Ärger über den WDR - „Der Sender will krampfhaft die Jungen erreichen“

Weil sie nach 17 Jahren als Moderatorin der „Lokalzeit“ gegen eine jüngere Kollegin ausgetauscht werden soll, hat Simone Standl einen Shitstorm gegen den WDR losgetreten. Im Interview sagt sie, ihr Aufschrei sei Protest gegen den Umgang mit freien Mitarbeitern gewesen. Kann sich der Sender das leisten?

Simone Standl in der Lokalzeit-Kulisse
Wehrt sich über die Medien gegen ihren Rauswurf: WDR-Moderatorin Simone Standl / WDR

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Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin für CICERO.

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Antje Hildebrandt

Simone Standl hat nach einem Volontariat beim ZDF als Redakteurin, Moderatorin und Reporterin für VOX gearbeitet, bevor sie zum WDR wechselte. Zuletzt hat sie 17 Jahre lang die „Lokalzeit“ aus Köln moderiert. 

Frau Standl, der WDR hat sie nach 17 Jahren als Moderatorin der „Lokalzeit“ vor die Tür gesetzt. Sie haben ihm vorgeworfen, dass, wenn es nach dem Sender gehe, Frauen „gut aussehen, jung dynamisch und sportlich“ sein müssten. Ist der WDR als Arbeitgeber sexistisch?

Ganz klar NEIN. Ich möchte noch nicht mal sagen, dass Jugendwahn und Altersdiskriminierung bei Frauen ein Aspekt ist. Das spielt immer mit rein, wenn man hört: „Frau, 59 ...“. Ich glaube sogar, dass sich die WDR-Fernsehdirektorin Valerie Weber sehr bemüht, das Gegenteil zu tun.

Wieso Gegenteil? Ihre Nachfolgerin Sümeyra Kaya ist 38. 21 Jahre jünger als Sie.

Ja, es ist doch gut und nachvollziehbar, dass Kolleginnen, die ihre TV-Karriere starten, jünger sind als ich.

Wie hat denn Ihr Sender begründet, warum er den Vertrag mit Ihnen nicht verlängert?

Ich habe keine richtige Begründung bekommen. ICH SEHE DAS SO: Sie wollten mal eine Veränderung. Ein neues Gesicht ausprobieren, etwas Anderes, Frisches.

Ist das nicht legitim?

Doch, das ist absolut legitim. Das kann jeder Arbeitgeber machen, auch schon nach fünf Jahren. Was ich immer bemängelt habe, dass vorher nicht miteinander geredet wird. Dass der Sender NICHT sagt: „Hör mal, das und das haben wir vor. Was hast Du vor?“ Dann hätten wir sicher einen gemeinsamen Weg gefunden.

Und, wie war das bei Ihnen?

Es gab keine Mitarbeitergespräche, nur ein Kennlerngespräch und ein Gespräch im Oktober 2020, in dem mir praktisch schon unwiderruflich mitgeteilt wurde, dass ich im Sommer 2021 aufhören würde. Diese Frist ist keine Gnadenfrist, sie ist tariflich geregelt. Wenn man so lange dabei ist wie ich, hat man eine Frist von sieben Monaten. In meinem Fall waren es sogar acht.

Aber dann hat sich der Sender doch formal korrekt verhalten.

Formal ja, aber nicht emotional – und sozialkompetent. Wenn jemand so lange dabei ist, man vorher nicht miteinander redet und man sich über jedes Jahr retten muss mit dem Spruch der Chefredakteurin, „der Job ist toll, aber er kann jederzeit zu Ende sein“, fördert das ein Angstklima.

Hatten Sie Ein-Jahres-Verträge?

Nein, wir haben keine klassischen Verträge wie Festangestellte. Nach dem Tarifrecht gibt es aber bestimmte Bestandsregelungen für Freie, die uns ein bisschen schützen.

„Jugendwahn“ unterstellt, Frauen würden über ihre äußerliche Attraktivität definiert und nicht über ihre berufliche Qualifikation. Wie kommen Sie darauf, dass das in Ihrem Fall eine Rolle gespielt hat? Der WDR hat Ihre Vorwürfe als „Unsinn und „schlichtweg falsch“ zurückgewiesen.

