Koalitionsverhandlungen - Warten auf Groko

Das Willy-Brandt-Haus beherbergt zurzeit die Hauptstadtpresse. Dort warten die Journalisten auf die Verkündung der Einigung zur Großen Koalition. Doch Groko kommt und kommt nicht. Ein absurdes Schauspiel, das an einen Klassiker der Moderne erinnert

Wartende Journalisten mit Laptops
Reporter tippen die neuesten Nachrichten aus dem Willy-Brandt-Haus in ihre Laptops / Yves Bellinghausen

Autoreninfo

Yves Bellinghausen ist freier Journalist, lebt und arbeitet in Berlin und schreibt für den Cicero.

So erreichen Sie Yves Bellinghausen:

Es ist Tag 133 nach der Bundestagswahl: Heute soll sie endlich kommen, die Große Koalition. Im Willy-Brandt-Haus haben sich ungefähr 150 Reporter, vornehmlich TV-Journalisten und Agenturfotografen, versammelt. Sie warten auf die Verkündung der Einigung zwischen Union und SPD, die Deutschland auf den Weg zu einer neuen Regierung bringen soll. Doch sie kommt und kommt nicht, die Groko. Und immer stärker erinnert das Schauspiel, das Politiker und Journalisten an diesem Sonntag aufführen, an Samuel Becketts „Warten auf Godot“. Bei Beckett sind es die beiden Landstreicher Estragon und Wladimir, die unter einem kahlen Baum an einer Landstraße auf Godot warten – eine Figur, die sie nicht kennen, von der sie nicht wissen, ob es sie gibt und weshalb sie auf sie warten, wissen sie auch nicht so genau.

Die Hauptstadtjournalisten haben es da etwas besser. Denn auf die Groko warten sie immerhin im beheizten Willy-Brandt-Haus. Die SPD-Parteizentrale ist ein ganz fabelhafter Ort für das träge Schauspiel: Es gibt einen Innenhof, in dem etwa ein Dutzend Kamerateams ihre Apparate auf die Türen des Willy-Brandt-Hauses gerichtet haben. Allzeit bereit, jedem noch so verheißungsvollen politischen Hinterbänkler einen O-Ton abzunehmen. Aber anders als bei den Jamaika-Verhandlungen, sind die Architekten der Großen Koalition nicht sonderlich gesprächig. Hinter den Kameras sitzen Ton- und Bildtechniker auf Campingstühlen, rauchen und trinken aus Thermoskannen, während sie auf ihren Handys herumtippen. 

Die Mikrofone der Journalisten ragen ins Leere

Der Innenhof wird auf der einen Seite vom imposanten Atrium des Willy-Brandt-Hauses begrenzt. Hier steht der berühmte Bronze-Willy-Brandt und streckt so vielsagend seine schützende Hand aus. Und genau hier ragen die Mikrofone der Journalisten ins Leere. Bereit, endlich die frohe Kunde in Empfang zu nehmen und zu verbreiten, wenn sie denn endlich verkündet würde. Aber die Groko lässt erstmal auf sich warten.

Na gut, dann eben auf die andere Seite des Innenhofs, ins „Willy´s“. Das „Willy´s“ ist ein kleines Café mit zwei Etagen, das zum Willy-Brandt-Haus gehört. Hier warten die Hauptstadtjournalisten nun bei Gratis-WLAN und Gratis-Filterkaffee. Seelig sind die Reporter, die zu größeren Redaktionen gehören und im Team auftreten. Sie haben ständige Gesprächspartner, um die Wartezeit totzuschlagen. Andere Einzelkämpfer-Reporter stehen in den Ecken und führen scheinbar manisch Selbstgespräche. Sie üben Liveschalten und nehmen dabei vorsichtshalber nie die Knöpfe aus dem Ohr – immer bereit, die neuesten Entwicklungen an die wartende Nation durchzugeben. Am stillsten sind die einsamen Wölfe der Nachrichtenagenturen. Sie starren wie in Trance auf ihre Laptops und bewegen sich nur, um neuen Kaffee zu holen. 

