„Gesindel“-Sprüche & Kriegsgebete - Wir müssen uns mit der Härte der Themen konfrontieren

Die teils sogar gewaltsamen Proteste auf Deutschlands Straßen wegen des türkischen Einmarschs nach Nordsyrien zeigen Probleme der Integration in Deutschland auf. Auf der anderen Seite werden Gastarbeiter und deren Kinder als „Gesindel“ bezeichnet. Wir haben viel zu tun, auf allen Seiten

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Düzen Tekkal weist auf Probleme der Integration und auf Rassismus hin / picture alliance

Autoreninfo

Düzen Tekkal ist Journalistin, Publizistin, Menschenrechtsaktivistin, Politologin und Gründerin der Sozialunternehmen HAWAR.help und GermanDream. Sie wurde 1978 in Hannover geboren, studierte Politik- und Literaturwissenschaften und arbeitet seit vielen Jahren als Kriegsberichterstatterin. 

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Düzen Tekkal

Ich erinnere mich noch genau, wie ruhig es ab 19 Uhr wurde, wenn meine Geschwister und ich unsere Tante in ihrem Mehrparteienhaus in Hannover-Linden besuchten. „Sshh“ kam dann von allen Ecken. Der Wecker meines Onkels klingelte nämlich montags bis freitags um 3 Uhr in der Früh, dann musste er ins Conti-Werk, in die Gummi-Abteilung. Ich habe keinen Tag erlebt, an dem mein lieber Onkel krank war und nicht zur Arbeit ging. Eine Arbeit, die ihn mit Stolz erfüllte.

„Wir riefen Gastarbeiter und bekamen Gesindel“, schrieb Nicolaus Fest von der AfD über unsere Onkel und Tanten, Väter und Mütter, über die Männer und Frauen, die sich in der Morgendämmerung in die Fabriken aufmachten, um damit die Wege von uns Gastarbeiterkindern zu bereiten - Wege, die teilweise in Universitäten, in politische Ämter, in Führungspositionen in Unternehmen führten. Und ja, solche Worte sind nichts weniger als schmerzhaft.

Das Schaffen von Sündenböcken

Die Kachel von Fest, die auf Social Media mehrfach geteilt wurde, ist nicht echt und auch kein wirkliches Wahlplakat der AfD. Aber der Inhalt eines Artikels von ihm auf seinem Blog enthält genau diese Worte. Und sie entlarven, wofür seine Partei steht und was diese Kräfte in unserem Land vorhaben: das Schaffen von Sündenböcken.

Ganz klar: Wir dürfen die Herausforderungen von Integration und Vielfalt nicht kleinreden. Wir müssen uns mit der Härte der Themen konfrontieren und die Sachen diskutieren, die nicht richtig laufen. Warum konnten wir einige junge deutsche Menschen mit Migrationsgeschichte – die meisten von ihnen hier geboren und aufgewachsen – nicht abholen? Warum sind einige von ihnen begeistert von Despoten wie Erdogan, die Journalisten und Oppositionelle in Kerker sperren, den Rechtsstaat vernichten und kriegstreiberische Politik machen? Warum empfinden sie stattdessen keinen Stolz für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung? Sie gehen auf die Straßen, demonstrieren für Kriege und beten in Moscheen für völkerrechtswidrige Invasionen, anstatt sich für Frieden starkzumachen.

Auch ich bin besorgt

Für unsere Bildungsinitiative GermanDream reden wir mit den jungen Menschen in ganz Deutschland: in Ost und West, in Gymnasien und Berufsschulen, in Wirtschafts- und Hauptschulen. Wir sprechen mit Jugendlichen aus allen sozialen Schichten, mit und ohne Migrationshintergrund und hören zu, wenn sie besorgt sind, über den Klimawandel, über Flüchtlingsbewegungen und darüber, nicht aussprechen zu dürfen, wie sie empfinden.

