Diesel-Fahrverbote - „Die Städte brauchen die blaue Plakette“

Fahrverbote für Diesel-Pkw sind jetzt zulässig. Ungeklärt ist jedoch, wie solche Verbote umgesetzt werden sollen. Ein Weg wäre die blaue Plakette für saubere Diesel, schreibt Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages. Doch auch die Autoindustrie müsse sich ihrer Verantwortung stellen

Ein Autohersteller wirbt mit einer überdimensionalen blauen Plakette dafür, dass das Fahrzeug die «Euro 6»-Norm erfüllt.
Die Einführung einer blauen Plakette darf die eigentliche Ursache der Problematik nicht überdecken / picture alliance

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Helmut Dedy ist Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages.

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Keine Stadt will Fahrverbote, wir wollen sie weiterhin vermeiden. Nur: In der Hand haben die Städte das nicht. Sie wollen die Gesundheit der Menschen in der Stadt schützen und können mit ihren Maßnahmen das Hauptproblem nicht beseitigen – den zu hohen Stickoxid-Ausstoß der Dieselautos. Der Schlüssel dafür, die Grenzwerte einzuhalten, liegt vor allem bei der Automobilindustrie. Wir dürfen sie nicht aus der Verantwortung entlassen.

Nach der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes gibt es nun etwas mehr Klarheit in der Diskussion. Fahrverbote sind grundsätzlich zulässig. Offen bleibt jedoch, was im Einzelfall geschieht. In den in Leipzig verhandelten Fällen von Stuttgart und Düsseldorf sind jetzt die Länder am Zug, die Luftreinhaltepläne anzupassen. Die Länder müssen beantworten, welche konkreten Maßnahmen dabei helfen, die Grenzwerte einzuhalten und ob Fahrverbote zum Schutz der Gesundheit von Menschen nötig sind.

Fahrverbot wirft viele Fragen auf

In etwa 70 deutschen Städten werden derzeit die EU-Grenzwerte für Stickoxide von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten. Erste Schritte in Richtung Fahrverbot werden bereits in Hamburg unternommen. In welchen weiteren Städten es zu Sperrungen kommen könnte, lässt sich noch nicht abschätzen. Städte, in denen mit 42 oder 43 Mikrogramm der Grenzwert von 40 Mikrogramm nur wenig überschritten wird, können die Schadstoffe wahrscheinlich mit verkehrssteuernden Maßnahmen wie etwa Tempolimits oder Fahrbahnverengungen senken. Solche Überlegungen fließen in die aktuelle Überarbeitung der Luftreinhaltepläne ein. Bei den Städten, in denen die Grenzwerte sehr deutlich überschritten werden, ist aber nicht in Sicht, wie Fahrverbote abgewendet werden sollen.

Um die Stickoxid-Belastungen in Städten zu entschärfen, könnten dann bestimmte, besonders belastete Streckenabschnitte für Diesel-Kfz gesperrt werden. Das klingt auf den ersten Blick attraktiv, klingt nach einer einfachen Lösung. In der Praxis wirft eine solche Maßnahme allerdings viele Fragen auf. Wenn Autofahrer dann, um Sperrungen zu umfahren, auf alternative Routen ausweichen, verlagern sich die Emissionen auf andere Bereiche der Stadt. Dass Diesel-Fahrzeuge mit zu hohen Schadstoffwerten etwa verstärkt durch Wohngebiete oder an Schulen oder Kindertagesstätten vorbei fahren, kann niemand wollen. Ein solches Ergebnis würde die verkehrspolitischen Anstrengungen von Jahrzehnten zunichte machen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich solche punktuellen Verbote nicht praktikabel kontrollieren lassen. Den Autos ist nicht anzusehen, ob sie Diesel oder Benziner sind und ob sie die Grenzwerte einhalten oder nicht. Daran wird deutlich, wie wichtig eine Kennzeichnung von sauberen Diesel-Fahrzeugen für den Fall ist, dass Fahrverbote verhängt werden: Die Diskussion um die blaue Plakette ist aktueller denn je! 

