Vereinfachtes Weltbild - Die Rückkehr des Schwarz-Weiß-Prinzips

Vereinfachtes Denken ist wieder in Mode. Und volle Absicht. Ihren Höhepunkt erreicht die schwarz-weiße Weltsicht beim Thema Umweltschutz. Ein bekannter Philosoph ist die Wurzel dieses Denkens. Es ist die Sehnsucht nach Halt und Orientierung in postideologischen Gesellschaften

schwarz weiß
Kritisches Denken ist wichtig für eine Gesellschaft / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ und „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer". Im September erscheint von ihm „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ bei Claudius.

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Alexander Grau

Schwarz-Weiß-Denken ist wieder angesagt. Das ist zunächst nicht weiter verwunderlich, da der Mensch an sich nun einmal nicht zu übertrieben nuanciertem Denken neigt. Doch das neue Schwarz-Weiß-Denken, das sich seit Jahren breitmacht, ist nicht Produkt intellektueller Faulheit. Im Gegenteil: Das neue Schwarz-Weiß-Denken ist Programm und erfolgt ganz bewusst und mit Absicht. Das ist für eine Gesellschaft, die sich viel aufh ihr Differenzierungsvermögen einbildet, ein erstaunliches Phänomen.

Der neue Stolz auf das vereinfachte Weltbild lässt sich an vielen Themen aufzeigen: angefangen bei der Migrationskrise und der Einwanderungspolitik, bis zum Islam oder Donald Trump. Bei vielen Zeitgenossen hat sich die Überzeugung durchgesetzt, dass sich zu den genannten Schlagworten eine ausgewogene und abwägende Sicht der Dinge von selbst verbietet. Mehr noch: Dass eine differenzierte Betrachtung Ausdruck einer Charakterschwäche sein muss.

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Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 24. August 2019 - 11:37

Bedenken Sie bitte die Zeitumstände und vermeiden Sie es, einen großen Philosophen eindimensional verstehen zu wollen.
Bei allem Respekt

Bei Wiki steht nicht, dass ihn an der Gnosis die Unterscheidung von Gut und Böse interessiert hätte, sondern so etwas wie eine existenzialphilosophische (naturphilosophische?) Dimension.
Unstrittig ist, dass er ein wichtiger Philosoph ist mit einem bewegten und eindringlichen Leben.
Nur eine These Herr Grau, die Dimension, die Sie evtl. an den Grünen und ihrer politischen Performance kritisieren, hat meiner Vermutung nach mit den Grünen eher wenig zu tun.
Ich möchte diese Dimension beschreiben als Bedeutungsan/zuspruch "von" Greta Thunberg und Angela Merkel.
Interessant die "Zu-Ordnung" von KGE, Greta als Gottesgeschenk und die "Zu-Ordnung" von Frau Viola Roggenkamp, Merkel als Göttin. Greta sehe ich eher als Hype und Ausdruck einer Klimakrise, denn als Lösung, Frau Roggenkamps Artikel im Cicero rief Entsetzen, dann Ungläubigkeit bei mir hervor .
Die "dogmatische" Situation in Deutschland ist evtl. gravierender als die DEUTUNGSHOHEIT islamischer Gottesstaaten, Merkel WÄRE Gott?

und zwar egal welche Gotteskonnotationen ich an sie anlege.
Ausser der, dass ALLE Gott sind.
Ist das nicht die Konzeption des "Homo Deus"?
Ich würde ja meinen, dass es schon die Konsequenz des Christentums ist, Gott ist Mensch geboren.
Daraus folgt für mich nicht Verantwortung FÜR andere, sondern unser Erkennen, wer wir sind, welche Möglichkeiten UNS gegeben sind.
Deshalb musste Christus auch nicht Gott sein als Extrapolierung mit allem Brimborium, er war ein Lehrer, der uns zeigen wollte, dass wir uns annehmen können, dass wir gesegnet sind im Angesicht des Vaters als seine Kinder.
Wir sind aus der Liebe Gottes LEBEN
in alten Gottesordnungen sollte man gehorchen.
Ich bezweifle nach wie vor, dass alle Menschengruppen auf die Idee kamen, es sei denn, man nimmt es als hören, auf seine Eltern hören.
Das machen Kinder, weil sie ihre Eltern lieben, nicht weil sie ihnen gehorchen.
Ich habe mehr denn je das Wort BITTE bei meinen Kindern benutzt.
Und ich bedanke mich

