Evangelischer Kirchentag - Gott ist grün

Der Kirchentag will natürlich so bunt sein „wie Gottes Schöpfung“. Und doch gibt es dort eine alles beherrschende Farbe: Grün. Man versichert sich gegenseitig seiner Toleranz und Offenheit. Gleichzeitig schließt man Andersdenkende aus

Zwei Mädchen auf dem Kirchentag
Zwei Mädchen mit offiziellem Kirchentagsschal stehen auf dem grün beleuchteten Friedensplatz / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ und „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer". Im September erscheint von ihm „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ bei Claudius.

So erreichen Sie Alexander Grau:

Alexander Grau

Immerhin, man ist ehrlich: Grün ist die alles beherrschende Farbe des diesjährigen Kirchentages: Grüne Fahnen, grüne T-Shirts, grüne Plakate, grüne Bühnen, grüne Schals wohin man schaut. Sogar grüne Liegestühle gibt es, für die vom Weltanschauungsmarathon Erschöpften. Grün ist schließlich auch das Logo des Kirchentages. Es zeigt ein Männlein, das an grünen Ballons in den Himmel schwebt. Dazu das Motto der Dortmunder Großveranstaltung: „Was für ein Vertrauen“.

Das Wort stammt aus dem 2. Buch der Könige, das bekanntlich mit dem Untergang des Reiches Juda, der Zerstörung und der Wegführung der Juden nach Babel endet. Die Moral von der Geschicht’: Man kann eben auch zu viel Vertrauen haben. Dann wird man leichtsinnig, hochnäsig und arrogant. Und dann geschieht die Katastrophe. Die Ballons platzen. Aber das ist für einen Kirchentag wahrscheinlich schon eine etwas zu komplexe Botschaft.

Angebot auswählen und weiterlesen

  • Monatsabo
    i
    Unsere Empfehlung
    • 4 Wochen nur 4,90 €
    • danach 8,90 €
    • E-Paper
    • alle Plus-Inhalte
    • jederzeit kündbar
    4,90 €
  • Tagespass
    i
    • 24-Stunden-Zugriff auf alle Inhalte
    2,90 €
Öncü-Tüncher | Sa, 22. Juni 2019 - 17:15

Äußerlich bunt und innerlich grün mit Schablone? Was ist, wenn selbst innerlich bunte Menschen inzwischen von dieser aufgezwungenen "Bunt ohne Grenzen" es mit der Angst bekommen, da zwischen diesen vielen bunten Stühlen auch deren bunte Peiniger mit falschen Identitäten sitzen? Wenn sie aufgrund einiger weniger Gefährder gesellschaftlich sich unter Generalverdacht gestellt fühlen? Vielleicht sollten wir die Pfade der Extremen verlassen: Ich möchte weder schwarz/braun noch grün/rot sondern, dass nach gesundem Menschenverstand gehandelt wird. Ich möchte eine große Mitte die Rechts und Links tragen kann. Wir nicht in einer uniformierten Demokratie uns bewegen müssen. Mehr auf Sicherheit aller Bürger WERT gelegt wird. .... Ich möchte nicht mehr, dass solche Menschen wie ich, die zuvor mit öffentlichen Medien nichts zu tun hatten, aus Verzweiflung Plattformen wählen um auf gravierende Defizite in unserer Politik aufmerksam machen zu können. Ich möchte Frieden mit Verstand Danke an Cicero

Hans Jürgen Wienroth | Sa, 22. Juni 2019 - 17:22

Ist das grüne Logo nur wegen der Umwelt gewählt worden oder soll es gleichzeitig ein Zeichen für Weltoffenheit, Multikulti und Vielfalt der Religionen sein?

