Björn Höcke
Thüringes AfD-Chef Björn Höcke / picture alliance

ZDF-Interview mit Björn Höcke - Abgekartetes Spiel in Erfurt

Das ZDF wird in den sozialen Netzwerken für seinen Interview-Coup gefeiert. Man habe Thüringens AfD-Chef Björn Höcke entwaffnet. Doch Interviews wie dieses beschleunigen nur das Auseinanderdriften der Gesellschaft

Autoreninfo

Moritz Gathmann ist Chefreporter bei Cicero. Er studierte Russistik und Geschichte in Berlin und war viele Jahre Korrespondent in Russland.

So erreichen Sie Moritz Gathmann:

Jetzt feiern sie wieder. Die einen den mutigen ZDF-Journalisten, der sich in die Höhle (Erfurt, AfD-Zentrale) des Löwen (Björn Höcke) traute und als Trophäe ein skandalträchtig abgebrochenen Videos ins öffentlich-rechtliche Fernsehen zurückbrachte. Die anderen feiern ihren Helden Höcke, der den Unverschämtheiten der „Staatsfunk“-Journalisten souverän begegnet ist und sie im Felde ungeschlagen dorthin zurückschickte, wo sie herkamen. 

Man nennt das eine Win-Win-Situation, alle können zufrieden sein. Aber doch darf man die Frage stellen: Cui bono? Man erkennt die ganze Misere erst, wenn man einen Schritt zurücktritt. Dann sieht man zum Beispiel, wie abgekartet das Spiel ist. 

Cicero Plus weiterlesen

  • Monatsabo
    0,00 €
    Das Abo kann jederzeit mit einer Frist von 7 Tagen zum Ende des Bezugzeitraums gekündigt werden. Der erste Monat ist gratis, danach 9,80€/Monat. Service und FAQs
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
  • Ohne Abo lesen
    Mit tiun erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf alle Cicero Plus Inhalte. Dabei zahlen Sie nur so lange Sie lesen – ganz ohne Abo.

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Christa Wallau | Mo., 16. September 2019 - 17:33

Das skandalöse "In-die-Pfanne-hauen-Wollen" von
Vertretern der AfD, besonders von Björn Höcke,
wird immer schriller.
Deshalb ist es tatsächlich so, wie auch der Autor dieses Kommentars feststellt:
Das ZDF trägt mit seiner eklatanten Voreingenommenheit und Einseitigkeit zur Vertiefung der Spaltung unserer Gesellschaft bei, anstatt zur Annäherung der Standpunkte beizutragen.
Sachfragen zur thüringischen Politik wären im Vorfeld der Landtagswahl angebracht gewesen,
keine inquisitorischen Fragen zum Sprachgebrauch von Höcke.
Aber die Betonköpfe beim ZDF sind überhaupt nicht mehr in der Lage, ihre Positionen kritisch zu hinterfragen.
Sie sind allesamt eingeschworene regierungstreue Vasallen der Kanzlerin Angela Merkel.
Die Bürger der ehem. DDR m ü s s e n ein Déja-vu-Erlebnis haben.

Alles was recht ist, in dem Interview ist klar geworden, dass Höcke seinen Sprachgebrauch als Politikmachen versteht. Er will damit Themen wieder politisch sagbar machen (z.B. Bevölkerungspolitik, Einwanderungspolitik, ...). Halte ich für politisch relevante Themen, übrigens. Wenn man sein Anliegen ernst nimmt, dann war dieses Interview wichtig und richtig.
Allerdings hätte ihm klar sein müssen, dass ein Interview mit dem ZDF ein sprachlicher Kampf sein würde und da hat er, meiner Meinung nach, nicht schlecht abgeschnitten. Warum der Pressesprecher abbrach? Vielleicht dachten sie etwas Werbung für die Landtagswahl zu machen und das hier würde dem wahrscheinlich nicht nutzen. Ich meine, welcher Wähler interessiert sich schon dafür was sagbar ist und was nicht? Bei Landtagswahlen geht es um andere Themen. Geschickt gemacht von diesem ZDF-Journalist. Das Gerede nach dem Interview, bei laufender Kamera, habe ich mir nicht mehr angesehen.

Robert Müller | Di., 17. September 2019 - 14:02

Antwort auf von Robert Müller

Noch etwas was mir aufgefallen war. Als Höcke auf das Wort "Entartet" angesprochen wurde, verwies er auf -ich glaube die Biologie - wo das ein normaler Fachbegriff sein soll. Ich kenne den Begriff aus der Physik. Nur was soll das? Will Höcke zeigen das er gebildet ist? Wohl kaum. Will er das wir über Biologie oder Physik nachdenken? Ganz sicher nicht. Ich glaube eher das das was er da macht der Naziszene entliehen ist, wo man auch solche Spielchen spielt. Selbst mir ist das Beispiel mit der Zahl 88 bekannt. Also, man sagt etwas, doch wenn man darauf angesprochen wird, war es etwas ganz harmloses, was es tatsächlich aber nicht war. Sein Spielchen mag bei den Nazis ankommen, bei Leuten wie mir ist das nur merkwürdig. Es ist ja auch nicht so, dass er etwas bedeutungsvolles etwa zur Bevölkerungspolitik gesagt hätte. Das Thema Kita-für-alle etwa war etwas das zuletzt funktioniert hat. Meines Wissens ist das kein Thema von Höcke. Vielleicht ist er einfach überschätzt als Politiker?

Günter Johannsen | Mi., 18. September 2019 - 05:08

Antwort auf von Robert Müller

Es gibt Giftpilze, Stinkmorcheln und Spaltpilze …
solche schmutzigen Interviews spalten unsere Gesellschaft und schüren den Zorn des Souverän … Das ist weder demokratisch, noch stil- bzw. niveauvoll, nur primitive Propaganda a la SED//PDS/LINKE!

Klaus Funke | Mi., 18. September 2019 - 17:56

Antwort auf von Robert Müller

Pardon, verehrter Herr Müller, aber mir scheint, Sie haben nichts begriffen. Und sie haben die schäbige Strategie des ZDF nicht durchschaut. Man hat Herrn Höcke nicht zur Sache reden lassen. Er sollte vorgeführt werden, mit Mätzchen und Sprachmodalitäten. Das Interview war tatsächlich eine Art Verhör. Wer als DDR-Bürger schon mal bei einem Stasi-Verhör war, der weiß, wovon ich rede. Prinzip war (und scheint es jetzt beim ZDF wieder zu sein), nicht ausreden lassen, kein Sachthema zulassen, mit semantischen Tricks den Interview-Verhör-Partner in die Falle laufen lassen. Nichts Neues. Es war richtig, das "Interview" abzubrechen, wobei Höcke gewusst haben muss, worauf er sich einlässt. Aber, das ist der Vorwurf, die Sucht nach ZDF-Sendeminuten war stärker. Am Ende hat das ZDF "die Hosen runtergelassen", weniger Höcke. Und dass jetzt alle über das Interview reden und sich ereifern? Mehr PR geht nicht. Ein klassisches Eigentor für das ZDF, auch wenn der Sender es jetzt anders darstellt.

