- Kunst und Comics und Selbstgefallen im Museum
Die Kunstmuseen haben viel Kundschaft. Deutschland gehört zu den Ländern, in denen es laut Statistik mehr Museumsbesucher als Einwohner gibt. Früher hieß es, dass Kunst etwas für wenige sei. Da muss man sich wohl geirrt haben! Oder doch nicht?
„In der Tat gleichen die Museen mehr und mehr Leichenschauhäusern, die der Ursprungsform auch darin entsprechen, dass es nur noch um mechanische Identifizierungen geht. Die Korridore mit den Bilderstafetten als die Comics für gehobene Bedürfnisse, mit den Hinweistafeln als Sprechblasen.“ So sprach, mehr den Holzhammer als das Florett benutzend, Joachim Fest. Immerhin, der große Erfolg der Museen dürfte damit zusammenhängen, dass man in ihnen Bilder sehen kann, nicht Texte lesen muss. Letzteres fällt den Menschen bekanntlich immer schwerer, sofern die Texte länger als drei Zeilen sind. Die Besucher verbringen, wiederum laut Statistik, im Durchschnitt elf Sekunden vor einem Exponat. Das ist ungefähr so viel, wie sie benötigen, um eine Kurznachricht auf Whatsapp zu lesen. Das Tempo der sozialen Medien teilt sich dem Schritt im Museum mit – die Bilder werden nicht betrachtet, sondern gescrollt.
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... ein unauflösbarer Widerspruch. Aktuell natürlich politisch nicht korrekt.
Der Kunstliebhaber versteht und geniesst das Erhebende, wohingegen der (Massen-) Beschauer versucht, sich selbst etwas zu erheben, dabei das Kunstwerk benutzend bzw. konsumierend. Mediokrität eben.
