Corona-Notbremse - „Am Ende liegt auch nicht der Staat auf der Intensivstation“

Seit Samstag greifen bundeseinheitliche Corona-Regelungen, um das Infektionsgeschehen in Deutschland einzudämmen. Der Epidemiologe Hajo Zeeb erklärt im Interview, welche Maßnahmen wirklich zielführend sind – und wann die Menschen in ein normales Leben zurückkehren können.

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Menschenleere Städte: Ab einer Inzidenz von 100 greift die Ausgangssperre ab 22 Uhr / dpa

Autoreninfo

Sina Schiffer studiert an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn Politik und Gesellschaft und English Studies. Derzeit hospitiert sie bei Cicero. 

So erreichen Sie Sina Schiffer:

Hajo Zeeb ist Professor für Epidemiologie an der Universität Bremen und leitet die Abteilung Prävention und Evaluation des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS. Seit Beginn der Pandemie beschäftigt er sich mit Covid-19. Er hat das Kompetenznetz Public Health zu Covid-19 mitbegründet.

Herr Zeeb, am Samstag ist die Corona-Notbremse in Kraft getreten. Wie schätzen Sie die Wirkung der bundeseinheitlichen Notbremse ein? Wird das Infektionsgeschehen damit gebremst werden?

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Norbert Heyer | Mi, 28. April 2021 - 09:15

Heute in meiner Tageszeitung: Es wurden die Sterbedaten von vor und während Corona verglichen - Fazit: Eine minimale Zunahme im Bereich der üblichen Schwankungen. Wat nu? Waren die ganzen Notbremsungen nur teuer und völlig wirkungslos? Hat die Politik auf die falschen Experten gesetzt - und setzen immer noch drauf? Nun mal etwas für die Realisten: Die ganzen Vollbremsungen haben die Menschen mitgetragen, aber jetzt ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Man hat lieber beim Preis für das Serum gefeilscht und dafür vorerst Milliarden an Kosten aufgehäuft. Der dicke Knall kommt erst noch, wenn die Insolvenz-Verschleppung nicht mehr straffrei ist. Dann wird das ganze Ausmaß dieser Katastrophe an Kosten für alle sichtbar und ich weiß auch schon, wer
dafür aufkommt: Bestimmt nicht die Schönen und Reichen, wir werden zahlen. Ob das über Klima oder CO 2 oder eine ganz neue Steuer geschieht, das überlasse ich der Findigkeit unserer Politiker. Unser Lebensstandard wird auf alle Fälle sinken.

Petra Horn | Mi, 28. April 2021 - 10:29

Wieviele Menschen auf der Intensivstation liegen hängt in erster Linie von den folgenden Faktoren ab
- Behandlungskompetenz der Ärzte
- Erstattungssystem der Krankenkassen und des Gesundheitsministerium (75% Auslastungsgrenze z.B.)
- Anzahl der Betten
- Krankheitsanfälligkeit der Bevölkerung: Prozentualer Anteil derer, die die durchschnittliche Lebenserwartung erreicht haben, Immunisierungsgrad (vorzugsweise Immunität durch Ansteckung oder Impfung)
- Behandlungswilligkeit bei sehr alten Kranken

Ernst-Günther Konrad | Mi, 28. April 2021 - 15:51

Als die Antwort zur ersten Frage von Herr Prof. Zeeb mit den Worten begann: Die Wirkung ist derzeit schwer abzuschätzen,.....", habe ich aufgehört zu lesen. Sie wissen gar nichts, reden halt auch mal mit. Nur eine einzige Frage braucht es: Wieviele Lockdowns braucht es denn, um endlich was zu wissen?
Ich gebe mir selbst die Antwort. So viele, wie es den Machterhalt sichert und das Volk mitmacht.

Annette Seliger | Mi, 28. April 2021 - 16:16

liegen dem BvG bislang vor - die Rechten und Nazis geben aber auch gar keine Ruhe! Und dann gehen auch noch die Inzidenzen runter, einfach so wie im letzten Jahr. War da nicht kurz vor Ostern die Rede von einer 300er Inzidenz, wenn wir jetzt nicht gleich den Oster Shutdown machen?
Ich kann nur hoffen, dass das BvG jetzt schnell seiner Aufgabe nachkommt und dieses unsägliche Gesetz zur Drangsalierung in die Tonne tritt. Hier in Schweden hat man die Menschen vollumfänglich über das Virus aufgeklärt. Es hat eine Letalität wie eine mittel/schwere Grippe und Menschen ohne Vorerkrankung bekommen noch nicht einmal mit dass sie infiziert waren. Hier in Schweden waren alle Geschäfte und Restaurants immer geöffnet und ebenso die Schulen. Keine gestörten Kinder, die sich zweimal die Woche ein Stäbchen in die Nase schieben müssen und mit Maske spielen gehen. Es ist furchtbar wie die deutsche Regierung mit den Kindern umgeht.
Stimmt es dass der Verfassungsschutz jetzt Demonstranten beobachtet?

dass man Gegner unseres freiheitlich-demokratischen Systems beobachtet.

Die Hyperaktivität der von Ihnen genannten "Rechten und Nazis" ist nicht neu, sonden bekannte Taktik. Bombardiert die Gerichte!

Irgendwo findet man dann, mit Glück, einen den Covidioten wohlgesonnenen Richter, so wie in Weimar oder Weilheim. Dessen fragwürdiges Urteil die "Rechten und Nazis" bejubeln - so lange es Bestand hat, wohlgemerkt.

