Mord in Stuttgart - „Für die Öffentlichkeit spielt die Nationalität eine große Rolle“

In Stuttgart ist ein 36-jähriger Deutsch-Kasache auf offener Straße mit einem Schwert regelrecht hingerichtet worden. Der Täter soll ein Palästinenser sein, der 2015 nach Deutschland kam und sich als Syrer ausgab. Prägt die Herkunft die Formen der Gewalt? Fragen an den Kriminologen Rudolf Egg

02.08.2019, Baden-Württemberg, Stuttgart: Blumen liegen in unmittelbarer Nähe eines Tatorts am Rand einer Straße. Mit einem Schwert hat in Stuttgart ein Mann einen anderen auf offener Straße erstochen. Ein Verdächtiger wird verhaftet und gesteht. Die Ermittler suchen weiter nach Gründen für die Tat.
Blumen und Kerzen für das Opfer: Mit einem Schwert wurde ein 36-Jähriger regelrecht hingerichtet / picture alliance

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin für CICERO.

So erreichen Sie Antje Hildebrandt:

Antje Hildebrandt

Rudolf Egg ist einer der bekanntesten deutschen Psychologen und Kriminologen. Er war bis 2014 Direktor der Kriminologischen Zentralstelle des Bundes und der Länder in Wiesbaden.  

Herr Egg, in Stuttgart hat ein Araber einen Deutsch-Kasachen auf offener Straße mit einem Schwert geradezu hingerichtet – vor den Augen der elfjährigen Tochter des Opfers. Die Polizei kommentierte den Mord mit den Worten, er sei „außergewöhnlich und entsetzlich“. Was war Ihr erster Gedanke? 
Es ist einer dieser schlimmen Fälle, die einem das Blut stocken lassen. Man fragt sich: Was treibt einen Menschen zu einer solch schrecklichen Tat? Auch als jemand, der sich seit über 30 Jahren hauptberuflich mit Gewalttaten beschäftigt, hat man da nicht sofort eine Antwort, die man einfach aus der Tasche ziehen kann.  

Angebot auswählen und weiterlesen

  • Tagespass
    i
    • 24-Stunden-Zugriff auf alle Inhalte
    3,10 €
  • Monatsabo
    i
    Unsere Empfehlung
    • 4 Wochen nur 3,90 €
    • danach 8,90 €
    • E-Paper
    • alle Plus-Inhalte
    • jederzeit kündbar
    3,90 €
  • 3-Monatsaktion
    i
    • 3 Monate lesen, 2 zahlen für 17,80 €
    • danach 8,90 pro Monat, jederzeit kündbar
    • E-Paper
    • alle Plus-Inhalte 
    17,80 €
christoph ernst | Fr, 2. August 2019 - 21:35

Schon ein sehr verträumter Fachmann. Passt zu der friedensverwöhnten, gewaltsam gewaltfrei feminisierten Republik.
Seit der Grenzöffnung 2015 hat es mehr Tote durch "Schutzssuchende" gegeben als in 40 Jahren deutscher Teilung an der innerdeutschen Grenze.
Natürlich sind wir überfordert. Unsere Gesetze wurden nicht für Leute gemacht, die Steinigen, Auspeitschen und Halsabschneiden gewohnt sind. Sicher, man kann sich das Mittelalter an Bord holen. Genau das hat Merkel getan und tut es weiterhin. Doch man sollte sich nicht einbilden, dass das nicht abfärbt. Unsere Justiz muss sich etwas einfallen lassen. Resozialisierung von Leuten, die aus Afghanistan, Iran oder Libyen kommen, haut leider nicht hin. Denn die verstehen nur Scharia; und einige von ihnen erobern gerade gezielt Stück für Stück den öffentlichen Raum. Durch krasse, spaktakuläre Gewalt. Friedlich werden sie ihn kaum wieder hergeben. Herzlichen Dank an A. Merkel und K. Göring-Eckardt.

Hans-Jürgen Salza | Sa, 3. August 2019 - 07:14

Vor Jahren lasen wir, dass der IS seine Taktik ändere. Keine GROSSEN Aktionen mehr mit Bomben, sondern nur noch „kleine“ Aktionen von einzelnen Kämpfern. DAS fällt dann nicht so auf, aber es wird die Bevölkerung verunsichern. Wie perfide!!
Genau DAS sehen wir seit langer Zeit. Immer wieder „Nur Einzelfälle“. Und wenn die Menschen nur noch ohnmächtig reagieren, wird ihnen Hass + Hetze unterstellt, bzw., sie werden als Rassist, Rechtsradikal oder Nazi beschimpft!

Frau Merkel ist immer wieder STILL, bzw. nur dann laut, wenn es etwas gibt, was in die rechte Ecke zeigt. Bzw. in Richtung AfD.
Wie lange soll DAS alles noch gut gehen?

