- Und dann vielleicht Schutzengel werden
Der Jazz-Trompeter Till Brönner über seine idealen letzten Lebensstunden in Rom, mit einem langen Spaziergang durch die ewige Stadt, einem Kirchenbesuch und einem letzten Konzert auf dem Anwesen der Villa Massimo
Im Jazz bin ich oft älteren Menschen begegnet. Einige von ihnen waren ihren letzten 24 Stunden schon so nahegekommen, dass sie mir davon erzählen konnten. Es rang mir Respekt ab, was in solchen Momenten alles passieren kann, sodass ich es mir nicht herausnehmen kann, leichtfertig über meinen letzten Tag zu fabulieren. Ich bin katholisch erzogen worden und war viele Jahre Messdiener, Taufen und Beerdigungen inklusive. Diese Prägung lässt einen nicht los. Ich halte es für möglich, dass sie im Angesicht des Todes so stark wie nie spürbar wird.
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Diese Aussage von Till Brönner möchte ich dick unterstreichen.
Auch ich glaube daran, daß wir als geistige Wesen
nicht sterben, sondern - in welcher Weise auch immer - weiterleben werden. Das ist für mich die
Kernaussage des christlichen Glaubens, den ich
verinnerlicht habe. Wie bei Brönner spielt auch
bei mir die Prägung in Kindheit und Jugend dabei sicher eine entscheidende Rolle.
Musik ist ein Teil dessen, was den geistigen Menschen ausmacht. Sie ist - neben der Meditation, der Versenkung in die wunderbare Welt des Schönen und Fantastischen sowie anderen Möglichkeiten - eine Brücke, auf der ein Mensch erste Schritte in die rein geistige Welt gehen kann.
Ich würde mir daher wünschen, beim Hören von Musik, die ich geliebt habe, sterben zu dürfen.