Politik kann durchaus unterhaltsam sein! Man nehme den Einstieg in das Interview. Wenn Jens Maier, selbst ein Vertreter der "zackigen" Fraktion der AfD, einen Hoecke-Ausspruch eher Hitler zuordnet, was sagt uns das? Zumindest, und da hatte Hoecke auch mal recht: Offensichtlich interessieren sich nicht mal die Parteifreunde für Hoeckes Schriften. Der Demontage des AfD-Sonnengottes verlief parallel zum erkennbaren Anstieg des Hoeckeschen Erregungslevels - bis der mitgebrachte Aufpasser meinte, er müsse eingreifen - zu dilettantisch agierte der Mann, dessen Konterfei mittlerweile schon Kaffeetassen schmückt. "Man hätte doch so schön über den Wahlkampf in Thüringen reden könen...." so Hoecke kleinlaut, während sein "Berater" meinte, man müsse noch mal von vorne anfangen - man fühlte sich in den Probenraum des Theaters der örtlichen Hauptschule versetzt. Konsequenz? Hoeckes Anhang spukt Gift und Galle und verschärft den verbalen Krieg gegen den ÖR - die Mehrheit der Republik grinst ...

Herr Gerhard Lenz.....wenn jemand sagt dass man könne ja über einen anderes Land Napalm Bomben abwerfen.....könnte dies von der AfD sein oder von den "normalen" Künstlern im deutschen Fernsehen ?
Die "Komikerin" Maria Clara Groppler hat mit ihrer Bemerkung, dass man die angebliche Rechtslastigkeit der Sachsen notfalls mit dem Einsatz von Napalmbomben lösen sollte, empörte Reaktionen ausgelöst.
Oder man stelle sich vor das Gebrüll des Grönemeyer vor kurzem hätte Höcke getan...hat Höcke aber nicht, sondern Grönemeyer hat den Göbbels Konkurenz gemacht im Aufpeitschen der Massen um Andersdenkende auszugrenzen.
Oder Seehofer der sagte dass man die Masseneinwanderung "bis zur letzten Patrone bekämpfen" wolle.....mei lieber Schollie....der AfD Nazi-Sprech vorzuwerden, aber Andersdenkende ausgrenzen und mit Patronen bekämpfen und Napalmbomben über Bundesländer kommen nur von Grün-Rot-Links.

Gerhard Lenz | Di., 17. September 2019 - 13:04

Antwort auf von Enrico Hirsch

Was hat das jetzt mit Hoeckes Auftritt zu tun?

Nicht immer mit dem Finger auf andere zeigen. Bleiben wir doch bei der Sache. Bei Hoecke.

Hartmut Seinsch | Di., 17. September 2019 - 15:14

Antwort auf von Gerhard Lenz

Doch! Gerade hier zeigt sich deutlich, dass nicht nur in den Staatsmedien mit zwei verschiedenen Maßen gemessen wird.

geht es um Höcke, der sich mE in dem Interview, das ihn in die rechtsextreme Ecke drängen sollte, sehr gelassen und vernünftig argumentierend gezeigt hat. Ich hatte ein rechtes Monster erwartet und erlebte einen gut gelaunten, etwas von seinem Gegenüber gelangweilten, aber klugen Herrn Höcke.

wer eine Diktatur errichten will.
Und wer dann noch extremistisch und fanatisch rumgrölt.
Antwort: Herbert Grönemeyer!

Ich wünsche Ihnen vierzig Jahre real existierenden Sozialismus und dann sehen Sie einige Dinge, insbesondere im Vergleich zum Jahre 2019 anders, Erfahrung macht klug!

von ca. dreißig Prozent "grinst". Vielmehr Grünlinke dürften es nicht sein, die, frei nach Grönemeyer brüllen, dass sie die Gesellschaft in ihrem Sinne diktieren wollen. Richtig "diktieren". Auch diesen dreißig Prozent wird das "Grinsen" allerdings schnell vergehen, wenn sie erkennen, wem sie da aufgesessen sind.

Wilfried Düring | Mi., 18. September 2019 - 17:47

Antwort auf von dietmar thorhauer

Dem italienischen Faschistenführer Mussolini ('Duce') wird die Formulierung zugeschrieben, daß es 'eine offene Frage' sei, was 'man nach der Revolution mit den Revolutionären mache'. Mussolini hat diese seine Frage nie selber beantwortet. Die Antwort gaben andere: z.B. Robespierre, Hitler, Stalin und in dessen Fußstapfen Rakosi und Gottwald (vgl. hier z.B. die Prozesse um Bucharin, Rajk und Slansky). Wer im Wissen um die geschichtlichen Fakten jetzt nicht mehr lachen und 'grinsen' kann - das ging den jeweiligen 'Alten Kämpfern' damals auch schon so ... .
Ist es beruhigend, daß in unseren Schulen NICHT gelehrt wird, wie Mussolinis Frage beantwortet wurde?

Sehr geehrter Herr Lenz,

ich bewundere Sie und Ihre Standhaftigkeit. Wenn es Sie und Ihre fundierten Beiträge nicht gebe, dann würden wir anderen Mitforisten, entschuldigen Sie den Euphemismus, ich weiß, dass ich hätte schreiben müssen, wir AfD Anhänger keinerlei Nachdenkens wertes Feedback auf unsere doch recht einseitigen Beiträge erhalten. In dem Sinne, frei nach Erich Honecker, vorwärts immer, rückwärts nimmer! Weiterhin viel Erfolg bei der Verteidigung der freiheitlichen Werte und der gerechten Welt! Herzlichst Ulf Müller

Wie soll man sich an diesen "Standpunkt annähern"?
"Ein paar Korrekturen und Reförmchen werden nicht ausreichen, aber die deutsche Unbedingtheit wird der Garant dafür sein, dass wir die Sache gründlich und grundsätzlich anpacken werden. Wenn einmal die Wendezeit gekommen ist, dann machen wir Deutsche keine halben Sachen, dann werden die Schutthalden der Moderne beseitigt“.

Das ist kein Standpunkt sondern die Beschreibung eines Vorgehens. Passt ganz gut zu dem was M. Krah, inzwischen MdEP, unter tosendem Applaus auf dem Landesparteitag des sächsischen AfD zum besten gab: „Wir schießen den Weg frei. Es gibt nur uns - ansonsten geht alles den Bach runter.“ (zitiert in: LVZ vom 2. Juni 2019)

Aber klar, das eigentliche Problem, die eigentlichen Spalter, das sind die ÖR...