Auch ich bin besorgt, wenn ich sehe, dass bei uns, wo es friedlich und freiheitlich ist, Konflikte zwischen kurdischen und türkischen Deutschen ausgetragen werden, die sonst hier miteinander arbeiten, nebeneinander wohnen, deren Kinder miteinander spielen. Warum wird ein Krieg, der kilometerweit entfernt stattfindet, in unseren Wohnzimmern ausgetragen? Hier, wo wir miteinander diskutieren können, wenn wir anderer Meinung sind, wo in unserer Verfassung niedergeschrieben ist, dass nicht alle gleich denken müssen, wo Pluralismus Teil unserer politischen Kultur ist.

Wir haben noch viel Arbeit vor uns

Wie haben es verpasst, aus einigen ordentliche Demokraten und „German Dreamer“ zu machen, deshalb haben wir noch viel Arbeit vor uns. Viele Nachkommen der Gastarbeiter haben noch heute das Gefühl, sie müssten sich entscheiden, werden der Assimilation bezichtigt, wenn sie sich als Teil dieses Landes begreifen und die Werte des Grundgesetzes hochhalten. Aber: Haben wir diesen Menschen denn überhaupt vermittelt, dass sie zu dieser Gesellschaft gehören und für sie Verantwortung tragen? Wo bleibt dieser wichtige identitätsstiftende Faktor, der sie zugehörig fühlen lässt, egal ob sie hier Muslime sind, oder sich auch über ihre türkische, arabische oder kurdische Herkunft definieren?

Wir müssen ihnen klarmachen, dass sie sich als vollwertige und verantwortliche Bürger dieses Land sehen können – und auch müssen, um endlich anzukommen. Fakt ist, die AfD wird uns dabei nicht helfen, sie kann bloß verallgemeinern und Menschen als „Gesindel“ beleidigen.

Integration beruht auf Bring- und Holschuld

Ja, all diese Spannungsverhältnisse müssen wir sehen und vor allem aussprechen. Sie sind Ausdruck von in einigen Teilen misslungener Integration. Und diese beruht auch immer auf einer Bring- und Holschuld. Deswegen müssen wir, und damit meine ich uns Demokraten, die Dinge beim Namen nennen, kritisch mit jenen sein, die unfreie Strukturen hier reintragen wollen, Kriege propagieren und unseren Fortschritt zurückzusetzen versuchen. Wenn wir das schaffen, uns selbst um die demokratiefeindlichen Kräfte hier zu kümmern, spielt die AfD eh bald keine Rolle mehr.

Denn mit Worten wie „Gesindel“ zeigt man bloß, wie wenig man vom Miteinander und gesellschaftlichem Nehmen und Geben kapiert hat. Wer die deutsche Einwanderungsgeschichte so verachtet wie Fest, hat von Deutschland nichts verstanden. Wer dieses Deutschland negiert, in dem Menschen herkamen, ein Leben aufbauten und Kinder großzogen, die unsere Gesellschaft gestalten und ihren „German Dream“ leben, der gehört genauso wenig zu einem verfassungstreuen, freiheitlichen Deutschland wie die, die es terroristisch attackieren.

Die AfD kann nur Feinbilder schaffen

Doch ein Gutes haben Nicolaus Fests Worte: Dass immer mehr Menschen erkennen, dass solche Instanzen wie die AfD keine Realpolitik betreiben oder gar Probleme aufrichtig benennen. Sie können bloß Feindbilder schaffen, die Gesellschaft spalten und Hass und Hetze salonfähig machen. Und übrigens: Die Hetze der AfD, der Nationalismus der türkischen Regierung und alle destruktiven orientalisch-patriarchalischen Strukturen, auch die kurdisch-arabischen, die hierzulande einfahren, speisen sich aus der gleichen zerstörerischen Quelle. Sie attackieren alle unsere Gesellschaftsordnung und die Fundamente, die unser Zusammenleben freiheitlich machen. Sie alle sind Feinde unserer Verfassung.

Aber uns gibt es auch, uns stolze Gastarbeiterkinder. Wir sind hier und wir wagen es, in Deutschland unsere Träume zu verwirklichen. Weil wir keine Gesellschaft wollen, in der die Angst dominiert: die Angst vor dem Fremden, die Angst vor Feindbildern, die Angst vor Meinungsfreiheit oder die Angst vor dem Scheitern. Wir wurden vielleicht als Gastarbeiter gerufen, aber wir kamen als Menschen. Und heute sind wir ein würdiger Teil dieses Landes.

