WM 2018 in Russland - Kleiner Aufstand in Ballaballa-Land

Frankreich ist Weltmeister, Deutschland musste früh die Koffer packen – was bleibt sonst von der WM in Russland? Viele Russen erkannten ihr eigenes Land nicht wieder, der PR-Plan von Wladimir Putin ist wohl aufgegangen. Aber trotz aller Hybris bleibt der Fußball stark

Russische und Ägyptische Fans im Stadion bei der Fußball-WM in Russland
Ausgelassene Stimmung statt Randale: Die hässliche Fratze des russischen Fußballs war nicht zu sehen / picture alliance

Autoreninfo

Ingo Petz ist freier Journalist in Berlin. Zudem ist er Mit-Initiator des Projektes Fankurve Ost beim Deutsch-Russischen Austauch e.V. (DRA).

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Ingo Petz

Völlig surreal. So beschrieb ein russischer Freund die WM, als ich ihn in Moskau nach seiner Einschätzung fragte. Die russische Nationalmannschaft hatte gerade das Achtelfinale erreicht. Dies hätte vor dem Turnier nicht einmal ein einsamer Irrer für möglich gehalten. Während der WM im eigenen Land ist die Sbornaja, so ihr russischer Name, über sich hinausgewachsen, hat sogar den Favoriten Spanien eliminiert und ist erst nach hartem Kampf gegen Kroatien gescheitert. Es ist die wohl schönste Geschichte des am vergangenen Sonntag zu Ende gegangen Turniers, wenn man lediglich das Sportliche in den Fokus nimmt. Diese überraschende Leistung haben selbst die Russen in leidenschaftliche Fußballfans verwandelt, die jedes Tor, jeden gehaltenen Elfmeter wie ihre Wiedergeburt feierten.

Grundfeste russischer Gesellschaft erschüttert

Wer Russland gut kennt, erlebte die ganze WM als surreales Spektakel, das zwar in Russland stattfand, das sich aber zumindest an den Austragungsorten nicht wie das ansonsten verschlossene und kontrollierte Russland anfühlte. Auch für die Russen nicht. Buntes Partytreiben. Herzliche Verbrüderungsszenen. Gelöste Freundlichkeit. Auch russische Schwule, die sich mit der Regenbogenfahne in Stadien zeigten. Es sind die Bilder, die aus Moskau, Saransk oder Wolgograd um die Welt gingen. Bilder, die dem außenpolitisch unberechenbaren und selbstisolierten Russland diametral entgegenstanden. Es herrschte eine Atmosphäre, die auch an den Grundfesten der russischen Gesellschaft rüttelte. Russische Frauen haben mit Kolumbianern oder Brasilianern offenherzig gefeiert, getanzt und geflirtet. Dafür wurden sie im Internet von ultranationalistischen Russen mit Hass überzogen. Dazu die Bloggerin Maria Arsamasowa: „Attraktive Männer, die gut riechen, sich galant verhalten, Sex mit Kondomen wollen und darauf verzichten, ihre Partnerinnen zu verunglimpfen: das ist ein ganz neues Universum.“ Ob sich der russische Mann und sein antiquiertes Geschlechterbild davon erholen wird?

Solche unberechenbaren Begleiterscheinungen sind es, die einer zu Recht kontrovers diskutierten WM abseits des Sportlichen ihren Reiz verliehen. Die Inszenierung eines Images, das Russland als normales Land zeigt, gehörte zum PR-Plan der Organisatoren. Er ist wohl weitgehend aufgegangen. Die Organisation hat zwar mehr als zehn Milliarden Euro gekostet. Aber sie hat funktioniert. Normalerweise sind die russischen Sicherheitskräfte nicht gerade für ihre Zimperlichkeit bekannt. Jetzt aber hielten sie sich zurück, auch trotz der berechtigten Angst vor Terroranschlägen und ließen die feiernden Fans gewähren, ermöglichten Schweden oder Engländern entgegen des strengen Versammlungsverbotes spontan organisierte Fanmärsche. Die hässliche Fratze des russischen Fußballs in Form von Hooligans, Rechtsradikalismus oder Rassismus war nirgends zu sehen.