...fassen, Herr Funke. Ich wäre neugierig gewesen, was Sie noch alles raushauen als Antwort auf einen Beitrag, der zu ca. 90% aus zwei AfD-Zitaten besteht. Ist Ihnen das nicht aufgefallen? Vorschlag: Schaum vom Mund abwischen und nochmal lesen. Achten Sie auf Anführungszeichen ("..."). Diese signalisieren Zitate! Ihnen auch noch einen wunderschönen Abend. :-)

Thomas Hechinger | Mo., 16. September 2019 - 17:35

Ein kleines Quiz für Politikinteressierte.

„Der Vorschlag des amerikanischen Präsidenten ... verpflichtet die deutsche Regierung zu warmem Dank ... Dieser Vorschlag bedeutet eine große Beruhigung für alle, die an der aufrichtigen Erhaltung des Friedens mitarbeiten wollen ... Deutschland ist ferner bereit, auf Angriffswaffen überhaupt Verzicht zu leisten ... Deutschland ist bereit, jedem feierlichen Nichtangriffspakt beizutreten, denn Deutschland denkt nicht an einen Angriff, sondern an seine Sicherheit.“

Von wem stammt dieser Redeausschnitt?

A Willy Brandt
B Hans-Dietrich Genscher
C Adolf Hitler
D Gustav Stresemann

Na, herausgefunden?
Und was ist damit bewiesen? Gar nichts.

gabriele bondzio | Di., 17. September 2019 - 10:24

Antwort auf von Thomas Hechinger

habe ich ihre gelegte Spur verfolgt und bin zum Ergebnis gekommen, dass es sich hierbei um die „Friedensrede“, 17. Mai 1933, von Hitler handelt. Quelle: Lehrveranstaltung „Schlüsseltexte und -dokumente zur Geschichte des Nationalsozialismus“Universität Wien, Institut für Zeitgeschichte, WS 2008/09)

Dazu fällt mir noch ein Zitat von Kipling ein: "Worte sind die mächtigste Droge, welche die Menschheit benutzt."

Mir ging es nur darum zu zeigen, daß man immer irgendwelche Äußerungen historischer Persönlichkeiten finden wird, die von ähnlichem Duktus und Inhalt sind wie Äußerungen von Zeitgenossen. Man muß nur suchen. Könnten Hitlers Worte nicht auch von Außenminister Stresemann stammen? Oder von Bundeskanzler Brandt? In einer gewissen historisch-politischen Situation gesagt? Sollte man deshalb die beiden Letztgenannten mit Hitler in einen Topf schmeißen? Das ist ja offensichtlicher Blödsinn.
Ich könnte wetten, daß man, wenn man die Reden von SS-Führer Himmler untersucht, auch Aussagen zum, sagen wir, Naturschutz findet, die auch ein Grünen-Politiker sofort unterschreiben würde, wenn er nicht wüßte, von wem sie sind. Was soll das also, wenn linke Journalisten bei Politikern, die ihnen nicht passen, Begriffe daraufhin abklopfen, ob sie vielleicht auch schon ein Hitler oder Goebbels verwendet hat? Das ist einfach nur Schmierentheater. Wenn man keine Argumente hat, diffamiert man halt.

Stefan Bosel | Mo., 16. September 2019 - 17:50

Das ZDF sagt nicht die Wahrheit, wenn es behauptet, Herrn Höcke nicht vorgeführt zu haben. Doch. Genau das war Ihre Absicht, Herr Frey. Und auch Höcke spielte das Spiel von Anfang an mit. Denn er wusste - so weit ist er Profi - wohin man ihn geleiten wollte. Indes, any press ist good press! Hauptsache Aufmerksanmkeit für den einen und Quote für die anderen. Eine Win-Win-Situation, in der Tat, Herr Gathmann. Vielen Dank für Ihren muitigen Bericht, für den Sie nicht nur Beifall bekommen werden. Eine Win-Win-Situation, wenn auch eine der makabren Art. Fast ist es, wie einer öffentlichen Hinrichtung zuzusehen, von der die Eingeweihten wissen, es ist alles nur gespielt. So wird der Zuschauer an der Nase gezogen, wobei ich glaube, die meisten Zuschauer wissen inzwischen, was da läuft. Der Wahrhaftigkeitsfaktor des ZDF ist stark geschädigt. Man glaubt dem Sender nicht mehr. Andererseits manövriert man die AfD erneut in eine Opferrolle. Ist das gewollt? Wer will ihren unaufhaltsamen Sieg?

Ich denke, Sie täuschen sich. Natürlich dient dieses Interview nicht besonders dazu, die AfD zu demaskieren - die Anhänger werden sich inbrünstig und voller Begeisterung in der Opferrolle suhlen. Andererseits ist es sicher falsch, anzunehmen, Hoecke hätte sich bewusst in die Ecke manövrieren lassen. Tatsächlich konnte man sehen, dass Hoecke, alleingelassen, kein besonderer Redner ist, sondern eher unverständlich vor sich hin schwurbelte - vieles von dem, was er sonst den Massen serviert, dürfte halt aus der Feder seines Übervaters Kubitschek stammen. Ob Hoeckes mimosenhaftes Verhalten seinem kernigen und zünftigen Image schadet, ist unwesentlich. Wie schrieb jüngst der Focus: Als Goebbels-Imitator wird man nicht Ministerpräsident.
Hat Hoecke dagegen eigentlich schon geklagt? Oder reagiert er so, wie damals, als Kritiker ihm vorwarfen, er habe unter dem Pseudonym Landolf Ladig in NPD-Blättern geschrieben - nämlich gar nicht?

Ich glaube, lieber Herr Lenz, Ihre AfD-Verachtung macht Sie ein wenig blind. Im Mittelalter hatte man einen Spruch: "Es ist nicht alles Spuk, was in Euer Tochter Kammer geht!" Höcke nutzt den Medien-Hype um seine Person geschickt aus. Natürlich wusste er, dass man ihm eine Falle stellen, ihn festnageln und demaskieren wollte. Aber die Eitelkeit und die Sucht, ein paar Aufmerksamkeitspunkte einzusammeln war stärker. Nun nutzt er und die Seinen das Interview für sich aus. Das ist doch sonnenklar. Das wusste auch das ZDF. Es war ein zweischneidiges Schwert. Man hat es riskiert und jeder behauptet nun Sieger zu sein. Auf der Strecke bleibt - sein wir doch mal ehrlich - die journalistische Solidität und ein Geschmäckle ist entstanden. Das nützt dem Höcke mehr als dem ZDF. Denn auch Gutwillige bescheinigen dem Sender jetzt böswillige Absicht. Man wendet sich ab. Letztlich nützt das Interview der AfD und Höcke im Thüringer Wahlkampf. Ob man es gewollt hat oder nicht. Mit Höcke muss man...

bleiben Sie halt bei Ihrer Meinung. Dann war Hoecke eben Gewinner auf weiter Flut. Nur: Warum dann die ganze Aufregung der Hoecke-Hörigen (siehe oben)?