Klaus Peitzmeier | Sa, 26. Oktober 2019 - 13:44

Liebe Frau Tekkal, etliches in Ihrem Artikel ist mir unverständlich. Z.B. warum die Proteste gegen den Einmarsch der Türken in Nordsyrien ein Zeichen der Nichtintegration sein soll. Ich finde den Einmarsch auch nicht richtig u könnte mir durchaus vorstellen dagegen zu protestieren. Ich finde aber auch nicht richtig, die völlig unakzeptable Äußerung des AfD Mitglieds Fest auf alle AfD Mitglieder, Wähler,Sympathisanten zu übertragen. Das ist so falsch, wie alle Gastarbeiter als Gesindel zu bezeichnen. Sie schaffen damit Sündenböcke.
Deutsche wie Türken werden immer Defizite haben, sich in die Lage des anderen hineinzuversetzen. Ich finde, daß die große Mehrheit beider Ethnien das aber schon sehr gut macht. Um die Problemfälle in den Griff zu bekommen wäre es aber sehr hilfreich, wenn die jeweilige Seite sich dazu bekennt u Dinge die nicht gehen, auch von der jeweiligen Volksgruppe selbst scharf kritisiert werden. Das vermisse ich auf türkisch muslimischer Seite mehr als auf deutscher.

Ulf Müller | Sa, 26. Oktober 2019 - 14:12

Muss hier jeder kritische Artikel mit einem Einhacken auf die AfD beginnen. Diese Probleme mit der Integration eines kleinen Teils der Menschen, welche einen originären Gastarbeiterhintergrund haben, die gab es doch schon weit vor der AfD! Das war schon zu Zeiten der beiden Kanzler mit Vornamen Helmut ein Thema. Es ist einfach unseriös eigene Probleme anzusprechen und aber mit einem "Ja aber!" auf die AfD zu verweisen, welche bis 2014 eine Partei eurokritischer liberaler Professoren war. Ich gehe davon aus, dass der normale AfD Wähler mit Sicherheit die vielen fleissigen Menschen in unserem Land, welche einen Migrationshintergrund haben achtet und schätzt. Das ist auch nie ein Thema gewesen, sondern durch Falschdarstellung der Mainstreammedien verbreitet worden, die sich der Diskussion um bestimmte Probleme und Gruppen nicht stellen wollten und mit dem Totschlagargument Fremdenfeindlichkeit diffamiert haben.

Ulf Müller

Christa Wallau | Sa, 26. Oktober 2019 - 14:54

mit der Aussage "Wir riefen Gastarbeiter, bekamen aber Gesindel" hier einen Bezug zu den vor 40/50 Jahren Gekommenen herstellen wollte, dann fordere ich ihn hiermit auf, diesen Satz unverzüglich zurückzunehmen u. bei den Gastarbeitern dafür um Entschuldigung zu bitten.
Unser größtes Problem sind nicht die Einwanderer der 70er/80er-Jahre, sondern die heutigen illegalen Migranten, die unser Asylrecht schamlos ausnutzen.
Es gibt zwar auch Schwierigkeiten mit der dritten Generation von Gastarbeitern, aber fast nur bei den Türken, welche sich eher ihrem Herkunftsland u. "ihrem Präsidenten Erdogan " zugehörig fühlen als ihren deutschen Mitbürgern u. dem deutschen Staat.
Aber auf der anderen Seite stehen da die vielen, gut integrierten Menschen türkischer Herkunft, die sich bemühen, unsere Demokratie u. unseren Rechtsstaat zu unterstützen.
Hier gilt es zu differenzieren. Und eine solche Differenzierung wünsche ich mir auch bei der Beurteilung von AfD-lern - ob Mitglieder o.
Funktionäre.

