Wohin mit Ihrem Geld? - Werden Sie ein bisschen mehr liquide!

Angesichts der Probleme der Weltbörsen und einer drohenden Rezession, rät Daniel Stelter, zulasten von Aktien liquider zu werden

Illustration Daniel Stelter Wohin mit Ihrem Geld
„Vieles spricht dafür, dass wir den Höhepunkt des langjährigen Börsenaufschwungs schon hinter uns haben.“

Autoreninfo

Daniel Stelter ist Gründer des auf Strategie und Makroökonomie spezialisierten Diskussionsforums „Beyond the Obvious“. Zuvor war er bei der Boston Consulting Group (BCG). Sein neues Buch heißt „Das Märchen vom reichen Land“.

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„The End is near“ hatte das US-Magazin Fortune im August getitelt: Die Konjunktur in den USA werde sich abschwächen, der Bullenmarkt enden. Nun könnte man meinen, Aktien sollten verkauft und das Geld in kurz laufenden US-Staatsanleihen geparkt werden. Doch weit gefehlt. Fortune empfahl, an Aktien festzuhalten und nur die Gewichtung zugunsten der zuletzt stark gefallenen Schwellenländer zu erhöhen. Sosehr ich diese Logik dafür teile, so sehr ist es auch ein Zeichen für zu großen Optimismus. Denn kommt es zu Rezession und Korrektur an der Börse, kann das schnell deutliche Ausmaße annehmen. Ein Szenario, in dem die USA fallen, Schwellenmärkte und Europa aber steigen, ist kaum vorstellbar.

Wie groß die Probleme der Weltbörsen inzwischen sind, zeigt die Entwicklung einzelner Handelsplätze und Marktsegmente: Es ist nicht nur schwer, Märkte zu identifizieren, die noch im Plus liegen. Es finden sich auch keine, die sich noch nicht im Bärenmarkt befinden. Vom selbigen spricht man, wenn eine Aktie oder ein Index mehr als 20 Prozent vom Höchststand der letzten zwölf Monate verloren hat. Am schlimmsten erwischt hat es die Märkte in Hongkong, Schanghai und den Schwellenländern. Die Börsen von Korea und Deutschland, traditionell mit großer Signalwirkung für den Zustand der Weltwirtschaft, sind nicht mehr weit von der kritischen Marke entfernt.

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