Senat stoppt Umbenennung der Mohrenstraße - Nächster Halt: Onkel Toms Hütte

Aus dem U-Bahnhof „Mohrenstraße“ soll jetzt doch nicht der U-Bahnhof „Glinkastraße“ werden. Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) hat die Umbenennung gestoppt. Ist die Posse damit zu Ende? Wie es scheint, fängt sie gerade erst an.

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Gibt es ein Leben nach der „Mohrenstraße"? / dpa

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin für CICERO.

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Antje Hildebrandt

Man kann sich vorstellen, wie das passieren konnte. Wie sie bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) auf dem Höhepunkt der Debatte um Rassismus und Polizeigewalt so viele E-Mails, Anrufe und Nachrichten über Twitter bekamen, dass irgendwer sagte: Jetzt reicht’s aber. Seit Jahren beschweren sich Kunden über den Namen des U-Bahnhofs „Mohrenstraße“. Jetzt lasst ihn uns endlich umbenennen. Im Dezember müssen die Fahrpläne sowieso geändert werden, weil dann die Linie U5 erweitert wird. Wann, wenn nicht jetzt? 

Eine Alternative war schnell gefunden. Mauerstraße? Ist missverständlich. Wilhelmstraße? So heißen schon einige Bushaltestellen. Und dann der olle Kaiser. Finger weg. Glinkastraße? Wer ist das denn? Ein Griff ins Lexikon, und die Entscheidung war gefallen. Komponist. Russe. Lange tot. Kann man machen. Was soll’s? 

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Romuald Veselic | Fr, 10. Juli 2020 - 17:07

"Viele fühlten sich durch den „Mohr“ beleidigt."
Ich frage, wie viele sind's? Hat's man dies ermittelt?
Wurde diesbezüglich eine Meinungsumfrage gestartet? Ein Referendum?
Meine These ist, die Mehrheit, von Was auch immer, fühlt sich nicht beleidigt.
Ich fühlte mich nicht beleidigt; 40 Jahre her, dass man in D nicht "viele" wussten, dass die CSSR kein Teil v. Jugoslawien ist.
Ich fühle mich durch Aberglaube und seine Symbole, sowie Lebensformen stets beleidigt. Denn dies widerspricht meiner Ablehnung von Aberglaube und speziell durch Amuletten/Jujus gegen den "Bösen Blick".
Es war genau der Aberglaube, der das Hexentum erfand. Nirgends in Europa waren so viele Frauen/Männer verbrannt, wie im deutschsprachigen Raum.
Das Pendel schlägt zurück.
PS Wer ist Herr Della?

Werter Herr Veselic, auch mir ging es beim Wort "viele" wie Ihnen.
Und dann die Anrufe bei der BVG.
Vermutlich immer die gleichen "Viele".
Und dann der ISD. Auf der Homepage wird "Raum für schwarze Kinder und Jugendliche" angeboten. Ist das nicht auch rassistisch. Wo sind die restlichen PoC? Letzte Woche mit einem Freund aus Ghana kommuniziert.
Die haben da unten andere Probleme und können dieses Theater nicht nachvollziehen.
Und die vielen Besucher aus aller Welt sind der deutschen Sprache eher nicht mächtig und können mit der Bezeichnung nichts anfangen. Es ist mal wieder das übliche linke Spiel der Guten um Moralisch der bessere Mensch zu sein. Und wer nicht mitspielt ist....ach sie wissen schon werter Leser. Langsam wird's pathologisch.

Was soll das ewige Gezeter und Gejammer, wann immer eine Strasse oder ein Platz umbenannt werden, weil der bisherige Name nach heutigem Verständnis negativ belastet ist?

Gesellschaften entwickeln sich, Werte ändern sich, wer gestern noch ein Volksheld war, ist heute Schurke. Solche Veränderungen drücken sich natürlich immer auch in den Namen aus, die wie für bestimmte Orte in unserer Umgebung vergeben.

