200 Jahre Bismarck - Held oder Hering?

Die Cicero April-Ausgabe steht ganz im Zeichen Otto von Bismarcks. Dessen Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum 200. Mal. Wir haben uns angeschaut, wo er Großes leistete – und wie er Deutschland bis heute schadet

Titelillustrator Olaf Hajek
Titelillustrator Olaf Hajek

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Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Das Rückenbild von Cicero ist ein Ehrenplatz. Die zwölf Ausgaben eines Jahres ergeben ins Regal gestellt das Konterfei einer Persönlichkeit der Weltgeschichte – von Einstein bis Shakespeare. Für dieses Jahr einigte sich die Redaktion auf den ersten Reichskanzler Otto von Bismarck, dessen Geburtstag sich am 1. April zum 200. Mal jährt. Als wir in der Januarausgabe die Entscheidung damit erklärten, Bismarck habe Deutschland gegründet, setzte sich in Mainz ein Mann namens Thibaut de Champris an den Schreibtisch und schrieb eine flammende Mail. Als regelmäßiger Cicero-Leser sei er über diese Behauptung gestolpert. Seit 25 Jahren beschäftige er sich mit Deutschlands Gegenwart und Geschichte und komme zu einem ganz und gar anderen Ergebnis.

Mithin hatte diese April-Ausgabe des Cicero nicht nur ein Titelthema, sondern auch einen Autor. Thibaut de Champris, Direktor des Institut Français in Mainz, fragt sich und uns, warum der kriegerische Zentralist Bismarck überhaupt auf einen Sockel gestellt wird. Er hält die Rolle des Reichskanzlers für über-, die Tradition des 800-jährigen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation dagegen für unterschätzt.

Im Interview mit Alexander Kissler widerspricht der Historiker Holger Afflerbach, weist Bismarck eine Schlüsselrolle in der deutschen Geschichte zu, ohne seine Schattenseiten schönzureden.

Der erste Kanzler: Helmut Kohl soll als Geschichtsfreund Biografien über Bismarck regelrecht verschlungen haben. An einigen Stellen des Gesprächs über Bismarcks Regierungsstil kam mir der Name der aktuellen Amtsinhaberin in den Sinn.

Cicero-Chefreporter Constantin Magnis begab sich mal nicht auf Reisen, sondern ins Archiv und verzierte einige unserer Bismarck-Seiten mit acht schillernden Kleinporträts von Nachfahren des Ahnherrn, bei denen man merkt: Einen großen Namen zu tragen, kann auch eine ( zu ) große Bürde sein.

Die Katholikin, SPD-Politikerin und Sozialministerin Andrea Nahles schließlich gibt in einem Gastbeitrag ihr persönliches Bild jenes Mannes zum Besten, der die Sozialversicherung in Deutschland eingeführt und Katholiken wie Sozialist­en gleichermaßen drangsaliert hat.

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