Da hat sich der Staat wohl verschätzt: Finanzminister Christian Lindner auf der Pressekonferenz zum Thema Steuerschätzung / dpa

Steuerschätzung - Wir schaffen das!

Die Steuereinnahmen für 2025 und die folgenden Jahre werden geringer ausfallen, als bisher angenommen. Nur sollte man dabei die Lage nüchtern sehen. Die ist nämlich gar nicht so dramatisch, wie sie vielfach dargestellt wird.

Hugo Müller-Vogg

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu politischen und wirtschaftlichen Fragen, darunter einen Interviewband mit Angela Merkel. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

So erreichen Sie Hugo Müller-Vogg:

Man könnte fast meinen, Deutschlands „Aus“ in der EM-Vorrunde stehe bereits fest. Oder der Bundesrepublik drohe die Zahlungsunfähigkeit. Der Aufschrei im politischen Berlin angesichts der neuesten Steuerschätzung ist jedenfalls beachtlich. Dabei kam, was kommen musste: Wenn die Wirtschaft kaum noch wächst, steigen die Steuereinnahmen in geringerem Umfang, als das bei einer besseren Konjunktur der Fall wäre.

Natürlich ist es misslich, wenn die Steuereinnahmen für 2025 und die folgenden Jahre geringer ausfallen, als bisher angenommen. Nur sollte man dabei die Lage nüchtern sehen. Die ist nämlich gar nicht so dramatisch, wie sie vielfach dargestellt wird. Dazu drei Feststellungen.

Cicero Plus weiterlesen

  • Monatsabo
    0,00 €
    Das Abo kann jederzeit mit einer Frist von 7 Tagen zum Ende des Bezugzeitraums gekündigt werden. Der erste Monat ist gratis, danach 9,80€/Monat. Service und FAQs
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
  • Ohne Abo lesen
    Mit tiun erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf alle Cicero Plus Inhalte. Dabei zahlen Sie nur so lange Sie lesen – ganz ohne Abo.

Mehr lesen über

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

A.W.Mann | Fr., 17. Mai 2024 - 16:50

Schreibt so der Nachwuchs des Märchenbuchautors ? Selten lag ein "Experte" mit seinen politischen Darlegungen, so verläßlich daneben, ist er ein unbekannter Bruder von Marcel Fratzscher ?
Wenn dieser Herr Aktienempfehlungen verkünden würde, wüßte man wenigstens, von welchen Papieren man sich getrost trennen kann.

Volker Naumann | Fr., 17. Mai 2024 - 18:52

Können die Mitglieder und -innen der Union nicht mal endlich mit diesem Satz aufhören, der hat doch schon genug Unheil angerichtet?

MfG

Heidrun Schuppan | Fr., 17. Mai 2024 - 20:06

nicht ganz so stark steigen wie die Politiker es gewohnt sind – dann wäre das doch DIE Gelegenheit, diese Zeit für eine Überprüfung von Ausgaben zu nutzen, oder etwa nicht? Bis jetzt, aktuell, sind die Ausgaben des Staates regelmäßig gestiegen, und zwar nicht zu knapp. Heute erinnerte der SPD-EU-Kandidat U. Bullmann in Frankfurt daran, dass 70 bis 80 Prozent aller Gesetze inzwischen in Brüssel verabschiedet werden. Dass wir dafür hier in D immer noch das zweitgrößte Parlament der Welt haben, welchen obendrein immer teurer wird, weil der dazugehörige Beamtenapparat wächst und wächst? Dabei gäbe es genügend Probleme, die man doch zum Schein anpacken könnte, damit der Bürger wenigstens den Eindruck hätte, dass man sich kümmert. Beispiel: Infrastruktur, Schulen (ich weiß: Ländersache), vereinfachte ! Steuererklärung für den Bürger (ach so, geht ja nicht, wäre ja gegen die Interessen der FDP-Klientel), Bahn und und und ...

Martin | Fr., 17. Mai 2024 - 20:12

Klarstellung. Die Steuereinnahmen werden NICHT weniger, sie steigen immer noch ,nur weniger, als man erwartet hat.
Und das ist auch gut so, erntet diese Regierung doch, was sie gesät hat. Und am meisten müsste es unsere grünenden freuen, predigen sie anderen Menschen doch stets Askese und Schrumpfung = degrowth.
Jeder bekommt am Ende doch was et verdient, prima.

Joachim Habeck | Fr., 17. Mai 2024 - 22:17

Herr Müller Vogg sollte wissen, dasss die Steuereuereinnahmen nicht nur aus der Einkommenssteuer erwachsen.
Die Cicero Leser sind nicht so ungebildet, wie er sich das wünscht.
Gibt es die Chance, dass er über die einzelnen Steuerarten berichten wird. Wohl kaum! Das würde seine Propagandastory stören!

Ingofrank | Sa., 18. Mai 2024 - 00:04

sondern ein Ausgaben- Problem und sollte begreifen, dass die Zeiten an denen „die Welt am deutschen Wesen genesen soll“, endgültig vorbei sein sollten. Warum wird mit deutschem Steuergeld Radwege in Peru gefördert oder anderweitig aus dem Fenster geschmissen ?
Warum wird russisches Öl boykottiert, selbiges nach Indien exportiert und als veredeltes Produkt = Diesel, wieder nach Deutschland von Indien importiert wird ?
Diese Unfähigen gehören bei den kommenden Wahlen abgewählt und eine Haushaltsdisziplin ist wieder einzuführen …. dann reichen auch die Steuereinnahmen wieder ….. zumindest für Old Buntland Germany
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik

Norbert Heyer | Sa., 18. Mai 2024 - 07:00

Ich verrate hier mal ein Geheimnis: Die Steuereinnahmen könnten so hoch sein, wie sie wollten- es wird immer zu wenig sein. Wir haben Kosten, die jeden Haushalt sprengen würden: Migrations-, Ukraine-, Sozial-, Verteidigungs-, Infrastruktur- und Entwicklungshilfe-Kosten. Ein ganz wichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass Bund und Länder nur an jährlich steigende Steuereinnahmen gewöhnt sind, wir aber bei weiterem Niedergang das Gegenteil erhalten. Auch kann an der Steuerschraube nicht endlos gedreht werden, wir sind heute schon Steuer-Höchstland. Eines ist auch klar: Die Grünen werden diese Aspekte nicht akzeptieren und sind deshalb auch bereit, Deutschland immer weiter zu verschulden-und das Allerschlimmste ist: Für Dinge, die uns mehr Schaden als Nutzen bringen. Wir retten die ganze Welt, geben uns wissentlich auf und stehen am Ende mit leeren Händen da. Dann werden wir erschreckt feststellen, dass wir keinerlei Hilfe erwarten können. Geschieht uns recht, Dummheit wird eben bestraft.

lässt unsere Regierung (egal, welche – auch A. Merkel hat die Anzahl der Staatssekretäre immens steigen lassen, weil man "anders dem Bürger die Politik nicht erklären könne") – den Staatsapparat anwachsen.

Ernst-Günther Konrad | Sa., 18. Mai 2024 - 10:06

Diesen Staat komplett gegen die Wand zu fahren und das Volk komplett gespalten ihrem Schicksal zu überlassen, ja das schaffen sie.
Boehringer von der AFD und Sarah ist bei Ihnen ein Populisten und was sind die anderen Kritiker dieser Politik für Sie Herr Dr. Müller-Vogg? Übrigens. Populist ist nichts schlimmes, das sind alle die für eine Sache/Thema öffentlich eintreten und dafür argumentieren.
Und irgendwo sind ja auch sie ein Populist.

Bernd Briele | Sa., 18. Mai 2024 - 11:02

Alles halb so schlimm? Na ja, wie man es nimmt, sehr geehrter Herr Müller-Vogg! Am Ende des Tages wird man den (Steuern zahlenden!) Bürgern dieses Landes halt noch viel tiefer in die Taschen greifen müssen, um das alles zu finanzieren, was sich die Sozial-Ingenieure von SPD und Grünen so ausgedacht haben. Fachkräfte-Mangel? Der wird weiter steigen: Die hier im Land Lebenden werden, sofern sie noch jung genug sind, unserem Land zu einem nicht unerheblichen Teil den Rücken kehren und ausländische Fachkräfte werden erst recht einen großen Bogen um Deutschland machen.

Ha, ha, ha, da fehlt aber bei a l l e n der Abschluss als Ingenieur. Und mit diesen
„Sozialen (-Flachzagen)“ möchte ich nicht auf eine Stufe gestellt werden.😂😂
Ebenso sollte von der Lüge des Fachkräftemangels Abstand genommen werden, denn wenn die allgemeine Forderung der 4 Tage Woche und obenauf noch die 30 Stunden Wochenarbeitszeit kommt, dürfte es rechnerisch äußerst schwer sein, diesen Mangel an AK zu begründen. Wer allerdings nicht rechnen kann und das auch nie konnte ….der glaubt eben an den Quatsch, der dem Wahlvieh permanent eingehämmert wird.
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik

Das ist doch schon beschlossene Sache: die sog. CO2 Abgabe ist doch nichts Anderes als eine Steuer, und die wird jedes Jahr erhöht, und zwar sowohl von der Ampel wie auch der EU.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa., 18. Mai 2024 - 12:39

Herr Müller-Vogg.
Ja, die Ampel kann noch eine Menge schaffen und das erste Gebot scheint mir nicht die Abschaffung der Rente mit 63 nach 45 Jahren Beitragszahlung, denn die wird kaum noch jemand schaffen sagte doch Frau Nahles oder irre ich?
Ein vorgezogener Renteintritt sollte aber mit Abschlägen und gestaffelt/fokussiert ab 60 Jahren möglich sein, flankiert von Hinzuverdienst, denn in einigen Branchen müssen oder können Arbeitnehmer nicht länger arbeiten.
Herr Müller-Vogg, setzen Sie sich einmal mit Frau Nahles zusammen.
Sie werden hinterher nicht die SPD wählen, aber eventuell Ihre Scheu vor ihr verlieren?

Albert Schultheis | Sa., 18. Mai 2024 - 14:08

Es treibt einem die SchamesGrüne ins Gesicht! "Wir schaffen das!" - Geht's noch abgeschmackter, Herr Müller-Vogg? Wir hocken auf einem verrosteten Supertanker, der Fahrt nach schräg nach unten genommen hat, und wir wissen, wie lange es braucht, die Fahrt eines Supertankers zu bremsen bzw umzukehren. Nein, Herr Müller-Vogg, wir sind eingetreten in eine Phase des sich verstetigtenden Steuerschwundes - die jährlichen Steuerverluste werden sich von Jahr zu Jahr erhöhen - und das bei extrem hoher Staatsquote, der Wirtschafts-, der Kapital- und Intelligenzflucht aus Deutschland, des Imports von nutzlosen, reinen Leistungsempfängern und - ganz tragisch - dem sich stetig verstärkenden, bigotten Vertrauen auf sozialistisch-totalitäre sowie grün-ideologischen Schein -Lösungen. Dieser fatale Mix hat nur eine Bedeutung: "Der Karren wird uns um die Ohren fliegen!"