An die zahlreichen Ostdeutschen unter den besonders Empörten, die ständig überall "political correctness" wittern, stelle ich die Frage: Wie ist das eigentlich mit den zahlreichen Strassen und Plätzen in der ehemaligen DDR, die nach "verdienten Kommunisten" benannt waren, und für die man sich schnell andere Bezeichnungen ausdachte?

Ist das kein "Auslöschen der eigenen Geschichte", wie es ein besonders Empörter sinngemäss nannte?

Sollte Chemnitz dann nicht doch weiterhin Karl-Marx-Stadt heissen? Oder müssen Kommunisten-Würdigung weg, Nazi- und Rassismuserinnerung sollten aber bleiben?

Hubert Sieweke | Fr, 10. Juli 2020 - 17:10

hier darauf hinzuweisen, dass die nun in Gang gesetzte Debatte der Denkmal und Bilderstürmer im Nirwana enden wird. Sind nicht alle Feudalherren der Zeit vor dem 19Jh letztlich Rassisten gewesen, wenn sie auf der einen Seite der Leibeigenschaft frönten und auf der anderen Seite Menschen mit anderer Rasse oder Religion verfolgten?
Müsste man nicht über Karl Marx nachdenken, der ja offen antisemitische Äußerungen kundtat? Wäre die deutsche Afrikapolitik nicht ebenso rassistisch gewesen und Lettow-Vorbeck anzuprangern, mittelbar auch Kaiser Wilhelm II? Was wäre mit den Habsburgern zu tun oder dem Französischen Kaiser wegen der Hugenotten?

Ja, Herr Sieweke, Sie stellen mit Recht diese Fragen. Neben Karl-Marx kann man auch seinen Freund Lenin als Rassisten bezeichnen. Daneben wäre es eine große Aufgabe, die evangelische Kirche von ihrem Gründernamen Martin-Luther zu befreien, der heute ebenfalls als "Rassist" angesehen werden kann. Dazu gibt es in Berlin die große Martin-Luther-Straße. Es ist damit nicht nur eine berliner, sondern bundes- und weltweite Aufgabe. Von der Befürwortung der Sklavenhaltung durch fundamentalistische Muslime ganz zu schweigen. Wenn historische Nachforschungen bei uns erst einmal Raum greifen, gibt es ein "weites Feld", das es zu beackern gilt.

Heidemarie Heim | Fr, 10. Juli 2020 - 17:36

Es wird ja immer besser liebe Frau Hildebrandt! Dachte erst an einen Scherz Ihrerseits, aber die U3-Haltestelle gibt`s ja tatsächlich;)! Wie kreativ wird dann wohl der inoffizielle Namen der U-Haltestelle am neuen Hauptstadtflughafen ausfallen?" Nächster Halt Und ewig sangen die Wälder. Achtung beim Ausstieg! Die Baustelle weist noch einige kleine Unebenheiten auf! Wir, die BVG und der Senat Berlin beabsichtigen diese in den kommenden Jahrzehnten zu beseitigen!" Bis auf diese lästige kleine Pandemie, wie hieß sie noch, irgendwas mit C ?, Mensch wie die eine Biersorte!, ja da war doch was...., scheint es in Berlin wohl wenig bis überhaupt keine Probleme zu geben! Echt beneidenswert Euer Lebensqualitäts-Management dort!!!;) LG aus der momentan recht gräulichen Eifel!

Helmut Bachmann | Fr, 10. Juli 2020 - 17:42

Ich höre immer Debatte. Ich sehr nur keine, les auch von keiner. Nur aufgeregte Jakobiner, die von Haltung und Kopf ab reden. Das ist keine Debatte.

Bernd Muhlack | Fr, 10. Juli 2020 - 17:50

Zitat:
"Auch die SPD-Mitte hat „Anton Wilhelm Amo“ überzeugt, genauer: die Mitglieder der „Projektgruppe Postkolonialismus“.

Ich bin seit fast vier Jahren Nichtraucher.
Ansonsten wäre mir bei der Lektüre des Artikels sicherlich die Zigarette aus der Hand gefallen.

