Fridays For Future - Alles nichts Konkretes

Die Jugendbewegung Fridays For Future bestimmt derzeit den politischen Diskurs. Davon wollen auch der Deutsche Gewerkschaftsbund und der Bund für Umwelt und Naturschutz gemeinsam profitieren. Doch das misslingt ihnen

Köln: Schüler und Studenten ziehen nach der Abschlusskundgebung einer Fridays for Future-Demonstration auf dem Alter Markt durch die Innenstadt.
Der DGB und der Bund für Umwelt und Naturschutz wollen von der Popularität von Klimathemen profitieren / picture alliance

Autoreninfo

Rainer Balcerowiak ist Journalist und Autor und wohnt in Berlin. Im Februar 2017 erschien von ihm „Die Heuchelei von der Reform: Wie die Politik Meinungen macht, desinformiert und falsche Hoffnungen weckt (edition berolina). Er betreibt den Blog „Genuss ist Notwehr“.

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Die politische Debatte verläuft derzeit in Deutschland weitgehend monokausal. Vor noch wenigen Wochen heiß diskutierte Themen wie die Neugestaltung der Alterssicherung spielen kaum noch eine Rolle. Kognitiv befeuert von einer gewissen Häufung von Wetterextremen hat vielmehr die Jugendbewegung Fridays for Future mit dem Thema Klimarettung und dessen absoluter Priorisierung eine Art Meinungsführerschaft erlangt. Sie treibt die etablierten Parteien und Verbände vor sich her. Das Bekenntnis zu „schnellen und energischen Maßnahmen“ gegen den Klimawandel und für eine „sozial-ökologische Transformation“ der Gesellschaft gehört inzwischen zum Standardrepertoire fast aller Politiker und Verbandsfunktionäre (mit Ausnahme der AfD).

Da machen der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) natürlich keine Ausnahme. Am Montag präsentierten deren Vorsitzende Reiner Hoffmann und Hubert Weiger ein gemeinsames Positionspapier mit dem Titel „Beschäftigung und Umwelt gehen Hand  in Hand“. 

Doch viel mehr als eine Sammlung von Allgemeinplätzen, blumigen Appellen und wolkigen Forderungen ist nicht herausgekommen. Das kann kaum verwundern: Gibt es doch in beiden Verbänden erhebliche Auseinandersetzungen um den Kurs in der Umwelt- und Klimapolitik. Das räumten Hoffmann und Weiger auch freimütig ein und sprachen dabei von „Partikularinteressen“, die es „in intensive Diskussionsprozesse“ einzubinden gelte.

Massiver Strukturwandel

Viele DGB-Gewerkschaften tun sich traditionell schwer mit ambitionierter Umweltpolitik. Davon zeugten in den vergangenen Jahrzehnten und bis zum heutigen Tag Aktionen gegen den Atomausstieg, gegen verschärfte Giftrichtlinien für die Chemieindustrie und aktuell gegen einen schnellen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung. Auch bei der IG Metall hatte man die Sorgen der Auto-Konzerne vor zu hohen Abgasgrenzwerten stets fest im Blick und sprang auch erst mit deutlicher Verzögerung auf den fahrenden Zug zur „Mobilitätswende“ auf.

Beim BUND verhält es sich ähnlich. Während die Verbandsspitzen unermüdlich für den schnellen Ausbau der regenerativen Energieerzeugung trommeln, sind Teile der BUND-Basis in der ganzen Republik aktiv, um genau das zu verhindern, wenn es beispielsweise um neue Windparks und neue Überlandleitungsnetze für den Transport von Offshore-Windstrom von der Küste nach Süddeutschland geht.

Nun also ein gemeinsames Papier für einen „sozial-ökologischen Umbau“ zu einem Wirtschaftssystem „das gute Arbeit für alle zu gleichen Löhnen und überall in der EU schafft und dabei die planetaren  Belastungsgrenzen (für das Klima) nicht überschreitet“. Man wisse um die Brisanz daraus entstehender „Zielkonflikte“. Der Strukturwandel werde massiv sein und tangiere auch „die Wertschöpfung und das „individuelle Leben und Konsumieren“.

