Erfahrungsbericht zum Weltfrauentag - Wie wir Sexisten zu Feministen wurden

Mit Sexismus setzen sich die meisten Männer kaum auseinander. Dabei verursachen sie ihn häufig selbst. Mit einer einfachen Frage war es unseren Gastautoren möglich, einen Perspektivwechsel einzuleiten. Etwas, das jeder Mann tun kann. 

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Sexismus ist immer noch allgegenwärtig / dpa

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Vincent-Immanuel Herr ist Autor, Historiker und Feminist. Er ist HeForShe Botschafter von UN Women Deutschland und Teil von HERR & SPEER. Seine Bücher erscheinen bei Droemer.

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Martin Speer ist Autor, Ökonom und Feminist. Er ist HeForShe Botschafter von UN Women Deutschland und Teil von HERR & SPEER. Seine Bücher erscheinen bei Droemer.

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Martin Speer

Die meisten Männer halten sich nicht für Sexisten, sie sind sie es aber. Hier ein sexistischer Witz, da die Kollegin im Meeting übertönen, oder die Erwartung, dass andere auf der Straße Platz machen. Wer sich als Mann im Alltag bewegt, merkt oft gar nicht, wie sehr die eigenen Verhaltensweisen anderen, besonders aber Frauen, die Luft zum Atmen nehmen können. Auch wir haben uns lange so verhalten, bis wir anfingen das zu hinterfragen, was wir oftmals unreflektiert und automatisch tun.

Gerade beim Thema Sexismus ist es ein großer Unterschied, ob man das Problem in der Theorie kennt oder ob es einem hautnah im eigenen Leben begegnet. Die meisten werden theoretisch anerkennen, dass echter Hunger furchtbar ist, dennoch haben die wenigsten Menschen, die diesen Artikel lesen, echten Hunger jemals erlebt. Genauso verhält es sich auch mit Männern und der Erfahrung von Alltagssexismus. Viele Männer mögen eingestehen, dass es das Problem im Allgemeinen gibt. Doch wie es sich konkret anfühlt, was es systemisch bedeutet und dass sie gar selbst Teil des Problems sind – diese Aspekte bleiben für viele Männer im Dunkeln. Wir wissen das, denn genauso ging es uns.

Ein Raum, zwei Lebenswelten

Seit drei Jahren unterstützen wir UN Women Deutschland als zwei von mittlerweile sechs „HeforShe-Botschaftern“. Die UN-„HeForShe-Kampagne“, gestartet 2014 in New York, hat das Ziel, möglichst viele Männer für den Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit und gegen Sexismus zu sensibilisieren. In unserer Vortrags- und Beratungsarbeit über die letzten Jahre konnten wir wichtige Lektionen lernen, allen voran aber etwas, das sich das Zwei-Welten-Modell nennen ließe.

Männer und Frauen mögen im selben physischen, politischen oder ökonomischen Raum leben, sind aber mit sehr unterschiedlichen Lebenswelten und -realitäten konfrontiert. Das abendliche Fahren in der U-Bahn, die Kleidungswahl für das Büro am Morgen oder das Lesen von Kommentaren unter Social-Media-Posts kann je nach Geschlecht eine sehr unterschiedliche Erfahrung sein.

Männern ist ihr Privileg nicht bewusst

Wir wollen und können nicht alle Männer und Frauen (und alle außerhalb des binären Spektrums) über einen Kamm scheren, aber in der Tendenz erleben die meisten Frauen täglich Formen von Sexismus, Diskriminierung und Einschränkung – und ihnen ist diese Tatsache meist bewusst. Männer hingegen erleben in der Mehrheit keinen oder nur einen sehr subtilen Sexismus – ihnen ist dieses Privileg hingegen oft nicht bewusst. 

In unserer Beobachtung gehen vielen Männer in der Folge davon aus, dass Sexismus (und bei weißen cis-Männern generell jegliche Formen von Diskriminierung) nur äußerst selten vorkommt, sich auf andere soziale oder kulturelle Bereiche als die ihren beschränkt, generell überbewertet wird oder sie nichts damit zu tun haben. Frauen hingegen wissen, dass Diskriminierung Alltagssache ist, und können kaum verstehen, wie viele Männer diesen omnipräsenten gesellschaftlichen Missstand übersehen können. Wenn nun Umfragen zeigen, dass eine weite Mehrheit von 61 Prozent der deutschen Männer glaubt, die Gleichberechtigung sei weitestgehend schon erreicht, hingegen 59 Prozent der Frauen zur Einschätzung kommen, sie sei noch weit entfernt, zeigt dies deutlich, wo das Problem liegt. Wie können wir diesen Unterschied in der Wahrnehmung überwinden und Männer zu Verbündeten statt zu Blockierern von Gleichberechtigung machen?

Eine Frage, die alles verändert hat

Wir sind überzeugt: Es braucht einen Perspektivwechsel – und wir Männer können und müssen ihn mit einleiten. Auf unserem Weg hat dabei eine einfache Frage eine zentrale Rolle gespielt: „Was sind deine Erfahrungen mit Sexismus?“ Diese Frage haben wir Frauen in unserem Umfeld gestellt und dann einfach zugehört. Was wir zu hören bekommen haben, hat uns bewegt und verändert, oft auch schockiert. 