Ein Sieg für Wladimir Putin

Fans oder Journalisten, die zum ersten Mal in Russland waren, werden sagen: „Russland ist ein freundliches Land mit offenen Menschen. Wo waren denn die bösen Geschichten, über die vorher in den westlichen Medien berichtet wurden?“ Auch dies ist Teil der Strategie von Präsident Wladimir Putin: westlichen Journalismus zu diskreditieren. Wie die bemalten Planen, die im Vorfeld der WM vor marode Fassaden hochgezogen wurden, wurde die WM zum Potemkinschen Dorf. Wie hatte der russische Journalist Andrej Archangelski doch vor dem Turnier geschrieben? „Den Zustand freiwilliger Unfreiheit können Ausländer nur schwer nachvollziehen. Allein die Existenz dieser menschlichen Maschine ist auf ihre Art einzigartig – es braucht dafür gleichzeitig millionenfache Selbstzensur. Nur eine Minderheit empfindet die Abwesenheit von Freiheit als Problem; die Erfahrung der individuellen Freiheit hat es nicht bis in den kollektiven Erfahrungsschatz geschafft, Freiheit ist nie zu einem Wert geworden.“ 

Für Putin, der sich als internationale Reizfigur bei den Spielen mit seiner Präsenz zurückgehalten hat, ist die WM ein Sieg. Aber Russland wird unter Putin auch kein normales Land, das seine Politik im Zuge einer fröhlichen WM ändert. Politische Gefangene wie der Ukrainer Oleh Senzow, der sich weiter zu Tode hungert, wurden während des Turniers nicht freigelassen. Die Unterstützung des Krieges in Syrien ist in vollem Gange, in der Ostukraine starben Soldaten. In Russland selbst wurde beispielsweise in den WM-Wochen ein neuerlicher Prozess gegen Jurij Dmitriew angestrengt, der in Karelien auf eigene Faust seit vielen Jahren Stalins Verbrechen aufarbeitet. Zudem wurde das Rentenalter angehoben.

Ein Sommermärchen voller Hybris

Man kann dieses Phänomen, was sich da in den vergangene Wochen vor unseren Augen abgespielt hat, als Sommermärchen bezeichnen. Aber es ist eines, das seinen Ursprung im Abgrund des Zynismus hat. Im Mittelpunkt dieses düsteren Märchens steht auch der Weltverband Fifa, der demselben Geist entsprungen scheint wie die autoritären Staaten, an die sie Weltmeisterschaften mitunter vergibt. Man nennt das Hybris, wenn man den Kern der Dinge im Antlitz der eigenen Selbstherrlichkeit aus den Augen lässt. In Moskau, auf dem Weg ins altehrwürdige Lushniki-Stadion beispielsweise, stellte sich diese Hybris so dar:

Die Massen schieben sich, aus Lautsprechern zugedröhnt mit krächzenden Ansagen und scheppernder Trash-Musik, vorbei an dutzenden, ach was, an hunderten Freiwilligen, die irgendwas in Russisch und Pidgin-English in ihre Megaphone blöken. Andere halten Schaumstoff-Finger in die Höhe, um dem orientierungslosen Fan, der sein Gehirn beim Eintritt ins Fifa-Wunderland abgegeben hat, den sicheren Weg durch das Marktgeschrei zu seinem Block zu weisen. Rechts und links aufgereiht stehen die Pavillons, in denen die Hauptsponsoren des Turniers ihre Marken beschreien, halbbekleidete Mädels schwingen zu Plastiktechno ihre Hüften und auf riesigen Bildschirmen laufen irgendwelche schnellgeschnittenen Werbevideos, in denen Produkte wie Superhelden angebetet werden. Über all dem thront die Lenin-Statue am Eingang des Stadions, direkt darunter ein Shop, in dem die Fifa ihren Tinnef verhökert.