Die "Projektgruppe Postkolonialismus"!
Wie verpeilt ist das denn?

Ich kann mir sehr gut vorstellen, welche "Art Zeitgenossen" in diesem überlebenswichtigen Arbeitskreis sitzen.
("Du, der Hirsekuchen ist echt toll!" - SORRY)

Unsere Kanzlerin sagte einmal bei einem Afrika-Besuch: "Wir haben uns an Afrika versündigt."

Conclusio:
Nein, Deutschland kann die Welt nicht retten und eine Umbenennung von Straßen ist ein Placebo, hilfreich für das gegenseitige Schulterklopfen: Mensch sind wir toll!

Sollen wir ob der Unbill der Welt gar uns geißelnd durch die Straßen ziehen, wie beim schiitischen Ashura-Tag?

Peter Scholl-Latour: "Afrika, der verlorene Kontinent"

Eines noch:
Onkel Toms Hütte ist übrigens sehr lesenswert!

Farce!! Der Berliner Senat hat sich in seinem eigenen Ideologiewirrwarr verheddert...

Der Befehl der VDG ("Grüne") an die BVG ist zuückgezogen wordenDie roten Kommissare arbeiten jetzt fieberhaft und auf allen Ebenen an einer staatstragenden Lösung.Es darf gelacht werden.Keine Stadt auf Erden hat solch eine "Regierung"verdient.

Rolle, wie im Detail die Regierung von Sodom und Gomorrha zustande gekommen ist.
Der Wähler hat diese Konstellation ermöglicht.Schließlich ist auch die SPD trotz Widerstandes wieder in Regierungs(un)verantwortung gekommen.

Die Zusammensetzung des Berliner Senates ist aus der unheiligen Allianz von schwacher SPD-Gruppierung,VDG und der "Linken" hervorgegangen.Auch andere Kombinationen wären möglich gewesen.Die VDG erteilt seither Befehle an Herrn Müller.Einem,vorsichtig ausgedrückt,nur sehr milde begabtem Mann.

Manfred Sonntag | Fr, 10. Juli 2020 - 18:04

Klasse Beitrag. Langsam nimmt die Identitätspolitik Fahrt auf. Alle, aber auch alle Illusionen werden unter ihren Ketten und Rädern zermalmt. Selbst der Fahrtwind dieses Monstrums wird zur tödlichen Gefahr der eigenen Gedanken. Erst wenn jeder einzelne Bürger zum benachteiligten Citoyen (bzw. Kleinstgruppe) ernannt wurde, wird diese Fahrt in der ideologischen Geisterbahn beendet sein. Dann müssen sich die linksliberalen Scharlatane eine neue Inszenierung in diesem Schmierentheater ausdenken.

Gestern war zu lesen,daß ca.800 Bürger Berlins mit großer Ungeduld eine dringende Aufforderung explizit an die VDG gerichtet haben,den Zehlendorfer "Onkel Toms Hütte"-Bahnhof nun endlich umzubenennen... Der neue Name ist noch nicht gefunden,aber das macht nichts.Es bleibt viel zu tun,packen wir's an! Lust und Freude,sie kehren bald zurück.

Urban Will | Fr, 10. Juli 2020 - 18:07

gutes Kabarett gab, gehörte „Neues aus der Anstalt“ definitiv dazu.
Immer ein Highlight hierbei: Uli aus Deppendorf.

Heute braucht es kein Kabarett mehr, die machen das dort in realitas viel besser...

Auf eine weitere Umbenennung kommt es ja nicht mehr an...

Wenn einem so die Probleme vor Augen stehen, die Berlin bewältigen müsste. Und die derzeitigen Aktivitäten beobachtet. Kann man das Geschehen nicht mehr ernst nehmen.