Flickenteppich vermeiden

Und hier gibt es ein großes Missverständnis. Die blaue Plakette ist gerade nicht der Weg zu Fahrverboten, wie dies immer wieder behauptet wird. Die Plakette sorgt in den Fällen, in denen letztendlich Gerichte Fahrverbote zum Gesundheitsschutz anordnen, dafür, dass diese Verbote überhaupt kontrollierbar sind. Und sie sendet ein kluges industriepolitisches Signal: Der Diesel ist nicht tot, wenn er nur sauber genug ist. Moderne oder nachgerüstete Diesel bekommen die Plakette ja gerade. 

Nur mit der blauen Plakette wird es eine bundeseinheitliche Lösung geben, die einen Flickenteppich mit ganz unterschiedlichen kommunalen Lösungen vermeiden kann. Ein Szenario, bei dem Diesel-Fahrer nicht mehr wissen, in welche Stadt sie fahren dürfen und in welche nicht, ist nicht akzeptabel. Mit der blauen Plakette wäre es für die Städte auch einfacher, Ausnahmen bei Fahrverboten zu regeln, beispielsweise für Lieferverkehre und Handwerker. Alle, die die Abgaswerte einhalten oder eine Ausnahmegenehmigung bekommen, müssen weiterhin in den Städten fahren können. Die Haltung der Bundesregierung zur blauen Plakette ist nicht rund, es braucht nach der Vereidigung des neuen Kabinetts eine Neubewertung.

Autoindustrie in die Pflicht nehmen

Allerdings darf die Diskussion um Fahrverbote und die Einführung einer blauen Plakette die eigentliche Ursache der Problematik nicht überdecken: 75 Prozent der Stickstoffoxid-Belastungen im Verkehr in den Städten werden von Diesel-Pkw ausgestoßen. Dort muss das Problem gelöst werden. Umso ärgerlicher ist, wenn die Städte ausbaden müssen, was von der Autoindustrie verursacht wurde. Außerdem werden sie am Ende auch noch als Urheber der Verkehrseinschränkungen wahrgenommen. Das kann nicht der richtige Weg sein!

Die Bundesregierung muss endlich deutlich machen, an welcher Stellschraube gedreht werden muss: Die Autoindustrie hat bislang nicht nachgewiesen, wie stark die bisherigen Software-Nachrüstungen bei Diesel-Fahrzeugen wirken und die Luftschadstoffe verringern. Wenn es sich bestätigt, dass nur mit Hardware-Nachrüstungen wirkliche Erfolge für eine bessere Luft möglich sind, müssen diese umgesetzt werden – und zwar auf Kosten der Hersteller. Die Automobilindustrie muss erkennen, welchen Fingerzeig das Bundesverwaltungsgericht hier gegeben hat. Das Gericht hat dargelegt, dass in Stuttgart bereits in diesem Sommer Diesel-Fahrzeuge bis zur Euro-4-Norm ausgesperrt werden könnten, Diesel-Fahrzeuge mit der Euro-5-Norm dagegen frühestens im September 2019. Diese Zeit sollte genutzt werden. Denn: 40 Prozent der Diesel-Pkw in Deutschland erfüllen die Euro 5-Norm. Diese mit Hardware nachträglich sauberer zu machen, würde entscheidend dazu beitragen, Fahrverbote in den Städten zu verhindern. 

Städte setzen auf nachhaltige Mobilität

Die Städte selbst leisten bereits seit Jahren ihren Beitrag zur Luftreinhaltung. Es ist viel passiert – vom Ausbau der Radinfrastruktur über die Verbesserung des Verkehrsflusses bis zur Modernisierung von Bussen und Bahnen. Die Erfolge bei der Feinstaubproblematik, die im Übrigen mit Hilfe einer Plakettenlösung erreicht worden sind, beweisen die Qualität der Lösungsansätze: In Deutschland gibt es fast kein Feinstaub-Problem mehr.

