Landkreis Greiz mit Inzidenz von 600 - „Wir müssen lernen, mit diesem Virus zu leben“

Der Landkreis Greiz hat momentan die höchste Inzidenz in ganz Deutschland. Ob das nur an den hohen Testungen liegt und welche Strategie gefahren wird, erklärt Landrätin Martina Schweinsburg im Interview.

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Nicht nur die Bundesregierung, auch der Landkreis Greiz setzt vermehrt auf Corona-Testungen / dpa

Autoreninfo

Sina Schiffer studiert an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn Politik und Gesellschaft und English Studies. Derzeit hospitiert sie bei Cicero. 

So erreichen Sie Sina Schiffer:

Martina Schweinsburg ist seit 1990 Landrätin mit Mandat der CDU. Von 1990 bis 1994 im damaligen Landkreis Zeulenroda, seit 1994 - mit der Kreis- und Gebietsreform in Thüringen - im Landkreis Greiz. Sie ist damit die dienstälteste aktive Landrätin bundesweit. Zudem ist sie seit 2012 Präsidentin des Thüringischen Landkreistages.

Frau Schweinsburg, fangen wir doch erstmal mit der schlechten Nachricht an. Die Inzidenz im Landkreis Greiz liegt bei 610 pro 100.000 Einwohnern. Wie kommt diese hohe Inzidenz zustande? 

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Helmut Bachmann | Do, 1. April 2021 - 11:52

das Thema Intensivbetten/schwere Verläufe und Zahl der Sterbefälle. Es geht letztlich nicht um Inzidenzen.

Gerhard Lenz | Do, 1. April 2021 - 15:15

In reply to by Helmut Bachmann

Jeder Infizierte ist potentieller Überbringer eines potentiell tödlichen Virus.

Kranke, solche mit tödlichen Verläufen, Long-Covid-Patienten haben sich alle irgendwann irgendwo angesteckt - durch Übertragung. In keinem Fall wusste man, ob sich aus der schlichten Infektion eine möglicherweise tödliche Krankheit entwickeln würde.

Soll man das dem Zufall überlassen?

Übertragungen gilt es mindestens zu reduzieren.

Das geht nicht, wenn man nur nach denen schaut, die bereits infiziert sind!

Derartiges Verhalten hätte mit der Bekämpfung einer Pandemie gar nichts mehr zu tun - Corona-Kranke würden fortan wie wie ganz normale "sonstige" Kranke behandelt.

Das wäre, im besten Fall, höchst fahrlässig.

Wie sich sowas entwickelt, sieht man am Beispiel Schweden. Auch dort gibt es mittlerweile Einschränkungen, wenn auch nicht so strikt wie in Deutschland. In den letzten Wochen ist die Zahl der Infizierten relativ ausgedrückt dreimal so hoch wie in Deutschland!

Verantwortungslos!

Sie haben es ja sogar fertig gebracht in diesem Kommentar nicht einmal die AfD oder das Wort Dunkeldeutschland unterzubringen...

aber das verlangt nun ein wenig Denkarbeit: positive Tests sind nicht das Problem. Sie rechtfertigen auch keine Freiheitseinschränkungen. Schwere Verläufe, vor allem aber Todesfälle sollen gemieden werden. Der Zusammenhang zwischen Inzidenz und Todesfällen ist nicht zwingend gegeben. Darum geht es. Die Inzidenz kann rauf gehen, wenn die Gefährdeten geimpft sind, gibt es kein Problem mehr. Eigentlich nicht schwer zu verstehen. Die Fixierung auf die Inzidenzzahl ist hingegen engsinnig.

Bleiben Sie doch locker. Frau Merkel hat alles fest im Griff & alle Zündleitungen wurden akkurat verlegt. Beim brisanten Geheimpapier sieckerte die Botschaft schon durch, dass die Wahl ausgesetzt werden soll. Wo ich voriges Jahr geschrieben habe, dass der Lockdown bis Ostern nächste Jahr noch geht, sollte dies nicht gelesen werden bzw. als Wiederholungstäter...
Lesen Sie selbst nach.
Und bitte ein bisschen mehr wiederholen, damit aus Rot Grün werden kann. Die Medien schaffen es doch auch.
Eine frohe Eiersuche, ein bemalen oder ein gesegnetes Osterfest. Für jeden ist was dabei ;>)

Yvonne Stange | Do, 1. April 2021 - 19:47

In reply to by Helmut Bachmann

.... wurden im vergangenen Jahr (in der tödlichsten Pandemie aller Zeiten) ganze 4000 in Deutschland ABGEBAUT. (Quelle: deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv-und Notfallmedizin (DIVI), Zeitraum April 2020 und März 2021) Aber jeden Tag wird in den Medien gejammert und geheult, die Intensivstationen sind kurz vor dem Zusammenbrechen. Ich nehme gar nichts mehr ernst! Und Frau Schweinsburg schon gar nicht. Dazu kenne ich ihr "Wirken" lange genug....