Klaus Peitzmeier | Fr, 10. Juli 2020 - 18:37

Auch in Köln wird jetzt hitzig die Debatte um die dortige "Mohrenstrasse" geführt. Auch dort sind es SPD u GRÜNE die uns ihre ganze Peinlichkeit vorführen.
Ich finde, das war es wert. "Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan. Der Mohr kann bleiben"

Herr Peitzmeier, ich finde Ihren Kommentar super und bin der Meinung, dass der "Mohr" bleiben darf.
Ich frage mich, sind denn alle noch bei Trost? In Berlin gibt es - wie man oft hört und liest - ganz andere Probleme! Jahrzehntelang gab es Bezeichnungen wie Mohrenapotheke, Mohrenstraße und als ich Kind war gab es noch selten leckere Mohrenköpfe und keiner sprach von Rassismus. Was ist nur los mit den Leuten?

Stefan Forbrig | So, 12. Juli 2020 - 13:54

In reply to by Gast

Herr Latell, "und" muß es heißen. Denn die Dekadenz kommt noch hinzu. Mit all den anderen "und"s, die Sie aufgeführt haben.

Werner Kahn | Fr, 10. Juli 2020 - 18:39

Frau Pop, bleiben Sie standhaft und benennen Sie um, damit Berlin endlich wieder ernsthaft regiert werden kann Denn diese und ähnliche Ümbenennungsaktivitäten werden dem Wähler hoffentlich die Augen öffnen.

Als ich in der Nähe von Berlin einmal Urlaub machte, wunderte ich mich, dass ich durch eine Wilhelm-Pieck-Str. ging. Gerade hatte ich nämlich den Bericht von Alan Posener in der WELT über den ersten Staatspräsidenten der DDR gelesen, der danach massgeblich an der Niederschlagung des Arbeiteraufstandes beteiligt war. Auch Wikipedia gab wenig schmeichelhafte Auskünfte über den Mann, der lt. Ausführungen die Zwangsvereinigung von SPD und KPD forcierte. Posener schrieb damals, dass es noch 64 Strassen diesen Namens in D gab. Und heute?

Joachim Kopic | Fr, 10. Juli 2020 - 19:29

... der hatte zwar auch keine blütenweiße Weste, stammte aber direkt aus Afrika, hatte Bezug zu Berlin, war sicherlich gegen "rechts" und kam ebenfalls durch die "böse Polizei" ums Leben.
Jeden Tag ein Ironie-Sprech und es geht einem besser ... ansonsten hält man diese "Grotzi-Spinnereien" ja wirklich nicht mehr aus!

Ohne Ironie bzw. Sarkasmus hält man dies alles nicht mehr aus!

Das kommt davon, wenn man ein Bundesland (Berlin), das aus eigener Kraft heraus keinen Tag überleben würde, über den Länderfinanzausgleich ohne jegliche
Rück-Verpflichtungen großzügig subventioniert.
Dann tanzen die Mäuse auf dem Tisch!
Grüne und Linke können es sich in Berlin erlauben, den Schwachsinn auf den Thron zu heben, o b w o h l sie nichts auf die Reihe kriegen.
Die arbeitende Bevölkerung in Deutschland zahlt offenbar gern Steuern dafür.

Mit Vernunft oder auch nur gesundem Menschenverstand hat das alles n i c h t s mehr zu tun.

das von einer Frau zu hören, denn in unserem Bekanntenkreis ist das "weiß Gott" nicht die Regel. Berlin ist - wie Sie schon schreiben- ein Paradebeispiel und zwar fast täglich. Ich selbst fühle mich überhaupt nicht "rechts", aber inzwischen konservativer, als ich früher mal war, als z.B. Grüne gegen Kriegseinsätze waren, als "Grotzies" noch kein HartzIV und damit m.E. "Kapitalismus pur" geschaffen hatten ... die Kirchen haben ja schon immer ihr Fähnchen (ähnlich mancher Parteien) im Wind gedreht. Umso dankbar bin ich für ein Magazin wie Cicero (und NZZ).