Immer wieder klingeln die Handys der Reporter. Die Redaktionen rufen an. Was ist denn nun mit Groko? Aber im „Willy's“ gibt es keine Antworten. Manche Reporter versuchen es umgekehrt und rufen ihre Redaktionen an. Ob denn jemand etwas wüsste. Manch einer hat sogar Informanten „da drinnen“. Aber auch von dort kommen nur Gerüchte zurück.

Ein Verharren in professioneller Lethargie

Zwischen 14 Uhr und 15 Uhr sickert dann langsam durch: Groko kommt heute gar nicht mehr, die Verhandlungen werden wohl bis Anfang der kommenden Woche laufen. Kein Groko nirgends. Die Reporter verharren trotzdem weiter im „Willy's“ und telefonieren. Sie telefonieren mit wichtigen Leuten in der Redaktion oder sehr wichtigen, aber anonymen Leuten ein paar Etagen weiter oben im Willy-Brandt-Haus. Heraus kommt dabei aber auch nichts.

Dann, plötzlich, passiert doch mal was: Ein ARD-Reporter will das Café verlassen und schlägt sich dabei selbst die Tür ins Gesicht. Ein Tropfen Blut quillt aus seiner gepuderten Stirn hervor. Endlich mal ein reales Ereignis, über das die Journalisten sprechen können! Nähen? Nein, nicht nähen, dann gibt´s eine Narbe! Blut abtupfen! Nee, lieber Blut gerinnen lassen, damit die Blutung stoppt. Sanitäter kommen in einem gläsernen Aufzug aus den mystischen oberen Etagen des Willy-Brandt-Hauses heruntergeschwebt und geben dem angeschlagenen Reporter sein Reportergesicht zurück. Zum Glück, denn in 45 Minuten hat er eine Liveschalte. Er muss berichten, dass es wieder nichts zu berichten gibt. Joachim Herrmann, bayerischer Innenminister, geht anteillos an dem notversorgten Reporter vorbei und schenkt ihm einen müden Blick. Ein paar Unions-Mitarbeiter gehen ins Willy-Brandt-Haus hinein und gehen bald wieder hinaus. Reporter laufen aus dem Café heraus und schauen, ob sich was tut. Aber von Groko ist weiter nichts zu sehen.

Immer wieder enttäuschte Hoffnung

Intervallhaft geraten die Agenturfotografen in Aufregung, zumeist werden sie von vorfahrenden Limousinen aufgeschreckt. Die Agenturfotografen alarmieren die Reporter mit Knopf im Ohr. Die wiederum lassen ihren wässrigen Gratis-Kaffee im „Willy's“ stehen, ergeben sich dem Sog und laufen in den Innenhof, um „die Lage zu sondieren“. Vorfreude! Kommt sie da jetzt doch noch? Die Groko?! Aber dann sind es doch nur ein paar wortkarge Politiker, die mit regloser Miene aus ihren Limousinen steigen und ins Willy-Brandt-Haus gehen.

Als sich die Aufregung gelegt hat, gehen die Reporter zurück ins „Willy's“. Plaudern, telefonieren, Kaffee trinken. Bei Beckett spielen Estragon und Wladimir mit dem Gedanken, Suizid zu begehen. Aber die Hauptstadtjournalisten behalten die Nerven.

Unterhändler verteilen Wegzehrungen

Estragon und Wladimir werden immer wieder von einem Ziegenhirten vertröstet, dass Godot ganz sicher bald kommen werde. Ziegenhirten gibt's auch im Willy-Brandt-Haus: Die Unterhändler der Parteien verteilen immer wieder kleine Appetithäppchen an die Journalisten, um das Warten auf Groko erträglicher zu machen. Um 16:15 Uhr tritt die „AG Kommunales und Ländlicher Raum“ vor die Kameras und berichtet, es habe eine Einigung gegeben. 17 Uhr Mieten und Wohnen. 17:30 Uhr Digitales. 18:15 Kunst und Kultur. Jeweils zu dritt treten Ministerpräsidenten und Parteigranden von CDU, CSU und SPD vor die Kameras und verkünden, worauf man sich geeinigt habe. Nach jedem Statement telefonieren die Reporter eilig in ihre Redaktionen und geben die neuesten Neuigkeiten durch oder tippen die Politiker-Verlautbarungen in ihre Laptops.