Keine realitätstauglichen Schlüsse

Konkreter wird es vorsichtshalber nicht. Kein Wort zu Art und Höhe einer Bepreisung von CO2 und schon gar nicht zu den unmittelbaren finanziellen Auswirkungen. Kein Wort zur Ausgestaltung eines möglichen „Sozialausgleichs“ für betroffene Mieter oder Berufspendler. Kein Wort zu Landwirtschaft und Massentierhaltung als Klimafaktoren und möglichen Restriktionen für die Konsumenten.                    

Hoffmann bringt auf Nachfragen einen öffentlich finanzierten „Klimafonds“ mit einem Volumen von 70-80 Milliarden Euro ins Spiel, der auch dem sozialen Ausgleich dienen solle. Weiger will vor allem die Kommunen stärken, um Aufgaben wie die energetische Gebäudesanierung und die Verkehrswende bewältigen zu können. Dabei gehe es um eine „neue Gemeinwohlorientierung“. Beide verlangen „schnelle Entscheidungen“ (die es nicht oder nur als Formelkompromisse geben wird) und eine „handlungsfähige Regierung“ (die es schon jetzt nicht mehr gibt). Beide wollen in der Debatte „die Menschen mitnehmen“ – aber wohin eigentlich? Und beide sind sich einig, dass es eine europäische Antwort auf die Herausforderungen des Klimaschutzes und dessen soziale Ausgestaltung geben müsse, bei der die Europäische Union eine zentrale Rolle spiele. Ein fast schon rührend komischer Appell angesichts des Zustandes der EU und der nahezu antagonistischen Widersprüche zwischen einzelnen Mitgliedsstaaten bei der Klimapolitik.

Weiger schwant immerhin, dass es bei so einer schwammigen Agenda zu erheblichen Vermittlungsproblemen kommen kann, was sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch in den Ergebnissen der kommenden drei Landtagswahlen in Ostdeutschland manifestieren wird: „Die Leute glauben uns nichts mehr und das ist eine Bedrohung für die Demokratie“. Beide gestehen ein, das man den Menschen in der Vergangenheit auch „viel versprochen hat, was dann nicht eingehalten wurde“. Aber genau daraus hat man anscheinend weder beim DGB noch beim BUND einigermaßen realitätstaugliche Schlüsse gezogen.

„Teil einer Jugendbewegung“

Vielmehr haben sich diese beiden großen, traditionsreichen Verbände in die lange Schar derjenigen eingereiht, die bei der lifestyle-orientierten Mittelstandsbewegung Fridays for Future um Anerkennung buhlen. Bis an die Schmerzgrenze zur Selbstverleugnung wird auf klare Positionierungen verzichtet. Dem „bunten Haufen“ (Hoffmann) gesteht man das Recht auf allerlei Widersprüchlichkeiten und Abstrusitäten – bis hin zur Forderung nach veganem Kita-Essen – kritiklos zu. Staunend und hilflos werden Mobilisierungsfähigkeit, Tempo und multimediale Omnipräsenz der netzaffinen jungen Aktivisten bewundert und die Musealität und Trägheit der eigenen Aktions- und Kommunikationsformen konstatiert. Apokalyptische Weltuntergangszenarien werden nicht mehr laut hinterfragt oder in Relation zu real existierenden gesellschaftlichen Verhältnissen gesetzt. Offenbar möchte man auch bei BUND und DGB einfach „Teil einer Jugendbewegung“ sein, wie es die Band Tocotronic in einem ihrer bekanntesten Songs formulierte. 

