Armin Laschet über Markus Söder - Lindgrün ist die Haselnuss

Armin Laschet präsentiert eine Biographie über seinen politischen Konkurrenten Markus Söder. Oder sind die beiden Verbündete? Als erwiesen darf nach diesem Auftritt jedenfalls eine schwerwiegende Vermutung über den Aachener gelten: Er weiß nicht, wofür die Farbe schwarz steht.

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Armin Laschet am Freitag in Berlin bei der Präsentation der Söder-Biographie "Der Schattenkanzler" / dpa

Autoreninfo

Moritz Gathmann leitet das Ressort Berliner Republik bei Cicero. Er studierte Russistik und Geschichte in Berlin und war viele Jahre Korrespondent in Russland

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Live geführte Gespräche mit Politikern, ich Print-Journalist gestehe es ein, haben einen unschlagbaren Vorteil gegenüber Interviews, die in gedruckter Form erscheinen: Gesagt ist gesagt, kein PR-Berater oder Pressesprecher kann bei der späteren Autorisierung des Interviews entglittene Formulierungen streichen oder zurechtfummeln.

Den Beratern von Armin Laschet muss am heutigen Morgen gegen 11:52 ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen sein. Womöglich haben sie Kraftausdrücke gegen ihre Bildschirme geschleudert. Auf der Bühne der Berliner Urania warnt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident die Union da zu Recht, vor der Bundestagswahl „halbgrün oder lindgrün“ zu werden - in Erwartung einer Koalition mit den Grünen auf Bundesebene. „Wir müssen, auch wenn Schwarz-Grün kommt, immer noch unser Profil haben und schwarz sein“, fährt er fort, und hätte nun enden können. Aber Laschet schiebt nach: „Was immer das ist.“

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Michaela 29 Diederichs | Fr, 18. Dezember 2020 - 15:14

Fragte dies nicht einst Prinz Charles in Sachen Liebe bei der Verkündung seiner Verlobung mit Lady Di? Die Ehe war ein einziges Desaster. Mit Laschet könnte das bei der BTW ähnlich enden.

Maria Fischer | Fr, 18. Dezember 2020 - 15:34

Kaiser- und Königskinder unter sich.
„Schwarz - was auch immer das ist.“
Das hört sich stark nach dem Statement von Charles an: "Was immer auch Liebe heißen mag"
Das geht schief!

Michaela 29 Diederichs | Fr, 18. Dezember 2020 - 21:40

In reply to by Maria Fischer

Ich bin sehr froh, dass Herr Schwennicke auch ein Fan von "The Crown" ist. Der versteht, was wir meinen ;-).

Fritz Elvers | Fr, 18. Dezember 2020 - 15:54

er hat ein großes Herz und könnte die Grünen noch am ehesten intergrieren.

Bei Söder und Merz weiß man nicht so genau, ob sie sich die AfD nicht doch irgendwann rhetorisch schön saufen werden, weil es mit Amateuren und Sektierern einfach nicht geht.

Söder (eher unwahrscheinlich nach seinen jüngsten Pirouetten (grüne Koalition, Frauenquote) oder Merz (zumindest hat er das mal angekündigt) holen sich die verlorenen Wähler der CDU bei der Wahl zurück und re-integrieren die CDU-interne AfD, nämlich die Werte-Union.
Dann muss man sich den "Flügel" gar nicht erst schönsaufen.

Urban Will | Fr, 18. Dezember 2020 - 16:39

Laschet war schlicht und ergreifend ehrlich.

Nach über 20 Jahren Merkel, die meisten davon als Vorsitzende (und auch heute noch ist sie die oberste Taktgeberin) gibt es kein „Schwarz“ mehr.
Das hat Laschet klipp und klar ausgedrückt.
Und die Schwarzen wollten das genau so.
Sonst hätten sie „ihr“ nicht jahrelang brav zugeklatscht und vor ihr „geduckmäusert“.

Allerdings muss man Laschets Ausdruck „ unser Profil“ im Satz davor seinem rheinischen Humor zuschreiben.
Wohl kaum wird er gemeint haben, dass dieser Laden noch ein eigenes „Profil“ hat.

Und keiner der drei Aspiranten wird auch nur ansatzweise in der Lage sein, ein solches wieder zu entwickeln.
Die haben fertig.
Bei den Grünen wird man sich jetzt noch die Bäuche halten vor lachen.

Ernst-Günther Konrad | Fr, 18. Dezember 2020 - 17:04

"Technisch gesehen sind Schwarz und Weiß jedoch keine Farben, sondern vielmehr Schattierungen" finde ich zu "schwarz" im Netz, auch wenn wir sie als Farbe bezeichnen. Nun, die CDU hat ihre komplette Parteienidentität verloren. Was ist an denen noch christlich? Für welche Demokratiewerte stehen sie noch? Wo ist sie noch eine Union, die eigentlich einen Zusammenschluss verschiedener konservativer Ausrichtungen bedeutet? Was ist doch der Armin ein grundehrlicher Kerl. Er sagt was er denkt und was er nicht weiß, lässt er alle wissen.
Schwarz ist absolut dunkel, wir Menschen können da nichts mehr sehen. Unser Armin jedoch hat seine Blindheit gegen den grünen Star ausgetauscht, da sieht man bekanntlich noch etwas, wenn auch schemenhaft und verschwommen. Genauso ist die CDU inzwischen. Ein Großteil sieht nur noch grün, in der Hoffnung, man könne da irgendwie weiter wurschteln. Wenigstens haben schon mal zwei das Buch des anderen in der Hand gehabt, ob sie es lesen? Ich jedenfalls nicht.