Annette Seliger | Do, 1. April 2021 - 12:25

In Wien urteilt ein hohes Gericht, dass PCR Tests nicht zur Diagnose einer Infektion taugen. Frau Landrätin stellt fest, dass 70-80% der PCR positiv getesteten symptomlos sind. In München urteilt das OVG, dass der Schuhhandel geöffnet werden darf, weil es nicht nachvollziehbar ist, dass Buchhandel oder Baumärkte eine höhere Berechtigung zur Öffnung haben. In BW sind seit Ausbruch der Pandemie (Stand gestern) 88 Menschen im Alter von 0-50 Jahren an/mit Corona gestorben. Dies bei einer Bevölkerung von 11,2 Mio. Menschen. Wir wissen nicht wie das Virus sich verbreitet, aber wir wissen wer hauptsächlich davon betroffen ist. Und anstatt die vulnerablen Gruppen bestmöglich zu schützen fährt die Regierung die Wirtschaft und Bildung gegen die Wand!
Die Panik rund um Corona ist ein Milliardengeschäft. PCR Tests, die keine Infektion feststellen und Menschen in Quarantäne zwingen. Eine Impfung, die jedem panikartig mehr oder weniger aufgezwungen wird, obwohl 99,80% kein Corona haben.

Wehner, Karlheinz | Do, 1. April 2021 - 17:05

In reply to by Annette Seliger

Sie haben schon recht, schließen aber von sich auf ´die breite Masse´.
Dieselbe ist unfähig, ihren Überlegungen zu folgen. Dieselbe wird
jedoch zum politischen Machterhalt ( Wahlen) und als immense
Geldquelle gebraucht. ´Masse und Macht´ ist ein hoch interessantes
Werk für die, welche noch lesen können.

Manfred Sonntag | Do, 1. April 2021 - 17:29

In reply to by Annette Seliger

Frau Seliger, Sie haben das Elend perfekt beschrieben. Wie sagte doch Karl Marx: "Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. 10 Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens." Und dazu schreibt Nancy Fraser: "Eine Linksliberale Elite hat in Verbindung mit "Neuen sozialen Bewegungen" eine ideologische Fassade als Alibi für die mit ihr verbündeten postindustriellen symbolisch aufgeladenen Unternehmern aufgebaut und ermöglicht damit deren Firmen Raubzüge in der Gesellschaft". Die Symbiose von Medien, Pharmaindustrie und Politik hat eine erschreckende Tendenz. Es sind starke Zerfallserscheinungen der Demokratie erkennbar welche schon die ersten drakonischen Symptome der Dystopie von Orwells "1984" zeigen.

Maja Schneider | Do, 1. April 2021 - 20:12

In reply to by Annette Seliger

Und das, obwohl man nicht genau weiß, ob der Impfstoff überhaupt und wie lange wirkt, angeblich soll der Krankheitsverlauf milder sein und der Tod weitgehend verhindert werden. Ob er gegen die Mutationen hilft, ist fraglich, genau wie bei der Grippe, die starken Nebenwirkungen und Todesfalle werden in der Berichterstattung gerne vermieden oder es wird übereifrig betont, ein Zusammenhang mit der Impfe könne nicht nachgewiesen werden. Jetzt auf einmal sollen über 60-ig-Jährige mit AstraZeneca geimpft werden, was vorher unmöglich war. Der Verdacht keimt auf, dass wir alle Versuchskaninchen sind, wenn wir es denn hinnehmen. Das Milliardengeschäft der Pharmaindustrie darf nicht gefährdet werden.

