man wirklich in fröhlicher Runde mit Herrn Grau, der voll ins Schwarze getroffen hat, "lachend vom Stuhl fallen".

Leider hat sich Deutschland von Anfang an gegen vage Versprechungen seiner Partner ständig über den Tisch ziehen lassen (siehe Stabilitätspakt, Unabhängigkeit der EZB, Strukturreformen usw.) und wird dies wohl auch weiter tun. Ein Trauerspiel, das erst enden wird, wenn wir für sämtliche Staatsschulden im Euroraum haften.

peter hauser | Sa, 25. Juni 2016 - 11:25

Tja, wenn ihr "statment" zutrifft, dann mag es vielleicht zeitbezogen aktuell sein, aber historisch ohne Perspektive.
Sie haben ja so "recht" mit ihrer Analyse des Geschehens/ der Verhältnisse, aber was soll es uns sagen? ( Zusammenrücken, Auseinanderdriften )

Ein etwas historisch Weitblickender, konnte ihren Anmerkungen außer basaler Zustimmung nichts abgewinnen.
Z. B.: < Jetzt muss Deutschland zahlen > , welches wir doch schon längst taten und tun !.....
Es dämmern mir allerdings andere Konsequenzen, von denen ich nicht träumen möchte. (Zumal ich dann ja schon gestorben sein werde.....:-)_)

Doris Gärtner | Sa, 25. Juni 2016 - 12:14

Grundsätzlich ist mal anzumerken, dass unsere "großartigen Europäer" Kohl und Genscher an dem heutigen Zustand der EU nicht unschuldig sind. In Zusammenarbeit mit den USA wurde überall auf Destabilisierung gesetzt, um dann dem kleinsten Klickerstaat die Mitgliedschaft in der EU anzubieten. Und dann erst mal in den Kernstaaten Eibe gemeinsame Verfassung zu verankern, müssen jetzt 27 Staaten mit zum Teil anzuzweifelndem demokratischem Verständnis allem zustimmen. Das ist grotesk! Europa hat nur eine Chance, wenn die Kernstaaten so schnell wie möglich eine gemeinsame Verfassung erarbeiten, die den Bürgern in den so weitreichenden Bereichen wie Umwelt, Wirtschaftsabkommen, die die Demokratie gefährden, Kriegseinsätze, mehr Mitspracherecht einräumt. So lange Europa nur aus wirtschaftlichen Gründen interessant ist, werden die Rechtspopulisten stärker werden und auch den Rest Europas kaputt machen. Und Joch eins: das wirtschaftliche Gefälle muss (wenn evtl auch auf unsere Kosten) abnehmen

Petra Wilhelmi | So, 26. Juni 2016 - 10:24

In reply to by Doris Gärtner

Wie recht Sie haben. Merkel ist also Rechtspopulistin ... (noch das "in" drangesetzt, so richtig gendermäßig) Ironie off

Arndt Reichstätter | Sa, 25. Juni 2016 - 12:47

Als Anarcho-Kapitalist interessiert mich weniger der Name oder die geografische Größe eines Staatenbundes bzw. Bundesstaates.

Es interessiert mich ausschließlich der Grad an individueller Freiheit.

Die Finanzkrise ist nicht europäisch oder deutsch.

Sie hat ökonomische Gründe.

Das Teilreservesystem, welches Banken erlaubt, mehr Geld, als real vorhanden ist, zu verleihen, reizt Unternehmer zu Investitionen.

Es können allerdings nicht alle dieser Investitionen finanziert (finare = zu Ende bringen) werden, womit nach einer Weile ein erheblicher Teil der Unternehmen pleite geht.

Die Krise ist der (aus ökonomischer Sicht positive!) Zeitpunkt, an dem diese Misswirtschaft offenbar wird.

Leider verhindert Ideologie ("europäisches Projekt", was auch immer das genau heißen soll) ein Pleitegehen der finanziell unrentablen Unternehmen und staatlichen Vorsorgemodelle.

Wir Europäer müssen diese Ideologie überwinden.

Nur mit nachhaltiger Wirtschaft geht's!

Anton F. Keller | Sa, 25. Juni 2016 - 13:24

Nicht nur UK muss eine neue Position gegenüber der EU finden, das gilt auch umgekehrt, und da gibt es etablierte Rahmenbedingungen, von UK mitgetragen selbstverständlich.

Via Kohäsionsfonds gehören auch die Passivmitglieder Schweiz und Norwegen zu den Nettozahlern. Sollte sich UK diesen zugesellen wollen, dann wird dies betreffend Personenfreizügigkeit und Finanzausgleich kaum Vorteile bringen.