Liebe Frau Wallau, nein ich möchte keine Steuern für die Unfähigkeit der Berliner Akteure zahlen. Zumal es ein Fass ohne Boden scheint und man dort ohne schlechtes Gewissen oder gar Scham den "Schwachsinn auf dem Thron" auch noch feiert. Schade um Geld und Ansehen. Wir Deutsche gelten inzwischen als die, die keinen Flughafen bauen können, dafür aber die ganze Welt bevormunden wollen.
Schönes WE

Jürgen Keil | Fr, 10. Juli 2020 - 19:41

Der Keil schon wieder mit seiner DDR. Müsst Ihr durch. Meine Beobachtung damals: die Mitläufer, die Karrieristen, die Scheinkommunisten oder die Mischlinge aus all dem, das waren die Eifrigsten, die Eifernsten, die Übertreibenden bei der Umsetzung der Beschlüssen des X.-ten und Y.-sten Parteitages, bei Grußadressen an das Politbüro, bei der Erfindung der einhundertstenundeinen Initiative im sozialistischen Wettbewerb zu Ehren des Z.-sten Parteitages. Sie fühlten schlau, was die greisen, echten Kommunisten wohlwollend aufnehmen würden und handelten im Sinne des alten alten sächsischen (abgewandelten) Sprichwortes: „Wenn der Mitläufer was werd, umso schärfer s` Schwert.“ Das scheint mir auch beim Denkmalumsturz- und Umbenennungskindergarten der Fall zu sein. Wer im Mitläuferpulk will sich schon nachsagen lassen, nicht der entschiedenste Antirassist, Antiantisemit und feministischste Feminist zu sein.

Sie haben vollkommen recht. Ich würde noch ergänzen, dass diese Eifrigen sich häufig auch durch totale Kenntnislosigkeit auszeichnen, was man auch an dem Beispiel "Mohrenstraße" trefflich erkennen kann. Schlimm, wenn solche Menschen auch nur einen kleinen Zipfel der Macht erhaschen können, dann zeigen sie gelegentlich auch ihre Skrupellosigkeit.

Reinhard Oldemeier | Fr, 10. Juli 2020 - 20:39

War Robert Koch, Mark Twain und viele Andere Rassisten ?
Robert hat in Afrika, Experimente durchführen lassen, um die Schlafkrankheit zu bekämpfen. Wobei die Dosis der Medikamente viel Höher waren als zugelassen.
Er hat aber auch wichtige Meilensteine gesetzt, bei der Mikrobiologie und In der Bekämpfung Infektionskrankheiten.
Mark Twain hat uns Weltliteratur hinterlassen gerade mit Onkel Toms Hütte, hat er auf die Lebensbedingungen der Schwarzen im Süden Amerikas aufmerksam gemacht.
Aber seien wir doch mal ehrlich, es sind alles Menschen Ihrer Zeit. Menschen die oft ein anderes Weltbild hatten.
Nun zu fordern alle Denkmäler zu schleifen, Straßennamen zu entfernen oder U-Bahnstationen umzubenennen oder sogar die Literatur aus Büchereien zu entfernen. Wer so was fordert, ist nicht nur Versessen seine Eigene Geschichte zu verleugnen und von seiner eignen Unzulänglichkeit abzulenken. Er nimmt auch der nächsten Generation, die Auseinandersetzung mit derselbigen.

Reinhard Oldemeier | Sa, 11. Juli 2020 - 08:36

In reply to by Gast

Habe mich vertan. Danke für Die Richtigstellung.

Stefan Jurisch | Fr, 10. Juli 2020 - 21:20

Mehr ist zu dieser Albernheit eigentlich nicht zu sagen. Kann man diskutieren, muss man aber nicht. Finde ich.

Fritz Elvers | Fr, 10. Juli 2020 - 21:54

Ich hatte mal eine studentische Hilfskraft aus Burkina Faso. Er hatte ein besonders schwieriges Problem gelöst. Heute ist er in einem Energiekonzern tätig. Darüber hinaus habe ich viele Afrikaner in führenden Positionen kennengelernt und frage mich, warum diese Leute sich als Mohr oder Neger oder Bimbo von irgendwelchen Honks beleidigen und abwerten lassen sollen. Mein Mitarbeiter machte kein Drama daraus, aber fand es schon etwas befremdlich.
Wenn die Mohrenstraße ursprünglich nach einem Musiker benannt wurde, dann hatte dieser doch sicherlich auch einen Namen.