Wenn es jemals einen Grund gegeben haben sollte, Lenin zu bemitleiden, dann ist es dieser Moment. In den Augen der sympathischen NGO aus der Schweiz hat der Fan als selbstbestimmtes Subjekt der Aufklärung keinen Platz. Er wird zum reinen Konsumenten degradiert. Gesellschaftspolitische Haltungen, Interessen und Kritik als Wert haben hier keinen Raum und werden entsprechend sanktioniert. Wenn die Fifa mit derselben Konsequenz ihre viel beschworene Liebe für Menschenrechte und den Fußball ernst nehmen würde wie Verstöße gegen ihre Markenpolitik, die sie wie Fort Knox beschützt, wäre auch eine WM ein besserer Ort. Bei all dem Brimborium, den die Fifa um die WM herum veranstalten lässt, ist es ja eigentlich ein Wunder, dass überhaupt noch Fußball gespielt wird. Fans und kreative Gesänge können in dieser Kirmes gar keine Rolle spielen. Kaum ist der Schlusspfiff ertönt, wird das Publikum aus dem Stadion gedröhnt. Man ist tatsächlich froh, wenn man dieses Ballaballaland nach einem Spiel erschöpft hinter sich gelassen hat – die Orwellhafte Ansprache „Liebe Fans der Fifa-Fußball-WM“ aus dem Stadion hallt immer noch durch die Gehirnwindungen, als man versucht, die bösen Geister eines sogenannten Fußballabends in Wodka zu ertränken. 

Die Kraft des Fußballs bleibt stark

Obwohl der Weltverband immense Anstrengungen unternimmt, den Weltfußball nach seinen kruden Marktvorstellungen einzuhegen und ihm seinen widerborstigen Eigensinn auszutreiben, bleibt dem Spiel aber offensichtlich die ungeheure Kraft, auch eine durch Autokraten über Jahrhunderte eingeschüchterte Gesellschaft wie die russische zumindest für fünf Wochen aufzubrechen und ihr ein Lächeln zu entlocken. Ein Lächeln, an das sich der eine oder andere Russe nach dem Turnier erinnern und sich fragen wird: „Anscheinend sind die Leute aus anderen Ländern uns nicht so feindlich gesinnt, wie es uns unser Staatsfernsehen weismachen will. Wie wäre es eigentlich, wenn der Ausnahmezustand der WM zum Normalzustand wird?“ Es ist zu erwarten, dass der Putinsche Sicherheitsapparat sich nicht mehr zurückhalten wird, wenn sich gerade junge Russen  aufmachen würden, ihre befeuerte Sehnsucht nach Freiheit einzufordern. Nicht wenige erwarten für die Zeit nach der WM, dass der Staat die Repressionsschraube wieder anzieht um diejenigen zu bestrafen, die sich im unverhofften WM-Freiraum mit ihrer Kritik zu weit aus dem Fenster gewagt haben.

Die zumindest zeitweilige Öffnung der russischen Gesellschaft, ihr kleiner Aufstand im ansonsten als feindlich wahrgenommenen öffentlichen Raum, war das eigentliche Wunder der WM 2018. Eine Kraft, der solch ein überraschender Aufbruch gelingt, kann nicht von dieser Welt sein. Es wäre vermessen zu glauben, dass die hierzulande mitunter scharf geführte Debatte um die Fifa, ihre Vergabepraktiken und ihre mögliche Reformierung auch in anderen Ländern mit einer derartigen Inbrunst ausgetragen wird. Mexikaner oder Peruaner würden wohl auch zu einer WM in der Antarktis reisen. Hauptsache, der Ball rollt. Wie ungleich größer aber wäre die Entfaltung dieser dem Fußball innewohnenden Kraft, wenn man eine WM mit Mut zum Freiraum und zur Eigenverantwortung und mit echter Hingabe zu demokratischen Spielregeln organisieren würde? Stattdessen gibt es in vier Jahren den bizarrsten Zirkus in der WM-Geschichte: in Katar. Die wunderbare Kraft des Fußballs aber hat es verdient, anders behandelt zu werden: mit Demut und mit Anstand. 

Thorsten Rosché | Mo, 16. Juli 2018 - 11:49

Auch der Schöpfer war schon ein Fussball-Fan. Warum sollte er sonst die Erde in der Form eines Fussball's gebastelt haben. Der verbotenen Apfel den Eva pflückte - auch rund. Und die Geschichte von Herz-Jesulein, war da nicht ein Josef beteiligt ??? Na, und wie hieß der letzte FIFA Boss ? Richtig ! Auch Josef - da schließt sich gut 2000 Jahren der Kreis. Schöne Woche, zum Glück ist sie rum, die WM !

