- Der Volkstheatermacher
Seit fünf Jahren ist Kay Voges Intendant am Wiener Volkstheater. Dort verschraubt er Fiktion und Wirklichkeit – und ist damit fast schon gefährlich zeitgemäß. Berüchtigt ist etwa seine Berliner Inszenierung des angeblichen „Geheimplans gegen Deutschland“.
Das klassische Theater war seit jeher Ausdruck sozialer Interessen. Angepasst und nur selten einmal auf der Höhe der Zeit. In Abgrenzung dazu: die Volkstheatertradition. In dieser führte man immer schon Ästhetisches auf materielle Realitäten zurück und verstand sich früh als Aufdecker und politischer Wirkfaktor. Genau die richtige Herangehensweise, so sollte man meinen, für einen linken Theatermacher wie Kay Voges.
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Wenn ein Intendant bereits „eine Woche“ nach Bekanntwerden der Correctivlüge eine Aufführung zeigen kann, wurde da wohl jemand erfolgreich politisch instrumentalisiert oder nicht? Jedenfalls stelle ich mir dann die Frage, wer wirklich ein Dorfdepp ist? Eine Antwort habe ich auch schon für mich gefunden. Dreimal darf man raten. Und ob das Volkstheater im ursprünglichen bürgerlich-konservativen Sinne ist wage ich zu bezweifeln. Ich denke das ist linkes Klienteltheater und billige Agitation.
"Gefährlichkeit" und "Aktivist", dann könnte ich mich viel besser auf den portraitierten Regisseur einlassen.
Shakespears Werke wurden im Volkstheater gegeben, in Italien gab es die Commedia dell´Arte und die mit tiefsinnigste Oper Mozarts wurde auch im Volkstheater aufgeführt?
Das muss für Mozart extrem bewegend gewesen sein.
Mit Herrschaft konnte der doch gar nichts anfangen, mit Leben schon.
Volkstheater in Deutschland, das umfasst doch auch Bühnen wie Berliner Volksbühne, aber auch das Ohnesorgtheater oder das von Willy Millowitsch?
Ohnesorg habe ich als Kind gerne gesehen, neben unseren Bühnen der Hohen Kunst.
Ich frage mich, ob Brecht mit seinem "Dialektischen Theater" weg vom Lehrtheater zum Leben kommen wollte?
Ich wünsche dem Regisseur möglichst wenig politische Verbissenheit.