Ingo Kampf | Sa, 22. Juni 2019 - 19:33

Ich habe mit der Kirche noch nie etwas am Hut gehabt - außer, daß ich ev. getauft worden bin.
Meine Ehefrau allerdings, die jährlich über 5000€ Kirchensteuer zahlt und ewig an die ev. Kirche geglaubt hat, ist so allmählich abtrünnig. Das ganze grüne Gut-Gesülze geht ihr schon lange gegen den Strich. Den Rest für eine Endültige Entscheidung gab das Malen von Vulven. Geht‘s noch?

Wiki gibt dazu an,
Vulva, es handelt sich um die primären weiblichen Geschlechtsorgane der Frau...
Es wird doch wohl nicht expliziter Bestandteil des evangelischen Kirchentage gewesen sein.
Dagegen lernte ich in der Darlegung zu den Weimarer Kantaten letzten Samstag dann in der Nikolaikirche, dass dem Wissenschaftler die letzte Kantate "Christen ätzet diesen Tag" wie eine Parodie erscheint, will sagen nicht ursprünglich als sakrales Werk geplant von Bach, es fehlen die Engel und das Pastorale.
Ich stimme ihm zu, füge aber an, dass Bach eine evtl. Vorlage zu einer Geburt oder Hochzeit nutzen konnte als höchsten sakralen Ausdruck, weil Bach Welt und Himmel in der Geburt des Menschensohnes und damit der Liebe aus der Christus geboren wurde, zusammendenken konnte.
Ich mußte weinen, weil ich an meine Eltern dachte und die Spiritualität in der ich und meine Geschwister aufwuchsen.
Um einer der höchsten evangelischen Spiritualität Willen, bitte erklären Sie sich genauer Herr Kampf.

Sehr geehrte Frau Sehrt-Irrek, tatsächlich fand auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund ein Workshop „Vulven malen“ statt !
Vgl. Programmheft S. 253. Es gab auch einige heftige Diskussionen dazu.
Ich bin entsetzt und sehr traurig über die Entwicklung der Ev. Kirche.

Johan Odeson | Sa, 22. Juni 2019 - 19:52

Mir fällt irgendwie spontan weiland Wilhelm Busch ein: „Oft paaret im Gemüte Dummheit sich mit Herzensgüte.“ Deutschland im Jahre 2019
Tolles Wochenende. Man badet im grünen Licht und verwandeln den Kirchentag in einen selbigen Parteitag unter dem Moto: Piep,piep,piep wir haben uns alle lieb. Dann springt man schnell noch nach Garzweiler rüber, um sich ein bisschen im zivilen Ungehorsam zu betätigen, Gesetze zu brechen und sich mit Polizisten zu prügeln. Weil, alle haben wir ja nicht lieb, insbesondere die nicht, die nicht so bunt sind wie wir. Die anderen halt. Sie wissen schon. In Deutschland gibt es immer ...Die Anderen. Aber is’ ja für die Weltrettung, gell. Da bauchtˋs halt schon ´nen Systemwechsel. Darunter tun wirˋs nicht. Ein Blick ins Markus Evangelium 12, 38-39 vielleicht? Ab morgen sind wir wieder tolerant...täterä! Sancta Simplicita. Satire aus.

Alexander Mazurek | Sa, 22. Juni 2019 - 20:31

… ist die Farbe des Propheten.

Gisela Fimiani | Sa, 22. Juni 2019 - 20:35

Ich sehe eine romantische Horde, die sich an ihrer eigenen titanenhaften Moral ergötzt. „Es irrt der Mensch solang er strebt.....“ Hier ist jeder Irrtum ausgeschlossen, die Wahrheit ist gefunden. Das „Volk der Dichter und Denker“ wird sich selbst zum Götzen und verliert in solcher Bewusst-losigkeit seinen Verstand. Resignierend hält man Ausschau nach verbliebenen „Denkern“, die den Geist der (politischen) Freiheit gegen das Joch der dumpfen Gläubigkeit zu verteidigen bereit sind. Vergeblich. In diesem Klima droht der geistige Erstickungstod.

