Antaios-Verlag - Rechtes vom Rittergut

Der Antaios-Verlag gilt als Hausverlag der „Neuen Rechten“. Dabei zählt Verlagsgründer Götz Kubitschek ausgerechnet den Hitler-Attentäter Claus von Stauffenberg zu seinen Vorbildern. Doch auch das passt gut zur gezielten PR-Strategie des „Vordenkers“ aus Schnellroda

Götz Kubitschek auf seinem Rittergut in Schnellroda
Spiritus rector der „Neuen Rechten": Verleger Götz Kubitschek auf seinem Rittergut in Schnellroda

Autoreninfo

Frederick Leo studiert Geschichte in Oxford, Großbritannien. Er betreibt das englischsprachige Think Tank Omelas Institute.

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Frederick Leo

Vielen Lesern dieses Artikels wird Antaios kein Begriff sein. Warum auch – im politischen Alltag ist davon kaum die Rede. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem fremdartigen Namen aber einer der größten Verlage der sogenannten „Neuen Rechten“ in Deutschland. Gegründet wurde er von dem Aktivisten Götz Kubitschek, bekannt durch seine Kontakte zu Martin Sellner, dem Sprecher der Identitären Bewegung in Österreich, sowie für seine enge Zusammenarbeit mit dem AfD-Rechtsaußen Björn Höcke. Für solche Persönlichkeiten veranstaltet Kubitschek auf seinem Rittergut in Sachsen-Anhalt regelmäßig Seminare und Fortbildungen, in denen rechtes Gedankengut propagiert und diskutiert wird.

Auf der Homepage von Kubitscheks Verlag kann man zahlreiche Schriften aus der Kaiserzeit und der Weimarer Republik bestellen, die seit 1945 aufgrund ihrer antisemitischen oder ultra-nationalistischen Ausrichtung in Ungnade gefallen sind. So zum Beispiel die Troika aus Paul de Lagarde, Arthur Moeller van den Bruck und Julius Langbehn, die der Politikwissenschaftler Fritz Stern in seinem Buch Kulturpessimismus als politische Gefahr als ideelle Vorväter des Nationalsozialismus charakterisierte. 

Riese mit übernatürlicher Kraft 

Einem weiteren Publikum bekannt wurde Kubitschek durch einen Vorfall im Oktober 2017, als Demonstranten seinen Stand auf der Frankfurter Buchmesse umringten und es zu hitzigen Auseinandersetzungen zwischen ihnen und Kubitscheks Anhängern kam. Seither haben Medien und Politik Kubitschek und Antaios auf dem Radar. Die Bedeutung des rätselhaften Namens Antaios wird dabei jedoch wenig beleuchtet. Tatsächlich ist sie aufschlussreich – nicht nur weil Kubitschek mit der Wahl dieses Namens an bestimmte ideologische Strömungen anknüpft, sondern auch, weil sie einen Einblick in das politische Selbstverständnis der „Neuen Rechten“ gibt.  

Aus dem Altgriechischen übersetzt bedeutet Antaios etwa soviel wie „Gegner“ oder „Widersacher“. Der Sage nach hieß so ein in Nordafrika lebender Riese, der Reisende zum Kampf aufforderte und dabei stets bezwang. Grund für seinen Erfolg war die übernatürliche Kraft, die ihm seine Mutter Gaia, die Erdgöttin, durch Kontakt mit dem Boden verlieh. 

Ein Schlenker um das NS-Regime 

Auffallend ist, dass dieser Name in der Vergangenheit auch vorwiegend von Rechtsgesinnten verwendet wurde. So gab der Deutsche Soziologe Hans Freyer, der zu den Vordenkern der „Konservativen Revolution“ gezählt wird, 1918 einem seiner ersten Werke den Namen Antäus. Auch in der Nachkriegszeit wird man unter dem Namen fündig: Antaios hieß eine monatliche Zeitschrift, die zwischen 1959 und 1971 von Ernst Jünger und Mircea Eliade herausgegeben wurde. Jünger, der Autor des kriegsverherrlichenden Buches In Stahlgewittern, wird ebenfalls der „Konservativen Revolution“ zugerechnet; Eliade, ein rumänischer Religionsforscher, sagte in den 30er Jahren der faschistischen „Eisernen Garde“ seine Unterstützung zu. 