Ernst-Günther Konrad | Fr, 2. April 2021 - 09:51

In reply to by Annette Seliger

Sie haben völlig recht Frau Seliger. Interessant ist die Passage im Urteil VGW-103/048/3227/2021-2), die sich mit dem PCR-Test und den Zahlen beschäftigt. Wörtlich sagt das Gericht:
"Geht man von den Definitionen des Gesundheitsministers, „Falldefinition Covid-19“ vom 23.12.2020 aus, so ist ein „bestätigter Fall“ 1) jede Person mit Nachweis von SARS-CoV-2 spezifischer Nukleinsäure, unabhängig von klinischer Manifestation oder 2) jede Person, mit Nachweis von SARS-CoV-spezifischem Antigen, die die klinischen Kriterien erfüllt oder 3) jede Person, mit Nachweis von SARS-CoV-spezifischem Antigen, die die epidemiologischen Kriterien erfüllt. Es erfüllt somit keiner der drei vom Gesundheitsminister definierten „bestätigten Fälle“ die Erfordernisse des Begriffs „Kranker/Infizierter“ der WHO. Das alleinige Abstellen auf den PCR-Test (bestätigter Fall 1) wird von der WHO abgelehnt (…)".
In einem Bußgeldverfahren in Berlin hat Drosten noch immer nicht dem Gericht zum PCR-Test geantwortet.

Urban Will | Do, 1. April 2021 - 12:51

und Endlos – Kanzlerin erfrischend voraus.
Leben mit dem Virus. Klingt fast schon ausgetreten, dieser Spruch, aber er ist das Grundrezept, diesen Irrsinn endlich zu beenden und vielen Menschen ihr Leben und ihre Existenzgrundlage zurück zu geben.
Testen. Von mir aus. Aber endlich aufhören mit der mathematisch stupiden Aufsummierung der Positiv – Tests und Deklarierung dieser als „Infizierte“. Angesichts d zunehmenden Testzahlen der reinste Blödsinn.
Es müssen relative Inzidenzen her und ein Unterscheidung zw. Symptomlosen und Erkrankten.
Sehr gut auch Idee, die positiv Getesteten ohne Symptome in der Schule zu lassen. Wann kapiert diese Obrigkeit endlich, was sie den Kindern antut?
Es müssen Möglichkeiten her, sich „frei“ zu testen, momentan wird stupide die Quarantäne fortgesetzt.
Und Menschen, die wieder frei leben können sind weit mehr bereit, leichte Einschränkungen und vernünftige Maßnahmen auch umzusetzen.
Wann endlich kapiert man das da oben?

und immer noch geht hier alles durcheinander:
1. Die Unterscheidung von "Symptomlosen & Erkrankten" macht im Hinblick auf das Infektionsgeschehen gar keinen Sinn, weil auch sehr viele asymptomatische Infizierte das Virus weitergeben (Das hatte auch d. Virologe Streeck letzten Sommer schon genau so begründet).
2. Die 7-Tage-Inzidenz, kurz 'Inzidenz' ist bereits eine 'relative Inzidenz' (wie sie es fordern): Ein Quotient - und keine "stupide Aufsummierung der Positiv – Tests" wie Sie behaupten. Sie enthält nur die durch pos. Tests bestätigten Neuinfektionen der letzten 7 Tage / 100 000 Einwohner - nach 1 Woche sind die Fälle raus!
3. Positiv getestete Schüler in die Schule schicken? - Wenn man eine unkontrollierbare Lage herbeiführen will, kann man das fordern.
(Frau S. wollte dagegen reine Pos-Kita-Gruppen einrichten.)
4. Nicht viel Testen führt zu hohen Inzidenzen, sondern nur hohe Neuinfektionszahlen. In Rostock & Tübingen wird maximal getestet,
sie haben die niedrigste Inzidenz

Karl Kuhn | Do, 1. April 2021 - 13:31

... es gibt noch Politiker mit Verstand! Danke für dieses Interview! Besonders interessantes Detail: die über viertausend getesteten in den Bussen, wo dann nur 200 positive rauskamen. Also eine weit kleinere Positivenrate als im Deutschlanddurchschnitt. Und gleichzeitig ein sehr hohe Inzidenz, weil man eben mal wesentlich mehr testet als gewöhnlich. Die Inzidenz gehört als nicht-relativierter Indikator abgeschafft und durch möglichst repräsentative Positivquoten ersetzt. Aber das würde ja das Katastrophennarrativ über den Haufen werfen.

Also, es wurden 4800 Schnelltests i.d. Bussen durchgeführt - seit Anfang Februar - in ca 2 Monaten = 8 Wochen: "200 Positive" sind da keine "weit kleinere", sondern eine höhere "Positivrate als im Deutschlanddurchschnitt"! - Und die Inzidenz, die sich daraus ergibt(206:4,8x100:8) läge folglich bei ca 536 (wenn sich die 206 Positiven einigermaßen gleichmäßig auf die 8 Wochen verteilt haben), also ziemlich genau bei der Inzidenz, die sie auch sonst haben. Der Inzidenzwert ist schon ein Quotient (eine 'Positivquote'/7Tage/100000), denn er beziffert nur die bestätigten Neuinfektionen der letzten 7 Tage pro 100 000 Einwohner. Da wird nix aufsummiert: Nach 7 Tagen sind die Fälle aus der 'Nummer' raus. Und nein, viel Testen führt deshalb auch nicht zu höheren Inzidenzen. Tübingen testet 10x so viel wie der Rest der Republik, sie haben die niedrigste Inzidenz! (Nur ganz zu Beginn der Ausweitung des Testvolumens gibts da einen 'Scheinanstieg', v.a. wenn's zuvor ein großes Dunkelfeld gab)