Ganz ehrlich: Ich habe das Wort „Jugendwahn“ nie in den Mund genommen. Das stammt nicht von mir. Ich habe gesagt, Frauen müssten „gut aussehen, jung, dynamisch und sportlich sein“. Ich glaube schon, dass wir Frauen immer noch sehr nach der Optik beurteilt werden.

Sie kriegen viel Zuschauerpost. Haben Sie solche Kritik da auch mal rausgelesen?

Gar nicht. Da gab es viel positive Resonanz. Ich kann mich an keine Zuschauerpost erinnern, in der es um mein Alter ging.

Sollte das nicht egal sein? 

Doch, ich will das gar nicht so an dem Alter aufhängen. Der WDR hat Recht, wenn er sagt, „das ist es nicht“. Es spielt da nur mit rein.

Aber Sie benutzen es als Argument. Sexismus ist seit #MeToo ein Riesenthema. Hätte Ihr Aufschrei sonst so ein Echo bekommen?

Ich habe einfach mal Klartext geredet. Wenn man mein Alter hört und keine großartigen Gründe, warum man aufhören soll, denkt man doch, auch das Alter habe eine Rolle gespielt. Mein Anliegen war, dass sich die interne Kommunikation verbessern muss.

Sie haben damit aber einen Shitstorm gegen den WDR losgetreten. Was haben Ihnen die Zuschauer denn geschrieben?

Die Zuschauer, die mir geschrieben haben, finden meine Moderation kompetent und charmant. Viele Zuschauer haben sich vor allem über die Personalentscheidungen im WDR entrüstet. Sie fühlen sich durch die Gebührendebatte nicht mehr abgeholt. Die sind so sauer, dass sie gleich den ganzen WDR inklusive Intendant verteufeln. Der hat ja gerade mehrere Baustellen ...

... der Bauskandal und die Kritik über die verspätete Flutberichterstattung. Und dann auch noch Ihr Aufschrei. Perfektes Timing, oder?

Nein, das weise ich klar von mir. Ich hab acht Monate gelitten, weil ich mit meinen Fragen, wie es für mich beim WDR weitergeht, nicht weiterkam. Mein letzter Arbeitstag war der 30. Juni. Als der Kölner Stadtanzeiger an diesem Tag über meinen Fall berichtet hat, war die Sache mit dem Bauskandal noch nicht raus und die Flutkatastrophe war in der Nacht zum 15. Juli!

Sie sind nicht das erste Opfer des WDR-Führungsstils. Auch Ihre Kollegin Christine Westermann wurde aus dem Fernsehen verbannt. Dabei ist messbar, dass Ihre Bücherempfehlungen auf „frau tv“ Einfluss auf die Bestseller-Charts haben. Begründet hat der WDR das damit, er wolle „den Kulturbegriff erweitern“ und „neue Gesellschaftsschichten“ erschließen. Ist das glaubwürdig?

Ich weiß nicht, wie diese Entscheidung zustande gekommen ist. Ich finde sie aber falsch. Viele freuen sich auf diese Buch-Tipps. Ich glaube, es ist gelaufen wie bei mir. Man will wohl auch hier eine Veränderung. Aber man weiß nicht richtig, wie man es begründet. Und dann sagt man, man wolle neue Zielgruppen erobern. In meinem Fall sind es die jüngeren Zuschauer.

Die „Lokalzeit“ gilt als Altenheim, der WDR will aber die Fit-for-fun-Generation erreichen?

(lacht). Nee, mit unserer Sendung erreichen wir die Älteren aus der bürgerlichen Mitte, die sich um 19.30 Uhr noch vor den Fernseher setzen. Der WDR will aber AUCH die Jungen, Frechen und Eigenwilligen erreichen.

Interessiert sich diese Klientel für Lokales?