Eigentlich sei das, was die Parteien in den oberen Etagen treiben „Makulatur”, murrt ein Agenturjournalist, nachdem er eine Meldung abgetippt hat. Aber das absurde Schauspiel hat seine Gründe. Nicht zu lange verhandeln, denn das wecke Erinnerungen an Jamaika. Nicht zu schnell fertig werden, sonst glaube die SPD-Basis nicht, dass die Verhandlungen hart genug gewesen seien. „Einen Zirkus“, nennt der Agenturjournalist das, was die Politiker da oben treiben. Dabei sind es doch die Journalisten, die jede Wasserstandsmeldung eilig in ihre Redaktionen funken, für die dieser Zirkus hier aufgeführt wird.

Die Groko kommt morgen

Immer wieder bilden sich kleine Journalistentrauben im Atrium des Willy-Brandt-Hauses, wenn Reporter sich um Politiker aus der dritten und vierten Riege zu spontanen Hintergrundgesprächen drängen. Dann fragen die Reporter, ob es oben Currywurst gegeben habe. Brisante Fragen wollen die Politiker ohnehin nicht beantworten. Jamaika ist noch im Hinterkopf. 

Gegen 19 Uhr ist das letzte Fünkchen Hoffnung eigentlich schon verflogen. Doch dann kommt noch einmal ein Ziegenhirte. Ein Pressesprecher sagt den Journalisten, sie sollen jetzt noch einmal ins Atrium kommen, SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil würde gleich etwas Wichtiges vermelden. Kann es sein? Groko? Um 19:19 Uhr marschiert Klingbeil entschlossenen Schrittes vor die Mikrofone. Er spricht wenige Sekunden. Am morgigen Montag um 10 Uhr werde man sich wiedertreffen, dann würde man weiter verhandeln. Groko soll tatsächlich kommen. Es sei nur noch eine Frage des wie genau und wann.

Achim Scharelmann | Mo, 5. Februar 2018 - 14:41

Wer wartet denn auf etwas, was ehedem für die Katz ist. Forecast für die Koalitionäre: Die SPD wird bei den nächsten Groko weiter absinken und dadurch wird der Druck auf Frau Merkel entschieden stärker und das führt zur Zerissenheit und wird in einem Koalitionsbruch noch vor der nächsten Bundestagswahl enden und dann wird auch die CDU/CSU erkennen, daß es mit Merkel und Seehofer nicht weitergeht und sich ihrer entledigen und es werden Neuwahlen anstehen mit neuem Personal auf beiden Seiten, denn wer wird dann noch so vermessen sein, mit der verlustreichen alten Garde anzutreten. Sollte der Mitgliederentscheid gegen eine Groko stimmen, dann erfolgen Neuwahlen und dabei können nur die kleineren Parteien gewinnen, die Großen werden weiter Federn lassen müssen und wenn sie schlau sind und an ihre Zukunft denken, bedeuted dies das Aus für Merkel und Konsorten.

Reinhard Tischler | Mo, 5. Februar 2018 - 14:49

Stühle oder eine Sitzbank für die wartenden Journalisten am Gang wäre gut.
Aber wer interessiert sich schon für DIE oder für die Menschen "da draußen", wenn man so hart um sein "Leibele" kämpft!