So erwähnte Vincents Frau bei einem dieser Gespräche, dass sie nachts auf der Straße ab und zu ihren Schlüssel zwischen den Fingern hält – für alle Fälle. Für Vincent kam das als echte Überraschung. Ein Schlüssel war ihm als potenzielle Waffe der Selbstverteidigung noch nicht in den Sinn gekommen. Ein paar Wochen später waren wir an der Leuphana-Universität eingeladen für eine Podiumsdiskussion zu Feminismus. Auf die Frage an das gemischte Publikum, wer den Schlüsseltrick kennen würde, meldeten sich unverzüglich fast alle Frauen im Raum. Kaum einer der Männer wusste von dieser Methode. Nächtliche Straßen sind für Männer und Frauen derselbe geografische Raum, die Erfahrungswelt ist aber eine gänzlich andere.

Erst nach dieser Schilderung konnte Vincent beginnen, seine eigene Präsenz im öffentlichen Raum zu überdenken, und erkannte, dass auch er nachts immer mal wieder unreflektiert hinter einer Frau die Straße runterlief oder nichts unternahm, als ein Mann in der U-Bahn lautstark und minutenlang das Aussehen einer jungen Frau kommentierte. Der Perspektivwechsel hat ihn verändert und gezeigt, dass schon kleine Gesten und Verhaltensweisen zu viel Unbehagen oder umgekehrt zur Verbesserung führen können. 

Ratschläge und Wertungen statt Zuhören

Martin erfuhr in Gesprächen mit seiner Ziehschwester davon, wie unangenehm es für sie ist, dass er bei Äußerungen von ihr, nicht einfach zuhört, sondern gleich mit Ratschlägen oder Wertungen um die Ecke kommt. Nach diesen und weiteren Gesprächen wurde ihm erst bewusst, wie oft er Frauen in Besprechungen oder Gespräche unterbrochen oder sogar verbessert hatte. Er betrieb Mansplaing und nahm oft ungefragt Raum für sich ein, ohne darauf zu achten, was dies mit seinem Gegenüber tut. Heute kommt er hinter die Schilderungen seiner Schwester nicht zurück. Sie haben sein Verhalten im beruflichen und privaten Kontext nachhaltig verändert. Er hat gelernt, bewusster zuzuhören, empathievoller auf die Perspektive anderer einzugehen und weist heute andere Männer auch mal darauf hin, wenn sie eine Frau übergehen oder lautstark übertönen.

Auch außerhalb der Familie setzte sich das Muster fort. Je mehr wir fragten, desto mehr hörten wir. Von der Studentin, die im vollen Bahnhof sexuell belästigt wurde; von der Professorin, der männliche Kollegen empfahlen, doch lieber zu Hause bei den Kindern zu bleiben; von der Autorin, die fast täglich Todes- und Vergewaltigungsdrohungen per E-Mail erhält; von der Forscherin, die nur knapp einer Vergewaltigung entging; von der Beamtin, die bei anstehenden Beförderungen von ihrem männlichen Chef jahrelang außen vor gelassen wurde.

Wie der Perspektivwechsel für Fortschritt sorgen kann

Die Beispiele illustrieren, welche Unterschiede in der Erfahrungswelt zwischen vielen Männern und Frauen existieren, aber auch, dass Männer Teil der Lösung sein können, wenn wir uns auf den Perspektivwechsel einlassen. Uns war nach den Gesprächen schnell klar, dass wir nicht so weitermachen können wie bisher, weil wir verstanden hatten, wie destruktiv und sogar toxisch männliches Verhalten und Unwissen sein können. 

Die Gespräche haben uns geholfen, zu verstehen, dass all die Statistiken zu Sexismus und Geschlechteruntergerechtigkeit keine abstrakten Zahlen sind, sondern handfeste und hundertfach gemachte Erfahrungen von Frauen in unserem Umfeld. Das Problem wurde persönlich und damit relevant. Der Perspektivwechsel war es, der uns von unbewussten Sexisten zu Feministen gemacht hat.

Sexistisches Verhalten ist kein Naturgesetz

Auch wenn noch einiges an Arbeit vor uns liegt und es für uns noch vieles zu lernen gibt, so sind wir dennoch überzeugt, dass unsere Gesellschaft eine bessere wäre, wenn alle Männer anfangen würden, den Frauen in ihrem Umfeld die Frage nach ihren Erfahrungen mit Sexismus ernsthaft und unvoreingenommen zu stellen. Sexistisches Verhalten ist kein Naturgesetz, es ist ein Verhalten, das wir ablegen können. Dafür braucht es das bewusste Eintauchen in die Problematik und damit die Möglichkeit des Aufbauens von echtem Verständnis und echter Empathie aufseiten der Männer. Ohne diesen Perspektivwechseln werden viele Männer das Problem weiterhin verkennen und fallen damit als Verbündete aus. 

Ganz klar: Ein Gespräch zwischen Männern und Frauen kann nicht alle Probleme des Sexismus auf einmal lösen und patriarchale Strukturen, die über Jahrhunderte entstanden sind und von denen Männer tagtäglich profitieren, über Nacht auflösen. Und auch erscheint es uns nicht ganz fair, dass wir wieder Frauen bitten müssen, uns das Problem zu erklären. In einer idealen Welt würden sich Männer selbstständig und pro-aktiv informieren, verstehen, wie unmittelbar und relevant das Thema ist, und selber herausfinden, wie sie Diskriminierung abbauen können. In einer solchen idealen Welt leben wir aber nicht. Noch nicht. Das Fragen und Zuhören – der Perspektivwechsel – aber ist ein Schritt in Richtung dieser besseren Welt. 