Gute Frage. Wir haben ein unglaublich treues Stammpublikum, das uns goutiert. Der Anteil der 14- bis 29-Jährigen liegt laut Chefredaktion bei zehn Prozent. Natürlich will man auch andere erreichen – aber doch nicht krampfhaft oder indem man sich auf Gruppen stürzt, die man niemals bekommt. Ich habe selbst zwei Töchter, 20 und 24. Die setzen sich doch nicht um 19.30 Uhr vor eine „Lokalzeit“. Die holen sich ihre Informationen nicht über das Fernsehen, sondern aus den sozialen Netzwerken.

Kündigungen treffen auch Männer. Sogar solche, die noch jünger sind. 2020 musste Ihr Kollege Stephan Pinnow nach 15 Jahren gehen. Die von ihm moderierten Sendungen „Hier und Heute“ und „Wunderschön“ sollten ein neues Konzept erhalten. Auch da hat der Sender gesagt, die Entscheidung habe nichts mit seinem Alter zu tun.

Auch mit dem hat man übel Schluss gemacht. Einmal hat es ihm der Chef direkt gesagt: „Es geht nicht weiter.“ Ich weiß nicht, ob die Redaktionsleiter nicht wussten, dass sie es mit einem dreifachen Familienvater zu tun hatten.

Und bei Ihnen?

Also ich habe mich jetzt einfach mal getraut, den Mund aufzumachen. Mit 35 hätte ich fürchten müssen: Meine Karriere ist zu Ende.

Und jetzt mit 59 haben Sie nichts mehr zu verlieren?

Zumindest beim WDR nicht. Ich hätte gerne beim Hörfunk weitergearbeitet, das Angebot hat es gegeben, aber nachdem der Bericht im Kölner Stadtanzeiger erschienen war, hat der WDR es wieder zurückgezogen. Es hieß, das Vertrauen sei nicht mehr gegeben.

Bereuen Sie Ihren Aufschrei?

Ich habe nicht geahnt, dass es solch ein Echo, positiv wie negativ, geben würde.

Ach kommen Sie, genau das haben Sie doch bezweckt. 

Ja, ich wollte Aufmerksamkeit in der Sache, aber in dieser Dimension habe ich es nicht erwartet und auch nicht gewollt.

Jetzt sind Sie raus. War es das wert?

Na ja, ganz umsonst war es nicht. Die Chefs haben sich beraten. Sie kamen zu dem Schluss, sie hätten zu wenig kommuniziert. Man möchte künftig mehr miteinander reden, auch mit den freien Moderatoren. Es soll so etwas wie eine Zwei-Jahres-Frist geben, bevor ein Arbeitsverhältnis beendet wird. Mir bringt das jetzt nichts mehr, aber den Kollegen.

Der WDR ist die größte öffentlich-rechtliche Sendeanstalt in Europa. Welche Signale sendet er mit so einer Führungspolitik?

So ein großer Sender, der einen Kulturwandel propagiert, muss besser hingucken, ob richtig geführt und richtig kommuniziert wird. In der #MeToo-Debatte hat er das ja auch getan.

Auch die ARD hat ihr Moderatoren-Personal gerade verjüngt. Tagesschausprecher Jan Hofer ist mit 71 zu RTL gewechselt. Frau Standl, wollen Sie mit 71 auch noch moderieren?

(lacht). Ach, ich glaube nicht. Aber die Zeiten ändern sich. Vielleicht ändert sich die Fernsehlandschaft ja noch. Wenn man sich die demoskopische Kurve anguckt, werden die Leute immer älter und fitter.

Warum klopfen Sie nicht mal bei RTL an? Oder haben die sich schon bei Ihnen gemeldet?

Noch nicht. Die Wogen müssen sich erstmal glätten, dann stelle ich mich neu auf. Früher hätte ich gedacht, bei RTL muss man ewig jung bleiben. Aber der Sender lässt seine Moderatorinnen lange auf dem Schirm. Ulrike von der Groeben und Frauke Ludowig sind noch immer mit dabei. Das ist total klug. Und jetzt gräbt RTL auch noch der ARD die guten Leute in der Nachrichten-Abteilung ab.

Die Fragen stellte Antje Hildebrandt.