Christa Wallau | Mo, 5. Februar 2018 - 14:51

Mir scheint, daß die Sahnehäubchen und die Herzchen aus Zuckerguß, welche die SPD zur Beglückung ihrer Mitglieder noch auf den fast gebackenen GroKo-Kuchen oben drauf setzen will, der Grund für diese weiteren Verzögerungen sind. Und die CDU/CSU hat keine andere Wahl, als den teuren und teils wenig sinnvollen Dekorationsvorschlägen der Sozis zähneknirschend
zuzustimmen.
Ob überhaupt jemand bei dieser Kungelei noch den Überblick behält über die Finanzierung des Paketes, das am Ende bei diesen Verhandlungen herauskommen wird?
Ich bezweifle das sehr. Schäuble nimmt ja an den
Gesprächen nicht teil. Und vom finanziellen Sachverstand der meisten Teilnehmer an den Verhandlungen, ob aus der Union oder aus den Reihen der SPD, halte ich nicht viel.

Doch egal, wie die Sache ausgeht: Wir Steuerzahler müssen alles bezahlen - ob wir wollen oder nicht.

Rudolf Bosse | Mo, 5. Februar 2018 - 15:04

Irgendwann wird es ein Ergebnis geben, das für mich keine Erwartung, außer eines zukunftssterilen WEITER SO bringen und bei der nächsten Wahl die AfD verdienter Maßen stärken wird.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 6. Februar 2018 - 10:23

In reply to by Rudolf Bosse

die Politik für die bundesrepublikanische Gesellschaft machen muss, nicht für die Aufrüstungsfantasien der USA.
Evtl. nur eine Merkel treibt es an, in einem erneuten Rüstungswettlauf die Oberschlaue zu geben, die damit dann aber Deutschlands Wirtschaft schwächt, die dann nicht etwa wie ein reifer Apfel den Russen in die Hände fällt, sondern vermutlich mit viel buntem Treiben und Multi-Kulti-Gesängen der Grünen, engagierten privaten US-Interessen.
Ich schreibe nicht gegen Menschen oder Gesellschaften, ich schreibe höchstens von ihnen und bin strikt für diplomatische Lösungen, weil wir militärisch nicht mehr gewinnen können. Es helfen nur noch Allianzen.
Ich hoffe aber auch auf historische Erfahrungen und sei es kolportiert durch Filme, aber umso aussagekräftiger.
Nehmen wir den Film "Die Tochter des Spartacus" über Boudicca. Eine tollkühne Frau, aber nicht mit dem Glück der der Varusschlacht.
Der Film macht Hoffnung, dass ihre Nachkommen heute noch durch London streifen.

Liebe Frau Sehrt-Irrek,

Ihren wunderbaren Kommentar las ich einige Male.

Auf historische Erfahrungen zu hoffen, ist für mich - besonders in dieser aufge-
putschten Weltordnung - nicht mehr gegeben. Ein Zitat, das ich häufig auch für
mich benötige: "Warum suchen nach Hindernissen, vielleicht sind gar keine da"
spendet mir mittlerweile keine Hoffnung.

Lieben Gruß aus dem trüben München (wie soll es auch anders sein)
Brigitte Simon

Sepp Kneip | Mo, 5. Februar 2018 - 15:30

Ich weiß gar nicht, warum die Journaille so wild darauf ist, das Ende der GroKo-Verhandlungen abzuwarten. Das Endergebnis wird genau so enttäuschen wie die Zwischenergebnisse. Ein
großer Wurf? Nein. Es wird weitergehen mit Massenimmigration, die Energiewende wird weiter gewendet, eine echte Steuerreform bleibt aus und die für den einzelnen Bürger nur marginal ins Gewicht fallende "Verbesserungen" kosten zusätzliche Milliarden. Sie sind Augenwischerei und sind in keiner Weise zukunftsträchtig. In der Tat, Makulatur.

Für eine Korrektur des Steuertarifs, der wirklich Entlastung bringen würde, ist kein Geld da, weil laut Latschet so viel in Bildung und Altenpflege investiert werden muss. Warum ist das nicht längst passiert? Hat nicht die Bundesregierung immer mit den enormen Steuermehreinnahmen geprotzt? Was ist mit diesem Geld passiert? Es werden Hunderte von Milliarden in die "Flüchtlings"-politik gehen und der Bürger hierzuland guckt weiter in die Röhre. Affentheater.