Stefan Bauer | Mo, 8. März 2021 - 11:39

Überspitzungen erzeugen Gegenreflexe. Unterschiede bestehen - Männer sind im Regelfalle körperlich größer und stärker und können helfen (und sogar auch die Tür aufhalten - ich finde das kulturell durchaus OK) und dürfen das keinesfalls in Form von Gewalt ausnutzen (das gehört strengstens bestraft).

In diesem Rahmen aber sollte nicht ständig von einem Wettstreit gesprochen werden, sondern man sollte ganz normal gleichberechtigt miteinander umgehen.
Ich bin mir sicher, dass weite Teile des "Feminismus" (nicht alles!) aus Selbstzweck übertrieben vorangetrieben werden und damit einem echten Miteinander, das das eigentlich wichtige Ziel sein sollte, entgegenstehen.
Ich halte somit Artikel wie diesen für übertrieben und damit kontraproduktiv - angeblichen Sexismus auf eine Stufe mit Hunger zu stellen, ist Unfug.
Man(n) muss allerdings auch bei echtem Sexismus diesem scharf entgegentreten, aber das eben sollte jeder Gentleman verinnerlicht haben.

Gerhard Lenz | Mo, 8. März 2021 - 13:29

In reply to by Stefan Bauer

Sicher, Feminismus als Versuch, die Welt zu erklären, geht zu weit.
Aber was ist das schon im Vergleich zu dem, was von Männern noch immer als harmlos oder gar selbstverständlich angesehen wird?
Insofern trifft der erste Satz ziemlich den Kern: Unter UNS Männern ist Sexismus weiter verbreitet, als viele eingestehen wollen. Das ach so harmlose Witzchen, der anzügliche Kommentar, die doch im Grunde freundliche Berührung geschehen oft ohne Einladung, ohne Rücksicht.
Gut, manche können es nicht besser, leiten es aus alter Schule ab. Lehrt uns nicht die oberste Christenschrift, die Frau sei dem Manne Untertan? Aber Unterdrückung der Frau gibt es ja nur im Islam.
Das sitzt tief drin, das bekommt man nicht durch "feministische Aktion" aus den seit Jahrtausenden entsprechend geprägten Männerhirnen.
Schlimmer noch: Manche sprechen schon davon, das man sich dagegen wehren sollte, dass Frau sich wehrt!
Die sollen mal nicht so "rumzicken!" (Ironie Ende)
Schöner Beitrag. Und sowas im Cicero...

Beim besten Willen, das glaube ich einfach nicht, auch wenn Sie noch so ein böses Gesicht machen!

Und das "Autoren- und Aktivistenteam" HERR & SPEER bedient mit seinen wohlfeilen Phrasen im Stile Billy Grahams eine Marktlücke, und das schon lange. (Wikipedia: "Im Februar 2016 veröffentlichen HERR & SPEER auf ZEIT Online eine ... Anleitung zum Feminismus für Männer. Beide sind Unterstützer der UN-Kampagne HeForShe und seit 2018 Deutsche Botschafter für HeForShe.")

Das ist ja auch gar nicht schlimm, von irgend etwas müssen ja auch Feministen leben, und wenn der Staat schon das Geld aus dem Fenster schmeißt, warum sollten sie das liegen lassen?

So lebt sie halt, die deutsche "Zivilgesellschaft", und das schon länger.

musste ich schmunzeln, weil sie so oft die beiden Namen "Herr und Speer" zitierten.
Schon in der Antike standen die Begriffe ja für männliche Kampfkraft, Macht und Herrschaft. Namen wurden ja auch nach Eigenschaften verliehen. So war es wohl ein langer Prozeß, weg vom männlichen Ehrbegriff zum fürsorgenden Frauenversteher...

"Lehrt uns nicht die oberste Christenschrift, die Frau sei dem Manne Untertan?"
Unsinn: Das Alte Testament gehört zwar untrennbar zur christlichen Bibel dazu, aber für Christen ist das Neue Testament - das Evangelium von Jesus Christus - verbindlich. Im AT erkennen Christen ihre Wurzeln im Judentum. Jesus Christus lehrt uns Nächstenliebe bis hin zur Feindesliebe. Und Frauen spielen bei ihm eine besondere positive Rolle. Jesus begegnete den Frauen in seiner Umgebung auf Augenhöhe. Sein ungezwungener Umgang mit Frauen war für die damalige Zeit äußerst ungewöhnlich. Schließlich waren aber Frauen die einzigen Zeuginnen der Auferstehung. Das hat seinen Zweck und zeugt von Jesu Verständnis diesbezüglich: Gleichberechtigung im NT wird nicht zufällig im Neuen Testament immer wieder dargestellt! Bitte nicht von Zusammenhängen reden, die die nicht verstanden wurden und bitte keinen Unsinn verbreiten. Sonst müsste man ja denken, da schreibt ein linksradikaler Religions- bzw. Christenfeind!

was uns die "oberste Christenschrift" stattdessen tatsächlich lehrt, ist: "Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid alle eins in Christus ..." (Gal. 3,28) (et al.)
Und was die (messbare) Angst von Frauen im öffentlichen Raum angeht, hat (u.a.) schon 2016 eine repräsentative yougov-Erhebung festgestellt, dass seit 2015/16 überdurchschnittlich viele Frauen tatsächlich abends/nachts Aufenthalte im öffentlichen Raum vermieden. Das waren stat. belegbar mehr, als vor jenem Jahreswechsel. Ereignisse haben Folgen, Fakten sollte man gelten lassen und nicht mit gefühlten Wahrheiten oder gezieltem 'Whataboutism' relativieren.
Natürlich gibt's in allen gesellschaftlichen Schichten auch noch Sexismus und andere problematische Haltungen, aber daraus ein 'allgegenwärtiges', "omnipräsentes" und vorherrschendes Problem im Mindset der "meisten Männer" zu machen, ist einfach eine exzessive Generalisierung in diesem Text.