Natürlich braucht es Anstrengungen auf nationaler und internationaler Ebene, um den bereits eingetretenen und vor allem dem noch zu erwartenden Klimawandel mit all seinen möglichen Folgen einzudämmen – falls das überhaupt noch möglich ist. Und natürlich haben gerade Gruppen von Jugendlichen und Heranwachsenden – ob privilegiert oder nicht – ein Recht auf eindimensionale Verkürzungen, Übertreibungen und moralischen Rigorismus.

Doch man muss auch den Mut aufbringen, ihnen zu sagen, dass es eben nicht nur um das Klima und ihre Zukunft geht. Sondern auch um die Gegenwart der bereits seit längerer Zeit hier lebenden Menschen und deren weit verbreiteten alltäglichen Sorgen, vom Pflegenotstand bis zur Angst vor Wohnungsverlust und Altersarmut und dem Gefühl, abgehängt und beiseite geschoben zu werden. Wenn große Teile der „politischen Eliten“ aus purem Opportunismus diesen Mut nicht mehr aufbringen, dann ist die Demokratie tatsächlich gefährdet.        

Hans Page | Di, 16. Juli 2019 - 17:47

Alle Ansätze die große Umwälzungen vorsehen, einschließlich Veränderung der individuellen Lebensumstände, die von oben mit guter Absicht diktiert werden riechen zu stark nach den Anfängen in der UDSSR oder DDR oder China. Auch dort hatte man Ideale für die Verbesserung des Lebens der Menschen, und was ist daraus geworden? Wer möchte in Erziehungszentren landen weil er nicht begriffen hat was gut ist für das „Klima“? Ich denke der Weg der FfF führt direkt in einen wohlmeinenden Erziehungs-Totalitarismus der, ich dachte jedenfalls, nie wieder in Europa eine Chance haben sollte. Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren dass der Klimawandel von interessierten Kreisen benutzt wird um eine ganz andere Agenda zu verfolgen, nämlich die Totalkontrolle der Gesellschaft zumindest in Europa. Warum gibt es die deutsche Klina-Hysterie nicht in Indien oder China wo die Luft nun wirklich unerträglich schmutzig ist?

Beate Weikmann | Di, 16. Juli 2019 - 17:48

Die jungen Leute möchten einfach nur eine intakte Umwelt, sie werden aber instrumentalisiert den Menschen noch mehr Steuern abzunehmen. Genau so wie der grüne Punkt bei Plastik die Flut des Plastiks erst ausgelöst hat, genau so wird die CO 2 Steuer dazu führen noch mehr nur vielleicht mit weniger schlechtem Gewissen CO 2 zu produzieren, denn man bezahlt ja dafür und die Politiker reiben sich die Hände. Es ist bei der noch nie dagewesene Steuerflut nicht gelungen die Umwelt zu schützen und es wird auch mit den künftigen Steuern nicht passieren die Jahreszahlen mit denen da gerechnet wird sind so schön weit weg, da wird niemand von den heutigen Akteuren mehr zur Rechenschaft gezogen.

Gerhard Lenz | Mi, 17. Juli 2019 - 14:35

In reply to by Beate Weikmann

Von wem denn bitte? Haben Sie auch irgendwelche Beweise?

Monika Templin | Mi, 17. Juli 2019 - 15:51

In reply to by Beate Weikmann

Frau Weikmann, ich kann Ihren Kommentar nur unterstützen. Wir zahlen für den grünen Punkt und wo landet der ganze Plastikmüll? Und genauso wird es mit der CO2 Steuer werden, wer glaubt, dass damit weniger CO2 erzeugt wird, der glaubt auch an den Weihnachtsmann!! Und die Politiker, die fordern dass in Europa spätestens 2050 CO2 reduziert wird, wird das kaum erleben und kann nicht in die Pflicht genommen werden! Außerdem ist Europa nicht in einer Glaskuppel eingeschlossen, die Länder um Europa herum müssten mitziehen. Wielange will man uns noch vera......!