Stefan Vollmer | Mo, 5. Februar 2018 - 15:47

Warum tun sich die Journalisten (und die Öffentlichkeit) das Schauspiel permanent an? Immer auf der Jagd nach Pseudonachrichten. Einfach geschlossen den Wartesaal verlassen. Mal ein paar Tage keine Wasserstandsmeldungen, niemand wird etwas vermissen. Aber eine Kamera stehen lassen, um die verdutzten Gesichter der Politiker einzufangen.

Armin Latell | Mo, 5. Februar 2018 - 15:48

Der Autor dieses langen Artikels hat seine eigene Diagnose ausführlich bestätigt: Ein Bericht darüber, dass es nichts zu berichten gibt. Und um ganz ehrlich zu sein, könnte es meiner Meinung nach so noch möglichst lange weitergehen. Und Mitleid mit all den Journalisten habe ich nicht. Erst später, wenn es vielleicht heißt, man hätte hart verhandelt und wäre sich jetzt einig und gute Kompromisse eingegangen, zum Wohle Deutschlands, jeder sich als Sieger zeigt, dann habe ich Mitleid, nämlich mit uns, den steuerzahlenden Bürgern, die nicht erwarten können, dass Versprechen vor der Wahl nach der Wahl auch eingehalten werden, dafür unausgesprochenes mit bitteren Konsequenzen die Schmerzgrenze weiter nach oben treiben wird, weil Frau Merkel ja nicht weiß, was sie hätte besser machen sollen. Und verstanden haben die Verhandler das letzte Wahlergebnis entgegen ihrer Behauptungen schon gar nicht.

Ralf Altmeister | Mo, 5. Februar 2018 - 15:54

Allein die Tatsache, dass sich die Führung der SPD auch nach Aushandlung des Koalitionsvertrages nicht sicher sein kann, dass sie von ihrer Basis das Regierungs-Mandat erhält, ist ein bizarrer Vorgang.
Die bisher bekannten Ergebnisse, wie Forcierung der Digitalisierung, Bildung, Pflege, Wohnungsbau, Arbeitsverträge, ärztliche Versorgung sind weiter nichts als kaum spürbare Not-Reparaturen von Versäumnissen der letzten Jahre. Bei der medizinischen Versorgung und in der Wohnungswirtschaft wird auf Intensivierung der Mangelverwaltung, statt Expansion gesetzt.
Selbst wenn die Groko kommt, bleibt es dabei: Drei Parteiführer, die alle ihre Zukunft schon hinter sich haben, verhandelte die Zukunft Deutschlands. Man könnte vor Optimismus platzen.

martin falter | Mo, 5. Februar 2018 - 16:01

da wird ja fleißig verhandelt.
Das hatte ich ganz vergessen.
Muss jetzt schnell noch einkaufen gehen - ist wichtiger für mich.

Wolfram Rieger | Mo, 5. Februar 2018 - 16:12

Ich sehe auf dem Boden sitzende, arbeitende Menschen auf obigem Foto des Artikels. Und das bei einer eine Frau Nahles, bisherige Arbeitsministerin mit gesetzgeberischer Verantwortung für die Einhaltung von Ergonomie am Arbeitsplatz.
Kann man den armen Schweinen nicht wenigstens einen Klappstuhl anbieten?
Man kann eine Bestuhlung ja wieder wegräumen, wenn das nicht zum Stil des feudalen Hauses passt. Ich hab noch nie einen Parteifunktionär auf dem Boden arbeiten sehen.
Oder ist das nicht typisch SPD, wenn man so mit den Bürgern umgeht?
Was kümmert uns die da unten...
Mich regt das einfach auf!!

Stefan Leikert | Mo, 5. Februar 2018 - 17:01

...und wie auf ein geheimes Zeichen hin erheben sich die Journalisten, Kameraleute, Tontechniker, fangen an ihre Sachen zu packen. Manche nicken sich zu, verabschieden sich von einander. Und noch vor Einbruch der Dunkelheit ist alles leer. D.h. nein, eine Kamera (sehr schön, Herr Vollmer!) blieb stehen und nimmt alles auf...was so alles nicht geschieht und ja dann, spät in der Nacht noch die dummen Gesichter: kein Volk mehr da!