dass Frau Merkel summa summarum eine passable Kanzlerin gewesen sein wird.
Man muss nicht die Größten mit ihr messen, aber mit einigen Abstrichen meinerseits geht es so eben auch.
Da aber Frau Viola Roggenkamp zu den wahrlich renommierten Autoren zählt, werde ich für mich jedenfalls besagten Artikel im Hinterkopf behalten.
Wünschen würde ich mir eine verbale Abrüstung auf allen Seiten.

Um Himmels Willen, Frau Sehrt-Irrek, was wollen sie mit solch pathetischer Anklage sagen? Ein Philosoph, von Ihnen offenbar verehrt, ist jeglicher Kritik zu entziehen, indem man dem Kritiker „Eindimensionalität“ vorwirft? Indem man ihn der Inkompetenz zeiht, einen „großen Philosophen“ verstehen zu wollen? Das ist „Heldenverehrung“ pur. Als kritischer Intellektueller beschmutzt Herr Grau den Helden. Sie haben offenbar die „Zeitumstände“ , in denen solche Kritik inzwischen verwerflich ist , „bedacht“.

Philosophen schreibe, die ich gar nicht kenne, jedoch, über die Gnosis arbeiteten auch Prof. Sloterdijk, Prof. Macho oder Prof. Brumlik ff.
Ich las es zumindest und weiss um die Bedeutung der Gnosis also in einem anderen Zusammenhang.
Das theologische Siedeln jenseits von Gut und Böse beginnt evtl. erst mit Nietzsche, den vlt. die wenigsten bis heute verstanden haben
Es ändert sich seit ein paar Jahrzehnten.
Ich hatte z.B. immer grundlegende Einwände gegen Adorno, ABER ich nehme ihm nicht seinen philosophischen Rang und Stellung.
Philosophie lädt nicht wirklich zu "Streiflichtern" ein.
Ich schätze Herrn Grau, deshalb wollte ich ihn vor sich selbst schützen.
Dem Forum empfehle ich die Sendereihe "Sternstunden" des SRF.
Ich schaue das jetzt ein bisschen in Serie.
Die Grünen, gründeten sie sich nicht in Göttingen?, sie sind politisch nicht einzuengen auf einen Philosophen oder erklären sich von einem her.
Habeck kennt sich auch mit Heidegger aus, Kritik auf Augenhöhe.

Gott "ja", denn wenn es eine Zuschreibung gibt, die mir einleuchtet, dann, dass Gott eher, weiter als der Mensch zurück- und vorausschauen kann.
Ich würde es dennoch anders ausdrücken, denn der Mensch, auch Gott, können beide nicht vor sich und nach sich sein, bevor sie sind.
Daraus resultiert bedenkendes Verhalten und Debatte über mögliche Folgen, sofern man sie abschätzen kann und bei Katastrophen die Frage, warum nicht rechtzeitig gegengesteuert wurde.
Nach wie vor bin ich berührt von Christa Wolfs Satz, in etwa, Du sollst Dich nicht entschuldigen, Du sollst nur sagen, wie es kam.
Herr Vahrenholt(SPD?) widerspricht derzeit bei TE der Panik statt Diskussion.
Diskussion kann aber sicher geführt werden, Weichenstellungen soweit jetzt möglich vollzogen werden.
Das wie ich sagen würde Drama von Greta Thunberg und Frau Merkel ist ihr evtl. Versuch der Übersteigung sinnvoller, intelligenter und vernünftiger Debatte, die gerne von großer Sorge getragen sein kann zu UNBEDINGTHEIT?