Bemerkenswert ist dabei, dass sich von Freyers Antäus zu Jüngers und Eliades Antaios eine Linie ziehen lässt, die um das NS-Regime einen Schlenker macht. Während die frühen Mitdenker der „Konservativen Revolution“ die Nazidiktatur meist nicht mehr miterlebten, zeigten sich spätere Figuren wie Eliade oder Jünger gegenüber dem „real existierenden Faschismus“ in ihren Ländern eher desinteressiert. Dennoch bestehende Verbindungen wie Freyers Arbeit für den Ausschuss für Rechtsphilosophie unter Hans Frank sollte man dabei nicht verharmlosen. Trotzdem rufen die Namen und Werke dieser Persönlichkeiten nicht dieselben NS-Assoziationen hervor wie etwa die der regimetreuen NS-ideologen Alfred Rosenberg und Walter Darre. Zusammengefasst ermöglicht die Wahl des Namen Antaios Kubitschek also, sich auf eine lange Reihe von Vordenkern zu berufen und gleichzeitig die Schandtaten der Nazis von sich zu weisen.

Hitler als Verräter der konservativen Revolution 

Das ist Teil einer bewussten Strategie der „Neuen Rechten“. Um sich von der NS-Diktatur zu distanzieren, hat sie sich Methoden angeeignet, die man normalerweise von linken Bewegungen gewohnt ist. Zum einen beruft sich die „Neue Rechte“ bei ihrer Distanzierung auf ein Argumentationsschema der Trotzkisten, also der Anhänger des Russischen Revolutionärs, der letztendlich im Kampf um die Vormacht Stalin unterlag. Wäre dieser Machtkampf anders ausgegangen, so argumentieren Trotzkisten, dann wäre aus der Sowjetunion keine totalitäre Diktatur geworden – stattdessen hätte man das Ideal des egalitären Arbeiter- und Bauernstaates verwirklicht. Das Problem liegt also nicht beim Kommunismus selbst, sondern schlicht und einfach bei der Person Josef Stalins. 

Ganz ähnlich argumentiert auch die „Neue Rechte“. 2016 erklärte Kubitschek dem Spiegel, den Holocaust halte er für ein „riesiges Verbrechen“. Diesen lastet er Hitler und den Nazis auch eindeutig an. Wie schon angedeutet bezieht sich die „Neuen Rechte“ aber auch nicht auf Hitler und seine Schergen, sondern auf Vordenker, die zwar aus dem gleichen ideologischen Milieu stammen, sich aber meist nicht offen zum NS-Regime bekannten. Damit wird suggeriert, Hitler habe die konservative Revolution verraten und in den Ruin gestürzt, so wie Stalin die bolschewistische. Die vorangehende Ideologie, an der man sich heute noch orientiert, sei somit keineswegs für die Gräueltaten der Nazis verantwortlich zu machen, sondern eben nur die Nazis selbst. 

Das Pendel schwingt zurück nach rechts

An der Außenwand von Kubitscheks Rittergut hängt daher auch nicht etwa ein Banner mit dem Antlitz des Diktators, sondern eines, welches Claus von Stauffenberg zeigt. Ihn preist die „Neue Rechte“ als „wahren“ Repräsentanten der Revolution und als Märtyrer an. Ähnlich sieht es bei seiner Frau Ellen Kositza aus, die Sophie Scholl regelmäßig als ihr Idol anpreist. In diesen Widerstandskämpfern sieht die „Neue Rechte“ gewissermaßen ihre Trotzkis. 

Und hier wird der Name Antaois mit seiner Bedeutung des „Widersachers“ umso symbolträchtiger. Die „Neuen Rechten“ propagieren damit, sie seien die modernen Widerstandskämpfer. Trotzki, Stauffenberg, Scholl – sie alle stellten sich damals gegen den Strom, waren sozusagen die Gegner der gesellschaftlich Mächtigen. 2017 erzählte Kositza dem Freitag, sie sehe sich in ihrer politischen Identität als „Querulantin“, und wundere sich, warum die heutige Jugend sich nicht öfter auch zur Rechten bekennen würde, um die Elterngeneration zu provozieren – rechts sein als Gegenkultur sozusagen. Tatsächlich weisen Kositza und Kubitschek regelmäßig auf angebliche Parallelen zwischen der „Neuen Rechten“ und der 68er-Bewegung hin. Auf der Frankfurter Buchmesse erklärte Kubitschek, das Pendel schwinge nun, 50 Jahre später, endlich wieder zurück nach rechts.  