Die Städte der Zukunft brauchen andere Verkehrsstrukturen als jene, die wir heute vorfinden. Daran arbeiten wir. Der Öffentliche Nahverkehr muss noch attraktiver werden. Die Verbindungen ins Umland müssen gestärkt werden. Der Radverkehr muss ausgebaut, nachhaltige Mobilität in ganzer Breite gefördert werden. Dafür brauchen die Städte größere Investitionsspielräume. Bund und Länder müssen gemeinsam mehr Mittel für diese Aufgaben zur Verfügung stellen. Eine kurzfristige Förderung von Maßnahmen, um die Stickoxid-Belastung zu senken, reicht nicht aus. Für eine nachhaltige Mobilität in den Städten müssen jetzt langfristig die Weichen gestellt werden. Wir brauchen eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Kommunen, um die Mobilität der Zukunft zu gestalten.

Tomas Poth | Mo, 12. März 2018 - 17:41

ein anderes Verkehrskonzept, dass den eigenen Wagen für die Mobilität im städtischen Raum überflüssig macht. Das könnte über den Preis und die Dichte des Angebotes gesteuert werden. Sammel-Taxis sollten zu den Öffies auch dazu gehören. Sage ich als Autofahrer.

Dirk Klostermann | Mo, 12. März 2018 - 17:45

Die Forderung nach einer Blauen Plakette ist aus der Sicht eines gut dotierten öffentllchen Bediensteten leicht zu stellen. Da macht man es sich sehr einfach. Wie viele Familienväter, Alleinerziehende und Geringverdiener können sich kein neues Auto leisten? Einst wurde der "alte Diesel" als sparsames Auto gepriesen. Nun ist er eben da. Bürger sind nicht dazu da, das Versagen der Politik auszubügeln. Eine Blaue Plakette bedeutet Enteignung für alle "Nichtberechtigten". So lange Schiffsdiesel mitten durch Großstädte wie Karlsruhe, Köln, Düsseldorf, Mainz, Hamburg und Bremen tuckern, die grüne Welle ein Hirngespinst ist und S21 zu den größten Feinstaub-Produzenten gehört, Finger weg vom Privatwagen. Erst mal die eigenen Hausaufgaben machen. Da ist genug zu tun.

Heinrich Jäger | Mo, 12. März 2018 - 17:48

einfach die Messstationen da aufstellen wo sie hingehören in gebührendem Abstand zu Hauptverkehrsadern der Stadt und nicht direkt an der Ampel hinter den Auspuff.
Ich fahre meinen Diesel bis er auseinander fällt und fertig.

Boris von der Linde | Di, 13. März 2018 - 08:53

Es handelt sich bei den diskutierten Fahrverboren um eine dreiste Form der Enteignung. Solange es z.B. in Arbeitsräumen zulässig ist, bei einer 20 fach höheren Stickoxid Belastung zu arbeiten wird niemand verstehen, dass demnächst die Altenpflegerin (1.600 Euro netto) mit ihrem Euro 4 Diesel morgens in der Früh nicht mehr in die Stadt fahren darf. "Fahren sie doch einfach mit dem ÖpnV" wird es seitens der Umweltverbände und der grün gesonnenen Gutbetuchten lauten. Und angesichts dieses Zynismus wundert sich jemand, dass die AFD immer mehr Zulauf erhält?

Ralph Lewenhardt | Di, 13. März 2018 - 09:29

Beim BVG Urteil geht es darum, die Grenzwerte für Stickoxide auch in den verbleibenden Städten und Negativzonen einzuhalten. Wie das trotz Diesel geht, zeigt die absolute Mehrheit der Städte. Fahrverbote sind danach möglich aber die zuletzt zulässige Maßnahme.