Gott "ja", denn wenn es eine Zuschreibung gibt, die mir einleuchtet, dann, dass "Gott" eher, weiter als der Mensch zurück- und vorausschauen kann.
Ich würde es anders ausdrücken, denn der Mensch, auch "Gott", können beide nicht vor sich und nach sich sein, bevor sie sind.
Daraus resultiert bedenkendes Verhalten und Debatte über mögliche Folgen, sofern man sie abschätzen kann und bei Katastrophen die Frage, warum nicht rechtzeitig gegengesteuert wurde.
Nach wie vor bin ich berührt von Christa Wolfs Satz, in etwa, Du sollst Dich nicht entschuldigen, Du sollst nur sagen, wie es kam.
Herr Vahrenholt(SPD?) widerspricht derzeit bei TE der Panik statt Diskussion.
Diskussion kann aber sicher geführt werden, Weichenstellungen soweit jetzt möglich vollzogen werden.
Das wie ich sagen würde Drama von Greta Thunberg und Frau Merkel ist ihr evtl. Versuch der Übersteigung sinnvoller, intelligenter und vernünftiger Debatte, die gerne von großer Sorge getragen sein kann zu UNBEDINGTHEIT?

Zunächst glaube ich an "Gott" in Form eines intelligiblen, sich selbst gewußten Gesamtzusammenhanges, anders kann ich mir Denken, an dem alles Seiende teil hat, jeder Stein, Pflanze, Tier, Mensch ff. nicht vorstellen, "sich selbst gewusst" betrifft also ausnahmslos ALLE.
Konflikte resultieren sowohl aus diesem Gesamtzusammenhang, wie auch unterschiedlichem Sehen auf ihn.
Gott wäre also im glücklichsten Moment der Moment der widerspruchslosen Existenz Aller, von Allem?
Deshalb habe ich prinzipielle Vorbehalte gegen Kriege, die im schlimmsten Fall aus einem Konflikt einen kategorialen Zustand machen können.
Kurz, mir ist "Verantwortung" zu Schuld/Heil-umwittert.
Dagegen, miteinander-sprechen, dar-legen, Lösungen suchen.
Zuletzt ist es vielleicht ein glücklicher Zufall, wenn irgendwo und irgendwann ein Gott auftaucht, Not wendet.
Das spricht uns aber nicht von uns selbst und unseren Möglichkeiten/Missgriffen frei?

„Wer Gott beweisen will, hat ein echtes Problem. Gott lässt sich weder wissenschaftlich, noch ideologisch festnageln. Gott lässt sich auch NICHT auf menschengemachte „Spielregeln“ ein. Albert Einstein hat zum Thema Erkenntnis einmal geäußert, dass „Je mehr ich weiß, desto mehr weiß ich, dass ich nichts weiß”! Karl Marx hat die These vertreten: „Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen … Religion ist (also) Opium des Volkes.“
Nobelpreisträgers Werner Heisenberg, der Gott nicht beweisen will, sondern uns die Existenz Gottes erfahrbar nahebringt, liegt mir am nächsten: „Der erste Schluck aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grunde des Bechers wartet Gott!" Glauben ist nicht Wissenssache, sondern Erfahrungs- und Glaubenssache. Wenn man z.B. einen KFZ-Mechaniker des ADAC mit dem Werkzeugkasten eines Klempners zum Einsatz schickt, wird dieser vor Ort nichts richten können: mit falscher Heransgehensweise keine Gotteserfahrung!