Von Amazon gestrichen 

Natürlich verbirgt sich dahinter auch wieder der Versuch, sich selbst zu legitimieren. Nach 1968 gingen viele linke Denker wie etwa Adorno oder Althusser in den intellektuellen Kanon ein. Niemand wird heute als „linksextrem“ eingestuft, nur weil er sich mit diesen Autoren befasst. Dagegen strich Amazon 2014 einzelne Bücher des Verlags Antaios von seiner Liste – wegen der als rechtsextrem wahrgenommenen Inhalte – und machte den Verlag ausgerechnet damit erst bekannt. 

In der griechischen Mythologie musste Herakles sich übrigens auch Antaios stellen, als dieser ihm den Weg zum Garten der Hesperiden versperrte. Er bezwang ihn schließlich, indem er ihn von der Erde hob – die göttliche Energiezufuhr also unterbrach – und in der Luft erdrückte.

Klaus Funke | Mi, 20. November 2019 - 13:11

Vielen Dank Herr Frederick. WIedereinmal hat einer wie Sie im linksgrünen Eifer einen Rechtsnationalen (denn das ist Herr Kubitschek!!)trotz anderem Bekenntnis bekannt gemacht. Herr Kubitschek ist , Herr Frederick (wen interessiert, wo Sie studiert haben??? - pure Eitelkeit, genau wie Ihre avantgardistische Frisur)ein durchaus ehrenwerter Verleger. Er glaubt eine Mission zu haben. Na und? Haben Sie nicht auich eine Mission? Snd Sie nicht auch ein Aufklärer? Ich begreife nicht, dass Sie den alten Marketing-Grundsatz: "Empörung ist das beste Marketing!" so verquer anwenden. Sie brauchen auch nkicht hervorzuheben, dass "man" den Antaios Verlag nicht kennt. Denn das stimmt eimfach nicht. Sie haben ihn indes nun noch ein biswschen bekannter gemacht. Qed

...sie schätzen den Möchtegern-Ritter, der im wildesten Osten den Schlossherrn gibt, und bei dem regelmässig die geballte AfD-Kompetenz Rat holt. Denn ein richtiger Deutscher kann politisch ja gar nicht weit genug "Rechtsaussen" stehen, und da kommt ihnen der AfD-Haus- und Hofideologe sicher wie gerufen. Kubitscheck berät ja auch den Volks-Erlöser Hoecke, man darf sogar vermuten, dass wenig Hoecke und viel Kubitscheck zum Vorschein kommt, wenn der blonde Björn mal wieder seine Volksrettungspoesie zum Besten gibt.

Sicher alles nach Ihrem Geschmack, Funke!

Ernst-Günther Konrad | Mi, 20. November 2019 - 13:26

Kenne den Verlag, habe noch nichts bestellt, weis aber jetzt dank Ihres Artikels mehr darüber. Okay, sie legen das Verhalten des Herrn Kubitschek so aus und erklären die Namensgebung aus Ihrer Sicht durchaus zunächst schlüssig. Es kann so sein, es muss so nicht sein. Ihre Schlussfolgerungen sind Ihre persönliche Meinung. Warum eine neue rechte keinen eigenen Verlag haben soll lese ich nirgends. Es sei denn, man legt ihre Vermutungen zugrunde, dass da ganz "böse" Menschen Bücher vertreiben, deren Inhalt auch antisemitisch verstanden werden können.
Aha. Niemand kommt auf den Gedanken, linksfaschistisch zu sein, wenn er Literatur der Vertreter dieser politischen Ausrichtung liest. Wer jedoch das gleiche rechts tut, ist jemand, der seine Gesinnung legitimieren will. So, so.
Wie will ich selbst entscheiden, ob ein Buch rechtslastig oder linkslastig ist, wenn ich es nicht selber lese. Ach stimmt ja, das sagen mir ja die meinungsmachenden Journalisten dann schon und unser "guter" Herr Lenz.