Volker Leyendecker | Di, 13. März 2018 - 09:31

Welche Kräfte sind da in Gang gesetzt worden ? Was ich nicht verstehe warum haben sich die Hersteller von Dieselfahrzeugen nicht rechtzeitig gegen die unsinnigen Forderungen der Politiker ( auch der EU ) gewehrt ? Die ungleichen Grenzwerte zeigen doch es geht darum die Dieseltechnik die in Deutschland führend ist als Konkurrenz aus zu schalten. Es sind Zahlen in den Raum gestellt doch die Beweise für die 6000 Diesel-Toten werden nicht geliefert. Geht es nur darum die Wirtschaft kaputt zu machen ? Die Luft ist sauberer geworden trotz Zuname der Fahrzeuge in Deutschland. Wenn die Grünen die Verkehrsführung gewollt zu Stopp und Fahr (Go) für die Autofahrer machen ist doch Schadstoff Belastung wesentlich höher als bei fließenden Verkehr mit entsprechender Luftbewegung. Was kommt eigentlich als nächstes auf den Tisch um Deutschland an den Pranger zu stellen ? Welche Sau wird dann durch Deutschland gejagt ?

Heinrich Niklaus | Di, 13. März 2018 - 09:47

Der Herr Hauptgeschäftsführer scheint die politische Dimension seiner Blaue-Plaketten-Forderung nicht zu begreifen! Die kalte Enteignung und Behinderung in der Berufsausübung von 15 Millionen Dieselfahrern dürfte die Grundfesten der Republik erschüttern.

Und das alles aufgrund äußerst fragwürdiger, politisch motivierter Messwerte, fragwürdiger Aufstellung der Messstationen, um möglichst hohe Messwerte zu erzwingen und einer grün-linken Zielsetzung, die sich gegen den Individualverkehr richtet.

Wann wird dieses Thema endlich grundsätzlich im Parlament debattiert. Für all diese angedachten, weitreichen Maßnahmen gibt es überhaupt keine demokratische Legitimierung!

Peter Lieser | Di, 13. März 2018 - 09:49

In der Verantwortung sehe ich auch die Autoindustrie aber hauptverantwortlich ist die Bundesregierung, die jeden Imbiss auf Schadstoffe kontrolliert, aber die Autoindustrie unkontrolliert gewähren lies. Aus meiner Sicht ohnehin alles ein einziges planloses Chaos ! Zum Beispiel hat der Bezirksschornsteinfeger unseren Kamin still gelegt, weil wir die ganze Luft im Rhein/Main Gebiet "nachhaltig, versaut haben". Er muss jetzt neu aufgebaut werden. Etwa 20 Km weiter starten am Fraport ca. 2000 Flugzeuge täglich, bei Nordostwind werden wir geräuchert wie die Heringe und gelegentlich bekommen auch mal 50-70 Tonnen Kerosin auf die Köpfe wenn sich ein Flugzeug in der kritischen Phase befindet.
Naja, mit der blauen Plakette wird alles gut !

Michael Ludwig | Di, 13. März 2018 - 09:52

Deutschland war einmal ein Land der Denker. Heute ein Land hypnotisierten Selbstzerstörer.
Sehr geehrter Herr Dedy. Anstatt über irgenwelche
sinnlosen Farben und noch sinnlosere Plaketten zu
philosophieren stünde es einem Mann in Ihrer
Position zu diese Jahrhundertlüge der Umwelt-Mafia wenigstens einmal zu hinterfragen. Es gibt genug renommierte Wissenschaftler die mehr als schlüssig diesen Betrug widerlegt haben.

Volker Krull | Di, 13. März 2018 - 10:20

Zuerst sollten alle Städte richtig und verfahrensgleich an den Strassen Umweltbelastungen messen. In München wird im EU falschen Abstand zur Strasse gemessen, wodurch höhere Meßwerte erzielt werden.
Renomierte deutsche wissenschafliche Institute wie das Fraunhofer-Institut Dresden werden in der NOx Frage scheinbar nicht beachtet.
"wir haben aus großen Datenmengen festgestellt, dass die Feinstaubgrenzwerte schlicht gesagt Unsinn sind." "Bis zu 40 Mikrogramm an Feinstaubbelastung ist allein auf die Sonneneinwirkung zurückzuführen, also ganz natürlichen Ursprungs."
Hieraus folgt das Deutschland einer Ideologie folgt, welche die EU und WHO mit Grenzwerten vorgeben. Ziel ist vermutlich die Großstädte
bald autofrei zu erhalten und den öffentlichen Nahverkehr auszubauen.