Benno Pluder | Sa, 26. Oktober 2019 - 16:05

Ich frage mich immer besorgter, mit welchem Ansinnen den Vertretern der Ansichten eines Herrn Erdogan immer wieder und immer ausführlicher eine Bühne in unseren Medien geboten wird.
Dieses, die Realitäten standhaft ignorierende Schwadronieren ist einfach unerträglich.

Jan-Hendrik Schmidt | Sa, 26. Oktober 2019 - 16:30

Hier der vollständige Textabschnitt aus Fests Blog vom März 2017:

"Wer auf Gruppen von arabischen, türkischen oder afrikanischen Jugendlichen trifft, macht in letzter Zeit immer die gleiche Erfahrung: Keiner der Jugendlichen denkt nur im Mindesten daran, ein wenig Platz zu machen, aus dem Weg zu treten, den Älteren durchzulassen. Alle sind laut, aggressiv, präpotent, ohne den Willen zur einfachsten Höflichkeit, ohne jede soziale Intelligenz. Nicht einfach sind diese Leute, sondern primitiv und bösartig. Insofern muss man das Wort von Max Frisch, dem zufolge wir Gastarbeiter riefen, aber Menschen bekamen, vielleicht korrigieren: Wir riefen Gastarbeiter, bekamen aber Gesindel."

Ich kann Frau Tekkal verstehen, weil ihre Eltern und Onkel sich ordentlich verhalten haben, aber hier pauschal in einen Topf geworfen werden.

Ich kann aber auch N. Fest verstehen, dass man nach der katastrophalen Migrationspolitik in Dauerschleife irgendwann die Motivation zur Differenzierung verliert.

Boris von der Linde | Sa, 26. Oktober 2019 - 16:38

Unsere Familie hatte lange Zeit sehr intensiven Kontakt zu "Gastarbeiter-Familien" aus der Türkei. Eine unserer bekannten Familien wurde mit 3 Mädchen gesegnet, die dann Rechtsanwältin, Ärztin und Architektin wurden. Und die Eltern kamen ursprünglich aus der allertiefsten, ländlichen Türkei. Respekt! So kann es eben gehen.

Maria Fischer | Sa, 26. Oktober 2019 - 16:42

18 X Wir
12 X Uns/unsere/unserer

Sie sind ungenau in Ihren Formulierungen, wenn meinen Sie mit „ wir / uns Gastarbeiterkindern“?
Wer hat Ihnen die Legitimation erteilt im Namen aller Gastarbeiterkinder zu sprechen?
Sind Sie sich bewusst, dass viele „Gastarbeiter“/Kinder aus Italien, Griechenland, Portugal, Spanien, Slowakei, Kroatien..... kommen,
dass Menschen hier arbeiten und Leben aus Japan, Niederlanden, Großbritannien, Schweiz, Frankreich, Brasilien.......
Sie versuchen durch ständige Affirmationen 18 x wir und 12 x uns/unsere/unserer Ihre „schwammige“ Position zu definieren.
Ich lasse mich nicht von Ihnen vereinnahmen, genauso wenig wie von einem Herrn Nicolaus Fest.

Maria Fischer | Sa, 26. Oktober 2019 - 16:44

Ihr geschichtliches Bewusstsein sollte soweit gehen, dass sie feststellen, dass Eltern/Kinder mit einem polnischen, slowakischen, tschechischen, rumänischen, spanischen oder portugiesischen Migrationshintergrund Diktaturen erlebt haben (Linke und Rechte).
Glauben Sie, Sie können Ihr Leid über das Ihrige stellen.
Wissen Sie wie es sich für ein Kind anfühlt, wenn Menschen plötzlich verschwinden,.....
Ich bin es so leid mir die Härte Ihres Lebens anzuhören, mir Ihre ICH-zentrierte Position, die Sie im WIR auflösen wollen unterjubeln lassen um mir nebenbei mein demokratisches Verständnis abzusprechen, wenn ich eine andere Meinung als Sie oder Frau Merkel habe.