Günter Johannsen | Mo, 8. März 2021 - 13:35

In reply to by Stefan Bauer

Wer redet von sexuellen Übergriffen von Frauen gegenüber Männern? Wer schützt Männer vor weiblichen Sexismus? Auch diesen weiblichen Sexismus gibt es, nur redet keiner darüber … ! Aber die linke Einheitsfront hat einen neuen Ablenker gefunden. Und: die Einseitigkeit war schon von je her eine links-grüne Domäne. Hier geht es nicht um Sexismus an sich, sondern um ein neues Ablenkthema. Erst war es Antisemitismus, der jetzt uninteressant ist, weil Karl Marx als Judenhasser und Rassist entlarvt wurde, dann war es die Verhunzung der Sprache (Gender...). Nun
ist ein altes neues Thema dran: Feminismus gepaart mit Sexismus. Aber eines passt
überhaupt nicht zusammen: die Versklavung der islamischen Frauen in unserem Land wird unterstützt von eben diesen grün-linken "Feministen": Burka und Kopftuch müssen die Frauen schon tragen … und 13-jährige Kinder werden zwangsverheiratet und müssen - ob sie wollen oder nicht - ihrem Ehemann Kinder gebären … und das in Deutschland! Gleichberechtigung?

Markus Michaelis | Mo, 8. März 2021 - 15:29

In reply to by Stefan Bauer

Viele "Moral"-Artikel haben den expliziten oder impliziten Anspruch für die ganze Menschheit einzutreten. So suggeriert dieser Artikel auch für ALLE Frauen und ALLE gesellschaftlichen Umfelder einzutreten. Das scheint mir offensichtlich nicht der Fall zu sein.

Da die Gesellschaft ohnehin schon zunehmend und zuviel mit solchen allgemeinen Menschheitsvertretungsansprüchen belastet ist: wäre es nicht sinnvoll in so einem Artikel etwas präziser herauszuarbeiten, wer genau betroffen ist, durch welche Dinge genau, welche Fälle besser getrennt zu behandeln wären, so dass auch eine Chance besteht, wirklich etwas zu verbessern.

R.M.Petersen | Mo, 8. März 2021 - 11:44

Den Satz "Die meisten Männer halten sich nicht für Sexisten, sie sind sie es aber." würde ich variieren wollen: "Was als Sexismus unterstellt wird, ist meistens keiner."
Und: Es gibt mehr weibliche als männllche Privilegien. Dass Männer traditionell die schwereren und gefährlicheren Arbeiten übernehmen, ist biologisch bedingt; dass Frauen wegen ihrer Fähigkeit, Nachwuchs zu gebären, schützenswert sind, ebenfalls. Frauen leben deutlich länger, das ist die Folge der biologischen und traditionell gesellschaftlichen Unterschiede.

Dass es berufliche Frauenförderung gibt, bedeutet eine Benachteiligung gleich qualifizierter Männer. Quotierung ist politisch gewollt, diese Entscheidung respektiere ich, halte sie aber für falsch.

Jungen haben deutlich geringere schulische Erfolge, was von Feministen schulterzuckend abgetan wird. Dass Abiturientinnen selten MINT-Fächer studieren, ist Fakt; dass unsere Wirtschaft Ingenieure höher bezahlt als Germanisten, hat gute Gründe.

Sexismus?

Ernst-Günther Konrad | Mo, 8. März 2021 - 11:57

Warum sind Männer als Botschafter für die Sache der Frauen unterwegs? Woher nehmen Sie sich das Recht heraus, die Gefühle von Frauen zu beschreiben und sie in diesem Artikel so darzustellen, als würden sie das Ganze selbst nachempfinden?
Denken alle Frauen so wie Sie? Wieviel Frauen sind gegenüber Männern sexistisch?
Wie glaubwürdig wirken Männer, die als Botschafter Gefühle von Frauen vorgeben vertreten zu können?
Das es Sexismus gibt und immer geben wird brauchen Sie beide mir nicht zu erklären. Sexismus fängt für eine Frau ganz individuell dort an, wo sie sich entsprechend falsch behandelt fühlt und nicht wo zwei Botschafter meinen, wo er zu beginnen hat. Sie sitzen verkehrt herum auf dem Pferd. So jedenfalls kommen Sie nicht zum Ziel. Wer eine gute Erziehung genossen hat und Respekt für jeden Mensch hatten, wer Anstand, Sitte und Moral kennt, braucht eine Sexismus Wächter. Frauen können sich auch gut selbst zu Wehr setzen, wenn es ihnen reicht. Das ist dann auch authentisch.

Das habe ich mir auch überlegt. Ich glaube die konkrete Arbeit, die im Artikel beschrieben wurde ist ok. Die Einbettung in die aktuelle Diskussion finde ich nicht gut, aber das kann man so oder so sehen. Falsch finde ich die Überschrift. Ein männlicher Feminist ist für mich das selbe wie ein schwarz angemalter Weißhäutiger.