Norbert Heyer | Fr, 30. Juli 2021 - 10:16

So ist das leider: Da arbeitet man 20 Jahre für einen Sender und liegt auch politisch auf der richtigen Schiene und dann wird man politisch und vertraglich korrekt „abserviert“. Der Trend ist ja auch beim ZDF zu beobachten. Langjährige Moderatorinnen gehen in Rente, die neuen Kräfte haben genau die richtigen Bewerbungskriterien: Jung und Migrationshintergrund. Auch bei der Berichterstattung über die Flutkatastrophe sah man einen jungen Reporter mit dieser Voraussetzung. Bei den Helfern sah man nur AWM und Frauen, „die schon länger hier leben“. Dieser Trend wird sich verstärken, die Anzahl der Neubürger wird weiter zunehmen und da wollen die Fernsehanstalten diesem Klientel ein Gefühl von Heimat vermitteln. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass wir auf den Weg in eine multikulturelle Gesellschaft sind. Wir haben uns damit abzufinden, das dieses Land allen gehört, „die hier leben“ und da müssen wir Rücksicht und Anpassung an andere Kulturen beigebracht bekommen, das ist die pol. Botschaft

Christa Wallau | Fr, 30. Juli 2021 - 11:21

In reply to by Norbert Heyer

daß noch vor 10 Jahren auf dem Deutschlandtag der "J U" Merkel u. Seehofer die Multi-Kulti-Politik, die bis dahin betrieben wurde, für absolut gescheitert erklärten u. eine bessere forderten. Dabei lastete Merkel die Schuld für das Scheitern den vergangenen Regierungen an. Es sei zu wenig von den Einwanderern verlangt worden. Seehofer wörtlich: "Wir dürfen nicht zum Sozialamt der Welt werden! Multikulti ist tot!"
B e i d e Politiker sind bis heute im Amt.
Und das Ergebnis ihres Agierens:
N I CH T S ist besser geworden!
Im Gegenteil: Es ist genau das eingetreten, vor dem man damals noch als untragbar gewarnt hat. Es sind m e h r Parallelgesellschaften mit nicht Grundgesetz-konformen "Werten" entstanden, Einwanderkinder sprechen w e n i g e r Deutsch als zuvor, die christlich-abendländische Kultur spielt keine entscheidende Rolle mehr in unserem Land ...
Stattdessen überbieten sich Politik u. ÖR darin, Menschen mit Migrationshintergrund zu b e v o r z u g e n!

TOLL, nicht wahr?

In der Tat hat Kanzlerin Merkel ihre Meinung bzgl. Multi-Kulti um 180 Grad gewendet - eines ihrer Markenzeichen, ihre Kernkompetenz.
Beim Segeln nennt man das "Halse" - glaub ich jedenfalls.

Hier ein Rede-Ausschnitt im BT aus September 2002:
https://www.youtube.com/watch?v=rkyL3BpKcfo

Ich unterschreibe jede ihrer damaligen Aussagen - richtig Frau Dr. Merkel!
Wir brauchen Zuwanderung - QUALIFIZIERTE Zuwanderung!
Jedoch: warum nur hat Sie - wie fast immer - ihre Meinung diametral geändert?

Eines noch.
Ob ARD/ZDF/DLR ihr Personal auf Haltung und Moral trimmen ist mir ziemlich egal. Ich gucke mir diesen Kladderadatsch schon lange nicht mehr an.
Von einigen Tatorten abgesehen.

Schönes Wochenende allerseits!

[qualifizierte Zuwanderung?
Nachher findet hier schräg ggü ne kleine Abi-Feier (30+x) statt; die Nachbarn wurden vorgewarnt. Mich stört weder laute Musik noch Party!
Sujan X. stammt aus Nepal, wurde adoptiert. Ein prima Typ u 1,6er-Abi 👍
Alternative:
"Ich nix deutschisch - ASYL!"]