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 2. September 2019 - 10:34

In reply to by Günter Johannsen

denn ein Klempner am richtigen Ort zur richtigen Zeit vor dem richtigen Problem, das wäre so eine Gotteserfahrung, die wegführt von einer naiven personellen Einstellung.
Ich schrieb naiv, denn der für mich richtige Weg ist auch nicht der Strukturalismus, wie ihn m.E. Foucault auch nicht für sich gelten lassen wollte, sondern alle Wesen in ihren mannigfachen Verknüpfungen und Potenzialen.
Als ich mich begeistert mit den Naturwissenschaften befasste, meine Lieblingssendung war "Prof. Haber erklärt das Weltall", ach ja und Prof. Gzimek "Ein Platz für Tiere"?, jedenfalls spürte ich überall eine vertraute Bewegung, wohl Leben genannt, die ich auch von mir selbst kannte.
Es kann doch niemand von mir verlangen, dass ich mich beim Gottesgedanken ausnehme.
Natur und Gott habe ich immer zusammengedacht.
Und diese absolute widerspruchslose Übereinstimmung habe ich einmal ganz kurz in Rudow gespürt, als ich in den Nachthimmel blickte.
Es ist keine Frage des Denkens sondern geglückten Seins?

Ernst-Günther Konrad | Sa, 24. August 2019 - 14:43

Sie bestätigen meine Sichtweise, die ich seit Jahren habe. Schlichte Gemüter brauchen schlichte Erklärungen. Weil es einfach für sie ist. Was nicht gut ist wird verboten. Was gut ist wird gehypt.
Ich würde diesen Philosophen gerne mal fragen, ob die "Bösen" in die Hölle kommen oder ins Weltall.
Sorry, ich muss es mal deutlich sagen. Der tickt einfach nicht richtig.
Nun gut, er muss sich selbst ertragen. Wenn ihm so das Dasein leichter fällt zu verstehen. Jeder wie er will. Ich jedenfalls so nicht.

Gerhard Lenz | So, 25. August 2019 - 12:10

In reply to by Ernst-Günther Konrad

komme ich zu dem eindeutigen Ergebnis, dass der eigentlich wissende Philosoph E.G. Konrad heisst, ist dieser doch nach eigenem Bekunden seit Jahren im Besitz der einzig richtigen Sichtweise.

Günter Johannsen | So, 25. August 2019 - 15:30

In reply to by Ernst-Günther Konrad

"Schlichte Gemüter brauchen schlichte Erklärungen. Weil es einfach für sie ist. Was nicht gut ist wird verboten. Was gut ist wird gehypt."
Lieber Herr Konrad, da kann ich Ihnen nur zustimmen. Diese Erfahrung musste ich damals - und muss sie auch heute - immer wieder machen. Das ist nicht überheblich oder gar böse gemeint, aber es trifft die Sache. Ich werde den Verdacht nicht los, es handelt sich wirklich um eine Ersatz-Religion mit all seinen rituellen Verformungen! Greta ist "Prophetin", die auf dem geheiligten Boden der selbsternannten Klimaschützer übers Co2-freie Meer wandelt … ! Die Frage ist nur, ob die Prophetin weiß, dass Jesus an´s Kreuz ging, um seine Lehre, seine Freunde und Jünger nicht zu verraten und um Gottes Plan mit ihm zu vollenden? Sie wird natürlich nicht am Kreuz enden, aber wenn die Medienhype vorbei ist und sie in eine tiefe Depression abstürzt, dann werden sich ihre Fans und die Hype-Architekten leise aus der Szene schleichen! Ende gut, alles gut???

