Impfstoff gegen SARS-CoV-2 - Die weltweite Jagd nach dem Corona-Serum

Die Bundesregierung will sich an der Impfstoff-Firma Curevac beteiligen. Schon in einem Jahr soll es einen Corona-Impfstoff geben – die Entwicklung läuft auf Hochtouren. Nie gab es dafür so viel Geld, noch nie wurde so schnell gehandelt wie beim Kampf gegen dieses Virus. Trotzdem bleiben Zweifel und Risiken.

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The winner takes it all: Weltweit hat eine beispiellose Rallye begonnen / picture alliance

Autoreninfo

Susanne Donner ist freie Journalistin und schreibt zu Themen aus Medizin, Gesellschaft und Ökonomie.

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Porträt Susanne Donner

Veronika Siebmüller (Name geändert) fuhr gern in ihrem Rollstuhl zum Blumenladen, um sich dort einen schönen Strauß zu kaufen. „Einmal am Tag muss man raus, sonst wird man doch verrückt“, sagte sie immer. Aber seit den Ausgangsbeschränkungen hat kein Nachbar die 88-Jährige mehr gesehen. Sie macht nicht auf, wenn es klingelt. Nur an der Margeritenpflanze auf ihrem Balkon kann man erkennen, dass die alte Frau noch am Leben sein muss. Veronika Siebmüllers Welt beschränkt sich auf 60 Quadratmeter, bis es einen Impfstoff gibt.

Viele Menschen führen seit dem Corona-Ausbruch in Deutschland ein anderes Dasein. Wie Siebmüller würden sie gerne zurück zur Normalität. Aber aus Angst vor einer Infektion geht das nicht. Die meisten Politiker sehen das ähnlich; normal könne das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben erst mit einem Impfstoff wieder werden. „Die Pandemie wird nicht verschwinden, bis wir diesen haben“, glaubt auch Angela Merkel, und ein solcher Impfstoff müsse für alle da sein, forderte die Kanzlerin bei einer Geberkonferenz der EU Anfang Mai in Brüssel. Ende nächsten Jahres könnte es so weit sein, so die Hoffnung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. 

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Michaela 29 Diederichs | Mi, 27. Mai 2020 - 18:58

Tief beeindruckt bin ich von der Vielzahl an Unternehmen und dem Hochdruck, mit dem am Impfstoff geforscht und gearbeitet wird. Ich meine, Herr Laumann hatte berichtet, dass NRW sich mit sehr vielen Impfdosen gegen SARS eingedeckt hatte. Abgefordert wurde es dann vom Verbraucher nicht. Impfungen gegen Pneumokokken und Herpes-Zoster sind für Menschen ab 65 empfohlen, aber nicht verfügbar. Offensichtlich wird aus Ihrem sehr lesenswerten Beitrag, dass Covid-19 deutlich gefährlicher eingeschätzt wird als bisherige Viruserkrankungen. Darüber lohnt es nachzudenken und sich zu erinnern, wenn einem mal wieder alles - also Maske, Abstand, soziale Isolation und sonstige Einschränkungen - zuviel wird. Vielen Dank für den Artikel.

Alexander Mazurek | Mi, 27. Mai 2020 - 19:06

,,, und trotzdem werden wir immer wieder feststellen, dass man für Geld doch nicht alles kaufen kann. Das lehrten übrigens schon die Philosophen des Altertums, völlig unchristlich, wie es auch das Judeo-Christentum schon immer lehrt … Die Moderne ist ein Ab- und Nährgrund für jede Art von Aberglauben, heute so "wissenschaftlich" wie die Rassenkunde nicht so lange zuvor ...

was die Zukunft über diesen Corona-Hype zutage fördern
wird. Ich halte das Ganze für eine riesengroße Zirkusnummer.
Natürlich ist ein Virus gefährlich - immer. Und natürlich ist da
der bestmögliche Schutz gefragt. Aber bitte Eile mit Weile,
sonst haben wir schnell ein zweites Contergan (was ich hier
natürlich rein rhetorisch meine). Selbst das beste Mittel wird
dieses "Wesen" allerdings nie beherrschbar machen können -
eine sterile Welt ist schlicht nicht möglich. Leben bedeutet
und ist schließlich Risiko. Eine Rundumgesundheitsgarantie
kann es nicht geben.
Apropos Wissenschaft. Worüber wird eigentlich auf dieser
Ebene gestritten? Wer legt seine Hand dafür ins Feuer, daß
das gehandelte Zahlenmaterial einer Nachprüfung standhält?
Jeder, so scheint es, pickt sich aus der überdimensionalen und
genauso unübersichtlichen Zahlensalatschüssel das (sein!)
"Leckerli" heraus. Ich variiere: Traue keinem CoronaToten, den
du nicht selbst obduziert hast.

Karl Kuhn | Mi, 27. Mai 2020 - 19:30

... wird hier gedreht. Der größte Feind dieses Milliardenspiels ist die Erreichung der Herdenimmunität (bei Berücksichtigung der Rolle von Superspreadern wird diese bei Covid19 auf 10-15% Durchseuchung geschätzt).

Deswegen haben die finanzierenden politischen Instanzen als auch die beteiligten Firmen und Wissenschaftler kein Interesse daran, dass sich die Sache nach dem Konzept Schweden weitgehend von selbst erledigt. Verhindern tut man das mit einer Verschleppung des Problems: möglichst eindämmen, dann bleibt aber die Gefahr da (2te Welle!!!), und nur dann lohnt sich die Weiterarbeit an einem Impfstoff.

Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern schlichtes 'people respond to incentives'.

Michaela 29 Diederichs | Mi, 27. Mai 2020 - 21:11

In reply to by Karl Kuhn

Der spanischen Grippe, die 2 bis 3 Jahre wütete, fielen zwischen 27 und 50 Mio. Menschen zum Opfer. Dann war der Spuk vorbei. Finden Sie einen Anreiz darin, die Weltbevölkerung zu dezimieren, indem wir die Dinge laufen lassen oder was wollen Sie damit ausdrücken?

Karla Vetter | Fr, 29. Mai 2020 - 21:04

In reply to by Michaela 29 Di…

Die sog."Spanische Grippe" ist ein schlechtes Beispiel. Nach etwa 15 Jahren lese ich nun zum 2. Mal das Buch " Influenza", geschrieben von der Mikrobiologie-Professorin Kolata. Es befasst sich mit der Erforschung dieser Grippe. Das Vogelgrippevirus das nach neuesten Erkenntnissen diese schreckliche Krankheit ausgelöst hat, war ungleich pathogener als Corona, dazu kam die Weltkriegssituation. Die unglückseligen Erkrankten, meist jüngere Menschen, ertranken förmlich in ihren Lungen. Das Potential dieses Virus würde wohl, nach Schätzungen, reichen um bei der heutigen Bevölkerungsdichte und Reisegewohnheit bis zu 200 Millionen Opfer zu fordern. Würde es wieder auftauchen sollten wir uns ernsthaft Sorgen machen.

wurde auch in Großbritannien angewandt. Mit bekannten, verheerenden Auswirkungen: Das Land hat die meisten Infizierten und Todesopfer in Europa, es liegt bei der Zahl der Toten weltweit an zweiter Stelle. Demnächst wird es aber wohl von Brasilien überholt: Einem Land, dass von einem Präsidenten regiert wird, der noch immer nicht verstehen will, um was es sich bei Covid-19 handelt.
Es ist auch nicht hilfreich, stets auf Schweden als Beispiel zu verweisen: Im skandinavischen Vergleich hat das Land ein Vielfaches an Infizierten und Todesopfern. Die Bedingungen des dünnbesiedelten Landes sind ausserdem völlig andere, als die in der dichtbesiedelten BRD.
Tatsächlich sind die Folgen überall da, wo man Corona lange verharmlost oder gar ignoriert hat, katastrophal: in den USA, Russland, Brasilien, Grossbritannien...

Ernst-Günther Konrad | Do, 28. Mai 2020 - 06:34

Ein sehr informativer und aufschlussreicher Artikel Frau Donner. Sofort stellten sich für mich einige Fragen.
1. Wo kommt eigentlich das viele Geld plötzlich für die Forschung her?
2. Wer kontrolliert eigentlich die investierenden Unternehmen bzw. Geldgeber, wo die ihr Geld her haben?
3. Wenn Forschungen nicht weiter geführt wurden, weil die Viren wohin auch immer geflüchtet sind, warum diese Vehemenz jetzt bei diesem Virus?
4. Wenn Impfstoffe vorhanden, nicht abgerufen wurden -SARS-, was passiert im Falle eines COV 19-Impfstoffes, falls einer entwickelt wird, wenn die Menschen ihn wieder nicht abrufen?
5. Wird es begleitende Studien über Impfschäden geben?
6. Bei so viel politischem und unternehmerischen Druck, wie wissenschaftlich werden die Ergebnisse sein?
7. Kommt am Ende dann doch Impfzwang, um die Forschungsmillionen rein zu holen?
8. Welchen Aufwand wollen wir betreiben, beim nächsten " noch gefährlicheren Virus"?
9. Hat die Natur durch Herdenimmunität nicht bereits vorgesorgt?

als ständige Suggestivfragen über vermeintliche Profiteure, die augenscheinlich doch nur dazu dienen, Mißtrauen zu säen, ist die Entwicklung einer richtigen Politik.

Diese muss die Belange ALLER Bevölkerungsschichten respektieren und sowohl die gesundheitlichen Risiken, als auch wirtschaftliche und soziale Folgen berücksichtigen.

Klaus Burkhardt | Do, 28. Mai 2020 - 16:32

Es wird wohl nie einen Impfstoff gegen diese Virusgruppe geben. Diese soll ja nicht so stark mutieren wie im Falle des Influenzavirus, aber bisher ist auch nicht bekannt, wie lang die Immunität nach einer Coronainfektion anhält. Das wissen auch die allmächtigen Virologen nicht, die sich ständig in neuen Wasserstandsmeldungen widerrufen. Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Susanne Dorn | Fr, 29. Mai 2020 - 01:48

…in Hollywood wurde eine Serie gedreht mit dem Namen DEAD ZONE (deutscher Titel: Der unsichtbare Tod). Diese wurde am am 9. Juni 2005 erstmals ausgestrahlt. In Staffel 2/14 handelt es sich um ein von China ausgehendes Influenza-Virus namens CORONA, das zu einer weltweiten Pandemie führte und zwar im Jahr 2020.

In diesem Zusammenhang wurde in dieser Serie auch der Impfstoff CHLOROQUIN gegen dieses Virus erwähnt. Donald Trump hatte diesen Impfstoff in einer Pressekonferenz als wirksames Gegenmittel empfohlen.

Tatsächlich wird schon seit über 30 Jahre an einem Impfstoff gegen Influenza (Corona)-Viren geforscht. Das Forscher- Ehepaar, das CHLOROQUIN entwickelte, wurde im Jahr 2019 ermordet…