Ellen Wolff | Sa, 26. Oktober 2019 - 18:55

für die klaren Worte, ich bin ganz bei Ihnen, bis auf eine kleine Ausnahme. Ich fürchte, es sind nicht nur einige, sondern etliche, die sich nicht integrieren wollen. Leider gefallen sich auch nicht gerade wenige aus der dritten Generation der türkisch - arabischen Einwanderer in der Rolle der wahren Gläubigen und somit in der Rolle der vermeintlich besseren Menschen. Mitunter nutzen sie die Opferrolle, die ihnen von manchen unserer Linken zugewiesen wird, um Sonderrechte für sich zu beanspruchen. Das macht sie außer bei denen, die Opfer brauchen, um ihr Helfersyndrom auszuleben, nicht gerade Sympathisch. Ich kann Menschen nicht ausstehen, die sich für was besseres halten. Und ich kann Menschen nicht ausstehen, die ihre eigenen Leute für schlechter als andere halten.

Ulrich Biehl | Sa, 26. Oktober 2019 - 21:05

Was versteht Sie unter "einige sind begeistert von Erdogan"? Von welchen Gastarbeitern redet Sie? Bei der Wahl in der Türkei haben sich 70% unserer in 3. Generation gut integrierten, türkischen Mitbürger für einen Despoten entschieden welcher seine eigene Bevölkerung die nicht seiner Rasse entspricht zubomben lässt. Der freie Religionsausübung verhindert. Der militärisch in fremde Länder einfällt. 70% sind über 2/3. Wenn ich mir anschaue was der AfD vorgeworfen wird, und sehe wofür sich die türkischen Mitbürger entscheiden, frage ich mich ob sie ihre Mitbürger mal nach den gleichen Gesichtspunkten betrachten sollte nach denen sie Deutsche einstuft. Und vielleicht, nur vielleicht ist in den ehemaligen Gastarbeiterfamilien ein viel größeres Problemfeld zu finden als beim Gastgeberland. Eine absolut überwältigende Mehrheit der Türken in Deutschland hat sich für einen Despoten entschieden. Sicher das Sie nicht komplett Betriebsblind und Realitätsverweigernd ist wenn Sie von einigen redet?

Ernst-Günther Konrad | So, 27. Oktober 2019 - 05:22

ich kann vieles unterschreiben Frau Tekkal. Nur, an einer wichtigen Stelle widerspreche ich Ihnen vehement. Wenn das AFD-Mitglied Fest eine solche Äußerung gemacht hat, spricht er nicht für die Gesamtheit der AFD. Seine Äußerung und ist so nicht hinnehmbar und sollte für ihn Konsequenzen haben. Ich lehne solche Aussagen ab. Nur springen Sie genauso auf den Zug der Undifferenziertheit auf, wie es viele es inzwischen tun. Da sind einige wenige AFDler, die sich nicht nur sprachlich, womöglich sogar ideologisch verrannt haben und sich "braunverdächtig" äußern und was machen Sie? Sie unterstellen allen übrigen bürgerlich-konservativen AFDlern, die zwar migrationskritisch sind generelle Ausländerfeindlichkeit. Damit unterstllen Sie zwangsweise, das AFD-Wähler auch so sind.
Ich kannte diese Äußerung bislang nicht. Ich Kenne den Zusammenhang nicht. Als Wahlwerbeslogan kam er auf kein AFD-Plakat, das schreiben Sie fairerweise selbst. Wie wollen Sie diskutieren, wenn Sie nicht differenzieren?

Brigitte Miller | So, 27. Oktober 2019 - 07:02

ist richtig. Integration ist vor allem eine Eigenleistung des Migranten. Wer sich entschieden hat, hier zu leben, muss die Integration wollen und sich anstrengen, das ist nicht leicht.
Das Aufnahmeland muss die Integration erleichtern und Hilfestellung bieten..
Nun ist es aber so, dass viele Einwanderer das nicht können oder wollen. Wenn die Eltern da indifferent oder gar feindlich dem Gastland gegenüber eingestellt sind, wird das schwierig für die Jugendlichen.