Karin Zeitz | Mo, 16. Juli 2018 - 13:28

derjenigen, die im Vorfeld der Fußball-WM eifrig Putin-Bashing und antirussische Propaganda getrieben haben, wurden bitter enttäuscht. Es gab keine eklatanten Pleiten und Pannen - außer dem Auftreten unserer “Mannschaft“ natürlich. Wenigstens kann man im Nachhinein den Erfolg der WM, die perfekte Organisation und die lockere Atmosphäre noch relativieren mit den Fragen: “und wo bitte bleiben jetzt die Menschenrechte, warum ist die Krim annektiert, warum interessiert sich Russland noch immer für das Schicksal der Russischstämmigen in der Ostukraine?“ Diese Fragen und die dazugehörigen negativen Antworten werden wir in den nächsten Tagen sicherlich von den öffentlich-rechtlichen Medien serviert bekommen, wenn es wieder um dieses Thema geht.

Bernd Fischer | Mo, 16. Juli 2018 - 13:46

Russland muss ja zwingend ein Unrechtsstaat sein wenn, "Die hässliche Fratze des russischen Fußballs in Form von Hooligans, Rechtsradikalismus oder Rassismus" , nicht zum tragen kam.

Man könnte ja schon fast Mitleid haben mit den Hooligans aus Russland, das sie keine Chance hatten ( im Unrechtsstaat ) ihren Freiheitswillen zum Ausdruck bringen konnten.

Hielt aber die Hooligans aus West-Europa auch ab , nach Russland zu fahren um die demokratische Werteordnung des Westens nach Russland zu importieren.

Lesen Sie mal die Polizeiberichte wenn die Bundesliga wieder in Fahrt gekommen ist....Sie werden sich wundern.

https://www.welt.de/sport/fussball/article149726458/Fan-Randale-kosten-…

Werner Fiedler | Mo, 16. Juli 2018 - 14:24

Ich war bis zum "Abschiedspiel"unser Kicker dort. Viele freundliche, liebe, hilfsbereite Leute, keine Probleme weder im Hotel noch in Lokalen.
Und Putin ? Zu 70 % stand man zum Präsidenten, auch wenn es zu verbessern gibt, war die Ansage. Er hat Russland wieder auf die Weltbühne zurück gebracht und wirtschaftlich geht es aufwärts ! Für 2019 plane ich mal einen Urlaub auf der Krim.

Manfred-F. Ziegler | Mo, 16. Juli 2018 - 14:35

Frankreich, Kroatien, Belgien, etc : Lauter sehr sympathische Sieger!
Unseren linksgrünen Politikern ist durch das frühe, jämmerliche Ausscheiden der (ehemaligen Deutschen-NATIONAL-) "Mannschaft" so einiges erspart geblieben: Claudia Roth hatte ja schon das "Schwenken deutscher Fahnen" befürchtet, sowie (eventuell sogar) das "laute Absingen der DEU Nationalhymne", vielleicht "sogar mit Hand auf dem Herzen" dabei (wie es bei den meisten anderen Nationen noch erlaubt und erwünscht ist) Den SPIELERN ist auch einiges erspart geblieben: Wie wohlunterrichtete Kreise verlautbarten,, hatten die Spieler schon befürchtet, dass wieder eine "ältere Frau im zu engen Hosenanzug" sich Zutritt zu den Umkleidekabinen verschafft, was den glücklosen deutschen Spielern jetzt wenigstens erspart bleibt! Gratulation an den Veranstalter und an Frankreich, Kroatien, Belgien.. So geht WELTWEITES MITEINANDER!! Unsere "Ballbesitz-Weltmeister" hatten gegen diese Mannschaften keine Chance! Danke RUSSLAND!

Gisela Fimiani | Mo, 16. Juli 2018 - 15:34

Ich fürchte, das Zitat des russischen Journalisten Archangelski trifft, wenn auch nicht in Gänze, auf Deutschland ebenfalls zu. Beispiele: Auf dem Weg zum Paternalismus gibt man auch hier freiwillig die Freiheit auf. Selbstzensur wird durch moralisiernde Eliten befördert. Auch hier nimmt offenbar die Mehrzahl, die fortschreitende Abschaffung der Freiheit nicht wahr. Denn der Wert der Freiheit, als Fundament der freien, offenen Gesellschaft, wird geopfert, solange Vater Staat sich „kümmert“. Orwell war äußerst weitsichtig......