Wilfried Düring | Mi, 17. Juli 2019 - 16:10

In reply to by Beate Weikmann

Die 'jungen Leute' brauche vor allem eins: EINE KLARE ANSAGE. Erst die Pflichten - dann die Rechte. Erst etwas leisten - dann Forderungen stellen. In Preussen hieß es zurecht: 'Lehrjahre sind keine Herrenjahre'! Und in dieser Redensart steckt Weisheit, auch wenn unsere heutigen Kulturrevolutionäre diese 'klare Haltung' als 'Jugend-Unterdrückung im Betrieb' diskreditieren.
Dem Autor ist entschieden zu widersprechen!
'Und natürlich haben gerade Gruppen von Jugendlichen und Heranwachsenden – ... ein Recht auf eindimensionale Verkürzungen, Übertreibungen und moralischen Rigorismus.' Haben sie nicht! Wieso haben Jugendliche, die - im Regelfall - noch nichts geleistet haben und 'von Beruf Sohn bzw. Tochter' sind, diese 'Rechte'? Jugendliche haben das Recht (und die Pflicht) ZU LERNEN. In Deutschland haben sie zusätzlich das Privileg, daß die Steuerzahler alle wesentlichen Kosten übernehmen (kein Schulgeld, freies 1. Studium). Das ist gut so - aber durchaus nicht selbstverständlich!

Tomas Poth | Mi, 17. Juli 2019 - 17:02

In reply to by Beate Weikmann

man kann Ihnen nur zustimmen.
Seitdem die E-scooter (Elektro-Roller) zugelassen sind befinden diese sich in Massen auf der Straße (Städte). Sie werden als zusätzlicher Freizeitspaß genutzt. Statt Spaziergang elektrische Spazierfahrt und damit Erhöhung des Energieverbrauchs und der CO2 Emissionen.
Wirtschaftliches Wachstum steht im Vordergrund!!

Tomas Poth | Di, 16. Juli 2019 - 18:07

gewesen - möchte man hier den Zauberlehrling zitieren.
Mit zweifelhaften Szenarien (ich bleibe dabei bis der Letzte Klimaexperte seinen Widerspruch aufgibt) fehlgeleitete Schüler, die zu mindestens aber Spaß haben und sich selbst feiern. Aber wollen sie auch die Zeche bezahlen, die damit verbunden ist.
Ein Umbau unseres Energiesystems auf vollelektrische Versorgung über erneuerbare Energien wird nicht funktionieren. Das ist Konsens auf allen Ebenen im Energieversorgungsbereich (BWK 6/2019 Gastkommentar).
Im wahrsten Sinne des Wortes muß man konstatieren: Wie sage ich es meinem Kinde?
Die Medien haben hier etwas entfacht und unterstützt, nun löscht die Flammen auch wieder.

Sie haben die Motivlage der Greta- und Luisa-Jugend gut beschrieben: 'Spaß haben und sich selbst feiern'. Dazu kommt eine (medial geförderte) Dauer-Renitenz und daran Spaß haben, dass die eigene Beschränkheit noch von Anderen gefeiert wird. Was ist schrecklich finde, ist die fehlende Ernsthaftigkeit ('Hüpfen für das Klima').
Ich glaube nicht, dass 'wir' viel für 'das Klima' tun können. Ganzheitlich gedacht können 'wir' für Natur, Umwelt und Heimat aber eine Menge tun. Der forcierte Maisanbau für Biosprit ('Essen auf Rädern'), die Abholzung von Wäldern für Windkraftanlagen (Reinhardswald) und die Versalzung ganzer Lebensräume durch Lithium-Abbau (Chile) sind unter diesem Gesichtpunkt absolut verantwortungslos. Diese Maßnahmen sollen sofort gestoppt bzw. in ihrer Dimension deutlich und nachhaltig zurückgeführt werden. Aber das Nachdenken über Zielkonflikte ist leider nicht die Stärke von ('grünen') Kulturrevolutionären.