Frau Wallau, Sie treffen den Kern des Problems genau: es ist die Unglaubwürdigkeit von Politikern wie Merkel, Seehofer und Söder. Herr Seehofer sprach noch 2018 von der "Herrschaft des Unrechts". Dass es Parallelgesellschaften gibt und die Sprachentwicklung von Migrantenkindern dank SAT-TV schlechter ist als in früheren Jahren, kann man ab Herbst 2021 hoffentlich wieder ansprechen, ohne als AfD-Wähler eingestuft zu werden.

es gibt ja Vieles, was ich immer wieder beim WDR sehen muss:
Etwa die Sendung "Monitor", aktuell moderiert von einer gewisser Person Restle. Wenn ich dann manchmal hinzappe, habe ich den Eindruck, in RT oder eine andere kommunistische Sender zu geraten.
Eine Sendung ist mir erinnerlich. Ich glaube, es war im letztem Jahr: Sinngemäss:

Diese Person Restle hat tatsächlich die Steuerzahler in D unverfroren beleidigt. Weil diese zu wenige Flüchtlinge haben wollen, einladen wollen.
Wieviele Milliarden kosten all diese echte Flüchtlinge allein? Zigmilliarde Jährlich.

Und da beleidigt dann ein solcher(vermutlich kommunistischer)Moderator alle Steuerzahler.
Wieviel Honorar bekommt ein solcher Sprachrohr der Kommunisten beim WDR eigentlich?
Vermutlich ein wenig mehr, als BaFög- oder HarztIV-Sätze. Vermutlich hat ein solcher Kommunist kein Anspruch auf Wohngeld oder irgendwelche andere Sozialleistungen.
Meine Frage an diese Person:
Wieviel Honorar erhalten Sie eigentlich für Ihre Propoganda?

Bettina Jung | Fr, 30. Juli 2021 - 10:21

Der Sender hat richtig gehandelt, nein, es geht nicht um Jugendwahn, nein, da ist alles korrekt gelaufen, die Fristen wurden eingehalten. Es hätte nur mehr kommuniziert werden müssen. Sie hat sich auch nicht wegen ihres eigenen Falles beklagt, sondern es für die Kollegen getan. Sie ist eine Art Märtyrer. Völlig überflüssig und substanzlos.

... gibt es in der freien Wirtschaft zuhauf und es ist keinen Bericht wert. Nur dort stehen die Arbeitsnehmer vor dem kompletten Aus, denn einen neuen Job bekommen sie in dem Alter nicht mehr. Es ist eine Rentenkürzung, wenn die Alten gekündigt werden und die letzten Jahren arbeitslos sind oder H4 beziehen müssen, da sie oftmals krank und kaputtgearbeitet sind. Dieser Artikel beleuchtet Wohlstandsprobleme für mich.

...werte Frau Stange.
Da mein Kommentar mal wieder im „Nirvana“ verschwunden ist, versuche ich indirekt über Ihren Kommentar. Das Wohlstandsproblem dieser Dame passiert in der freien Wirtschaft seit Jahren. Interessiert aber niemanden aus den ÖR.
Und als der Kollege Pinnow gehen musste, hätte die Dame doch mal Haltung zeigen können. Den Rest spar ich mir, sonst wird’s wieder nix mit mir, dem Kommentar und Autorin.

Ich verstehe Ihren Kommentar nicht? Frau Standl hat das Argument der Verjüngung des Personals zwar mit angeführt, aber in erster Linie lese ich aus dem Interview eine Kritik an der Umgangsweise, wie es zu der Entlassung kam bzw. diese von den Verantwortlichen kommuniziert wurde, herraus. Ebenso ist es meinem Dafürhalten doch absolut legitim und in keiner Form dem Märtyrertum zuzuordnen, wenn dass Beispiel eines ebenfalls betroffenen Kollegen angeführt wird. Davon abgesehen ist eine persönliche Darlegung der Umstände aus Betroffenen Sicht(betroffen weil in der schwächeren Ausgangslage des Konfliktes) doch eher wünschenswert; allein zur Schaffung eines objektiven Bildes. Sind beide Seiten bekannt, so ist es der Öffentlichkeit, also Dritten, auch möglich ein eigenes Bild zu der ohnehin öffentlichen Angelegenheit zu erlangen.- es gehört zur offnen Gesellschaft dazu.