Bernhard Jasper | Mo, 16. Juli 2018 - 16:41

Zunächst sollte man immer unterscheiden zwischen Feste und Feiern und der alltäglichen Wirklichkeit in Gesellschaften (das gilt auch in Deutschland).

Die Kommerzialisierung derartiger Feste hat diese Ereignisse inzwischen derartig trivialisiert, da sie nur noch Masseninstinkte bedienen. Das liegt auch an den bestimmenden Kräften. Ob FIFA oder der DFB (mit Show-Act Helene Fischer im Programm)- da vollendet sich das ganze Bild der Dummheit. Man muss dem nicht folgen, denn es sind geplante Abbilder einer durchgeknallten Marketing- und Medienwelt.

Sportliches Fazit: Der „Ballbesitz“ während eines Fußballspiels ist nicht mehr entscheidend für den Ausgang eines Spiels. Eine diszipliniert stehende und agierende „Abwehr“, sowie schnelles Umschalt- und Konterspiel scheint heute entscheidend zu sein. Diese Spielweise ist zwar nicht so medienwirksam, denn dafür braucht man keine Selbst-Darsteller mehr, scheint aber sehr erfolgreich zu sein

Finde ich nicht ! Gerade die schnellen Vorstöße sind unterhaltsam und auch im TV attraktiv. Besser als als Hin-und Hergeschiebe ( Tikki,Takka ) und Ballbesitz Taktik.
Oder habe ich sie falsch verstanden.
Die Ballschieber sind übrigens alle in der Vorrunde heim gefahren - inkl. Deutschland.

obwohl es zum Schluss zur EM wurde.
Guter Fussball aus Afrika, ach eigentlich von Kolumbien abgesehen insgesamt guter Fussball.
Diese schnellen Vorstöße mag ich am liebsten und Frankreich war nicht nur die beste Mannschaft, sondern hatte auch die besten, kreativsten Einzelspieler.
Nachdem sich meine Aufregung wegen des frühen Ausscheidens der Deutschen gelegt hat und ich mir in Ruhe bei Wiki Löws Erfolge angesehen habe, bin ich doch froh, dass man ihm noch eine Chance gibt.
Aber er sollte auf seine Kritiker zugehen und damit verhindern, dass der Fussball auch als Verband, seine Kinder frisst.

Rolf Pohl | Mo, 16. Juli 2018 - 18:20

... zu der so gelungenen Ausrichtung dieser WM.
Sodann Glückwunsch an Frankreich incl. Schiedsrichter. Wie selbstverständlich auch, das wiederum nicht zuletzt an die tolle Mannschaft der Kroaten gerichtet, für das von ihnen gebotene Endspiel.

Mathias Trostdorf | Mo, 16. Juli 2018 - 21:20

"Auch dies ist Teil der Strategie von Präsident Wladimir Putin: westlichen Journalismus zu diskreditieren."
Ich kann solche Plattitüden nicht mehr hören und lesen. Jetzt ist Putin auch noch an der "Diskreditierung des westlichen Journalismus" schuld. Länder wie Russland können in den Augen westlicher Medien einfach nichts richtig machen. Auf Welt Online wird stattdessen die ausgelassene Integrationstimmung in Frankreich bejubelt, ohne die üblichen Ausschreitungen des weniger tollen Miteinanders in Frankreich zu erwähnen.
Daneben gabs schon den zweiten Artikel über die talent- und humorfreien Pussyriots, die als FlitzerInnen wohl ihre letzte Chance sahen, nochmal in die Medien zu kommen. Da "zeigte die WM erste Risse" wurde orakelt.
Es lief einfach zu gut, da müssen einfach jetzt noch Härchen in der Suppe gesucht werden, sonst glauben die Leute im Westen nachher noch, Rußland ist gar nicht so schlimm, wie es unsere Qualitätsjournalisten uns glauben machen wollen.