Bis jetzt hat sich die EU gegen Rosinenpicker und Trittbrettfahrer erfolgreich gewehrt.

Geht die EU auf die Brexit-Vorstellungen ein, degeneriert sie zu einer Freihandelszone.

Georg Dallmann | Sa, 25. Juni 2016 - 13:26

Der Logik des Autors folgen hieße, daß - angenommen es käme noch zu mehreren Exits von sog. Nettozahlern - jedes Mal mehr bezahlen müßte.
Diese "Logik" läßt außer Betracht, daß nur verteilt werden kann was da ist. Mit anderen Worten, nach jedem Ausfall eines "Nettozahlers" müssen eben alle "Nettoempfänger" den Gürtel enger schnallen. So merkt dann auch jeder sofort, wieviel Unterstützung er von den ANDEREN eigentlich bekommt, und was es bedeutet, wenn Unterstützer wegfallen und damit, wie WERTVOLL dieser Unterstützer sind. Das hätte durchaus auch eine pädagogische Funktion.

Haben Sie schon mal gehört, dass ein Staat oder die EU den Gürtel enger schnallt? Man kann dann doch besser die Einnahmen erhöhen. Es ist ganz klar, dass Deutschland den Hauptteil, wenn nicht alles übernimmt, was durch den Brexit an Finanzierungsmitteln wegfällt. Merkel hat doch der Türkei auch gerade eine Milliarde für die Anpassung an EU-Standards in den Rachen geworfen. Wie das aussieht, sehen wir gerade in Incirlik, wo deutsche Politiker nicht gelitten sind. Deutschland ist ein reiches Land, zumindest hören wir das immer wieder, wenn es um neue Ausgaben geht. Und, ja - Deutschland wird zusätzlich zu seinem Haftungsanteil von 27% im Rahmen der Dauer-Euro-Rettung weitere Anteile von Staaten aufnehmen, die bei Fälligkeit der Garantien insolvent werden. Letztlich werden wir 100% der Zeche zahlen, um dann auch im Chaos zu versinken. Mit einer Reaktion der Bevölkerung rechne ich schon lange nicht mehr. Die Rassismusvorwürfe des grünlinken Mainstreams verfangen recht gut!

Siegfried Stein | Sa, 25. Juni 2016 - 14:07

Nein, Deutschland muss nicht zahlen, es ist die Merkel-Bande, die will, dass der deutsche Steuerzahler zahlen muss.

Bei einer kleineren EU wäre es einfach normal, dass auch das EU-Budget verkleinert wird.
Aber Herr Juncker hat ja schon eine Arbeitsplatzgarantie für die britischen EU-Bürokratenschranzen gegeben:

'Juncker erwartet weitere Volksabstimmungen über die EU'
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/06/25/juncker-erwartet-…

Auch wenn die Länder gehen - die Bürokraten bleiben.
Mehr ist zu diesem Jammerladen nicht zu sagen.
Ausser, dass Herr Juncker sich alle Mühe gibt, dass die Gerüchte um seine Person sich bewahrheiten.

Und, wirklich sicher, dass der Brexit auch stattfindet?

Harro Meyer | Sa, 25. Juni 2016 - 14:14

Wir zahlen doch schon seit 1945!
Wir haben den letzten Krieg verloren!

Herbert Trundelberg | Sa, 25. Juni 2016 - 15:50

solange der Pförtner im Brüsseler EU Gebäude mehr verdient wie der Ingenieur in Deutschland und weniger Steuern und Sozialabgaben bezahlt wie der Gabelstablerfahrer in Deutschland ist etwas faul. Was machen eigentlich 28 Kommissare wo es doch überhaupt keine Aufgaben für diese Leute gibt. Wo liegt das Aufgabengebiet der Herren Junker, Tusk, Schulz, Brok oder Lambsdorf oder die Grünen, suchen die sich alle ihre Aufgaben nach Spass an der Freude oder kann unser ÖRR nicht noch ein paar Talkshows installieren und die einladen.

Jens Christer … | Sa, 25. Juni 2016 - 16:21

GB wollte gehen, Griechenland müsste gehen, Cypern dürfte gehen, NL und DK würden gehen. Man wollte eine Freihandelszone schaffen, gut. Daraus wurde ein EU-Bürokratiedrache, bei dem 4000 Beamte mehr verdienen als die Bundeskanzlerin. Dazu kam ein Hans-Klaus Juncker (Jean-Claude, wie er piefig heißt), der als Minister eines anachronistischen Zwergstaates von gerade 300.000 echten Luxemburgern die staatlich geförderte Steuerhinterziehung für europäische Großkonzerne zur raison d'etre machte. Frau Merkel und die anderen europäischen Staaten sehen zu - es ist nicht zu fassen.