Und der Richter nicht selbst, wegen möglicher Rechtsbeugung, verdient ins Visier der Justiz geraten ist.

Wie umfrangreich und erfolgreich man in Schweden die Menschen aufgeklärt hat, ist an den Inzidenzen abzulesen. Die sind nämlich doppelt so hoch wie z.B. in Deutschland, und hinter der Türkei ganz oben in der europäischen Rangliste.

Aber, so habe ich in diesem Forum gelernt, es zählt ja nicht, wenn jemand infiziert ist (und andere infizieren kann...)
Sondern nur die Zahl der Verstorbenen.
Auch eine Art der Pandemibekämpfung: Tote zählen.

Die Zahlen zu Schweden für jeden mit Kenntnissen der Grundschulmathematik eindeutig:

Daily new COVID-19 tests per 1,000 people S 4,82 D 2,21

In Schweden wird mehr als doppelt so viel getestet. Da die Inzidenz eine variable (Anzahl der Tests) zu einer festen Größe (100.000 Einwohner) setzt, bedeutet mehr Tests zwangsläufig eine höhere Inzidenz.

Wichtiger also: The share of daily COVID-19 tests that are positive (Positivrate aller gemachten Tests)
S 12,7% D 12,4% nahezu identisch

Logischerweise ist die Case fatality rate (Prozensatz Todesfälle/positiv Geteste) in S mit 1,46% erheblich nideriger als in D 2,45%

Bei der Reproduction Rate (R) liegt S mit 1,03 unter D 1,06

Daily new confirmed COVID-19 deaths per million people S 1,94 D 2,81

50% höhere Todesrate in Deutschland verglichen mit Schweden, nahezu durchgängig seit dem 01.02, dem zwischenzeitlichen Tiefpinkz, von dem die dritte Welle begann.

https://ourworldindata.org

Es gibt gute Gründe, die für eine Ansteckungsvermeidung sprechen, Covid ist nicht mit einer regulären Grippe zu vergleichen. Es gibt genügend Hinweise das dieses Wuhan-Laborvirus bleibende Schäden am Nervensystem, im Hirn etc. verursachen kann. Ein gründlicher Lockdown für alle wäre daher elementar, er muß streng kontrolliert werden, es kann nicht sein, daß große Teile der Neubürger sich ungestraft an keine Regeln halten.

Beim Thema „Verfolgung“ haben Sie recht, es ist natürlich so, daß Regimegegner in bester Manier eines totalitären Staats, diffamiert, verfolgt, überwacht und bestraft werden (müssen). Das Regime duldet keinen Widerspruch! Beispiel: Hans-Georg Maaßen, er wagte es ihrer Vollkommenheit Frau Dr. Merkel zu widersprechen, dafür MUSSTE er entlassen werden! Das er in der Sache recht hatte und es bis heute keine Belege für Hetzjagden gibt ist irrelevant! In einem Rechtsstaat würde dieser Amtsmißbrauch der Kanzlerin reichen, um sie vor Gericht zu stellen und zu verurteilen.

Bernd Muhlack | Mi, 28. April 2021 - 16:34

... wie bei Haribo Color-Rado: für jeden etwas!

Nächsten MO hat Muttern (86) einen Impftermin bei ihrem Hausarzt; Biontech-Pfizer. Der Impfstoff soll am FR geliefert werden - vielleicht.
"Rufen auf jeden Fall vorher an, nicht dass Sie umsonst kommen."
Ein sehr angenehmer u kompetenter Zeitgenosse, er stammt aus St. Petersburg.

Bundes-Corona-Notbremse
Schönes Wort!
Ich erlebte einmal in einem ICE eine Notbremsung; zum Glück saß ich entgegen der Fahrtrichtung, wurde massiv ins Polster gedrückt.
Etliche Mitreisende purzelten jedoch im Waggon umher - nur blaue Flecken!

Dann gibt es noch die Wumms-Bazooka und dergleichen mehr. Sehr gerne verwendet man auch die "nationale Kraftanstrengung in den nächsten Wochen". Diese Wochen dauern jetzt etwa ein Jahr und eigentlich ist "national" doch eher kanz pöhse, oder?

Schräg ggü wohnt Suchan, mit 4 J adoptiert; aus Nepal. Er macht sein C-19-Abi. "Du, das läuft ganz gut, wenn man kann u will!"
Das zweite C-19-Abi.
Bildung ist unser einziges Gut!

Hans Meiser | Mi, 28. April 2021 - 17:51

Herr Zeep ist gar nicht Professor im Fach Epidemiologie - seinen Worten entnehme ich, dass er Regierungssprecher ist.
Anders kann ich seine unwissenschaftlichen und unreflektierten Aussagen, welche die Realität ausschließen (!) nicht bewerten.
Wer in diesem Land - entgegen frei verfügbarer und bestätigter Zahlen - immer noch andeutet, dass irgendwo Intensivstationen auf Grund von Corona überlastet sind, ist schlicht ein Lügner.
Noch schwerer wiegen für mich unverzeihliche Aussagen wie: "Am Ende liegt auch nicht der Staat auf der Intensivstation, sondern eine Freundin, ein Familienmitglied oder man selber."
Das ist nichts anderes als plumpe Einschüchterung ohne Grundlage.

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