Sie sind weder böse noch überheblich. Sie sind Realist und vertreten eine realistische Meinung. Selber denken und nicht denken lassen ist die Devise vieler schreibenden Kommentatoren und auch in meinem Bekanntenkreis wagen sich immer mehr Menschen ans Tageslicht und lassen sich nicht mehr mit ihrer Meinung unterdrücken. Ich habe Ihre Kurzbiografie auf Wiki gelesen. Wenn nicht Sie und ihre damaligen Mitstreiter, wer denn vermag die Situation vor und nach der Wende zu beurteilen. Ich vermag das nur zu erahnen, wie es Menschen damals erging, die sich gegen das System versuchten zu wehren und aufbegehrten. Natürlich hat jeder seine individuelle Erfahrung gemacht. Nur gleichen sich viele Schicksale an vielen Stellen. Ich habe Freunde in Leipzig und hatte viele Mitarbeiter aus der ehem. DDR. Alles was Sie und andere Osterfahrene sagen, das sagen auch die. Insofern wünsche ich Ihnen auch weiterhin die Klarsicht, die viele Ihrer Kommentare zum Ausdruck bringt.

Günter Johannsen | Di, 27. August 2019 - 19:44

In reply to by Ernst-Günther Konrad

Herzlichen Dank für Ihren Zuspruch! Ja, die Leipziger Anti-Linkspopulisten-Szene ist leider teilweise um die verdiente Wertschätzung ihren selbstlosen und leidvollen Einsatz gebracht worden. Wie so oft schon brachten sich Leute in Medienpose, die erst ganz zuletzt und erst dann sich zu den Protestlern dazu gesellten, als alles schon fast überstanden war und es darauf zuging, Pöstchen, Ämter und Lorbeeren zu verteilen gab. Die damaligen Leipzig-Probstheidaer Jugendlichen (Junge Gemeinde), deren Jugenddiakon ich damals war, hat bis zum heutigen Tag keinerlei Wertschätzung erfahren, während Andere schon mit Preisen hochgelobt wurden … ! Aber so wer es nach 1945 schon … und nun ein weiteres mal nach 1989! Viele Medien recherchieren oberflächlich, korrigieren ihre Fehler dann aber nicht. Bevor sich noch die Stasi-Funktionäre die Gründung des Montags-Friedensgebetes auf ihre Fahnen schreiben, muss es Aufklärung geben. Wichtig ist: weitermachen in Sachen freiheitlicher Demokratie!

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 2. September 2019 - 11:09

In reply to by Günter Johannsen

lese jetzt erst zu Ihnen Dank des Kommentares von Herrn Konrad.
RESPEKT für Ihren Einsatz
Was genau interessiert Sie an Ehrungen?
Ich ehre ja auch unglaublich gerne , aber man kann auch einfach DANKE sagen.
So alt sind Sie aber nocht nicht oder täuscht das Foto, jedenfalls dürfte die Zeit nach `45 noch nicht die Ihre gewesen sein?

gerhard hellriegel | Sa, 24. August 2019 - 16:03

Juhu, 30 Jahre nach dem kalten krieg diagnostiziert herr grau das aufblühen des schwarz-weiß-denkens.
Wir werden sehen, denn dass wir mit den bisherigen maßnahmen unseren beitrag zu den klimaschutzzielen nicht werden leisten können, das ist kleines 1x1. Warten wir also einfach ab, was passiert, wenn es um die rolle von AKWs beim klimaschutz gehen wird.

Günter Johannsen | Mo, 26. August 2019 - 13:02

In reply to by gerhard hellriegel

ist von den Grün-Linken gewollt.
1. ebenso wie die extremistische Rechte denken diese unduldsamen LINKSgrünpopulisten, dass nur sie das Recht auf (All-)Macht besitzen, weil allein sie die richtige Überzeugung haben: "Wir sind die Guten, were nicht links ist, ist Nazi!"
2. gibt es für diese extreme Denke gar keine andere Möglichkeit, weil sie keine überzeugenden Argumente haben und ein farbiges Spektrum an Meinungen/ Lebenseinstellungen für sie zu viel und zu starke Konkurrenz bedeuten würde.
Diese Leute können nur Diktatur, weil sie mit ehrlichen demokratischen Wahlen immer mit 10 - 12 % in der Opposition bleiben werden. Das soll auch so bleiben! Wer mit PDS-Linkspopulisten auf Bundesebene koalieren will, gerät in den kommunistischen Abwärtsstrudel - rutscht zu Recht in der Wählergunst ab - wie eben gerade verdientermaßen die SPD!
Willy Brands Warnung wird real: "Wer sich auf die Linke Einheitsfront einlässt, geht daran zugrunde!" Es bleibt dabei, wie man sehen kann!