Bernd Muhlack | Fr, 18. Dezember 2020 - 17:07

"Wer Kanzler werden wolle, sollte schon einmal regiert haben, wissen, wie eine Koalition geführt wird, und vor allem, wie man Wahlen gewinnt“.

Das gilt wohl auch für unsere aktuelle Kanzlerin, damals in 2005.
Aber es geht hier nicht um SIE.

Dä Jeck Armin hat im Advent so viel versemmelt, dass der Söders Markus damit eine "Semmelnknödelnfabrik" eröffnen kann.
Das war auch hier im CIECERO zu lesen.

Herr Söder ist übrigens kein Volljurist, er hat kein zweites Staatsexamen, lediglich das Studium.
Wie auch Philip Amthor.
"Der Kurze" aus der "Ostmark" hat gar keinen Jura-Abschluss - lieber gleich Kanzler!

Nächste Woche ist Weihnachten - für viele wohl etwas anders als üblich, nicht wahr?
Ob unter irgendeinem Weihnachtsbaum diese Söder-Biografie liegen wird?
Falls ja, hoffentlich nicht online bestellt (einer der Laschet-Bolzen).
Als Bücherwurm besitze ich auch viele (Auto)-Biographien; ein Söder hat dort nichts verloren!

Scholl-Latour "Mein Leben" ist sehr interessant; leider unvollendet

helmut armbruster | Fr, 18. Dezember 2020 - 17:47

Laschets in die Politik?
Machtgier, Karrieresucht, Herrschsucht, Geldgier, Besessenheit von sich selbst, Größenwahn u.v.a.m...
Jedenfalls ist es nicht nicht authentisch, was da dem Publikum gezeigt wird, es ist nur ein Schauspiel um die wahren, eigenen Motive zu vernebeln.
Und so passiert eben, was Laschet in diesem Interview passiert ist: Er fällt aus der Rolle, die er spielt, da sie gar nicht seinem Wesen und seiner Überzeugung entspricht und für einen Moment kommt der wahre Laschet zum Vorschein.
Wir würden uns selbst einen Gefallen tun, wenn wir gerade bei Politikern - auch solchen wie Laschet, die jovial auftreten - uns immer fragen spielt er nur oder ist er authentisch.

Wolfgang Jäger | Fr, 18. Dezember 2020 - 18:52

Nichts könnte die Entkernung der CDU besser beweisen als dieses Statement von Laschet. Leider sind diejenigen, die wissen, was "schwarz" ist, nur noch in der WerteUnion zu finden. Die anderen haben sich ihrer Identität entledigt. Merz und Röttgen fahren im gleichen Fahrwasser. Merkel hat vorgesorgt.

hermann klein | Fr, 18. Dezember 2020 - 19:32

Deutschland, Oktober 2021 nach der Wahl.
Das Kabinett Schwarz/Grün von Bundeskanzler „LASCHET“ ist bereit.
Außenminister Baerbock
Innenminister Harbek
Wirtschaftsminister: Hofreiter
Verkehrsminister: Untersteller (der Raser)
Verteidigungsminister: C. Roth
Dieser kollektiver Wahnsinn wird in die Gesichtsbücher als historisches Monument verfasst werden, jedoch: „Die dümmsten Kälber wählen…

Heidemarie Heim | Fr, 18. Dezember 2020 - 19:40

Hat das nicht auch mal ein anderer Thronfolger von sich gegeben als das holde Paar nach ihrer Liebe befragt wurde. Ähnlich wie die Berater von Prinz Armin geflucht haben dürften, hätten damals die Berater von Lady Di ins Grübeln geraten müssen. Ich hätte dem guten Charles jedenfalls eins mit dem fetten Verlobungssaphir aufs Auge gegeben;)
Wie tragisch das Ehe-Märchen ausging wissen wir.
Wenn also der künftige Parteichef und Kanzler nicht mehr erinnert was es heißt christlich schwarz zu sein, wie soll es da noch der gemeine Delegierte wissen, lieber Herr Gathmann?! Gar der Wähler! Oder was aus einer Mischung von "was immer es ist" und grün mit rot-Anteilen rauskommt. Genauso
muss ich passen bei dem Umfrage-Pendel im Text.
Normal mache ich immer mit, aber was mache ich wenn mein liberal-konservatives Herz weder für den Einen noch den Anderen schlägt;)? Und auch nicht für die anderen Kandidaten? Mein Pech, oder? Bin eben zu anspruchsvoll;). Ich lasse mich einfach überraschen. MfG

Maik Harms | Fr, 18. Dezember 2020 - 21:06

"Mal bin ich konservativ, mal bin ich liberal, mal christlich-sozial."
Angela Merkel

Und dieses Wischiwaschi, dieser programmatische Opportunismus hat sie nicht an 16 Jahren Kanzlerschaft gehindert. Armin Laschet in seiner Flummihaftigkeit wäre da die logische Fortsetzung. Gut für alle anderen, inklusive die AfD, denn die Profilierung, die Zeitgeist prägenden Debatten führen dann eben andere.