DNA-Forschung - Die Suche nach dem Gen im Genie

Ob ihr Kind einst Abitur machen oder die Schule ohne Abschluss verlassen wird – das konnten Eltern bislang nur hoffen und fürchten. Doch längst arbeiten DNA-Spezialisten an einer Zukunft, in der Schulerfolg von Neugeborenen vorhergesagt werden soll. Das hätte gravierende Folgen

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Hängt Intelligenz mit unserer Erziehung oder unserer DNA zusammen? / picture alliance

Autoreninfo

Nike Heinen ist Wissenschaftsjournalistin und lebt in Hamburg.

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Ein Surren liegt in der Luft. Leise und beharrlich. Als ob es niemals müde werden könnte. Es sind keine Bienen, es sind Maschinen, die da surren. Weiter und weiter nehmen sie die feinen Fäden auseinander, die die Geheimnisse der menschlichen Existenz bergen: die DNA. Diese Maschinen können die Erbsubstanz eines einzigen Menschen heute in wenigen Stunden auf Besonderheiten abklopfen. Wenn man schon weiß, wonach man sucht, sind es nur Minuten.

Die Gen-Lesegeräte wurden nicht nur immer schneller, sie wurden auch billiger. Heute stehen sie an allen großen Universitäten, überall auf der Welt. Und das treibt eine stille Revolution voran. Immer mehr Forscher arbeiten zusammen. Sie finden Formeln fürs große Orakel, um die Zukunft eines jeden Menschen lesen zu können. Was in seinem Körper gut, was eher schlecht funktioniert, welches System versagen könnte. Es geht um das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, dick oder verrückt zu werden. Und jetzt plötzlich auch um die Möglichkeit, in der Schule zu brillieren – oder zu versagen. Denn in molekularem Maßstab betrachtet, sind die Geschwindigkeit und die Tiefe, mit der wir denken, auch nichts weiter als eine Körperfunktion.

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Dorothee Sehrt-Irrek | So, 18. August 2019 - 20:40

zu beten.
Ich erinnere, was man G.B. Shaw in den Mund legte, als ihn eine hübsche junge Schauspielerin gefragt haben soll, ob eine Liaison zwischen ihrer Schönheit und seiner Intelligenz nicht wunderbare Kinder hervorbringen müsse.
Er soll gesagt haben, aber Madame, was, wenn es umgekehrt käme.
Diese Anekdote empfand ich immer als "frauenfeindlich", aber was wenn man es auch anders durchspielte?
Welches Gen zum Tragen kommt, könnte mit Wechselwirkungen zusammenhängen.
Die Griechen strebten an "mens sana in corpore sano", evtl. um jedes Risiko auszuschliessen.
Der "Züchtungsgedanke" könnte diese Vorbehalte gegen den Herrn Professor erklären.
Ich beruhige mich mit der Überlegung, dass der Professor sicher nichts Böses im Schilde führt und seine Forschung vielleicht auf Geheimnisse stösst, die der Menschheit zum Segen werden können.
Axa und Generali?, haben die schon einmal von Begehren gehört?
"Denn alle Dinge sind getauft am Borne der Ewigkeit" und fähig zu jenseits von..

wie excellent ich diesen Artikel finde.
Danke
und da ich mich oft auf Nietzsche beziehe, an dieser Stelle der Hinweis auf die SRF Sendung "Sternstunden" mit Frau Bleischik und Herrn Prof. Gerhardt, wenngleich Letzterer sicher unabsichtlich glaubt Herrn Assheuer (DIE ZEIT) belehren zu können.
Um Nietzsches Angriff auf die Wissenschaften und seine Liebe zu Sils Maria oder Heideggers Vorliebe für den Schwarzwald einschätzen zu können, oder eben Nietzsche selbst, sollte man sich hinausbewegen.
Nietzsche ist kein Akademiker im akademischen Sinne...
Genau deshalb ist z.B. der Cicero so wichtig, hoffentlich nicht nur für mich.

Er schrieb, sang und performanc-te einen Song meines Lebens
"Hey Mr. Tambourine Man".
Lasst Gesellschaften leben, sich fortbewegen, entwickeln.
Er bekam den Literaturnobelpreis.
Wenn Ihre Kinder irgendetwas mit Leidenschaft und Begeisterung tun/studieren, dann lassen Sie sie dies leben.
Vgl. dazu auch Prof. Norbert Bolz bei SRF "Sternstunden".
Hüten Sie sich davor, sie formatieren zu wollen.
Sie haben und hatten Ihr Leben und sollten sich selbst nicht noch ins nächste Leben erhalten oder verbessern wollen.
Aber auch um der noch Kinder willen, behüten und beschützen Sie sie.
Das noch als kleine Antwort auf Frau Klara Geywitz Erlebnis mit einem Kopftuchmädchen.
Bei den heutigen Möglichkeiten bekommen Menschen auch auf nicht die übliche Weise Kinder.
Das ist kein Freifahrtschein der generellen Verfügung/Planung über sie.

