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Jens Harzer (li.) bei der Generalprobe zu "Der Geizige" im Thalia Theater / dpa

Lockdown ohne Theater - Das Leben war eine Bühne

Seit einem Jahr schon müssen wir Schauspiel und Theater mit Netflix und Fernsehen kompensieren. Allmählich zeigt nicht nur das Abo-Publikum Mangelerscheinungen. Doch was ist es eigentlich, was uns ohne die große Bühne zu fehlen scheint? Eine Spurensuche.

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Jens Nordalm leitet die Ressorts Salon und Literaturen bei Cicero.

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Bald sind die Bühnen dieses Landes ein Jahr geschlossen – jedenfalls für die Vielen, die die kurzen Ausnahmen mit Masken und Abständen nicht um jeden oder um eben diesen Preis genutzt haben. Abseits all der anderen Fragen nach Sinn und Notwendigkeit der Schließungen: Was fehlt uns? Natürlich, und vorweg: Wie es denen geht, persönlich und finanziell, die nicht auftreten können oder dürfen, das kann man sich vorstellen und das hören wir auch immer öfter. Und dass es offenbar schwer ist für diesen Staat, mit den ja eigentlich willig und gutwillig bereitgestellten Hilfen alle Kunstarbeitsverhältnisse auch zu treffen, das hören wir ebenso betrübt.

Aber was fehlt uns, den sonst Schauenden? Für eine gewisse Zeit vielleicht gar nicht so viel wie erwartet, weil mit Lesen, Kochen oder Musikhören schon einiges gewonnen ist – aber auch, weil man auf dem Bildschirm erst einmal erstaunlich viel Gutgemachtes sah und sieht. Nicht nur bei den vielbesprochenen Serien. Gerade auch ins normale deutsche Fernsehen schien zuletzt einiges Theaterniveau einzuziehen. Charly Hübner mit großartigen Kollegen im ARD-Stück „Für immer Sommer 90“ mit seinen unfassbar gut improvisierten Dialogen. Oder, soeben, der große Schauspieler und Ifflandring-Träger in der Nachfolge von Bruno Ganz: Jens Harzer, von dem man sich auch gern das berühmte Telefonbuch vortragen lassen würde – an der Seite einer berührend uneitlen und grimmig komischen Corinna Harfouch sterbend und doch nicht sterbend im Hospiz („Ruhe! Hier stirbt Lothar“, ebenfalls ARD).

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Bernd Muhlack | Sa, 30. Januar 2021 - 19:29

Dazu fällt mir natürlich sofort Freddy Mercury (QUEEN) ein!
"Who wants to live forever?"
Mit just 45j, in 1991, isser innen Rockhimmel!
Ein Leben auf der Überholspur - i wanna break free!

In 1966 war ich das erste Mal im Theater, 6j jung; mit Oma, Opa und Freunden*. Es gab Heinrich Hoffmans Struwwelpeter et co. Natürlich "Der fliegende Robert" als Finale - er flog wirklich!
Beeindruckend, auch ohne 3D u SOUND!

Nein, Theater, gar Oper ist nicht mein Ding. Einen TV besitze ich ebenfalls nicht. Ich bin auch nicht bei "sozialen Netzwerken"; wozu?
Ich nenne eine sehr gute Hard-/Software mein eigen, das Internet/WLAN ist mehr als hinreichend.
Ob Windstille, Sonnenfinsternis plötzlich Stromausfall, mangelnde Grundlast?!
"Man" kann Vorsorge treffen ohne Prepper zu sein!

Das Bild erinnert mich an "Estragon & Wladimir"; "Warten auf Godot" von Samuel Beckett.
Badische Landesbühne zu Schulzeiten!
Diese Aufführungen sind unvergesslich
"Künstler-Hilfe" & Corona ist eine Gratwanderung sui generis!

Lieber Herr Muhlack, auch für mich ist er nach wie vor super. Vor allem sein Auftritt
mit Mouserrat Caballé. Immer noch Wahnsinn. Googeln Sie "Experiment mit Künstli-
cher Intelligenz: Wer kann singen wie Freddie Mercury".