Romuald Veselic | Do, 1. April 2021 - 13:32

erforderlich, so wahr uns Gott (o. wer auch immer) helfe.
Dass Impfen in diesem Lande zum Desaster wurde, tragen konkrete Personen Verantwortung dafür. Der 30000 Bürokraten Chor in Brüssel, sollte in die Wüste geschickt werden, sowie diejenigen bei uns, die an Mengen von bestellten Impfdosen geknausert hatten. Sie sollten vor Gericht gestellt werden u. wg. unterlassener Hilfe angeklagt.

Hüpfen gg. Klimawandel, ersetzt keine Impfung.
An Winchester Uni in Hampshire, wurde Statue für Greta T. aufgestellt. Für 24000 ₤! Die Menschen im Westen sind mehr krank, als C19 ansteckend ist.

gabriele bondzio | Do, 1. April 2021 - 14:19

Eine logische Volksweisheit. Hier stimme ich Frau Schweinsburg auf jeden Fall zu.
Aber man(n)/Frau lese auch hier: https://report24.news/verwaltungsgericht-wien-anschobers-corona-politik…
Was ja eine glatte Ohrfeige für die Corona-Politik in DE wäre. Denn die Richter stellten fest, dass die Corona-Maßnahmen bis heute ohne jede Evidenz seien, was ihre Wirksamkeit angeht.
Zwischen der deutschen und der Corona-Politik in Österreich gibt es ja nicht allzuviele Abweichungen.

Bernd Muhlack | Do, 1. April 2021 - 14:55

"Wir haben unwahrscheinlich viele einpendelnde Lehrer aus benachbarten Landkreisen oder Bundesländern. Die werden dort nicht geimpft, weil sie bei uns arbeiten und bei uns nicht geimpft, weil sie nicht bei uns wohnen."

Um es mit einem Fußballer-Spruch zu sagen:
"Am Anfang hatten wir kein Glück und am Ende kam noch Pech dazu."
Das könnte das Motto des Corona-Managements sein, unglaublich!

..der durchaus von einem der derzeitigen Dilletanten im Umgang mit dem Virus stammen könnte, werter Herr Muhlack.
Vielleicht sind nur so die Entscheidungen zu verstehen.

"Dann kam das Virus (Elfmeterschießen). Wir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir lief's ganz flüssig."

Von Paule.
Allen ein schönes Fest.

Peter Sommerhalder | Do, 1. April 2021 - 15:05

Das sehe ich aber zu 100% auch so.
Denn es geht ja schlussendlich nur darum, dass das Virus nicht zu den Gefährdeten kommt.

Aber da man sich zum Ziel gesetzt hat, hauptsächlich alle Anderen zu schützen, könnte
man es doch gerade so gut auch sein lassen.

Denn wie viele Kerngesunde Corona haben, spielt doch eigentlich keine Rolle, denn wie ein Kerngesunder normalerweise nicht an einer Grippe stirbt, so stirbt ein Kerngesunder normalerweise auch nicht an Corona...

Christopher Doemges | Do, 1. April 2021 - 20:24

Sei es drum: Wer täglich informiert sein will und in aller Ausführlichkeit die neuen, ständig wechselnden Corona-Regelungen studiert, findet keine Zeit mehr, sie anzuwenden. Sie/er kann dann höchstens mal die Nasenspitze an die Luft stecken und sagen - "Sie tragen ihre Maske nicht". Wer nicht die Zeit findet, sich universell zu informieren, muss mit Ordnungsgeldern rechnen. Nicht der Weisheit letzter Schluss! Grundsätzlich: Maskenpflicht gilt in allen öffentlichen Gebäuden, in ausgewiesenen Hotspots, sowie bei Treffen (mit Abstand) von haushaltsfremden Personen. Zwischendurch darf - im Raucherbereich - auch mal eine gequarzt werden; natürlich nur mit Abstand. Vorschlag: Generelle Astronautenanzugspflicht - macht Kontaktbeschränkungen überflüssig ...