Er schrieb, sang und performanc-te einen Song meines Lebens
"Hey Mr. Tambourine Man".
Lasst Gesellschaften leben, sich fortbewegen, entwickeln.
Er bekam den Literaturnobelpreis.
Wenn Ihre Kinder irgendetwas mit Leidenschaft und Begeisterung tun/studieren, dann lassen Sie sie dies leben.
Vgl. dazu auch Prof. Norbert Bolz bei SRF "Sternstunden".
Hüten Sie sich davor, sie formatieren zu wollen.
Sie haben und hatten Ihr Leben und sollten sich selbst nicht noch ins nächste Leben erhalten oder verbessern wollen.
Aber auch um der noch Kinder willen, behüten und beschützen Sie sie.
Das noch als kleine Antwort auf Frau Klara Geywitz Erlebnis mit einem "Kopftuchmädchen".
Bei den heutigen Möglichkeiten bekommen Menschen auch auf nicht die übliche Weise Kinder.
Das ist kein Freifahrtschein der generellen Verfügung/Planung über sie.

Wolfgang Tröbner | Mo, 19. August 2019 - 12:15

Vor allem Grüne und Linke, und da insbesondere die Soziologen-Fraktion, werden Sturm laufen gegen diese neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Besteht doch die Gefahr, dass deren gesamtes Weltbild, das ja darauf beruht, das die Vererbung keine wesentliche Rolle für die Intelligenz spielt, ins Rutschen kommt. Auf jeden Fall bin ich da sehr gespannt, welche abstrusen Erklärungen von dieser Seite präsentiert werden, um zu erklären, warum die Molekularbiologie nie und nimmer recht haben kann. Interessant in diesem Zusammenhang wird auch sein, wie man sich im Lichte der neuen Erkenntnisse zu Sarrazin äußern wird. Die Wissenschaft scheint ihm ja recht zu geben, oder?

sind mir beim Lesen des Artikels auch durch den Kopf gegangen.
Den Linken dürften durch die Erkenntnisse der Wissenschaft gute Argumente noch knapper werden als sie ihnen bereits jetzt geworden sind.
Ihr ganzes Weltbild bricht zusammen.
Aber das braucht ja - Gott-sei-Dank - nicht unsere Sorge zu sein.
MfG C. W.

Ernst-Günther Konrad | Mo, 19. August 2019 - 16:31

In einem hat der Professor recht. Wissenschaftliche Errungenschaften für sich genommen sind nicht gefährlich, sondern die jeweiligen Menschen, die sie dann ggfls. für dunkle Zwecke einsetzen.
Mir graut vor einer Welt, in der irgendwann alles vorbestimmt werden kann, ein Mensch bereits mit seiner Entstehung "einsortiert" werden kann.
Aja, die Versicherer hatten großes Interesse. Das glaube ich gern. Dann werden nur noch Menschen einer bestimmten Spezies versichert, da wo das Risko am geringsten, der zu erwartenden Beitrag aber immens hoch sein wird.
Wird man das DNA finden, das unsere Lebenszeit bestimmt? Gibt es das? Will man irgendwann wirklich wissen, wie lange man lebt? Kommen da dann die "bösen", die ein solches Wissen für sich nutzen. Die einen dürfen leben, die anderen sind es nicht wert.
Nicht alles was Wissenschaft kann und in ehrenwertem guten Glauben entwikelt, kommt anschließend in Gute Hände. Das alte Sopiel der Ethik. Was will man, was soll erlaubt sein und was nicht?

Wolfgang Fengler | Di, 20. August 2019 - 11:10

Wenn alle störenden und lebensverkürzenden Krankheiten durch Manipulation der DNA ausgeschaltet werden könnten, die Menschheit damit immer länger leben würde, der Planet Erde somit immer mehr Menschen zu ernähren und versorgen hätte, dann könnte man doch glatt auf die Idee kommen, mit Genmanipulation die Lebenszeit wieder zu manipulieren und zu verkürzen, damit die Erde wieder überlebt. Mich trifft es nicht mehr, aber mir graut vor den Möglichkeiten, wie der homo sapiens (wirklich?) und ausgewählte Mitglieder durch sogenannte Eliten (die finanzkräftig genug sind, das DNA-Schneiden zu bezahlen) gesteuert werden könnten.
Das Problem, nur noch Einser-Abiturienten zu produzieren, ist dagegen zu vernachlässigen. Die Wissenschaft wird immer danach trachten, zu erschaffen oder zu verändern, was möglich ist. Ob ethisch vertretbar oder nicht, müssen sie ja nicht entscheiden, das sollen andere. Science fiction kommt schneller als wir denken können.

Eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und eine gesicherte Existenz - ich muss gestehen, dass mich der Artikel von Herrn Oliver Erichiello bei TE berührt hat, ging es doch um den Segen, den sich die SPD wohl für die Geschichte der Bundesrepublik zuschreiben darf und das bei TE zu lesen... - aber die Idee des vorprogrammierbaren Lernerfolgs irritiert mich.
Ich empfand bestimmt die Hälfte des Lernstoffes als "falsch", zu korrigieren, aber ich kam nie dahin, zu klären, ob es mangelndes Wissen auf meiner Seite oder kritisches Denken war.
Oder ob ich anderes denken wollte.
Zuviel Input kann also auch kreatives Denken hemmen oder langsamer Aufnehmende - damit wäre ich doch keine Aussätzige oder Abfall? - überfordern.
Anders, es scheint mir sinniger, über veränderte Schulmodelle zum Erfolg auf die eine oder andere Weise für Alle nachzudenken, als genetisch zu "schnipseln".
Als junge Schülerin hat mich der Gedanke dennoch fasziniert, aber (Ohn)Macht anderer über mich?
Nein Danke

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