Tomas Poth | Mo, 8. März 2021 - 11:58

Wer ist denn hier "Wir" ... - die beiden Autoren des Artikels vermute ich!?
Das was hier als Beispiele gebracht wird kann ich aus meiner Lebenserfahrung umgekehrt auch für Männer sagen, mich an erlebte Beispiele erinnern. Sexistisches Verhalten ist bei Frauen ebenso feststellbar.
Sollten sich Frauen nicht auch mal in Männer hineinversetzen wollen?
Brauchen wir nicht auch einen Masculinismus?
Quasi eine Verhandlungsbasis, eine Männer-NGO, um dann so eine Art "Geschlechterverhandlungsebene" mit dem Feminismus zu schaffen?
Was machen wir aber mit all den konstruierten oder nicht ein-eindeutig ausgewachsenen Zwischengeschlechtern, bewegen wir uns da im Feld der Diskriminierung?
Ist der Feminismus nicht auch irgendwie eine Art Diskriminierung der Männer und der anderen?
Fragen über Fragen, - philosophisch betrachtet ist, laut Bertrand Russell, das Fragen sowieso entscheidender als definitive Antworten zu finden.

hanno woitek | Mo, 8. März 2021 - 12:01

wenn der Mann auf optische Reize der Frauen, die sie vielleicht ja auch bewußt ausstrahlen wollen, nicht reagieren würden, gäbe es wohl keine Menschheit mehr. Das hat die Natur doch wohl ganz bewußt so geschaffen.
Natürlich aber ist es unerträglich, wenn Frauen - aber auch Männer durch Frauen, gegen ihren Willen "begrapscht" - oder schlimmer werden.

Fritz Elvers | Mo, 8. März 2021 - 13:48

In reply to by hanno woitek

früher auch Männer genannt, gehen dazwischen, wenn Frauen "begrapscht" werden.

Robert Hans Stein | Mo, 8. März 2021 - 12:42

Oder steht der Beitrag unter dem Eindruck des gestrigen Tatorts?
Diese Welt, die sich da am Horizont abzeichnet, darf ich weder für wenig (er)lebenswert halten. Witze machen verboten!!! - Die meisten Witze gehen auf Kosten von irgendwem; es sind WITZE, und Humor ist, wenn man trotzdem lacht. - Frauen, zumal in Gruppen auftretend, können auch gut übertönen. Und nein, in dem Bereich, in dem ich tätig war (ÖD, Bibliothek), wurden sie nicht diskriminiert, sexistisch behandelt, schlechter bezahlt bei gleicher Qualifikation. Aber bitte, liebe Autoren, jedem sein Schuldbewußtsein, wenn er meint, es mache ihn zum besseren Menschen und damit glücklich.

Dominik Roth | Mo, 8. März 2021 - 12:56

Mittelmäßig geschrieben; hier wird viel behauptet und wenig begründet. Vieles ist dennoch nicht falsch.
Aber es gehören auch andere Wahrheiten dazu:

Die deutliche Mehrheit von Männern behandelt Frauen respektvoll.

Die biologisch der Frau vorgegebene Rolle der Frauen als Mutter. Mutter zu sein kann eine respektable Vollzeitbeschäftigung sein, Vater sein aber nicht, da gehört der Broterwerb selbstverständlich dazu.

Die Erwartung an den Mann, sich notfalls unter Einsatz seines Lebens jederzeit schützend vor Frau und Kind zu stellen.

Von den vielen Jungs, die deutlich schlechter schulische Leistungen haben und nicht genügend gefördert werden.

Von den deutlich höheren Selbstmordraten bei Männern.

Davon, dass Männern die viel gefährlicheren und köperzehrenden Jobs machen wie bspw. Dachdecker, Maurer und Bergleute...

... aber ich kann diese weichgespülten Feministen nicht mehr lesen und hören. Natürlich gibt es nach wie vor große Defizite in der Gleichberechtigung von Mann und Frau in unserer Gesellschaft. Und jegliche Gewalt insbesondere von Männern gegen Frauen (aber auch gegen Männer) ist inakzeptabel (by the way: in den bei uns mit Samthandschuhen angefassten islamischen Gesellschaften gehört die Gewalt gegen Frauen zum Selbstverständnis der patriarchaischen und meist archaischen Strukturen). Aber muss ich mich als Mann deshalb verleugnen und in Latzhosen rumlaufen, wie meine Generation das in devoter Selbstverleugnung und um dem Feminismus zu gefallen getan hat? Reicht es nicht schon, was "Gender-Studies" angerichtet haben bis hin zur akklamatorischen Definition des Geschlechts? Aus der derzeitigen Zerstörung unseres Gesellschaftssystems auf allen Ebenen wächst nicht gutes Neues; im Gegenteil, die Atomisierung der Gesellschaft schreitet voran.

Romuald Veselic | Mo, 8. März 2021 - 13:29

Sexismus ist kein §-Delikt. Jeder kann Sexismus anders empfinden o. wahrnehmen. Einige argumentieren soweit; dass sie Sexverweigerung ebenso als Gewalt empfinden.
Sowie: - und bei weißen cis-Männern generell jegliche Formen von Diskriminierung...
Was soll das? Das "CIS" wurde gerade Erfunden als Fascho-Diskriminierungssystem. Ich bin definitiv anticis, antibinär-antinichtbinär u. Hype-Trendleugner.
Ich lasse mir von keinem, von niemandem vorschreiben, wie ich mein Umfeld zu wahrnehmen habe. Persönliche Sympathie & Unsympathie, kann man nicht aufzwingen o. empirisch kategorisieren.
Autoren Vincent-Immanuel Herr & Martin Speer sind hier, für mich, auf dem falschen Podium. Sie sollten ihre Thesen in einer Moschee kundtun.