>>auf eine lange Reihe von Vordenkern zu berufen und gleichzeitig die Schandtaten der 'Nazis' von sich zu weisen.<<
Dieser Satz ist eine intellektuelle Unverschämtheit.
Es ist nicht bekannt geworden, daß man wegen der stalinistischen und maoistischen Verbrechen einen Karl Marx nicht mehr lesen (oder sich auf ihn 'berufen') darf. Tote 'Vordenker', die von Diktatoren und Verbrechern benutzt und gebraucht wurden, konnten sich selber nicht mehr wehren.
Die FRAGE nach der Veranwortung dieser 'Vordenker' ist unbedingt berechtigt.
Das (natürlich zu Lasten von 'Rächten' sehr einseitige) URTEIL ist es nicht bzw. nicht (immer) zwingend.
Der deutsche Reformator Martin Luther übersetzte die Bibel in die deutsche Sprache. Ein (auch sprachlich) großartiges Werk! Dieser Luther schrieb 1543 ein furchtbares Traktat: 'Von den Juden und ihren Lügen'. Nazis beriefen sich bzgl. Ansemitismus ausdrücklich auf Luther und dieses Werk. War Luther ein 'Vordenker' der Shoah? Es gibt keine 'einfachen' Antworten!

Tomas Poth | Mi, 20. November 2019 - 13:37

Oder auch Widerstand gegen totalitäre Strukturen oder sich anbahnende totalitäre Strukturen zu leisten, das kann doch nur ehrenhaft sein.
Das ist auch im Sinne unseres Grundgesetzes Art. 20 Abs. 4!
Das Amazon diesen Verlag gestrichen hat kann man als eine Entmündigung der Leserschaft aus linker Gesinnungshaltung bei Amazon sehen.
Die Rechtsphobie unserer 68er-Gestörten ist aus der 12jährigen NS-Zeit erklärbar. Berechtigt aber zu keiner Verleumdung und Entmündigung des Lesers. Informationsfreiheit gehört auch zu unserer Demokratie!

Christoph Kuhlmann | Mi, 20. November 2019 - 13:40

ob alles rechts der Mitte als faschistisch klassifiziert wird oder nicht. Leider beschränkt sich dieser sehr gut geschriebene Artikel auf die Nennung verschiedener Namen ohne die dazugehörigen Ideen auch nur ansatzweise zu diskutieren. Dies ist sehr bedauerlich, da den wenigsten Lesern die genannten Autoren bekannt sein dürften. Wer interessiert sich schon für den Unterschied zwischen Naziideologen und Konservativen der Weimarer Republik. Wer einmal "Mein Kampf" an der Uni referieren musste, hat keinen Bedarf an weiteren wirren Ergüssen dieser Art. Was Ernst Jünger betrifft, der saß in der Wehrmacht, die seine Bücher verlegte, auf seinen Marmorklippen und verspottete Hitler als Oberförster. Ich habe mir abgewöhnt über Autoren und Buchtitel nachzudenken, sondern denke nur noch über Ideen nach. Das Namedropping in diesem Artikel ist in der angelsächsischen Welt nicht zu unrecht verpönt. Die Zeit ist einfach zu schade dafür, denn es gibt so viele Ideen.

faschistisch. Bei Kubitscheck stellt sich für diese Frage jedoch kaum. Zur Erinnerung: Lucke werte sich damals nach Leibeskräften gegen seinen Eintritt in die AfD, Leute wie Poggenburg oder Hoecke wollten ihn als Mitglied willkommen heissen - der Letzte ist immer noch Mitglied, und zwar bedeutends, der Vorletzte zwar nicht mehr, wirbt aber immer noch für die AfD.
Was mich jedoch erstaunt (und was die Cicero-Redaktion nachdenklich machen sollte) ist die Reaktion in diesen Kommentarspalten: Die mehr oder weniger offensichtlich Verteidigung eines Ideologen, der die Demokratie als dekadent ablehnt und sich an "Helden der Wehrmacht" er"goetzt".

Intro: Als die bürgerliche Mittelschicht, die katholische Kirche, die Beamten und die Armee die Partei NSDAP unterstützten, begann die radikale Umgestaltung der Gesellschaft in den 20er/30er Jahren.

Die „Neue Rechte“ wird in der Kommunikation vorsichtiger werden, der Ruf ist bereits ruiniert. Der Versuch einer Meinungs- und Deutungshoheit wird jedoch bleiben. Das geht jedoch nur noch mit Kampagnen und „Störungen“ (soziologisch), speziell im Social-Media-Bereich und auf anderen Plattformen.

Die Äußerungen zur deutschen Geschichte bleiben jedoch. Die Umerziehung der Bevölkerung zum „deutschen Volkscharakter“ durch die „Zuchtmeister“ („Höcke“). Die „starke Hand“ und „die Sehnsucht der Deutschen nach einer geschichtlichen Figur“ („Höcke“) um „die Schutthaufen der Moderne (zu) beseitigen“ („Höcke“).