Aus diesem Grund ist es m.E. sinnvoll, dass Dritte sich mit persönlicher Kritik vorsichtig an ein solches Thema herranwagen

Da stimme ich zu. In diesem ausführlichen Interview werden viele Aspekte kritisch diskutiert: Frauenbilder, "Jugendwahn" und vor allem die Frage, wie sich der WDR von einer langjährigen und offenbar verdienten Mitarbeiterin getrennt hat.
Mehr als die Hälfte der Foristen macht daraus - "Überraschung": eine Debatte über Migrationspolitik bzw. "Parallelgesellschaften". Dafür reichen zwei Worte: Sümeyra Kara!
In NRW haben fast 30% der Menschen einen Migrationshintergrund. Da sollte es nicht überraschen, dass einige davon auch im Fernsehen landen. Aber man kann es den Ciceronen nicht rechtmachen. Wenn Muslime sich nicht integrieren, dann sind sie (wegen ihrer Religion) integrationsunfähig. Und wenn Sie sich integrieren, wie Kara, dann ist es auch nicht gut, denn irgendwie will man anscheinend doch nur "Biodeutsche" im Fernsehen sehen.
Schade, dass solche Dinge für so viele eine so große Rolle spielen. Ich wünsche Frau Standl und Frau Kara alles Gute für ihre Zukunft!

Um meinen Kommentar zu verdeutlichen: für mich ist es zu wenig Klartext. Es klingt nach „wir müssen den Menschen unsere Politik besser erklären“. Die Dame hat sich seinerzeit zu recht empört und nun ein zartes „alles korrekt abgelaufen“. Sagen, was ist. Punkt. Nur jung zu sein, reicht nich mehr. Der Migrationshintergrund ist das Wenigste, den jemand mitbringen muss. Divers, bi, etc. Ein Muss. Dabei dürften die Zuseher des WDR im Alter der Eltern dieser Dame sein. Interessant finde ich übrigens, den Status der Freien Mitarbeiterin. In der freien Wirtschaft wird in diesem Fall gerne eine Scheinselbständigkeit unterstellt

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 30. Juli 2021 - 11:06

beruhigt, liebe Frau Hildebrandt.
Frau Standl ist Freie Mitarbeiterin?
Das war der Arbeitstitel unserer Hausarbeit im Elitz-Seminar.
Da klang Journalismus für mich absolut nicht erstrebenswert.
Von öffentlich-rechtlichen Medien, aber nach, sagen wir 10 Jahren, auch von privaten Medien darf man erhöhten Arbeitsschutz verlangen.
Der muss so aussehen, wie ihn Frau Standl beschreibt, man informiert rechtzeitig, setzt sich zusammen und überlegt Anschlussverwendungen ff.
Frau Standl sieht gut aus, fit und slim, was sollen dann Menschen wie "ich" machen?
Männer können sich keinesfalls gehen lassen und müssen ansprechend aussehen.
Mit der Zeit können Aufgaben anspruchsvoller werden.
Herr Meyer war doch auch nicht gleich in einer Top-Position?
Andere werden evtl. eher nach "unten" durchgereicht, aber ein Auskommen muss möglich sein und darf sich vielleicht auch mit den Neueinsteigern überschneiden, temporär oder thematisch gemeinsames Auftreten.
Hat Frau Standl Schutz von ihrer Gewerkschaft?

des ÖRR, weil die technische Entwicklung den "Rundfunk" direkt in die Gesellschaft, zum Endverbraucher brachte, via Internet und soziale Medien.
Diese wiederum kann der ÖRR nicht einbinden, ohne enorme Zusatzmittel?
Nun lässt man sich Freiräume nicht mehr nehmen und die werden verständlicherweise in Zukunft den Einzelnen etwas Geld kosten, aufgrund deren Professionalisierung, obwohl sehr viel durch Werbung finanziert werden kann.
Da ist es für den ÖRR sicher geboten, der Vielfältigkeit der Gesellschaft bei seinen Mitarbeitern Rechnung zu tragen, um die Berichterstattung möglichst lebendig zu gestalten.
Es wäre vielleicht auch eine Überlegung wert, dies in Bezug auf die politische Vielfalt der Gesellschaft zu versuchen?