Dirk Nowotsch | Sa, 25. Juni 2016 - 16:35

Die deutsche Wirtschaft wird alles Platt walzen, dieser frühkapitalistische Moloch ist nicht zu stoppen, Mammi muss nach der Pfeife des deutschen Geldadels tanzen! Wehe nicht, dann wird sie über die B-Zeitung entsorgt. Wie hier ein anderer schon richtig bemerkte, wird der globalisierte Imperialismus einen Weg finden, weiter gute Geschäfte mit GB zu machen. Die EU wird weiter ein Mittel zur endgültigen Ausbeutung der Menschen bleiben, auch wenn momentan noch ein paar Brotkrumen für uns übrigbleiben, um uns bei Laune zu halten, sieht man doch wo die Reise hingeht. Die Finanzierungsdefizite in Deutschland haben unübersehbare Schäden hinterlassen. Der, nach der "Wende", eingeschlagene Weg, aus Deutschland ein "Dumpinglohnland" zu machen, hat die deutsche Wirtschaft zwar zu einer der stärksten Exportwirtschaften gemacht, aber auch zu einer der am stärksten davon abhängigen. Viele der Probleme der EU währen mit einer Lohnerhöhung in D zu beheben. Aber Nö, lieber plündert die EZB Konten!

Werner Schütz | So, 26. Juni 2016 - 17:04

In reply to by Dirk Nowotsch

Das was Sie schreiben, predigen doch beispielsweise Heiner Flassbeck sowie die Bremer "Memorandum-Gruppe" um Prof. Hickel schon seit Jahren. Aber diese Leute, die eine "alternative Wirtschaftspolitik" wollten und immer noch wollen, wurden bisher nur belächelt. Es sind ja bloß sog. "Linke" - und nicht Prof. Sinn, der "klügste Wirtschaftsprofessor Deutschlands" ("Bild").

Dorothea Weber | Sa, 25. Juni 2016 - 17:51

Schon komisch: weder aus der Schweiz noch aus Norwegen hören wir Hiobsbotschaften wie Altersarmut, Jugendarbeitslosigkeit, soziales Ungleichgewicht, soziale Brennpunkte, illegale Einwanderung, Dumpinglöhne usw. Leider bin ich schon zu alt, um einen Job in England zu ergattern.

Hans Grieder | Sa, 25. Juni 2016 - 21:22

In reply to by Dorothea Weber

auf den Weg gemacht die zweite Schweiz Europas zu werden.
Was ist falsch daran? Was hindert sie daran? Der Linksverkehr, das Pfund,
sind sie faul, ungebildet? Ich habe den Briten in einem Forumsbeitrag in THE SUN einen Link ins Netz gestellt wo sie einen Freihandelsvertrag Schweiz-China (keine drei Monate alt) runterladen und verwenden dürfen ;-) Wenn sie mehr davon brauchen wir haben solche von Albanien bis Zimbabwe.

Wolfgang Tröbner | Sa, 25. Juni 2016 - 19:48

Herr Grau, Ihren Artikel kann ich voll und ganz unterschreiben. So traurig es ist, aber Sie haben Recht, dass der Brexit nun zu noch mehr Zentralismus, noch mehr Regulierung und noch mehr Kompetenzen für Brüssel führt. Also all dem, weshalb die Briten raus aus der EU wollten. Weder die EU-Granden noch die deutschen Politik-Hofschranzen werden die richtigen Schlussfolgerungen daraus ziehen - weil es ihnen nämlich nicht um Europa bzw. Deutschland geht, sondern nur um Macht und das eigene Wohlergehen. Vielleicht mangelt es auch an Intelligenz, wer weiß. Deutschland wird auch die zusätzlichen finanziellen Lasten zu stemmen haben - wie immer. Weil wir "so reich" sind. Merkel und ihre Truppe aus CDU, SPD und Grünen haben bislang stets dafür gesorgt, dass Deutschland der Zahlmeister der EU ist und bleibt. Es ist ja auch nicht ihr Geld, sondern nur das vom dummen Michel.

Könnte aber gut sein, dass eines Tages auch der Michel aufbegehrt und sich das nicht länger bieten lässt.