Diese 2 Herren sind profane Mainstreamler, die zwar moralische Empfehlungen posten können, was für mich allerdings, deren persönliche Meinung bedeutet u. für mich weltfremd.
Beim Absatz: "Eine Frage, die alles verändert hat", hörte ich auf weiter zu lesen.

Bettina Jung | Mo, 8. März 2021 - 14:16

ich hatte mal eine Freundin, die hat ständig über (alle) Männer abgelästert, wenn wir um die Häuser gezogen sind. Ihr Problem war, dass kein Mann was von ihr wollte....

Johannes Rausch | Mo, 8. März 2021 - 14:24

Wenn sich ein Mann als Feminist bezeichnet, habe ich damit nicht nur sprachlogisch meine Probleme. Da ich, wenn auch vor Jahrzehnten, das Fach Geschichte studiert habe, weiss ich, dass, außer in den wenigen matriarchalischen Kulturen, Frauen immer weniger Chancen auf Selbstverwirklichung hatten als Männer. Zudem lehrt die Geschichte (man kann aus ihr tatsächlich etwas lernen), dass die Beseitigung von Unrecht nahezu immer mit einem neuen, und nur in Glücksfällen, weniger starken Unrecht beseitigt wird. Männer, die sich an dieser "Überreaktion" intensiv beteiligen, erweisen der Gleichberechtigung der Geschlechter einen Bärendienst, sind dabei aber im völligen Einklang mit dem "herrschenden" Zeitgeist.

Walter Bühler | Mo, 8. März 2021 - 14:26

Staatliche und halbstaatliche Institutionen erteilen wohldotierte Aufträge an Experten, die sündige oder sonst wie sperrige Menschen zu bekehren versprechen: aus Rechtsradikalen werden flugs gute Demokraten oder aus Pädophilen freundliche Bibliothekare. Herr Herr und Herr Speer haben (wohl von Frau Dr. Giffey?) zum Frauentag jedenfalls den lukrativen Auftrag bekommen, ein paar Männer vom bösen Sexismus zum braven Feminismus zu bekehren.
Als Großvater, der gerade Goldene Hochzeit gefeiert hat, bin ich etwas verblüfft, dass HEER & SPERR mich von meinem Sexismus befreien wollen. Da mir bislang im Forum auch sonst kein Sexismus aufgefallen ist, frage ich mich: WER hat den Auftrag an HEER & SPERR erteilt, ausgerechnet die Leser des Cicero vom Sexismus zu heilen?
Das Forum ist regierungskritisch und zeigt wenig Berührungsängste zur AfD. Vielleicht hat unsre fürsorgliche Obrigkeit deshalb gedacht, dass darunter auch hartgesottene Sexisten (und Sexistinnen) sein müssen. Oder wer war es sonst?

Lars Freudenberg | Mo, 8. März 2021 - 14:42

Wozu die Zeit mit solchen Artikeln verschwenden, alles, was ich hier zu schreiben könnte, wird in den anderen Kommentaren schon recht gut abgedeckt. Feminismus, Sexismus oder auch Rassismus wird man mit solchen einseitigen Artikeln nicht beseitigen. Vielmehr fördern sie damit eine Lagerbildung und Spaltung der Gesellschaft. Hören Sie auf damit!

Markus Michaelis | Mo, 8. März 2021 - 15:12

Ja, wenn wir noch nie über Sexismus nachgedacht hätten und das die einzige "progressive" Diskussion in der Gesellschaft wäre, wäre der Artikel ein wichtiger Beitrag.

So reitet der Artikel ganz auf der Betroffenheitswelle und es werden einseitig nur bestimmte Beispiele zur Untermauerung herausgepickt, die Ansprüche (und Vorwürfe) aber explizit ganz breit und an alle gerichtet. Ich finde das einseitig anmaßend.

Klar, schlimmes männliches Verhalten ist sehr verbreitet, aber auch weit weg von überall. Auch Frauen können sehr dominant sein. Mit einer neuen Rolle haben auch Frauen mehr Verantwortung für sich, für andere, für die Gesellschaft. Rollenbilder in der Gesellschaft ändern sich für alle - wenn Frauen nicht ihre neuen Rollen verstehen und daran arbeiten, wird vieles auch nichts.

Ja, man findet immer berechtige Beispiele, um Forderungen nur an "die/alle" Männer zu stellen. Aber das hat dann eben auch nur eine begrenzte Aussage für die ganze gesellschaftliche Diskussion.

Achim de Jong | Mo, 8. März 2021 - 15:45

Hat den auch die Blumenindustrie erfunden? - Ach nein, es waren ja die Kommunisten (Clara Zetkin).
Innerhalb der nächsten fünf Jahre hatte der Internationale Frauentag seinen Platz in der sozialistischen Bewegung gefunden und war zu einem wichtigen Teil der Propaganda- und Aufklärungsarbeit der Partei geworden.
Verzicht auf Privates, dafür Erlösung durch Lohnarbeit, das ist das Motto.
Und die Männer sollen zu allen Frauen viel, viel lieber sein. Klingt fast wie Muttertag für Lohnmägde.
Na, wenns den Mädelz reicht!