Ernst-Günther Konrad | Sa, 3. August 2019 - 07:41

Der Anteil an schweren Straftaten ist:
" Es ist eine enorme, überproportionale Häufung."
" Sie zu benennen, ist schwierig – sie nicht zu benennen, aber auch."
" Woher soll denn die Presse eigentlich immer wissen, was für eine Tat relevant ist und was nicht relevant ist? "
" Uns Kriminologen ist schon 2015 klar gewesen, dass unter den vielen unbegleiteten jungen und männlichen Flüchtlingen auch ein nicht geringer Anteil tendenziell impulsiver und aggressiver Menschen sein würde."
So Herr Prof Egg. Ich schätze Sie sehr, aber wo waren diese Kriminolgen 2015 und danach, die vor dieser Kanzlereinladung warnten?
Sie sagen zurecht, das die Behörden völlig überfordert waren. Wo waren die Behördenleiter und Opposotionspolitiker damals bis heute - außer der AFD-, die nüchtern sachlich, unbequem und offen darüber debatierren wollten?
Sie sagen zurecht, Täter nutzen das Werkzeug, dass ihnen aus ihrer Sozialisation geläufig ist. Die unzufriedenen Bürger benutzen auch ein Werkzeug. Sie wählen.

gabriele bondzio | Sa, 3. August 2019 - 08:09

auch wenn sie vielleicht überzogen sind."...ach, dass z.B.weibliche Wesen in DE lf. angefallen und sexuell missbraucht (eine Altersgrenze lässt sich gar nicht mehr feststellen) werden. Und daraus in vielen Gegenden, ihre sonst üblichen Freiheiten einschränken müssen.Ist also eine überzogene Feststellung.Ich bin schlichtweg empört über die Relativierungsversuche, die sich durch das gesamte Interview ziehen. Und dass man am hellichten Tag in aller Öffentlichkeit, einen Menschen hinmetzelt. Zeigt eher auf, wie unbekümmert und sicher sich diese Migranten in unseren Land bewegen. Auf Kosten unsrer Sicherheit und Ängste. Es ist unser Land und solche Typen haben hier nichts zu suchen.

Eine Alternative zu den ständigen Verharmlosungen auf allen Kanälen wäre: EIGENE Fehler eingestehen.
Zu sagen: "Wir haben die Situation falsch eingeschätzt. Wir haben uns geirrt. Die Grenzöffnung 2015 incl. defacto Masseneinwanderung war ein Fehler. Nichts war vorbereitet. Die sorglose 'Willkommenskultur' war gedankenlos. Wir bitten die Menschen in Deutschland für unsere Fehlentscheidungen um Verzeihung."
Für eine solche ehrliche 'Beichte' bräuchte es 'die Kraft und den Mut, sich selbst in Frage zu stellen'.
(Zitat Henryk M. Broder; so beendete er seine Rede vor der AfD-Fraktion).
Weil Kraft und Mut für dieses Eingeständnis EIGENER Fehler (Fehler machen immer nur andere: z.B. Israel, Trump, Putin, Orban, die AfD und die kath. Kirche) nicht vorhanden sind, muß man anders reagieren. Ausweichen, Beruhigen, Verhamlosen, Ablenken, Relativieren. Der 'Experte' Prof. Egg hinterläßt beim Leser den Eindruck allgemeiner Ratlosigkeit. Kein 'Experte' weiß wirklich, wie es weitergehen soll!

helmut armbruster | Sa, 3. August 2019 - 08:34

sind absolut gerechtfertigt.
Die Überforderung der Behörden liegt offen zu Tage, siehe z.B. abgelehnte Asylbewerber, die nicht ausgewiesen werden.
Verschärfte Spannungen mit Zuwanderern und Asylanten sind ebenfalls offensichtlich.
Beides sind völlig normale Reaktionen in einem Umfeld wie wir es seit Jahren haben.
Wenn in Ihrem Stadt- oder Wohnviertel laufend neue Gesichter auftauchen, die sich in den bisher üblichen Gang der Dinge nicht einordnen lassen, dann sind Sie beunruhigt. Das ist ein völlig normales Verhalten und hat nichts mit "Fremdenfeindlichkeit" zu tun. Dieses Unsinnswort ist ein Propagandawort und sonst nichts. Wer ist schon von Natur aus gegen Fremde feindlich eingestellt? Ich glaube niemand. Aber jeder ist von Natur aus ggü Fremden, die er nicht kennt und die sich anders benehmen als er, vorsichtig.
Das gilt auch ggü Fremden der eigenen Nationalität.
Ein Fremder muss sich eben erst ein gewisses Vertrauen "verdienen". Gelingt das wird er voll akzeptiert werden.