Dirk Badtke | Sa, 25. Juni 2016 - 20:07

Die Irre hat gerufen, sämtliche Konflikte auf dem afrikanische K. zu lösen. Niemand will mit Angela M. und ihren Paladinen etwas zu tun haben. Ich begrüsse die Entscheidung der Insel für Europa aber gegen Merkel und den Abschaum in Brüssel. Danke

Hans Grieder | Sa, 25. Juni 2016 - 20:57

im ganzen Text kommt nicht ein einziges Mal das Wort Demokratie vor! Lesen Sie Beiträge ihrer Foristen nicht? Dort steht schwarz auf weiss wo es den Menschen drückt. Am Mangel an Demokratie. Sie wollen direkt mitbestimmen. Man traut den eigenen Politikern nicht mehr. Die mündigen Bürger halten sich für wert und fähig bei der Staatssteuerung mit zu bestimmen. Kaum haben sie einmal im Leben die Möglichkeit gehen 82% zur Urne und es kommt Unerhörtes heraus! Ein Erdbeben. Das politische Establishment Europas tobt. Schulz wütet. Andere heben den Becher. Was ist geschehen: Nidhts England hat sich auf den Weg gemacht die zweite Schweiz Europas zu werden. Eine Frechheit sowas!

Romuald Veselic | So, 26. Juni 2016 - 07:43

Die deutschen Machthaber benehmen sich so, wie die FIFA-Nomenklatura um Sepp Blatter & Co. plus Nachfolger. Das deutsche Problem ist die Unfähigkeit, sich selbst aus der übrigen Europa Perspektive zu betrachten. Nur, weil mein die besten Autos baut, bedeutet nicht, dass man auch die beste Außenpolitik betreibt.

Gerdi Franke | So, 26. Juni 2016 - 09:14

Merkel wird versuchen, die Folgen dieses BREXITs, der auf ihre falsche Politik zurückzuführen ist, zu vertuschen. Und natürlich zu zahlen. Nur wenn Schäuble das akzeptiert, hat er jegliches politisches Renommee verloren!

Martin MIchael… | So, 26. Juni 2016 - 11:34

Das man so was in den Deutschen Qualität's Medien liest, Bester Beitrag zu diesem Thema Cicero ist doch ein wenig anders Danke

Karola Sch | So, 26. Juni 2016 - 12:50

Ein schöner philosophischer Artikel, der auf die Mentalität der Engländer hinweist und auf die Verklemmtheit des brüsseler Miefs.
Internationalismus kann auch ganz verschieden verstanden werden.
Die Engländer wissen als ehem. Kolonialmacht, wie Unterdrückung & Ausbeutung funktioniert. Sie haben eine Atenne für den Größenwahn der EU unter der Vorherrschaft DEs. Sie machen da nicht mit, denn nun sollen sie sich unterordnen & Befehle empfangen von Hinz und Kunz ? das kann eine Elite und Bevölkerung wie in England, nicht hinnehmen.
Italien, Griechenland u.a. haben sich tapfer von Diktatur & Faschismus befreit & werden hoffentlich die nächsten sein, die sich v.d. Brüssel-Diktatur verabschieden.
Die Macht der Märkte muss gebrochen werden damit Gesetze wieder Fuß fassen können, auch in England.
"Deine gerechten Gesetze, durch Freiheit erlangt..." hat schon Thatcher mit Füßen getreten, indem sie der Wirtschaft immer mehr Macht über die Menschen gegeben hat zu deren großem Nachteil.

Robert Müller | So, 26. Juni 2016 - 18:55

Wirtschaftlich gesehen, ist der britische Finanzsektor ähnlich global wie der deutsche Industriesektor. Kulturell ist der Unterschied groß zu DE, wobei der Brexit gezeigt hat, dass das in der Realität nicht so ist. Die Einwanderung war nämlich der Grund für den Brexit, Die AFD lässt grüßen. Möglicherweise ist die kulturelle Globalisierung in Europa übertrieben worden? Wie es nun weiter geht mit der EU? Überall in der EU gibt es Parteien gegen mehr EU und Multikulti. Da zieht ein politischer Machtkampf in der EU auf zwischen den Globalisten und den Nationalisten. Vielleicht ist das der neue politische Gegensatz und nicht mehr Oben gegen Unten? Wobei finanziell gesehen für die meisten Flüchtlinge unser Unten für die auch Oben ist. Also geht nicht nur die Produktion in Staaten die Stundenlöhne im Cent-Bereich zahlen, nein auch die Cent-Löhnen kommen zu uns, um so 8,5 Euro pro h verdienen zu können. Irgendwie ist Oben vers. Unten immer noch aktuell, nur jetzt halt global.