Gerhard Hellriegel | Mo, 8. März 2021 - 15:59

Ich habe gerade ein neues Wort gelernt.
Wikipedia: "Als Femizid bezeichnet man die Tötung von Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts." Da war ich denn doch wieder beruhigt. Ich bin mit sicher, dass in D praktisch keine Frau aufgrund ihres Geschlechts getötet wird. Wir sind uns einig, dass wir die Motive, einen Menschen zu töten, nur in Ausnahmefällen akzeptieren können, aber dass eine Frau getötet wird, weil sie eine Frau ist? Sicher ein seltenes Ereignis. Oder 'mal wieder ein neuer Feministen-Gag.

Charlotte Basler | Mo, 8. März 2021 - 18:14

In reply to by Gerhard Hellriegel

"Ausländer bringen laut BKA-Statistik viel häufiger Frauen um
Nach Angaben des Bundeskriminalamtes werden pro Jahr etwa 300 Frauen in Deutschland getötet. Etwa ein Drittel aller Morde, die in der Statistik unter „Partnerschaftsgewalt“ geführt werden, begingen Männer, die keinen deutschen Pass besitzen. Dabei liegt der Ausländeranteil hierzulande nur bei gut sieben Prozent." (Welt)
Oder "Deutschland spricht noch oft von "Liebesdramen"
Währenddessen sieht es in Deutschland noch anders aus, wie die "Deutsche Welle" berichtet. Jeden dritten Tag wird eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet."

Bei Gewaltanwendung sind wir Frauen wirklich körperlich benachteiligt.

Gerhard Weißenberger | Mo, 8. März 2021 - 17:43

Wenn die Autoren einen Begriff aus ihrem Jargon benutzen, sollten sie ihn wenigstens korrekt schreiben.
Mansplaing, richtig Mansplaining bezeichnet herablassende Erklärungen eines Mannes, der davon ausgeht, er wisse mehr über den Gesprächsgegenstand als die – meist weibliche – Person, mit der er spricht (Wikipedia).
Das Wort ist sexistisch. Ich habe beruflich auch Womansplaining erlebt.

Susanne Strahl | Mo, 8. März 2021 - 18:18

In reply to by Gerhard Weißenberger

Schon aufgefallen? mehr als 90%. der Beiträge sind von Männern.
Können das aus eigener Erfahrung sicher viel besser einschätzen, dass sie hier diese zum Besten geben müssen...

Yvonne Stange | Mo, 8. März 2021 - 17:56

... ratlos zurück. Die "Probleme" die angesprochen wurden sind Probleme, die die Männer in meinem Umfeld durchaus auch erkennen! Liegt es an der anderen Sozialisierung? Wahrscheinlich. Ich kann mich noch sehr gut an reine Frauenbrigaden in VEB`s erinnern, in die sich kein Mann reintraute... xD
Und Frauen sind im Hinblick auf das Erzählen mehr als derber Witze auch keine Unschuldsengel. Im Gegenteil, mir tun die Männer manchmal leid, die gleich angeblafft werden, nur weil sie mal höflich sein wollen und frau die Tür aufhalten. Was ist nur aus der Welt geworden?? Hier gibt es einerseits Frauen, die meckern über deutsche Männer, während andererseits Mädchenbeschneidung in Deutschland, Kinderehen und Zwangsheiraten als Folklore geduldet werden... Irre!!
Haben die beiden männlichen Feministen denn schon mal geschlechtsangleichende OP`s in Erwägung gezogen....?

Wenn ich das schon lese: "feministische Männer", da weiß man/frau gar nicht mehr, ob man/frau lachen oder weinen soll...

Ich kenne von der Arbeit ein ganz "wokes" Paar, da sieht die Frau aus wie ein Mann und der Mann wie ein geschlechtsloses Etwas, aber: sie haben irgendwie drei Kinder gezeugt bekommen - trotz "konstruierter Geschlechter" usw.
Jedenfalls hat dieses Paar auch diesen typisch hippen Belehrungsdrang linker "Weltverbesserer". So trug es sich zu, dass ein gemeinsamer Kollege eine andere Kollegin von Weitem mit einem Handkuss grüßte, woraufhin dieser Kollege von dem "Mann" des "woken" Paares als sexistischer Widerling entlarvt und entsprechend empört angeblafft wurde: "Das geht so nicht!!!" Weder der grüßende Kollege noch die gegrüßte Frau wussten, was sie falsch gemacht haben sollen. Das Ende vom Lied ist, dass der so Gescholtene sich seither nie wieder getraut hat, diese Frau anzusprechen. Das passiert, wenn "feministische Männer" Recht sprechen. Braucht kein Mensch!!!

Charlotte Basler | Mo, 8. März 2021 - 18:29

Eher im Gegenteil. Wir Frauen werden sehr wohl beachtet, wenn wir nicht (aus Bequemlichkeit?) das Mäuschen geben. Und natürlich können wir auch Karriere, falls uns das wichtig ist. Wir müssen uns nicht täglich etwas aus dem Gesicht rasieren, was die Werbung dann auch noch als "das Beste im Mann" bezeichnet. Mit Verlaub, dass würde ich als Mann echt als beleidigend empfinden - also, falls Sie Hilfe brauchen...... :-)
Wir können uns aussuchen ob wir stark oder schwach sein wollen. Wir haben keine Testosteronprobleme. Wir haben die deutlich bessere Schuhauswahl. Wir haben echt viele Vorteile - sind aber clever genug, diese nicht ständig auszuspielen.