Norbert Heyer | So, 27. Oktober 2019 - 09:36

Hier wird sie wieder geschwungen, die Keule der Ablehnung und mangelnder Integrationsarbeit der Deutschen den Ausländern gegenüber. Wenn Integration gelingen soll, muss sich zwingend der Ausländer den Gesetzen und Gegebenheiten seiner neuen Heimat anpassen. Er muss zeigen, dass er seine neuen Mitbürger achtet und respektiert. Scheitert schon an Kleinigkeiten: In einer Trampolin-Halle sollten muslimische Mädchen ihr Kopftuch ablegen, nicht aus religiösen Gründen, sondern wegen der möglichen Unfallgefahr. Alle Nutzer müssen ohne Kopfbedeckung springen. Was passiert? Riesenaufstand, Rassismusvorwürfe, seitenlange Berichte in den Medien. Ist das Integration? Ich fordere für mich etwas ein, was alle anderen auch nicht dürfen. Noch zu der Beleidigung: Ein Ausländer hat die Deutschen pauschal als „Köterrasse“ bezeichnet und bekam vor Gericht einen Freibrief. Glauben Sie mir, da haben sich auch viele Deutsche als Menschen 2. Klasse gefühlt. Wer gerne austeilt, muss auch mal einstecken können

christoph ernst | So, 27. Oktober 2019 - 10:00

Wären der fleißige Onkel und die tapfere Journalistin die Norm, sähe die Welt anders aus. Sowohl als auch haben sich dem sozio-kulturellen Rahmen des Umfelds angepasst. Sie akzeptieren die Regeln der Gemeinschaft und sind eine Bereicherung, weil sie die weltliche Gesellschaft als Chance begreifen und nutzen.
Aber sie sind tendenziell die Ausnahme - auch wenn es viele von ihnen gibt. Nur ein paar faule Äpfel unter der den Zuwanderen reichen, um alle in Misskredit zu bringen, und leider gibt es ziemlich viele faule Äpfel. Da reicht ein Blick in die Knäste.
DAS wiederum ist eindeutig die Schuld der konfliktscheuen deutschen Eliten, die die eigene Kultur verachten, scheintolerant gegenüber aggressiven Religösen sind, bei Regelverletzungen wegsehen und Dreistigkeit belohnen.
Ihre windelweiche Wertfreiheit geht zu Lasten ALLER, die sich Mühe geben und belohnt die Falschen. DAS spaltet die Gutartigen, vergiftet die Atmosphäre und bereitet Extremisten den Weg. Nicht bloß in der AfD.

Christoph Wirtz | Mo, 28. Oktober 2019 - 01:19

... die ich mir nicht zu eigen machen würde. Jedoch finde ich, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird, mal wieder. Was demonstrieren denn die, die ein Viertel der Wähler in Thüringen als "Rechtsextremisten", "Nazis" usw. schmähen? Dass ihnen Dialog und Miteinander wichtig sind?

Andreas Zimmermann | Mo, 28. Oktober 2019 - 01:52

der Gastarbeiter nichts mit diesem Staat am Hut? Vielleicht liegt es ja an diesem Staat! Wenn ich mich als Ossi in diesem Staat nicht wirklich zu Hause fühle obwohl mich nicht Religion, Kultur und ein Herkunftsland auf einem anderen Kontinent trennen, wie mögen Sie dann die Mehrheit der Gastarbeiterkinder fühlen? Was gibt mir denn dieses Land an Identität, was lässt es denn zu? In einem Staat in dem führende Vertreter ein riesen Problem mit der eigenen Identität haben. Selbst der jämmerliche Nationalstolz der DDR überstrahlt den der BRD bei weitem. Das Grundgesetz? Nun was das Grundgesetz unseren Regierenden wert ist, das kann jeder der es sehen will ja sehen. Aber Identität ist weit mehr und ihre Landsleute wissen das und haben, beneidenswerter Weise, sogar Alternativen um ihren Nationalstolz auszuleben. Wer kann ihnen das verübeln und was bieten sie Ihnen an? Kein echtes Vaterland, keine Hymne, kein Gefühl und keinen Stolz - nur einen trockenen Gesetzestext!

Einer von den Hetzern