Bestimmte Wähler scheinen damit nicht das geringste Problem zu haben. Ist man eigentlich ein Faschist, wenn man Faschisten wählt?

Sie verbreiten Halbwahrheiten, vereinfachen und pauschalieren. In der Summe entsteht eine Lüge.
Der 'Aufstieg' der Partei fiel zeitlich zusammen mit dem Beginn der Welt-wirtschaftskrise 1929/30, in deren Folge Millionen arbeitslos wurden und verelendeten.
Die 'Armee' (Reichwehr) war gespalten, wie die übrige Gesellschaft auch. 1932/33 gab es Putschpläne (noch unter Kanzler General Schleicher); ebenso vor und nach dem 'Röhmputsch' (30. Juli 34). Erst nach dem Tode Hindenburgs (02.08.1934) war die Reichswehrführung gleichgeschaltet und unterstützte zuverlässig das Regime.
Das katholische 'Milieu' incl. Klerus ließ sich nie völlig gleichschalten. 1937 veröffentlichte der Papst die Enzyklika 'Mit brennender Sorge', die klar gegen die NS-Bewegung gerichtet war. Die Menschen in Westfalen und im Münsterland standen hinter Bischof Galen, als der gegen die Euthanisie-Morde predigte.
Ihre PAUSCHALEN Vorwürfe werden widerlegt durch Scholder/Thierfelder:
'Die Kirchen und das Dritte Reich'!

"Was mich jedoch erstaunt (und was die Cicero-Redaktion nachdenklich machen sollte) ist die Reaktion in diesen Kommentarspalten: " Herr Lenz, das ist praktizierte Meinungsäußerungsfreiheit. Es gibt außer Ihrer, noch andere politische Meinungen und Weltsichten. So wie Sie haben alle Kommentatoren das Recht Ihre Meinungen darzulegen, auch wenn diese mit der Ihren nicht übereinstimmen. Da müssen Sie wohl durch. Ihr versteckter "Wink mit dem Zaunpfahl" (eine alte Redewendung) an die Cicero- Redaktion, weckt in einen ehemaligen DDR- Bürger unangenehme Erinnerungen.

beinhaltet natürlich auch das Recht, Persönlichkeiten, die ablehnend zur Demokratie stehen, sowie diejenigen, die diese Persönlichkeiten mindestens tolerieren, zu kritisieren.
Nicht wahr, Herr Keil?
Oder finden Sie, "man muss doch wohl sagen können, was man denkt", aber das Gesagte oder die Zustimmung zu dem Gesagten darf nicht kritisiert werden, gleich wie "bedenklich" es sein mag?

Armin Latell | Mi, 20. November 2019 - 14:06

der sich selbst nach meinem Eindruck als elitär betrachtet, in Oxford Geschichte studieren darf, in diesem Artikel mit „ geschichtlichem Fachwissen“ um sich wirft, der vor allem Eines zeigt: dass er glaubt, den Stein der Weisen gefunden zu haben um einen „Rechten Verleger“ und seine Ehefrau vermeintlich intellektuell und wissenschaftlich so richtig zu diskreditieren. Denn: wer Kontakt zu M.Sellner oder B.Höcke hat ist schon per se Nazi. Das unsägliche Verhalten der Frankfurter Messeleitung damals wie auch heute beim Umgang mit sogenannten „Rechten Verlagen“ stand wohl noch nicht auf seinem Lehrplan. Clever hatte Kubitscheck 2018 deshalb diese und den Rest der „Weltoffenen, Bunten und Pseudotoleranten“ verladen. Ich habe mit dem Antaiosverlag nichts zu tun, aber dieser Artikel hätte in seiner „Qualität“ und „Intention“ von einer Reschke, einem Restle oder ähnlichen Fehlgeleiteten stammen können. Also gute Voraussetzung für eine spätere Karriere in De, vllt. bei der AAS.