Werner Kirchhoff | Mo, 27. Juni 2016 - 09:47

Unrechtsbewusstsein bei Juncker und Schulz ist gleich null. Eigentlich müssten die beiden Figuren umgehend zurücktreten. Tun sie aber nicht, denn sie haben noch viel vor mit Europa. Zum Beispiel, den Euro flächendeckend auf die EU-Länder wie Rumänien und Bulgarien zu verteilen. Dänemark wird da nicht mitmachen die fliegen dann eben raus. Die Massen an Marokkanern mit syrischen Pässen lassen es sich in Deutschland wohlergehen, wenn es keinen Schokopudding gibt, wird mal eben eine Halle abgefackelt. Die deutschen Milliarden müssen unters Volk. Und da gibt es noch eine Menge zu zahlen: Pro "Flüchtling" 50 TEU pro anno. Deutsche Haftung für Euro-Rettung bislang ca. 1 Billion, ein Mehrfaches kommt mit der Banken- und Sozialunion dazu. Dafür lässt man die Infrastruktur verkommen. Berlin kann im September nicht wählen und Termin-Dealer sorgen für zeitnahe Kfz-Anmeldungen gegen cash. Lt. Gauck liegt das Problem aber nicht bei den Eliten, sondern bei den Bevölkerungen. Alles klar!

Tobias Kilian | Mo, 27. Juni 2016 - 13:20

Prinzipiell muss ich dem Author des Artikels recht geben, der Verteilungsschlüssel der "Netto-Einzahler" wird sich sicherlich zu ungunsten der deutschen entwickeln und das ist Sicher ! Was ich nicht nachvollziehen kann ist die etwas einseitige Darstellung des Artikels, weil es eben auch Positive Akzente für Deutschland bzw. die Gesamte Union hat! Das fängt an bei dem Politischen Einfluss wie TTIP, Transaktionssteuer auf Finanzdienstleister bei denen die Briten nun nicht mehr mitreden dürfen und damit nichts mehr blockieren können. Im KLARTEXT: Die Anzahl der "lästig schreienden Insel-Aktionäre" der Europa-AG veringert sich DRASTISCH. Ein Großer Nettozahler wie Großbritannien hatte in Vergangenheit entsprechend Gewicht und JETZT NICHT MEHR! - Das wird erstmal keine messbaren wirtschaftlichen Konsequenzen haben mit Sicherheit aber ist die politische flexibilität der Europäischen Union damit stärker geworden.

Yvonne Walden | Mo, 18. Juli 2016 - 16:47

Wenn es den EU-Verantwortlichen endlich gelingen würde, die exorbitanten und vollkommen sinnlosen Agrarsubventionen auf ein Normalmaß - also für wirklich Bedürftige - zu begrenzen, müsste auch Deutschland als sogenannter Nettozahler deutlich weniger in den EU-Topf einzahlen als bisher.
Der sogenannte Brexit bietet die Gelegenheit für eine EU-Reform im Bereich von Subventionen und anderen "Zuwendungen".
Hier wäre auch der Bundesfinanzminister gefordert, klare Forderungen zu formulieren, anstatt sich immer wieder als Sphinx zu Wort zu melden, ohne konsequente Ziele anzustreben.
Bei dieser Gelegenheit sollte Herr Schäuble auch immer wieder darauf verweisen, dass er sich für Mittelkürzungen stark machen wird, sofern EU-Mitgliedsstaaten beispielsweise bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise abseits bleiben und der Gemeinschaft ihre Solidarität verweigern.
Wir sehen: Auch Deutschland könnte viel Geld einsparen, wenn die politisch Verantwortlichen dies wirklich wollen.

Kat Teker | Mi, 20. Juli 2016 - 12:55

Apropos "zahlen müssen" aber mal was anderes: Liebe Redaktion, wissen Sie vielleicht mehr über das angeblich von der EU-Kommission stillheimlich genehmigte Liquiditäts-Unterstützungsprogramm, hinter dem sich der 150 Milliarden schwere Rettungsschirm verbergen soll, den die Banken Italiens forderten?

Alice Weidel von der AfD schreibt davon, allerdings finde ich keine weiteren Quellen und weder meine Anfrage an die AfD, noch meine Fragen an die EK selbst wurden bisher beantwortet. Der einzige findbare Hinweis darauf scheint diese Pressemitteilung Weidels zu sein: http://www.presseportal.de/pm/110332/3375972

Sollte diese Information etwa tatsächlich stimmen? Trotz des Schweigens der Medien? Trotz anscheinend fehlender Veröffentlichungen der EK?

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