Transsexueller Performancekünstler Dylan Mulvaney: Symbolfigur für das gespaltene Amerika / picture alliance

Kulturkampf in den USA - Dylan Mulvaney und die empörten Biertrinker 

Der Bierkonzern Anheuser-Busch ließ eine Dose „Bud Light“ mit dem Gesicht des transsexuellen Performancekünstlers Dylan Mulvaney anfertigen. Daraufhin brach der Umsatz des Bieres dramatisch ein - wie so vieles, spaltet auch dieser Vorfall Amerika entlang der üblichen Kampflinien.

Autoreninfo

Eva C. Schweitzer arbeitet als freie Journalistin für verschiedene Zeitungen in New York und Berlin. Ihr neuestes Buch ist „Links blinken, Rechts abbiegen“.

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Bevor Dylan Mulvaney zu einer Symbolfigur für das tief gespaltene Amerika wurde, war er ein arbeitsloser, homosexueller Broadwayschauspieler aus Kalifornien in seinen Mittzwanzigern, der kein Engagement mehr bekam, als das Broadway-Musical „The Book of Mormon“ der Coronakrise wegen abgesetzt wurde. Dann entdeckte er, dass er auch mit Social Media gut über die Runden kam. Er legte eine Serie bei TikTok auf, dem bei Teenagern beliebten Minivideo-Service, wo er seine jahrelange Transition zu einem Mädchen beschrieb, mit dem Titel „365 Days of Girlhood“. 

Er filmte sich, wie er Mädchenkleider anzog, sich schminkte, sich die Haare stylen ließ, sich albern benahm und zuletzt auch Schönheitsoperationen über sich ergehen ließ, die vielleicht, vielleicht aber auch nicht echt waren. Zehn Millionen Follower soll ihm das eingebracht haben. Zwar geriert er sich auf seine Webseite, die hauptsächlich dem Verkauf von T-Shirts dient, als Audrey-Hepburn-Klon in Pinkface, aber auf den Paraparazzifotos sieht er immer noch aus wie ein Mann mit Bartschatten. Und mit Photoshop lässt sich ja auch eine Menge machen. 

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Stefan Bauer | Fr., 19. Mai 2023 - 13:58

... würden ja viel mehr "Befürworter" einer derartigen Transgender-Werbekampagne Bud Light kaufen.
Der Verkaufseinbruch zeigt dagegen, was die große Mehrheit hier davon hält.
Die Überbetonung dieser geringen Promille-Anteile der Bevölkerung nervt auch mich kollosal.
Minderheiten gehören geschützt, keine Frage. Nicht aber gefördert!

Ernst-Günther Konrad | Fr., 19. Mai 2023 - 14:43

Es findet ja weder in den USA noch bei uns fairere offene, respektvolle Diskussionen statt, sondern rigide Denkvorgaben für oder gegen etwas zu sein und pure Rechthaberei auf beiden Seiten. Ja, in den USA darf man noch frei reden, bei uns wird das gerade abgeschafft. Dieses ganze Trans-Gedöns hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Inzwischen wenden sich Schwule und Lesben, Frauenrechtlerinnen und andere Gruppierung gegen diesen Genderwahnsinn, der inzwischen so absurd wurde, das selbst diejenigen, die man vorgab schützen zu wollen selbst ausschließt und diskriminiert. Vom Hölzchen, aufs Stöckchen zum Zahnstocher. Die schaffen sich mit ihrem Wahnsinn selbst ab und erreichen gerade das Gegenteil von dem, was sie vorgaben anzustreben. Und das schlimme daran ist, es sind viele dabei, die selbst von nichts betroffen sind, aber erklären und bestimmen wollen, was Betroffene zu denken und zu empfinden haben. Jedenfalls hat Mulvaney sein Geld gemacht und die Bürger zurecht Anhäuser abgestraft.

Ingo frank | Fr., 19. Mai 2023 - 15:13

Der Bierkonsum brach ein. Richtig so, bei der Werbung ….
Aber, das Ganze passt allerdings auch ins woke Buntland Germany. Wäre auch bei uns mehr als möglich.
Plemm Plemm Land eben.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Achim Koester | Fr., 19. Mai 2023 - 16:08

Hier erleben wir drastisch, wie mit marktwirtschaftlichen Prinzipien eine Ideologie bekämpft werden kann. Wenn es Schule macht, dass viele Kunden z.B. keine Produkte mehr von Firmen kaufen, die glauben, auf ihrer Webseite unbedingt gendern zu müssen, hätte sich auch dieser Spuk schnell erledigt.