Jürgen Keil | Mi, 20. November 2019 - 16:37

Die Leos haben es mit den Rechten. Das Buch von Per Leo/Steinbeiß/Zorn, „mit Rechten reden, ein Leitfaden“, aber auch die Gegenschrift, „Mit Linken leben“ von Caroline Sommerfeld und Martin Lichtmesz“ habe ich gelesen. Sommerfeld ist übrigens mit Prof. Lethen verheiratet, über den ich las, er sei ein Linker. Eine Ehe Rechts mit Links? Warum nicht? Kluge Menschen, Demokraten, respektieren andere politische Meinungen. Aber das nur am Rande. Beide Bücher hätte ich nicht benötigt. Ich muß nicht an die Hand genommen werden, brauche kein Deutungsgeländer. Ich lese selbst und denke. Natürlich kann ich irren. Der vorliegende Text hat mir nichts neues gegeben, weder über Antaios, noch über den „Aufklärungseifer“ junger Linker. Ich werde weiterhin die Bücher lesen, die ich will, von sozialistischen oder konservativen Autoren, auch wenn diese von Amazon gesperrt wurden. Ich habe fast 40 Jahre im "real existierenden Sozialismus" gelebt. Von geistiger Gängelei habe ich die Nase voll!

Herr Leo, wenn Sie erlauben ein ganz hervorragender Beitrag. Mein Sohn hatte ebenfalls einmal die Gelegenheit an der Law Faculty Oxford zu studieren. Heute beschäftigt er sich mit hochkomplexen „globalen“ Dingen (da muss ich selbst passen) und promoviert gerade in dieser Sache.

Fachliche Exzellenz wirkt auf den Laien manchmal elitär, inszeniert jedoch nicht in der Sache, sondern analysiert messerscharf und auf den Punkt.

Vielen Dank für Ihren hervorragenden Beitrag

Bernhard Jasper

Klaus Scholz | Mi, 20. November 2019 - 18:43

Erstaunlich finde ich, daß der sonst so qualitätsbewußte CICERO diesen Artikel veröffentlicht hat. Er strotzt von Fehlern (die meisten sog. Homestorys erschienen vor den Zwischenfällen auf der Frankfurter Buchmesse), unterschlägt wesentliche Fakten hinsichtlich der Rolle der Konservativen Revolution als in überwiegender Zahl in scharfer Gegnerschaft zu Hitler stehend, & wo das offensichtlich ohnehin spärliche Wissen über Fakten, Historie & Zusammenhänge nicht mehr ausreicht, beginnt die Propaganda & die Konstruktion der hinlänglich bekannten Sprechblasen. Armselig, überflüssig & ausgesprochen ermüdend.
Thema verfehlt, Sechs! Setzen!

Klaus Scholz, Hamburg

Helmut Bachmann | Mi, 20. November 2019 - 20:20

denn konservativ? Ich denke nicht. Sie waren umstürzlerisch. Eine "Bewegung", die das "Höchste und Beste" "retten" wollte. Also auch Vorläufer der 68er, der SED Diktatur und der heutigen Demokratieverachter von links.

Klaus Peitzmeier | Mi, 20. November 2019 - 20:59

Wenn Kositza/Kubitschek die Chefideologen der "Neuen Rechten" sind, sollten die unbedingt in die AfD aufgenommen werden. Dann hat sich der Fall doch erledigt. Solche wirren Spinnereien überzeugen keinesfalls 5 % der Wähler. Höcke zeigt sich mit Hitlergruß Spinnern auf Demos u gemeinsam sollen sie am "Mahnmal der Schande" Sophie Scholl gedenken? Wie irre ist das denn? Wenn das die Alternative zu Angela Merkel sein soll, dann bitte nochmal drei Legislaturperioden mit Angela.

Haben Sie je selbst schon irgend einen Text von Kositza, Kubitschek oder gar das Buch von Höcke/Hennig gelesen? Das sollte man tun, ehe man diese Leute als Spinner bezeichnet. Auf Erklärungen voreingenommener linker Aufklärer, wie Frau Amann vom Spiegel oder die Herren Leo verlasse ich mich nicht.