Ellen Wolff | Sa, 24. August 2019 - 16:16

Massenbewegungen funktionieren nur mit schwarz-weis Malerei. Und wer in die Geschichte schaut, kann nur feststellen, dass die meisten Massenbewegungen zu großem Unrecht und oft genug in Massenmorden endeten.

Danke für den, wie immer hervorragenden Artikel. Ich fürchte zwar, dass Sie mit Ihren klugen Analysen nicht genug Menschen erreichen. Aber ich will die Hoffnung nicht aufgeben, zumindest bin ich nicht alleine mit meiner Skepsis gegenüber den propagierten vermeintlichen Gewissheiten.

Barbara Ebert | Sa, 24. August 2019 - 16:41

katholisch war gestern. Heute ist grün. Eine neue Sekte. Schafiges Hinterherlaufen. Kein eigener Gedanke. Deutschland, Land der Lemminge

Günter Johannsen | Mo, 26. August 2019 - 15:20

In reply to by Gerhard Lenz

war kein Prophet und musste nicht als solcher in den Himmel gehoben werden. Er war nur nah am Volk. Deshalb war und ist er noch heute (nicht nur in Bayern) beliebt wie kein anderer. Der Frühlings-Fanatiker würde ihn sicher hier als Nazi bezeichnen. Ob er, der hier den roten Helden spielt, wohl den Schneid hätte, das in einem Bayrischen Biergarten zu predigen, bezweifle ich stark. Helden sind sehr beschränkt auf ihre Region und Religion!

Helmut Bachmann | Sa, 24. August 2019 - 19:15

Man sollte durchaus ergänzen, dass es die Gnosis in vielen Schattierungen gab. Nicht nur die manichäistische.

Gerhard Schwedes | Sa, 24. August 2019 - 19:40

Herzlichen Dank für den wohldurchdachten Artikel. Jonas ist doch laut Bibel vom Wal verschluckt worden, hat ihn dann aber wieder ausgespien. Hoffen wir in unserem Fall doch inständig auf das Gleiche, nämlich dass unsere heutigen Meinungsmacher ihren Jonas und den neuen 68-er Geist eines Tages ebenso ausspucken werden. Oder - da man ihnen das nicht mehr zutrauen mag - wenigstens ihre Nachfolger. Was übrigens Jonas im Großen getan hat, tat Sartre im Kleinen mit seinem Freiheitsbegriff. Da macht der französische Philosoph ebenfalls den Einzelnen für alles und jedes verantwortlich, zumindest was seinen Lebensentwurf und seine Lebensgestaltung betrifft. Auch das eine völlige Realitätsverkennung des Einzelnen, der fast immer unter der Last seines Alltags zu ächzen hat. Solche Philosopheme sind nur aus der Sichtweise von verzogenen und gepamperten Leuten aus wohlhabenderen Gesellschaftsschichten und bequemen Zeitläuften zu erklären.

Michael Sachs | So, 25. August 2019 - 09:42

Herr Grau das Schwarz Weiß Denken ist nur eine Seite, wenn sie bei der Wahrheit bliebe dann könnte man ja noch darüber reden, aber es ist viel Schlimmer es gibt eine Sehnsucht nach einer verlogenen Welt da scheinbar viele die Wahrheit nicht ertragen können u. um so häufiger die Lüge wiederholt wird um so glaubhafter wird sie u. darin stecken unsere Linken Ideologen fest, sie reden nicht mehr über die Wahrheit da sie wollen das die Menschen in ihrem falschen Glauben nicht verunsichern werden u. das ist Häresie.

