Kürbisse und andere Köstlichkeiten haben im Herbst Saison / dpa

Trotz mieser Stimmung in der Landwirtschaft - Erntedankfest mit Gemüsesuppe

Von längeren Dürreperioden bis zu steigenden Energiekosten: Die deutsche Landwirtschaft steckt im Würgegriff gleich mehrerer Dämonen. Dabei ist der Herbstbeginn eigentlich ein Grund zum Feiern für die Bauern im Land. Unser Genusskolumnist will schlechte Stimmung aber gar nicht erst aufkommen lassen, obwohl auch sein Garten dieses Jahr nicht viel hergegeben hat. Immer gut fürs Gemüt: eine herbstliche Gemüsesuppe.

Autoreninfo

Rainer Balcerowiak ist Journalist und Autor und wohnt in Berlin. Im Februar 2017 erschien von ihm „Die Heuchelei von der Reform: Wie die Politik Meinungen macht, desinformiert und falsche Hoffnungen weckt (edition berolina). Er betreibt den Blog „Genuss ist Notwehr“.

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Eigentlich ist der Herbst eine schöne Zeit für die Landwirtschaft. Die Ernte ist größtenteils eingefahren, die Früchte der eigenen Arbeit harren in Silos und anderen Lagerstätten ihrer Vermarktung oder Verarbeitung. Doch der Herbst 2022 bietet wenig Anlass für eitel Freude, und auf so manchem Erntedankfest, dass in diesem Jahr zumeist am 2.Oktober stattfindet, könnte die Stimmung eher gedämpft sein.  

Die deutsche Landwirtschaft steckt im Würgegriff gleich mehrerer Dämonen. Es gibt zwar große regionale Unterschiede, aber die Folgen des Klimawandels haben vielerorts für erhebliche Ernteausfälle bei einigen Kulturen gesorgt. Aufgrund von längeren Dürreperioden hat der Wassermangel in einigen Regionen dramatische Ausnahmen angenommen. Wer sich mal ins Berliner Umland begibt, bekommt die entsprechenden Statistiken eindrucksvoll visualisiert, etwa bei einer Fahrradtour entlang von weitgehend verdorrten Maisfeldern. Bei Kartoffeln sieht es ebenfalls nicht gut aus. Auch das Angebot bei den zahlreichen Ständen im Umland ist deutlich schmaler geworden. 

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Gabriele Bondzio | Sa., 24. September 2022 - 11:20

Ich kann im Gegensatz zu Ihnen, werter Herr Balcerowiak, aus vollen Herzen sagen:

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein. (Rilke/Herbsttag)

Bis auf Himbeeren, die neuen Ruten waren etwas mickerig.
Hatte ich eine hervorragende Ernte. Erdbeeren, Brombeeren, verschiedene Kräuter, Salat, Tomaten usw. war reichlich gewachsen.

Habe reichlich Dachwasser (große Dachfläche da) gesammelt (3x 1000l Behälter und sonstige Regentonnen).
Und somit die regenarmen Zeiten überbrückt.

Aber auch die Obst- Bäume (überall im Dorf) hängen krachend voll und es hat sich ein reges Tauschgeschäft, zwischen Nachbarn und mir, entwickelt.
Jetzt sind nur noch Pflaumen, Äpfel, Möhren, Kürbis (herrlich dieses leuchtende Orange) und Weintrauben zu ernten.

Christa Wallau | Sa., 24. September 2022 - 13:23

habe ich gleich aufgegriffen und heute die Gemüsesuppe gekocht. Zusätzlich habe ich Frankfurter Würstchen hineingeschnitten.
Die Suppe mit dem frischen Gemüse war ein
Genuß!!!
Vielen Dank für die Anregung und das Rezept.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag!

Dorothee Sehrt-Irrek | So., 25. September 2022 - 11:36

Hauptsache, es gibt keine Polumkehr, dann haben wir wieder ausreichend Zeit?
So wie die Natur derzeit gegenhält, will sie nicht umgepolt werden?