Romuald Veselic | Sa, 3. August 2019 - 09:32

Behörden (Exekutive/Legislative/Judikative), in ihrer pyramidalen Aufstellung sollten für diesen Tat von der Spitze belangt werden.
Wie viele Morde müssen geschehen, seit 2015, bis die Aktion eine Reaktion hervorruft. Je später dazu kommt, desto schlimmer werden die Folgen.
Ich will keine Aussage dazu machen, denn der Bürgerkrieg ist die grausamste Kriegsart - Balkan, Naher/Mittlerer Osten, Spanien - sind Beweise dafür.
Apropos: Es ist verwerflich, Aufnahmen von solcher Tat in den Medien zu verbreiten. Fakt aber ist: Ohne Tat - keine Aufnahme. Und deshalb der Mord, ist zuallererst zu verurteilen und primär zu lösen.
Es ist besser, so wurde mir mal beigebracht, nie darauf zu warten, bis etwas passiert, sondern sich dagegen zu wappnen, oder die "Überraschung" nie entstehen lassen. Was noch vergessen wird: Die mediale Freiheit ist erst durch Vernetzung im Space entstanden, die nicht nach moralischen Standards funktioniert, sondern spontan.

Karsten Paulsen | Sa, 3. August 2019 - 09:37

Nach diesem Interview habe ich den Eindruck, dass nicht nur die Behörden mit der über uns einbrechenden Migration und dem Ansteigen der Gewalt überfordert sind.

Monique Brodka | Sa, 3. August 2019 - 10:44

offiziellen Statistik des Bundeskriminalamtes (BKA) für Straftaten mit Beteiligung mindestens eines Zuwanderers als Täter:
Morde/Totschlag                                                                                                                                                                                                               2014: 122 – 2018: 430
Sexuelle Übergriffe                                                                                                                                                                                                      2014:      848 – 2018: 6046
Körperverletzung                                                                                                                                                                                                                2014: 18512 – 2018: 73177

Jens Rotmann | So, 4. August 2019 - 11:32

Vor solchen "Experten" bin ich panisch vom Spiegel, Focus über die FAZ zum Cicero geflohen. Jetzt sind sie hier auch schon wieder ! Um es kurz zu machen : Diese Art von Gewalt + Kriminalität haben wir uns mit der EU Erweiterung und der Öffnung der Grenzen ab 2014 selbst importiert.
Ich bin im zarten Alter von 55 + , kann mich aber nicht erinnern, das ein Familienvater seine Frau an seinem Opel -Kadett gebunden und durch die Strassen geschleift hat, Kinder, Oma's aus dem Fenster oder den Zug geworfen hat. Auch nicht das ein deutscher Schwertkämpfer seinen Nachbarn viergeteilt hat oder mit 3 stelliger Zahl von Messerstichen getötet hat.
Zitat : Für die Öffentlichkeit spielt die Nationalität eine große Rolle Zitat ende. Nur für die Öffentlichkeit ? Es sollte vor allem für die Behörden + Regierung eine Rolle spielen !
Im übrigen warte ich noch immer, das Strassen, Plätze, Stiftungen, Schiffe nach den NAMENLOSEN deutschen Opfern benannt werden. Könnte der C. mal anstoßen !!!

Wilfried Düring | So, 4. August 2019 - 15:19

In reply to by Jens Rotmann

Herr Rotmann, Sie scheinen vergessen zu haben, daß im nach 68-er Deutschland die Täter die eigentlichen bedauernswerten Opfer sind.
Schlimme Kindheit. Psychisch labil und gestört. Krank. Traumatisiert. Unverstanden und Stigmatisiert. Opfer der Familie. Opfer der allgegenwärtigen Polizeigewalt. Opfer von Rassimus und Sexismus. Opfer von Provokationen. Opfer von Drogen-, Alkohol- und Spielsucht. Die Taten der Täter sind meist überwiegend fast immer ein Hilfeschrei! Und alle die hätten helfen müssen, haben sich kaltherzig und kaltschnäuzig abgewandt!
Und wenn man reagiert wie Sie - und ich ja auch -, trägt man nur zur Eskalation bei. Alte weiße Männer, die diese 'jungen Menschen' nicht verstehen, sind eben ein einziges Übel! Sie sehen selbst wie schlimm und wie furchtbar und wie arm Täter in Deutschland dran sind. Da gibt es so unendlich viel zu tun!
Für die ursprünglichen Opfer - noch dazu für die NAMENSLOSEN - fehlt dann die Zeit. Und die Kraft. Und das Geld. Und das Interesse.

Sehr zutreffend beschrieben. Was vor allem auch fehlt ist Mitgefühl derjenigen, die solche Zustände zu verantworten haben. Ach stimmt, erst wenn man selbst betroffen ist oder betroffen sein könnte, regt sich da was. Wenn es einem selbst an die Wäsche geht, dann plötzlich haben Opfer Namen und sind gefährdet. Werden angebliche Todeslisten von einem Herrn Restle in die Welt gesetzt, die es lt. BKA gar nicht gibt.
Die Politik erstellt für die nächsten Wahlen Listen. Mal sehen wer ausgewählt wird.
Alles Gute für Sie.