"Im Zeitalter des Absolutismus galt Demagogie im Sinne von Aufhetzung des Volkes als Gefahr für die Stabilität der Staatsform." (Zitat Wikipedia)
Greta ist eindeutig das Opfer. Sie wird sich jetzt im Jubel der hysterischen Massen zur Hochform aufschwingen, aber am baldigen Ende
dieses Traumtanzes emotional tief abstürzen. Davon werden uns die Medien dann wohl nicht mehr berichten. Was bleibt übrig? Das Buch, welches die Eltern jetzt schrieben und nun keiner mehr kauft? Eine zerstörte Greta? Eine desillusionierte und depressives Jugend?
Die grün-linken Demagogen werden wieder einmal alle Schuld von sich weisen und scheinheilig tröstliche Worte finden! Denn wer sich instrumentalisieren lässt, ist selber Schuld …
Unsere Demokratie wird einmal mehr beschädigt sein: Ziel erreicht?!

Alexander Mazurek | Di, 16. Juli 2019 - 19:29

… schreitet voran, unter einer jeweils opportunen Fahne, rot, braun und heute grün, auch die Farbe des Propheten: "Die große Politik bedarf immer der Rechtfertigung durch eine große Idee, hieß es bisher. Aber das ist intellektuell, ideologisch gedacht. Es setzt voraus, dass es noch Ideen gibt, die Gültigkeit haben. Für den, der am Endpunkt eines großen Prozesses der Demaskierung unter dem totalen Ideologieverdacht steht, für den wissenden Nihilisten gibt es keine Ideen. Aber es gibt Ideensurrogate, die man der Masse suggerieren kann. Und man ist umso unbeschwerter, das der Masse zuträgliche und Entsprechende wirksam zu machen, je weniger man an diesen „Ideen“ hängt und Ihnen verhaftet ist. Die (grüne) „Weltanschauung“ geht nicht auf eine höhere Intuition zurück,sie ist bewusst und planmäßig „gemacht“. […] Man müsse einen Mythos schaffen, der den Massen Kraft zum Handeln verleiht" ...

Ich für meine Person habe die Kraft zum Handeln bekommen: Ich habe ein Schild entworfen, auf dem in 8 Sprachen steht:
"Klimawandel ist auf und über diesem Grundstück bei Strafe verboten!" Wenn alle Grundbesitzer auch die Kraft zum Handeln aufbringen, müsste der Klimawandel sich ein anderes Land(Staat) suchen - und dann müssten die nur unserem deutschen Beispiel folgen und die Welt würde genesen!

Ganz genau. Das erinnert mich an eine Geschichte, von welcher Jörg Schönbohm in seiner Autobiographie berichtet. Bekanntlich hat die DEUTSCHE Friedens-bewegung Anfang der 80'er Jahre den Weltfrieden gerettet. Gegen Reagan und gegen Schmidt und gegen Kohl und gegen - AMERIKANISCHE - Atomraketen. DAMALS entwarfen 'Friedensbewegte' mit eigenem Grundbesitz Schilder auf denen dann stand: 'Dieses Grundstück ist eine atomwaffenfreie Zone!'

Alexander Mazurek | Di, 16. Juli 2019 - 19:36

… "Wesentlich für das Zustandekommen der (grünen) Weltanschauung ist daher ihre Suggestivkraft auf die Massen, der innere Zwang zum Gehorsam, den sie ausübt. Ihre Voraussetzungslosigkeit, das ist die große Paradoxie dieser Revolution, eines der wesentlichen Geheimnisse ihrer Wirksamkeit. Es ist ihre Stärke, gerade in dieser Eigenschaft beruht die eigentliche revolutionäre Kraft und liegt der Charakter der Bewegung als „permanente Revolution“, die Unmöglichkeit, sie abzuschließen und zu beenden."
So schrieb Hermann Rauschning 1938 damals über die Nazis. Ich finde, es trifft auf alle "modernen Bewegungen" seit dem 16 Jh. zu, auch die 68er und die heutigen grünen Enkel der braunen Opas. Eine ganz altertümliche Quelle sagt dazu "Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was getan wurde, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne."