Gisela Fimiani | So, 25. August 2019 - 12:52

Es ist genau das, ein „Religionsderivat“, welches Jonas mit dem Versuch einer neuen Ethik geschaffen hat. In der Umkehrung des Kant Satzes: „Du kannst, denn du sollst“ zu „du sollst, denn du kannst“, wird dem Menschen ein „Überbewußtsein“ abverlangt. Wo Kant das Individuum meint, erkennt Jonas das Individuum als zum Können unfähig. Beim Kollektiv (dem jedes Individuum angehört) hält Jonas deshalb „Regierungszwang“ für nötig. Es ist diese, das Gute verfolgende, utopistische Ethik, in der die Bedeutung der Spannung zwischen Selbst und Kolllektiv, in dem Popper ein „neurotisches, hysterisches Element“ erkennt, mit Nachdruck hervorgehoben wird. Nicht zufällig bezieht sich Jonas auch auf Platon und Hegel: Man fühlt mit Recht, dass man sich ein Ziel wählen muss, das über uns hinausweist, für das wir Opfer bringen müssen. Das Ziel muss deshalb das Kollektiv mit seiner „historischen“ Mission sein. Jonas übersah, dass er mit seiner „Ethik“ eine zweifelhafte Moral etablierte.

Gisela Fimiani | So, 25. August 2019 - 13:23

Fortsetzung
Es ist eine Moral, die politische und intellektuelle Oligarchen ermächtigt, sich über das Volk hinwegzusetzen. Jonas ist der Versuchung erlegen, dem Geist seiner Zeit Ausdruck zu geben. Er hat dem Zeitgeist Konzessionen gemacht und seine geistige Unabhängigkeit aufgegeben. Hugo von Hoffmannstal sagte: „Die Philosophie ist die Richterin eines Zeitalters, es steht schlimm, wenn sie stattdessen sein Ausdruck ist.“ Insofern hat sich Jonas, womöglich in guter Absicht, zum Vollstrecker eines Zeitgeistes gemacht. Er konnte dessen Auswirkungen nicht übersehen und ist deshalb an seinem eigenen Prinzip der „Verantwortung“ gescheitert. Er extrapoliert einseitig(Technik) und hätte mit Sokrates wissen können, wie wenig er „weiß“ und „wissen“ kann. Auch sein Wissen ist Vermutungswissen, die von ihm geforderte „Demut“ bezieht er nicht auf sich selbst.

Karl-Heinz Weiß | So, 25. August 2019 - 14:43

Gegenüber den sonstigen Analysen von Alexander Grau fällt dieser Meinungsbeitrag leider sehr deutlich ab. Was ist unredlich daran, wenn ich die Handlungsweisen von Politikern daran messe, ob ein Mindestmaß an Generationenverantwortung erfüllt wird. Das ist doch der simple Kern von Frau Thunbergs Aktion: Denkt nicht ausschließlich an Euch, sondern an uns, die nächste Generation.

gabriele bondzio | Mo, 26. August 2019 - 08:43

deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“...klingt ja nicht schlecht. Ich selbst kann bescheidene Beiträge dazu leisten. Aber ich kann wenig gegen die Zunahme der Weltbevölkerung, radikale Industrialisierung, beitragen.
Das wird in anderen Etagen entschieden, der "Verzicht" immer nur nach unten gepredigt. Weder die Wirtschaftssysteme, noch Angebot und Nachfrage ist im Gleichgewicht. Der Gedanke, alles muss unendlich weiterwachsen, obwohl Grenzen da sind, liegt ja auch der Migration zugrunde.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 26. August 2019 - 12:10

der anthropogenen Erklärung der Klimaentwicklung verbinden ist evtl. die, dass wir es dann umgekehrt auch positiv verändern können?
Ich glaube schon, dass wir Einfluss nehmen können.