Klaus Dittrich | Mo, 16. Juli 2018 - 22:55

„Dazu die Bloggerin Maria Arsamasowa: „Attraktive Männer, die gut riechen, sich galant verhalten, Sex mit Kondomen wollen und darauf verzichten, ihre Partnerinnen zu verunglimpfen: das ist ein ganz neues Universum.“ Ob sich der russische Mann und sein antiquiertes Geschlechterbild davon erholen wird?“
Nur gut, dass der Autor eine Bloggerin (von wie vielen?) und einen Journalisten präsentieren kann, die SEINE Meinung absichern sollen.
„Auch dies ist Teil der Strategie von Präsident Wladimir Putin: westlichen Journalismus zu diskreditieren. Wie die bemalten Planen, die im Vorfeld der WM vor marode Fassaden hochgezogen wurden, wurde die WM zum Potemkinschen Dorf.“
Ich kann mich noch gut erinnern, wie 2006 Baugruben für die U 55 vor dem Brandenburger Tor zugeschüttet wurden – Potemkinsches Dorf?

„Die Unterstützung des Krieges in Syrien ist in vollem Gange, . . . „
Richtig, die westlichen Waffenlieferungen gingen weiter.

Helmut Pöltelt | Di, 17. Juli 2018 - 00:20

Da reiht sich Ingo Petz harmonisch ein in die Reihe der deutschen Berichterstatter und Kommentatoren, die Russland und seine Menschen nicht kennen, aber mit anti-russischen Ressentiments versuchen zu diskreditieren. Diese Fussball- WM war die großartigste seit 40 Jahren, wie Fussballexperten meinten. Da kann Herr Petz kläffen, was er will. Pfui!

Norbert Heyer | Di, 17. Juli 2018 - 06:10

Nachdem die „Mannschaft“ schnell und schmerzlos die WM verlassen musste, konnte man die tollen Spiele, die Atmosphäre und die gelungene Organisation erst richtig genießen. Keinerlei Vorfall hat bei dieser WM die Freude getrübt - und das darf in den Augen unserer linksrotliberalen Eliten natürlich nicht sein. Deshalb wird nach Störfaktoren gesucht - u.a. Erhöhung des Rentenalters während der Spiele - um endlich vom Leder ziehen zu können. Dabei wird dann aber beflissentlich ausgeblendet, dass nicht nur in Russland Politik am Volk vorbei
betrieben wird.

Martin Arndt | Di, 17. Juli 2018 - 18:03

Das von der Politelite geförderte Putin-bashing läuft ins Leere. Die meisten Russen scheinen ihn zu mögen wie auch die meisten Menschen in Kazachstan ihren Präsidenten mögen. Warum auch nicht? Sie beabsichtigen das Wohl ihrer BürgerInnen. Deutschland ist mit seinem Menschenrechtsdiskurs dagegen geradezu hinterweltlerisch. Er ist eine Tarnung für Ressentiments. Gut, dass die WM einer Nation wie Kroatien Selbstachtung und Freude geben konnte. Aber der Neid auf deren Philopatriotismus beginnt sich schon zu zeigen.

Jürgen Lehmann | Di, 17. Juli 2018 - 22:23

Lieber Herr PETZ , wenn Sie diese Anrede überhaupt verdienen. Ihr Artikel ist eine einzige Anklage gegen ein Land das dieses nicht verdient.

Schade, dass CICERO ihren Artikel brachte. Es spricht aber auch die Offenheit von CICERO dafür, auch solche Beiträge zur Diskussion zu stellen.

Ob Fußball, mit seiner Massenanziehungskraft, jedoch das richtige Beispiel ist ein Land so negativ darzustellen sei dahin gestellt.

Ich bin gespannt über weitere Beiträge von Ihnen, wenn es überhaupt noch welche gibt.

Bernhard Jasper | Mi, 18. Juli 2018 - 12:57

Herr Fiedler, „Dominanz“ durch „Ballbesitz“ im Spiel ausüben (oder auch „Tikki-Takka“), meint zunächst das Gleiche. Eine disziplinierte Abwehr (bestehend aus Individualisten) - schnelles Umschaltspiel -schnell vorgetragene Konter, diese Spielweise ist Fußball- Weltmeister 2018 geworden.

Sie haben ja zunächst „schüchtern“ begonnen, die französische Abwehr stand schon auch unter Druck. Aber dann waren sie plötzlich da. Unwiderstehlich diese Tempo-Konter. Ebenso mein großes sportliches Kompliment an die Mannschaften aus Kroatien und Belgien. Hat Freude gemacht diesen drei Mannschaften zuzusehen.

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