Klaus Funke | Do, 21. November 2019 - 18:19

In reply to by Jürgen Keil

Das ist ja die Methode der linken Gutmenschen - die Polemik. Und darauf zu vertrauen, dass keiner nachliest und das Vorgekaute schluckt. Dabei muss die Devise heißen: Selber lesen macht klug. So wie selber essen, satt macht. Auch in diesem Forum werden immer wieder Behauptungen und manchmal intellektuell klingende Halbwahrheiten verkündet - und das soll dann "gefressen" werden. Es ist wie zu Zeiten der verblichenen DDR. Da haben uns die Chefideologen erklärt, was böse und klassenfeindlich ist. Man konnte damals manches tatsächlich nicht lesen, weil man nicht ran kam. Das ist jetzt anders. Erst wenn man Kubitschek, Höcke u.a. wirklich gelesen und verstanden hat, sollte man mitreden. Eine Kehrseite ist z.B. Hitlers "Mein Kampf" - man sollte dieses Buch lesen, dann versteht man, was die Nazis - die richtigen Nazis! - vorhatten und wie sie die Welt sahen. Die Rede "Das muss ich nicht lesen, ich weiß sowieso, was drin steht!" ist genau diesselbe Ignoranz wie heutzutage.

Wilfried Düring | Do, 21. November 2019 - 18:48

In reply to by Jürgen Keil

Auf youtube gibt es das Format: 'Aufgeblättert. Zugeschlagen. Mit Rechten reden.' Die Dresdener Buchhändlerin Susanne Dagen, Frau Kositza und jeweils ein Gast stellen Bücher vor. Das ist Literaturbesprechung auf vglw. sehr hohem Niveau - nichts mit 'Nazi', 'Haß' und 'Hetze'. Man kann über einzelne vorgestellte Bücher streiten, natürlich auch über Meinungen - von der NS Ideologie ist dieses Format ganz weit entfernt !!
Die wirklichen Nazis mochten keine guten Bücher - sie haben sie verbrannt.
Warum sollen 'Rechte' nicht z.B. Christoph Hein ('Gegen-Lauschangriff') lesen (letzte Sendung) - vielleicht lernen sie doch was dabei?!
Interessenten googlen nach 'Buschhaus Loschwitz' und gucken mal ein Video.

Klaus Peitzmeier | Do, 21. November 2019 - 20:47

In reply to by Jürgen Keil

Lieber Herr Keil, ich fand die AfD des Herrn Lucke u Henkel gut. Deren Kritik an der Schuldenübernahme anderer Länder u der EU. Die AfD Kritik am radikalen Islamismus, dem laschen Umgang mit Clankriminalität u der Inneren Sicherheit unterstütze ich voll. Nichts zu tun haben möchte ich mit braunem Brauchtum, Antisemitismus, Faschismus oder irgendetwas anderem was auch nur im Entferntesten mit Nazis in Verbindung gebracht werden kann. Hitlergruß zeigende Leute, mit braunen Devotionalien tätowierte Glatzköpfe mit Springerstiefeln ekeln mich an u Personen die deren Nähe suchen bzw. nicht meiden, ebenfalls.
Und Herr Höcke sucht diese Nähe u bei ihm habe ich ständig das Gefühl, daß er gerade wieder vorm Spiegel die übelsten Hitler- und Göbbelsreden eingeübt hat u diese seinem geneigten Publikum in ähnlicher Form nahebringen will. Mir reicht es Höcke u seine Komparsen zu sehen. Seine Werke zu lesen, wäre für mich eher ein Brechmittel. AfD ohne Höcke ok. Mit Höcke: NEIN DANKE!

Danke, Herr Peitzmeier, für Ihre Selbstreflexion, wiewohl ich keineswegs Ihre Meinung teile. Es ist wie beim derzeitigen Trump-Bashing: Hörensagen, Meinungen von Dritten übernehmen - man muss das Gericht schon selber kosten, wenn man mitreden will. Das ist nunmal so. Ansonsten ähnelt man dem Vogel Strauß. Kopf in den Sand. Oder: Muss ich nicht lesen, ich weiß sowieso, was drin steht, oder weil ich den Autor nicht leiden kann. Das ist - Pardon - ohne Niveau. Fast schon kindisch... Ansonsten: Dr. Joseph Goebbels und nicht "Göbbels". Rechtschreibung beachten.

Klaus Peitzmeier | Fr, 22. November 2019 - 19:26

Lieber Herr Funke, ich muß nicht "Mein Kampf" gelesen haben um zu wissen, daß Hitler ein Verbrecher war.
Und Sie sollten mal darüber nachdenken, ob es sein kann, daß alle die nicht ihrer Meinung sind, niveaulos u kindisch sind. Vielleicht haben auch andere in Ihrer Beurteilung mal Recht. Ihre Schwäche ist, daß Sie einfach ohne Not persönlich werden.
Das hier ist ein Diskussions- u kein Beleidigungsforum.