Christoph Wirtz | Fr, 30. Juli 2021 - 11:09

Hier fehlt der an anderer Stelle von Frau Stangl geäußerte Vorwurf, dass der WDR anstrebe, krampfhaft "diverser" zu werden, also Moderatoren mit einheimischer Biographie gegen solche mit migrantischem Hintergrund auszutauschen. Das stützt den Eindruck, den ich seit längerem habe, der jetzt auch "von innen" bestätigt wird.

Dieter Schimanek | Fr, 30. Juli 2021 - 11:38

Frau Standl hätte doch sicher auf den Putz hauen können, ihre Äußerung war doch nur ein laues Lüftchen. Ob es nur am Alter liegt oder für die heutige Zeit am falschen Background wer weiß?
Eine Quote muß her mit Migrationshintergrund und der richtigen Haltung. Wenn dadurch noch das Personal verjüngt werden kann umso besser.
Schaut man sich die Werbung in der Glotze an, sieht man genau dasselbe. Das TV und die Industrie hat erkannt was das Klientel der Zukunft ist, darauf bereitet man sich vor. In den Schulen und Kindergärten hat man das längst erkannt.

gabriele bondzio | Fr, 30. Juli 2021 - 13:27

Meine Beobachtung...im jugendlichen Mileu in meinem Bekanntenkreis zwischen 9-25 Jahren, ist TV völlig abgeschrieben. Oder höchst selten genutzt.
Smartphone, Tablets und &, sind die Renner, mit entsprechenden Videosportale, Netflix, YouTube-Stars usw.
Da bringt auch der Wechsel der Moderatorin kein Stück weiter.

Ingofrank | Fr, 30. Juli 2021 - 13:57

rücken ins Rampenlicht.
Biodeutsch, weiß, und alt, keine Chance für mich.

Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Christoph Kuhlmann | Fr, 30. Juli 2021 - 18:40

man heuert ein Team von jungen Influencern an, vernetzt das ganze mit dem Internet. (Nicht nur Mediathek) Dann wird das ganze Ping Pong oder so genannt und als Dauerwerbesendung deklariert. Die Influencer werden durch das Product Placement von der Werbeindustrie finanziert und der WDR hat viele junge Zuschauer, die auch gerne selber Videoclips einsenden dürfen. Außerdem, jetzt mal im Ernst, ohne anime und Role play. Man habt ihr den Trend verpennt.

Rob Schuberth | Fr, 30. Juli 2021 - 20:37

Mir ist dieser Jugendwahn auch schon aufgefallen.

Ich kann den Unmut über ihren Rauswurf gut verstehen.

Dem WDR ist in manchen Aspekten eh nicht zu helfen.

Er war es doch auch der diese böse Oma-Lieder singen lies.
Was für eine Frechheit...halt typisch WDR.

Das m. E. einzig Gute sind dort die investigativen Dokus.

dass kaum noch ein Jugendlicher den Jugendwahn des WDR mitbekommt.

Von daher sollten alle Moderatoren lieber einen Vertrag auf Lebenszeit bekommen, sonst ist die Verwirrung in Altersheimen noch größer.

Fritz Elvers | So, 1. August 2021 - 00:06

Mit der Ausnahme der Massenübergriffe auf Frauen auf der Domplatte war es natürlich sehr anstrengend, aus dem Nichtgeschehen 17 lange Jahre Nachrichten zu produzieren.

Der Dom ist trotz der Richter-Fenster nicht eingestürzt und die Flut kam knapp zu spät für Frau Standl.

Der TGV nach Paris hält jetzt auch in Essen, also keine Gelegenheit mehr für mich, mir die Fotoläden anzusehen.

Nun, ich habe keinen Fernsehapparat mehr und werde deshalb auch nicht die Verjüngung des Grünfunks genießen können, aber dafür das Leben.