Wilhelm Maier | Mo, 5. Februar 2018 - 17:25

„ungefähr 150 Reporter, vornehmlich TV-Journalisten und Agenturfotografen“
Das die Agentur Fotografen in großen Mengen dort auf ein besonderen Fotomoment warten, bei dem ein Foto als Unikat und einzigartiges Bild sich endlich wieder fangen lässt. Das kann ich gut verstehen. Mit TV-Journalisten? Wozu die Eile? "Es ist doch nur Tag 133 nach der Bundestagswahl."
Und dann noch Mitgliederentscheid der SPD... „Einen Zirkus“, denn die Agenturjournalisten fleißig mitmachen. Selber schuld. Solitär- und Kartenspiele machen das Leben leichter.

Brigitte Simon | Mo, 5. Februar 2018 - 17:41

Und erneut ein Artikel von Yves Bellinghaus. Warum
nur lieber Cicero? Bereits Bellinghaus Artikel "Macron
übernimmt das Ruder" stieß in vielen, sehr vielen Kommentare seines ersten Artikels auf wenig Be-
geisterung seiner Berichterstattung. Geschrieben
von einem Journalist, der sich in einem großen
Dunstkreis von Personen mit einem nicht so hohen
Reflexionsniveau befindet.
In meinem Leben als Gymnasiastin wurden wir immer
gezwungen, nach einem Ausflug Berichte darüber
zu schreiben. Jeweils unter dem Motto: "Noch ein-
mal gutgegangen". Genauso liest sich "Warten auf
GroKo".
Die Beutegier der Parteien macht diese zusam-
mengewürfelte GroKo nach der Devise der
Schwachen "gemeinsam sind wir stark" zu einem
Fiasko. Sie wird Deutschland den endgültigen
Dolchstoß versetzen und Europa wird ein Armen-
haus.

Constantin Wissmann | Mo, 5. Februar 2018 - 17:50

In reply to by Brigitte Simon

Guten Tag Frau Sim(on), 

Wenn Sie in Ihren Schulaufsätzen während Ihres "Lebens als Gymnasiastin" auch Vergleiche mit Beckett gezogen haben, Chapeau. Wir schätzen die Artikel von Herrn BellinghausEN, sonst würden wir Sie nicht veröffentlichen. 

Beste Grüße

CW (Online-Redaktion)

Lieber Herr Wissmann,

...natürlich habe ich. Also chapeau! Auch ich schätze Herrn Bellinghaus´s Artikel.
Gegensätzliche Meinungen bringen wohltemperierte Gedanken als Anregung.

Mit freundlichen Grüßen aus München, Brigitte Simon

Klaus Funke | Mo, 5. Februar 2018 - 17:44

ist das sture Beharren von Merkel, Seehofer, Schulz & Co auf ihren Stühlen und Machtpositionen. Würde Merkel an ihr Land denken, müsste sie zurücktreten, aber sie denkt nur an sich. Und sie redet sich ein, dass sie alternativlos sei. Und die Medien spielen in verantwortungsloser Manier mit. Aber, der große Knall kommt. Wenn nicht jetzt mit dem Mitgliederentscheid der SPD, dann spätestens in 2 Jahren oder aus irgendeinem plötzlichen Anlass, der sich ergibt, weil Merkel erkennt, sie kriegt es nicht hin. Freilich jetzt wird mit Geld um sich geworfen, um die Menschen zu verwirren. Sogar an die Jagdlobbyisten wird gedacht: Der Wolf wird zum Abschuss frei gegeben - welch sinnreiches Bild! Die Freiheit wird zum Abschuss frei gegeben, der Besitzstand hat gesiegt. Alles das wird sich rächen und in Luft auflösen. Merkels Ende, wie das von Seehofer und Schulz ist näher als sie selber glauben. Ein Aufatmen wird durch das Volk gehen. Und es werden Schlauberger sagen, das hätten sie gewusst.