Quellen:
https://www.merkur.de/wirtschaft/schadstoffwerte-in-muenchen-sind-messt…

https://www.mdr.de/sachsen/dresden/diesel-feinstaub-stickoxid-fraunhofe…

Gert Trömel | Di, 13. März 2018 - 10:23

Es müsste doch langsam auch bei den Städten und ihren Verantwortlichen angekommen sein, dass diese Grenzwerte politische Werte sind. Sie entbeeren jeglicher seriöser wissenschaftlichen Untersuchungen. Es ist eine neue Sau welche durch das Dorf getrieben wird,nach sauren Regen, Waldsterben, Ozonloch, Klimaerwärmung (Mensch gemacht) usw.

Detlef Buch | Di, 13. März 2018 - 10:35

Bisher wurden immer die Diesel als Sünder ausgemacht. Wird nun eine Blaue Plakette für die Diesel raus gegeben, sperrt man auch die Benziner mit grüner Plakette aus. Ist das Fair?
Es wird wohl nur so gehen, das eine zweite Plakette angebracht werden muss an das Fahrzeug, wie schon damals für die Fahrzeuge mit G-Kat, welche bei Smog Alarm weiter fahren durften. Die Frage ist nur, baut sich jede Stadt ihren eigenen Aufkleber oder gibt es eine Regelung die in allen Städten gültig ist.

Benjamin | Di, 13. März 2018 - 11:13

Sehr geehrter Herr Dedy,

während Sie die Autoindustrie in die Pflicht nehmen wollen, sollten vielmehr SIE die Städte in die Pflicht nehmen, auf manipilative Messungen zu verzichten.

Wenn man sich schon an einen aus der Lostrommel gezogenen EU-Grenzwert halten möchte, so sollte man auch nach den EU-Vorgaben messen. Damit ließen sich eine Menge Diskussionen ersparen.

siehe hierzu: https://www.tichyseinblick.de/wirtschaft/mobilitaet/manipulierte-messun…

Ich frage mich wie Fahrverbote verhältnismäßig sein sollen wenn sie sich Erstens auf einen mit der Dartscheibe geworfernen Wert berufen, der wissenschaftlichlich überhaupt nicht begründet ist und Zweitens auch noch so gemessen wurde, dass man diesen Wert auch bitteschön überschreitet.

Sascha Weißbruch | Di, 13. März 2018 - 11:52

Nicht die Plaketen sondern die Automobilindustrie durch die Verbesserung der Motoren und den Einsatz von Partikelfilter haben die Feinstaubbelastung trotz steigendem Verkehrsaufkommen so stark reduziert.

Harro Meyer | Di, 13. März 2018 - 12:53

Der Diesel setzt fast 41% der Energie in Bewegungsenergie um! Das ist sein thermodynamischer Wirkungsgrad. Beim Elektroantrieb gehen üblicherweise 46% bei der Umsetzung in Elektrischen Strom nach den Regeln der Thermodynamik verloren, 20% Bleiben als Leitungs-und Umspannverluste weg, 10% schluckt die Autobatterie und 6 % der Wagen: d.h. das Elektromobil hat einen thermodynamischen Gesamtwirkungsgrad von 18 (achtzehn)(zu 41%,s.o.) Prozent!
Die Natur lässt sich, im Gegensatz zum Wähler, nicht betrügen. Von dem bei dieser Umsetzung entstehenden zusätzlichen CO2 will ich erst gar nicht reden. Zahlen tut die Zeche sowieso der Wähler!