Alles nur Schau, um den "Gegner" in falscher Sicherheit zu wiegen? Verstehe. Genial.

die Anhänger der AfD? Ich, dachte, Schweine würden das tun. Der "mimosenhafte" Höcke "schwurbelt", ist gar ein "Göbbels-Imitator", der sich zudem zu unbewiesenen Unterstellungem einfach nicht zu äußert. Ihr Beitrag hat mich nicht gerade beeindruckt, ist aber ein interessantes Psychogramm.

hat er Sie zu einer Reaktion veranlasst. Tja, nicht jeder verträgt es, wenn ein Hoecke kritisiert wird. ..

Ernst-Günther Konrad | Mo., 16. September 2019 - 18:06

hat da das ZDF in der Person des Herrn Gebhard. Natürlich wusste Herr Höcke schon, das man ihn vorführen, ihn zum sprachlichen Tanzbären erklären will und Diskussion zu Inhalten seiner Politik nicht ernsthaft Ziel des Interviews war. Natürlich wollte das ZDF den Skandal, wenn das "Opfer" nicht von sich bereit ist, die kritisierte Rhetorik zu widerholen und vielleicht auch noch einen besonders fragwürdigen skandalträchtigen Satz heraus haut. Sie fragen in ihrem fairen Artikel zu recht, wem das nützt?
Nicht Höcke selbst hat sich zum Opfer gemacht. Die Interviewsituation, die Art und Weise lassen ungewollt Höcke zum Opfer werden. Ja, seine Wortwahl ist provokativ und sein Auftreten ist der Versuch, wie ein Abziehbild eines braunen Anpeitschers daher zu kommen. Nur, glaubt das ZDF wirklich, sie hätten ihn enttarnt. Auch wenn das zusammengeschnittene Interview versucht ihn bloß zu stellen, ihn doch als Nazi darzustellen. Es ist nicht gelungen. Das Gegenteil ist der Fall. Es nützt der AFD.

Ja, lieber Herr Konrad, Sie beschreiben die Situation genau so wie sie sich ohne ideologische Scheuklappen darstellt. Höcke ist - vom ZDF nicht beabsichtigt - als moralischer Sieger vom Platz gegangen. Und die Leute sehen ihn als Opfer. Die Vorbehalte und die Wut gegen das ZDF und die ÖR (auch wegen der Zwangsgebühren) haben neue Nahrung bekommen. Die Glaubwürdigkeit ist weiter gesunken. Das Interview war der klassische Phyrrussieg für das ZDF. Höcke sollte dankbar sein (und er ist es im Stllen sicher auch), denn alles ist Höcke, nur kein Dummkopf. Beim ZDF bin ich mir da nicht so sicher. Die Ursache ist die ideologische grünrote Brille. Wenn sie die nicht abnehmen in Mainz, geht es weiter abwärts. Wiewohl das den Sender finanziell nicht stört - er swid ja bestens versorgt.

Danke für den Zuspruch. Habe gestern gelesen im Focus, das Herr Maaßen die Abschaffung der GEZ fordert, weil die ör Fernseh- und Rundfunkanstalten ihrem Auftrag nicht mehr nachkommen, einseitig und meinungsmachend berichten und zuviel kosten. Uih, das ist eine AFD-Forderung aus deren Parteiprogramm. Bin mal gespannt, wer ihn öffentlicht "schlachtet". Nun, einen kenne ich hier im Forum, dem wird die Lampe glühen. Gönne ich ihm, er muss nur aufpassen, dass er keine Überspannung herstellt. Dann platzt das Lämpchen nämlich.

Klaus Funke | Mi., 18. September 2019 - 18:03

Antwort auf von Ernst-Günther Konrad

Gut gesagt, lieber Herr Konrad. Habe herzlich gelacht und mir die "geplatzte Birne" vorgestellt.

Bernd Muhlack | Mo., 16. September 2019 - 18:15

Wie gesagt, ich habe mir dieses ZDF-Video angesehen und erlaube mir deshalb eine Wertung.
Noch zwei, drei gar mehrere Ergänzungen, okay?

Wieso sind bei diesem Video zu keinem Zeitpunkt die Vertreter des ZDF zu sehen?
Sind wir hier bei Versteckter Kamera/ Verstehen Sie Spaß (Herr Höcke)?

Wer hat dieses Foto oberhalb des Artikels ausgesucht? Leni Riefenstahl oder The Sisters of Mercy hätten kein trefflicheres finden können!

Und nochmals wiederholend (qua vorherigem Posting): lasst doch die Herren Grönemeyer u Höcke bitte einmal zusammen diskutieren!
Moderatorin? Na klar, meine Mutter!
Sie wurde just 85; topfit, also geistig, mental.
Wie auch ich Rheinländer/in aus dem wunderschönen Koblenz. Diese unsere Stadt war "damals" zu 95 % zerstört!
"Ausgebombt, geflüchtet, evakuiert..."
Sie weiß von was sie spricht! Sie absolvierte damals zusammen mit ihrer Mutter, meiner Oma, quasi eine "Rundreise" durch D. Letztlich Thüringen!
Sie (& ich) brauchen wahrhaftig keine "Weltretter"!

Stefan Jurisch | Mo., 16. September 2019 - 18:42

Obwohl ich Herrn Höcke nicht in führenden Positionen sehen will und ihn, billig gesagt, einfach nicht ausstehen kann, so erlebe ich dieses Interview tatsächlich als pure Absicht und Provokation, die exakt auf das abzielte, was passiert ist. Das ist tatsächlich auffallend härteres Vorgehen als gegen jedweden Politiker anderer Parteien. Damit hat das ZDF sich und der Öffentlichkeit einen Bärendienst erwiesen. Und so wenig ich irgendwas von Herrn Höcke gut heiße, so hätte ich in seiner Situation ebenso gehandelt. Sein Pressesprecher indes war eher unprofessionell, aber das nur am Rande.