- in der Flüchtlings/Asyl/Migrationsfrage muss man es IMMER NOCH vom Ende denken, das nicht absehbar ist - wie wollen Sie dann wissen, was ihr gelingt und was nicht?
Man könnte es als Spiel nehmen, aber im Angesicht von hoher Politikkunst und höchster Verantwortung spielt evtl. jemand wie Merkel, ich auf keinen Fall.
Dabei weiss man oft nicht, ob der gute Wille auch Gutes zeitigt.
Deswegen "mache" ich es ja auch öffentlich.
Kommentare sind die eine Seite, willkommene Einsprüche und überhaupt unterschiedliche Konzepte sind das Gesamt des Wunders einer politischen Öffentlichkeit.
Womit ich hoffentlich die Bedeutung eines Habermas angedeutet habe.

Mathias Trostdorf | Mo, 5. Februar 2018 - 18:01

Würde es nicht reichen, wenn man ein dpa-AbgesandtenIn im Schichtdienst da abstellt?
Die anderen können sich doch dann die Generalanweisung nach Hause faxen lassen und für ihre jeweiligen Blätter etwas ausschmücken?

Corinna Erles | Mo, 5. Februar 2018 - 19:03

Ives Bellinghausen ist ein Stümper oder ein Genie.

Käthe Wagner | Mo, 5. Februar 2018 - 19:17

Danke für diesen hervorragenden Artikel, der uns auch mal die Kehrseite des Journalistenberufes betrachten lässt. Sehr unterhaltsam und zum Nachdenken anregend beschrieben! Ich beneide keinen von diesen dort ausharrenden Journalisten, denn sicher müssen auch sie um ihre berufliche Existenz kämpfen. Häppchen und Gratiskaffee sind mit Sicherheit auch nicht überall geboten. Viele sind auch draußen Kälte, Regen und Wind ausgesetzt oder begeben sich in gefährliche Situationen...
Darum finde ich Ihren Beitrag, Frau Simon, leider an Überheblichkeit kaum zu überbieten. Sie haben Ihr "Leben als Gymnastin verbracht"? Oder war das nur eine stilistische Entgleisung?

Brigitte Simon | Mi, 7. Februar 2018 - 11:32

In reply to by Käthe Wagner

Liebe Frau Wagner,

bitte nicht Gymnastin, exakt ist Gymnasiastin. Ihr Artikel hat mich sehr
beeindruckt, endlich hält man mir den Spiegel vor das Gesicht. Ich werde
mich ändern, versprochen.

Herzliche Grüße aus München, Brigitte Simon

Peter Lyssy | Mo, 5. Februar 2018 - 23:24

Dieser Artikel ist wirklich wohltuend. Denn er stellt die Inhaltslosigkeit des absurden Theaters heraus. Seit Monaten wirkt die tägliche Hofberichterstattung, als wäre man in die Zeit Ludwigs XIV rückversetzt. Ist eigentlich noch Niemandem aufgefallen, dass die Parteien im Grundgesetz mit 1 ( in Worten e i n e m )
Artikel bedacht werden ?

Harro Meyer | Di, 6. Februar 2018 - 16:54

Endlich ist es soweit: Entweder wir bleiben eine Industrienation mit NOx, SO³ und allem anderen oder wir folgen dem Morgenthauplan und schicken 40 Mill. Deutsche nach Afrika, Die werden aus dem Land mehr machen als das schwarze Gemüse.

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns über jeden Kommentar und wünschen uns eine konstruktive Debatte. Beleidigende, unsachliche oder obszöne Beiträge werden deshalb gelöscht. Auch anonyme Kommentare werden bei uns nicht veröffentlicht. Wir bitten deshalb um Angabe des vollen Namens. Darüber hinaus behalten wir uns eine Auswahl der Kommentare auf unserer Seite vor. Um die Freischaltung kümmert sich die kleine Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Nach zwei Tagen wird die Debatte geschlossen. Wir danken für Ihr Verständnis.