Alexander Mazurek | Di, 16. Juli 2019 - 19:42

… "Und die Frage wird immer unabweisbarer: wie lange ein Staatswesen, eine Nation und Gesellschaft die totale Voraussetzungslosigkeit ihrer regierenden Elite ertragen können, ohne innerlich auseinanderzubrechen.
Die ofenkundigen Ziele und Programmpunkte sind Karten, die jeweils auf den Tisch geworfen oder in der Hand zurückgehalten werden. „So kommt es, dass man überall, wo man in Deutschland revolutionäre Arbeit zu leisten meint, Revolution schauspielert, und dass die eigentlichen Umwälzungen sich unsichtbar vollziehen“ sagte Ernst Jünger noch vor dem Umbruch. Gerade das ist es: die eigentlichen Umwälzungen und ihre wirklichen Motive bleiben verborgen, indem auf der öffentlichen Bühne Schauspiele ablaufen, die mit der Wirklichkeit nichts gemein haben. Es zeigt die Dämonie der Bewegung, die gerade da Revolution und revolutionäre Zerstörung ist, wo es niemand vermutet."

Ernst-Günther Konrad | Mi, 17. Juli 2019 - 09:12

Wollten die Grünen nicht die "weichen" Drogen freigeben? Nun, sie haben sie bereits verteilt und natürlich haben auch DGB und der BUND ordentlich mitgeraucht. THC vernebelt das Gehirn wird in Studien beschrieben und führt zu Langzeitschäden. Natürlich machen BUND und DGB keine konkreten Aussagen, sondern machen das, was alle Klimaretter alle tun, lautstark mal darüber geredet, aber wenn es konkret werden soll,
das muss europäisch gelöst werden. Wir brauchen auf alle Fälle mal eine Steuer. Wenn sich beide Organisationen nicht verrechnen. Die SPD hat genau mit ein solcher Taktik die Bindung zur Klientel verloren, den beiden wird es nicht anders gehen, denn sie spalten ihre eigenen Organisationen. Bin mal gespannt, wann die sich gegenseitig Rassismus und gefährliches rechtes Denken vorwerfen. Die Zersetzung Deutschlands wird gründlich in alle Bereiche getrieben.
Deutschland schaftt sich eben ab und Sarrazin aus der SPD, muss um seine politische Heimat kämpfen, weil er es sagt.

Wilfried Düring | Mi, 17. Juli 2019 - 17:18

In reply to by Ernst-Günther Konrad

Den Gewerkschaften in Deutschland ist nicht mehr zu helfen. Wer ist die Kern-Klientel des DGB? Ich würde sagen: Auto- und Maschinenbauer, Stahlkocher, Bergleute, Werftarbeiter (früher). Hoher und dadurch schlagkräftiger Organisationsgrad, Spitzen-Löhne und dadurch hohe Gewerkschafts-Beiträge. Alle genannten Branchen haben es - natürlich - schwer. Es sind 'alte' Branchen und die Konkurrenz (vor allem in Asien) ist stark. Wie man sich als Gewerkschaft an der forcierten Abschaffung des Industriestandorts Deutschland und an der aktiven Abschaffung oben genannten 'alten' Branchen (Autobau, Kohle) AKTIV beteiligen kann, ist nicht zu begreifen. Teile der Gewerkschaftsfunktionäre beteiligen sich an der Lüge von den tollen 'Ersatzarbeitsplätzen'. Diese Ersatzarbeitsplätze kann man im Ruhrgebiet schon besichtigen - auf den Arbeitsämtern von Gelsenkirchen, Duisburg, Oberhausen und Essen. Diese Funktionäre schaffen die eigene Basis ab - und dann sich selber.