Kurt Walther | Mo., 16. September 2019 - 19:09

Eine recht objektive Darstellung des ZDF-Interviews mit Björn Höcke durch Moritz Gathmann. Ich habe mir das Interview via Internet soeben angeschaut und kann nur bestätigen, dass sich B. Höcke als Fraktionsvorsitzender der AfD im Thüringer Landtag solide und korrekt geschlagen hat. Die Fragen bewegten sich fast nur um Begriffe und ihre Deutung bzw. Interpretation, da angeblich - zu viel Terminologie aus der Zeit 1933-45.
Höckes Tonlage passt mir oft nicht, seine Kernaussagen sind aber richtig bzw. nachdenkenswert. Die betont feindliche Haltung des ZDF gegenüber der AfD ist allgemein bekannt und hat sich durch die Art der Fragestellung wieder einmal mehr bestätigt. Ich hoffe, dass noch mehr Bürger dies erkennen, sofern sie die öffentlich-rechtlichen Sender überhaupt noch einschalten. Für mich sind ZDF und ARD schon lange erledigt. Diese Institution sollte wegen ihrer Voreingenommenheit und ständigen Bürgerbelehrungen aufgelöst, die Zwangsgebühr abgeschafft werden.

Ronald Lehmann | Di., 17. September 2019 - 13:41

Antwort auf von Kurt Walther

Aber so, wie bei Höckes Tonlage viele einen nicht begeisterten Nachgeschmack bekommen, so hat man z.B. immer einen bitteren Beigeschmack bei gewissen Komentarschreibern ;-)
Ich finde es nur amüsant, wenn die Gefühle & Gedanken von Herr Höcke & der AFD von ausgerechnet dem "Gegenstück" bewertet & analysiert wird & vorgeführt wird, egal ob Kerner mit Eva H., B.Lucke oder Gauland bei M.Illner u.v.m.
SENDEPAUSE /so schonen sie Herz & Seele & es gibt viele schöne Märchen, die aber liebevoll ans Herz & Seele gehen ;-)
PS: was ich schon viele male geschrieben habe: Wer nur in schwarz-weiß schreibt, der will spalten, egal um welchen Kommentar (hier im C. oder Geschichtskommentar) es sich handelte! Das Leben & der Mensch hat viel mehr grautöne.
Ich vergebe - aber ich vergesse nicht, sondern ich erinnere.
Ja Frau Wallau, manchmal ist das Leben wie ein: Dèja-vu-Erlebnis ;-)
Mögen alle Lesern & Red.-mitarbeiter vom C. Ihre Synapsen vor Glück, Freude & Energie froh jauchzen. MfG
Nimmerklug

Heinz Maier | Di., 17. September 2019 - 17:19

Antwort auf von Kurt Walther

von ZDF und ARD, sowie der meisten Rundfunksender ist unerträglich und überflüssig.
Dafür bin ich gezwungen zu bezahlen, pervers. Höcke hin, Höcke her.

Reinhard Oldemeier | Mo., 16. September 2019 - 19:45

Nun man sollte sich erst das Interiew anschauen, bevor man herumpoltert.
Ob es Provakation war und ob es beabsichtigt war einen Herr Höcke zu entlarven, kann ich garnicht beantworten. Eines kann ich aber sagen. Die öffnetlich rechtlichen waren haben besserere Intervies geführt. Anstelle Herrn Höcke zu konfronieren mit seinen Kollegen hätte man Ihn packen können. In Ansätzen ist es gelungen, leider hat man trotzdem hier eine Chance vertan. Man hätte eher die Gedankenwelt des Herren Höcke ausleuchten können und seine politische Vorstellung. Leider hat man Dieses nicht getan. Der Schluß war der Eklat, der dem Bürger mitteilen sollte, dieses Person ist nicht wählbar.
Nun das Ergebnis läuft darauf hinaus, dass die Anhänger sagen können. Seht ihr das ist unsere Systempresse. Damit wurde keinem geholfen.

Stefan Welzel | Mo., 16. September 2019 - 20:37

Redakteure und Journalisten mit "Haltung" sind mir mittlerweile suspekt. Umso mehr solche, deren Interview oder Bericht schon nahezu im Kasten ist, bevor überhaupt gedreht wurde.

Wer würde Herbert Grönemeyer ernsthaft als 1940er-Nazi einordnen, nur weil er bei seinem Konzert in Wien nicht von deren Sprache zu unterscheiden war?

Wer es wirklich nicht schafft, Höcke in der Sache zu stellen, sollte es besser einfach lassen.
Bitte, ZDF, laßt Eure Finger von Höcke und der AfD, Ihr macht es nur noch schlimmer. Viel schlimmer. Überreicht Euch meintewegen gegenseitig den HaJo-Friedrichs-Preis für Haltungsjournalismus ab (Verzeihung bitte, verehreter Herr Friedrichs) und hängt ihn Euch übers Bett. Aber,bitte, laßt Eure Finger von dieser verunsicherten Gesellschaft.

Irmgard Weigand | Di., 17. September 2019 - 13:40

Antwort auf von Stefan Welzel

Dem betreffenden Interviewer des ZDF sowie seinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Heute-Journal müsste noch g e l e h r t werden, was Hanns Joachim Friedrichs ausgesprochen hat : "Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten".

Tomas Poth | Mo., 16. September 2019 - 23:29

Hier wird mit allen Mitteln gegen einen politischen Gegner gekämpft, um ihn an den Ort zu drängen, den man für ihn bestimmt hat.
Es geht nicht darum ob Euro-Rettung, Energiewende, Migration, CO2-Hysterie und dergleichen in einem offenen, alle Fakten oder nicht Fakten berücksichtigenden Diskurs geklärt werden.
Hier geht es darum dass eine verrannte Politik exekutiert wird.
Die Bürger haben das zu fressen wie es geschieht und sollen keine kritischen Fragen haben oder Ansichten vortragen.
"Wir haben es ihnen noch nicht genug erklärt" ist die Mantra der Ignoranten und totalitär Denkenden.
Der Bürger muss sich seine Freiheit und die Selbstverantwortung gegenüber Machtsystemen immer wieder erkämpfen, sonst landen wir wie früher im Scheitern und hinterher wird gefragt wie das passieren konnte.

Petra Horn | Di., 17. September 2019 - 21:37

Antwort auf von Tomas Poth

Wo wir gerade bei Zitaten waren: "Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit."
Und: " Was du ererbt von deinen Vätern hast, Erwirb es, um es zu besitzen."
Merkel und Goethe haben Recht. Den Rechtsanspruch auf Demokratie gibt es nur, wenn wir ihn immer wieder deutlich und zur Not kompromißlos einfordern. Wer sich darauf ausruht, weil er sie geschenkt bekommen hat, wacht in der Diktatur auf.
Die Fäden ziehen sich schon zusammen.

