Pusteblumen im Sonnenlicht / dpa

Die Gesellschaft in der Debatte - „Wir haben Angst, verletzt zu werden“

Die Juristin Frauke Rostalski beobachtet, wie unsere Gesellschaft immer vulnerabler wird – und hat dem Thema ein ganzes Buch gewidmet. Im Interview warnt sie: Das geht zulasten von Freiheit und Selbstverantwortung.

Ralf Hanselle / Antje Berghäuser

Autoreninfo

Ralf Hanselle ist stellvertretender Chefredakteur von Cicero. Im Verlag zu Klampen erschien von ihm zuletzt das Buch „Homo digitalis. Obdachlose im Cyberspace“.

So erreichen Sie Ralf Hanselle:

Frauke Rostalski ist Rechtswissenschaftlerin, Philosophin und Hochschullehrerin an der Universität zu Köln. In diesen Tagen erscheint ihr Buch „Die vulnerable Gesellschaft. Die neue Verletzlichkeit als Herausforderung der Freiheit“ (C.H. Beck).

Frau Rostalski, Menschen sind verletzlich. Schon ­Goethe spottete in seinen späten Jahren, dass die junge Generation schrieb, als wäre sie krank und die Welt ein Lazarett. Wenn Vulnerabilität also ein überzeitliches Phänomen ist, was gibt es dann daran zu kritisieren?

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Markus Michaelis | Sa., 18. Mai 2024 - 21:07

Frau Rostalski hat den Begriff der Gerechtigkeit (uneingeschränkt?) positiv verwendet. Mir scheint aber gerade hier ein Problem der Gesellschaft zu liegen. Gerechtigkeit ist erstmal ein durch die Biologie und unsere Hirnstruktur vorgegebenes Gefühl, wie Wut, Liebe (Empathie, Emotion), Hass, Zuneigung zu oder Ablehnung von anderen Menschen. Ohne die sehr spezielle menschliche "Maschine" mit (unserer Art von) Ichbewusstsein und anderen Vorgaben, kann man Gerechtigkeit gar nicht definieren. Innerhalb der menschlichen Sphäre ist es ein ganz starkes Gefühl, aber nicht exakt definierbar und, wesentlicher, nicht widerspruchsfrei.

Es gibt keine widerspruchsfreie, eindeutige Gerechtigkeit für alle Menschen und alle Umstände - es gibt aber sehr starke Gefühle dazu. Ein Problem heute ist, dass wir den Gefühlen ganz nachgeben wollen, wir erwarten 100% Gerechtigkeit. Wir lehnen es aber genauso 100% ab uns mit diesem widersprüchlichen Begriff auseinanderzusetzen.

Kann das gutgehen?

Jens Böhme | So., 19. Mai 2024 - 09:30

Ein schlechtes Beispiel mit der Ukraine. In Kriegszeiten (wir wollen es nicht eingestehen, dass wir im Krieg zu Russland stehen) über Freiheit oder Unfreiheit zu diskutieren, untergraben Freiheitsgedanken und Freiheitswillen. Falls ein deutscher Landstrich in Gefahr ist, sollte kein Deutscher sinnieren, ob dessen Verteidigung mit Pfeil und Bogen humaner und gerechter sei, als mit schweren Waffen.

Ronald Lehmann | So., 19. Mai 2024 - 18:54

da dieser eine
ENTWURZLUNG von GOTT & FAMILIE
manifestiert hat

weil
der neue Zeitgeist, die Gesellschaft
KONTROLLIEREN (!!!) will
mit betreuten denken & handeln
von der Geburt bis zur Bahre

& durch die Entwurzlung der Menschen
vor allem meist Frauen
weil diese wie im Tierreich einen Herden-Blick haben & sich für ihre Kinder verantwortlich fühlen
solange die Geburt eines Kindes
ein intensiver Wunsch von ihr war

wogegen viele Männer schon immer Einzelgänger waren & sind

Jedenfalls sind all diese Geschöpfe wie ein Blatt im Wind, ohne (Gott)-Vertrauen
in irgend etwas oder wem
einsam wie in der Wüste alleine