Sehe das exakt wie Sie Herr Düring. Wenn sich das Arbeiterberufsfeld verändert muss sich die SPD eben zeitgemäß anpassen und das daraus entstehende arbeitende Volk für sich gewinnen. Den Dienstleister in allen Bereichen, Menschen im öffentlichen Dienst, wenigstens in den unteren Einkommensstufen, der Niedriglohnsektor usw.
Nur genau das, haben die einfach nicht erkannt. Stattdessen wurde der Eindruck geschaffen, man kümmere sich um jede Minderheit, aber eben nicht um diejenigen, die das Geld erwirtschaften, das sie ausgeben wollen.
Übrigens, gerade die Gewerkschaften haben aus meiner Sicht in großen Anteil am zerfall der SPD. Viele Funktionäre in Parteien, Aufsichtsräten und Stiftungen usw.
Auch für die gilt: Wes Brot ich ess, des' Lied ich sing."

Ernst-Günther Konrad | Mi, 17. Juli 2019 - 09:20

Herrlich Loriot's Rennbahngespräch. Ich frage mich, wo sind denn die "vielen" jugendlichen Weltenretter gerade? Höre nichts von ihren "Großdemos" und lese auch nichts. Ach stimmt, die machen ja Urlaub vom Schulstress und die Beine sind auch müde vom vielen protestierenden Laufen. Bin mal gespannt, welche Twitterbilder uns wieder nach den Ferien bekannt werden, wo Grüne Weltenretter im Ausland die Dummheit ihrer Wähler mit einem freudigen Lächeln und einem Eisbecher in der Hand feiern.
Vieleicht laufen auch alle gerade zu Greta um ihr zu huldigen. Oder nehmen die doch "ausnahmsweise" mal den Flieger. Jetzt fällt mir ein, die machen einen Workshop und erfinden neue Weltprobleme, die es in Deutschland zu lösen gilt.
Lese gerade auf Focus, dass die Grünen derzeit an Wahlzustimmung verlieren und Frau Merkel noch immer die beliebteste Frau Europas ist.
So kann man Sommerlöcher auch füllen. Habe jedenfalls kräftig gelacht. Solche Meldungen ersetzen jedes gute Witzbild in meiner Fernsehzeitung

Verlegt man die Freitags-Demos auf den Samstag und streicht das Handgeld, dann ist plötzlich Schluss mit lustig … !
Wer lässt sich schon gern zum Null-Tarif für linkspopulistische Zwecke instrumentalisieren?

Beate Weikmann | Mi, 17. Juli 2019 - 16:57

Leisten Sie eigentlich auch einen eigenen Beitrag zu den Kommentaren oder reagieren Sie nur auf die Beiträge anderer. Es wäre schön wenn Sie Ihre eigenen Ideen einfließen lassen würden. Erst dann kann Konversation stattfinden.

Beate Weikmann | Mi, 17. Juli 2019 - 17:08

Die FfF werden beklatscht von den Medien der Kanzlerin und allen denen sie Nützen um die CO 2 Steuer einzuführen. Es hieß die Bevölkerung sei jetzt bereit dazu. Also sind die jungen Leute scheinbar lange genug gelaufen. Niemand sagt Ihnen das die Erfahrung zeigt das nur durch erhöhte Steuern sich nichts am Verhalten ändert, siehe Branntwein, Sekt, Tabak usw.

Die selbstproduzierte Umwelt-Hysterie kann man jetzt mithilfe von „Gutachtern“ und „Wirtschaftsweisen“ nutzen, um über eine Co2-Steuer und Benzinpreiserhöhung die inzwischen unbezahlbar gewordene Flüchtlingspolitik zu finanzieren. Dem Souverän übergeht man, denn man hat ja vorgesorgt: jede Kritik von Menschen mit eigener Meinung wird ja inzwischen mit der Nazikeule erschlagen, deshalb braucht man keine ernsthafte Gegenwehr mehr zu befürchten.