Monika Schmidt | Di, 13. März 2018 - 14:41

Tatsache ist, dass die Luft in den Städten seit den 90er wesentlich sauberer geworden ist. Tatsache ist auch, dass in den meisten Städten die Grenzwerte nicht erreicht werden. Tatsache ist auch das in den genannten Städten, unter anderem Stuttgart, die Grenze nur an 3 Tagen im Jahr überschritten wird.
Und dafür soll dann ganz Deutschland in Haftung genommen werden und die Dieselfahrzeuge vernichtet werden? DAS ist NICHT hinnehmbar.
Mit den Diesel-Grenzwerten wird ähnliches Schindluder getrieben wie mit den Blutdruckwerten in der Medizin. Die Messlatte immer tiefer (und nahezu unerreichbar) hängen, dann haben wir genug Kranke für die Medizin. Bei Autos dienen die Grenzwerte inzw. auch nur dazu den Kauf von neuer, noch nicht ausgereifter Technik zu fördern. Und wenn wir dann alle E-Autos fahren, dann fällt auf einmal auf, dass die Entsorgung der Batterien umweltschädlich ist. Aber immerhin hat man dann den Bewegungradius der Menschen eingeschränkt.

Paul Liesner | Di, 13. März 2018 - 15:42

Diese ganze Diskussion zeigt einmal mehr, dass wir Deutschen uns mal wieder ein „Problem“ aufhalsen, welches in Wirklichkeit an der Realität vorbei geht. Ich halte diese von der Politik willkürlich festgelegte Stickoxid Festlegung von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter in den Innenstädten für absoluten Blödsinn. Man vergleiche diesen Wert nur mit den um ein vielfaches höheren Wert in den Büroräumen. Darüber wird aber nie offen gesprochen, geschweige denn diskutiert. So macht sich Deutschland zum Gespött innerhalb der EU.

Gottfried Meier | Di, 13. März 2018 - 16:27

Es ist bequem die Autoindustrie als Buhmann hinzustellen. Die hat es immerhin geschafft, den Stickoxidausstoß seit 1990 um zwei Drittel zu reduzieren und das bei deutlich gestiegenem Autoverkehr.

Jeden Tag werden Tausende alter Diesel aus dem verkehr gezogen. Es ist eine Frage der Zeit, wann der Großteil der Dieselfahrzeuge durch saubere ersetzt ist. Insofern ist die hyterische Debatte völlig unverständlich.

Die Städte könnten selber etwas tun, etwa alte Busse durch E-Busse ersetzen oder Taxibetreiber zu Elektroantrieben animieren. Hier würde der E-Motor sogar Sinn machen.

Herr Desy sollte einmal überlegen, wen er durch eine blaue Plakette am meisten treffen würde. Sicher nicht die Wohlhabenden, die sich einfach ein neues Auto kaufen können. Viele weniger Verdienende können das nicht!

Rüdiger Engelhardt | Di, 13. März 2018 - 16:30

"40 Prozent der Diesel-Pkw in Deutschland erfüllen die Euro 5-Norm. Diese mit Hardware nachträglich sauberer zu machen, würde entscheidend dazu beitragen, Fahrverbote in den Städten zu verhindern."
Ich kann nirgends den Ansatz eines Willens zur Hardwarelösung erkennen, in der Politik nicht und in der Autoindustrie erst recht nicht!
Im Klartext wird die mit weitem Abstand schlechteste Lösung bevorzugt und nicht die beste Lösung. Unterm Strich bleibt wieder alles beim Verbraucher hängen. Der muß mit Fahrverboten klar kommen, ebenso mit dem horrenden Wertverfall seines PKW und zum Schluß noch mit dem Risiko eines Motorschadens bei einer Softwarelösung (Risiko liegt bei 70%-80%). Denn bei einer Softwarelösung gibt es keine Garantie von der Autoindustrie.
Das gibt's nur in Deutschland daß nicht der Betrüger bestraft wird , sondern der Betrogene!