Evelyn Eisenacher | Mo, 8. März 2021 - 18:39

In den letzten Wochen frage ich mich immer häufiger ob ich in einer anderen Welt lebe.Da erklären Linke schwangere Frauen zu Gebärende die Flüssigkeiten abgeben.Männer erklären Frauen was sexistisch ist und wenn nicht gegendert wird müsste ich mich als Frau bei manchen Begriffen ausgeschlossen fühlen.Aber oh Wunder ich tue es nicht. Und keine Frau in meinem Freundeskreis und in meiner Familie empfindet so. Ich habe in meinem Beruf hauptsächlich mit Männern zusammen gearbeitet.Es liegt viel daran wie „Frau“ auftritt.Jedenfalls bin ich nie in eine Situation geraten,mit der ich nicht klargekommen wäre. Einfach mal locker bleiben und sich nicht immer so wichtig nehmen möchte man diesen Alleswisser mal zu rufen.

Hans Meiser | Di, 9. März 2021 - 11:21

In der Blase, in der die Autoren leben, mag das Beschriebene zutreffen - zum größten Teil leider sogar selbstverschuldet.
Sie mögen sich einmal in die reale Welt begeben - dort existieren diese "Probleme" (so gut wie)nicht.
ABER: durch Aktivitäten wie oben beschrieben, werden sie erst in die (noch) funktionierende, "normale", Welt hineingetragen. Schade, dass die beiden Herren sich und ihr Tun nicht reflektieren.
Ein einfacher Beleg dafür ist, dass sich Vincents Frau - verängstigt durch die Einflüsterungen ihres Mannes - nachts nicht mehr sicher auf der Straße fühlt. Er sollte sich schämen!
Daher ist es offensichtlich, dass Aktivitäten , wie sie diese beiden Herren betreiben als strafbare Handlungen angesehen werden müssen, denn sie zerstören aktiv den sozialen Frieden.

Ernst-Günther Konrad | Di, 9. März 2021 - 11:39

Ein Mann, der sich offen sexistisch verhält und eine Frau, die es geschehen lässt. Nein, ich meine nicht Männer, die mit Gewalt gegen Frauen versuchen ihre sexuelle Befriedigung zu bekommen. Da sind Frauen in aller Regel körperlich unterlegen. Was ich meine ist diese ganze verlogene Metoo-Debatte. Frauen, die gerade im Bereich der Schauspielerei oder eben in Firmen sich gegen ihren Willen zur Erreichung oder Erhalt ihres Arbeitsplatzes sexuell unterwerfen oder eben auch bewusst und gewollt ihre Fraulichkeit einsetzen. Da gibt es unzählige Varianten, wo mal Männer und mal Frauen Täter oder Opfer sind. Ich freue mich sehr, dass gerade hier im Forum nur Frauen zu lesen sind, die offenbar selbstbewusst übergriffigen Männern Paroli bieten können. Wenn nicht Frau selbst, wer dann muss sich in einer unangenehmen Situation zu Wehr setzen?
Und ja, auch wenn ich mich wiederhole, eine gute Erziehung, die unsere Kinder wehrhaft machen, brauchen keine solchen Frauenversteher als Geschäftsmodell.

Klaus Moser | Di, 9. März 2021 - 14:13

In diesem Bericht fehlt leider die Betriebsanleitung um Frauen ? besser zu verstehen.

Diese beiden Speerspitzen offenbaren mir ein wohl sehr danebengegangenes Erwachsen ( Mann) werden.
Fast alle meiner Bekannten versuchen ein Leben auf Augenhöhe und gegenseitiges respektieren des anderen.
Was mir persönlich aber immer mehr auffällt - sind egoistisches Handeln - junger Frauen an der Ladenkasse oder auf der Strasse .Frauen sind momentan am Drücker.
Ohne zu werten beschleicht mich immer mehr das Gefühl: Männer sind auf der Verlierer Strasse.

Vielleicht reicht ja auch ein Nichtlesen solcher weltfremden Artikel

Jürgen Peters | Di, 9. März 2021 - 17:10

Dies dürfte einer der voruteilsbehaftesten Artikel sein, die ich je gelesen habe. Ich hab´s auch nicht bis zu Ende geschafft.
Ich liebe ja Diskussionen mit hartem Für und Wider, aber doch mit richtigen Argumenten und nicht mit so einem ideologischen Schmu.

Jost Bender | Mi, 10. März 2021 - 04:29

denn die kann ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung sein. Aber solche Bekehrungs-'Testimonials' (: vom Saulus zum Paulus - bzw. hier "von Sexisten zu Feministen") bekommen immer dann einen faden Beigeschmack, wenn es anhand der großzügig generalisierten 'Selbsterkenntnis' dann anschließend doch nicht v.a. um Selbstkorrektur, sondern eher um die 'Besserung' der anderen (Männer) geht. - Die groben Generalisierungen im Text, (die fehlende Differenzierung), sowie die Beanspruchung einer Kompetenz zur Entwicklung von Änderungsdirektiven für andere gibt dem vermeintlich einsichtsvollen Eingangsbekenntnis dann doch noch ein deutliches 'Geschmäckle' von Anmaßung und Bigotterie:
Selbstbezichtigungsprosa zur Erziehung anderer. Das kannte man früher z.B. aus George Orwells "1984" (oder aus stalinistischen Schauprozessen).
Aber auch in diesem - dagegen vergleichsweise 'harmlosen' - Fall korrumpiert sich die mglw. gute Absicht durch einen Mangel an argumentativer Aufrichtigkeit...