Helmut Sandmann | Sa, 11. Juli 2020 - 05:01

In reply to by Gast

Herr Elvers, ich kenne einen Mozambikaner, der in Deutschland studiert hat, und auch seinen Doktortitel erworben hat, er wurde nie als Bimbo oder Mohr bezeichnet. Als Neger bezeichnete er sich selbst als wir ueber das Verbot von "Negerkuessen" diskutierten. Ich habe mehrere Jahre in einigen Laendern in Afrika gelebt, da interessiert sich niemand fuer die in Deutschland gefuehrte Rassismus Aufregung, und als Weisser wird man Muzungo genannt, aber ich habe das nie als Rassismus mir gegenueber empfunden. Wenn man wie in Berlin und anderen Staedten keine anderen Probleme hat, muss man sich ja mit etwas beschaeftigen, z.B. Strassen umbenennen, das ist eine erfuellende Aufgabe mit der man viele Personen beschaeftigen kann.

Fritz Elvers | Sa, 11. Juli 2020 - 17:45

In reply to by Gast

die Mohrenstraße muss auch nicht unbedingt umbenannte werden. Zumal, wenn sie plötzlich weg ist, möglicherweise zu viele Muzungos orintierungslos durch die Stadt irren.

Freundlichst, Ihr Muzungo.

Rainer Mrochen | Sa, 11. Juli 2020 - 11:12

In reply to by Gast

... Herr Elvers, empfehle Ihnen auf den "Nachdenkseiten" am 7.7.2020 von Jens Berger erschienen Artikel zum "Mohrenkomplex". Sehr erhellend.

Markus Michaelis | Fr, 10. Juli 2020 - 22:12

"wo täglich tausende Touristen verkehrten. Viele fühlten sich durch den „Mohr“ beleidigt."

Nähme man das als Maßstab, müsste man weltweit so einiges umbenennen, an dem irgendeine Touristengruppe Anstoß nehmen kann. Da würde die Welt recht fad und weichgespült werden. Das kommt hoffentlich nicht oder nur in begrenzten Zonen oder vielleicht einer Stadt wie Berlin. Aber hoffentlich nicht weltweit überall.

Michaela 29 Diederichs | Sa, 11. Juli 2020 - 00:04

D wird bald entdecken, dass es ernsthafte Probleme hat. Ich sag es mit KGE: ich freu mich drauf.

hanno woitek | So, 12. Juli 2020 - 12:12

Diskriminierungs-Besessenen nicht endlich mal an der Zeit aus "der Mensch" "die Mensch" und"das Mensch" zu machen und der, die, das Gast?

Heidemarie Heim | So, 12. Juli 2020 - 17:58

In reply to by Gast

"Es" gedehnt gesprochen "Ehs" oder "das Mensch" bezeichnet im Pfälzischen und im Saarländischen Sprachgebrauch eine weibliche Person, die sich aus irgend einem Grund als tadelnswert erwies. Noch kein "Luder", aber knapp dran;).
Wobei es aber wiederum wie im Chinesischen natürlich darauf ankommt wie man es ausspricht. Ehs oder das Annegreht für z.B. Frau AKK gehören zum normalen, keineswegs abwertenden alltäglichen Ausdruck. Was für andere Muttersprachler wohl reichlich exotisch scheint oder die Antidiskriminierungfraktion sofort auf den Plan rufen dürfte, so habe ich persönlich knock,knock on wood;) mit meinem Dialekt bisher noch wenig Ablehnung erfahren. So wie ich es umgekehrt begrüße, wenn meine Mitmenschen ihre Herkunft auch durch einen Dialekt kund tun. Man muss wie ich finde dadurch genauer hinhören, ist aber auch oft fruchtbar im Austausch und beim ersten Kennenlernen;) Alles Gute! MfG