Werner Kallweit | Di, 13. März 2018 - 19:11

Das BVerwG betont, dass ein Fahrverbot, bezogen auf die jeweilige Örtlichkeit nur die ultima ratio sein dürfe und dabei auch die Belange von Anwohnern und Arbeitnehmern angemessen zu berücksichtigen seien. Die danach gebotene Beachtung des Verhältnismäßigkeitsprinzips lässt die flächendeckende Einführung einer blauen Plakette nicht zu, sondern muss aufgrund der jeweiligen Örtlichkeit (iü. auch unter Berücksichtigung der jeweils zu überprüfenden Korrektheit der Messung von Schadstoffen), also streng lokal und einzelfallbezogen, ggf. auch nur bezogen auf bestimmte Tage bestimmt werden. Man kann nur jedem Dieselfahrer raten, gegen ihn betreffende Verbotszonen beim Verwaltungsgericht zu klagen und dort auch ggf. um vorläufigen Rechtsschutz nachzusuchen. Die Verfahren sind von der Verkehrsrechtsschutzversicherung gedeckt. Aber Vorsicht: Klagen kann man nur innerhalb eines Jahres nach individueller Bekanntgabe des Fahrverbots (durch persönliches Vorbeifahren) erhoben werden.

Guido Schilling | Di, 13. März 2018 - 19:54

sind völliger Quatsch. In Hannover gibt es schon 8 Jahre eine Umweltzone. Dennoch sind die Luftwerte schlecht. Ist ja auch kein Wunder. Links vom Schnellweg (eine Art Stadtautobahn) ist Umweltzone, rechts nicht. Wenn der Wind dreht, bläst er den Dreck in die Umweltzone. Wer hätte das gedacht?

Dirk Nowotsch | Sa, 17. März 2018 - 13:39

Die Ausnahmeregelungen setzen der ganzen Debatte die Krone auf! Das ist an Verlogenheit schon nicht mehr zu übertreffen! Es wälzen sich jeden Morgen gefühlte Millionen an Liefer- und Handwerkerfahrzeuge in die Stadt, Alt mit deutlich sichtbaren "Rußschleppen"! Hauptsächlich uralte Diesel-Bullies von VW! Gefolgt von dem ganzen anderen alten eingebeulten Dingern. Auch für "öffentliche" Fahrzeuge darf es kein Pardon geben, wenn der "normale" Mensch mit seinem Fahrzeug restriktiert wird! Ob stinkende BVG Dreckibusse oder uralte stinkende Amts-LKWs! Geht gar nicht und hat mit Fairness nichts mehr zu tun! Das ist dann nur noch offensichtlicher Betrug! Ich war letztes Jahr mit meinem Diesel ein einziges mal im inneren S-Bahn Ring von Berlin. Jeden Tag machen dort andere den Dreck, oft keine Berliner. Eventuell mal so wie Brandenburg, Berliner ausbremst, mal Brandenburger ausbremsen am Stadtrand? Endloser Rotphasen beim Einfahren in die Stadt? Daneben eine attraktive S-Bahnhaltestelle bauen!

Heinrich Diesel | Mo, 19. März 2018 - 19:45

Das Ganze ist doch eine Farce und riesengroße Autofahrerverdummung, anders kann ich das nicht bezeichnen. Grenzwerte nach Gusto fest- und
immer weiter heruntergesetzt, stattliche Stellen, die unrealistische Rollenprüfstände gutheißen und bei Schummeleien wegsehen, eine Autoindustrie die sich jetzt an verunsicherten Angstkäufern weiter dumm und dämlich verdient und schließlich enteignete gutgläubige Verbraucher - all das spielt nicht im Irrenhaus, sondern in der BRD anno 2018.
Zuerst müßten VW & Co. zu Schadensersatz verpflichtet werden, so denn sie keine Wirksame technische Lösung zur Reinwerdung ihrer Karren liefern können / wollen. Und wo bitte der Nachweis für Dieseltote ? KEINER. Die ganze Hysterie ist gesteuert und die Medien machen auf Deibel komm raus mit bei der Hetzjagt. Wie gesagt - ein Irrenhaus.

Christoph Wirtz | Di, 20. März 2018 - 11:17

... blaue Plakette, damit es eine Möglichkeit der sozialen Unterscheidung für diejenigen gibt, die sich ein Auto mit dem neuesten Umwelt-ChiChi und Euro 8+ leisten können. Die sozialen Folgen solcher Verbote, die Benachteiligung von weniger Vermögenden und Ärmeren, die nicht mal eben das Auto wechseln können, wird leider sehr selten thematisiert.