Christa Wallau | Sa, 22. Juni 2019 - 22:24

Es ist so, wie Sie es darstellen, lieber Herr Grau: Den evangelischen Christen - jedenfalls denen, die sich auf den Kirchentagen tummeln - ist jegliche Offenheit u. jeglicher intellektueller Anspruch abhanden gekommen. Das einzige, worum es ihnen geht, ist die gegenseitige Bestätigung, daß man auf der "richtigen" Seite steht. Heißt konkret: Man wählt die GRÜNEN u. hat damit seine Christenpflicht vorbildlich erfüllt.
Eine Freundin erzählte mir folgendes:
Da sie zu einem Gesprächskreis evangelischer Frauen gehört, wo u. a. Armut + Migration in Afrika auf's Tapet kamen, habe sie vorgeschlagen, daß sie alle sich doch einmal intensiv kundig machen sollten über die Situation der sehr verschiedenen Länder Afrikas. Jede von ihnen solle über ein bestimmtes Land Fakten zusammentragen, damit man sich anhand derer ein realistischeres Gesamt-Bild machen könne.
Ergebnis: K e i n e der anderen Frauen war bereit dazu! Das sei unnötig - war die einhellige Ansicht. Es genüge die Hilfsbereitschaft!

helmut armbruster | So, 23. Juni 2019 - 08:12

es sieht fast so aus als wolle die evangelische Kirche vom jüngsten Aufwärtstrend der Grünen und Klimaschützer profitieren.
Auf den fahrenden Zug aufspringen und sich mitnehmen lassen.
Vielleicht ist das ihre einzige und letzte Chance sich vor einem Absacken in die Bedeutungslosigkeit zu retten. Wenigstens vorübergehend.
Denn die Mehrheit der Bevölkerung hat sich schon seit längerem von den Kirchen abgewendet.
Ihre Heilsversprechen, hier auf Erden gar nicht zu haben, sondern in eine transzendente Ewigkeit verlagert, hat für eine diesseitig orientierte Konsumgeschellschaft keine Attraktivität mehr.
Personen wie Bedforf-Strohm wirken eher wie ein Grüßonkel und haben keine Strahlkraft.
Also setzt man auf den grünen Wandel und hofft auf Aufwind.

Romuald Veselic | So, 23. Juni 2019 - 08:35

dann ist der Teufel sein Substitut, denn in der Hölle gibt's keine Plastik, kein Atomstrom und keine genetisch veränderte Produkte.

Günter Johannsen | So, 23. Juni 2019 - 08:44

Anstatt christlicher Verkündigung Work-Shops wie "Vulvenmalen" & "Schöner kommen"!
Den Kirchenoberen geht es nicht mehr um Verkündigung, sondern um jeden Preis modern und links zu erscheinen. Deshalb kuscheln sie sich mehr und mehr an die grün-Linken heran. Denen ist nichts mehr Pein lich.
Das Dilemma der verfassten Kirche ist heute:
Man bekommt heute dadurch den Eindruck, dass die die Boten die Botschaft selber nicht glauben!

Günter Johannsen | So, 23. Juni 2019 - 08:47

wurde darüber diskutiert, wie man mit „Hetzern und Rassisten“ umgehen soll und wie die offizielle Lesart der linksdominierten Bedford- Strohm-Kirche (SPD) sein muss. Ab jetzt also sind Menschen mit eigener Meinung und AfDler Hetzer und Rassisten. Es sollte doch über den „richtigen“ Umgang mit der AfD diskutiert werden? Der richtige Umgang sollte sein im christlichen Sinne: wer Menschen mit anderer Meinung ausschließen will und sie als Hetzer bezeichnet, befindet sich nicht mehr auf christlich-biblischem Boden! Genau aus diesem Grunde werde ich diese Art linksdominierter Kirchentage nicht mehr besuchen und auch nicht akzeptieren bzw. finanzieren. Genau aus diesem Grund gibt es Massen-Kirchenaustritte! Woher nehmen die sogenannte Kirchenbeamten (!) ihre Vor-Verurteilungen? Aus den sogenannten Öffentlich Rechtlichen Medien? Sie sollten sich viel mehr nach der Bibel richten, dann hätten sie Jesus Christus gepredigt, nicht den grün-linken Zeitgeist! Die nächste Austrittswelle KOMMT SCHÖNER!

Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut in demokratischen Gesellschaften, aber ihr sind auch Grenzen gesetzt (bei und z. B. durch den § 130 StGB).
Ich persönlich habe mit Religion nicht viel am Hut, aber ich kann verstehen, wenn die ev. Kirche sich nicht viel davon verspricht, in den Dialog zu treten mit Leuten, die "absaufen" skandieren oder Muslime/Zuwanderer pauschal als "Messermänner und Kopftuchmädchen" bezeichnen oder eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" fordern, um nur drei Beispiele zu nennen.

Günter Johannsen | So, 23. Juni 2019 - 09:33

Der polnische Philosoph und Schriftsteller Kollakowski sage zur Buchpreisverleihung in Frankfurt:
„Die Kirche ist taub geworden, sie rennt mit der Zeit um die Wette; sie will neuzeitlich, fortschrittlich … verwegen, wissenschaftlich und energisch sein. Die Christen fürchten weniger Unglauben noch Häresie; sie fürchten nur noch das eine, dass sie jemand als rückständig, als mittelalterlich auslachen könnte.“

Johannes Rausch | So, 23. Juni 2019 - 09:57

Als aus der Kirche ausgetretener Agnostiker kann ich nur sagen; für mich ist der Kirchentag, und der Katholikentag ist nicht besser, die öffentlich zelebrierte Massenonanie der schlimmsten Pharisäer die es auf der Welt gibt. So schlimm wie deutsche Pharisäer können die anderer Nationen gar nicht sein.

Norbert Heyer | So, 23. Juni 2019 - 11:14

Politik haben immer beide großen Konfessionen „gemacht“. Immer auf der Seite der Macht, sicherte die Pfründe und finanzielle Zuwendung. Oft lagen die Religionen auch politisch „falsch“. Es gibt Bilder von kirchlichen Würdenträgern mit Hakenkreuz-Binde und formvollendetem Hitlergruss. Ausgrenzung wie jetzt akut im Falle der AfD ist geradezu diametral zum Leben und Wirken Jesu. Er suchte eher die Nähe der Aussätzigen, Kranken und Armen, nicht den gepflegten Umgang mit Pharisäern. Dieser Kirchentag soll für alle Gläubigen eines vermitteln: Grün ist die Farbe der Hoffnung, grün ist die Zukunft, grün ist der Weg ins helle Licht. Einseitigkeit, Verordnen von Vorgaben und genormte Ausrichtung verhindert ehrliche Diskussion und den kontroversen Meinungsaustausch. Man redet von Glauben, Freiheit und Vielfalt, bietet aber nur Einfalt und
politisch-korrekte Haltung. Die Kirche hat ihre Stellung als moralische und soziale Instanz einer Zeiterscheinung ohne große Zukunft geopfert.

.

Günter Johannsen | So, 23. Juni 2019 - 14:14

Eine Kirche, die nur noch einem Zeitgeist hinterher läuft und beliebige Angebote in ihr Schaufenster stellt, hat ihre Existenzberechtigung verloren und wird auf Dauer nicht überleben! Ist das gewollt?

Urban Will | So, 23. Juni 2019 - 14:14

Wohl kaum.
So häufe man in Gedanken einen Berg auf mitten hinein in die grün – verträumte Runde und stelle sich Jesus darauf vor, wie er ihnen gepredigt hätte, diesen Selbstverliebten und Grün – Erleuchteten.

„Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner?
Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden?“

Einheitliche Pflichtüberzeugungen umwedelt von einheitlichen Fähnchen sah man früher auch woanders.

Jesus war schon deshalb kein „Grüner“, weil er Toleranz lebte und den Diskurs suchte – so etwa mit den Pharisäern.
Ausschließen erspart vernünftige Argumente und gibt der Selbstüberhebung den notwendigen Raum.
Gespielte Toleranz macht solche Veranstaltungen zur selbstverliebten Show.

Wie innig werden sie dort täglich dem lieben Gott danken, dass sie gut sein dürfen.

sie treffen es punktgenau. Ich habe mich bei dieser Veranstaltung gefragt was würde Jesus dazu sagen, ich glaube er wäre entsetzt über diese triefente überhebliche Selbstgerechtigkeit. Dazu fällt mir nur ein "selig die Selbsgerechten, denn sie übersehen ihre Peinlichkeit".

gabriele bondzio | So, 23. Juni 2019 - 17:17

...wohl kaum!
Woher auch, wenn man unter sich. Von konstruktiven Streiten weit und breit nichts zu sehen. Es fehlt die Lebendigkeit der Gedanken. In einer Filterblase bzw. Echokammer, ist es aus meiner Sicht verdammt langweilig. Diese Erfahrung habe ich vor ca. vier Jahren bei Facebook gemacht. Die Welt wird nicht real gesehen, sondern mit dem mitgebrachten, subjektiven Blick. Auf Dauer eben nur ein Platz, wo man von Selbstbestätigung lebt.
Erfahrungsgemäß ist das aber eine Form, die viele, insbesondere Jugendliche anspricht. Das Konzept von „Klima-Greta“ nutzt diese Form geschickt aus.
Auch im kuratierten Informationskosmos der Kirchentage, wird herausgefiltert was das eigene Selbstbild stören könnte. Mit dieser Form des Zusammenfindens, huldigt man nur der eignen Meinung. Damit gewinnt man aber keinen Blick auf die objektive Welt, die man retten will.
Wenn mir niemand widerspricht, behaupte ich 1+1=3.

Sind die Cicero-Foren keine Filterblasen? Seit ein paar Wochen bin ich Gast, und ich würde sagen, zu mindestens 90% ist man sich hier einig über die links-grüne Massenpsychose und den bevorstehenden Untergang Deutschlands.
Was lesen Sie sonst noch so? Würden Sie von sich behaupten können, dass es für Sie nicht psychisch unbequem ist, sich mit anderen Meinungen zu befassen, welche vermeintliche Gewissheiten erschüttern? Also mir ist das schon ein paar mal passiert. War unangenehm.

Ernst-Günther Konrad | So, 23. Juni 2019 - 17:39

So habe ich das mal gelernt, so vertritt es offiziell auch noch die Kirche oder hat sich da was geändert? Nun der Kirchentag hat da wohl kein Vertrauen in seine Gläubigen. Er schützt sie vor den "anderen", damit diese nicht plötzlich und unerwartet Nächstenliebe einfordern. Wo kommen wir da auch hin? Da denken womöglich Christen beim Thema Klima und grüne Politik völlig anders und das im Hause des Herrn. Da müssen wir unsere Schäfchen aber davor schütrzen, das sie nicht Opfer rechtsgerichteter Christen werden und sie am Ende mit Argumenten zu Opfern machen. Wir wollen auf keinen Fall einen Eklat auf dem Kirchentag durch Menschen, die anders sind wie wir. Gut, eine andere Hautfarbe dürfen sie schon haben, aber andere politische Ansichten? Geht gar nicht. Am Ende zwingen sie die braven Gäubigen dazu handgreiflich zu werden, das Wort Gottes mit körperlicher Gewalt verteidigen zu müssen. Gegen diejenigen, die einfach anders denken, die aber den "gleichen" Herrn anbeten? Geht gar nicht?