Josef Olbrich | Mi, 17. Juli 2019 - 17:50

Nun laufen sie nicht mehr, die FfF, es sind ja Ferien, da kann man kein Unterricht schwänzen.
Zu der ideologischen Überhöhung der Klimadebatte ein Hinweis: Das Klima dieser Erde kennt keinen Stillstand. Wir leben in einer klimatischen Zwischeneiszeit, der wir unsere, durch die technische Entwicklung und die Vermehrung der Erdbewohner, zusätzlich Last aufpfropfen. Nun spielt noch ein weiterer Faktor in der Klimadebatte eine ideologischen Überhöhung. Durch den Zerfall des sozialistischen Lagers fehlte das ideologische Feindbild, das die Marktwirtschaft bildete. Eine Bekehrung dieser Menschen hin zur Markwirtschaft ist misslungen. So kommt die Klimadebatte für diese Ideologen zur rechten Zeit. Endlich kann man den Menschen wieder Vorgaben machen. Einschränkungen, neue Steuern und wer weis auf welche Ideen diese Ideologen noch verfallen. Für Sozialisten ist der Mensch ein Objekt, den man betreuen muss, damit er die Welt versteht. Doch denken die Menschen auch so?

Wilfried Düring | Do, 18. Juli 2019 - 15:05

In reply to by Josef Olbrich

'Für Sozialisten ist der Mensch ein Objekt, den man betreuen muss, damit er die Welt versteht.'

Herrlich. Danke für diesen Satz.
Das ist genau die Erfahrung, die Millionen Menschen in der DDR gemacht haben.
Das ist genau die Erfahrung, die Millionen Menschen heute wieder machen.
Es gibt die Begriffe der 'Erziehungsdiktatur' und des 'Betreuten Denkens'.
Diejenigen, die sich das (besonders in Sachsen) nicht mehr bieten lassen wollen, wählen - oft genug aus Frust - die AfD!
"Für wie blöde hält man das 'dumme gemeine Volk'.
Das 'dumme gemeine Volk' ist alles - nur nicht dumm. Die Leute artikulieren sich vielleicht nicht perfekt; aber sie wissen genau was passiert.
Sie wissen, dass sie vera... werden. Und sie wissen, dass sie für ihre Vera… auch die Kosten übernehmen sollen."
Zitat: Henryk M. Broder am 26.03.2018 in 'Broders Spiegel' auf achgut.com
(online verfügbar)

Günter Johannsen | Fr, 19. Juli 2019 - 19:54

In reply to by Wilfried Düring

ist ein Muss für Leute, die mit dem eigenen Hirn denken können und auch wollen!
Ich warte schon auf den Nächsten ... Sehr zu empfehlen !
Henryk M. Broder sollte Bundespräsident werden. Er ist ein brillanter Denker und auch im Formulieren exzellent … er ist authentisch, ehrlich, hochintelligent!

Dieter Freundlieb | Mi, 17. Juli 2019 - 22:53

Das wirklich Absurde an dem ganzen Klimahype finde ich die Tatsache, dass praktisch nichts von dem, was das IPCC und unser Potsdamer Institut PIK uns weismachen wollen, wissenschaftlich haltbar ist.

Keines der über hundert existierenden Computermodelle lässt sich auf vergangene erdgeschichtliche Perioden zweifelsfrei anwenden. Selbst das IPCC hat zugegeben, dass das Klima ein derart komplexes System ist (non-linear und chaotisch), dass Prognosen nicht erstellt werden können. Das Wort Prognose wird deshalb auch offiziell nicht mehr verwendet.

Dass ein Konsens kein Wahrheitskriterium ist, dürfte jedem Kenner der Wissenschaftsgeschichte bekannt sein, wobei die immer wieder zitierten 97 Prozent ohnehin weitgehend erschwindelt sind.

Es gibt übrigens Tausende von international hoch angesehenen Wissenschaftlern, die der AGW-Theorie des IPCC widersprechen. Nicht nur ein paar 'Dullis', wie Rezo sie spöttisch-diskriminierend in seinem Video genannt hat.

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