Hartmut Seinsch | Mo., 16. September 2019 - 23:46

Da die Mehrheit der Medien in Deutschland nichts besseres zu tun zu haben scheint, als die AfD niederzumachen, anstatt sich sachlich mit den Forderungen dieser Partei auseinanderzusetzen, bleibt es nicht aus, dass die AfD als einzige Alternative zur Politik der etablierten Parteien einen größeren Zulauf bekommt.Dies ist auch dringend erforderlich, da sich der sozialistische Staatstrojaner, den ich nicht namentlich nennen möchte, immer mehr auf die Seite des links-grünen Apparates schlägt.

Gerhard Schwedes | Mo., 16. September 2019 - 23:53

Ihre Frage: "Wer will ihren (gemeint: die AfD) unaufhaltsamen Sieg?" Antwort: Ich und viele andere auch. Warum? Damit die etablierten Parteien endlich aus ihrer Lethargie erwachen und erkennen, wie desaströs sie ihre politische Macht umgesetzt haben. Z. B. Migration. Nicht vorausschauend, nicht abwägend, nicht zum Wohle des Volkes, sondern aufgrund abstrakt-verschwommener Ideen einer Humanität, die sich in Wirklichkeit als eine Selbsttäuschung herausstellt. Allein schon die Einsicht, dass mit den gleichen finanziellen Mitteln an den Ursprungsorten des Elends viel nachhaltiger hätte geholfen werden können, widerlegt das scheinbar edle Handlungsmotiv. Wer sich zurückerinnert, weiß, dass die Kanzlerin noch Jahre zuvor Multi-Kulti als gescheitert bezeichnete. Also doch nur Machtkalkül, um etwa eine Koalition mit den Grünen zu ermöglichen? Wäre das Letztere zutreffend, wofür einiges spricht, dann hätte die Kanzlerin ihr Volk zum Spielball ihres ureigensten Machtkalküls gemacht. (s. Forts.)

Gerhard Schwedes | Di., 17. September 2019 - 00:42

Wie auch immer. Ob aus Gründen mangelnder Rationalität oder - noch schlimmer - aus höchster Unmoral, es wäre höchste Zeit, dass eine solche Regierungschefin den Hut nimmt. Ganz zu schweigen von all den anderen Fehlern unter ihrer Regie. Dabei ist das Korrektiv der eigenen, der Koalitionspartei,der Oppositionsparteien FDP oder Linke bis zum heutigen Tage völlig ausgeblieben. Auch sie trifft die Schuld für dieses Versagen. Und noch immer geht der Grenzübertritt - ohne Pass und Papiere - munter weiter. Keine Parlamentsdebatte, keine Talkshows. Tabuisierung rundum. So etwas nennt man Staatsversagen in Reinkultur oder Selbstmord auf Raten. Oder glaubt jemand ernsthaft, den ständigen Überforderungen von Staatsorganen und Bürokratie und ihren Folgen entgehen zu können - wie der heilige Sebastian den Pfeilen? Allein die AfD scheint in dieser Situation die Partei mit einem klaren Menschenverstand geblieben zu sein. Alle andern folgen brav der Regierung - wie im preußischen Obrigkeitsstaat.

Ernst-Günther Konrad | Di., 17. September 2019 - 06:46

Ich habe mir das Interview vollständig ansehen können. Ich gebe Herrn Höcke in allem recht was er zum Verlauf seiner "Vernehmung" sagte. Wäre ein Beschuldigter im Strafverfahren so suggestiv und einseitig befragt worden, hätte dies zum Beweisverwertungsverbot bei Gericht geführt. Das wird der Spitzenkandiat der AFD wegen der bevorstehnden Lantagswahl interviewt und offenkundig das einzige Ziel ist es, ihn dazu zu befragen, wann und wie er welches Wort oder Satz gesagt hat und was es dies bedeuten würde.
Also nicht der Absender bestimmt den Inhalt der Botschaft, sondern der Empfänger. Ich kann an der Reaktion des Herrn Höcke nichts, aber wirklich nichts erkennen, was einige Medien als Skandal ansehen. Ich kann aber im Umgang mit ihm den Skandal erkennen. Keine einzige Frage zu seinem 100seitigen Wahlprogramm. Keine einzige Sachthemen bezogene Frage. Aber ein Reporter, der dem Kandidaten erklärt, wie seine Worte zu verstehen sind. Die vierte Säule des Demokratie schafft sich ab.

Christoph Kuhlmann | Di., 17. September 2019 - 07:52

Ich meine meine Abgrenzung. Weil ich weder etwas mit der einen oder anderen Seite zu tun haben möchte. Man bekommt den Eindruck eines langsam abschmelzenden Blocks einseitig politisierter Medien und einer wachsenden Partei, die trotz dieser Propaganda einen Wahlsieg nach dem anderen erreicht. Wenn es nicht bald zu konstruktiven Formen der Auseinandersetzung kommt, dann sehe ich schwarz für das politische Klima in Deutschland. Die Frage ist allerdings ob die AfD es auch im Westen schafft.

Maria Fischer | Di., 17. September 2019 - 08:48

Mangelnde Rhetorik-Kenntnisse, falscher Ehrgeiz und enorme Eitelkeit haben Herrn Gebhard in die selbstgestellte Falle tappen lassen.
Innerhalb der ersten Minuten hat er sein ganzes Pulver verschossen. Höcke-Hitler, mehr geht nicht, Ende der Fahnenstange.
Statt die latent suggestive Ebene, die Herr Höcke bei den meisten Zuschauern auslöst, zu nähren, diese Ambivalenz zu halten, sie zu steigern, Argumente zu entblößen, ins leere laufen lassen, gibt er ein Bild vor, das simpler nicht sein kann.
Ein „Monster“ mit einem Menschen zu vergleichen, der vor laufender Kamera „ leidet“, ruft Mitleid hervor.
Das imaginierte „Böse“ an ihm wird menschlich.
Diese Transformation vollzieht sich im Minutentakt für alle sichtbar und im ZDF.
Ab diesen Moment hatte Herr Höcke alle Karten in der Hand. Full House.
Opfer, Emotionen, Menschlichkeit, Leidensfähigkeit, Intellektuelle Überlegenheit...
Dumm, Dümmer, ÖR

Stefan Bosel | Di., 17. September 2019 - 12:19

Antwort auf von Maria Fischer

Danke liebe Frau Maria Fischer. Sie haben aufgeschrieben, was die meisten Menschen sich zu dieser unsäglichen, schiefgegangenen öffentlichen Hinrichtung am Mittagstisch erzählen. Da kann der Chefredkteur des ZDF Herr Frey seinen Mitarbeiter loben wie er will - es ist in die Hose gegangen. Bei der AfD im Thüringen knallen die Sektkorken. Eine gute PR für die Partei. Denn, man hat nicht die alte Marketing-Regel beachtet (Handwerkszeug jedes ordentlichen Journalisten): Empörung ist das beste und wirksamste Marketing-Imstrument!