Christoph Kuhlmann | So, 23. Juni 2019 - 20:45

unteilbar. Alternativlos sind sie sowieso. Insofern ist dem monotheistischen Totalitarismus der Weg bereitet. Das mussten schon die Heiden im alten Rom erfahren. Als das Christentum Staatsreligion wurde hatten sie nichts mehr zu lachen. Heutzutage ist man da allerdings weiter, ob es allerdings zur Ökumene mit dem Islam reicht entzieht sich meiner Kenntnis. Aber da der Protestantismus das Religiöse weitgehend entsorgt hat, besteht da natürlich ein gewisses Vakuum, welches gerne durch die vorherrschende Staatsdoktrin und den damit verbundenen Zeitgeist verdeckt wird. Staatsreligionen stellen rhetorische Fragen, darauf kennen sie die Antworten, die sie auch gerne ungefragt zum besten geben. Die evangelische Kirche war nie in der Opposition, höchstens winzige Minderheiten haben sich je dazu verleiten lassen. So langweilen sie ihre schwindenden Gemeinden jeden Sonntag aufs neue und befriedigen das Bedürfnis nach politischer Führung einem jährlichen Happening. Widerspruch stört da einfach.

Romuald Veselic | Mo, 24. Juni 2019 - 13:59

Habt Ihr gewusst, dass im Bundestaat Oregon/USA gibt's auch einen Senat? Mit 30 Mitgliedern; davon 18 Demokraten u. 12 Republikaner. Diese Senatoren sollten aktuell über wesentlich strengere Emissionen abstimmen, die weiter nach unten korrigiert wurden, um näher an die emissionsfreie Nirwana zu kommen. Geplant von Demokraten.
Um diese Abstimmung zu verhindern, lt. Regularien müssen bei der Abstimmung mindestens 20 Senatoren anwesend sein, fehlen 11 republikanische Senatoren bei der Stimmabgabe.
Man nennts passiver Widerstand, die auch in D gerne angewendet wird. Diese Widerständler werden hier als Aktivisten bezeichnet, und nicht als republikanische Senatoren aus Oregon.
Hahaha...

Urban Will | Mo, 24. Juni 2019 - 15:07

zur Arbeit gestern Morgen, hörte ich mir einen längeren Bericht über diesen Kirchentag an.

Es kam ein Ausschnitt aus einer Luisa Neubauer – Rede.
Ich musste mich zurückhalten, um nicht beim Fahren ins Lenkrad zu beißen bei all dem Geschwafel.
Dieser sektenhaft – infantile Weltrettungsanspruch scheint mittlerweile in eine Phase der eingebildeten Pflicht zum Handeln umzuschwenken.
Das Wort Revolution fiel. Abkehr von der Politik, die eh nichts kann und auch nicht will. Sofort und zwar alles ist die Maxime.
Man klatschte ihr brav zu.

In Garzweiler legten sie bereits los, die Klimaretter. Man darf gespannt sein, was ihnen noch so alles einfallen wird.

Vielleicht sind wir am Vorabend der Entstehung einer Art „Klima – RAF“?
Man darf gespannt sein

Vermutlich hätte diese – im Gegensatz zum Original – einen gewissen politischen Rückhalt im links – grünen Milieu. Dort ist Gewalt ja relativ und für die gute Sache durchaus geduldet.

Wolf-Dieter Hohe | Mo, 24. Juni 2019 - 16:27

@Frau Fimioni
Es braucht Intelligenz die eigenen Leer-Räume wenigstens zu erahnen.
Und es braucht Intelligenz zu erkennen/realisieren, dass der Spielstand Wissen ./. Unwissen kurz vor Abpfiff etwa bei 10:90 liegt - bei geminderten Ansprüchen.
Nur Dumme wissen Alles.
Und wir werden von Alleswissern am Ring geführt -
an dem durch die Nase.
Ohnmacht ist`s, die den Atem nimmt.