Marianne Bernstein | Fr., 19. Mai 2023 - 17:45

Biertrinker überall in der (westlichen) Welt dürften nicht die woken Menschen sondern eher Arbeiter und einfache Menschen. Bier gehört zum Grillen. Das ist keine Schande, aber ich kenne kein besonderes, offizielles Ereignis, wo man anstelle von Champagner Bier gereicht worden wäre. Um Bier woke zu machen und zu verkaufen ist einfach nicht möglich. Die "Woken" trinken das Bier nicht und die Kundschaft mag die Werbung nicht und sucht halt ein anderes Bier. Also eine loose-loose Situation, die mit etwas gesundem Menschenverstand vorhersehbar gewesen wäre.

Thomas Kruse | Fr., 19. Mai 2023 - 21:29

Bud-Light ist übrigens nicht, wie im Artikel behauptet, "alkoholfrei", sondern enthält 4,2% Volumenprozent Alkohol. "Light" heißt es deshalb, weil amerikanisches Bier gewöhnlicherweise einen höheren Alkoholgehalt aufweist. Wäre es tatsächlich alkoholfrei, hätte es bestimmt nicht so einen Wirbel gegeben, denn alkoholfreies Bier ist in den USA nicht besonders populär.

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr., 19. Mai 2023 - 22:13

Missverständnis vorliegt.
Eine Person mit 10 Millionen Followern bei Social Media darf als Star angesehen werden. Er/sie ist Kult und ich nehme an, dass dies die Bierfirma bewerben wollte, einen Star.
Da sind so einige Leute aus welchem Bereich auch immer, mit dem falschen Fuß aufgestanden?
Irgendwann ist mir der Name wieder eingefallen, Frau oder Herr Conchita Wurst gewann doch einmal den ESC, auch ein/e Israeli/n.
Was ist denn mit den Amis los, bei dieser sehr schönen Person nun regelrecht "auszuflippen"?
Dumm fände ich es, wenn die Person überhaupt kein Bier trinken würde.
Darauf, auf eine Verbindung von Bier und Person müßte die Werbung abzielen und es wäre doch wohl ein schlechter Scherz, solchen Personen das Biertrinken zu verbieten.
Ich würde sagen, dumm gelaufen, alles noch einmal auf Null und dann "intelligenter" auf ein Neues.
Ich warte gerade jede Woche auf die südkoreanische Serie "Good, Bad Mother".
Da ist auch eine "queere" Person selbstverständlicher TEIL des GANZEN?
Nu

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr., 19. Mai 2023 - 22:34

vielleicht alles nur dumm gelaufen und jetzt neu beginnen mit einer Serie "WE ARE USA" Love and understanding. ANHEUSER
Das könnte was werden, schon wegen der gemeinsamen Buchstaben.
Gute Werbung kann eine Menge bewirken!
Aber bitte Leute dafür nehmen, die auch Bier trinken.

Christoph Kuhlmann | Sa., 20. Mai 2023 - 06:38

trinken und die Radikalen eure Produkte mit gegenderter Betriebsanleitung kaufen. Viel Spaß damit.

Christopherus | Sa., 20. Mai 2023 - 08:57

Ich würde den Kulturkampf nicht auf die USA beschränken: wir sind in Europa längst auch mittendrin. Allerdings hat sich bei uns bisher viel schlechter eine Gegenöffentlichkeit gebildet, die gegen die immer umfassender geplante und auch zunehmend erfolgreiche „Transition“ der Gesellschaft aufsteht. Wie wenig gilt hier die Meinungsfreiheit, wenn man für die falsche Haltung bestraft werden soll? Nach einem euphemistisch „Selbstbestimmungsgesetz“ getarnten Machwerk soll unter Strafandrohung, einen sich selbst umdefinierenden Mann trotzdem Mann und eine sich selbst umdefinierende Frau trotzdem Frau zu nennen. Damit würde aber Wahrheit unter Strafe gestellt. Es ist übrigens nicht nur ein Kampf um die Kultur, sondern um die Natur des Menschen selbst mit allen damit verbundenen Auswirkungen. Und es ist auch ein philosophischer Kampf darum, was Wahrheit ist. - ob sie das ist, als was man sie sein haben will, oder ob sie etwas Faktisches ist. Europa wird sich dieser Frage ebenso stellen müssen