Rita Gross | Di., 17. September 2019 - 13:43

Antwort auf von Maria Fischer

Danke,Frau Meier,
ich wundere mich seit geraumer Zeit warum ich Rückmeldungen erhalte,daß Menschen auf einmal sagen"ich mochte den Höcke nie,aber jetzt ist er mir sympathisch".Sie haben es perfekt beschrieben und dem ist nichts hinzuzufügen.Das ZDF hat Höcke vermenschlicht und für noch mehr Menschen wählbar gemacht.Wähler die AFD nicht wegen Höcke wählten und es jetzt tun.Die ÖR sind für mich längst Teil des Problems in der Spaltung der Gesellschaft und gehören privatisiert.Es sollte nur für das bezahlt werden was man konsumiert.

Wilfried Nauck | Di., 17. September 2019 - 09:00

Frau Wallau hat schon das Richtige geschrieben. Ich bin so empört über diese Praktiken des ZDF, dass ich ernsthaft erwäge, Höcke zu wählen, obwohl ich das wegen seines Verhaltens u.a. beim Kyffhäuser-Treffen nicht tun wollte.
Dass man solche Staatsmedien wie das ZDF nicht abwählen kann, sondern auch noch zwangsfinanzieren muss, stinkt mir gewaltig. Ich fordere, dass alle TV-Programme verschlüsselt werden und man dann wählen kann, wenn man nach Bezahlung sehen kann. Das ZDF stünde mit Sicherheit nicht auf meiner Liste!

Carolina Bertram | Di., 17. September 2019 - 09:04

Ein englisches Institut hat kürzlich die Ö/R untersucht und als extrem links ausgerichtet eingestuft, auch die Zuschauer.
Zur Sendung. Der Beitrag wäre auch was für die ARD gewesen unter: Gefragt - Gejagt.
Durchsichtig, dämlich, lächerlich und der Beweis das man den Zuschauer für blöde hält. Und dann noch der Erklärungsversuch von Frey im Mittagsmagazin........

dieter schimanek | Di., 17. September 2019 - 10:30

Mit AFD Politikern führt man kein Interview sondern ein Verhör. Ob in irgendwelchen Talgshows oder sonstigen öffentlichen Auftritten, es ist jedesmal ein Verhör um den Täter zu überführen. Es wird nichts nützen, denn wer sich im Land umsieht, erkennt schnell, die AFD hat in vielen Punkten recht. Rechtsbruch und Abzocke wohin man sieht. Politik für Schulschwänzer, sinnlose Weltenrettung usw. usw.

Stefan Bosel | Di., 17. September 2019 - 11:54

... mit Höcke muss man m.E. anders umgehen. Er ist im Grunde ein weicher Typ, ein Nationalromantiker. Man muss ihn "menschlich" packen. Ein geschickter Interviewer, der psychologisch was drauf hat, bringt diesen Typen zum Weinen vor den Kameras, und zwar, ohne dass er es für sich nutzen kann, sondern dass man ihn für einen Schwächling hält. Und das ist das Schlimmste, was einem AfD-Mann passieren kann. Leider sind die ÖR in ein Fahrwasser geraten, dass sie so etwas nicht mehr leisten können. Sie haben einfach keine Leute dafür. Das Niveau ist zu einseitig und zu niedrig. Wie das Interview mit Höcke jetzt gelaufen ist, kann das ZDF prahlen wie es will, es war eine Niederlage. Höcke bleibt in den Augen der Zuschauer der moralische Sieger. Er sollte sich im Grunde beim ZDF bedanken. Das war eine ungewollte Wahlkampfhilfe für die AfD - und zwar aus politischer Dilletanz und Dummheit heraus. Seien Sie doch bitte mal kritischer, Herr Lenz!

Wer definiert was NS-Sprache ist, fragte Höcke zurück.

Wesentlich für die richtige Wertung ist, dass es sich nicht nur in der Form, sondern in einer bestimmten Denkart äußert (auch in Symbolen)- im Zusammenspiel von Form und Inhalt. Ein übersteigerter Nationalismus, Chauvinismus und Rassismus rekurriert auf eine "biologisch" gedachte Gesellschaft. Mit „entartet“ kommt ebenso ein unstillbares Verlangen nach Biedermeier zutage, gegen die Moderne gerichtet. Deutschland als Erbengemeinschaft. Das führt zur unerbittlichen Ausgrenzung und zum Stammesterritorium.

Ich hätte Höcke nach seiner Vorstellung von (zukünftiger) Gesellschaft befragt. Denn eines ist jetzt schon klar, es wird einen weiteren Exodus aus dem Osten geben- gerade von jungen Leuten. Wer solche Leute wählt (der noch nicht einmal die Minimalanforderung eines Geschichtslehrers erfüllt), der darf sich nicht wundern, wenn erneut Mauern errichtet werden.

Noch kritischer, was die AfD angeht, kann man ja kaum sein. Aber wie schon gesagt: Sie dürfen Hoecke ruhig zum Gewinner in der "Auseinandersetzung" mit dem ZDF hochjubeln. Sie dürfen auch sein ansonsten radikales Geschwätz als "Nationalromantik" verharmlosen. Und überhaupt: Gibt es oder gab es jemals eine Diskussion oder sonstige verbale Konfrontation, aus der der AfD-Vertreter nicht als eindeutiger Gewinner hervorging? AUSGESCHLOSSEN!
Ernsthaft: Seriös geht anders. Wenn er nicht seinen pathetischen, nationalistischen Bombast loswerden kann, ist Hoecke schwach. Fürs politische Tagesgeschäft ungeeignet.

Wilfried Düring | Mi., 18. September 2019 - 13:58

Antwort auf von Gerhard Lenz

Herr Lenz, in manchem haben Sie vielleicht sogar Recht. Aber Sie sind kein potentieller AfD-Wähler. Und DAS ist Ihr Denkfehler!
Wird dieses ZDF-Interview potentielle (Thüringer) AfD-Wähler dazu bringen, Ende Oktober NICHT AfD zu wählen? Vermutlich eher nicht.
Wird dieses ZDF-Interview potentielle (Thüringer) AfD-Wähler darin bestärken, (voller Wut) 'jetzt erst Recht' AfD zu wählen? Vermutlich eher ja.
Wem nützen also unterm Strich 'solche' Interviews? Vermutlich eher der AfD.
Das ZDF muß selber wissen, ob dieses Interview so angebracht und so geschickt war. Die Thüringer Wähler können ja bald antworten.
Für Interessierte: Der für Thüringen zuständige ARD-Sender MDR führt mit allen Thüringer Spitzenkandidaten vor der LTW Interviews.
Das - weniger spektakuläre - Interview mit Björn Höcke ist bereits online.

Lieber Herr Bosel, wenn Sie Herrn Höcke als Nationalromantiker bezeichnen, so ähnlich hat ihn auch Gauland bezeichnet, warum wollen Sie ihn dann überhaupt "packen", denn Nationalromantik sollte doch zumindest erlaubt sein. Ich selbst lebe sehr gern mit Menschen aus anderen Ländern zusammen, dabei lege ich aber Wert darauf, dass wir doch gemeinsame Werte
unserer jüdisch-christlichen Kultur teilen bzw. diese Menschen, wie unsere asiatischen Mitbürger eine Kultur mitbringen, an die wir gut anschließen können. Der immer wieder unterstellte Rassismus lässt doch völlig die Tatsache ausser Acht, dass es überhaupt nicht gegen Muslime an sich, sondern nur um diejenigen geht, welche hier ihre frauenfeindlichen archaischen Werte des Mittelalters leben wollen. Die Führer dieser Bewegungen sind gebildete Leute, durch die Masseneinwanderung von grösstenteils ungebildeten Menschen aus der muslimischen Welt, kann sich jedoch eine kritische Masse BILDEN, die unsere Kultur verdrängt. Ulf Müller

Lieber Herr Bosel, wenn Sie Herrn Höcke als Nationalromantiker bezeichnen, so ähnlich hat ihn auch Gauland bezeichnet, warum wollen Sie ihn dann überhaupt "packen", denn Nationalromantik sollte doch zumindest erlaubt sein. Ich selbst lebe sehr gern mit Menschen aus anderen Ländern zusammen, dabei lege ich aber Wert darauf, dass wir doch gemeinsame Werte
unserer jüdisch-christlichen Kultur teilen bzw. diese Menschen, wie unsere asiatischen Mitbürger eine Kultur mitbringen, an die wir gut anschließen können. Der immer wieder unterstellte Rassismus lässt doch völlig die Tatsache ausser Acht, dass es überhaupt nicht gegen Muslime an sich, sondern nur um diejenigen geht, welche hier ihre frauenfeindlichen archaischen Werte des Mittelalters leben wollen. Die Führer dieser Bewegungen sind gebildete Leute, durch die Masseneinwanderung von grösstenteils ungebildeten Menschen aus der muslimischen Welt, kann sich jedoch eine kritische Masse BILDEN, die unsere Kultur verdrängt. Ulf Müller

Hans Schäfer | Di., 17. September 2019 - 12:58

Ich habe mir das VERHÖR nicht angetan.
Ich mag die Art von Höcke nicht. Er schadet m.E.n. den gemäßigten und größten Teil der AfD mehr als er nutzt. Allerding muss auch die AfD wie alle anderen Parteien solche Strömungen innerhalb der Partei aushalten.

...müssen die "gemässigten" Kräfte, sofern es sie in der AfD überhaupt noch gibt, einen Höcke dulden? Ausreden! Es ist wohl eher so, dass der rechtsextreme Flügel längst die AfD dominiert. Einen Hoecke kann man angesichts solcher Machtverhältnisse gar nicht mehr rauswerfen!

muss eine Partei einiges, aber auch der Wähler? Sind Rechtslastige wie Höcke, Kalbitz oder der Holocaustleugner Gedeon nicht eher ein Hindernis ?Konservative ,die dringend eine politische Heimat jenseits der Altparteien(ich weiß das Wort steht auf dem Index der Sprachpolizei) suchen, werden genau auf Grund dieser Personen die AfD nicht wählen. Echte Extremisten vielleicht schon.

Ingo Kampf | Di., 17. September 2019 - 16:59

...die bürgerlich gesinnten Kreise in Westdeutschland von der AFD abhält. Weil nun in den Haupt-Medien, wie auch hier, über das begonnene Interview diskutiert wird, habe ich es mir in Gänze angeschaut. Na ja - da ist Herr Höcke über eine weite Strecke doch freundlich und sachlich geblieben. Dem Interviewer vom ZDF ging es, ausschließlich um die Exegese von kontaminierten Begriffen. Der Interviewer blieb im Schatten und wollte Höcke ins „rechte“ Licht rücken. Ob nun mit oder ohne Hilfe des Pressesprechers von Höcke, ist das wohl ein Schuss in den Ofen gewesen. Wenn ich nur diesen Ausschnitt von Höcke meiner alten, dauer-CDU-wählenden Schwiegermutter vorführe, wird sie bestätigen, daß Höcke höflich und ruhig war. Außerdem war er gut angezogen. Ganz wichtig: Mit gut gebundener Krawatte. Das sticht artig heraus, bei den vielen Polit-Yuppies, die im offenen Hemd mit Sneakern daherkommen.
Ja - Höcke hat recht: Die Stimmung ist aufgeheizt und das ZDF trägt dazu bei. Dumm gelaufen!

Julius Sesar | Di., 17. September 2019 - 18:33

Wohltuend kluge und sachliche Kommentare zum Thema in diesem Forum ! Die Beiträge legen die dilletantische Vorgehensweise des Interviewers einerseits und die "Wolf im Schafspelz"-Taktik des Herrn Höcke andererseits recht anschaulich offen. Die Veröffentlichung des Interviews wird jedoch im Hinblick auf die anstehende Wahl - so oder so - wenig bewirken. Sie führt mir aber wieder mal vor Augen, wie sorgfältig und souverän wir in der Wahl und Ausübung der Mittel, die zum Schutz und zur Stärkung unserer Demokratie geeignet sind, sein sollten.

Hans Schäfer | Mi., 18. September 2019 - 08:59

Ich finde die Kultur der Diskussion hier bei CICERO immer besser, insbesondere, dass man auf Kommentare eines bestimmten Herren, desen Sprachschatz sich auf rechtsextrem, Höcke, Gauland, Weigel, Nazi beschränkt, nicht weiter eingeht. Man hat wohl erkannt, dass da Hopfen und Malz verloren ist und eine respektvolle Diskussion, die auf Argumenten beruht, unmöglich macht. Totschlagargumente, sonst nichts zu bieten.

Wolf-Dieter Hohe | Mi., 18. September 2019 - 09:30

@ Frau Wallau,
"...das ZDF trägt mit seiner eklatanten Voreingenommenheit und Einseitigkeit..."
Das ist keine Voreingenommenheit sondern so gesteuert
Nicht zu vergessen - Wer besetzt die Chefposten beim ÖR ??? So einfach ist das. Sogar Heute.
Mich wundern die 30er inzwischen nicht mehr.